Britische G-Kennzeichen: G-INFO, Wunschkennzeichen und Besonderheiten

G-EUPJ, G-VIRG, G-BOAC: Britische Kennzeichen verraten nichts über Gewicht oder Bauart, dafür umso mehr über Geschichte und Halter. Hier liest du, wie das System funktioniert und wie du mit G-INFO jede Sichtung prüfst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • G plus vier Buchstaben: Jedes zivile Luftfahrzeug im Vereinigten Königreich trägt G-, einen Bindestrich und vier Buchstaben – vom Segelflieger bis zur A380.
  • Keine Klassenbuchstaben: Anders als in Deutschland oder Österreich verrät der erste Buchstabe nach G- weder Gewicht noch Bauart. Er sagt höchstens etwas über das Alter der Registrierung.
  • Wunschkennzeichen sind Alltag: Gegen Aufpreis gibt die CAA Kennzeichen außerhalb der Reihenfolge aus. Deshalb tragen Airlines wie Virgin Atlantic oder easyJet sprechende Buchstabenblöcke.
  • Einmal vergeben, nie wieder: Ein britisches Kennzeichen gehört dauerhaft zu einem einzigen Flugzeug und wird keinem anderen Luftfahrzeug neu zugeteilt.
  • G-INFO ist frei durchsuchbar: Im Online-Register der CAA findest du Typ, Seriennummer, Halter und sogar den Hex-Code – auch für längst gelöschte Flugzeuge.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.G-Kennzeichen: die kurze Antwort
  2. 2.Der große Unterschied: keine Klassenbuchstaben
  3. 3.Wunschkennzeichen: warum Airlines sprechende Buchstaben tragen
  4. 4.Gesperrte Kombinationen und die Einmal-Regel
  5. 5.Ein Blick zurück: von K-100 zu G-AAAA
  6. 6.Segelflugzeuge, Microlights und Ballone
  7. 7.G-INFO: das Register für Spotter
  8. 8.Wo das Kennzeichen stehen muss
  9. 9.Besonderheiten, die dir beim Spotten begegnen
  10. 10.Ein G-Kennzeichen in vier Schritten einordnen
  11. 11.Wo du G-Kennzeichen am besten sammelst
  12. 12.Fazit

An der Myrtle Avenue in Heathrow schwebt eine BA-A319 mit G-EUPJ ein, kurz darauf eine Virgin-Maschine mit G-V… am Rumpf. In Manchester steht die Concorde G-BOAC hinter Glas, und in Old Warden rollt ein Oldtimer mit einem Kennzeichen aus den 1920er-Jahren an den Start. Alle tragen dasselbe Präfix, und doch sagen die vier Buchstaben dahinter ganz unterschiedliche Dinge. Wer britische G-Kennzeichen lesen will, braucht keine Gewichtstabelle wie in Deutschland oder Österreich, sondern ein Gefühl für Reihenfolge, Wunschkennzeichen und Geschichte – und das Online-Register G-INFO. Dieser Guide erklärt dir beides.

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G-Kennzeichen: die kurze Antwort

Ein britisches Kennzeichen besteht aus dem Staatszugehörigkeitszeichen G, einem Bindestrich und einer Gruppe aus vier Großbuchstaben. Das gilt für jedes zivile Luftfahrzeug im Register, egal ob Segelflugzeug, Hubschrauber, Ballon oder Großraumjet. Ziffernkennzeichen für Segelflieger oder Ultraleichte wie in Österreich gibt es im regulären britischen System nicht.

