Das Wichtigste in Kürze
- Crossair ist eine historische Schweizer Regionalairline: gegründet 1975 in Basel, Linienflug ab 1979, im Jahr 2002 zu Swiss International Air Lines umgebaut.
- Codes: IATA LX, ICAO CRX, Rufzeichen „CROSSAIR“ – den IATA-Code LX nutzt Swiss bis heute.
- Erstkundin aus Prinzip: Crossair stand am Anfang von Saab 340 und Saab 2000 und flog die Avro RJ85 als erste Airline.
- Jumbolino, Concordino, Cityliner: Crossair gab ihren Typen eigene Spitznamen, die Spotter bis heute verwenden.
- Für Spotter ein Archiv-Thema: Viele frühere Crossair-Flugzeuge flogen bei Swiss und anderen Airlines weiter – das Kennzeichen erzählt die Geschichte.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | LX |
|---|---|
| ICAO-Code | CRX |
| Rufzeichen | CROSSAIR |
| Drehkreuze | BSL, ZRH, LUG |
| Status | Historisch – 2002 in Swiss International Air Lines umgewandelt |
| Gegründet | 14. Februar 1975 als Business-Flyers Basel AG durch Moritz Suter und Peter Kalt |
| Name Crossair | Seit November 1978, voller Firmenname „Crossair, AG für europäischen Regionalluftverkehr“ |
| Erster Linienflug | 2. Juli 1979 mit dem Metroliner HB-LLA ab Zürich nach Nürnberg, Innsbruck und Klagenfurt |
| Sitz | Basel, Heimatbasis am EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg |
| Geschäftsmodell | Regionalairline, ab 1995 auch Kurzstrecken-Charter und die Swissair-Strecken mit Flugzeugen bis 100 Plätze |
| Großaktionär | Swissair – Einstieg 1988 mit 38 Prozent, in den 1990er-Jahren Mehrheitsaktionärin |
| Erstkundin von | Saab 340, Saab 340B, Saab 2000, Avro RJ85 (Inbetriebnahme) und Embraer 170 (Bestellung) |
| Vielfliegerprogramm | Qualiflyer, gemeinsam mit Swissair und weiteren Partnern |
| Nachfolgerin | Swiss International Air Lines, Flugbetrieb unter neuer Marke ab 31. März 2002 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Crossair?
- Schweizer Kennzeichen mit HB-, oft in festen Blöcken: HB-AH.. (Saab 340A), HB-AK.. (Saab 340B), HB-IZ.. und HB-IY.. (Saab 2000)
- Jets mit dem „X“ für Cross im Kennzeichen: HB-IX.. und HB-IY.. bei BAe 146 und Avro RJ
- Embraer-Regionaljets in der Reihe HB-JA.., ab 2000 abgeliefert
- Letztes Design ab 2000: weißer Rumpf mit großem dunkelblauem Schriftzug „CROSSAIR“ und silbernem Heck mit rotem Feld und weißem Kreuz
- Flugnummer mit LX, im Flugplan der Flugsicherung CRX bzw. „CROSSAIR“
- Typen-Mix aus Turboprops (Saab 340, Saab 2000, Fokker 50) und Jets (Jumbolino, MD-83, ERJ 145)
Wer in den 1980er- und 1990er-Jahren in Basel, Zürich, Lugano oder Bern stand, hörte Crossair oft, bevor er sie sah: das Brummen der Saab-Turboprops, das typische Säuseln der vierstrahligen Jumbolinos. Die Basler Regionalairline war mehr als eine Swissair-Tochter. Sie war Erstkundin mehrerer Flugzeugtypen, gab ihnen eigene Spitznamen und wurde am Ende zum Fundament von Swiss. Diese Seite zeigt dir, wie aus einer Taxiflug-Firma eine der prägenden Regionalairlines Europas wurde, welche Flugzeuge sie flog und woran du Crossair auf alten Fotos sicher erkennst.
Dein Archiv, sauber sortiert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch deine alten Crossair-Dias jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Crossair im Überblick
Crossair war eine Schweizer Regionalfluggesellschaft mit Sitz in Basel, die von 1979 bis 2002 im Linienverkehr flog. Ihre Wurzeln reichen bis 1975 zurück, als Moritz Suter und Peter Kalt die Business-Flyers Basel AG gründeten – eine kleine Firma für Taxiflüge. Daraus entstand im November 1978 die „Crossair, AG für europäischen Regionalluftverkehr“.
