Das Wichtigste in Kürze
- Swissair war die historische Nationalairline der Schweiz und flog von 1931 bis 2002 mit Hauptbasis Zürich.
- Codes: IATA SR, ICAO SWR, Rufzeichen „SWISSAIR“. Den ICAO-Code SWR nutzt heute die Nachfolgerin Swiss.
- Die Flotte war technisch oft vorn dabei: Caravelle und DC-8 ab 1960, Boeing 747 ab 1971, Erstkunde der DC-9-81 (MD-80), später MD-11 und A330.
- Die Hunter-Strategie mit Beteiligungen an Sabena, LTU, AOM, Air Liberté und weiteren Airlines brachte den Konzern ab 1998 in eine Schieflage.
- Am 2. Oktober 2001 stand die Flotte still – das Grounding gilt als einer der spektakulärsten Firmenzusammenbrüche der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Swissair im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Von der DC-2 zur MD-11: die Geschichte
- 4.Die Jet-Flotte im Überblick
- 5.MD-11 oder DC-10? So unterscheidest du Swissairs Dreistrahler
- 6.Woran du Swissair erkennst
- 7.Die Hunter-Strategie: Expansion auf Pump
- 8.Das Grounding vom 2. Oktober 2001
- 9.Swissair-Flug 111
- 10.Swissair heute: Nachfolger, Museum, Archiv
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | SR |
|---|---|
| ICAO-Code | SWR |
| Rufzeichen | SWISSAIR |
| Drehkreuze | ZRH, GVA, BSL |
| Status | Historisch – Flugbetrieb bis 31. März 2002, letzter Linienflug landete am 1. April 2002 in Zürich |
| Geschäftsmodell | Nationale Netzwerk-Airline mit Kurz-, Mittel- und Langstrecke |
| Gründung | März 1931 durch Fusion von Ad Astra Aero und Balair, rückwirkend auf den 1. Januar 1931 |
| Gründerfiguren | Balz Zimmermann und Walter Mittelholzer |
| Sitz | Kloten am Flughafen Zürich |
| Drehkreuze | Zürich (ZRH), dazu Genf (GVA) und Basel-Mulhouse (BSL) |
| Konzern | Ab 1997 Teil der Holding SAirGroup |
| Allianzen | Global Excellence (mit Delta und Singapore Airlines), später Atlantic Excellence und Qualiflyer Group |
| Prägende Typen | Douglas DC-8, Boeing 747, DC-10-30, MD-81, Airbus A310, MD-11, Airbus A319/A320/A321 und A330-200 |
| Markenzeichen | Schweizerkreuz am Leitwerk, ab 1981 Schriftzug „swissair“ in Kleinbuchstaben |
| Nachfolge | Swiss International Air Lines auf Basis der Tochter Crossair, heute Teil der Lufthansa Group |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Swissair?
- Schweizerkreuz auf dem Leitwerk – das Hoheitszeichen war über alle Jahrzehnte das zentrale Motiv
- Ab 1981 Schriftzug „swissair“ in Kleinbuchstaben am Rumpf, davor in Großbuchstaben bzw. „Swiss Air Lines“
- Weißes Dach und metallener Bauch mit Zierstreifen auf Fensterhöhe
- Schweizer Kennzeichen mit HB- am Heck, etwa HB-I… bei den Großraumflugzeugen
- Taufnamen nach Kantonen und Orten, zum Beispiel „Vaud“ bei der MD-11 HB-IWF
- In den letzten Jahren typisch: MD-11 und A330-200 auf der Langstrecke, A319/A320/A321 in Europa
Wer in den 1980er- oder 1990er-Jahren in Zürich-Kloten am Zaun stand, kam an Swissair nicht vorbei: MD-11 und Boeing 747 auf der Langstrecke, MD-81 und später Airbus-Narrowbodys in Europa, alle mit Schweizerkreuz am Leitwerk. Swissair war mehr als eine Airline – sie galt als Teil der Schweizer Identität. Umso größer war der Schock, als die Flotte am 2. Oktober 2001 am Boden blieb. Diese Seite zeigt dir die Geschichte, die Flotte und die Merkmale, mit denen du Swissair-Fotos aus deinem Archiv sauber einordnest.
