Volare Airlines

Historische italienische Airline aus Thiene bei Vicenza: 1998 als Charterflieger mit Airbus A320 gestartet, ab 2003 als Volareweb.com eine der ersten Low-Cost-Marken Italiens, 2004 pleite, ab 2006 bei Alitalia und im Januar 2009 zum letzten Mal unterwegs.

Auch bekannt als: Volareweb · Volareweb.com · Volare Group · Volare S.p.A. · CAI-Second · VE

ItalienItalienLow-Cost-AirlinesIATA: VEICAO: VLE13 Min. Lesezeit

VE

IATA-Code

VLE

ICAO-Code

VOLA

Rufzeichen im Funk

2009

Letzter Volareweb-Flug

Das Wichtigste in Kürze

  • Volare Airlines ist eine historische italienische Airline: 1997 in Thiene gegründet, ab April 1998 in der Luft, letzter Flug unter eigener Marke im Januar 2009.
  • Codes: IATA VE, ICAO VLE, Rufzeichen „VOLA“.
  • Swissair war Großaktionär: Die SAirGroup hielt ab 1998 34 Prozent – bis zum Zusammenbruch der Swissair 2001.
  • Volareweb.com war ab 2003 einer der ersten Low-Cost-Versuche Italiens, scheiterte aber schon im November 2004 an Geldmangel.
  • Alitalia übernahm die Reste 2006; mit dem Neustart der Alitalia im Januar 2009 endete auch Volareweb.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Volare Airlines im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Swissair, Qualiflyer und die Volare Group
  5. 5.Die Flotte: Airbus vorn, Boeing als Ergänzung
  6. 6.Volareweb.com: der Low-Cost-Versuch
  7. 7.Bieterstreit: Alitalia gegen Air One
  8. 8.Woran du Volare erkennst
  9. 9.Volare im Spotter-Alltag heute
  10. 10.Italiens private Airlines im Vergleich
  11. 11.Häufige Verwechslungen
  12. 12.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeVE
ICAO-CodeVLE
RufzeichenVOLA
DrehkreuzeMXP
StatusHistorisch – letzter Flug als Volareweb am 12. Januar 2009, Gesellschaft 2015 aufgelöst
Gegründet1997 in Thiene bei Vicenza von Gino Zoccai und Vincenzo Soddu
Erster FlugApril 1998, zunächst reine Charterflüge mit Airbus A320
GeschäftsmodellErst Charter- und Linienairline, ab 2003 Low-Cost-Marke Volareweb.com
EigentümerGründer und Banken, 1998–2001 mit 34 Prozent Beteiligung der Swissair-Gruppe, ab 2006 Alitalia
SchwesterCharterairline Air Europe (Italien), ab 2000 Teil der Volare Group
Wichtigster FlughafenMailand-Malpensa (MXP), zeitweise auch Mailand-Linate und Bergamo
Typische FlotteAirbus A320 und A321, dazu A330-200 für Langstrecken-Charter; einzelne Boeing 757-200 und geleaste MD-83
AllianzKeine eigene Mitgliedschaft; zuerst im Swissair-Umfeld (Qualiflyer), später als Alitalia-Tochter im SkyTeam-Umfeld

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Volare Airlines?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „Volare“ bzw. ab 2003 „Volareweb.com“ am Rumpf – die Internetadresse als Markenname
  • Fast immer ein Mitglied der Airbus-A320-Familie, auf Fernstrecken-Chartern ein A330-200
  • Italienisches Kennzeichen mit I-, bei kurzfristig geleasten Maschinen auch ausländische Präfixe
  • Flugnummer mit VE, im Flugplan der Flugsicherung VLE bzw. „VOLA“
  • Nach 2009 flogen frühere Volareweb-A320 weiter – ab 2010 teils in Air-One-Farben

Wer um die Jahrtausendwende in Mailand, Venedig oder an einem Ferienflughafen am Mittelmeer stand, hat sie vermutlich gesehen, ohne sie lange zu beachten: einen Airbus A320 mit dem Schriftzug „Volare“, später mit einer Internetadresse am Rumpf – „Volareweb.com“. Volare Airlines war eine der ehrgeizigsten Neugründungen der italienischen Luftfahrt. Swissair stieg ein, eine zweite Airline kam dazu, und 2003 sollte daraus einer der ersten Billigflieger Italiens werden. Gut anderthalb Jahre später stand alles still. Diese Seite zeigt dir, wie Volare entstand, welche Flugzeuge sie flog, woran du sie auf alten Fotos erkennst und warum die Geschichte bei Alitalia endete.