Geführt wird das Register von der Civil Aviation Authority (CAA). Rechtsgrundlage ist die Air Navigation Order 2016: Ihre Artikel 24 bis 32 regeln Eintragung und Kennzeichnung, Schedule 4 legt fest, wie die Zeichen am Flugzeug aussehen müssen. Die CAA fasst die Vorgaben in ihrer Publikation CAP 523 zusammen. Die internationalen Grundlagen – ein Kennzeichen pro Flugzeug, Eintragung in nur einem Staat – erklärt der Überblick Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

G-Staatszugehörigkeitszeichen des Vereinigten Königreichs
4Buchstaben hinter dem Bindestrich – bei jedem Luftfahrzeugtyp
1928Start der heutigen Reihe mit G-AAAA

Der große Unterschied: keine Klassenbuchstaben

Wer aus Deutschland kommt, ist es gewohnt, schon am ersten Buchstaben die Klasse abzulesen: D-A für große Jets, D-E für leichte Einmotorige, D-H für Hubschrauber. Wie das im Detail funktioniert, zeigt der Artikel zu den deutschen Kennzeichen und Gewichtsklassen, das österreichische Pendant findest du unter OE-Kennzeichen, das Schweizer unter HB-Kennzeichen.

Das britische System funktioniert anders. Die CAA vergibt Kennzeichen grundsätzlich der Reihe nach. Laut CAA stehen zu jedem Zeitpunkt 75 Kennzeichen aus der laufenden Reihe für neue Eintragungen bereit. Ein G-B… sagt dir deshalb nicht „Hubschrauber“ oder „Airliner“, sondern grob: Dieses Kennzeichen wurde vergeben, als die Reihe ungefähr bei B stand. Eine Cessna und ein Jumbo können direkt benachbarte Kennzeichen tragen.

Was der erste Buchstabe trotzdem verrät

Weil die Reihe chronologisch läuft, ist der erste Buchstabe bei Kennzeichen „in Sequenz“ ein grober Zeitstempel. Ein G-AA… stammt aus den Anfangsjahren ab 1928, Kennzeichen mit Buchstaben weiter hinten im Alphabet aus jüngerer Zeit. Bei Wunschkennzeichen gilt das nicht – dort ist der Anfangsbuchstabe frei gewählt. Wie du das tatsächliche Alter eines Flugzeugs herausfindest, steht im Artikel Wie alt ist dieses Flugzeug?

Wunschkennzeichen: warum Airlines sprechende Buchstaben tragen

Die zweite Säule sind die sogenannten Out-of-Sequence-Kennzeichen. Seit den 1970er-Jahren kann ein Halter jede freie Kombination aus vier Buchstaben beantragen, sofern sie nicht gesperrt ist. Laut CAA darf ein britisch registriertes Flugzeug ein Kennzeichen aus der laufenden Reihe tragen – oder beliebig viele Wunschkennzeichen nacheinander.

Das kostet extra. Die Gebührenübersicht der CAA nennt (Stand Oktober 2026) für die Eintragung oder Umregistrierung 98 Pfund bei Luftfahrzeugen bis 15.000 Kilogramm und 196 Pfund darüber, für ein Wunschkennzeichen kommen 428 Pfund dazu. Wer noch kein Flugzeug eintragen kann, darf ein Wunschkennzeichen für sechs Monate reservieren und die Reservierung verlängern.

Für Spotter ist das der Grund, warum britische Flotten so oft „sprechen“:

  • Virgin Atlantic setzt traditionell auf G-V…, angefangen mit der ersten Boeing 747 G-VIRG im Jahr 1984. Viele Kennzeichen ergeben ein Wort oder eine Anspielung – G-VIRG selbst ist das bekannteste Beispiel. Mehr dazu auf der Seite zu Virgin Atlantic.
  • easyJet nutzt für die britische Gesellschaft Blöcke wie G-EZ… und bei vielen neo-Flugzeugen G-UZ…. Die Kontinent-Flotte fliegt dagegen mit OE- oder HB-Kennzeichen – siehe easyJet.
  • British Airways bündelt Flottenfamilien in eigenen Blöcken, etwa G-EU… für Airbus-Schmalrumpfjets. Die A319 G-EUPJ trägt seit dem 100-jährigen Jubiläum 2019 das historische Design der BEA. Die Flotte stellt die Seite zu British Airways vor.

Solche Blöcke sind eine Gewohnheit, keine Vorschrift. Verlass dich beim Typ also nie blind auf die Buchstaben, sondern prüf ihn am Flugzeug oder in G-INFO.