Dein Swissair-Archiv im Hangar
Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – auch alte Dias und Abzüge aus Zürich landen so geordnet in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Swissair im Überblick
Swissair war die nationale Fluggesellschaft der Schweiz und flog von 1931 bis 2002. Entstanden ist sie aus der Fusion zweier älterer Gesellschaften: der Zürcher Ad Astra Aero und der Basler Balair. Die Fusion wurde im März 1931 besiegelt und rückwirkend auf den 1. Januar datiert. Als prägende Köpfe gelten der Kaufmann Balz Zimmermann und der Flugpionier Walter Mittelholzer.
Am Anfang war Swissair privat finanziert. 1947 stiegen Bund, SBB, PTT sowie Kantone und Gemeinden mit zusammen gut 30 Prozent ein – ab da galt Swissair als nationale Airline. Ihren Sitz hatte sie in Kloten direkt am Flughafen Zürich, weitere Drehscheiben waren Genf und der EuroAirport Basel-Mulhouse.
In ihren besten Jahrzehnten stand Swissair für Pünktlichkeit, gepflegten Service und eine moderne Flotte. Weil das Unternehmen zudem lange sehr solide finanziert war und viel Liquidität hatte, nannte man es gern die „fliegende Bank“. In 71 Jahren beförderte Swissair mehr als 260 Millionen Passagiere.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code SR: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln – etwa beim letzten Linienflug SR145.
- ICAO-Code SWR: stand im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen SWISSAIR: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Für dein Archiv ist ein Detail wichtig: Den ICAO-Code SWR übernahm die Nachfolgerin Swiss. Sie fliegt aber mit dem IATA-Code LX und dem Rufzeichen „SWISS“. Steht in einer alten Notiz also SWR, hilft dir erst das Datum, die richtige Airline zuzuordnen. Wie IATA- und ICAO-Codes grundsätzlich funktionieren, erklärt der Guide zu IATA- und ICAO-Codes.
Achtung bei Datumsangaben
Zwischen Oktober 2001 und März 2002 flogen Swissair und Crossair parallel. Notiere bei Fotos aus dieser Zeit immer Datum, Kennzeichen und Flugnummer – nur so lässt sich später klären, wer den Flug tatsächlich durchgeführt hat.
Von der DC-2 zur MD-11: die Geschichte
Die ersten Jahre waren klein: Zum Start umfasste die Flotte 13 Flugzeuge mit zusammen 86 Sitzen. Mit modernen US-Typen wie der Douglas DC-2 Mitte der 1930er-Jahre und der DC-3 ab 1937 holte Swissair rasch auf. 1934 setzte sie als erste europäische Airline Flugbegleiterinnen ein.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Langstrecke. Mit der DC-4 ging es 1947 erstmals über den Atlantik, ab 1951 flog die DC-6B nach New York, ab 1956 die DC-7C. In Europa flogen die Convair-Propellerflugzeuge, darunter die CV-440 Metropolitan.
1960 kam das Jetzeitalter. Am 21. Mai 1960 flog die Sud Aviation Caravelle erstmals im Liniendienst von Zürich nach London, wenige Tage später, am 30. Mai, startete die Douglas DC-8 nach New York. Ab 1962 ergänzte die Convair CV-990 die Flotte – Swissair gab ihr den Namen „Coronado“, der später zum Spitznamen des ganzen Typs wurde. 1968 war die Flotte vollständig auf Jets umgestellt.
