Boeing 747-200

Mehr Schub, mehr Startgewicht, mehr Reichweite: Die Boeing 747-200 machte den Jumbo ab 1971 zum Langstrecken-Arbeitstier – als Passagierjet, Combi und Frachter. So erkennst du sie und hier begegnet sie dir heute noch.

Auch bekannt als: 747-200B · 747-200C · 747-200F · 747-200M Combi · 747-200 SUD · Classic-747 · Jumbo · Jumbo-Jet

USABoeingHistorische FlugzeugeICAO-Typcode: B74212 Min. Lesezeit

B742

ICAO-Typcode

389

gebaute Exemplare

1971

erste Auslieferung

3

Personen im Cockpit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 747-200 ist der verbesserte Classic-Jumbo: Stärkere Triebwerke, mehr Treibstoff und ein Startgewicht von rund 378 statt 333 Tonnen machten sie ab 1971 zur Langstrecken-Version der ersten Generation.
  • Vier Varianten: 200B für Passagiere, 200F als Frachter, 200C als umrüstbares Convertible und 200M als Combi – zusammen 389 Maschinen.
  • Deutschland war vorn dabei: Condor flog ab 1971 als erste Ferienfluggesellschaft der Welt einen Jumbo, Lufthansa war Erstkundin des Frachters 747-200F.
  • Erkennen heißt ausschließen: Keine Winglets (also keine 747-400), kurzes Oberdeck (also keine 747-300), voller Rumpf (also keine 747SP) – von der 747-100 trennt sie nur das Kennzeichen.
  • Heute eine Rarität: Im zivilen Liniendienst ist die 747-200 Geschichte; am besten erlebst du sie im Museum, etwa im Technik Museum Speyer.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Boeing 747-200?
  2. 2.Mehr Schub, drei Triebwerksfamilien
  3. 3.Die Versionen im Überblick
  4. 4.Woran du die 747-200 erkennst
  5. 5.Lufthansa, Condor und der Jumbo in Deutschland
  6. 6.Weitere prägende Betreiber
  7. 7.Die letzten Betreiber
  8. 8.Wo du die 747-200 heute erlebst
  9. 9.Fototipps für den Classic-Jumbo
  10. 10.Warum die 747-200 so wichtig war
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing (Endmontage in Everett, Washington)
FamilieBoeing 747 Classic (-100, -200, -300, SP)
Versionen747-200B (Passagiere), 747-200C (Convertible), 747-200F (Frachter), 747-200M (Combi); dazu nachträgliche Oberdeck-Verlängerungen (SUD) und Frachtumbauten
ICAO-TypcodeB742
Erstflug11. Oktober 1970 (747-200B)
Erste AuslieferungJanuar 1971 an KLM
Triebwerke4 × Pratt & Whitney JT9D, ab 1972 auch General Electric CF6-50, ab 1975 Rolls-Royce RB211-524
Länge70,6 m
Spannweite59,6 m
Höhe19,3 m
CockpitDrei Personen: zwei Piloten und ein Flugingenieur
Sitzplätzetypisch rund 366 (Herstellerauslegung), je nach Airline deutlich mehr
Max. Startgewichtrund 378 t (747-100: rund 333 t)
Reichweiterund 12.000 km (747-200B mit JT9D-7R4G2)
Gebaute Exemplare389 (225 × 200B, 13 × 200C, 73 × 200F, 78 × 200M)
Letzte AuslieferungNovember 1991, eine 747-200F an Nippon Cargo Airlines

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Triebwerke und ein kurzer Buckel nur im vorderen Rumpf – die klassische Jumbo-Silhouette
  • Einfache, abgerundete Flügelenden ohne Winglets – damit scheidet die 747-400 aus
  • Glatte Triebwerksgondeln ohne gezackte Hinterkanten, anders als bei der 747-8
  • Kurzes Oberdeck mit meist zehn Fenstern je Seite; frühe Maschinen hatten nur drei
  • Äußerlich fast identisch mit der 747-100 – Gewissheit bringen erst Kennzeichen und Seriennummer
  • Frachter 200F: keine Rumpffenster, hochklappbare Nase; Combi 200M: Fenster plus große Frachttür hinten links

