Das Wichtigste in Kürze
- Balair ist historisch: Der letzte Flug unter dem Namen landete am 5. Oktober 2001 in Zürich, kurz nach dem Zusammenbruch der Swissair.
- Mitgründerin der Swissair: Die erste Balair aus Basel fusionierte am 1. Januar 1931 mit der Zürcher Ad Astra Aero zur Swissair.
- Charter-Tochter ab 1953: Die neu gegründete Balair flog ab 1957 Charter, die Swissair stieg 1959 mit 40 Prozent ein und übernahm später die Mehrheit.
- Hilfsflüge gehören zur DNA: Balair flog im Auftrag von IKRK und UNO, unter anderem während der Biafra-Luftbrücke.
- BalairCTA: 1993 fusionierte Balair mit der Genfer CTA; 1997 bis 2001 flog wieder eine Balair exklusiv für Hotelplan.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Drehkreuze | BSL, ZRH |
|---|---|
| Status | Historisch – letzter Balair-Flug am 5. Oktober 2001 in Zürich |
| Geschäftsmodell | Zuerst Linienairline (1925–1930), ab 1957 Charter- und Ferienairline, dazu Hilfs- und Auftragsflüge |
| Gründung | Erste Balair 1925 in Basel, Neugründung im Januar 1953 nach einer Basler Volksabstimmung |
| Sitz und Basen | Basel (Flugplatz Sternenfeld, später EuroAirport), ab 1993 Rechtssitz Genf und Betriebsbasis Zürich |
| Eigentümer | Ab 1953 Basler Aktiengesellschaft, ab 1959 Swissair-Beteiligung von 40 Prozent, später Swissair-Mehrheit, ab 1997 Swissair-Tochter |
| Fusionen | 1931 mit Ad Astra Aero zur Swissair; 1993 mit der Genfer CTA zu BalairCTA |
| Wichtige Typen | Fokker F.II und F.VII, Vickers Viking, DC-4, DC-6, Fokker F27, Convair 990, DC-8, DC-9, DC-10, Airbus A310, MD-80, Boeing 757 und 767 |
| Nachfolge | Belair Airlines, 2001 von Hotelplan gegründet |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Balair?
- Schweizer Kennzeichen mit HB-, zum Beispiel die DC-10 HB-IHK
- Schriftzug „Balair“ beziehungsweise ab 1993 „BalairCTA“ am Rumpf, oft in enger Anlehnung an das Swissair-Design
- Typische Langstreckenjets der späten Jahrzehnte: DC-8, DC-10 und Airbus A310, ab 1997 Boeing 767-300
- Auf Kurz- und Mittelstrecke DC-9 und MD-80-Varianten, zuletzt Boeing 757-200
- Aufnahmen aus Basel, Zürich, Genf, von Ferienflughäfen – und aus Krisengebieten, in die Balair Hilfsgüter flog
Kaum ein Name zieht sich so lange durch die Schweizer Luftfahrtgeschichte wie Balair. Die Basler Gesellschaft war 1931 eine der beiden Gründerinnen der Swissair, kam 1953 zurück, wurde ab 1957 zur Charterairline, brachte Urlauber mit DC-8 und DC-10 in die Ferne, flog Hilfsgüter für das Rote Kreuz in Krisengebiete und verschwand schließlich im Herbst 2001 mit dem Ende der Swissair. Diese Seite zeigt dir die verschiedenen Leben von Balair, ihre Flotte, woran du ihre Jets auf alten Fotos erkennst und wie du sie von CTA, Crossair und Belair unterscheidest.
Balair-Fotos im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen fest – auch Archivbilder von Airlines, die es heute nicht mehr gibt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Balair im Überblick
Balair war eine Schweizer Fluggesellschaft aus Basel, die in mehreren Anläufen zwischen 1925 und 2001 flog. Der Name steht für die Basler Luftverkehrs AG und spielt auf „Bâle“ an, den französischen Namen der Stadt. Genau genommen gab es nicht eine Balair, sondern mehrere Gesellschaften unter diesem Namen – und jede hatte eine etwas andere Rolle.
Die erste Balair war in den 1920er-Jahren eine Linienairline, die von Basel aus ein kleines Netz in Mitteleuropa bediente und 1931 in der Swissair aufging. Die zweite Balair entstand 1953 neu und wurde zur Charter-, Ferien- und Hilfsflug-Spezialistin der Swissair-Gruppe. 1993 fusionierte sie mit der Genfer CTA zur BalairCTA. Und von 1997 bis 2001 flog schließlich noch einmal eine neue Balair als Swissair-Tochter, diesmal exklusiv für den Reiseveranstalter Hotelplan.