Das Konzept war für die Schweiz damals neu: kleine, moderne Flugzeuge auf Strecken, die für die großen Jets der Swissair zu dünn waren. Heimatflughafen war der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg, dazu kamen starke Standbeine in Zürich, Lugano, Genf und Bern.
Im Lauf der Jahre wurde aus der Konkurrentin eine Tochter der Swissair. Nach deren Zusammenbruch im Herbst 2001 diente Crossair als Gerüst für eine neue Schweizer Airline: Ab dem 31. März 2002 flog sie als Swiss International Air Lines. Wer heute einen Swiss-Flug mit LX-Flugnummer bucht, nutzt also einen Code, der von der Crossair stammt.
Die Geschichte in Etappen
Der Weg zum Linienverkehr war mühsam. Swissair besaß in der Schweiz faktisch das Monopol auf internationale Linien, und die Behörden vergaben Konzessionen an kleinere Firmen nur zögerlich. Crossair beantragte Ende 1978 mehrere Einzelkonzessionen ab Zürich und bekam im April 1979 eine befristete Erlaubnis für drei Strecken – mit Flugzeugen bis höchstens 30 Sitzen.
1975
Gründung der Business-Flyers Basel AG am 14. Februar. Die Firma beginnt mit Taxiflügen in Kleinflugzeugen.
1978/1979
Umbenennung in Crossair im November 1978. Am 2. Juli 1979 startet der Linienflug mit dem Metroliner HB-LLA ab Zürich nach Nürnberg, Innsbruck und Klagenfurt.
1980–1984
Crossair bestellt im Oktober 1980 als erste Airline der Welt die Saab-Fairchild 340. Die erste Maschine trifft am 6. Juni 1984 in Basel ein.
1988–1990
Swissair steigt im Juni 1988 ein. 1990 kommen Fokker 50 und mit dem BAe 146 die ersten Jets in die Flotte.
1993–1995
Crossair nimmt als erste Airline die Avro RJ85 in Betrieb, ab Herbst 1994 folgt der Saab 2000. 1995 übernimmt sie im Swissair-Konzern alle Strecken mit Flugzeugen bis 100 Plätze und das Kurzstrecken-Charter.
1999/2000
Großbestellung bei Embraer im Juni 1999, ab März 2000 fliegen die ersten ERJ 145 im neuen Design.
2001/2002
Swissair bricht zusammen, Crossair wird umgebaut. Ab dem 31. März 2002 fliegt das Unternehmen als Swiss International Air Lines.
Spannend für die Einordnung: Swissair war lange hin- und hergerissen. Eine Beteiligung lehnte sie 1979 zunächst ab, bot aber eine kommerzielle Zusammenarbeit an – der Kooperationsvertrag wurde im Juli 1979 unterzeichnet. Im Juni 1988 stieg Swissair dann mit 38 Prozent des Kapitals ein, in den 1990er-Jahren wurde sie Mehrheitsaktionärin. Damit war Crossair endgültig Teil der Swissair-Gruppe – mit eigener Marke und eigenem Charakter.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code LX: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln. Swiss nutzt ihn bis heute.
- ICAO-Code CRX: verwendete die Flugsicherung im Flugplan, zum Beispiel bei den Unfallflügen CRX 498 und CRX 3597.
- Rufzeichen CROSSAIR: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Für dein Logbuch heißt das: Eine LX-Flugnummer vor 2002 gehört zur Crossair, eine LX-Flugnummer danach zu Swiss. Swiss übernahm zwar den IATA-Code, wechselte beim ICAO-Code aber auf SWR – das Kürzel der früheren Swissair. In alten Flugdaten findest du Crossair deshalb nur unter CRX.
Alte Fotos richtig beschriften
Notiere bei Crossair-Fotos immer Kennzeichen, genauen Typ und Datum. Gerade 2002 tragen manche Maschinen noch Crossair-Farben, fliegen aber schon für Swiss. Wie Schweizer Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Guide Schweizer HB-Kennzeichen.
