Das Wichtigste in Kürze
- Die DC-2 ist das Bindeglied zwischen DC-1 und DC-3: 1934 erstmals geflogen, für TWA entwickelt und mit knapp 200 Exemplaren das erste Serienflugzeug der berühmten DC-Reihe.
- Ihr großer Moment war der Oktober 1934: Die KLM-Maschine PH-AJU „Uiver“ wurde im MacRobertson Air Race von England nach Melbourne Zweite nach Zeit und gewann die Handicap-Wertung – als ganz normales Linienflugzeug.
- Für Europa baute Fokker sie zusammen: KLM, Swissair, LOT und weitere Airlines flogen die DC-2, die Endmontage für den europäischen Markt lief in den Niederlanden.
- Schnellster Unterschied zur DC-3: schmalerer Rumpf, kürzere Spannweite und ein kleineres, kantigeres Seitenleitwerk.
- Heute ist sie eine echte Rarität: Die bekanntesten erhaltenen Maschinen stehen im Aviodrome Lelystad und im Museum of Flight in Seattle.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Douglas DC-2?
- 2.Von der DC-1 zur DC-2: wie alles begann
- 3.Die DC-2 in Europa: Fokker als Türöffner
- 4.Uiver und das MacRobertson Air Race 1934
- 5.Die Militärversionen
- 6.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 7.DC-2, DC-3, Boeing 247 oder Ju 52?
- 8.Wo du die DC-2 heute siehst
- 9.Fototipps für die DC-2
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Douglas Aircraft Company, Santa Monica (Kalifornien); Endmontage für Europa bei Fokker, wenige Lizenzbauten bei Nakajima (Japan) |
|---|---|
| Vorgänger | Douglas DC-1 (Einzelstück, Erstflug 1. Juli 1933) |
| Erstflug | 11. Mai 1934 |
| Bauzeit | 1934 bis 1939 |
| Stückzahl | knapp 200 einschließlich Militärversionen (Angaben schwanken je nach Quelle zwischen rund 190 und 200) |
| Status | historisch – nur noch eine Handvoll erhaltener Exemplare, überwiegend in Museen |
| Bauart | Zweimotoriger Ganzmetall-Tiefdecker mit glatter Aluminiumhaut und Einziehfahrwerk |
| Fahrwerk | Spornradfahrwerk, Hauptfahrwerk in die Motorgondeln einziehbar |
| Triebwerke | 2 × Wright Cyclone Neunzylinder-Sternmotoren, je nach Version rund 700 bis knapp 900 PS; einzelne Exportmaschinen mit anderen Motoren |
| Länge | rund 18,9 m |
| Spannweite | rund 25,9 m |
| Höhe | rund 4,8 bis 5,0 m |
| Max. Startgewicht | rund 8,4 t |
| Besatzung / Passagiere | 2 bis 3 Besatzungsmitglieder (im Linienbetrieb oft 4), 14 Passagiere |
| Reisegeschwindigkeit | rund 310 km/h, Höchstgeschwindigkeit rund 340 km/h |
| Reichweite | rund 1.600 km |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei Sternmotoren und glatte Haut: Ganzmetall ohne Wellblech, bei erhaltenen Maschinen oft blank poliert
- Schlanker Rumpf: Die Kabine ist deutlich schmaler als bei der DC-3 – die DC-2 wirkt neben ihr fast zierlich
- Kleineres, kantigeres Seitenleitwerk: Ihm fehlt der weit nach vorn gezogene, geschwungene Übergang in den Rumpf, den du von der DC-3 kennst
- Spornradfahrwerk: Am Boden steht die DC-2 mit erhobener Nase, das Hauptfahrwerk verschwindet im Flug in den Motorgondeln
- Spannweite rund drei Meter kürzer als bei der DC-3, die Flügel wirken im Verhältnis zum Rumpf trotzdem kräftig
- Heute fast immer in historischer Bemalung unterwegs – etwa als KLM-Uiver mit der Startnummer 44 oder in TWA-Farben
Aktualisiert: Oktober 2026 – Glattes Aluminium, zwei brummende Sternmotoren und eine Kabine für 14 Passagiere: Die Douglas DC-2 steht etwas im Schatten ihrer berühmten Nachfolgerin DC-3. Dabei war sie es, die 1934 zeigte, wie ein modernes Verkehrsflugzeug aussieht – und die als KLM-Maschine „Uiver“ beim großen Luftrennen von England nach Australien fast alle Spezialrenner hinter sich ließ. Hier erfährst du, wie die DC-2 entstand, was es mit der Uiver und dem MacRobertson Air Race auf sich hat, wie du sie von der DC-3 unterscheidest und wo du sie heute noch vor die Linse bekommst.