Gemeinsam ist allen Phasen die enge Verbindung zu Basel und zur Swissair. Die Heimat war zunächst der Basler Flugplatz Sternenfeld, später der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg. Ab 1993 lag der Flugbetrieb am Flughafen Zürich, der Rechtssitz in Genf.
Die Geschichte in Etappen
Die Geschichte von Balair lässt sich in vier Kapitel teilen: der Basler Linienpionier, die Charter- und Hilfsflugairline der Nachkriegszeit, die kurze BalairCTA-Phase und die Neuauflage als Hotelplan-Carrier.
1925/1926
Gründung im September 1925 in Basel. Im Oktober startet der Flugbetrieb mit einer Fokker F.II auf der Linie Basel–Freiburg im Breisgau–Mannheim. Ab April 1926 heißt die Gesellschaft Basler Luftverkehrs AG – kurz Balair.
1929
Der Basler Flugplatz Sternenfeld wird von neun Linien angeflogen – Basel ist zu dieser Zeit ein wichtiger Knoten im Schweizer Luftverkehr.
1931
Am 1. Januar fusioniert Balair mit der Zürcher Ad Astra Aero zur Swissair – auch auf Druck des Eidgenössischen Luftamts während der Weltwirtschaftskrise.
1953
Nach einem Ja des Basler Stimmvolks im Oktober 1952 wird im Januar 1953 eine neue Balair gegründet. Sie bildet zunächst Piloten aus, wartet Flugzeuge und fertigt Swissair-Maschinen in Basel-Mulhouse ab.
1957
Einstieg ins Chartergeschäft mit zwei Vickers Viking.
1959
Die Swissair beteiligt sich mit 40 Prozent an Balair.
1965
Erste Linienflüge im Auftrag der Swissair mit Fokker F27, etwa ab Basel und Bern.
1972
Die Swissair übernimmt nach Angaben aus der Firmengeschichte die Aktienmehrheit; andere Darstellungen datieren die Mehrheit erst in die 1980er-Jahre.
1993
Am 1. Januar fusioniert Balair mit der Genfer CTA zur BalairCTA. Der Flugbetrieb zieht nach Zürich.
1995
BalairCTA gibt das eigene Chartergeschäft auf. Kurzstrecken gehen an Crossair, Langstrecken an die Swissair.
1997–2001
Ab November 1997 fliegt wieder eine Balair als Swissair-Tochter, exklusiv für Hotelplan. Am 5. Oktober 2001 landet der letzte Balair-Flug in Zürich.
Der Basler Pionier (1925–1931)
Die erste Balair entstand in einer Zeit, in der Luftverkehr ein Abenteuer mit Subventionen war. Geflogen wurde nur im Sommerhalbjahr, finanziert vor allem durch Bundesbeiträge und Posttransporte. In ihren gut fünf Betriebsjahren beförderte Balair nach Angaben aus der Firmengeschichte über 18.000 Passagiere sowie rund 320 Tonnen Fracht und gut 140 Tonnen Post. Als die Weltwirtschaftskrise kam, drängte das Luftamt auf einen Zusammenschluss: Aus Balair und der Zürcher Ad Astra Aero wurde am 1. Januar 1931 die Swissair, mit Sitz in Zürich. Basel hatte damit zwar seine eigene Airline verloren, aber die Grundlage für die spätere nationale Fluggesellschaft gelegt.
Charter, Ferien und Hilfsflüge (1953–1993)
Mehr als zwei Jahrzehnte später kam der Name zurück. Die neue Balair war anfangs ein Dienstleister rund um den Flughafen Basel-Mulhouse: Flugschulung, Wartung und Abfertigung. 1957 stieg sie mit zwei Vickers Viking ins Chartergeschäft ein. Damit begann die Rolle, die Balair für Jahrzehnte prägte – als Ferien- und Auftragsflieger, der der Swissair das Chartergeschäft abnahm.