Aktualisiert: Oktober 2026 – Vier Triebwerke, der kurze Buckel, schlichte runde Flügelenden ohne Winglets: So sah der Jumbo aus, mit dem in den Siebziger- und Achtzigerjahren halb Europa in den Urlaub und auf die Langstrecke flog. Die Boeing 747-200 war die Version, die den Jumbo erst richtig langstreckentauglich machte – mit mehr Schub, mehr Treibstoff und mehr Startgewicht. Hier erfährst du, was sie von der 747-100 unterscheidet, welche Passagier-, Combi- und Frachtversionen es gab, welche Rolle Lufthansa und Condor spielten und wo du den Classic-Jumbo heute noch erlebst.

Classic-Jumbos sammeln

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Was ist die Boeing 747-200?

Als die 747-100 im Januar 1970 bei Pan Am in den Liniendienst ging, war schnell klar: Der neue Großraumjet konnte viele Menschen transportieren, aber nicht weit genug. Die ersten JT9D-Triebwerke lieferten zu wenig Schub für ein deutlich höheres Startgewicht, und auf langen Strecken musste oft Nutzlast zurückbleiben. Boeing reagierte mit der 747-200: Rumpf, Flügel und Leitwerk blieben im Wesentlichen gleich, doch die Maschine bekam stärkere Triebwerke, mehr Tankvolumen und eine verstärkte Struktur für ein maximales Startgewicht von rund 378 Tonnen – gut 45 Tonnen mehr als die frühe 747-100.

Der Prototyp der Passagierversion 747-200B flog am 11. Oktober 1970 zum ersten Mal. Im Januar 1971 übernahm KLM das erste Serienflugzeug, kurz darauf folgten Swissair, Condor und Lufthansa. Mit ihrer Reichweite von rund 12.000 Kilometern verband die 747-200 Europa nonstop mit Nordamerika, Afrika und großen Teilen Asiens und wurde zum Arbeitstier der Flag-Carrier.

Im Cockpit blieb alles beim Alten: Wie alle Classic-747 flog die -200 mit drei Personen – zwei Piloten und einem Flugingenieur, der Triebwerke, Treibstoff und Systeme überwachte. Erst die 747-400 brachte Ende der Achtzigerjahre das Glascockpit für zwei. Wie sich der Jumbo insgesamt entwickelt hat, liest du im Beitrag Die Geschichte der Boeing 747.

389gebaute 747-200 in vier Varianten
~378 tmaximales Startgewicht der 747-200B
3Triebwerkshersteller zur Auswahl: Pratt & Whitney, GE, Rolls-Royce

Mehr Schub, drei Triebwerksfamilien

Das Herzstück der 747-200 war die freie Wahl beim Antrieb – ein Novum für den Jumbo. Zunächst flog sie mit weiterentwickelten Pratt & Whitney JT9D-7. Ab 1972 bot Boeing zusätzlich das General Electric CF6-50 an, ab 1975 das Rolls-Royce RB211-524. Airlines konnten damit ihr bevorzugtes Triebwerk wählen und die Wartung an ihre übrige Flotte anpassen. Einige europäische Kunden nutzten GE-Triebwerke, die sie auch an der DC-10 einsetzten, britische Betreiber setzten häufig auf Rolls-Royce.

Für Spotter ist der Antrieb ein hübsches Detail für Fortgeschrittene: Die Gondeln der drei Hersteller unterscheiden sich in Form und Länge leicht. Zum Bestimmen des Typs reicht es nicht, aber auf Fotos kannst du damit später nachvollziehen, welche Maschine welche Konfiguration hatte. Alle drei Varianten haben eines gemeinsam: glatte Hinterkanten ohne die gezackten Chevrons, die du von der 747-8 kennst.

Die Versionen im Überblick

Hinter dem Code B742 verbirgt sich eine ganze Familie. Die Zahlen beziehen sich auf die Auslieferungen ab Werk.