Das eine Kennzeichen nicht verpassen

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Gesperrte Kombinationen und die Einmal-Regel

Ganz frei ist die Wahl nicht. Die CAA nennt in ihren Richtlinien mehrere Sperren:

Regel Was gesperrt ist Hintergrund
Notsignale PAN, SOS, TTT, XXX in den ersten oder letzten drei Buchstaben keine Verwechslung mit Not- und Dringlichkeitssignalen nach ICAO Annex 7
Q-Code jedes Kennzeichen mit Q Q-Gruppen sind im Funkverkehr belegt
Sonderfall die Buchstabenfolge ZC an beliebiger Stelle wird laut CAA grundsätzlich nicht ausgegeben
Anstand anstößige Kombinationen Ermessen der Registerstelle
Historie alle jemals vergebenen Kennzeichen keine Verwechslung zwischen Flugzeugen

Die letzte Zeile ist für Sammler die wichtigste. Ein britisches Kennzeichen, das einmal an einem Flugzeug hing, bekommt kein anderes Flugzeug mehr. Ein Flugzeug kann im Laufe seines Lebens mehrere Kennzeichen tragen, ein Kennzeichen gehört aber immer nur zu einer Zelle. Kehrt ein Flugzeug ins Register zurück, darf es in der Regel eines seiner früheren Kennzeichen wieder annehmen. Österreich erlaubt die Wiedervergabe dagegen nach drei Jahren Sperrfrist.

Für dein Logbuch heißt das: Ein G-Kennzeichen ist im britischen Register eindeutig. Ein paar historische Flugzeuge tragen übrigens noch Q-Kennzeichen aus der Zeit vor der Sperre – solche Funde sind echte Raritäten. Wie Flugzeuge beim Halterwechsel ihr Kennzeichen wechseln, beschreibt der Artikel zu Umregistrierungen.

Ein Blick zurück: von K-100 zu G-AAAA

Die britische Kennzeichengeschichte ist kurz erzählt, aber voller Spuren, die du heute noch sehen kannst:

1919: K-100

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm die zivile Luftfahrt 1919 den Betrieb auf. Für die ersten Monate gab es vorläufige Kennzeichen von K-100 an.

1919–1928: G-EAAA

Ab Juli 1919 galt die erste feste Reihe ab G-EAAA. Teile des G-Bereichs gingen damals an Dominions wie Kanada (G-CA…) oder Australien (G-AU…), die später eigene Präfixe erhielten.

1928: G-AAAA

Nach der Funkkonferenz von Washington 1927 startete die Reihe neu. G-AAAA ging im Juli 1928 an eine de Havilland Gipsy Moth von Geoffrey de Havilland.

Heute

Die damals begonnene Reihe läuft bis heute weiter, ergänzt um Wunschkennzeichen und Sonderregeln für Segelflugzeuge und Ballone.

Wie lebendig diese Geschichte ist, zeigt die Shuttleworth Collection in Old Warden. Ihre Blériot XI von 1909 trägt das frühe Kennzeichen G-AANG und gilt als eines der ältesten flugfähigen Flugzeuge der Welt. An Flugtagen am Platz in Old Warden hast du gute Chancen, Kennzeichen aus der Anfangszeit der G-AA-Reihe live zu sehen.

Segelflugzeuge, Microlights und Ballone

Weil es keine Klassenbuchstaben gibt, haben sich für leichte Luftfahrzeuge eigene Muster entwickelt:

  • Segelflugzeuge: Lange Zeit liefen britische Segelflieger nur im Register der British Gliding Association (BGA) mit Nummern und einem dreistelligen Buchstabencode, dem Trigraph. Seit 2008 sind Segelflugzeuge mit wenigen Ausnahmen im G-Register eingetragen. Laut CAA wird der Trigraph standardmäßig zu den letzten drei Buchstaben des Kennzeichens: Aus dem Trigraph PXL wird G-CPXL oder, wenn das belegt ist, G-DPXL. Am Seitenleitwerk siehst du oft zusätzlich große Wettbewerbskennungen der BGA.
  • Microlights: Von 1981 bis 1998 landeten die meisten Ultraleichten in Blöcken ab G-M…. Diese eigene Reihe ist laut CAA abgeschafft, Microlights bekommen heute Kennzeichen aus der normalen Reihe oder Wunschkennzeichen. Ein G-M… ist also meist ein Hinweis auf ein älteres UL, aber kein Beweis.
  • Kleine Ballone: Ballone mit minimalem Auftrieb sind laut CAA auf den Block G-FYAA bis G-FYZZ beschränkt – eine der wenigen echten Klassenregeln im System.

Am Segelfluggelände zweimal hinschauen

Bei britischen Segelflugzeugen ist das G-Kennzeichen oft kleiner und unauffälliger als die Wettbewerbskennung am Leitwerk. Notier im Zweifel beides – mit dem Trigraph findest du das passende G-Kennzeichen meist schnell in G-INFO.

G-INFO: das Register für Spotter

Das stärkste Werkzeug für britische Kennzeichen ist G-INFO, die öffentliche Datenbank der CAA. Nach eigenen Angaben enthält sie die Datensätze der im Vereinigten Königreich registrierten Luftfahrzeuge, das Register umfasst laut CAA über 18.000 Luftfahrzeuge. Die Online-Suche ist frei zugänglich und funktioniert über mehrere Felder. Wie Registerabfragen in anderen Ländern ablaufen, zeigt der Artikel Luftfahrzeugregister abfragen.

Suchfeld Was du eingibst Spotter-Nutzen
Registration das Kennzeichen, z. B. EUPJ Typ, Seriennummer und Halter zu einer Sichtung
Serial no. Werksnummer Vorgeschichte einer Zelle, auch unter anderen Kennzeichen
Aircraft type / ICAO-Typcode z. B. A321 oder einen exakten ICAO-Code alle britischen Flugzeuge eines Typs für deine Wunschliste
Registered owner Name des Halters Flotten von Airlines, Firmen, Clubs oder Sammlungen
ICAO 24 bit address (hex) sechsstelliger Hex-Code das Kennzeichen zu einem Signal auf dem Flugradar

Ein Detail solltest du kennen: Die Suche nach dem Kennzeichen liefert registrierte und gelöschte Flugzeuge gleichermaßen, alle anderen Felder zeigen gelöschte Einträge nur, wenn du das Häkchen „Include de-registered aircraft“ setzt. Zusätzlich kannst du nach Militärkennungen suchen – praktisch bei Warbirds.

Die Hex-Suche schlägt die Brücke zum Tracking: Siehst du auf dem Flugradar nur einen Code, findest du in G-INFO das zugehörige Flugzeug. Wie die Adresse aufgebaut ist und warum sie am Registrierungsland hängt, erklärt der Artikel zur ICAO-24-Bit-Adresse. Wie du ein Flugzeug anschließend live verfolgst, steht unter Ein Flugzeug per Kennzeichen verfolgen.

Keine Garantie, kein Echtzeit-Register

Die CAA weist darauf hin, dass sie für Fehlerfreiheit der Daten keine Gewähr übernimmt und dass sich jedes Jahr ein großer Teil der Einträge ändert. Die Daten in G-INFO sind außerdem urheberrechtlich geschützt. Für die Prüfung einer Sichtung reicht das Register locker – als Quelle für eigene Datenbanken darfst du es aber nicht einfach kopieren.