Im Winter flog Balair Urlauber auch auf lange Strecken, etwa nach Mombasa, Rio de Janeiro, Colombo, New York oder Los Angeles. Dazu kamen zahlreiche Flüge für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Krisengebiete und Einsätze mit der Fokker F27 im Auftrag der UNO. Wirtschaftlich war das Modell allerdings nicht einfach: Die Konzentration auf die Langstrecke brachte der Swissair kaum Entlastung, und die Gesellschaft galt als wenig effizient.
Was heißt eigentlich Charter?
Bei einem klassischen Charterflug kauft ein Reiseveranstalter das ganze Flugzeug oder große Kontingente, die Airline fliegt im Auftrag. Genau so arbeitete Balair über Jahrzehnte. Den Unterschied zum Linienflug erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Die Flotte von Balair
Kaum eine Schweizer Airline hat so viele unterschiedliche Typen geflogen wie Balair. Viele Maschinen kamen von der Swissair oder wurden mit ihr getauscht, manche flogen nur kurz. Genaue Stückzahlen je Typ unterscheiden sich deshalb je nach Quelle – die Tabelle nennt die Typen und ihre Rolle.
| Typ | Epoche | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Fokker F.II, F.III, F.VII | 1925–1930 | Hochdecker der Gründerjahre |
| Vickers Viking | ab 1957 | Erste Charterflugzeuge der zweiten Balair |
| Douglas DC-4 | ab 1959 | Viermotorig, von der Swissair übernommen |
| Douglas DC-6 | 1960er bis Anfang 1980er | Kolbenmotor-Klassiker, auch auf Hilfsflügen |
| Fokker F27 Friendship | ab 1965 | Turboprop für Linien im Swissair-Auftrag und UNO-Einsätze |
| Boeing C-97 Stratofreighter | Ende 1960er | Frachter, bei der Biafra-Luftbrücke im Einsatz |
| Convair 990 Coronado | zeitweise | Einzelstück, von der Swissair gemietet |
| Douglas DC-8 | 1970er/1980er | Teils von der Swissair übernommen |
| DC-9 | 1970er/1980er | Zweistrahler mit Hecktriebwerken |
| McDonnell Douglas DC-10 | ab 1979 | DC-10-30 HB-IHK, Langstrecken-Arbeitspferd |
| Airbus A310 | ab 1986 | A310-300, Langstrecken-Großraumjet |
| MD-80-Familie | ab Mitte der 1980er | MD-82, MD-83 und MD-87 |
| Boeing 757-200 | 1997–2001 | Zwei Exemplare, später zu Belair |
| Boeing 767-300 | 1997–2001 | Zwei Exemplare für die Langstrecke |
Die Propellerjahre ab 1957 sind typische Nachkriegs-Charterluftfahrt: Viking, DC-4 und DC-6 brachten Urlauber und Fracht in den Süden. Die DC-6 HB-IBS gilt als letztes viermotoriges Propellerflugzeug im Schweizer Linien- und Charterdienst; sie ging später nach Kanada. Wie die Ahnen dieser Flugzeugfamilie aussahen, zeigt der Artikel über die Douglas DC-3.
In den 1970er-Jahren begann die Jet-Ära im großen Stil: Zur DC-9 kamen DC-8 für die Langstrecke, später die DC-10. 1979 bestand die Flotte aus einer DC-6, einer DC-9, zwei DC-8 und einer DC-10 mit dem Kennzeichen HB-IHK. Ab 1982 flog Balair dann nur noch mit Jets. Die meisten dieser Typen stammen von McDonnell Douglas beziehungsweise Douglas – passend zur Swissair, die lange auf denselben Hersteller setzte.
In den 1980er-Jahren folgte die nächste Generation: Ab 1986 flog Balair den Airbus A310-300 auf der Langstrecke, auf Kurz- und Mittelstrecke kamen MD-82, MD-83 und die verkürzte MD-87 dazu, die gut zu Ferienstrecken mit kleinerer Nachfrage passte.
Die Balair von 1997 bis 2001 war schlank aufgestellt: zwei Boeing 757-200 für Kurz- und Mittelstrecken, geleast von Hotelplan, und zwei Boeing 767-300 für die Langstrecke. Wie du die beiden Boeing-Typen auseinanderhältst, erklärt der Guide Boeing 757 und 767 unterscheiden.
