Das Wichtigste in Kürze
- IATA LCY, ICAO EGLC: Londons innenstadtnächster Flughafen, 2025 mit rund 3,74 Millionen Passagieren.
- Eine Bahn, 1.508 Meter: Die Piste 09/27 liegt auf einer Landzunge zwischen zwei Hafenbecken der Royal Docks.
- 5,5 Grad Gleitwinkel: Jedes Flugzeug und jede Crew braucht dafür eine eigene Zulassung – deshalb ist die Typenliste kurz.
- Zugelassen sind Regionalflugzeuge: ATR, Dash 8-400, E190, E190-E2, E195-E2 und A220-100; ein flacherer Zusatzanflug für den A320neo ist beantragt.
- BA CityFlyer dominiert, dazu Swiss, KLM, Luxair, ITA Airways und weitere Europäer.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Hafen zum Flughafen
- 7.Der Steilanflug: Warum 5,5 Grad?
- 8.Zugelassene Flugzeugtypen
- 9.Wer in London City fliegt
- 10.Businessjets am Jet Centre
- 11.Betriebsrichtung: 27 oder 09?
- 12.Spotten am Royal Albert Dock
- 13.Fernlotsen und neue Rollwege
- 14.Lärmschutz und Wachstum
- 15.London City im Vergleich
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | LCY |
|---|---|
| ICAO-Code | EGLC |
| Betreiber | London City Airport Limited – seit 2025 mehrheitlich im Besitz von Macquarie Asset Management (25 % im Juni, weitere 50 % im Oktober 2025) |
| Lage | In den Royal Docks im Osten Londons (Stadtbezirk Newham), rund 10 km östlich der City of London und etwa 5 km östlich von Canary Wharf |
| Start- und Landebahn | Eine Bahn 09/27, 1.508 m lang, auf einer schmalen Landzunge zwischen Royal Albert Dock im Norden und King George V Dock im Süden |
| Anflugwinkel | 5,5 Grad Gleitwinkel für alle Landungen – an den meisten Verkehrsflughäfen sind es rund 3 Grad |
| Zugelassene Linientypen (Stand März 2026) | ATR 42 und ATR 72, Dash 8-400, Embraer E190, E190-E2 und E195-E2, Airbus A220-100; dazu zugelassen, aber derzeit nicht im Einsatz: Saab 2000, Dornier 328 und Embraer E170 |
| Wichtigster Nutzer | BA CityFlyer, die Regionaltochter von British Airways, mit ihrer Embraer-Flotte |
| Verkehr 2025 | Rund 3,74 Mio. Passagiere und knapp 51.000 Flugbewegungen; Rekordjahr war 2019 mit gut 5,1 Mio. Passagieren |
| Obergrenzen | Seit August 2024 bis zu 9 Mio. Passagiere pro Jahr genehmigt; die Grenze von 111.000 Flugbewegungen pro Jahr blieb bestehen |
| Betriebszeiten | Lärmbedingt eingeschränkt: kein Nachtbetrieb und eine lange Wochenendpause von Samstagmittag bis Sonntagmittag |
| Flugsicherung | Seit Januar 2021 per Remote Tower – die Lotsen sitzen im NATS-Zentrum in Swanwick (Hampshire), rund 130 km entfernt |
| Eröffnung | Erste Linienflüge am 26. Oktober 1987, offizielle Eröffnung durch Königin Elizabeth II. im November 1987 |
| Offizielle Website | www.londoncityairport.com |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen London City aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen London City
- Einen Anflug im 5,5-Grad-Winkel gesehen – die Maschinen kommen sichtbar steiler herunter als an jedem anderen Londoner Flughafen
- Eine Embraer E190 von BA CityFlyer erwischt, das Brot-und-Butter-Flugzeug am Flughafen
- Einen Airbus A220-100 fotografiert – den kleineren der beiden A220, der hier im Linienbetrieb landet
- Eine Embraer E195-E2 notiert, das größte derzeit zugelassene Muster
- Einen Turboprop am Haken: ATR 72 oder Dash 8-400
- Einen Businessjet am Jet Centre östlich des Terminals entdeckt
- Ein Flugzeug vor der Skyline von Canary Wharf abgelichtet
- Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert – bei vielen gleichen Embraer-Jets der einzige Weg, sie später auseinanderzuhalten
