Balair

Historische Schweizer Airline (1925–2001): als Basler Luftverkehrs AG Mitgründerin der Swissair, ab 1953 Charter- und Hilfsflug-Spezialistin der Swissair-Gruppe, 1993 mit der Genfer CTA zu BalairCTA fusioniert und im Oktober 2001 mit dem Swissair-Ende eingestellt.

Auch bekannt als: Basler Luftverkehrs AG · BalairCTA · Balair CTA · Balair-CTA

SchweizSchweizFerienflieger12 Min. Lesezeit

1925

Gründung der ersten Balair in Basel

1931

Fusion mit Ad Astra Aero zur Swissair

1993

Fusion mit CTA zu BalairCTA

5.10.2001

Letzter Balair-Flug nach Zürich

Das Wichtigste in Kürze

  • Balair ist historisch: Der letzte Flug unter dem Namen landete am 5. Oktober 2001 in Zürich, kurz nach dem Zusammenbruch der Swissair.
  • Mitgründerin der Swissair: Die erste Balair aus Basel fusionierte am 1. Januar 1931 mit der Zürcher Ad Astra Aero zur Swissair.
  • Charter-Tochter ab 1953: Die neu gegründete Balair flog ab 1957 Charter, die Swissair stieg 1959 mit 40 Prozent ein und übernahm später die Mehrheit.
  • Hilfsflüge gehören zur DNA: Balair flog im Auftrag von IKRK und UNO, unter anderem während der Biafra-Luftbrücke.
  • BalairCTA: 1993 fusionierte Balair mit der Genfer CTA; 1997 bis 2001 flog wieder eine Balair exklusiv für Hotelplan.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Balair im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Die Flotte von Balair
  4. 4.Hilfsflüge und Biafra-Luftbrücke
  5. 5.CTA und die Fusion zur BalairCTA
  6. 6.Die letzte Balair (1997–2001)
  7. 7.Woran du Balair erkennst
  8. 8.Balair im Spotter-Alltag heute
  9. 9.Häufige Verwechslungen
  10. 10.Fazit

Steckbrief

DrehkreuzeBSL, ZRH
StatusHistorisch – letzter Balair-Flug am 5. Oktober 2001 in Zürich
GeschäftsmodellZuerst Linienairline (1925–1930), ab 1957 Charter- und Ferienairline, dazu Hilfs- und Auftragsflüge
GründungErste Balair 1925 in Basel, Neugründung im Januar 1953 nach einer Basler Volksabstimmung
Sitz und BasenBasel (Flugplatz Sternenfeld, später EuroAirport), ab 1993 Rechtssitz Genf und Betriebsbasis Zürich
EigentümerAb 1953 Basler Aktiengesellschaft, ab 1959 Swissair-Beteiligung von 40 Prozent, später Swissair-Mehrheit, ab 1997 Swissair-Tochter
Fusionen1931 mit Ad Astra Aero zur Swissair; 1993 mit der Genfer CTA zu BalairCTA
Wichtige TypenFokker F.II und F.VII, Vickers Viking, DC-4, DC-6, Fokker F27, Convair 990, DC-8, DC-9, DC-10, Airbus A310, MD-80, Boeing 757 und 767
NachfolgeBelair Airlines, 2001 von Hotelplan gegründet

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Balair?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schweizer Kennzeichen mit HB-, zum Beispiel die DC-10 HB-IHK
  • Schriftzug „Balair“ beziehungsweise ab 1993 „BalairCTA“ am Rumpf, oft in enger Anlehnung an das Swissair-Design
  • Typische Langstreckenjets der späten Jahrzehnte: DC-8, DC-10 und Airbus A310, ab 1997 Boeing 767-300
  • Auf Kurz- und Mittelstrecke DC-9 und MD-80-Varianten, zuletzt Boeing 757-200
  • Aufnahmen aus Basel, Zürich, Genf, von Ferienflughäfen – und aus Krisengebieten, in die Balair Hilfsgüter flog