Die 1970er-Jahre brachten die Großraumflugzeuge: 1971 traf die erste Boeing 747-200B ein, ab 1972 folgte die DC-10-30. Danach wurde Swissair zur Erstkundin eines wichtigen Typs: 1977 bestellte sie als erste Airline die DC-9-81, die spätere MD-81. Der Typ prägte rund zwei Jahrzehnte die Europastrecken.
Zum 50-Jahr-Jubiläum 1981 gab sich Swissair ein neues Erscheinungsbild – mit dem bis zum Ende bekannten Kleinbuchstaben-Schriftzug. In den 1980er- und 1990er-Jahren kamen Airbus A310, Boeing 747-300, Fokker 100 und schließlich die MD-11 dazu.
Die MD-11 auf der Wunschliste
Setz Klassiker wie MD-11 oder A310 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn einer der letzten Vertreter in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Die Jet-Flotte im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Jettypen mit ihren ungefähren Einsatzjahren bei Swissair. Sie ist eine Orientierung für dein Archiv, keine vollständige Liste aller Einzelflugzeuge.
| Typ | Bei Swissair | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Sud Aviation Caravelle | ab 1960 | Europa | Erster Jet im Liniendienst, Triebwerke am Heck |
| Douglas DC-8 | ab 1960 | Langstrecke | Vierstrahler der ersten Jet-Generation |
| Convair CV-990 Coronado | 1962 bis ca. 1975 | Langstrecke | Ein Exemplar steht im Verkehrshaus Luzern |
| Douglas DC-9 | 1966–1988 | Europa | 1988 durch Fokker 100 abgelöst |
| Boeing 747-200B | 1971–1984 | Langstrecke | Erster Jumbo der Schweiz |
| DC-10-30 | 1972–1992 | Langstrecke | Dreistrahler, ab 1991 durch MD-11 abgelöst |
| MD-81 | ca. 1980–1998 | Europa | Swissair war Erstkundin der DC-9-81 |
| Airbus A310 | 1983–2000 | Mittel- und Langstrecke | Zweistrahliger Widebody der ersten Airbus-Generation |
| Boeing 747-300 / -300M | 1983–2000 | Langstrecke | Verlängertes Oberdeck, auch als Combi |
| MD-11 | 1991–2002 | Langstrecke | Nachfolger der DC-10, Winglets am Flügelende |
| Airbus A320 / A321 | 1995–2002 | Europa | Grundstock der späteren Swiss-Kurzstreckenflotte |
| Airbus A319 | 1996–2002 | Europa | Kürzeste Version der Familie |
| Airbus A330-200 | 1998–2002 | Langstrecke | Ging 2002 an Swiss über |
Am Ende, beim Übergang an Swiss im Frühjahr 2002, bestand die Flotte vor allem aus A319, A320, A321, A330-200 und MD-11. Die Unterschiede innerhalb der Airbus-Familie erklärt der Guide A319, A320 und A321 unterscheiden.
MD-11 oder DC-10? So unterscheidest du Swissairs Dreistrahler
Gerade Archivfotos aus Zürich zeigen oft einen Dreistrahler mit Schweizerkreuz. Ob DC-10-30 oder MD-11, verraten ein paar Details – beide stammen von McDonnell Douglas.
Das spricht für die MD-11
- Winglets an den Flügelspitzen, nach oben und unten
- Längerer Rumpf mit mehr Fenstern vor dem Flügel
- Foto aus den 1990er-Jahren oder bis 2002
- Kennzeichen der Reihe HB-IW…
Das spricht für die DC-10-30
- Glatte Flügelspitzen ohne Winglets
- Kürzerer Rumpf, etwas gedrungeneres Profil
- Foto aus den 1970er- oder 1980er-Jahren, spätestens 1992
- Ältere Version des Swissair-Designs auf frühen Bildern
Die Winglets sind das sicherste Merkmal, weil du sie auch auf kleinen oder unscharfen Bildern meist erkennst. Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du die Unterschiede auf den Typseiten zur DC-10 und zur MD-11.