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Steilanflug mit 5,5 Grad – ein Anflugbild, das du in Europa kaum anderswo bekommst
- Kompaktes Gelände: Von der Nordseite des Royal Albert Dock überblickst du die ganze Bahn
- Mit der DLR mitten aus London ohne Auto erreichbar
- Urbane Kulisse mit Wasser, Kränen und den Hochhäusern von Canary Wharf
- Viele Businessjets, die für den Steilanflug zugelassen sind
Wo es hakt
- Kleine Typenauswahl – keine Großraumflugzeuge, kaum Schmalrumpfjets der A320- oder 737-Klasse
- Lange Wochenendpause: Von Samstagmittag bis Sonntagmittag ruht der Linienbetrieb
- Vom beliebten Nordufer aus fotografierst du tagsüber gegen das Licht
- Deutlich weniger Verkehr als in Heathrow oder Gatwick
- In Großbritannien wird Fotografieren an Flughäfen aufmerksam beobachtet – Ausweis dabeihaben und ruhig bleiben
Heathrow ist riesig, Gatwick ist voll, Stansted und Luton liegen weit draußen. Und dann gibt es London City: einen Flughafen mitten in den alten Hafenbecken im Osten der Stadt, mit einer einzigen kurzen Bahn, einem Terminal ohne Fluggastbrücken und einem Anflug, der so steil ist, dass nur eine Handvoll Flugzeugtypen hier überhaupt landen darf. Wer Flughäfen sammelt, kommt an LCY nicht vorbei – und wer verstehen will, warum hier vor allem Embraer-Jets und Airbus A220 zu sehen sind, muss beim Gleitwinkel anfangen.
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Vom Hafen zum Flughafen
Die Royal Docks waren einmal eines der größten Hafengebiete der Welt. Als der Schiffsverkehr in den 1970er-Jahren abwanderte, blieben riesige Wasserflächen und leere Kais zurück. Anfang der 1980er-Jahre entstand die Idee, auf der schmalen Landzunge zwischen Royal Albert Dock und King George V Dock einen Kurzstartflughafen zu bauen – einen sogenannten STOLport. Treiber waren die Baufirma Mowlem und die Regionalairline Brymon Airways.
Um zu zeigen, dass das funktioniert, setzte ein Brymon-Pilot 1982 eine de Havilland Canada Dash 7 auf dem Kai Heron Quays mitten in den Docklands auf. Die viermotorige Dash 7 war genau für solche Einsätze gebaut: kurze Bahnen, steile Anflüge. Nach den Baugenehmigungen 1985 und 1986 errichtete Mowlem den Flughafen innerhalb von rund zwei Jahren. Am 26. Oktober 1987 starteten die ersten Linienflüge, im November eröffnete Königin Elizabeth II. den Flughafen offiziell.
In der Anfangszeit war London City ein reiner Turboprop-Flughafen. Die Bahn maß nur 1.080 Meter, der Gleitwinkel lag bei 7,5 Grad, und im Einsatz waren vor allem die Dash 7 und die Dornier 228. Den Durchbruch brachte 1992 die Verlängerung der Bahn: Mit dem flacheren Winkel von 5,5 Grad konnten erstmals Jets landen, allen voran die vierstrahlige BAe 146 und später ihre Weiterentwicklung Avro RJ. Über die Jahre wechselte der Flughafen mehrfach den Besitzer – von Mowlem über den irischen Unternehmer Dermot Desmond und ein Konsortium um Global Infrastructure Partners bis zu kanadischen Pensionsfonds. Seit 2025 hält Macquarie Asset Management die Mehrheit.
Der Steilanflug: Warum 5,5 Grad?
An fast allen Verkehrsflughäfen sinken Flugzeuge im Endanflug mit etwa 3 Grad. London City verlangt 5,5 Grad. Der Grund liegt in der Lage: Die Bahn ist kurz, ringsum stehen Gebäude, und westlich ragen die Türme von Canary Wharf in den Himmel. Ein flacher Anflug würde zu tief über die Stadt führen und zu viel Bahn verbrauchen. Mit dem steilen Winkel kommen die Flugzeuge hoch über die Hindernisse und setzen trotzdem früh auf.