Kaum ein Name zieht sich so lange durch die Schweizer Luftfahrtgeschichte wie Balair. Die Basler Gesellschaft war 1931 eine der beiden Gründerinnen der Swissair, kam 1953 zurück, wurde ab 1957 zur Charterairline, brachte Urlauber mit DC-8 und DC-10 in die Ferne, flog Hilfsgüter für das Rote Kreuz in Krisengebiete und verschwand schließlich im Herbst 2001 mit dem Ende der Swissair. Diese Seite zeigt dir die verschiedenen Leben von Balair, ihre Flotte, woran du ihre Jets auf alten Fotos erkennst und wie du sie von CTA, Crossair und Belair unterscheidest.

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Balair im Überblick

Balair war eine Schweizer Fluggesellschaft aus Basel, die in mehreren Anläufen zwischen 1925 und 2001 flog. Der Name steht für die Basler Luftverkehrs AG und spielt auf „Bâle“ an, den französischen Namen der Stadt. Genau genommen gab es nicht eine Balair, sondern mehrere Gesellschaften unter diesem Namen – und jede hatte eine etwas andere Rolle.

Die erste Balair war in den 1920er-Jahren eine Linienairline, die von Basel aus ein kleines Netz in Mitteleuropa bediente und 1931 in der Swissair aufging. Die zweite Balair entstand 1953 neu und wurde zur Charter-, Ferien- und Hilfsflug-Spezialistin der Swissair-Gruppe. 1993 fusionierte sie mit der Genfer CTA zur BalairCTA. Und von 1997 bis 2001 flog schließlich noch einmal eine neue Balair als Swissair-Tochter, diesmal exklusiv für den Reiseveranstalter Hotelplan.

Gemeinsam ist allen Phasen die enge Verbindung zu Basel und zur Swissair. Die Heimat war zunächst der Basler Flugplatz Sternenfeld, später der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg. Ab 1993 lag der Flugbetrieb am Flughafen Zürich, der Rechtssitz in Genf.

1925Gründung in Basel
HB-Kennzeichen-Präfix der Flotte
2001Letzter Flug unter dem Namen Balair

Die Geschichte in Etappen

Die Geschichte von Balair lässt sich in vier Kapitel teilen: der Basler Linienpionier, die Charter- und Hilfsflugairline der Nachkriegszeit, die kurze BalairCTA-Phase und die Neuauflage als Hotelplan-Carrier.

1925/1926

Gründung im September 1925 in Basel. Im Oktober startet der Flugbetrieb mit einer Fokker F.II auf der Linie Basel–Freiburg im Breisgau–Mannheim. Ab April 1926 heißt die Gesellschaft Basler Luftverkehrs AG – kurz Balair.

1929

Der Basler Flugplatz Sternenfeld wird von neun Linien angeflogen – Basel ist zu dieser Zeit ein wichtiger Knoten im Schweizer Luftverkehr.

1931

Am 1. Januar fusioniert Balair mit der Zürcher Ad Astra Aero zur Swissair – auch auf Druck des Eidgenössischen Luftamts während der Weltwirtschaftskrise.

1953

Nach einem Ja des Basler Stimmvolks im Oktober 1952 wird im Januar 1953 eine neue Balair gegründet. Sie bildet zunächst Piloten aus, wartet Flugzeuge und fertigt Swissair-Maschinen in Basel-Mulhouse ab.

1957

Einstieg ins Chartergeschäft mit zwei Vickers Viking.

1959

Die Swissair beteiligt sich mit 40 Prozent an Balair.

1965

Erste Linienflüge im Auftrag der Swissair mit Fokker F27, etwa ab Basel und Bern.

1972

Die Swissair übernimmt nach Angaben aus der Firmengeschichte die Aktienmehrheit; andere Darstellungen datieren die Mehrheit erst in die 1980er-Jahre.

1993

Am 1. Januar fusioniert Balair mit der Genfer CTA zur BalairCTA. Der Flugbetrieb zieht nach Zürich.