Klassiker auf der Wunschliste
Setz Klassiker wie die DC-10 auf deine Wunschliste und leg Sichtungs-Alarme für Typen oder Kennzeichen an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn die Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Hilfsflüge und Biafra-Luftbrücke
Ein besonderes Kapitel sind die humanitären Einsätze. Balair flog regelmäßig für das IKRK und andere Organisationen in Kriegs- und Krisengebiete. Am bekanntesten ist die Biafra-Luftbrücke während des nigerianischen Bürgerkriegs Ende der 1960er-Jahre: Balair setzte dafür unter anderem Boeing C-97 ein, die Hilfsgüter für kirchliche Hilfswerke und das IKRK nachts auf die unbeleuchtete Behelfspiste Uli im Südosten Nigerias brachten.
Dieser Einsatz war gefährlich. Am 7. Mai 1969 verunglückte eine Balair-DC-6 (HB-IBT) im Auftrag des IKRK rund elf Kilometer vor der Piste, die vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, mehr als zehn Tonnen Hilfsgüter verbrannten. Schon am 15. Mai 1960 war die Balair-DC-4 HB-ILA auf einem Überführungsflug im Sudan nach Navigationsfehlern gegen einen Berg geflogen, alle zwölf Insassen starben.
Unfälle respektvoll einordnen
Wer alte Fotos verunglückter Flugzeuge postet, sollte Kennzeichen und Datum sauber nennen und keine Spekulationen verbreiten. Bei Unfällen mit Todesopfern gehört ein sachlicher Ton dazu.
CTA und die Fusion zur BalairCTA
Die zweite Chartertochter der Swissair war die CTA – Compagnie de Transport Aérien mit Sitz in Meyrin bei Genf. Die Swissair gründete sie 1978 als Auffanggesellschaft, nachdem die Genfer Chartergesellschaft SATA in Konkurs gegangen war. Zunächst flog CTA mit der Caravelle, später mit MD-87, vor allem zu Ferienzielen rund ums Mittelmeer.
Am 1. Januar 1993 legte die Swissair beide Töchter zusammen. Die neue BalairCTA hatte ihren Rechtssitz in Genf, die Buchhaltung blieb in Basel, der Flugbetrieb zog nach Zürich. Lange hielt die Konstruktion nicht: Nach Restrukturierung und Entlassungen gab BalairCTA 1995 das eigene Chartergeschäft auf. Die Kurzstrecken übernahm Crossair, die Langstrecken die Swissair selbst.
| Merkmal | Balair | CTA | BalairCTA |
|---|---|---|---|
| Zeitraum | 1953–1993 (und 1925–1931) | 1978–1993 | 1993–1995/1997 |
| Herkunft | Basel | Genf/Meyrin | Fusion beider |
| Schwerpunkt | Charter, Langstrecke, Hilfsflüge | Mittelmeer-Charter | Charter ab Zürich |
| Typische Typen | DC-8, DC-10, A310, MD-80 | Caravelle, später MD-87 | MD-80, A310 |
Die letzte Balair (1997–2001)
Ende 1997 tauchte der Name noch einmal auf: Die Swissair-Gruppe startete eine neue Balair als Chartertochter, die exklusiv für Hotelplan und dessen Marken flog. Mit zwei 757 und zwei 767 bediente sie Ferienziele auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke ab Zürich.
Als die Swissair-Gruppe im Herbst 2001 in die Krise stürzte, war auch für Balair Schluss. Der letzte Balair-Flug landete am 5. Oktober 2001 in Zürich. Die 767 gingen an die Leasinggeber zurück. Die beiden 757 und rund 120 frühere Balair-Mitarbeitende wechselten zur neuen Belair, die Hotelplan im Oktober 2001 gründete und die am 3. November 2001 den Flugbetrieb aufnahm. Belair kam später zu Air Berlin und endete 2017.
1997
Neue Balair als Swissair-Tochter, exklusiv für Hotelplan.
Herbst 2001
Swissair-Krise, letzter Balair-Flug am 5. Oktober in Zürich.
November 2001
Belair startet mit den beiden 757 und früheren Balair-Crews.
Im Schweizer Ferienflug folgten danach andere Namen: Edelweiss Air ist heute der bekannteste Ferienflieger des Landes und gehört wie Swiss zur Lufthansa Group. Eine direkte Nachfolgerin von Balair ist Edelweiss aber nicht.
Woran du Balair erkennst
Live sehen kannst du Balair nicht mehr – sie begegnet dir auf Dias, Abzügen und in Archiven. Diese Merkmale helfen bei der Zuordnung:
- Kennzeichen: Alle Balair-Flugzeuge waren in der Schweiz registriert und tragen HB- am Heck. Wie die Schweizer Systematik funktioniert, erklärt der Artikel zu den Schweizer HB-Kennzeichen.