Für die Flugzeuge ist das keine Kleinigkeit. Steiler sinken heißt schneller sinken, ohne dabei zu beschleunigen. Ein Flugzeugtyp muss nachweisen, dass er diesen Anflug sicher fliegen und auf der kurzen Bahn rechtzeitig zum Stehen kommen kann, und braucht dafür eine eigene Zulassung durch die Behörden. Nicht nur der Flugzeugtyp, sondern auch jede Airline braucht eine Genehmigung, und die Crews durchlaufen eine Zusatzschulung. Wie ein gewöhnlicher Instrumentenanflug aufgebaut ist und woran du den Unterschied erkennst, erklärt der Beitrag zum ILS-Anflug.
So siehst du den Unterschied
Fotografier eine Landung in London City und eine in Heathrow mit ähnlicher Brennweite. In LCY steht das Flugzeug im Bild sichtbar steiler, die Nase ist weniger angehoben, und der Aufsetzpunkt liegt sehr nah an der Bahnschwelle. Genau dieses Bild macht den Flughafen unter Spottern so beliebt.
Zugelassene Flugzeugtypen
Weil jeder Typ einzeln für den Steilanflug zugelassen werden muss, ist die Liste übersichtlich. Laut dem Stand vom März 2026 dürfen im Linienverkehr folgende Muster London City anfliegen:
| Typ | Kategorie | Typischer Einsatz in LCY |
|---|---|---|
| Embraer E190 | Regionaljet | Rückgrat der BA-CityFlyer-Flotte, dazu weitere europäische Airlines |
| Embraer E190-E2 | Regionaljet, neue Generation | zugelassen, je nach Airline im Einsatz |
| Embraer E195-E2 | Regionaljet, neue Generation | größtes zugelassenes Muster seit März 2025 |
| Airbus A220-100 | Schmalrumpfjet | unter anderem Swiss und ITA Airways |
| ATR 72 und ATR 42 | Turboprop | Regional- und Inselverbindungen |
| Dash 8-400 | Turboprop | Regionalverbindungen |
| Saab 2000, Dornier 328, Embraer E170 | Turboprop bzw. Regionaljet | zugelassen, derzeit nicht im Linieneinsatz |
Der Airbus A220-100 – ursprünglich als Bombardier CS100 entwickelt – erhielt die Zulassung für den Steilanflug im April 2017. Die größere A220-300 ist bisher nicht dabei. Einen echten Meilenstein setzte Helvetic Airways am 26. März 2025, als sie mit der ersten Helvetic-E195-E2 landete. Seitdem ist die E195-E2 das größte Flugzeug, das planmäßig in London City verkehren darf.
Wenn du die Embraer-Generationen und -Längen auseinanderhalten willst, hilft der Beitrag E-Jets unterscheiden. Für die Turboprops gibt es den Leitfaden ATR und Dash 8 unterscheiden.
Historische Gäste
Einige Typen sind aus London City verschwunden, gehören aber zur Geschichte des Flughafens. Neben der Dash 7 und der BAe 146 zählt dazu vor allem der Airbus A318 von British Airways: Von 2009 an flog die Airline mit einer reinen Business-Class-Bestuhlung nach New York JFK. Die Verbindung wurde 2020 in der Pandemie ausgesetzt und kehrte nicht zurück. Auf der Seite zum Airbus A318 findest du mehr zum kleinsten Mitglied der A320-Familie. Lange prägten außerdem Airlines wie CityJet mit Avro-RJ-Jets und VLM Airlines mit Fokker 50 das Bild – beide sind in dieser Form Vergangenheit.
Ein flacherer Zusatzanflug für größere Jets
Im März 2026 hat der Flughafen die öffentliche Konsultation zu einem Vorhaben gestartet, das die Typenliste deutlich verändern könnte. Neben dem 5,5-Grad-Anflug ist ein zusätzlicher Anflug mit 4,49 Grad beantragt, gestützt auf präzise Satellitennavigation. Er ist nur für eigens zugelassene Flugzeuge der neuen Generation gedacht; als Beispiel nennt der Flughafen den A320neo. Die Bodenspur der Anflüge bleibt laut Flughafen gleich, nur das Sinkprofil auf den letzten Kilometern ändert sich. Die öffentliche Konsultation lief bis Mitte Mai 2026. Eine Entscheidung der britischen Luftfahrtbehörde war bis Mitte Oktober 2026 nicht bekannt – bis dahin gilt die bisherige Liste.