1995

BalairCTA gibt das eigene Chartergeschäft auf. Kurzstrecken gehen an Crossair, Langstrecken an die Swissair.

1997–2001

Ab November 1997 fliegt wieder eine Balair als Swissair-Tochter, exklusiv für Hotelplan. Am 5. Oktober 2001 landet der letzte Balair-Flug in Zürich.

Der Basler Pionier (1925–1931)

Die erste Balair entstand in einer Zeit, in der Luftverkehr ein Abenteuer mit Subventionen war. Geflogen wurde nur im Sommerhalbjahr, finanziert vor allem durch Bundesbeiträge und Posttransporte. In ihren gut fünf Betriebsjahren beförderte Balair nach Angaben aus der Firmengeschichte über 18.000 Passagiere sowie rund 320 Tonnen Fracht und gut 140 Tonnen Post. Als die Weltwirtschaftskrise kam, drängte das Luftamt auf einen Zusammenschluss: Aus Balair und der Zürcher Ad Astra Aero wurde am 1. Januar 1931 die Swissair, mit Sitz in Zürich. Basel hatte damit zwar seine eigene Airline verloren, aber die Grundlage für die spätere nationale Fluggesellschaft gelegt.

Charter, Ferien und Hilfsflüge (1953–1993)

Mehr als zwei Jahrzehnte später kam der Name zurück. Die neue Balair war anfangs ein Dienstleister rund um den Flughafen Basel-Mulhouse: Flugschulung, Wartung und Abfertigung. 1957 stieg sie mit zwei Vickers Viking ins Chartergeschäft ein. Damit begann die Rolle, die Balair für Jahrzehnte prägte – als Ferien- und Auftragsflieger, der der Swissair das Chartergeschäft abnahm.

Im Winter flog Balair Urlauber auch auf lange Strecken, etwa nach Mombasa, Rio de Janeiro, Colombo, New York oder Los Angeles. Dazu kamen zahlreiche Flüge für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Krisengebiete und Einsätze mit der Fokker F27 im Auftrag der UNO. Wirtschaftlich war das Modell allerdings nicht einfach: Die Konzentration auf die Langstrecke brachte der Swissair kaum Entlastung, und die Gesellschaft galt als wenig effizient.

Was heißt eigentlich Charter?

Bei einem klassischen Charterflug kauft ein Reiseveranstalter das ganze Flugzeug oder große Kontingente, die Airline fliegt im Auftrag. Genau so arbeitete Balair über Jahrzehnte. Den Unterschied zum Linienflug erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.

Die Flotte von Balair

Kaum eine Schweizer Airline hat so viele unterschiedliche Typen geflogen wie Balair. Viele Maschinen kamen von der Swissair oder wurden mit ihr getauscht, manche flogen nur kurz. Genaue Stückzahlen je Typ unterscheiden sich deshalb je nach Quelle – die Tabelle nennt die Typen und ihre Rolle.

Typ Epoche Spotter-Hinweis
Fokker F.II, F.III, F.VII 1925–1930 Hochdecker der Gründerjahre
Vickers Viking ab 1957 Erste Charterflugzeuge der zweiten Balair
Douglas DC-4 ab 1959 Viermotorig, von der Swissair übernommen
Douglas DC-6 1960er bis Anfang 1980er Kolbenmotor-Klassiker, auch auf Hilfsflügen
Fokker F27 Friendship ab 1965 Turboprop für Linien im Swissair-Auftrag und UNO-Einsätze
Boeing C-97 Stratofreighter Ende 1960er Frachter, bei der Biafra-Luftbrücke im Einsatz
Convair 990 Coronado zeitweise Einzelstück, von der Swissair gemietet
Douglas DC-8 1970er/1980er Teils von der Swissair übernommen
DC-9 1970er/1980er Zweistrahler mit Hecktriebwerken
McDonnell Douglas DC-10 ab 1979 DC-10-30 HB-IHK, Langstrecken-Arbeitspferd
Airbus A310 ab 1986 A310-300, Langstrecken-Großraumjet
MD-80-Familie ab Mitte der 1980er MD-82, MD-83 und MD-87
Boeing 757-200 1997–2001 Zwei Exemplare, später zu Belair
Boeing 767-300 1997–2001 Zwei Exemplare für die Langstrecke