Woran du Swissair erkennst
Das Grundmuster blieb über Jahrzehnte erstaunlich stabil. Seit 1950 trugen die Flugzeuge ein weißes Dach und einen metallisch glänzenden Bauch, getrennt durch Zierstreifen auf Fensterhöhe. Auf dem Leitwerk stand das Schweizerkreuz. Zum Jubiläum 1981 behielt Swissair Weiß und Metall bei, frischte aber das Design auf: Der Name stand nun in Kleinbuchstaben als „swissair“ am Rumpf.
Auch die Taufnamen helfen beim Zuordnen. Ab 1950 wurden die Flugzeuge nach Kantonen benannt, später kamen weitere Ortsnamen dazu – etwa „Vaud“ für die MD-11 HB-IWF. Ein lesbarer Name am Bug ist also ein guter Anhaltspunkt, wenn das Kennzeichen auf dem Foto fehlt. Mehr zu Schweizer Registrierungen findest du im Artikel zu Schweizer HB-Kennzeichen.
Leitwerk prüfen
Schweizerkreuz am Heck – Swissair, Crossair und Swiss kommen in Frage.
Schriftzug lesen
„swissair“ klein geschrieben deutet auf 1981 bis 2002, Großbuchstaben oder „Swiss Air Lines“ auf frühere Jahre.
Rumpf ansehen
Metallisch glänzender Bauch und weißes Dach sind typisch Swissair, bei Swiss ist der Rumpf durchgehend weiß lackiert.
Kennzeichen und Datum notieren
HB-Kennzeichen plus Aufnahmedatum machen die Zuordnung eindeutig – besonders für die Übergangszeit 2001/2002.
Alte Fotos richtig beschriften
Viele Swissair-Bilder liegen als Dias oder Abzüge ohne Daten vor. Ordne sie nach Typ, Kennzeichen und Flughafen, bevor du sie digitalisierst. Wie du dabei vorgehst, zeigt der Guide zum Archivieren von Flugzeugfotos.
Die Hunter-Strategie: Expansion auf Pump
In den 1990er-Jahren geriet Swissair unter Druck. Die Schweiz lehnte 1992 den EWR-Beitritt ab, damit blieb der Zugang zum liberalisierten europäischen Luftverkehrsmarkt erschwert. Ein Zusammenschluss mit KLM, SAS und Austrian Airlines unter dem Projektnamen „Alcazar“ scheiterte 1993. Allianzen hatte Swissair zwar – ab 1989 Global Excellence mit Delta und Singapore Airlines, dazu die European Quality Alliance und später Atlantic Excellence mit Delta und Sabena –, aber keine starke Gruppe im Rücken.
1997 entstand die Holding SAirGroup. Unter Konzernchef Philippe Bruggisser und mit Beratung durch McKinsey setzte sie auf die sogenannte Hunter-Strategie: Statt sich einer großen Allianz unterzuordnen, wollte Swissair selbst Partner einkaufen und ein eigenes Netzwerk aufbauen. Schon 1995 hatte Swissair 49,5 Prozent der belgischen Sabena übernommen. Es folgten Beteiligungen unter anderem an LTU (49,9 Prozent), Air Littoral, Volare, Air Europe, AOM, Air Liberté, LOT und Portugália. Als Dach diente ab 1998 die Qualiflyer Group.
Das Problem: Viele dieser Airlines schrieben Verluste. Für das Jahr 2000 meldete die SAirGroup einen Konzernverlust von rund 2,9 Milliarden Franken. Im Januar 2001 wurde Bruggisser entlassen, im März trat der Verwaltungsrat zurück, und der frühere Nestlé-Finanzchef Mario Corti übernahm die Führung.
Das Grounding vom 2. Oktober 2001
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 brach die Nachfrage im Luftverkehr ein. Für die geschwächte SAirGroup war das zu viel. Am 1. Oktober 2001 wurde das Projekt „Phoenix“ bekannt: Die Banken UBS und Credit Suisse übernahmen die Crossair-Anteile der SAirGroup, Crossair sollte zur Basis einer neuen Airline werden.