Die E195-E2 nicht verpassen
Mit Planetrack setzt du Typen, Airlines und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars und bekommst einen Sichtungs-Alarm, sobald eine Maschine anfliegt. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Wer in London City fliegt
Das Bild bestimmt BA CityFlyer, die Regionaltochter von British Airways. Ihre Embraer-Jets verbinden London City mit Städten in Großbritannien, Irland und auf dem Kontinent, im Sommer auch mit Ferienzielen. Damit ist der Flughafen eng mit der International Airlines Group und der Allianz oneworld verbunden.
Daneben siehst du vor allem europäische Netzwerk- und Regionalairlines. Laut der jüngsten Übersicht gehören dazu unter anderem Swiss, KLM nach Amsterdam, Luxair nach Luxemburg, ITA Airways nach Mailand-Linate, Air Dolomiti nach Frankfurt, Aurigny nach Guernsey und – laut Flugplan bis Ende Oktober 2026 – Loganair zur Isle of Man. Strecken und Airlines ändern sich mit jedem Flugplanwechsel, gerade an einem so kleinen Flughafen. Prüf deshalb vor dem Besuch die aktuelle Abflug- und Ankunftstafel.
| Gruppe | Beispiele | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| British Airways / BA CityFlyer | Inland, Irland, Europa, Ferienziele | Embraer E190 |
| Netzwerk-Airlines vom Kontinent | Swiss, KLM, ITA Airways, Air Dolomiti | A220-100, E-Jets |
| Regional- und Inselairlines | Luxair, Aurigny, Loganair | Turboprops und Regionaljets |
| Geschäftsluftfahrt | Jet Centre | zugelassene Businessjets |
Businessjets am Jet Centre
London City ist nicht nur ein Linienflughafen. Seit 2002 gibt es ein eigenes Jet Centre für die Geschäftsluftfahrt, das vor allem Kunden aus der City und aus Canary Wharf anzieht. Auch hier gilt: Nur Muster mit Steilanflug-Zulassung dürfen kommen. Im Lauf der Jahre haben mehrere Hersteller ihre Jets dafür zertifizieren lassen, darunter Dassault mit mehreren Falcon-Modellen – zuletzt kam im Oktober 2025 die Falcon 6X hinzu.
Für Spotter ist das ein kleiner Bonus: Zwischen den Linienflügen tauchen immer wieder Businessjets auf, deren Kennzeichen aus ganz Europa stammen. Wie du die gängigen Familien auseinanderhältst, steht im Beitrag Businessjets spotten.
Betriebsrichtung: 27 oder 09?
Die Bahn verläuft in Ost-West-Richtung. Wie überall starten und landen die Flugzeuge gegen den Wind. Bei Westwind gilt Betriebsrichtung 27: Die Maschinen kommen von Osten herein und starten Richtung Westen. Bei Ostwind dreht sich das Bild auf 09 – dann fliegen die Landungen von Westen her über die Docklands an, mit den Hochhäusern von Canary Wharf im Rücken. Für viele Spotter ist genau diese Kombination aus Steilanflug und Skyline das Wunschmotiv.
Weil der Flughafen so kompakt ist, siehst du von einem guten Standort aus beide Richtungen. Trotzdem lohnt sich der Blick auf Wind und aktive Bahn, bevor du losfährst. Wie du das zuverlässig einschätzt, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Live verfolgst du das mit einer Flugverfolgung – die Grundlagen stehen im Beitrag Flugverfolgung mit ADS-B.
Spotten am Royal Albert Dock
Der Klassiker unter den Standorten ist das Nordufer des Royal Albert Dock. Ein Uferweg zieht sich dort gegenüber der Bahn entlang, getrennt durch das Hafenbecken. Von hier siehst du praktisch jede Bewegung: Landungen, Starts, rollende Maschinen und Teile des Vorfelds. Erreichbar ist der Bereich mit der Docklands Light Railway, etwa über die Station Royal Albert, oder zu Fuß vom Terminal über die Connaught Bridge. In der Nähe liegt der Docklands-Campus der University of East London.