Die Propellerjahre ab 1957 sind typische Nachkriegs-Charterluftfahrt: Viking, DC-4 und DC-6 brachten Urlauber und Fracht in den Süden. Die DC-6 HB-IBS gilt als letztes viermotoriges Propellerflugzeug im Schweizer Linien- und Charterdienst; sie ging später nach Kanada. Wie die Ahnen dieser Flugzeugfamilie aussahen, zeigt der Artikel über die Douglas DC-3.

In den 1970er-Jahren begann die Jet-Ära im großen Stil: Zur DC-9 kamen DC-8 für die Langstrecke, später die DC-10. 1979 bestand die Flotte aus einer DC-6, einer DC-9, zwei DC-8 und einer DC-10 mit dem Kennzeichen HB-IHK. Ab 1982 flog Balair dann nur noch mit Jets. Die meisten dieser Typen stammen von McDonnell Douglas beziehungsweise Douglas – passend zur Swissair, die lange auf denselben Hersteller setzte.

In den 1980er-Jahren folgte die nächste Generation: Ab 1986 flog Balair den Airbus A310-300 auf der Langstrecke, auf Kurz- und Mittelstrecke kamen MD-82, MD-83 und die verkürzte MD-87 dazu, die gut zu Ferienstrecken mit kleinerer Nachfrage passte.

Die Balair von 1997 bis 2001 war schlank aufgestellt: zwei Boeing 757-200 für Kurz- und Mittelstrecken, geleast von Hotelplan, und zwei Boeing 767-300 für die Langstrecke. Wie du die beiden Boeing-Typen auseinanderhältst, erklärt der Guide Boeing 757 und 767 unterscheiden.

Klassiker auf der Wunschliste

Setz Klassiker wie die DC-10 auf deine Wunschliste und leg Sichtungs-Alarme für Typen oder Kennzeichen an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn die Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Hilfsflüge und Biafra-Luftbrücke

Ein besonderes Kapitel sind die humanitären Einsätze. Balair flog regelmäßig für das IKRK und andere Organisationen in Kriegs- und Krisengebiete. Am bekanntesten ist die Biafra-Luftbrücke während des nigerianischen Bürgerkriegs Ende der 1960er-Jahre: Balair setzte dafür unter anderem Boeing C-97 ein, die Hilfsgüter für kirchliche Hilfswerke und das IKRK nachts auf die unbeleuchtete Behelfspiste Uli im Südosten Nigerias brachten.

Dieser Einsatz war gefährlich. Am 7. Mai 1969 verunglückte eine Balair-DC-6 (HB-IBT) im Auftrag des IKRK rund elf Kilometer vor der Piste, die vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, mehr als zehn Tonnen Hilfsgüter verbrannten. Schon am 15. Mai 1960 war die Balair-DC-4 HB-ILA auf einem Überführungsflug im Sudan nach Navigationsfehlern gegen einen Berg geflogen, alle zwölf Insassen starben.

Unfälle respektvoll einordnen

Wer alte Fotos verunglückter Flugzeuge postet, sollte Kennzeichen und Datum sauber nennen und keine Spekulationen verbreiten. Bei Unfällen mit Todesopfern gehört ein sachlicher Ton dazu.

CTA und die Fusion zur BalairCTA

Die zweite Chartertochter der Swissair war die CTA – Compagnie de Transport Aérien mit Sitz in Meyrin bei Genf. Die Swissair gründete sie 1978 als Auffanggesellschaft, nachdem die Genfer Chartergesellschaft SATA in Konkurs gegangen war. Zunächst flog CTA mit der Caravelle, später mit MD-87, vor allem zu Ferienzielen rund ums Mittelmeer.