Wo das Kennzeichen stehen muss

Die Air Navigation Order 2016 legt in Schedule 4 genau fest, wie die Zeichen aussehen. Die wichtigsten Punkte für das Ablesen am Zaun:

  • Unter der linken Tragfläche: Bei Flächenflugzeugen steht das Kennzeichen auf der Unterseite der linken Tragfläche, mindestens 50 Zentimeter hoch, mit der Oberkante der Buchstaben zur Flügelvorderkante.
  • Rumpf oder Seitenleitwerk: Zusätzlich steht es auf beiden Rumpfseiten zwischen Tragfläche und Höhenleitwerk oder auf dem Seitenleitwerk, mindestens 30 Zentimeter hoch. Am Leitwerk bleibt ein Rand von mindestens fünf Zentimetern frei.
  • Hubschrauber: Reicht der Platz an der Rumpfseite nicht für 30 Zentimeter, muss das Kennzeichen zusätzlich unter dem Rumpf stehen.
  • Ballone und Luftschiffe: Zwei gegenüberliegende Positionen, mindestens 50 Zentimeter hoch.
  • Gestaltung: Lateinische Großbuchstaben, alle in einer Farbe, klar kontrastierend und ohne Verzierung. Konturen oder Schatten um die Buchstaben gelten laut CAP 523 als unzulässiges Ornament.

Auf kleinen Seitenleitwerken darf das Kennzeichen zweizeilig stehen, etwa als „G-A“ über „BCD“. Außerdem muss jedes Flugzeug eine feuerfeste Metallplakette mit dem Kennzeichen tragen. Einen länderübergreifenden Vergleich der Regeln findest du im Artikel Wo das Kennzeichen am Flugzeug stehen muss, Tipps für schwer lesbare Kennzeichen unter Unlesbares Kennzeichen ermitteln.

Besonderheiten, die dir beim Spotten begegnen

Warbirds ohne sichtbares G

Die CAA kennt zwei eng gefasste Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht: für Filmaufnahmen und für historisch korrekte Militärlackierungen. Für Letztere braucht der Halter die Zustimmung des britischen Verteidigungsministeriums oder der jeweiligen ausländischen Regierung. Deshalb siehst du bei Airshows in Duxford oder am Imperial War Museum Duxford Spitfires und Hurricanes mit RAF-Kennung statt G-Kennzeichen am Rumpf. Zivil registriert sind sie trotzdem – in G-INFO findest du sie über Typ oder Halter, oft auch über das Suchfeld für Militärkennungen.

Testkennzeichen G-1-1

Für Erprobungs- und Überführungsflüge ohne volles Lufttüchtigkeitszeugnis gibt es in Großbritannien sogenannte B-Class-Kennzeichen. Seit 1948 bekommt jeder Hersteller eine Nummer, gefolgt von einer laufenden Nummer, etwa G-2-1. Diese Kennzeichen tauchen bei Werks- und Auslieferungsflügen auf und sind entsprechend selten. Wie andere Länder das lösen, beschreibt der Artikel zu Testkennzeichen von Herstellern.

Concorde G-BOA…

Die sieben British-Airways-Exemplare der Concorde liefen unter G-BOAA bis G-BOAG. Eine davon, G-BOAC, steht heute im Runway Visitor Park am Flughafen Manchester, G-BOAF bei Aerospace Bristol. Für eine gemeinsame Verbindung mit der US-Airline Braniff erhielten die Concordes zeitweise kombinierte Kennzeichen, G-BOAC lief dabei als G-N81AC. Die ganze Geschichte erzählt der Artikel zur Concorde.

Nicht alles Britische trägt G-

Die Kronbesitzungen führen eigene Register: Die Isle of Man vergibt Kennzeichen mit M-, Guernsey mit 2-. Britische Überseegebiete wie Bermuda oder die Kaimaninseln nutzen Präfixe aus dem VP- und VQ-Bereich. Vor allem Businessjets und Leasingflugzeuge tauchen mit solchen Kennzeichen an britischen Flughäfen auf. Warum das so ist, erklärt der Artikel zu Offshore-Registrierungen, die wichtigsten Präfixe fasst der Guide zu den Länderkennungen zusammen.

Ein G-Kennzeichen in vier Schritten einordnen

1. Präfix prüfen

Steht G- am Rumpf, ist das Flugzeug im Vereinigten Königreich registriert. M-, 2- oder VP- deuten auf Kronbesitzungen oder Überseegebiete.

2. Muster erkennen

Gehört das Kennzeichen zu einem bekannten Airline-Block wie G-EU…, G-EZ… oder G-V…? Dann ist der Betreiber schnell klar.