Einen Haken hat der Standort: Vom Nordufer blickst du nach Süden. Tagsüber steht die Sonne damit hinter den Flugzeugen, und du fotografierst gegen das Licht. Besser wird es am frühen Morgen und am späten Nachmittag, wenn die Sonne seitlich steht. Wie du das vorab durchrechnest, zeigt der Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot.
Weitere Möglichkeiten bieten sich rund um das Terminal: Rechts neben dem Gebäude gibt es Blicke auf die Bahn und einen Teil des Vorfelds, und die Straße Richtung Jet Centre führt an der Abstellfläche der Businessjets vorbei. Was dort gerade erlaubt und zugänglich ist, kann sich durch Bauarbeiten ändern.
Tag und Uhrzeit prüfen
Samstagnachmittag und Sonntagvormittag ruht der Linienverkehr. Plane deinen Besuch auf einen Werktag oder den Sonntagnachmittag.
Betriebsrichtung checken
Westwind heißt 27, Ostwind heißt 09. Bei 09 kommen die Landungen über die Docklands mit Canary Wharf im Hintergrund.
Licht einplanen
Am Nordufer fotografierst du mittags gegen die Sonne. Morgens und abends sind die Bedingungen deutlich freundlicher.
Mit der DLR anreisen
Die Docklands Light Railway hält direkt am Terminal und an mehreren Stationen rund um die Docks. Ein Auto brauchst du nicht.
Kennzeichen notieren
Viele gleiche Embraer-Jets von BA CityFlyer sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Nur das Kennzeichen macht jede Sichtung eindeutig.
Spotten in Großbritannien
Fotografieren von öffentlichen Flächen aus ist in Großbritannien grundsätzlich erlaubt. An Flughäfen achten Polizei und Sicherheitsdienste aber genau darauf, wer mit großen Objektiven unterwegs ist. Bleib auf öffentlichen Wegen, halte Abstand zu Zäunen und erklär freundlich, was du machst, wenn du angesprochen wirst. Den rechtlichen Hintergrund fasst der Beitrag Spotten in Großbritannien zusammen, allgemeine Regeln stehen unter Ist Planespotting erlaubt?.
Fernlotsen und neue Rollwege
London City schreibt nicht nur beim Anflug Luftfahrtgeschichte. Seit Januar 2021 wird der Flughafen als erster großer Flughafen Großbritanniens per Remote Tower kontrolliert. Statt in einem Turm am Platz sitzen die Lotsen im Kontrollzentrum der britischen Flugsicherung NATS in Swanwick, rund 130 Kilometer entfernt. Kameras am Flughafen liefern ihnen ein Live-Bild, das über mehrere getrennte Leitungen übertragen wird.
Auch am Boden hat sich einiges getan. Im November 2020 gingen ein paralleler Rollweg und acht zusätzliche Abstellpositionen in Betrieb. Vorher mussten Flugzeuge oft über die Bahn zurückrollen, was die Kapazität begrenzte. Seit Juli 2023 gibt es an beiden Bahnenden sogenannte EMAS-Systeme: Bremsbetten aus nachgiebigem Material, die ein überschießendes Flugzeug sicher abbremsen.
Das Terminal ist klein und auf kurze Wege ausgelegt. Fluggastbrücken gibt es nicht; die Passagiere gehen zu Fuß übers Vorfeld zum Flugzeug. Für Spotter, die selbst fliegen, ergeben sich damit gelegentlich schöne Blicke auf die Maschinen beim Einsteigen.
Lärmschutz und Wachstum
Die Lage mitten in einem Wohngebiet prägt den Betrieb. Nachts wird nicht geflogen, und am Wochenende gibt es eine lange Pause von Samstagmittag bis Sonntagmittag. Ein Antrag, die Samstagszeiten bis in den frühen Abend zu verlängern, scheiterte 2023 am Bezirk Newham und 2024 auch bei der Regierung. Genehmigt wurde im August 2024 dagegen eine höhere Passagiergrenze: Statt 6,5 Millionen sind seither bis zu 9 Millionen Fluggäste pro Jahr erlaubt, dazu einige zusätzliche Flüge am frühen Morgen. Die Obergrenze von 111.000 Flugbewegungen pro Jahr blieb unverändert.