Eine DC-2 im Hangar abhaken
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Was ist die Douglas DC-2?
Die DC-2 ist ein zweimotoriger Ganzmetall-Tiefdecker der Douglas Aircraft Company aus Santa Monica in Kalifornien. „DC“ steht für Douglas Commercial, und die DC-2 war das erste Flugzeug dieser Reihe, das in Serie ging. Sie bietet 14 Passagieren Platz, hat ein einziehbares Hauptfahrwerk und zwei Wright-Cyclone-Sternmotoren. Was heute selbstverständlich klingt, war Anfang der 1930er-Jahre ein großer Sprung: Viele Verkehrsflugzeuge flogen damals noch mit starrem Fahrwerk, Stoffbespannung oder Holzflügeln.
Am 11. Mai 1934 startete die erste DC-2 zu ihrem Jungfernflug. Gebaut wurde sie bis 1939, nach gängigen Angaben entstanden knapp 200 Exemplare einschließlich der Militärversionen. Die Zahlen schwanken je nach Quelle, weil zivile Maschinen, Bausätze für Europa und Militärvarianten unterschiedlich gezählt werden. Zum Vergleich: Ihre Nachfolgerin, die Douglas DC-3, kam samt Militärversionen auf ein Vielfaches davon. Genau deshalb ist die DC-2 heute so selten.
Von der DC-1 zur DC-2: wie alles begann
Die Geschichte der DC-2 beginnt mit einem Unglück. 1931 stürzte eine Fokker F-10 der US-Airline TWA ab, Ursache war ein Versagen des hölzernen Flügels. Die Behörden schränkten den Einsatz von Holzflügeln bei Verkehrsflugzeugen daraufhin ein, und TWA brauchte schnell modernes Gerät. Die naheliegende Lösung, die Boeing 247, war vorerst für United Air Lines reserviert. TWA schrieb deshalb bei mehreren Herstellern ein Ganzmetall-Verkehrsflugzeug aus.
Douglas bot mehr an, als TWA verlangt hatte: Statt der ausgeschriebenen drei Motoren genügten zwei, dazu kamen glatte Metallhaut, Landeklappen und ein Einziehfahrwerk. Das Ergebnis war die DC-1, die am 1. Juli 1933 zum ersten Mal flog. Sie blieb ein Einzelstück, überzeugte TWA aber so sehr, dass die Airline eine verlängerte und stärkere Serienversion bestellte – die DC-2. Gegenüber der DC-1 bekam sie einen längeren Rumpf und Platz für 14 statt 12 Passagiere.
Die DC-2 ging 1934 bei TWA in Dienst, und schnell zogen andere US-Gesellschaften nach, darunter American Airlines, Eastern Air Lines und Pan Am mit Tochtergesellschaften in Lateinamerika. Für ihre Arbeit erhielten Donald Douglas und sein Team die Collier Trophy für 1935, eine der wichtigsten Auszeichnungen der US-Luftfahrt – vergeben für das herausragende zweimotorige Verkehrsflugzeug ihrer Zeit. Mehr zur Airline, mit der alles anfing, findest du auf der Seite zu TWA.
Was aus der DC-1 wurde
Die einzige DC-1 wechselte Ende der 1930er-Jahre über Großbritannien und Frankreich nach Spanien und flog dort zuletzt für Iberia. 1940 wurde sie bei einer Notlandung in Málaga so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr repariert wurde. Erhalten ist von ihr nichts.
