Das Wichtigste in Kürze
- Die DC-4 war das erste in Serie gebaute viermotorige Verkehrsflugzeug von Douglas – gebaut wurde sie fast ausschließlich als Militärtransporter C-54 Skymaster.
- Bei der Berliner Luftbrücke 1948/49 war die C-54 das Rückgrat der amerikanischen Transportflotte und wurde als „Rosinenbomber“ berühmt.
- Schnellster Erkennungsweg: vier Sternmotoren, Bugrad, ein einzelnes Seitenleitwerk und runde Fenster.
- Von der DC-6 trennst du sie über die Fensterform (rund statt eckig) und die etwas kürzere, ältere Rumpfform.
- Flugfähige Exemplare sind extrem selten – in Deutschland triffst du die C-54 heute vor allem als Ausstellungsstück, etwa am Luftbrückendenkmal in Frankfurt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Douglas DC-4?
- 2.Vom Militärtransporter zum Linienflugzeug
- 3.Der Rosinenbomber: die C-54 bei der Berliner Luftbrücke
- 4.So erkennst du eine DC-4
- 5.Flugfähige Exemplare: wo die DC-4 heute noch fliegt
- 6.Wo du die C-54 in Deutschland siehst
- 7.Fototipps für Viermot-Oldtimer
- 8.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 9.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Douglas Aircraft Company, Santa Monica (USA) |
|---|---|
| Militärische Bezeichnungen | C-54 Skymaster (US Army Air Forces/USAF), R5D (US Navy) |
| ICAO-Typcode | DC4 |
| Erstflug Serienversion | 14. Februar 1942 (C-54), Clover Field, Santa Monica |
| Bauzeit | 1942 bis 1947 |
| Stückzahl | rund 1.240 (gut 1.160 Militärmaschinen, 79 zivile DC-4 nach dem Krieg) |
| Triebwerke | 4 × Pratt & Whitney R-2000 Twin Wasp (Sternmotoren, je rund 1.450 PS Startleistung) |
| Länge | 28,60 m |
| Spannweite | 35,81 m |
| Höhe | 8,38 m |
| Max. Startgewicht | rund 33,1 t (DC-4-1009) |
| Reisegeschwindigkeit | rund 365 km/h |
| Reichweite | rund 5.300 km |
| Passagiere | 44 in der Standardauslegung, in späterer Hochdichte-Bestuhlung bis 86 |
| Druckkabine | nein |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier Sternmotoren mit runden Motorhauben unter einem geraden, nach außen schmaler werdenden Flügel
- Bugradfahrwerk – anders als die DC-3, die auf einem Spornrad steht
- Ein einzelnes, hohes Seitenleitwerk mit abgerundeter Oberkante, kein Dreifachleitwerk wie bei der Constellation
- Gerader, zylindrischer Rumpf ohne Druckkabine mit runden Fenstern – die nahe verwandte DC-6 hat eckige
- Schlanke Nase mit vielteiliger Cockpitverglasung, kein Wetterradar-Buckel
- Rund 28,6 m Länge – deutlich größer als eine DC-3, etwas kürzer als eine DC-6
Aktualisiert: Oktober 2026 – Vier Sternmotoren brummen tief und ungleichmäßig, ein silberner Rumpf mit runden Fenstern zieht vorbei, unter der Nase steht ein Bugrad: Wenn du so ein Flugzeug siehst, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Douglas DC-4 beziehungsweise ihre Militärversion C-54 Skymaster. In Deutschland ist der Typ untrennbar mit der Berliner Luftbrücke verbunden – als „Rosinenbomber“. Hier erfährst du, woher die DC-4 kommt, wie du sie sicher von DC-3, DC-6 und Constellation unterscheidest und wo du heute überhaupt noch eine zu sehen bekommst.
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Was ist die Douglas DC-4?
Die DC-4 ist ein viermotoriges Propeller-Verkehrsflugzeug der Douglas Aircraft Company aus Santa Monica in Kalifornien. Sie war als Nachfolger der erfolgreichen Douglas DC-3 für längere Strecken und mehr Passagiere gedacht. Angetrieben wird sie von vier Pratt & Whitney R-2000 Twin Wasp – luftgekühlte Doppelsternmotoren mit jeweils rund 1.450 PS Startleistung.