Von diesen Grenzen ist der Flughafen noch ein Stück entfernt. 2025 nutzten ihn rund 3,74 Millionen Passagiere, bei knapp 51.000 Starts und Landungen. Den Vor-Pandemie-Rekord von gut 5,1 Millionen Fluggästen aus dem Jahr 2019 hat London City damit noch nicht wieder erreicht.
London City passt zu dir, wenn …
- du Steilanflüge und eine urbane Kulisse fotografieren willst
- du A220, E-Jets und E2 in hoher Dichte sammeln möchtest
- du ohne Auto mitten aus London anreist
Bedingt geeignet, wenn …
- du nur zur Mittagszeit Zeit hast – das Licht am Nordufer ist dann schwierig
- du einen ganzen Tag einplanst – der Verkehr ist überschaubar
Eher woanders, wenn …
- du Großraumflugzeuge und Langstrecke suchst
- du am Samstagnachmittag spotten willst
London City im Vergleich
Unter den Londoner Flughäfen ist London City der kleinste und der speziellste. Heathrow liefert Langstrecke im Minutentakt, mit bekannten Anflugspots wie der Myrtle Avenue und Hatton Cross – Tipps dazu bündelt der Heathrow-Guide. Gatwick ist der dichteste Einbahnflughafen der Region, während Stansted und Luton vor allem von Low-Cost-Airlines leben.
London City ergänzt diese Mischung perfekt: Was du hier siehst, siehst du an den großen Flughäfen kaum – zumindest nicht in diesem Winkel. Wer eine London-Tour plant, kann LCY gut mit einem Tag in Heathrow kombinieren und so an zwei Tagen fast die gesamte Bandbreite des britischen Luftverkehrs abdecken.
Jeder Anflug zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte mit bestem Licht, Sonnenstand-Planer und Wetter, Wind und Pisten am Flughafen – das alles bündelt Planetrack in einer App. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
London City ist ein Flughafen, der sich nach seinen eigenen Regeln richtet. Die kurze Bahn zwischen zwei Hafenbecken und der Gleitwinkel von 5,5 Grad bestimmen, wer hier landen darf: Regionaljets von Embraer, der Airbus A220-100, Turboprops von ATR und De Havilland Canada und eine Reihe von Businessjets. Größere Schmalrumpfjets bleiben bis auf Weiteres draußen – ob sich das mit dem beantragten 4,49-Grad-Anflug ändert, entscheidet sich im Verfahren bei der Luftfahrtbehörde.
Für Spotter zählt am Ende das Bild: steile Anflüge, Wasser im Vordergrund und die Skyline von Canary Wharf im Hintergrund. Wer Wochenendpause, Betriebsrichtung und Sonnenstand im Blick behält, holt aus einem halben Tag in den Royal Docks Motive heraus, die es an keinem anderen Londoner Flughafen gibt.
Kurzfazit
LCY ist Londons Innenstadtflughafen mit 1.508-Meter-Bahn und 5,5-Grad-Steilanflug. Die Typenliste ist kurz, das Motiv einzigartig – plane nach Wochentag, Betriebsrichtung und Licht, dann lohnt sich der Abstecher in die Docklands.
Zusammenfassung
- London City ist ein Flughafen der Extreme: kürzeste Bahn, steilster Linienanflug und dichteste Innenstadtlage unter den großen Londoner Flughäfen.
- Der 5,5-Grad-Anflug begrenzt die Typen auf Regionaljets, Turboprops, den A220-100 und ausgewählte Businessjets.
- Für Spotter ist das Nordufer des Royal Albert Dock der Klassiker, mit Blick über die gesamte Bahn – aber tagsüber im Gegenlicht.
- Wochenendpause und Nachtruhe bestimmen den Rhythmus: Wer am Samstagnachmittag kommt, sieht nichts.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens London City?
Der IATA-Code ist LCY, der ICAO-Code EGLC. LCY steht auf Bordkarten und Gepäckanhängern, EGLC nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Warum landen Flugzeuge in London City so steil?