Gleichzeitig kündigte die SAirGroup die Nachlassstundung an. Am 2. Oktober verweigerten Treibstofflieferanten das Betanken, und die UBS verlängerte die Kreditlinie nicht – die Liquidität reichte nicht mehr. Am Nachmittag wurde der gesamte Flugbetrieb eingestellt – Flugzeuge blieben weltweit am Boden, Tausende Passagiere und Crews saßen fest. Dieser Tag ging als Grounding in die Schweizer Geschichte ein.
Drei Tage später, am 5. Oktober 2001, nahm Swissair den Betrieb schrittweise wieder auf – möglich machte das ein Notkredit des Bundes über 450 Millionen Franken. Bis Ende März 2002 flog Swissair in reduziertem Umfang weiter. Der letzte Linienflug SR145 kam am Ostermontag, dem 1. April 2002, aus São Paulo in Zürich an. Mehr über vergleichbare Zusammenbrüche liest du im Überblick zu großen Airline-Pleiten in Europa.
Swissair-Foto, wenn …
- „swissair“ oder „Swiss Air Lines“ am Rumpf steht
- das Aufnahmedatum vor April 2002 liegt
- der Bauch metallisch glänzt und das Dach weiß ist
Genau prüfen, wenn …
- das Foto aus der Übergangszeit Oktober 2001 bis Frühjahr 2002 stammt
- nur das Leitwerk mit Schweizerkreuz zu sehen ist
Eher kein Swissair, wenn …
- „Crossair“, „Swiss“ oder „swiss.com“ am Rumpf steht
- das Foto nach April 2002 entstanden ist
Swissair-Flug 111
Der schwerste Unfall der späten Jahre traf Swissair am 2. September 1998. Die MD-11 HB-IWF „Vaud“ war als Flug SR111 von New York nach Genf unterwegs, als über dem Cockpit ein Feuer ausbrach. Die Besatzung versuchte, Halifax zu erreichen, doch die Maschine stürzte vor der Küste von Nova Scotia bei Peggy’s Cove ins Meer. Alle 229 Menschen an Bord kamen ums Leben. Die Untersuchung führte das Feuer auf Kabeldefekte zurück, unter anderem in der Verkabelung des Bordunterhaltungssystems, und brachte Änderungen bei Isoliermaterialien in Flugzeugen.
Swissair heute: Nachfolger, Museum, Archiv
Fliegende Swissair-Maschinen gibt es nicht mehr. Auf Basis der früheren Regionaltochter Crossair entstand 2002 Swiss International Air Lines. Sie übernahm 26 Langstreckenflugzeuge (MD-11 und A330) sowie 26 Mittelstreckenflugzeuge (A319, A320, A321) von Swissair. 2005 stieg Lufthansa bei Swiss ein, 2007 übernahm sie die Airline vollständig – heute ist Swiss Teil der Lufthansa Group und Mitglied der Star Alliance. 2009 kaufte Swiss die Markenrechte an „Swissair“ aus der Nachlassmasse.
Wer Swissair-Geschichte live sehen will, fährt ins Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. Dort steht eine Convair CV-990 Coronado in Swissair-Farben – eines der bekanntesten Exponate der Luftfahrthalle. Ansonsten ist Swissair vor allem ein Thema für Archive, Fotodatenbanken und Sammler. Gerade deshalb lohnt es sich, alte Bilder gut zu beschriften: Viele Kennzeichen wechselten nach 2002 zu Swiss oder ins Ausland, und ohne Datum ist eine Zuordnung schwierig. Tipps zum Einordnen alter Typen gibt dir der Artikel Oldtimer am Himmel erkennen, und das Design der Airline taucht auch in der Übersicht der legendären Airline-Lackierungen auf.