Die Vorgeschichte ist etwas verwinkelt. Zuerst entstand ein großer Prototyp, heute meist DC-4E genannt, der 1938 erstmals flog. Er hatte ein Dreifachleitwerk und war für die Airlines zu aufwendig und zu schwer. Douglas zog daraus die Lehren und entwarf eine kleinere, einfachere Maschine mit einem einzelnen Seitenleitwerk. Behalten wurde dagegen das Bugradfahrwerk – für ein großes Verkehrsflugzeug dieser Zeit noch keine Selbstverständlichkeit.
Bevor die neue DC-4 an Airlines gehen konnte, traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein. Die gesamte Produktion ging an das Militär. Die erste Serienmaschine flog als C-54 am 14. Februar 1942 vom Clover Field in Santa Monica. Unter dem Namen Skymaster – mehr dazu auf der Seite zur Douglas C-54 Skymaster – wurde sie zum wichtigsten Langstreckentransporter der US-Streitkräfte; die US Navy führte sie als R5D. Für das Militär entstanden gut 1.160 Maschinen, nach dem Krieg folgten bis 1947 noch 79 zivile DC-4. Insgesamt sind es also rund 1.240 Flugzeuge – eine Druckkabine bekam keines davon.
Mehr zum Hersteller und seiner späteren Fusion findest du auf der Seite zu McDonnell Douglas. Seit 1997 gehören die Rechte an der Douglas-Familie zu Boeing.
Vom Militärtransporter zum Linienflugzeug
Nach Kriegsende standen hunderte C-54 zur Verfügung, die das Militär nicht mehr brauchte. Viele Airlines griffen zu, weil eine umgebaute C-54 schneller verfügbar war als jeder Neubau. So wurde die DC-4 in der zweiten Hälfte der 1940er-Jahre zu einem der wichtigsten Langstreckenflugzeuge überhaupt, auch auf dem Nordatlantik. Gegenüber modernen Jets wirkt sie gemächlich: Die Reisegeschwindigkeit lag bei rund 365 km/h, die Reichweite bei etwa 5.300 Kilometern.
Auch im deutschsprachigen Raum hinterließ der Typ Spuren. Swissair übernahm vier fabrikneue DC-4, Balair setzte den Typ ebenfalls ein. In Deutschland flogen gebrauchte Maschinen unter anderem bei LTU, bei der Continentalen Deutschen Luftreederei und bei Transavia Flug. In den USA gehörten große Netzwerk-Airlines wie United Airlines, American Airlines und Pan Am zu den Betreibern – mehr zur Geschichte der Pan Am im Pan-Am-Beitrag. Später wanderten viele Maschinen zu Fracht- und Charterfirmen, wo sie oft noch Jahrzehnte im Einsatz blieben.
Ab den späten 1940er-Jahren bekam die DC-4 Konkurrenz aus dem eigenen Haus: Die Douglas DC-6 baute direkt auf ihr auf, war länger, schneller und hatte eine Druckkabine. Die DC-7 setzte die Reihe fort. Für die DC-4 blieb danach vor allem die Rolle als robustes Arbeitstier.
Abkömmlinge: North Star und Carvair
Zwei Ableger sind für Kenner interessant:
- Canadair North Star: In Kanada entstand eine Variante mit vier Rolls-Royce-Merlin-Reihenmotoren statt der Sternmotoren, kombiniert mit Bug und Fahrwerk der DC-6. Insgesamt wurden 71 Maschinen der Canadair-Four-Familie gebaut, die unter anderem bei Trans-Canada Air Lines, der kanadischen Luftwaffe und bei BOAC (als „Argonaut“) flogen. Erkennbar sind sie an den spitzen Merlin-Motorgondeln mit einzelnen Auspuffstutzen.
- Aviation Traders Carvair: Ein britischer Umbau zum Autotransporter, erstmals geflogen am 21. Juni 1961. Das Cockpit sitzt in einem Buckel über dem Rumpf, die Nase schwenkt seitlich als Ladetor auf. Es entstanden 21 Umbauten, die unter anderem bei Aer Lingus und britischen Autofährgesellschaften flogen.