Weil der Flughafen mitten in der Stadt liegt. Lärmschutz, hohe Gebäude wie die Türme von Canary Wharf und die kurze Bahn verlangen einen steilen Endanflug. Statt der üblichen rund 3 Grad sinken die Maschinen mit 5,5 Grad. Zu Beginn 1987 waren es sogar 7,5 Grad, bevor die Bahn 1992 verlängert wurde. Wie ein normaler Instrumentenanflug funktioniert, erklärt der Beitrag zum ILS-Anflug.
Welche Flugzeugtypen dürfen in London City landen?
Nur Typen, die für den Steilanflug zugelassen sind. Laut dem Stand vom März 2026 sind das im Linienverkehr ATR 42 und ATR 72, die Dash 8-400, die Embraer E190, E190-E2 und E195-E2 sowie der Airbus A220-100. Saab 2000, Dornier 328 und Embraer E170 sind ebenfalls zugelassen, fliegen derzeit aber nicht planmäßig. Dazu kommen ausgewählte Businessjets. Neben dem Typ braucht auch jede Airline eine eigene Genehmigung, und die Crews werden speziell geschult.
Darf der Airbus A320neo nach London City?
Bisher nicht. Der Flughafen hat ein Verfahren für einen zusätzlichen, flacheren Anflug mit 4,49 Grad gestartet, der nur für eigens zugelassene neue Muster wie den A320neo gedacht ist. Die öffentliche Konsultation lief von März bis Mai 2026; eine Entscheidung der britischen Luftfahrtbehörde CAA war bis Mitte Oktober 2026 nicht bekannt. Prüf den aktuellen Stand vor dem Besuch.
Wann ist in London City kein Flugbetrieb?
Nachts ruht der Betrieb, außerdem gibt es eine lange Wochenendpause: Ab Samstagmittag bis Sonntagmittag finden keine Linienflüge statt. Eine Verlängerung der Samstagszeiten hat die Regierung 2024 abgelehnt. Die genauen Uhrzeiten können sich ändern – schau vor dem Besuch auf die Website des Flughafens.
Wo spotte ich in London City am besten?
Der bekannteste Standort ist der Uferweg am Nordrand des Royal Albert Dock gegenüber der Bahn, erreichbar über die DLR-Station Royal Albert. Von dort siehst du jede Bewegung, blickst aber nach Süden und damit tagsüber gegen das Licht. Morgens und abends wird es besser.
Wie komme ich zum Flughafen London City?
Mit der Docklands Light Railway: Die Station London City Airport liegt direkt am Terminal. Die Elizabeth Line fährt zwar südlich am Flughafen vorbei, hält dort aber nicht.
Fliegt British Airways noch mit dem A318 nach New York?
Nein. Die Business-Class-Verbindung mit dem Airbus A318 lief von 2009 an und endete 2020, nachdem British Airways sie in der Pandemie ausgesetzt hatte. Sie ist damit Geschichte.
Sichtungen rund um Flughafen London City sammeln
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Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
BA CityFlyer
Die Regionaltochter von British Airways fliegt ab London City mit einer reinen Embraer-190-Flotte durch Europa – in voller BA-Bemalung und unter BA-Flugnummern. Erkennen kannst du sie am Typ, am Kennzeichen und am Rufzeichen FLYER.
BA / BAWBritish Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
LX / SWRSwiss International Air Lines
Die Schweizer Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 2002 aus Crossair und dem Erbe der Swissair entstanden, heute Teil der Lufthansa Group und Mitglied der Star Alliance.
2L / OAWHelvetic Airways
Die Schweizer Embraer-Spezialistin aus Zürich: Helvetic Airways fliegt mit E190, E195 und der neuen E2-Generation vor allem im Wet-Lease für SWISS, dazu Charter und eigene Ferienflüge ab Zürich und Bern.
WA / KLCKLM Cityhopper
Die Regionaltochter von KLM fliegt ab Amsterdam-Schiphol mit einer reinen Embraer-Flotte durch Europa – in voller KLM-Bemalung und unter KL-Flugnummern. Wer sie erkennen will, schaut auf Typ und Kennzeichen.