Erstkundin aus Prinzip
Kaum eine Regionalairline hat so viele Flugzeugtypen mit aus der Taufe gehoben wie Crossair. Das brachte Vorteile – Crossair konnte ihre Wünsche direkt einbringen –, aber auch Ärger mit Lieferverspätungen und Kinderkrankheiten.
- Metro III: Crossair bestellte den weiterentwickelten Metroliner schon im Februar 1980, noch vor dessen Erstflug. Die erste Maschine kam 1981, mit Verspätung.
- Saab 340: Am 2. Oktober 1980 unterschrieb Crossair als erste Airline der Welt einen Kaufvertrag für die Saab-Fairchild 340, die sie „Cityliner“ nannte. 1988 war sie erneut die erste Bestellerin der verbesserten Saab 340B.
- Saab 2000: Auch für den gestreckten, deutlich schnelleren Nachfolger war Crossair Erstkundin. Der Typ kam 1994 in Dienst.
- Avro RJ85: Crossair nahm 1993 als erste Airline die RJ85 in Betrieb.
- Embraer 170: Mit der Großbestellung von 1999 gab Crossair den Anstoß für die neue Embraer-Jetfamilie – erhielt selbst aber nie eine Maschine.
Ein Saab 340 mit Papstbesuch
Der Start der Saab 340 war holprig: Probleme mit dem Triebwerk legten die ersten Maschinen 1984 zweimal still. Crossair musste Ersatz mieten, darunter Fokker F27 und sogar Jets anderer Schweizer Airlines. Zu den ersten offiziellen Fluggästen im Cityliner gehörte Papst Johannes Paul II., der während seines Schweiz-Besuchs im Juni 1984 mit einer Crossair-Saab reiste.
Die Flotte von Crossair
Die Flotte wuchs von einmotorigen Kleinflugzeugen bis zu Regionaljets mit rund 100 Sitzen. Hersteller waren vor allem Saab, BAE Systems bzw. ihre Vorgänger, McDonnell Douglas und Embraer. Die Zahlen in der Tabelle beziehen sich auf die gesamte Einsatzzeit bei Crossair, nicht auf einen Stichtag.
| Typ | Bei Crossair | Rolle | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Fairchild Swearingen Metro | ab 1979, Metro II und Metro III | Erste Linienflugzeuge | Kennzeichen HB-LL.. |
| Saab 340 | ab 1984, Versionen A und B | „Cityliner“, Rückgrat der 1980er | HB-AH.. (340A), HB-AK.. (340B) |
| Fokker 50 | 1990 bis 1995, fünf Maschinen | Überbrückung bis zum Saab 2000 | Sechsblatt-Propeller, 46 Sitze |
| BAe 146-200 | ab 1990, zunächst drei gebrauchte Maschinen | Erste Jets der Crossair | Vier Triebwerke, Hochdecker |
| BAe 146-300 | zwei gemietete Maschinen bis 1996 | Basel–Paris und Überbrückung | Längster Rumpf der Familie |
| Avro RJ85 | ab 1993, vier Maschinen | „Jumbolino“, etwa ab Lugano | Erste Betreiberin weltweit |
| Avro RJ100 | ab Oktober 1995 | Ersatz der Swissair-Fokker 100 | HB-IX.. und HB-IY.. |
| Saab 2000 | 1994 bis 2002, insgesamt 34 | „Concordino“ | HB-IZ.. und HB-IY.. |
| MD-83 | ab Herbst 1995, am Ende zwölf | Ferienstrecken und Charter | Teil der MD-80-Familie, HB-IN.., HB-IS.., HB-IU.. |
| Embraer ERJ 145 | ab März 2000, insgesamt 25 | Längere Regionalstrecken | HB-JA.., die letzten schon in Swiss-Farben |
Die Turboprops waren das Herz der Airline. Wer die schmale Saab 340 und den gestreckten Saab 2000 auf alten Fotos auseinanderhalten will, achtet auf Rumpflänge und Propeller: Der Saab 2000 ist deutlich länger und hat sechsblättrige Propeller. Mehr Tipps zu Propellermaschinen gibt dir der Guide Turboprops unterscheiden.