Alte Fotos, sauber archiviert

Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch deine Volare-Aufnahmen jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Volare Airlines im Überblick

Volare Airlines war eine italienische Airline, die 1997 gegründet wurde und im Januar 2009 zum letzten Mal unter eigener Marke flog. Der Sitz lag in Thiene, einer Kleinstadt nördlich von Vicenza in Venetien; Verwaltung und Chartergeschäft wurden von Mailand aus gesteuert. Hinter der Gründung standen der Unternehmer Gino Zoccai und Vincenzo Soddu, ein früherer Militärpilot, der laut italienischen Quellen bei der Kunstflugstaffel Frecce Tricolori geflogen war.

Der Name ist Programm: „volare“ heißt auf Italienisch schlicht „fliegen“. Gestartet ist Volare als Charterairline, später kamen Linienflüge dazu, und ab 2003 lief fast alles unter der Low-Cost-Marke Volareweb.com. Zu ihren besten Zeiten bildete Volare zusammen mit der Schwester Air Europe die Volare Group – kurz vor dem Zusammenbruch 2004 laut italienischer Regionalpresse mit rund 1.380 Beschäftigten und 24 geleasten Flugzeugen.

Wichtigster Flughafen war über weite Strecken Mailand-Malpensa. Zwischenzeitlich spielten auch Mailand-Linate und Bergamo eine Rolle, dazu Linienziele wie Venedig. Die Schwester Air Europe nutzte neben Malpensa auch Rom-Fiumicino als zweite Basis.

VEIATA-Code in der Flugnummer
VLEICAO-Code der Airline
34 %Anteil der Swissair-Gruppe ab 1998

Die Geschichte in Etappen

Volare entstand in einer Phase des Aufbruchs. Ende der 1990er-Jahre öffnete die EU den Luftverkehrsmarkt vollständig, und in Italien suchten private Airlines ihre Lücke neben der Staatsairline Alitalia. Volare setzte zuerst auf das Geschäft mit Reiseveranstaltern – die ersten Flüge im April 1998 waren reine Charter ab Bergamo und Malpensa, geflogen mit Airbus A320.

1997

Gründung von Volare Airlines in Thiene durch Gino Zoccai und Vincenzo Soddu.

April 1998

Erste Charterflüge mit Airbus A320. Im August steigt die Swissair-Gruppe mit 34 Prozent ein.

1999

Im Mai beginnen die ersten Linienflüge.

2000

Kauf der Charterairline Air Europe, Gründung der Holding Volare Group.

2001

Nach dem Zusammenbruch der Swissair kauft Zoccai deren Anteile zurück.

März 2003

Die Low-Cost-Marke Volareweb.com geht an den Start.

November 2004

Am 19. November steht die gesamte Gruppe still, Ende des Monats folgt die außerordentliche Verwaltung.

2005/2006

Neustart mit wenigen Flugzeugen, Verkauf an Alitalia, Gründung der Volare S.p.A. im April 2006.

Januar 2009

Letzter Volareweb-Flug am 12. Januar, tags darauf übernimmt die neue Alitalia Flugzeuge und Lizenz.

Mit den Linienflügen ab Mai 1999 baute Volare ein Inlands- und Europanetz auf, mit Verbindungen unter anderem ab Malpensa, Linate und Venedig. Volare stieß damit in Märkte vor, in denen auch Meridiana und Air One um Fluggäste kämpften. Das Chartergeschäft blieb aber das Fundament – und mit dem Kauf der Air Europe wuchs es deutlich.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code VE: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code VLE: nutzte die Flugsicherung im Flugplan.
  • Rufzeichen VOLA: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.

Ein Stolperstein für Archivare: Italienische Nachschlagewerke geben an, dass Volare bis 2006 den IATA-Code VA und das Rufzeichen „REVOLA“ verwendete und erst danach zu VE und „VOLA“ wechselte. Englisch- und deutschsprachige Quellen nennen dagegen nur VE. Wenn du alte Flugpläne auswertest, rechne mit beiden Varianten – und verwechsle VA nicht mit späteren Airlines, die diesen Code nach Volare erhielten.

Charter oder Linie im Logbuch?

Volare flog viele Flüge im Auftrag von Reiseveranstaltern. Für dein Logbuch zählt die durchführende Airline – egal, wer die Reise verkauft hat. Den Unterschied zwischen beiden Flugarten erklärt der Beitrag Charterflug und Linienflug.