- Schriftzug: „Balair“ beziehungsweise ab 1993 „BalairCTA“ am Rumpf. Die Bemalungen orientierten sich oft am Swissair-Design – der Schriftzug ist deshalb der wichtigste Hinweis.
- Typ und Zeit: Viermotorige Propellerflugzeuge sprechen für die 1950er und 1960er, DC-8 und DC-10 für die 1970er und 1980er, eine 757 oder 767 für die Jahre 1997 bis 2001.
- Ort: Basel, Zürich und Genf sowie Ferienflughäfen und – in Ausnahmefällen – Pisten in Krisengebieten.
Zeigt dein altes Foto wirklich Balair?
- Schriftzug „Balair“ oder „BalairCTA“ am Rumpf
- Schweizer Kennzeichen mit HB- am Heck
- Typ wie DC-6, DC-8, DC-10, A310, MD-80, 757 oder 767
- Aufnahme aus der Zeit vor Oktober 2001
- Ort wie Basel, Zürich, Genf oder ein Ferienflughafen
- Bemalung ähnlich, aber nicht identisch mit Swissair
Archivfotos sauber nachtragen
Mit dem Kennzeichen findest du in Archiven Typ, Seriennummer und meist auch spätere Betreiber. Viele Balair-Jets flogen nach ihrer Schweizer Zeit mit neuer Registrierung weiter – wie das funktioniert, zeigt der Artikel über Umregistrierungen. Tipps zum Ordnen deiner Bilder liefert der Guide Flugzeugfotos archivieren.
Balair im Spotter-Alltag heute
Auf Spurensuche gehst du am besten in Zürich und Basel. Am Flughafen Zürich, wo Balair zuletzt stationiert war, findest du mit der Zuschauerterrasse B und dem Butzenbüel zwei der bekanntesten Spots; einen Überblick gibt der Guide Planespotting in Zürich. Wer sich für die Schweizer Luftfahrtgeschichte insgesamt interessiert, kommt am Verkehrshaus der Schweiz in Luzern nicht vorbei.
Lohnt sich, wenn …
- du alte Schweizer Dias und Urlaubsfotos aus den 1960ern bis 2001 sortierst
- du die Geschichte von DC-8, DC-10 oder MD-80 in der Schweiz sammelst
- dich die Vorgeschichte von Swissair, Crossair und Belair interessiert
Prüf es vorher, wenn …
- das Foto keine lesbare Registrierung zeigt
- die Maschine im Swissair-Design fliegt – dann kann es auch eine Swissair-Maschine sein
Keine Balair, wenn …
- das Foto nach Oktober 2001 entstanden ist oder „Belair“ am Rumpf steht
Häufige Verwechslungen
- Balair und Belair – Belair war die Hotelplan-Gesellschaft ab November 2001, keine Swissair-Tochter.
- Balair und Swissair – viele Flugzeuge wechselten zwischen beiden, entscheidend ist der Schriftzug am Rumpf.
- CTA und SATA – SATA war die Genfer Vorgängerin, die in Konkurs ging; CTA ihre Auffanggesellschaft.
- BalairCTA und Crossair – Crossair übernahm 1995 zwar Kurzstrecken, war aber eine eigenständige Regionalairline.
- Die erste und die zweite Balair – zwischen 1931 und 1953 gab es keine Balair, die Linien flog die Swissair.
Dein Archiv, deine Sammlung
Poste deine Balair-Bilder mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen und teile sie mit der Community – andere Spotter liken und kommentieren deine Funde aus der Vergangenheit. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Balair ist ein Stück Schweizer Luftfahrtgeschichte in mehreren Akten: Basler Linienpionier, Mitgründerin der Swissair, Charter- und Hilfsflug-Spezialistin mit DC-8 und DC-10, Fusionspartnerin der CTA und zuletzt Hotelplan-Carrier mit 757 und 767. Mit dem Ende der Swissair im Herbst 2001 verschwand auch der Name. Wer alte Fotos sortiert, hält mit dem HB-Kennzeichen die Geschichte dieser Airline sauber fest.
Kurzfazit
Balair war eine Schweizer Airline aus Basel, 1931 Mitgründerin der Swissair, ab 1953 deren Charter- und Hilfsflugtochter, 1993 mit CTA zur BalairCTA fusioniert. Der letzte Flug landete am 5. Oktober 2001 in Zürich.