Concordino: der schnelle Saab 2000
Moritz Suter wollte den schnellsten Turboprop für rund 50 Fluggäste. Saab baute ihn – weitgehend nach den Wünschen der Crossair. Wegen seiner hohen Reisegeschwindigkeit nannte die Airline den Typ „Concordino“, als kleinen Bruder der Concorde. Der Markt sah das anders: Viele Airlines setzten in den 1990er-Jahren lieber auf Regionaljets, und Saab stellte die Produktion nach nur 63 Exemplaren ein. Mit 34 Maschinen war Crossair mit Abstand die größte Betreiberin.
Jumbolino: der Flüsterjet für kurze Pisten
Der vierstrahlige BAe 146 passte perfekt zu den kurzen Pisten von Lugano und Bern: steiler Anflug, kurzer Start, wenig Lärm. Crossair nannte ihn „Jumbolino“. Die Weiterentwicklung Avro RJ85 flog Crossair ab 1993 als erste Airline, ab 1995 kam die RJ100 dazu und löste die Fokker 100 der Swissair ab. Auf diesen Typ geht auch ein Stück Pioniergeschichte zurück: Ab März 1992 flog Crossair als erste Airline mit dem BAe 146-200 zum Flughafen London City. Die Jumbolinos flogen bei Swiss bis August 2017 weiter.
Ex-Crossair-Maschinen aufspüren
Leg Sichtungs-Alarme für Kennzeichen früherer Crossair-Flugzeuge an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eine davon im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Crossair erkennst
Das Erscheinungsbild änderte sich mehrfach. Das Design der frühen Jahre wurde Anfang der 1990er-Jahre durch einen Auftritt mit Europa-Bezug abgelöst. Zum 25-Jahr-Jubiläum im Jahr 2000 kam der letzte große Auftritt: weißer Rumpf, darauf über die ganze Höhe der Schriftzug „CROSSAIR“ in Dunkelblau, dazu ein silbernes Heck mit einem roten Feld und weißem Kreuz. Die ERJ 145 kamen ab Werk in diesem Design, ältere Typen wurden nach und nach umlackiert.
Ein guter Helfer sind die Kennzeichen. Das Schweizer Luftamt vergab der Airline zusammenhängende Serien. Bei den Jets fällt das „X“ auf – HB-IX.. für die ersten BAe 146 und Avro RJ.
Zeigt dein altes Foto wirklich Crossair?
- Schriftzug „Crossair“ am Rumpf
- Schweizer Kennzeichen mit HB- am Heck
- Typ Saab 340, Saab 2000, Fokker 50, BAe 146/Avro RJ, MD-83 oder ERJ 145
- Aufnahme aus der Zeit vor April 2002
- Ort wie Basel, Zürich, Lugano, Bern oder Genf
- Kennzeichen aus einer typischen Crossair-Serie wie HB-AK.., HB-IZ.. oder HB-IX..
Sonderlackierungen mit Kultfaktor
Crossair war bekannt für auffällige Werbebemalungen. Die MD-83 HB-IUH flog von 1996 bis 2000 knallrot mit großem McDonald’s-Schriftzug für einen Reiseveranstalter – in der Szene als „McPlane“ bekannt. Der Saab 2000 HB-IZK warb 1995 in Schwarz-Weiß für das Musical „Das Phantom der Oper“ in Basel. Und die MD-83 HB-ISX gratulierte 2001 der schwedischen Skirennfahrerin Anja Pärson zum Weltmeistertitel. Welche bunten Motive es bei Schweizer Airlines heute gibt, zeigt der Beitrag zu Sonderlackierungen aus Österreich und der Schweiz.
Drehkreuze und Strecken
Am Anfang flog Crossair ab Zürich nach Nürnberg, Innsbruck und Klagenfurt, bald folgten Ziele wie Luxemburg und Hannover. Später wurden Lugano und Basel wichtig: Ab Lugano verband die Airline das Tessin mit der übrigen Schweiz und mit Zielen im Ausland. Bern wurde wegen der kurzen Piste zu einem typischen Jumbolino-Ziel.
Ab 1998 baute Crossair in Basel unter dem Namen „Eurocross“ ein eigenes Drehkreuz auf, mit mehreren Umsteigewellen am Tag. Dazu gehörte auch die französische Tochter Crossair Europe, die mit Saab 340B ab dem französischen Sektor des EuroAirports flog. Mit den MD-83 flog Crossair ab 1995 zudem Ferienflüge, unter anderem ab Zürich nach Palma de Mallorca, Valencia und Las Palmas.