Am 1. Januar 1993 legte die Swissair beide Töchter zusammen. Die neue BalairCTA hatte ihren Rechtssitz in Genf, die Buchhaltung blieb in Basel, der Flugbetrieb zog nach Zürich. Lange hielt die Konstruktion nicht: Nach Restrukturierung und Entlassungen gab BalairCTA 1995 das eigene Chartergeschäft auf. Die Kurzstrecken übernahm Crossair, die Langstrecken die Swissair selbst.

Merkmal Balair CTA BalairCTA
Zeitraum 1953–1993 (und 1925–1931) 1978–1993 1993–1995/1997
Herkunft Basel Genf/Meyrin Fusion beider
Schwerpunkt Charter, Langstrecke, Hilfsflüge Mittelmeer-Charter Charter ab Zürich
Typische Typen DC-8, DC-10, A310, MD-80 Caravelle, später MD-87 MD-80, A310

Die letzte Balair (1997–2001)

Ende 1997 tauchte der Name noch einmal auf: Die Swissair-Gruppe startete eine neue Balair als Chartertochter, die exklusiv für Hotelplan und dessen Marken flog. Mit zwei 757 und zwei 767 bediente sie Ferienziele auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke ab Zürich.

Als die Swissair-Gruppe im Herbst 2001 in die Krise stürzte, war auch für Balair Schluss. Der letzte Balair-Flug landete am 5. Oktober 2001 in Zürich. Die 767 gingen an die Leasinggeber zurück. Die beiden 757 und rund 120 frühere Balair-Mitarbeitende wechselten zur neuen Belair, die Hotelplan im Oktober 2001 gründete und die am 3. November 2001 den Flugbetrieb aufnahm. Belair kam später zu Air Berlin und endete 2017.

1997

Neue Balair als Swissair-Tochter, exklusiv für Hotelplan.

Herbst 2001

Swissair-Krise, letzter Balair-Flug am 5. Oktober in Zürich.

November 2001

Belair startet mit den beiden 757 und früheren Balair-Crews.

Im Schweizer Ferienflug folgten danach andere Namen: Edelweiss Air ist heute der bekannteste Ferienflieger des Landes und gehört wie Swiss zur Lufthansa Group. Eine direkte Nachfolgerin von Balair ist Edelweiss aber nicht.

Woran du Balair erkennst

Live sehen kannst du Balair nicht mehr – sie begegnet dir auf Dias, Abzügen und in Archiven. Diese Merkmale helfen bei der Zuordnung:

  • Kennzeichen: Alle Balair-Flugzeuge waren in der Schweiz registriert und tragen HB- am Heck. Wie die Schweizer Systematik funktioniert, erklärt der Artikel zu den Schweizer HB-Kennzeichen.
  • Schriftzug: „Balair“ beziehungsweise ab 1993 „BalairCTA“ am Rumpf. Die Bemalungen orientierten sich oft am Swissair-Design – der Schriftzug ist deshalb der wichtigste Hinweis.
  • Typ und Zeit: Viermotorige Propellerflugzeuge sprechen für die 1950er und 1960er, DC-8 und DC-10 für die 1970er und 1980er, eine 757 oder 767 für die Jahre 1997 bis 2001.
  • Ort: Basel, Zürich und Genf sowie Ferienflughäfen und – in Ausnahmefällen – Pisten in Krisengebieten.

Zeigt dein altes Foto wirklich Balair?

Hak ab, was auf dem Foto zu sehen ist – ab vier Treffern ist die Zuordnung ziemlich sicher.

  • Schriftzug „Balair“ oder „BalairCTA“ am Rumpf
  • Schweizer Kennzeichen mit HB- am Heck
  • Typ wie DC-6, DC-8, DC-10, A310, MD-80, 757 oder 767
  • Aufnahme aus der Zeit vor Oktober 2001
  • Ort wie Basel, Zürich, Genf oder ein Ferienflughafen
  • Bemalung ähnlich, aber nicht identisch mit Swissair

Archivfotos sauber nachtragen

Mit dem Kennzeichen findest du in Archiven Typ, Seriennummer und meist auch spätere Betreiber. Viele Balair-Jets flogen nach ihrer Schweizer Zeit mit neuer Registrierung weiter – wie das funktioniert, zeigt der Artikel über Umregistrierungen. Tipps zum Ordnen deiner Bilder liefert der Guide Flugzeugfotos archivieren.