Version Einsatz Typisches Merkmal Gebaut
747-200B Passagiere Fensterreihen im Haupt- und Oberdeck 225
747-200F reiner Frachter hochklappbare Nase, keine Rumpffenster 73
747-200C Convertible: Passagiere oder Fracht Bugtor und Fensterreihen 13
747-200M Combi: Passagiere und Fracht gleichzeitig große Frachttür hinten links, Fenster bleiben 78

Die 747-200F war der erste Jumbo-Frachter, den Boeing ab Werk baute. Ihre Nase klappt nach oben, sodass lange Güter direkt von vorn in den Rumpf geschoben werden können. Erstkundin war am 9. März 1972 die Lufthansa; die letzte 200F ging im November 1991 an Nippon Cargo Airlines und war zugleich die letzte ausgelieferte 747-200 überhaupt.

Die 747-200C kombinierte das Bugtor des Frachters mit den Fenstern des Passagierflugzeugs. Erstkundin war 1973 World Airways, die letzte Maschine ging 1988 an Martinair. Der Combi 747-200M dagegen hat kein Bugtor, sondern eine große Seitentür im hinteren Rumpf: Vorn sitzen Passagiere, hinten stehen Frachtpaletten. Erstkundin war 1975 Air Canada, die letzte 200M ging 1988 an Iberia.

Sonderfall SUD: der lange Buckel

Etwa ein Dutzend 747-200B bekamen nachträglich ein um rund sieben Meter verlängertes Oberdeck, das sogenannte Stretched Upper Deck (SUD). Zehn davon gehörten KLM, zwei der französischen UTA. Von außen sehen diese Maschinen aus wie eine 747-300 – im Tracking liefen sie aber weiter als B742.

Dazu kamen nach dem Ende des Passagierlebens zahlreiche Frachtumbauten von 747-200B und 200M. Sie erkennst du an der Kombination aus Seitentür, verschlossenen Fenstern im Hauptdeck und fehlendem Bugtor – ähnlich wie bei den Umbaufrachtern der 747-400. Mehr zur Bestimmung von Cargo-Jets steht im Beitrag Frachtflugzeuge erkennen.

Woran du die 747-200 erkennst

Die ehrliche Antwort vorweg: Eine 747-200 sicher von einer 747-100 zu unterscheiden, gelingt von außen kaum. Beide teilen Rumpf, Flügel und Oberdeck. Der Weg zur richtigen Bestimmung führt deshalb über das Ausschlussverfahren – und am Ende über das Kennzeichen.

Classic oder moderner Jumbo?

Einfache, abgerundete Flügelenden ohne Winglets und glatte Triebwerksgondeln sprechen für einen Classic. Winglets heißen 747-400, gepfeilte Spitzen mit gezackten Gondeln 747-8.

Rumpflänge prüfen

Wirkt der Jumbo gestaucht, mit dem Flügel weit hinten und sehr hohem Seitenleitwerk, ist es die verkürzte 747SP. Die 747-200 hat den vollen, rund 70 Meter langen Rumpf.

Buckel messen

Kurzer Buckel: 747-100 oder -200. Langer, weit nach hinten gezogener Buckel: 747-300 oder eine 747-200 mit SUD-Umbau.

Kennzeichen nachschlagen

Erst Registrierung oder Seriennummer verraten, ob es eine -100 oder -200 ist. Im Tracking zeigt der Typcode B742 die -200 direkt an.

Ein Hinweis zu den Fenstern im Oberdeck: Die ersten Jumbos hatten dort nur drei Fenster je Seite, auch einige frühe 747-200B. Später wurde die Reihe mit zehn Fenstern Standard, und viele ältere Maschinen wurden nachgerüstet. Drei Fenster deuten also auf ein frühes Flugzeug hin, beweisen aber keine 747-100. Welche Merkmale an Nase und Cockpit sonst noch helfen, zeigt der Beitrag Flugzeugtypen an Nase und Cockpitfenstern erkennen.