Der Rosinenbomber: die C-54 bei der Berliner Luftbrücke
Ab dem 24. Juni 1948 blockierte die Sowjetunion alle Land- und Wasserwege nach West-Berlin. Die Westalliierten antworteten mit der Berliner Luftbrücke, die vom 26. Juni 1948 bis zum 30. September 1949 lief. Die ganze Geschichte erzählt unser Beitrag zur Berliner Luftbrücke.
Zu Beginn trugen vor allem kleinere C-47 – die Militärversion der DC-3 – die Last. Die Amerikaner merkten aber schnell, dass das Entladen einer C-47 kaum kürzer dauerte als das einer C-54, obwohl die C-54 ein Vielfaches transportierte. Eine C-54 brachte rund zehn Tonnen pro Flug nach Berlin, eine C-47 etwa dreieinhalb. Die US-Luftwaffe stellte deshalb auf die größeren Maschinen um, ab Ende September 1948 war die Umstellung abgeschlossen. Nach gängigen Angaben waren insgesamt rund 330 DC-4 und C-54 an der Luftbrücke beteiligt – der Typ wurde zum Rückgrat der Operation.
Gestartet wurde in Westdeutschland vor allem von Rhein-Main bei Frankfurt und Wiesbaden, Ziele in Berlin waren Tempelhof, Gatow und das während der Luftbrücke neu gebaute Tegel. Insgesamt kamen auf diesem Weg über 2,3 Millionen Tonnen Güter nach Berlin, fast zwei Drittel davon Kohle.
Berühmt wurde der Spitzname durch Piloten wie Gail Halvorsen, der bei der Luftbrücke C-47 und C-54 flog. Ab Juli 1948 warf er beim Anflug auf Tempelhof an kleinen Fallschirmen aus Taschentüchern Süßigkeiten für die Kinder ab, die am Zaun warteten. Aus der privaten Aktion wurde die offizielle „Operation Little Vittles“ – und aus den Transportflugzeugen die „Rosinenbomber“. Wie sich der Flughafen Tempelhof in dieser Zeit verändert hat, liest du in der Geschichte des Flughafens Tempelhof.
Rosinenbomber ist kein Typname
„Rosinenbomber“ bezeichnet alle Flugzeuge der Luftbrücke. Wenn heute bei einem Flugtag ein „Rosinenbomber“ angekündigt wird, ist es oft eine DC-3 oder C-47 – prüf also, ob wirklich eine viermotorige C-54 kommt.
So erkennst du eine DC-4
Die DC-4 ist im Vergleich zu modernen Airlinern ein sehr eindeutiges Flugzeug. Drei Beobachtungen genügen.
Motoren zählen
Vier runde Sternmotoren unter einem geraden Flügel grenzen auf die großen Propeller-Airliner der 1940er- und 1950er-Jahre ein: DC-4, DC-6, DC-7 oder Constellation.
Aufs Leitwerk schauen
Ein einzelnes, hohes Seitenleitwerk schließt die Constellation mit ihrem Dreifachleitwerk aus. Es bleibt die Douglas-Familie.
Fenster prüfen
Runde Fenster sprechen für die DC-4. Siehst du eckige Fenster, hast du eine DC-6 oder DC-7 vor dir.
Dazu kommt das Bugradfahrwerk: Es unterscheidet die DC-4 sofort von der zweimotorigen DC-3, die mit hochgerecktem Bug auf ihrem Spornrad steht. Wer genauer hinsieht, erkennt außerdem die schlanke Nase ohne Radarnase und den durchgehend zylindrischen Rumpf. Die Bestätigung liefert wie immer das Kennzeichen – bei so seltenen Maschinen lohnt es sich, die Geschichte des einzelnen Flugzeugs nachzuschlagen.
| Merkmal | DC-3 / C-47 | DC-4 / C-54 | DC-6 | L-1049 Super Constellation |
|---|---|---|---|---|
| Motoren | 2 | 4 | 4 | 4 |
| Fahrwerk | Spornrad | Bugrad | Bugrad | Bugrad |
| Leitwerk | einfach | einfach | einfach | dreifach |
| Fenster | eckig | rund | eckig | rund |
| Druckkabine | nein | nein | ja | ja |
| Länge | ca. 19,7 m | 28,60 m | länger als DC-4 | deutlich länger, geschwungener Rumpf |
Die Super Constellation erkennst du zusätzlich am delfinförmig geschwungenen Rumpf; mehr dazu auf der Seite zur Lockheed L-1049 Super Constellation und im Beitrag über die Lockheed Constellation.