Typisch für Crossair war der Blick über die Grenzen. Mit Air Dolomiti arbeitete sie ab Mitte der 1990er-Jahre eng zusammen, die Italiener flogen zeitweise mit ATR 42 auf Crossair-Linien. An der Friedrichshafener Delta Air – später Deutsche BA – war Crossair beteiligt, beide setzten Saab 340 und später Saab 2000 ein.
Die Unfälle von 2000 und 2001
Zwei schwere Unfälle überschatteten die letzten Jahre. Am 10. Januar 2000 startete die Saab 340B HB-AKK als CRX 498 von Zürich nach Dresden. Kurz nach dem Start geriet sie in eine steile Rechtsspirale und stürzte bei Nassenwil ab. Alle zehn Menschen an Bord starben.
Am 24. November 2001 war der Avro RJ100 HB-IXM als CRX 3597 von Berlin-Tegel unterwegs nach Zürich. Im Nichtpräzisionsanflug auf Piste 28 setzte die Besatzung den Sinkflug unter die Mindesthöhe fort, das Flugzeug streifte Bäume und schlug bei Bassersdorf auf. 24 der 33 Insassen kamen ums Leben.
Respekt vor den Opfern
Wenn du dich mit diesen Unfällen beschäftigst, geht es um Menschen, die gestorben sind. Teile keine Bilder von Unglücksstellen und halte dich an die Regeln, die der Beitrag Fotos von Flugunfällen und Notlandungen zusammenfasst.
Das Ende: Umbau zu Swiss
Am 2. Oktober 2001 blieben die Swissair-Flugzeuge am Boden, die Muttergesellschaft war zahlungsunfähig. In den folgenden Monaten flogen Swissair und Crossair parallel weiter, während Banken, Bund und Wirtschaft eine neue nationale Airline planten. Als Basis wählten sie nicht die Swissair, sondern die Crossair, die weiterhin im Betrieb war und eine moderne Regionalflotte besaß.
Herbst 2001
Swissair-Grounding Anfang Oktober. Crossair übernimmt schrittweise Strecken und bereitet die Integration von Swissair-Flugzeugen vor.
Frühjahr 2002
Die letzten ERJ 145 werden schon mit Swiss-Titeln abgeliefert.
31. März 2002
Swissair stellt den Flugbetrieb ein, die neue Swiss International Air Lines übernimmt – rechtlich die frühere Crossair.
Bis 2017
Crossair-Typen fliegen bei Swiss weiter: ERJ 145 bis 2006, Saab 2000 bis Herbst 2005, die Jumbolinos bis August 2017.
Die Geschichte der neuen Airline geht im Eintrag zu Swiss weiter, die der früheren Mutter bei Swissair. Seit 2005 gehört Swiss zur Lufthansa Group. Wie der Swissair-Zusammenbruch im Vergleich zu anderen Fällen dasteht, ordnet der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa ein.
Crossair im Spotter-Alltag heute
Im Linienbetrieb wirst du kein Crossair-Flugzeug mehr sehen. Für dein Logbuch ist die Airline ein Archiv-Thema – aber ein dankbares. Wer zwischen 1980 und 2002 in Basel, Zürich oder Lugano fotografiert hat, hat vermutlich mehrere Crossair-Typen im Kasten. Mit Kennzeichen, Typ, Ort und Datum werden daraus saubere Einträge.
Spannend ist die Suche nach dem Verbleib. Die Saab 2000 verteilten sich nach ihrer Zeit bei Crossair und Swiss auf andere Betreiber, darunter Schweizer Airlines wie Darwin Airline und SkyWork Airlines sowie Eastern Airways. Einige Saab 2000 kamen später auch zu Loganair, mehrere ERJ 145 flogen bei Aeromexico Connect. Den Lebenslauf eines Flugzeugs verfolgst du am besten über die Seriennummer, wie es der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug? zeigt.
Die Orte der Crossair-Geschichte kannst du weiter besuchen. In Zürich bieten der Butzenbüel und die Zuschauerterrasse B gute Blicke auf den Verkehr der Nachfolgerin Swiss, in Genf die Aussichtsterrasse. Einen Überblick über Zürich als Spotting-Ziel gibt der Planespotting-Guide Zürich.