Merkmal 747-200 747-300 747-400 747SP
Flügelspitzen rund, ohne Winglet rund, ohne Winglet Winglets rund, ohne Winglet
Oberdeck kurz verlängert verlängert kurz
Rumpf voll, rund 70,6 m voll, rund 70,6 m voll, rund 70,6 m stark verkürzt
Cockpit 3 Personen 3 Personen 2 Personen 3 Personen
ICAO-Code B742 B743 B744 B74S

Eine kompakte Übersicht über alle Generationen von der -100 bis zur -8 findest du im Beitrag Boeing 747-100 bis 747-8 unterscheiden.

Es spricht für die 747-200, wenn …

  • die Flügelenden rund sind und keine Winglets tragen
  • der Buckel kurz ist und der Rumpf die volle Länge hat
  • das Kennzeichen in einer Datenbank als 747-2xx geführt wird
  • ein Frachter mit kurzem Buckel und Bugtor keine Winglets hat

Sieh genauer hin, wenn …

  • du nur drei Fenster im Oberdeck zählst – das kann auch eine 747-100 sein
  • der Buckel lang ist – dann 747-300 oder SUD-Umbau
  • du nur ein altes Foto ohne lesbares Kennzeichen hast

Es ist keine 747-200, wenn …

  • Winglets an den Flügelspitzen stehen – dann 747-400
  • die Triebwerksgondeln gezackte Hinterkanten haben – dann 747-8
  • du nur drei Triebwerke zählst – dann bist du bei DC-10 oder TriStar

Lufthansa, Condor und der Jumbo in Deutschland

Für deutsche Luftfahrtfans ist die 747-200 eng mit zwei Namen verbunden. Condor übernahm 1971 ihre erste 747-200 und war damit die erste Ferienfluggesellschaft der Welt, die einen Jumbo einsetzte. Die Flotte umfasste zwei Maschinen. Im Zuge der Ölkrise erwies sich der große Vierstrahler für den Ferienverkehr allerdings als zu groß und zu durstig; Condor ersetzte beide Jumbos später durch die dreistrahlige DC-10-30.

Lufthansa übernahm 1971 ihre erste 747-200B und baute den Typ in den folgenden Jahren zu einem Rückgrat ihrer Langstrecke aus. Als Erstkundin des Frachters 747-200F setzte sie ab 1972 Maßstäbe im Luftfrachtgeschäft. Ab 1976 kamen Combi-Versionen dazu, die Passagiere und Paletten auf einem Deck kombinierten. Wie viele Lufthansa-Flugzeuge trugen auch die Jumbos Städtenamen – warum ein Name im Lauf der Jahrzehnte mehrfach vergeben wird, erklärt der Beitrag Taufnamen von Flugzeugen.

Als 1994 die eigenständige Lufthansa Cargo startete, übernahm sie zehn 747-200F. Ab 1998 kamen MD-11-Frachter hinzu, und 2005 musterte Lufthansa Cargo ihre letzten 747-200F aus. Im Passagierbereich verschwand der Classic-Jumbo bei der Lufthansa Group etwa zur gleichen Zeit, abgelöst von der 747-400. Bis dahin war der Flughafen Frankfurt jahrzehntelang der Ort, an dem du die 747-200 in Kranich-Lackierung täglich sehen konntest.

Archivfotos richtig zuordnen

Hast du alte Dias oder Abzüge von Lufthansa- oder Condor-Jumbos? Lies das Kennzeichen ab und gleiche es mit einer Datenbank ab – nur so trennst du 747-100, -200 und Combi sauber. Wie deutsche Kennzeichen aufgebaut sind, steht im Beitrag Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

Weitere prägende Betreiber

Die 747-200 flog bei praktisch allen großen Flag-Carriern der Siebziger- und Achtzigerjahre. Einige Stationen sind für Spotter besonders interessant:

  • KLM war Erstkundin und ließ zehn Maschinen mit verlängertem Oberdeck umbauen. Einen Teil dieser Geschichte kannst du im Aviodrome Lelystad nachvollziehen, wo die ehemalige KLM-747-206B PH-BUK ausgestellt ist.
  • Swissair gehörte 1971 direkt nach KLM zu den allerersten Kundinnen der 747-200; mehr zur Airline findest du auf der Seite über Swissair.
  • Virgin Atlantic startete 1984 ihren Linienbetrieb mit einer 747-200, der G-VIRG „Maiden Voyager“.
  • America West setzte von 1989 bis 1991 kurzzeitig geleaste 747-200 ein, unter anderem nach Nagoya – ein kurzes, heute begehrtes Kapitel für Fotosammler.
  • Nippon Cargo Airlines erhielt 1991 die letzte gebaute 747-200.

Auch eines der dunkelsten Kapitel der Luftfahrt ist mit dem Typ verbunden: Bei der Katastrophe von Teneriffa 1977 war eine KLM-747-200 beteiligt. Was das Unglück für Funkverkehr und Crew-Training verändert hat, liest du im Beitrag Teneriffa 1977.

Die letzten Betreiber

Mit der 747-400 ab 1989 und später den großen Zweistrahlern wie der Boeing 777 verlor die 747-200 Schritt für Schritt ihre Aufgaben. Der Flugingenieur im Cockpit, der hohe Verbrauch der frühen Triebwerke und das Alter der Zellen machten den Betrieb teuer. Die meisten Passagierflotten verschwanden in den 2000er-Jahren; viele Maschinen flogen danach noch einige Jahre als Frachter bei Cargo- und Charterunternehmen weiter, bevor sie auf Flugzeugfriedhöfen endeten. Bei vielen Frachtairlines übernahmen später modernere Muster wie die Boeing 777F diese Aufgaben.

Am längsten hielt sich die 747-200 dort, wo Ersatz schwer zu beschaffen war, etwa im Iran. Verlässliche, aktuelle Angaben zum Status dieser Maschinen gibt es kaum, und für Spotter aus dem deutschsprachigen Raum sind sie ohnehin nicht erreichbar.

Die bekanntesten noch aktiven Abkömmlinge stehen in den USA:

  • VC-25A: Die beiden letzten gebauten 747-200B gingen 1990 an die US Air Force und dienen als Präsidentenflugzeuge, mit dem Präsidenten an Bord unter dem Rufzeichen „Air Force One“. Sie fliegen mit GE-CF6-80C2-Triebwerken. Laut einem Bericht des US-Verteidigungsministeriums von 2024 ist ihre Ausmusterung für die Haushaltsjahre 2028 und 2029 vorgesehen; die Nachfolger basieren auf der 747-8.
  • E-4B: Vier Maschinen auf Basis der 747-200B dienen der US Air Force als fliegende Kommandozentralen. Als Nachfolger lässt die US Air Force Maschinen auf Basis der 747-8 umbauen.

Beide Typen sind keine Ziele, die du planbar spotten kannst. Taucht doch einmal eine VC-25A bei einem Staatsbesuch in Europa auf, ist das ein echtes Highlight – rechne dann aber mit weiträumigen Absperrungen. Wie du solche Raritäten generell aufspürst, steht im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.

Status kann sich schnell ändern

Ob einzelne 747-200 noch fliegen, ändert sich mit Ausmusterungen, Verkäufen und politischen Entwicklungen. Prüfe Kennzeichen vor einer Reise immer in einer aktuellen Datenbank oder im Live-Tracking unter dem Code B742, statt dich auf ältere Listen zu verlassen.

Wo du die 747-200 heute erlebst

Für die meisten Spotter ist die 747-200 heute ein Museumsflugzeug – und davon gibt es einige spektakuläre.