Respekt vor der Geschichte
Flug 111 und das Grounding haben viele Menschen persönlich getroffen. Wenn du Fotos der HB-IWF oder vom 2. Oktober 2001 teilst, beschrifte sie sachlich und verzichte auf reißerische Titel.
Häufige Verwechslungen
- Swiss für Swissair halten – Swiss ist die Nachfolgerin seit 2002, mit IATA LX statt SR und durchgehend weißem Rumpf.
- Crossair als Swissair notieren – die Regionaltochter flog mit eigenem Namen, eigenen Codes und eigener Optik.
- SWR im Logbuch automatisch Swissair zuordnen – der ICAO-Code gehört seit 2002 zu Swiss.
- Balair verwechseln – den Namen trug sowohl eine Vorgängerin von 1925 als auch später eine Charter-Tochter von Swissair.
- DC-10 und MD-11 gleichsetzen – die Winglets zeigen dir die MD-11.
- Sabena für eine Swissair-Tochter halten – Swissair hielt 49,5 Prozent, Sabena blieb eine eigene belgische Airline.
Klassiker sammeln, Geschichte teilen
Poste deine Swissair-Fotos mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community mit anderen Sammlern aus und vervollständige deinen Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Swissair war über sieben Jahrzehnte das fliegende Aushängeschild der Schweiz – mit früh modernisierter Flotte, Schweizerkreuz am Leitwerk und Basen in Zürich, Genf und Basel. Die Hunter-Strategie und die Folgen des 11. September führten zum Grounding am 2. Oktober 2001 und zum Ende im Frühjahr 2002. Für Spotter lebt Swissair heute in Museen und Archiven weiter, und wer Kennzeichen, Typ und Datum sauber notiert, macht aus alten Bildern wertvolle Einträge.
Kurzfazit
Swissair (IATA SR, ICAO SWR) war von 1931 bis 2002 die Schweizer Nationalairline. Am Schriftzug „swissair“, dem metallischen Bauch und dem HB-Kennzeichen unterscheidest du sie von Nachfolgerin Swiss.
Zusammenfassung
- Swissair stand jahrzehntelang für Pünktlichkeit, Service und solide Finanzen – das brachte ihr den Spitznamen „fliegende Bank“ ein.
- Mit der SAirGroup und der Hunter-Strategie kaufte sich der Konzern ab Ende der 1990er-Jahre in viele angeschlagene Airlines ein.
- Nach dem 11. September 2001 fehlte das Geld: Am 2. Oktober 2001 wurde nicht mehr betankt, der Flugbetrieb kam zum Erliegen.
- Für Spotter ist Swissair heute ein Archiv- und Museumsthema – mit Coronado im Verkehrshaus Luzern und vielen Fotos aus Zürich, Genf und Basel.
Häufige Fragen
Wann gab es Swissair?
Swissair entstand im März 1931 aus der Fusion von Ad Astra Aero und Balair, rückwirkend auf den 1. Januar 1931. Nach dem Grounding im Oktober 2001 flog sie noch in reduziertem Umfang weiter. Ende März 2002 endete der Flugbetrieb; der letzte Linienflug SR145 aus São Paulo landete am Ostermontag, dem 1. April 2002, in Zürich.
Welche Codes hatte Swissair?
Swissair flog mit dem IATA-Code SR und dem ICAO-Code SWR, im Funk meldete sie sich als „SWISSAIR“. Den ICAO-Code SWR verwendet heute die Nachfolgerin Swiss, allerdings mit dem IATA-Code LX und dem Rufzeichen „SWISS“. Alte Logbuch-Einträge mit SWR musst du deshalb immer zeitlich einordnen.
Welche Flugzeuge flog Swissair?
Die Liste ist lang: Nach DC-2, DC-3, DC-4, DC-6B, Convair-Propellerflugzeugen und DC-7C kamen ab 1960 die Caravelle und die DC-8, dann Convair CV-990 Coronado, DC-9, Boeing 747, DC-10-30, MD-81, Airbus A310 und Fokker 100. In den letzten Jahren prägten MD-11 und A330-200 die Langstrecke, A319, A320 und A321 die Europastrecken.