LG / LGLLuxair
Luxemburgs nationale Airline: seit 1962 in der Luft, Heimat am Findel, eine bunte Flotte aus Q400-Turboprops und Boeing 737 – und mitten im Umbau auf Embraer E2 und neue 737-Generation.
AZ / ITYITA Airways
Italiens Netzwerk-Airline und Nachfolgerin von Alitalia: Drehkreuz Rom-Fiumicino, seit April 2026 in der Star Alliance, mit Lufthansa als Anteilseignerin und einer reinen Airbus-Flotte in tiefem Blau.
GR / AURAurigny
Die Airline der Kanalinsel Guernsey gehört der Inselregierung, fliegt heute fast nur noch ATR 72-600 und war Erstbetreiberin der dreimotorigen Britten-Norman Trislander.
Typische Flugzeuge
Embraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
FlugzeugtypEmbraer E190-E2
Gleicher Rumpf, ganz neuer Flügel: Die E190-E2 ist die zweite Generation des mittleren E-Jets. Lange, schräg auslaufende Flügelspitzen und große Getriebefan-Triebwerke verraten sie – wenn du weißt, worauf du achten musst.
FlugzeugtypEmbraer E195-E2
Der größte Jet, den Embraer je gebaut hat: Die E195-E2 bringt bis zu 146 Sitze in eine 2+2-Kabine, hat extrem lange Flügel und ist in Europa vor allem mit KLM Cityhopper unterwegs.
FlugzeugtypAirbus A220-100
Kurz, bullig, mit überraschend großen Triebwerken: Die A220-100 begann als Bombardier CS100 und wird seltener. So erkennst du die kleine Schwester der A220-Familie sicher.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypAirbus A318
Kurz, gedrungen, mit überraschend hohem Leitwerk: Die A318 ist das kleinste Mitglied der A320-Familie und im Linienverkehr fast verschwunden. So erkennst du den „Baby Bus“ und findest ihn noch.
Spotting-Spots rund um Flughafen London City
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Myrtle Avenue am Flughafen London Heathrow
Am Ende einer ruhigen Wohnstraße in Hatton liegt eine Wiese direkt unter dem Endanflug auf die Piste 27L. Hier ziehen A380, 777 und A350 so tief über dich hinweg wie kaum irgendwo sonst in Europa – vorausgesetzt, du kennst den Runway-Wechsel von Heathrow.
AnflugschneiseHatton Cross am Flughafen London Heathrow
Hatton Cross ist für die meisten Spotter nur die U-Bahn-Station auf dem Weg zur Myrtle Avenue. Dabei liegen rund um den Knoten an der Südostecke von Heathrow eigene Standpunkte unter dem Anflug auf die 27L – mit anderem Licht, anderen Winkeln und kürzeren Wegen.
Weitere Einträge
Flughafen London Heathrow
Europas verkehrsreichster Flughafen kommt mit nur zwei Bahnen aus – und genau das macht ihn für Spotter so spannend: Großraumflugzeuge im Minutentakt, ein fester Runway-Wechsel um 15 Uhr und mit der Myrtle Avenue einer der bekanntesten Anflugspots der Welt.
FlughafenFlughafen London-Gatwick
Eine einzige Hauptbahn, über 40 Millionen Passagiere im Jahr und orange Airbusse im Minutentakt: Gatwick ist Londons zweitgrößter Flughafen und ein Lehrstück dafür, wie viel Verkehr eine Bahn tragen kann. Für Spotter heißt das: kaum Leerlauf, viel easyJet, dazu Langstrecke von TUI, Norse, British Airways und den Golf-Carriern.
FlughafenFlughafen London-Stansted
Londons drittgrößter Flughafen ist das Reich von Ryanair: eine einzige Bahn, über 30 Millionen Passagiere im Jahr, nachts und morgens Großraumfrachter – und ein Terminal von Norman Foster, das die Flughafenarchitektur weltweit geprägt hat.
FlughafenFlughafen London-Luton
Eine Bahn, ein Terminal, über 17 Millionen Passagiere im Jahr: Luton ist die Heimat von easyJet, die wichtigste britische Basis von Wizz Air – und ein Flughafen, an dem du an einem Nachmittag besonders viele Businessjets siehst.
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