Ort Maschine Besonderheit
Technik Museum Speyer ehemalige Lufthansa-747, Baujahr 1978 hoch aufgebockt, innen begehbar inklusive Frachtraum und Flügel
Aviodrome Lelystad ehemalige KLM-747-206B PH-BUK Classic-Jumbo in KLM-Farben in den Niederlanden
Evergreen Aviation & Space Museum 747-200 N482EV ehemaliger Frachter in McMinnville, Oregon
South African Airways Museum 747-200 ZS-SAN am Rand Airport bei Johannesburg, siehe Planespotting in Südafrika

Das Highlight im deutschsprachigen Raum ist ohne Frage Speyer. Die Maschine flog für Lufthansa und wurde 2002 ans Museum abgegeben. Für den Transport wurde sie zerlegt: Ein Teil der Strecke ging per Flug von Frankfurt nach Karlsruhe/Baden-Baden, Tragflächen und Bauteile kamen per Tieflader, der rund 70 Meter lange Rumpf überquerte den Rhein auf einem Ponton. Heute steht der Jumbo hoch aufgebockt auf dem Museumsgelände, und du kannst bis auf die linke Tragfläche steigen, die rund 20 Meter über dem Boden liegt. In Nachschlagewerken wird die Maschine als 747-230B(M) mit dem Kennzeichen D-ABYM geführt – also eine Combi-Version.

Museums-Jumbos im Hangar

Poste deine Museumsbesuche in Planetrack mit Foto, Kennzeichen und Ort und setz die übrigen Classic-747 auf deine Wunschliste. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Fototipps für den Classic-Jumbo

Ein Museumsflugzeug zu fotografieren, ist eine andere Aufgabe als ein Landeanflug. Die Maschine bewegt sich nicht, aber Umgebung, Zäune und Licht sind fest vorgegeben.

Weitwinkel einpacken

Mit fast 60 Metern Spannweite und rund 70 Metern Länge passt ein aufgebockter Jumbo aus der Nähe kaum aufs Bild. Ein Weitwinkel hilft, die Dimensionen zu zeigen.

Tageszeit planen

Freiluftexponate stehen fest ausgerichtet. Prüfe vorab, wann die Sonne auf die Seite mit dem Kennzeichen scheint – sonst fotografierst du im Gegenlicht.

Details sammeln

Fahrwerk, Triebwerkseinlauf und Flugingenieur-Arbeitsplatz erzählen die Geschichte der Classic-Generation. Solche Detailbilder sind später oft wertvoller als die zehnte Totale.

Kennzeichen dokumentieren

Fotografiere das Kennzeichen lesbar mit. Nur so ordnest du die Maschine später eindeutig ihrer Geschichte und ihrer Version zu.

Wann das Licht an einem festen Standort passt, berechnest du mit dem Guide zum Sonnenstand am Fotospot. Und wie du deine Sichtungen, auch die aus Museen, sauber dokumentierst, steht im Beitrag Sichtungen dokumentieren.

Warum die 747-200 so wichtig war

Die 747-100 hatte gezeigt, dass Großraumflugzeuge funktionieren. Die 747-200 bewies, dass sie sich auch wirtschaftlich auf langen Strecken betreiben ließen. Mit mehr Reichweite konnten Airlines Zwischenstopps streichen, mit der Frachtversion veränderte sich der internationale Warentransport, und mit der Triebwerkswahl wurde der Jumbo für Airlines auf der ganzen Welt attraktiv. Sie hielt die 747 rund zwei Jahrzehnte in Produktion, bis die 747-400 übernahm.

Gleichzeitig steht die 747-200 für das Ende einer Ära im Cockpit: Sie gehört zur letzten Jumbo-Generation mit Flugingenieur. Wer heute im Museum durch einen Classic-Jumbo geht, sieht hinter den Pilotensitzen noch das Instrumentenpult, an dem diese dritte Person ihren Dienst tat. Zum Vergleich mit anderen Großraumjets jener Zeit lohnt ein Blick auf die DC-10, die L-1011 TriStar und die Vorgängerin auf der Langstrecke, die Boeing 707-320.