Was war die Hunter-Strategie?
So nannte die Konzernführung ab 1997/98 die Expansion der SAirGroup: Statt sich einer großen Allianz anzuschließen, kaufte sie Anteile an vielen meist verlustreichen Airlines, etwa 49,5 Prozent an Sabena, 49,9 Prozent an LTU sowie Beteiligungen an AOM, Air Liberté, Air Littoral, Volare, Air Europe, LOT und Portugália. Die Partner bildeten das Allianzsystem Qualiflyer Group. Die Verluste der Beteiligungen überforderten den Konzern.
Was passierte beim Grounding?
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 brach die Nachfrage ein, und die SAirGroup hatte kaum noch Liquidität. Am 1. Oktober 2001 kündigte sie die Nachlassstundung an. Am 2. Oktober verweigerten Treibstofflieferanten das Betanken, und der gesamte Flugbetrieb wurde eingestellt. Tausende Passagiere und Crews saßen weltweit fest. Ab dem 5. Oktober flog Swissair dank eines Notkredits des Bundes über 450 Millionen Franken wieder.
Was war Swissair-Flug 111?
Am 2. September 1998 stürzte die MD-11 HB-IWF „Vaud“ auf dem Weg von New York nach Genf vor der Küste von Nova Scotia bei Halifax ins Meer. Alle 229 Menschen an Bord starben. Auslöser war ein Feuer über dem Cockpit, bei dem fehlerhafte Verkabelung eine Rolle spielte; betroffen war unter anderem die Verkabelung des Bordunterhaltungssystems.
Ist Swiss dasselbe wie Swissair?
Nein. Swiss International Air Lines entstand 2002 auf Basis der früheren Regionaltochter Crossair. Von Swissair übernahm sie 26 Langstrecken- und 26 Mittelstreckenflugzeuge sowie viele Strecken. 2005 stieg Lufthansa bei Swiss ein, 2007 übernahm sie die Airline vollständig. 2009 kaufte Swiss die Markenrechte an „Swissair“ aus der Nachlassmasse.
Wo kann ich heute noch Swissair-Flugzeuge sehen?
Im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern steht eine Convair CV-990 Coronado in Swissair-Farben. Fliegende Swissair-Maschinen gibt es nicht mehr; die meisten späteren Flugzeuge wurden nach 2002 umlackiert, verkauft oder verschrottet. Für Sammler bleiben vor allem Archivfotos aus Zürich, Genf und Basel.
Swissair im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
McDonnell Douglas MD-11
Drei Triebwerke, Winglets und ein Triebwerk mitten im Seitenleitwerk: Die MD-11 war der letzte große Trijet und fliegt heute fast nur noch als Frachter. So erkennst du sie, so grenzt du sie von der DC-10 ab und so stehen deine Chancen nach dem Grounding 2025.
FlugzeugtypAirbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypDouglas DC-8
Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
FlugzeugtypBoeing 747-300
Die erste 747 mit verlängertem Oberdeck: Wie die Boeing 747-300 entstand, wer sie flog, wie du sie von 747-200 und 747-400 unterscheidest und wo der seltene Jumbo heute noch steht.
FlugzeugtypAirbus A310
Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypConvair CV-990 Coronado
Vier Triebwerke, markante „Karotten“ auf den Flügeln und ein Geschwindigkeitsrekord: Die Convair CV-990 Coronado war der schnellste Linienjet ihrer Zeit – und ein teurer Flop. So erkennst du den Swissair-Klassiker.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-81
Mit ihr fing der „Mad Dog“ an: Die MD-81 war die erste Serienversion der MD-80-Familie und startete 1980 bei Swissair und Austrian in den Liniendienst. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, wer sie flog und warum sie heute eine echte Rarität ist.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
Weitere Airlines
Swiss International Air Lines
Die Schweizer Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 2002 aus Crossair und dem Erbe der Swissair entstanden, heute Teil der Lufthansa Group und Mitglied der Star Alliance.