Die DC-2 in Europa: Fokker als Türöffner
In Europa kam die DC-2 über einen Umweg an. Der niederländische Hersteller Fokker sicherte sich die Vertriebsrechte für Douglas-Flugzeuge in Europa. Douglas lieferte die Bauteile, Fokker übernahm Endmontage und Auslieferung. Für Fokker war das ein pragmatischer Schritt – und für die europäischen Airlines der schnellste Weg zu modernem US-Gerät. Mehr zur Geschichte des Herstellers liest du auf der Seite zu Fokker.
Der wichtigste europäische Kunde war die KLM. Sie bestellte die DC-2 in größerer Zahl und flog sie auf europäischen Strecken und auf der langen Route nach Niederländisch-Indien. Weitere Betreiber waren laut Literatur Swissair, die polnische LOT, die tschechoslowakische ČLS, die Deutsche Lufthansa und die spanische LAPE. Auch die finnischen Luftstreitkräfte flogen eine DC-2, die bis 1955 im Dienst blieb.
Ein Sonderweg führte nach Japan: Nakajima baute die DC-2 in Lizenz, allerdings nur in sehr kleiner Zahl – laut Literatur rund fünf Maschinen. Die eigentliche Massenproduktion im Ausland setzte erst mit der DC-3 ein.
Uiver und das MacRobertson Air Race 1934
Ihren berühmtesten Auftritt hatte die DC-2 im Herbst 1934. Zur Hundertjahrfeier der Stadt Melbourne stiftete der Süßwarenfabrikant Sir Macpherson Robertson ein Preisgeld von 15.000 Pfund für ein Luftrennen von England nach Australien. Gestartet wurde am 20. Oktober 1934 auf dem Militärflugplatz Mildenhall, das Ziel lag auf der Pferderennbahn Flemington in Melbourne. Dazwischen lagen rund 18.000 Kilometer und mehrere Pflicht-Zwischenlandungen, die Route dazwischen durften die Teams selbst wählen.
KLM schickte ihre allererste DC-2 ins Rennen: die PH-AJU „Uiver“, ein niederländisches Dialektwort für Storch. Am Steuer saß Kapitän Koene Dirk Parmentier, mit ihm flogen Jan Moll als Erster Offizier, Bordmechaniker Bouwe Prins und Funker Cornelis van Brugge. Das Besondere: Die Uiver war kein Spezialrenner, sondern ein ganz normales Linienflugzeug. Sie hatte drei Passagiere an Bord und transportierte Post – KLM wollte zeigen, dass ein Verkehrsflugzeug die Strecke im regulären Betrieb meistern kann.
20. Oktober 1934
Start in Mildenhall. Unter den Teilnehmern sind eigens gebaute Rennflugzeuge wie die de Havilland DH.88 Comet.
Zwischenetappen
Die Uiver fliegt über Europa, den Nahen Osten und Asien Richtung Australien und hält sich im Spitzenfeld.
Nacht auf den 24. Oktober
Auf der letzten Etappe gerät die Crew in ein Unwetter, verliert die Orientierung und landet auf der Pferderennbahn von Albury.
24. Oktober 1934
Die Uiver erreicht Melbourne als Zweite nach Zeit und erhält den Preis der Handicap-Wertung.
Die Nacht von Albury ist der Teil der Geschichte, der bis heute erzählt wird. Als die Uiver im Gewitter über der Stadt in New South Wales kreiste, schalteten die Einwohner die Straßenbeleuchtung ein, Autofahrer stellten ihre Wagen mit Scheinwerfern an der Rennbahn auf. So konnte die Crew sicher landen. Am Morgen steckte die Maschine allerdings tief im aufgeweichten Boden. Helfer aus der Stadt zogen sie heraus, alles entbehrliche Gewicht wurde ausgeladen, und nur mit den beiden Piloten an Bord hob die Uiver wieder ab.