Zusammenfassung
- Balair war eine der prägenden Schweizer Airlines des 20. Jahrhunderts – erst als Basler Linienpionier, dann als Charter- und Hilfsflugtochter der Swissair.
- Die Flotte spiegelt sieben Jahrzehnte Luftfahrt: von Fokker-Hochdeckern über Propellerflugzeuge von Douglas bis zu DC-8, DC-10, A310 und Boeing 767.
- Mit der Fusion zur BalairCTA 1993 und der Neuauflage 1997 bis 2001 blieb der Name bis zum Swissair-Ende im Herbst 2001 präsent.
- Für Spotter sind heute Archivfotos, HB-Kennzeichen und die Abgrenzung zu Swissair, CTA und Belair die spannenden Punkte.
Häufige Fragen
Gibt es Balair noch?
Nein. Der letzte Balair-Flug landete am 5. Oktober 2001 in Zürich. Mit der Krise der Swissair-Gruppe wurde der Flugbetrieb eingestellt. Die beiden Boeing 757 und rund 120 Mitarbeitende wechselten zur neu gegründeten Belair des Reiseveranstalters Hotelplan, die selbst 2017 den Betrieb einstellte.
Was bedeutet der Name Balair?
Der Name steht für die Basler Luftverkehrs AG und spielt auf „Bâle“ an, den französischen Namen von Basel. Die Gesellschaft wurde 1925 gegründet und trug den Namen ab 1926.
Was hat Balair mit der Swissair zu tun?
Gleich doppelt viel: Die erste Balair fusionierte am 1. Januar 1931 mit der Zürcher Ad Astra Aero zur Swissair. Die 1953 neu gegründete Balair wurde später Tochter der Swissair – die Swissair beteiligte sich 1959 mit 40 Prozent und übernahm später die Mehrheit.
Was war BalairCTA?
BalairCTA entstand am 1. Januar 1993 aus der Fusion von Balair mit der Genfer Chartergesellschaft CTA (Compagnie de Transport Aérien), die die Swissair 1978 gegründet hatte. Der Rechtssitz lag in Genf, der Flugbetrieb in Zürich. Nach einer Restrukturierung gab BalairCTA 1995 das eigene Chartergeschäft auf, Kurzstrecken gingen an Crossair, Langstrecken an die Swissair.
Welche Flugzeuge flog Balair?
In den 1920ern Fokker-Hochdecker, ab 1957 Vickers Viking, danach Propellerflugzeuge wie DC-4 und DC-6 sowie Fokker F27. Später kamen Jets wie Convair 990, DC-8, DC-9 und DC-10, in den 1980ern der Airbus A310-300 sowie MD-82, MD-83 und MD-87. Die Balair von 1997 bis 2001 flog zwei Boeing 757-200 und zwei 767-300.
Welche Rolle spielte Balair bei Hilfsflügen?
Balair flog häufig im Auftrag des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und der UNO in Krisengebiete. Während der Biafra-Luftbrücke Ende der 1960er-Jahre flog Balair Hilfsgüter auf eine Behelfspiste im Südosten Nigerias, unter anderem mit Boeing C-97. Dabei verunglückte im Mai 1969 eine DC-6 im Anflug, alle vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.
Was ist der Unterschied zwischen Balair und Belair?
Balair war die Swissair-Tochter aus Basel, die 2001 endete. Belair war die Auffanggesellschaft von Hotelplan, die im November 2001 mit den beiden Balair-757 startete und später zu Air Berlin gehörte. Die Namen klingen fast gleich, die Unternehmen sind aber getrennt.
Balair im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Douglas DC-4 / C-54 Skymaster
Vier Sternmotoren, ein einzelnes Seitenleitwerk, Bugradfahrwerk und runde Fenster: Die DC-4 und ihre Militärversion C-54 trugen die Berliner Luftbrücke. So erkennst du den Klassiker und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypDouglas DC-6
Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.
FlugzeugtypDouglas DC-8
Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
FlugzeugtypAirbus A310
Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-87
Kürzer, moderner im Cockpit und mit einer markanten Flossenspitze: Die MD-87 war die kompakte Version der MD-80-Familie. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, warum Iberia und SAS sie prägten und weshalb sie heute vor allem als Löschflugzeug unterwegs ist.
FlugzeugtypBoeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypFokker F27 Friendship
Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.