Gute Chancen auf Crossair-Spuren, wenn …
- du dein Fotoarchiv aus der Zeit vor April 2002 durchsiehst
- du gezielt nach Kennzeichen früherer Crossair-Flugzeuge bei anderen Airlines suchst
Prüf es genau, wenn …
- ein Foto aus dem Frühjahr oder Sommer 2002 stammt – dann flog die Maschine womöglich schon für Swiss
- eine Maschine nur Crossair-Aufkleber trägt – dann kann es ein Mietflugzeug eines Partners sein
Keine Chance auf Crossair, wenn …
- du heute nach CRX im Flugplan suchst – unter diesem Code fliegt seit 2002 niemand mehr
Häufige Verwechslungen
- Crossair und Swissair gleichsetzen – Crossair war eine eigene Airline mit eigenen Codes und eigener Optik, auch als Swissair-Tochter.
- LX-Flüge vor 2002 Swiss zuordnen – der Code gehörte damals der Crossair.
- Saab 340 und Saab 2000 verwechseln – der Saab 2000 ist deutlich länger und hat Sechsblatt-Propeller.
- Jeden Jumbolino für einen RJ100 halten – Crossair flog BAe 146-200, BAe 146-300, Avro RJ85 und RJ100. Die Rumpflänge entscheidet, wie im Guide Regionaljets erkennen beschrieben.
- Die Gründung auf 1978 datieren – der Name Crossair stammt von 1978, das Unternehmen selbst von 1975.
- Crossair Europe als Crossair notieren – die Tochter flog mit französischen Kennzeichen aus dem französischen Teil des EuroAirports.
Schweizer Luftfahrtgeschichte im eigenen Hangar
Sammle deine Crossair-Fotos im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Crossair zeigt, wie viel eine Regionalairline bewegen kann. Aus einer Basler Taxiflug-Firma wurde in gut zwei Jahrzehnten eine Gesellschaft, die Flugzeughersteller beeinflusste, mit Saab 340 und Saab 2000 ganze Typen mitprägte und am Ende die Basis der heutigen Schweizer Nationalairline bildete. Wenn du dich für die Geschichte der Regionalfliegerei interessierst, findest du im Beitrag Regionalairlines in Europa weitere Hintergründe.
Kurzfazit
Crossair (IATA LX, ICAO CRX) flog von 1979 bis 2002 und war Erstkundin von Saab 340 und Saab 2000. Cityliner, Concordino und Jumbolino gehören zu ihrem Erbe. Das Kennzeichen verrät, ob ein Foto Crossair oder schon Swiss zeigt und wohin das Flugzeug später ging.
Zusammenfassung
- Crossair begann als kleine Taxiflug-Firma in Basel und eröffnete 1979 mit einem 19-sitzigen Metroliner ihre ersten Linien ab Zürich.
- Mit Saab 340 und Saab 2000 prägte sie die Entwicklung moderner Regional-Turboprops, später kamen BAe 146, Avro RJ, MD-83 und Embraer ERJ 145 dazu.
- Swissair stieg 1988 ein und machte Crossair zur Tochter, die ab 1995 alle Konzernstrecken mit Flugzeugen bis 100 Plätze flog.
- Nach dem Zusammenbruch der Swissair wurde Crossair 2002 zu Swiss umgebaut – ein Neuanfang mit dem IATA-Code LX der Crossair.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Crossair?
Crossair flog mit dem IATA-Code LX und dem ICAO-Code CRX. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit „CROSSAIR“. Swiss International Air Lines übernahm 2002 den IATA-Code LX, nutzt als ICAO-Code aber SWR aus dem Erbe der Swissair.
Wer hat Crossair gegründet?
Gegründet wurde das Unternehmen am 14. Februar 1975 als Business-Flyers Basel AG von Moritz Suter und Peter Kalt. Zunächst flog die Firma Taxiflüge mit kleinen Flugzeugen. Im November 1978 erhielt sie den Namen Crossair, 1979 folgten die ersten Linienflüge. Suter prägte die Airline über Jahrzehnte.
Wann flog Crossair zum ersten Mal im Linienverkehr?