Gewonnen hat das Rennen nach Zeit die de Havilland DH.88 Comet „Grosvenor House“ mit C. W. A. Scott und Tom Campbell Black in rund 71 Stunden. Die Uiver brauchte insgesamt rund 90 Stunden, kam aber als Zweite ins Ziel – vor Roscoe Turner mit einer Boeing 247D. Weil nach den Regeln jedes Flugzeug nur einen Preis gewinnen konnte, ging die Handicap-Wertung an die KLM-Crew. Das Ergebnis war eine Sensation: Ein gewöhnliches Verkehrsflugzeug mit Passagieren an Bord hatte fast alle Rennmaschinen geschlagen.
| Platz (nach Zeit) | Flugzeug | Besatzung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 1 | de Havilland DH.88 Comet „Grosvenor House“ | C. W. A. Scott, Tom Campbell Black | eigens für das Rennen gebauter Zweisitzer |
| 2 | Douglas DC-2 PH-AJU „Uiver“ (KLM) | Parmentier, Moll, Prins, van Brugge | Linienflugzeug mit Passagieren und Post, Sieger der Handicap-Wertung |
| 3 | Boeing 247D | Roscoe Turner und Crew | ebenfalls ein Verkehrsflugzeug |
Die Freude währte nur kurz. Am 20. Dezember 1934 startete die Uiver in Amsterdam mit Weihnachtspost nach Batavia. Bei Rutbah im Irak stürzte sie ab, alle sieben Menschen an Bord kamen ums Leben. Sie war nur rund drei Monate im Dienst gewesen. In den Niederlanden ist die Uiver bis heute ein Mythos – und ihre Geschichte ist eng mit dem Flughafen Amsterdam Schiphol verbunden, der damals die Heimatbasis der KLM war.
Keinen Oldtimer-Auftritt verpassen
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Die Militärversionen
Wie später die DC-3 diente auch die DC-2 beim Militär, wenn auch in viel kleinerem Umfang. Das US Army Air Corps beschaffte mehrere Varianten:
| Version | Verwendung | Hinweis |
|---|---|---|
| XC-32 / C-32A | VIP-Transporter bzw. eingezogene Zivilmaschinen | C-32A: zu Kriegsbeginn übernommene Airline-DC-2 |
| C-33 | Frachter | 18 Exemplare |
| YC-34 | VIP-Transporter | zwei Maschinen |
| C-38 / C-39 | Passagiertransporter | C-38 mit DC-3-Leitwerk als Vorserie der C-39 |
| C-42 | VIP-Transporter | Einzelstück, später zwei umgebaute C-39 |
| R2D-1 | US Navy und Marine Corps | wenige Exemplare |
Die C-39 ist dabei die interessanteste Variante für Typensammler: Sie kombinierte Elemente von DC-2 und DC-3 – ihr Prototyp C-38 trug bereits das Leitwerk der DC-3. Wenn du dich mit amerikanischen Militärkennzeichen beschäftigst, hilft dir der Beitrag US-Militärkennzeichen beim Einordnen alter Seriennummern.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Rumpfbreite abschätzen
Die DC-2 hat einen auffällig schlanken Rumpf. Stehen DC-2 und DC-3 nebeneinander, sieht die DC-3 deutlich bauchiger aus.
Seitenleitwerk anschauen
Die Flosse der DC-2 ist kleiner und kantiger. Bei der DC-3 läuft die Vorderkante mit einem großen, geschwungenen Übergang in den Rumpf aus.
Kennzeichen und Bemalung prüfen
Weil nur noch wenige DC-2 existieren, verrät das Kennzeichen schnell, welche Maschine vor dir steht. Viele tragen historische Farben wie die der Uiver oder von TWA.
Die letzte Sicherheit liefert wie immer das Register. Gerade bei Museumsflugzeugen weicht die aufgemalte Kennung oft vom echten Kennzeichen ab: Die Uiver im Aviodrome trägt zum Beispiel die historischen Buchstaben PH-AJU, ist aber eine andere Maschine als das Original von 1934. Wie du so etwas sauber auflöst, steht in Flugzeugkennzeichen verstehen.
DC-2, DC-3, Boeing 247 oder Ju 52?