Schnellbestimmung: großer Propeller-Klassiker
Douglas DC-4 / C-54
Vier Sternmotoren, Bugrad, einfaches Leitwerk und runde Fenster: Das ist das typische DC-4-Bild. Ein Blick aufs Kennzeichen zeigt, ob es eine originale DC-4 oder eine umgebaute C-54 ist.
Douglas DC-6 oder DC-7
Eckige Fenster bei vier Motoren und einfachem Leitwerk deuten auf die Nachfolger. Die DC-7 ist nochmals länger und hat Turbo-Compound-Motoren.
Douglas DC-3 / C-47
Zwei Motoren und ein Spornrad sind das klassische DC-3-Bild. Gerade bei Flugtagen wird sie oft als „Rosinenbomber“ angekündigt.
Lockheed Constellation
Drei Seitenleitwerke und der geschwungene Rumpf sind unverwechselbar Lockheed. Mit der DC-4 hat sie nur die vier Sternmotoren gemeinsam.
Weitere Tipps, wie du Oldtimer am Himmel sicher einordnest, findest du im Ratgeber Historische Flugzeuge erkennen.
Flugfähige Exemplare: wo die DC-4 heute noch fliegt
Die ehrliche Antwort zuerst: Flugfähige DC-4 und C-54 sind heute extrem selten. Nur eine Handvoll Maschinen weltweit hat noch eine gültige Zulassung, und welche davon in einem bestimmten Jahr tatsächlich fliegt, hängt von Wartung, Finanzierung und Ersatzteilen ab. Die folgenden Betreiber sind bekannt – Stand Oktober 2026 solltest du vor jeder Planung die aktuellen Infos direkt bei ihnen prüfen.
| Exemplar / Betreiber | Land | Status |
|---|---|---|
| C-54 „Spirit of Freedom“ (N500EJ), Berlin Airlift Historical Foundation | USA | fliegendes Luftbrücken-Museum, Einsätze nach Terminplan |
| Zwei DC-4 der SAA Museum Society (historische South-African-Airways-Bemalung) | Südafrika | im Besitz des Museumsvereins, zeitweise für Charterflüge genutzt |
| C-54-Flotte von Buffalo Airways | Kanada | laut Berichten aus dem Dienst genommen und 2024 zum Verkauf angeboten |
Die „Spirit of Freedom“ ist für deutsche Luftfahrtfans das emotionalste Exemplar. Die 1988 von Tim Chopp gegründete Stiftung nutzt ihre C-54 als fliegendes Museum und Klassenzimmer zur Luftbrücke. Die heutige „Spirit of Freedom“ ist eine C-54D; sie ersetzte eine ältere C-54, die 2020 von einem Tornado beschädigt wurde. Mit ihrer Arbeit war die Stiftung über die Jahre in den USA und auch in Europa präsent.
In Südafrika gehen die beiden DC-4 (ZS-AUB und ZS-BMH) auf die Historic Flight zurück, die ursprünglich von South African Airways aufgebaut wurde. Zwischen 1994 und 2000 waren deren Flugzeuge auch auf Flugschauen in Amerika und Europa zu sehen. Heute gehören die DC-4 dem Museumsverein und sind für Charterflüge an einen Betreiber verpachtet.
Die kanadische Buffalo Airways aus den Northwest Territories gehörte sehr lange zu den letzten Firmen, die C-54 noch im Alltag einsetzten – als Frachter und als Löschflugzeug. Inzwischen nutzt das Unternehmen für die Brandbekämpfung andere Muster; die C-54 wurden nach vorliegenden Berichten ausgemustert und zum Verkauf gestellt. Ob einzelne Maschinen bei neuen Eigentümern wieder fliegen, ist offen.