Am 2. Juli 1979. Mit dem Swearingen Metroliner HB-LLA eröffnete Crossair an diesem Tag Linien von Zürich nach Nürnberg, Innsbruck und Klagenfurt. Die Konzession war zunächst befristet und auf kleine Flugzeuge mit höchstens 30 Sitzen beschränkt.
Warum heißt der Avro RJ „Jumbolino“?
Den Spitznamen prägte Crossair für den vierstrahligen BAe 146 und seinen Nachfolger Avro RJ: Mit vier Triebwerken wirkt er wie ein kleiner Jumbo. Der Name blieb bei Swiss erhalten, die den letzten Jumbolino im August 2017 verabschiedete.
Welche Rolle spielte Crossair beim Saab 2000?
Crossair war Erstkundin des Saab 2000 und nannte ihn „Concordino“, weil er für einen Turboprop außergewöhnlich schnell war. Die erste Maschine übernahm Crossair im August 1994. Von nur 63 gebauten Saab 2000 flogen 34 bei Crossair – mehr als die Hälfte der gesamten Produktion.
Wie wurde aus Crossair die Swiss?
Nach dem Zusammenbruch der Swissair im Herbst 2001 diente Crossair als Basis für eine neue Schweizer Airline. Sie übernahm Strecken und Flugzeuge der Swissair und flog ab dem 31. März 2002 als Swiss International Air Lines. Die Gesellschaft dahinter war rechtlich die frühere Crossair.
Hatte Crossair schwere Unfälle?
Ja, zwei Unfälle mit Todesopfern fallen in die letzten Jahre: Am 10. Januar 2000 stürzte die Saab 340B HB-AKK kurz nach dem Start in Zürich bei Nassenwil ab, alle zehn Menschen an Bord starben. Am 24. November 2001 verunglückte der Avro RJ100 HB-IXM im Anflug auf Zürich bei Bassersdorf, 24 der 33 Insassen kamen ums Leben.
Crossair im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Saab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
FlugzeugtypSaab 2000
Tief angesetzte Flügel, sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der für einen Turboprop ungewöhnlich lang wirkt: Der Saab 2000 war Schwedens schneller Regionalflieger. So erkennst du ihn und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypAvro RJ100 / BAe 146-300
Der Avro RJ100 ist die längste Version der vierstrahligen BAe-146-Familie – über Jahre das Arbeitspferd von Crossair, Swiss und Brussels Airlines und heute ein seltener Gast am Himmel.
FlugzeugtypBAe 146 / Avro RJ85
Hoch angesetzter Flügel, vier kleine Triebwerke, T-Leitwerk und eine Heckklappe als Luftbremse: Der Avro RJ85 ist eines der markantesten Regionalflugzeuge überhaupt – und inzwischen eine echte Rarität.
FlugzeugtypBAe 146-200
Hoher Flügel, vier kleine Triebwerke, Muschel-Heck: Die BAe 146-200 ist die mittlere und meistgesehene Version des britischen Vierstrahlers. Heute fliegt sie vor allem als Löschflugzeug über Nordamerika.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-83
Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.
FlugzeugtypEmbraer ERJ 145
Lange Nase, Hecktriebwerke, T-Leitwerk und drei Sitze pro Reihe: Die ERJ 145 ist das 50-sitzige Grundmodell der ERJ-Familie und Embraers Durchbruch bei den Jets – mit über 1.200 gebauten Familienmitgliedern.
FlugzeugtypFokker 50
Hoher Flügel, sechsblättrige Propeller und eine lange Reihe kleiner Fenster: Die Fokker 50 war der letzte Turboprop aus den Niederlanden. Heute fliegt sie nur noch bei wenigen Betreibern – so findest und erkennst du sie.
FlugzeugtypFairchild Swearingen Metro
Lang, dünn, laut und erstaunlich zäh: Die Swearingen Metro aus San Antonio war der Zubringer-Turboprop der 1970er- und 80er-Jahre und fliegt heute vor allem Fracht. So erkennst du Metro, Merlin und Expediter.
Weitere Airlines
Swissair
Historische Schweizer Nationalairline von 1931 bis 2002: Swissair flog mit Caravelle, DC-8, Boeing 747, MD-11 und A330 von Zürich, Genf und Basel in die Welt – bis zum Grounding im Oktober 2001.