Bei Verkehrsflugzeugen der 1930er-Jahre liegen die Verwechslungen anders als im heutigen Airline-Alltag. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Verkehrsflugzeug der 1930er
Douglas DC-2
Zwei Sternmotoren, schlanker Rumpf und ein kompaktes Leitwerk sprechen für die DC-2. Prüf das Kennzeichen – es gibt nur noch wenige Exemplare.
Douglas DC-3 / C-47
Breiter Rumpf und das typisch geschwungene Leitwerk: Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit die viel häufigere DC-3 oder eine militärische C-47.
Boeing 247
Kleiner, kürzer und mit weniger Sitzen: Die Boeing 247 war der direkte Konkurrent der DC-2 und ist heute noch seltener.
Junkers Ju 52
Drei Motoren und Wellblech – das ist die Tante Ju, das europäische Gegenstück aus derselben Epoche.
Die DC-3 ist die häufigste Verwechslung, weil sie der DC-2 von vorn und im Profil sehr ähnlich sieht; ihre Geschichte erzählt der Beitrag Douglas DC-3. Die Boeing 247 ist kleiner und bietet weniger Passagieren Platz. Die Junkers Ju 52 scheidet mit drei Motoren und Wellblech schnell aus. Die Beechcraft Model 18 erkennst du am Doppelleitwerk, und die De Havilland DH.89 Dragon Rapide ist ein Doppeldecker. Wer die Douglas-Linie weiterverfolgen will, schaut sich die viermotorige DC-4 und ihre Militärversion C-54 Skymaster an.
Wo du die DC-2 heute siehst
Erhaltene DC-2 lassen sich weltweit an wenigen Händen abzählen. Fliegend wirst du sie, wenn überhaupt, nur auf ausgewählten Veranstaltungen erleben. Deine realistischsten Chancen:
Niederlande. Das Aviodrome in Lelystad besitzt die bekannteste DC-2 der Welt. Die Maschine flog ursprünglich als R2D-1 bei der US Navy, kam Ende 1983 in die Niederlande und flog zum 50. Jahrestag des Rennens in Uiver-Bemalung mit der Startnummer 44 noch einmal nach Australien. 1999 wurde sie nach einer Spendenaktion für das Museum gekauft und war danach jahrelang auf Flugtagen zu sehen; neuere Berichte erwähnen Arbeiten an der Maschine im Museumshangar. Infos zum Standort findest du unter Aviodrome am Flughafen Lelystad.
USA. Das Museum of Flight in Seattle zeigt eine DC-2, die 1935 an Pan American ging, später in Mexiko und Guatemala flog und in den 1950er-Jahren als Fracht- und Absetzmaschine für Feuerspringer in Montana arbeitete. Nach der Restaurierung trägt sie die Farben der ersten TWA-DC-2. Den Spot dazu findest du unter Museum of Flight am Boeing Field.
Finnland und Australien. In Finnland ist die ehemalige DC-2 der Luftstreitkräfte erhalten und steht in Tuulos bei Hämeenlinna. Wer ohnehin im Großraum Helsinki unterwegs ist, kann zusätzlich das Suomen Ilmailumuseo am Flughafen besuchen – die DC-2 steht dort allerdings nicht. In Australien gibt es mehrere Exemplare in Restaurierung, darunter eines in Albury, das an die berühmte Nacht von 1934 erinnert.
Status vorher prüfen
Bei einem Typ mit so wenigen Exemplaren ändert sich viel: Maschinen gehen in die Werft, wandern ins Depot oder werden verliehen. Ob die DC-2 in Lelystad oder Seattle gerade zu sehen ist oder fliegt, kläre vor dem Besuch direkt beim Museum.
Wie besonders deine Sichtung ist, ordnest du mit Seltenheit einer Sichtung einschätzen ein. Einen breiteren Einstieg in die Bestimmung alter Typen liefert Oldtimer am Himmel erkennen, Termine mit historischem Gerät findest du über Airshows in Europa und das Oldtimer-Fliegertreffen Hahnweide. Wenn du ohnehin in den Niederlanden unterwegs bist, kombinierst du Lelystad gut mit einem Spottingtag in Schiphol – Tipps dazu gibt Planespotting in Schiphol.