Swissair, Qualiflyer und die Volare Group

Im August 1998 übernahm die SAirGroup, die Muttergesellschaft der Swissair, 34 Prozent an Volare. Die Schweizer verfolgten damals die sogenannte Hunter-Strategie: Statt einer großen Allianz beizutreten, kauften sie sich bei zahlreichen europäischen Airlines ein, darunter Sabena, LTU und mehrere französische Gesellschaften. Volare war der italienische Baustein in diesem Netz. Passagiere konnten im Vielfliegerprogramm Qualiflyer Meilen sammeln, das zum Swissair-Verbund gehörte.

Im Jahr 2000 kauften die Gesellschafter zusätzlich die Air Europe, eine 1989 gegründete Charterairline mit Sitz in Varese, die damals als Marktführer im italienischen Chartergeschäft galt und auch Fernreiseziele wie Kuba anflog. Aus beiden Airlines wurde die Holding Volare Group. Für Spotter ist wichtig: Air Europe blieb eine eigene Airline mit eigenem Code (IATA PE, ICAO AEL) und flog unter anderem eine Boeing 767-300ER in ihren eigenen Farben.

Dann kam der Herbst 2001. Nach den Anschlägen vom 11. September brach die Swissair zusammen, und mit ihr das ganze Beteiligungsgeflecht. Gino Zoccai kaufte die Volare-Anteile für rund 50 Millionen Euro zurück. Die Schulden stiegen, Zoccai musste später die Mehrheit abgeben. Neue Gesellschafter und Banken übernahmen, die Konten wurden geprüft, das Management wechselte – und mit ihm die Strategie.

Nicht verwechseln

Die italienische Air Europe der Volare Group hat ihren Ursprung zwar im Umfeld der britischen Airlines-of-Europe-Gruppe, ist aber nicht die britische Air Europe, die 1991 den Betrieb einstellte. Auf alten Fotos hilft das Kennzeichen: italienische Maschinen tragen ein I-.

Die Flotte: Airbus vorn, Boeing als Ergänzung

Volare war im Kern eine Airbus-Airline. Schon die ersten Charterflüge 1998 liefen mit dem Airbus A320, und die A320-Familie blieb bis zum Schluss das Arbeitspferd. In der besten Zeit standen etwa 15 A320 im Einsatz, ein Teil davon aus dem Bestand der Air Europe. Für Fernstrecken-Charter nutzte die Gruppe sechs Airbus A330-200, die Fernreiseziele von Urlaubern ansteuerten.

Typ Rolle bei Volare Spotter-Hinweis
Airbus A320 Rückgrat von 1998 bis 2009, auch bei Volareweb Klassischer A320 der ersten Generation, ohne Sharklets
Airbus A321 Wenige Exemplare für stark gebuchte Strecken Gestreckter Rumpf, vier Türen pro Seite
Airbus A330-200 Fernstrecken-Charter, bis zu sechs Maschinen Zweistrahliger Widebody, Ferienziele weltweit
Boeing 757-200 Zeitweise in der Flotte Schmal und lang, hohes Fahrwerk
McDonnell Douglas MD-83 Zeitweise geleast Hecktriebwerke, T-Leitwerk
Boeing 767-300ER Bei der Schwester Air Europe Lief in Air-Europe-Farben, nicht als Volare

Die genauen Zahlen gehen in den Quellen auseinander. Je nachdem, ob man Volare und Air Europe zusammenzählt und kurz geleaste Maschinen mitrechnet, kommen Nachschlagewerke auf rund drei Dutzend bis knapp 50 Flugzeuge über die gesamte Firmengeschichte. Sicher ist: Volare war ein Kunde von Airbus – Boeing- und McDonnell-Douglas-Jets blieben die Ausnahme.

Wenn du alte Bilder sortierst und unsicher bist, ob du einen A320 oder einen A321 vor dir hast, hilft dir der Guide A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten. Der A321 ist sichtbar länger und hat vor und hinter dem Flügel je eine zusätzliche Tür.

Ex-Volare-Maschinen aufspüren

Setz Kennzeichen früherer Volare-A320 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eine davon im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Volareweb.com: der Low-Cost-Versuch

2003 entschied das neue Management, Volare radikal umzubauen. Am 5. Februar 2003 wurde Volareweb.com gegründet, ab dem Sommerflugplan – der erste Flug ging am 30. März 2003 – lief der Verkauf vor allem über das Internet. Die Idee: Italiens eigener Billigflieger, bevor ausländische Low-Cost-Airlines den Markt unter sich aufteilen. Innerhalb weniger Monate übernahm die neue Marke praktisch den gesamten Flugbetrieb von Volare.

Das Timing war schwierig. Gleichzeitig drängten Ryanair und andere Billigflieger nach Italien; Ryanair baute dort eigene Basen auf, unter anderem in Rom-Ciampino. Volareweb hatte zwar den Namen eines Billigfliegers, trug aber die Kosten und Schulden einer gewachsenen Charter- und Linienairline mit sich. Wie das Modell eigentlich funktioniert, zeigt der Beitrag Wie Billigflieger funktionieren.