NetzwerkSwiss International Air Lines
Die Schweizer Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 2002 aus Crossair und dem Erbe der Swissair entstanden, heute Teil der Lufthansa Group und Mitglied der Star Alliance.
FerienfliegerBalair
Historische Schweizer Airline (1925–2001): als Basler Luftverkehrs AG Mitgründerin der Swissair, ab 1953 Charter- und Hilfsflug-Spezialistin der Swissair-Gruppe, 1993 mit der Genfer CTA zu BalairCTA fusioniert und im Oktober 2001 mit dem Swissair-Ende eingestellt.
Netzwerkdba
Historische Airline aus München: aus Delta Air wurde 1992 die Deutsche BA mit British-Airways-Beteiligung, Anfang der 2000er die dba – und 2008 ging sie endgültig in Air Berlin auf.
RegionalAir Dolomiti
Die italienische Regionalairline der Lufthansa Group aus Verona: reine Embraer-Flotte, eigene Marke statt Kranich und Flüge von Italien zu den Drehkreuzen München und Frankfurt.
RegionalDarwin Airline
Historische Regionalairline aus dem Tessin: 2003 in Lugano gegründet, mit Saab 2000 und ATR 72-500 unterwegs, ab 2014 als Etihad Regional vermarktet und Ende 2017 nach dem Lizenzentzug aufgelöst.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg
Ein Flughafen, zwei Staaten, drei Codes: Der EuroAirport liegt komplett auf französischem Boden, hat aber einen Schweizer Sektor mit eigener Zollstraße nach Basel. Für Spotter ist er vor allem wegen der Completion-Betriebe spannend – hier bekommen Privat- und VIP-Jets ihre Kabine, und manch unlackierter Großraumjet steht auf dem Vorfeld.
FlughafenFlughafen Zürich
Der größte Flughafen der Schweiz hat drei Pisten in drei Richtungen, ein Betriebskonzept, das mit Uhrzeit und Wetter wechselt, und ein offizielles Netz von Spotterpunkten rund um den Zaun. Wer die Konzepte kennt, steht in Zürich fast immer am richtigen Ort.
FlughafenFlughafen Bern-Belp
Der kleine Flughafen der Bundesstadt: eine 1730 Meter lange Asphaltpiste im Aaretal, eine wechselvolle Airline-Geschichte mit dem Höhepunkt und dem Absturz von SkyWork – und mit dem Lufttransportdienst des Bundes ein Platz, an dem du Bundesratsjets, Rega-Helikopter und Kleinflugzeuge aus nächster Nähe siehst.
HerstellerSaab
Saab aus Schweden hat zwei Gesichter: Für Airline-Spotter steht der Name für die Turboprops Saab 340 und Saab 2000, die bis heute bei Regionalairlines fliegen. Auf Airshows und Militärflugplätzen ist es der Gripen – und mit dem GlobalEye baut Saab ein fliegendes Radar auf Basis eines Businessjets.
Wo du Crossair vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Butzenbüel und Spotterhügel am Flughafen Zürich
Den klassischen Spotterhügel beim Heligrill im Westen des Zürcher Flughafens gibt es seit September 2023 nicht mehr, und der Butzenbüel ist ein Parkhügel hinter The Circle – kein Spotterpunkt. Hier erfährst du, was es mit beiden Orten auf sich hat und wo du heute im Westen und rund um den Zaun legal spottest.
BesucherterrasseZuschauerterrasse B Flughafen Zürich
Auf dem Dach von Dock B stehst du mitten im Geschehen des größten Schweizer Flughafens: SWISS-Langstrecke, Rollverkehr direkt unter dir und schwere Starts auf der längsten Piste. Der wohl bekannteste legale Spotterplatz der Schweiz – mit Sicherheitskontrolle, Eintritt und klaren Regeln.
BesucherterrasseAussichtsterrasse Flughafen Genf
Im vierten Stock von Terminal 1 schaust du über das Vorfeld auf die längste Piste der Schweiz und die Jurakette dahinter. Die Terrasse Panorama kostet nichts, du kommst ohne Sicherheitskontrolle hinein – und dank Business-Aviation, easyJet-Basis und Langstreckengästen wird es selten langweilig. Einziger Haken: Sie ist nur von Mitte März bis Ende Oktober offen.
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