Bereit für deinen DC-2-Besuch?
- Ich habe geprüft, ob die Maschine aktuell ausgestellt ist oder fliegt.
- Ich kenne Öffnungszeiten und Fotoregeln des Museums.
- Ich habe ein Weitwinkelobjektiv für enge Hallen dabei.
- Ich weiß, ob die Maschine drinnen oder im Freigelände steht.
- Ich kenne den Unterschied zur DC-3, falls beide nebeneinanderstehen.
Fototipps für die DC-2
Die DC-2 ist ein dankbares Motiv: blankes Metall, Sternmotoren und eine elegante Silhouette aus der Frühzeit des Linienverkehrs. Ein paar Punkte machen den Unterschied.
Spiegelungen beherrschen
Polierte Haut reflektiert stark. Ein Polfilter oder ein leicht veränderter Standpunkt nimmt störende Spiegelungen von Hallenlampen oder Himmel heraus.
Uiver-Details zeigen
Startnummer, Schriftzug und Kennung erzählen die Rennen-Geschichte. Plane neben der Gesamtansicht Nahaufnahmen der Bemalung ein.
Propeller drehen lassen
Läuft die Maschine bei einem Flugtag, wähl eine längere Verschlusszeit, damit die Propeller als Scheibe erscheinen. Wie das gelingt, steht in Propeller fotografieren.
Licht im Freigelände planen
Steht die DC-2 draußen, entscheidet der Sonnenstand über Glanz oder Gegenlicht. Mit dem Planetrack-Sonnenstand-Planer siehst du vorab, wann das Licht die Seite trifft, die du fotografieren willst.
Historische Bemalungen sind übrigens nicht nur im Museum zu finden: Manche Airlines erinnern mit Retro-Designs an ihre Anfangsjahre. Einen Überblick gibt Retro-Lackierungen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für eine DC-2, wenn …
- zwei Sternmotoren, glatte Haut und ein Spornrad zu sehen sind
- der Rumpf schlank wirkt und das Leitwerk kompakt und kantig ist
- die Maschine in Uiver- oder früher TWA-Bemalung auftritt
- im Register DC-2 oder eine passende Militärbezeichnung steht
Sieh genauer hin, wenn …
- eine Militärmaschine aus den späten 1930ern vor dir steht – C-38 und C-39 mischen DC-2- und DC-3-Merkmale
- die aufgemalte Kennung historisch ist – das echte Kennzeichen kann ein ganz anderes sein
Es ist keine DC-2, wenn …
- der Rumpf breit ist und das Leitwerk weit geschwungen in den Rumpf übergeht – dann eher DC-3 oder C-47
- drei Motoren und Wellblech dran sind – dann eine Ju 52
- ein Doppelleitwerk zu sehen ist – dann eher eine Twin Beech
- vier Motoren und ein Bugradfahrwerk dran sind – dann eine DC-4
Fazit
Die Douglas DC-2 war nur wenige Jahre in Produktion, aber sie hat die Luftfahrt geprägt: Sie brachte Ganzmetallbauweise, Einziehfahrwerk und zuverlässige Sternmotoren in den Linienalltag, legte die Grundlage für die DC-3 und schrieb mit der KLM-Uiver im Rennen nach Melbourne ein Stück Luftfahrtgeschichte. Heute ist sie seltener als fast jeder andere Klassiker ihrer Zeit – umso mehr lohnt sich der Weg nach Lelystad oder Seattle. Die Douglas-Tradition lebt später bei McDonnell Douglas weiter.
Kurzfazit
Zwei Sternmotoren, glatte Haut, schlanker Rumpf und ein kompaktes Leitwerk: Das ist die DC-2. Ihr berühmtester Vertreter ist die Uiver, die 1934 als Linienflugzeug Zweite im Rennen London–Melbourne wurde. Erhaltene Exemplare findest du vor allem im Aviodrome Lelystad und im Museum of Flight in Seattle.