Balair im Spotter-Alltag heute

Auf Spurensuche gehst du am besten in Zürich und Basel. Am Flughafen Zürich, wo Balair zuletzt stationiert war, findest du mit der Zuschauerterrasse B und dem Butzenbüel zwei der bekanntesten Spots; einen Überblick gibt der Guide Planespotting in Zürich. Wer sich für die Schweizer Luftfahrtgeschichte insgesamt interessiert, kommt am Verkehrshaus der Schweiz in Luzern nicht vorbei.

Lohnt sich, wenn …

  • du alte Schweizer Dias und Urlaubsfotos aus den 1960ern bis 2001 sortierst
  • du die Geschichte von DC-8, DC-10 oder MD-80 in der Schweiz sammelst
  • dich die Vorgeschichte von Swissair, Crossair und Belair interessiert

Prüf es vorher, wenn …

  • das Foto keine lesbare Registrierung zeigt
  • die Maschine im Swissair-Design fliegt – dann kann es auch eine Swissair-Maschine sein

Keine Balair, wenn …

  • das Foto nach Oktober 2001 entstanden ist oder „Belair“ am Rumpf steht

Häufige Verwechslungen

  • Balair und Belair – Belair war die Hotelplan-Gesellschaft ab November 2001, keine Swissair-Tochter.
  • Balair und Swissair – viele Flugzeuge wechselten zwischen beiden, entscheidend ist der Schriftzug am Rumpf.
  • CTA und SATA – SATA war die Genfer Vorgängerin, die in Konkurs ging; CTA ihre Auffanggesellschaft.
  • BalairCTA und Crossair – Crossair übernahm 1995 zwar Kurzstrecken, war aber eine eigenständige Regionalairline.
  • Die erste und die zweite Balair – zwischen 1931 und 1953 gab es keine Balair, die Linien flog die Swissair.

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Fazit

Balair ist ein Stück Schweizer Luftfahrtgeschichte in mehreren Akten: Basler Linienpionier, Mitgründerin der Swissair, Charter- und Hilfsflug-Spezialistin mit DC-8 und DC-10, Fusionspartnerin der CTA und zuletzt Hotelplan-Carrier mit 757 und 767. Mit dem Ende der Swissair im Herbst 2001 verschwand auch der Name. Wer alte Fotos sortiert, hält mit dem HB-Kennzeichen die Geschichte dieser Airline sauber fest.

Kurzfazit

Balair war eine Schweizer Airline aus Basel, 1931 Mitgründerin der Swissair, ab 1953 deren Charter- und Hilfsflugtochter, 1993 mit CTA zur BalairCTA fusioniert. Der letzte Flug landete am 5. Oktober 2001 in Zürich.

Zusammenfassung

  • Balair war eine der prägenden Schweizer Airlines des 20. Jahrhunderts – erst als Basler Linienpionier, dann als Charter- und Hilfsflugtochter der Swissair.
  • Die Flotte spiegelt sieben Jahrzehnte Luftfahrt: von Fokker-Hochdeckern über Propellerflugzeuge von Douglas bis zu DC-8, DC-10, A310 und Boeing 767.
  • Mit der Fusion zur BalairCTA 1993 und der Neuauflage 1997 bis 2001 blieb der Name bis zum Swissair-Ende im Herbst 2001 präsent.
  • Für Spotter sind heute Archivfotos, HB-Kennzeichen und die Abgrenzung zu Swissair, CTA und Belair die spannenden Punkte.

Häufige Fragen

Gibt es Balair noch?