3. Nicht nach Klasse raten

Der erste Buchstabe sagt nichts über Gewicht oder Bauart. Schließ also nicht von G-B… auf einen Typ, sondern schau aufs Flugzeug.

4. In G-INFO gegenprüfen

Kennzeichen eingeben, Typ und Seriennummer vergleichen. Passt alles, ist die Sichtung sauber dokumentiert.

Wo du G-Kennzeichen am besten sammelst

Für die Airline-Flotten ist der Flughafen London-Heathrow die erste Adresse. An der Myrtle Avenue oder in Hatton Cross liest du Kennzeichen im Minutentakt, den kompletten Überblick gibt der Planespotting-Guide für Heathrow. Im Norden lohnt der Flughafen Manchester mit dem Spotter-Guide Manchester. Dort begegnen dir neben den Netzwerk-Airlines auch Ferienflieger wie Jet2 und TUI Airways mit G-Kennzeichen. Für historische Kennzeichen sind Old Warden, Duxford und das Royal International Air Tattoo die besten Adressen.

Bevor du in Großbritannien mit Kamera und Notizbuch am Zaun stehst, lies den Artikel Spotten in Großbritannien. Und wenn aus dem Ablesen eine Sammelleidenschaft wird, zeigt Registrierungen sammeln, wie du dein System aufbaust.

Liest du G-Kennzeichen sicher?

Hak ab, was du schon kannst – am Ende siehst du, wo du stehst.

  • Ich weiß, dass hinter G- immer vier Buchstaben stehen – bei jedem Luftfahrzeugtyp.
  • Ich schließe vom ersten Buchstaben nicht auf Gewicht oder Bauart.
  • Ich erkenne Airline-Blöcke wie G-EU…, G-EZ… oder G-V….
  • Ich weiß, dass ein britisches Kennzeichen nie an ein anderes Flugzeug geht.
  • Ich kann in G-INFO nach Kennzeichen, Typ und Hex-Code suchen.
  • Ich wundere mich nicht über Warbirds ohne sichtbares G-Kennzeichen.

Britische Flotten, Kennzeichen für Kennzeichen

Poste deine Sichtung mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot, sammle sie im Hangar, führe eine Wunschliste der fehlenden G-Kennzeichen und teile alles mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Britische Kennzeichen folgen einer anderen Logik als die deutschen oder österreichischen. Hinter G- stehen immer vier Buchstaben, vergeben in einer seit 1928 laufenden Reihe oder als Wunschkennzeichen gegen Gebühr. Eine Klassentabelle gibt es nicht, dafür die Regel, dass jedes Kennzeichen nur einmal vergeben wird. Mit G-INFO hast du dazu ein Register, das du frei nach Kennzeichen, Typ, Halter oder Hex-Code durchsuchen kannst. Wer beides kombiniert, ordnet jede Sichtung in Großbritannien sicher ein.

Kurzfazit

G- plus vier Buchstaben, keine Gewichtsklassen, viele Wunschkennzeichen und keine Wiedervergabe: Lies britische Kennzeichen als eindeutige Namen statt als Klassencode und prüf jede Sichtung in G-INFO. Dann ist dein Logbuch sauber.

Zusammenfassung

  • Das britische Register führt die Civil Aviation Authority (CAA). Rechtsgrundlage für Eintragung und Kennzeichnung ist die Air Navigation Order 2016, die Details zur Beschriftung erklärt die CAA-Publikation CAP 523.
  • Die heutige Reihe begann 1928 mit G-AAAA. Davor gab es 1919 kurz Kennzeichen von K-100 an und danach die Serie G-EAAA bis G-EBZZ.
  • Neben der laufenden Reihe gibt es Wunschkennzeichen, Segelflugzeug-Kennzeichen auf Basis der BGA-Trigraphen und eigene Blöcke für Sonderfälle wie Test- und Überführungsflüge.
  • Für Spotter ist G-INFO das wichtigste Werkzeug: Kennzeichen, Hex-Code, Typ oder Halter eingeben und die Sichtung in Sekunden prüfen.