Fazit

Die Boeing 747-200 ist der Jumbo, der die Langstrecke der Siebziger und Achtziger geprägt hat – bei KLM, Lufthansa, Condor und Dutzenden weiteren Airlines. Von außen gleicht sie der 747-100 fast aufs Haar; Winglets fehlen, der Buckel ist kurz, das Kennzeichen bringt die Gewissheit. Im Linienbetrieb ist sie Geschichte, doch in Speyer kannst du sie besser erleben als an jedem Flughafenzaun: von innen, vom Flügel aus und ganz ohne Zeitdruck.

Kurzfazit

Vier Triebwerke, kurzer Buckel, runde Flügelenden ohne Winglets: Das ist ein Classic-Jumbo. Ob es eine 747-200 ist, verraten Kennzeichen oder der Code B742. Die besten Chancen, sie zu sehen, hast du heute im Museum – allen voran im Technik Museum Speyer.

Zusammenfassung

  • Die Boeing 747-200 flog erstmals im Oktober 1970 und ging im Januar 1971 an KLM als erste Kundin.
  • Sie brachte mehr Schub, mehr Startgewicht und mehr Reichweite als die 747-100 und wurde bis 1991 in vier Varianten gebaut.
  • Condor, Lufthansa und Lufthansa Cargo prägten mit ihr das Bild des Jumbos in Deutschland; Lufthansa Cargo musterte die letzten 200F im Jahr 2005 aus.
  • Zu sehen ist sie heute vor allem in Museen; die prominentesten noch aktiven Exemplare sind Regierungs- und Militärflugzeuge der USA.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen 747-100 und 747-200?

Von außen fast keiner. Die 747-200 hat stärkere Triebwerke, mehr Tankvolumen und ein höheres Startgewicht (rund 378 statt 333 Tonnen) und fliegt dadurch deutlich weiter. Rumpf, Flügel und Leitwerk sind praktisch gleich. Sicher trennst du die beiden nur über Kennzeichen oder Seriennummer – oder im Tracking über die Codes B741 und B742.

Welchen ICAO-Typcode hat die Boeing 747-200?

Die 747-200 läuft unter B742. Die 747-100 hat B741, die 747-300 B743, die 747-400 B744 und die 747SP B74S.

Wie unterscheide ich die 747-200 von der 747-400?

Schau auf die Flügelspitzen: Die 747-400 trägt hochgezogene Winglets, die 747-200 hat einfache, abgerundete Flügelenden. Dazu ist der Flügel der 747-400 länger, ihr Oberdeck verlängert und ihr Cockpit für zwei statt drei Personen ausgelegt.

Was bedeuten B, C, F und M bei der 747-200?

200B ist die Passagierversion, 200F der reine Frachter mit hochklappbarer Nase, 200C ein Convertible, das sich zwischen Passagier- und Frachtbetrieb umrüsten lässt, und 200M ein Combi, der Passagiere und Fracht gleichzeitig auf dem Hauptdeck befördert.

Hatte Condor eine Boeing 747-200?

Ja. Condor übernahm 1971 ihre erste 747-200 und setzte als erste Ferienfluggesellschaft der Welt einen Jumbo ein. Insgesamt flog Condor zwei Maschinen; im Zuge der Ölkrise wurden sie später durch die kleinere McDonnell Douglas DC-10-30 ersetzt.

Wo sehe ich heute eine Boeing 747-200?

In Deutschland am besten im Technik Museum Speyer: Dort steht eine ehemalige Lufthansa-747 aus dem Jahr 1978 hoch aufgebockt und ist innen begehbar. Weitere erhaltene 747-200 gibt es unter anderem im Aviodrome Lelystad (Niederlande) und im Evergreen Aviation & Space Museum in Oregon.

Fliegt die Boeing 747-200 noch?

Im regulären zivilen Liniendienst praktisch nicht mehr. Die bekanntesten aktiven 747-200 sind Regierungs- und Militärmaschinen der USA: die beiden VC-25A, die als Air Force One bekannt sind, und die vier E-4B. Für die VC-25A ist laut US-Verteidigungsministerium die Ausmusterung Ende der 2020er-Jahre vorgesehen.

Boeing 747-200 sammeln statt nur sehen

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