RegionalCrossair
Historische Regionalairline aus Basel: 1975 von Moritz Suter als Taxiflug-Firma gegründet, Erstkundin von Saab 340 und Saab 2000 und 2002 das Fundament von Swiss International Air Lines.
NetzwerkSabena
Historische belgische Nationalairline von 1923 bis 2001: Sabena flog von Brüssel nach Europa, Nordamerika und vor allem nach Afrika – mit Caravelle, Boeing 707, 747 und zuletzt Airbus A330 und A340, bis der Konkurs im November 2001 alles beendete.
FerienfliegerBalair
Historische Schweizer Airline (1925–2001): als Basler Luftverkehrs AG Mitgründerin der Swissair, ab 1953 Charter- und Hilfsflug-Spezialistin der Swissair-Gruppe, 1993 mit der Genfer CTA zu BalairCTA fusioniert und im Oktober 2001 mit dem Swissair-Ende eingestellt.
FerienfliegerLTU International Airways
Historische Airline: Der rot-weiße Ferienflieger aus Düsseldorf flog von 1956 bis 2009 unter eigenem Namen, war Deutschlands einziger TriStar-Betreiber und ging nach der Übernahme 2007 vollständig in Air Berlin auf.
NetzwerkAustrian Airlines
Österreichs Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Wien: seit 2009 Teil der Lufthansa Group, seit 2000 in der Star Alliance – und mitten im größten Flottenumbau seit Jahren.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Zürich
Der größte Flughafen der Schweiz hat drei Pisten in drei Richtungen, ein Betriebskonzept, das mit Uhrzeit und Wetter wechselt, und ein offizielles Netz von Spotterpunkten rund um den Zaun. Wer die Konzepte kennt, steht in Zürich fast immer am richtigen Ort.
FlughafenFlughafen Genf
Zweitgrößter Flughafen der Schweiz mit nur einer Piste – dafür der längsten des Landes. Genf lebt von easyJet, SWISS und einer der stärksten Business-Aviation-Szenen Europas. Mit der kostenlosen Terrasse Panorama und dem Bahnhof direkt am Terminal ist er außerdem eines der bequemsten Spotting-Ziele der Schweiz.
FlughafenEuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg
Ein Flughafen, zwei Staaten, drei Codes: Der EuroAirport liegt komplett auf französischem Boden, hat aber einen Schweizer Sektor mit eigener Zollstraße nach Basel. Für Spotter ist er vor allem wegen der Completion-Betriebe spannend – hier bekommen Privat- und VIP-Jets ihre Kabine, und manch unlackierter Großraumjet steht auf dem Vorfeld.
MuseumVerkehrshaus der Schweiz Luzern
Das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern zeigt in seiner Halle Luft- & Raumfahrt rund 30 Originalflugzeuge – von der Dufaux 4 aus der Pionierzeit über die einzige erhaltene Lockheed Orion bis zur Swissair-Convair CV-990 Coronado am Eingang. Hier erfährst du, was dich erwartet, wie du den Besuch planst und wie du ihn mit Spotting in Zürich verbindest.
Passende Guides aus dem Blog
- Große Airline-Pleiten in Europa: Von Swissair bis Alitalia
- Schweizer HB-Kennzeichen: Aufbau, Klassen und Besonderheiten
- Legendäre Airline-Lackierungen: Pan Am, Braniff, Swissair und Co.
- IATA- und ICAO-Codes erklärt: Flughäfen, Airlines und Flugzeugtypen entschlüsseln
- Oldtimer am Himmel erkennen: Ju 52, DC-3, Constellation und Warbirds
- Flugzeugfotos archivieren: Ordnerstruktur und Dateinamen nach Kennzeichen, Typ und Datum