Termine immer beim Betreiber prüfen
Auftritte historischer Viermots werden oft kurzfristig abgesagt – wegen Technik, Wetter oder Genehmigungen. Verlass dich nicht auf ältere Ankündigungen, sondern schau kurz vor der Anreise beim Betreiber oder Veranstalter nach.
Wo du die C-54 in Deutschland siehst
Fliegend wirst du eine DC-4 in Deutschland kaum erwischen. Am Boden gibt es aber eine sehr gute Adresse: das Luftbrückendenkmal am Frankfurter Flughafen. Es liegt nahe der früheren Rhein-Main Air Base, von der aus die Luftbrücke maßgeblich geflogen wurde, und wurde 1985 errichtet. Neben dem Denkmal stehen eine C-47 und eine C-54 – damit siehst du beide Rosinenbomber-Typen direkt nebeneinander.
Die ausgestellte C-54 mit der früheren Militärseriennummer 44-9063 war übrigens selbst nicht bei der Luftbrücke dabei. Sie flog nach dem Krieg für Pan Am, ab 1952 als HB-ILU bei Swissair und danach bis 1969 bei Balair. Über Umwege landete sie 1988 schließlich in Frankfurt. Zum Denkmal kommst du per Radweg von Terminal 2 oder von Zeppelinheim aus – praktisch, wenn du ohnehin an der Aussichtsplattform Zeppelinheim spotten willst. Mehr zum Flughafen selbst findest du auf der Seite zum Flughafen Frankfurt.
In Berlin lohnt sich ein Besuch im Deutschen Technikmuseum und im Militärhistorischen Museum am Flugplatz Berlin-Gatow, wo die Geschichte der Luftbrücke ebenfalls Thema ist. Welche Flugzeuge dort aktuell ausgestellt sind, ändert sich gelegentlich – prüf vorher, ob ein bestimmtes Exemplar gerade zu sehen ist.
Klassiker nicht verpassen
Setz die DC-4 oder ein bestimmtes Kennzeichen auf deine Wunschliste – Planetrack meldet dir per Sichtungs-Alarm, wenn sie einen Flughafen in deiner Nähe anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fototipps für Viermot-Oldtimer
Eine DC-4 vor die Linse zu bekommen, ist ein seltener Glücksfall. Damit das Bild sitzt, lohnt sich ein wenig Vorbereitung.
Propeller drehen lassen
Bei Propellerflugzeugen frierst du mit sehr kurzen Verschlusszeiten auch die Luftschrauben ein – das wirkt unnatürlich. Mit etwas längerer Belichtung und Mitzieher entsteht eine sichtbare Propellerscheibe. Wie das geht, erklärt der Guide Propeller fotografieren.
Silber braucht weiches Licht
Viele Oldtimer fliegen in blankem Aluminium. Bei harter Mittagssonne frisst das Metall schnell aus. Flaches Licht am Morgen oder Abend zeigt die Struktur des Rumpfes deutlich besser.
Am Boden Details sammeln
Bei Ausstellungsstücken wie in Frankfurt kommst du nah heran: Sternmotoren, Bugrad und runde Fenster sind dankbare Detailmotive – ideal, um die Erkennungsmerkmale für später zu verinnerlichen.
Für Flugtage mit historischen Maschinen hilft dir der Beitrag Airshows fotografieren. Wenn dich die ältere Schwester interessiert, lies die Geschichte der Douglas DC-3.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die DC-4, wenn …
- du vier Sternmotoren und ein Bugrad siehst
- ein einzelnes, hohes Seitenleitwerk das Heck bildet
- die Kabinenfenster rund sind
- der Rumpf gerade und zylindrisch verläuft
Sieh genauer hin, wenn …
- die Motorgondeln spitz und schlank wirken – dann könnte es eine Canadair North Star mit Merlin-Motoren sein
- das Cockpit in einem Buckel über dem Rumpf sitzt – dann ist es eine Carvair
- du die Fenster wegen Entfernung oder Gegenlicht nicht erkennst
Fazit
Die DC-4 steht an einer Schwelle der Luftfahrtgeschichte: Sie brachte das Bugradfahrwerk und vier Motoren in den Douglas-Linienverkehr, wurde aber fast vollständig vom Krieg vereinnahmt. Ihre größte Stunde schlug über Berlin, wo die C-54 als Rosinenbomber eine ganze Stadt mitversorgte. Heute ist sie ein echter Seltenheitsfund – am Boden in Frankfurt gut zu sehen, in der Luft nur mit Glück und guter Planung.