Häufige Fragen

Wofür steht das G bei britischen Flugzeugen?

G ist das Staatszugehörigkeitszeichen des Vereinigten Königreichs. Es geht auf die internationale Verteilung von Funkrufzeichen zurück, bei der Großbritannien den Buchstaben G erhielt. Seit 1919 tragen britische Zivilflugzeuge das G vor ihrem Kennzeichen, seit 1928 in der heute üblichen Form G-AAAA bis G-ZZZZ.

Was bedeutet der erste Buchstabe nach G-?

Anders als in Deutschland oder Österreich keine Gewichtsklasse und keine Bauart. Die CAA vergibt Kennzeichen grundsätzlich der Reihe nach, deshalb sagt der erste Buchstabe in der Regel etwas über den Zeitpunkt der Eintragung. Wunschkennzeichen durchbrechen dieses Muster, weil Halter jede freie Buchstabenkombination beantragen können.

Was ist G-INFO?

G-INFO ist die öffentliche Datenbank des britischen Luftfahrzeugregisters bei der CAA. Du kannst unter anderem nach Kennzeichen, Seriennummer, Typ, Halter oder dem 24-Bit-Hex-Code suchen. Bei der Suche nach dem Kennzeichen werden auch gelöschte Flugzeuge angezeigt, bei allen anderen Feldern nur, wenn du das entsprechende Häkchen setzt.

Kann man in Großbritannien ein Wunschkennzeichen bekommen?

Ja. Neben den Kennzeichen der laufenden Reihe vergibt die CAA gegen eine Zusatzgebühr Kennzeichen außerhalb der Reihenfolge. Laut Gebührenübersicht der CAA kostet das zusätzlich 428 Pfund (Stand Oktober 2026). Wer noch kein Flugzeug eintragen kann, darf ein Wunschkennzeichen für sechs Monate reservieren und die Reservierung verlängern.

Wird ein britisches Kennzeichen erneut vergeben?

Nein. Die CAA gibt Kennzeichen, die schon einmal vergeben waren, keinem zweiten Flugzeug. Ein Flugzeug kann im Laufe seines Lebens mehrere Kennzeichen tragen, ein Kennzeichen aber nur zu einem Flugzeug gehören. Ein Flugzeug, das ins Register zurückkehrt, darf in der Regel wieder eines seiner früheren Kennzeichen erhalten.

Warum gibt es keine britischen Kennzeichen mit Q?

Die CAA vergibt keine Kennzeichen mit Q, damit sie nicht mit den Dreibuchstaben-Gruppen des Q-Codes im Funkverkehr verwechselt werden. Ebenfalls gesperrt sind Kombinationen wie PAN, SOS, TTT oder XXX, die an Not- und Dringlichkeitssignale erinnern, sowie die Buchstabenfolge ZC. Einige historische Flugzeuge tragen Q-Kennzeichen noch aus der Zeit vor dieser Regel.

Warum fliegen manche britischen Oldtimer ohne G-Kennzeichen?

Die CAA kann eine Ausnahme von der Kennzeichnungspflicht erteilen, wenn ein Flugzeug eine historisch korrekte Militärlackierung trägt, die zum Typ passt. Dafür braucht der Halter die Zustimmung des Verteidigungsministeriums oder der jeweiligen ausländischen Regierung. Viele Warbirds in RAF-Farben sind deshalb zivil registriert, zeigen aber nur ihre Militärkennung.

Wie groß muss ein britisches Kennzeichen sein?

Nach der Air Navigation Order 2016 stehen die Zeichen unter der linken Tragfläche mindestens 50 Zentimeter hoch, am Rumpf oder am Seitenleitwerk mindestens 30 Zentimeter. Ist das baulich nicht möglich, gilt die größte praktikable Höhe. Die Buchstaben müssen einfarbig, ohne Verzierung und klar kontrastierend zum Untergrund sein.

PT

Planetrack Redaktion

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