FlugzeugtypConvair CV-990 Coronado
Vier Triebwerke, markante „Karotten“ auf den Flügeln und ein Geschwindigkeitsrekord: Die Convair CV-990 Coronado war der schnellste Linienjet ihrer Zeit – und ein teurer Flop. So erkennst du den Swissair-Klassiker.
Weitere Airlines
Swissair
Historische Schweizer Nationalairline von 1931 bis 2002: Swissair flog mit Caravelle, DC-8, Boeing 747, MD-11 und A330 von Zürich, Genf und Basel in die Welt – bis zum Grounding im Oktober 2001.
RegionalCrossair
Historische Regionalairline aus Basel: 1975 von Moritz Suter als Taxiflug-Firma gegründet, Erstkundin von Saab 340 und Saab 2000 und 2002 das Fundament von Swiss International Air Lines.
FerienfliegerBelair Airlines
Historischer Schweizer Ferienflieger aus Zürich: 2001 von Hotelplan als Nachfolger der Balair gegründet, ab 2007 schrittweise Teil von Air Berlin und mit deren Zusammenbruch im Oktober 2017 am Boden.
FerienfliegerEdelweiss Air
Der Ferienflieger aus Zürich mit der Alpenblume am Leitwerk: 1995 gegründet, seit 2008 eine Schwester von SWISS in der Lufthansa Group und gerade mitten im Wechsel von der A340 zur A350.
NetzwerkSwiss International Air Lines
Die Schweizer Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 2002 aus Crossair und dem Erbe der Swissair entstanden, heute Teil der Lufthansa Group und Mitglied der Star Alliance.
NetzwerkAir Berlin
Historische Airline aus Berlin: 1978 als US-Charterfirma für Mallorca-Flüge ab Tegel gegründet, später zweitgrößte Airline Deutschlands mit oneworld-Mitgliedschaft – und 2017 insolvent.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg
Ein Flughafen, zwei Staaten, drei Codes: Der EuroAirport liegt komplett auf französischem Boden, hat aber einen Schweizer Sektor mit eigener Zollstraße nach Basel. Für Spotter ist er vor allem wegen der Completion-Betriebe spannend – hier bekommen Privat- und VIP-Jets ihre Kabine, und manch unlackierter Großraumjet steht auf dem Vorfeld.
FlughafenFlughafen Zürich
Der größte Flughafen der Schweiz hat drei Pisten in drei Richtungen, ein Betriebskonzept, das mit Uhrzeit und Wetter wechselt, und ein offizielles Netz von Spotterpunkten rund um den Zaun. Wer die Konzepte kennt, steht in Zürich fast immer am richtigen Ort.
FlughafenFlughafen Genf
Zweitgrößter Flughafen der Schweiz mit nur einer Piste – dafür der längsten des Landes. Genf lebt von easyJet, SWISS und einer der stärksten Business-Aviation-Szenen Europas. Mit der kostenlosen Terrasse Panorama und dem Bahnhof direkt am Terminal ist er außerdem eines der bequemsten Spotting-Ziele der Schweiz.
MuseumVerkehrshaus der Schweiz Luzern
Das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern zeigt in seiner Halle Luft- & Raumfahrt rund 30 Originalflugzeuge – von der Dufaux 4 aus der Pionierzeit über die einzige erhaltene Lockheed Orion bis zur Swissair-Convair CV-990 Coronado am Eingang. Hier erfährst du, was dich erwartet, wie du den Besuch planst und wie du ihn mit Spotting in Zürich verbindest.
Wo du Balair vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Zuschauerterrasse B Flughafen Zürich
Auf dem Dach von Dock B stehst du mitten im Geschehen des größten Schweizer Flughafens: SWISS-Langstrecke, Rollverkehr direkt unter dir und schwere Starts auf der längsten Piste. Der wohl bekannteste legale Spotterplatz der Schweiz – mit Sicherheitskontrolle, Eintritt und klaren Regeln.
SpotterhügelButzenbüel und Spotterhügel am Flughafen Zürich
Den klassischen Spotterhügel beim Heligrill im Westen des Zürcher Flughafens gibt es seit September 2023 nicht mehr, und der Butzenbüel ist ein Parkhügel hinter The Circle – kein Spotterpunkt. Hier erfährst du, was es mit beiden Orten auf sich hat und wo du heute im Westen und rund um den Zaun legal spottest.
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