Kurzfazit
Vier Sternmotoren, Bugrad, ein Seitenleitwerk, runde Fenster: Das ist die DC-4 beziehungsweise C-54. In Deutschland findest du sie am Luftbrückendenkmal in Frankfurt; fliegende Exemplare gibt es nur noch vereinzelt, etwa die „Spirit of Freedom“ in den USA.
Zusammenfassung
- Die C-54 flog erstmals am 14. Februar 1942; bis 1947 entstanden rund 1.240 Maschinen, die meisten davon für das Militär.
- Nach dem Krieg flogen umgebaute C-54 und neue DC-4 bei Airlines weltweit, in der Schweiz etwa bei Swissair und Balair, in Deutschland unter anderem bei LTU.
- Bei der Berliner Luftbrücke trug eine C-54 rund zehn Tonnen pro Flug – etwa dreimal so viel wie eine C-47.
- Heute fliegen nur noch einzelne Exemplare, etwa die C-54 „Spirit of Freedom“ der Berlin Airlift Historical Foundation in den USA.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen DC-4 und C-54?
Technisch kaum einer: C-54 Skymaster ist die Bezeichnung der US-Luftstreitkräfte, R5D die der US Navy, DC-4 der zivile Typname von Douglas. Weil die Produktion ab 1942 komplett ans Militär ging, sind die meisten späteren zivilen DC-4 umgebaute C-54. Nur 79 Maschinen entstanden nach dem Krieg direkt als zivile DC-4.
Warum heißt die C-54 „Rosinenbomber“?
Der Name entstand während der Berliner Luftbrücke 1948/49. Piloten wie Gail Halvorsen warfen beim Anflug auf Tempelhof an kleinen Taschentuch-Fallschirmen Süßigkeiten für die Berliner Kinder ab. Der Spitzname „Rosinenbomber“ hing danach an allen Luftbrückenflugzeugen, also an C-54 und C-47 gleichermaßen.
Gibt es noch flugfähige DC-4?
Ja, aber nur sehr wenige. Bekannt ist die C-54 „Spirit of Freedom“ (Kennzeichen N500EJ) der Berlin Airlift Historical Foundation, die als fliegendes Museum in den USA unterwegs ist. In Südafrika gehören zwei DC-4 dem Museumsverein der South African Airways. Ob und wie oft diese Maschinen in einem bestimmten Jahr fliegen, ändert sich – prüf vor einer Reise immer die aktuellen Termine der Betreiber.
Wo kann ich in Deutschland eine C-54 sehen?
Am Luftbrückendenkmal am Frankfurter Flughafen stehen eine C-54 und eine C-47 nebeneinander. Die dort ausgestellte C-54 (ehemals 44-9063) war selbst nicht bei der Luftbrücke im Einsatz, flog aber später für Pan Am, Swissair und Balair. Erreichbar ist das Denkmal per Radweg von Terminal 2 oder von Zeppelinheim aus.
Wie unterscheide ich DC-4 und DC-6?
Achte auf die Fenster: Die DC-4 hat runde, die DC-6 eckige Fenster. Die DC-6 ist zudem länger und besitzt eine Druckkabine. Leitwerk und Grundform ähneln sich stark, weil die DC-6 direkt aus der DC-4 weiterentwickelt wurde.
Welchen ICAO-Typcode hat die DC-4?
Die DC-4 und die C-54 laufen unter DC4. In Tracking-Diensten taucht der Code allerdings kaum noch auf, weil nur noch eine Handvoll Exemplare überhaupt fliegt.
Was ist die Carvair?
Die Aviation Traders Carvair ist ein britischer Umbau der DC-4 zum Autotransporter. Das Cockpit wanderte in einen Buckel über dem Rumpf, die Nase wurde zu einer seitlich aufschwenkenden Ladetür. Ab 1961 entstanden 21 Umbauten, die unter anderem bei Aer Lingus und britischen Fährfluggesellschaften flogen.
Douglas DC-4 / C-54 Skymaster sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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