Zusammenfassung
- Nach einem Absturz mit einer Holzflügel-Maschine 1931 suchte TWA ein modernes Ganzmetall-Verkehrsflugzeug; Douglas antwortete mit der DC-1 und daraus der DC-2.
- Die DC-2 flog am 11. Mai 1934 erstmals, bot 14 Passagieren Platz und war schneller und geräumiger als die Boeing 247.
- Die KLM-DC-2 „Uiver“ machte den Typ im Rennen London–Melbourne 1934 weltberühmt, verunglückte aber schon im Dezember desselben Jahres.
- Aus der DC-2 entstand die größere DC-3, die sie rasch ablöste; die DC-2 flog danach vor allem bei Militär und kleineren Betreibern weiter.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen DC-2 und DC-3?
Die DC-3 ist eine vergrößerte Weiterentwicklung der DC-2. Ihr Rumpf ist deutlich breiter, sodass drei Sitze pro Reihe beziehungsweise Schlafkojen hineinpassen, die Spannweite ist rund drei Meter größer, und das Seitenleitwerk geht mit einem großen, geschwungenen Übergang in den Rumpf über. Die DC-2 wirkt daneben schlanker und kompakter.
Was war die „Uiver“?
Die Uiver (PH-AJU) war die erste DC-2 der KLM. Der Name kommt aus einem niederländischen Dialekt und bedeutet Storch. Im Oktober 1934 flog sie im MacRobertson Air Race von Mildenhall nach Melbourne, wurde Zweite nach Zeit und gewann die Handicap-Wertung. Im Dezember 1934 verunglückte sie im Irak, alle sieben Menschen an Bord kamen ums Leben.
Wer hat das Rennen London–Melbourne 1934 gewonnen?
Die Geschwindigkeitswertung gewann die eigens für das Rennen gebaute de Havilland DH.88 Comet „Grosvenor House“ mit C. W. A. Scott und Tom Campbell Black in rund 71 Stunden. Die DC-2 „Uiver“ kam als Zweite an und erhielt den Handicap-Preis, Dritte wurde Roscoe Turner mit einer Boeing 247D.
Was ist in Albury passiert?
Auf der letzten Etappe geriet die Uiver nachts in ein Unwetter und verlor die Orientierung. Über der australischen Stadt Albury schalteten Einwohner die Straßenbeleuchtung ein und stellten Autos mit eingeschalteten Scheinwerfern an der Pferderennbahn auf. Die Crew landete dort sicher, am Morgen zogen Helfer die eingesunkene Maschine aus dem aufgeweichten Boden, und sie konnte erleichtert weiterfliegen.
Fliegt heute noch eine DC-2?
Die DC-2 des Aviodrome in Lelystad war jahrelang das bekannteste flugfähige Exemplar und trat in Uiver-Bemalung auf Flugtagen auf. Neuere Berichte sprechen von Arbeiten an der Maschine im Museumshangar. Ob sie aktuell fliegt, klärst du am besten direkt beim Aviodrome.
Welchen ICAO-Typcode hat die DC-2?
Die DC-2 wird unter DC2 geführt. Im Alltag spielt das kaum eine Rolle, weil die wenigen erhaltenen Maschinen fast nur noch im Museum stehen – für deine Sammlung bleibt der Typ trotzdem ein echtes Highlight.
Gab es die DC-2 auch beim Militär?
Ja. Das US Army Air Corps nutzte verschiedene Versionen wie die Frachtversion C-33, VIP-Transporter wie die C-34 und die Passagierversion C-39, die US Navy und das Marine Corps flogen die R2D-1. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden zudem zivile DC-2 als C-32A eingezogen.
Douglas DC-2 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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HerstellerMcDonnell Douglas
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HerstellerFokker
Fokker war über Jahrzehnte der große Name der niederländischen Luftfahrt: erst Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg, dann die F.VII, später F27, F28, Fokker 50, 70 und 100. 1996 ging der Hersteller pleite. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was vom Unternehmen geblieben ist und wo du Fokker-Typen heute noch vor die Linse bekommst.
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