Nein. Der letzte Balair-Flug landete am 5. Oktober 2001 in Zürich. Mit der Krise der Swissair-Gruppe wurde der Flugbetrieb eingestellt. Die beiden Boeing 757 und rund 120 Mitarbeitende wechselten zur neu gegründeten Belair des Reiseveranstalters Hotelplan, die selbst 2017 den Betrieb einstellte.

Was bedeutet der Name Balair?

Der Name steht für die Basler Luftverkehrs AG und spielt auf „Bâle“ an, den französischen Namen von Basel. Die Gesellschaft wurde 1925 gegründet und trug den Namen ab 1926.

Was hat Balair mit der Swissair zu tun?

Gleich doppelt viel: Die erste Balair fusionierte am 1. Januar 1931 mit der Zürcher Ad Astra Aero zur Swissair. Die 1953 neu gegründete Balair wurde später Tochter der Swissair – die Swissair beteiligte sich 1959 mit 40 Prozent und übernahm später die Mehrheit.

Was war BalairCTA?

BalairCTA entstand am 1. Januar 1993 aus der Fusion von Balair mit der Genfer Chartergesellschaft CTA (Compagnie de Transport Aérien), die die Swissair 1978 gegründet hatte. Der Rechtssitz lag in Genf, der Flugbetrieb in Zürich. Nach einer Restrukturierung gab BalairCTA 1995 das eigene Chartergeschäft auf, Kurzstrecken gingen an Crossair, Langstrecken an die Swissair.

Welche Flugzeuge flog Balair?

In den 1920ern Fokker-Hochdecker, ab 1957 Vickers Viking, danach Propellerflugzeuge wie DC-4 und DC-6 sowie Fokker F27. Später kamen Jets wie Convair 990, DC-8, DC-9 und DC-10, in den 1980ern der Airbus A310-300 sowie MD-82, MD-83 und MD-87. Die Balair von 1997 bis 2001 flog zwei Boeing 757-200 und zwei 767-300.

Welche Rolle spielte Balair bei Hilfsflügen?

Balair flog häufig im Auftrag des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und der UNO in Krisengebiete. Während der Biafra-Luftbrücke Ende der 1960er-Jahre flog Balair Hilfsgüter auf eine Behelfspiste im Südosten Nigerias, unter anderem mit Boeing C-97. Dabei verunglückte im Mai 1969 eine DC-6 im Anflug, alle vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

Was ist der Unterschied zwischen Balair und Belair?

Balair war die Swissair-Tochter aus Basel, die 2001 endete. Belair war die Auffanggesellschaft von Hotelplan, die im November 2001 mit den beiden Balair-757 startete und später zu Air Berlin gehörte. Die Namen klingen fast gleich, die Unternehmen sind aber getrennt.

Balair im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Douglas DC-4 / C-54 Skymaster

Vier Sternmotoren, ein einzelnes Seitenleitwerk, Bugradfahrwerk und runde Fenster: Die DC-4 und ihre Militärversion C-54 trugen die Berliner Luftbrücke. So erkennst du den Klassiker und findest die letzten Exemplare.

Flugzeugtyp

Douglas DC-6

Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.

Flugzeugtyp

Douglas DC-8

Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas DC-10

Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.

Flugzeugtyp

Airbus A310

Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-87

Kürzer, moderner im Cockpit und mit einer markanten Flossenspitze: Die MD-87 war die kompakte Version der MD-80-Familie. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, warum Iberia und SAS sie prägten und weshalb sie heute vor allem als Löschflugzeug unterwegs ist.

Flugzeugtyp

Boeing 757-200

Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.

Flugzeugtyp

Boeing 767-300ER

Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.

Flugzeugtyp

Fokker F27 Friendship

Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.

Flugzeugtyp

Convair CV-990 Coronado

Vier Triebwerke, markante „Karotten“ auf den Flügeln und ein Geschwindigkeitsrekord: Die Convair CV-990 Coronado war der schnellste Linienjet ihrer Zeit – und ein teurer Flop. So erkennst du den Swissair-Klassiker.

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