Was für Volareweb sprach

  • Früher Start mit Online-Verkauf im italienischen Markt
  • Einheitliche Flotte aus der A320-Familie
  • Bekannte Marke und Erfahrung aus dem Chartergeschäft
  • Starke Stellung in Norditalien rund um Mailand

Was dagegen stand

  • Hohe Schulden aus dem Rückkauf der Swissair-Anteile
  • Kostenstruktur einer klassischen Airline
  • Wachsender Druck durch Ryanair und andere Billigflieger
  • Kaum Reserven für schwache Monate

Im Herbst 2004 wurde die Lage kritisch. Strecken wurden gestrichen, die Verbindungen nach Deutschland endeten laut deutschen Nachschlagewerken am 16. Oktober 2004 – Fluggäste erfuhren es teils erst am Vorabend. Am 19. November 2004 stellte die gesamte Volare Group, einschließlich Air Europe, den Flugbetrieb ein. Am 30. November 2004 kamen Volare Group, Volare Airlines und Air Europe in die außerordentliche Verwaltung, ein italienisches Verfahren für große insolvente Unternehmen. Die Gruppe wurde im Dezember 2004 zum Verkauf gestellt. Mehr zu diesem Muster findest du im Beitrag Große Airline-Pleiten in Europa.

Bieterstreit: Alitalia gegen Air One

Unter dem staatlich eingesetzten Verwalter nahm Volareweb ab Juni 2005 den Betrieb in kleinem Rahmen wieder auf – mit zwei A320 in Volareweb-Farben und der 767 der Air Europe. Parallel lief der Verkauf. Zwei Bieter standen sich gegenüber: die Staatsairline Alitalia und ihr privater Rivale Air One.

Ende 2005 setzte sich Alitalia durch, der Kaufpreis lag bei rund 38 Millionen Euro. Air One wehrte sich mehrfach juristisch gegen die Entscheidung, scheiterte aber. Am 14. April 2006 gingen die Gesellschaften in der neuen Volare S.p.A. auf, die zu Alitalia gehörte; Volareweb und Air Europe wurden unter einem gemeinsamen Luftverkehrsbetreiberzeugnis zusammengefasst, im Mai 2006 wechselten die Beschäftigten.

Im Frühjahr 2007 kamen zwei neu zugegangene A320 in die Flotte, Volareweb konzentrierte sich auf Malpensa und gab Linate auf. Zum 1. Januar 2008 war die Airline offiziell eine Alitalia-Tochter. Damit stand Volare – ohne eigene Mitgliedschaft – im Umfeld von SkyTeam, der Allianz, zu der Alitalia damals gehörte. Fluggäste sammelten nun Meilen bei MilleMiglia, dem Programm der Alitalia.

November 2008

Das Linienangebot wird zurückgefahren, im Dezember fliegt der letzte Charter. Auch Air Europe stellt den Betrieb ein.

9. Januar 2009

Der Ticketverkauf für Volareweb-Flüge wird gestoppt, Fluggäste werden auf Alitalia oder Air One umgebucht.

12. Januar 2009

Letzter Flug in Volareweb-Farben: Brindisi–Mailand-Malpensa.

13. Januar 2009

Die neue Alitalia der Compagnia Aerea Italiana übernimmt Flugzeuge und Lizenz über die Gesellschaft CAI-Second.

Ganz vorbei war die Geschichte damit noch nicht. Unter dem Namen CAI-Second bestand die frühere Volare noch einige Jahre weiter und flog am Ende mit einem einzigen A320 im Netz der Alitalia, nach italienischen Quellen auch, um Slots in Linate zu sichern. Am 11. Februar 2015 wurde die Gesellschaft aufgelöst und in Alitalia eingegliedert. Die Nachfolgerin der Alitalia ist heute ITA Airways.

Ironie der Geschichte

Air One verlor 2006 den Kampf um Volare – und landete 2009 selbst in der neuen Alitalia. Im März 2010 bekamen die letzten beiden früheren Volareweb-A320 sogar die Farben der Air One. Ausgerechnet der Rivale von damals wurde so zur letzten Lackierung dieser Flugzeuge in Italien.

Woran du Volare erkennst

Auf alten Fotos ist der Schriftzug das sicherste Merkmal: zuerst „Volare“, ab 2003 „Volareweb.com“ – eine Airline, die ihre Internetadresse groß auf den Rumpf schrieb, war damals noch ungewöhnlich und typisch für die frühen Low-Cost-Jahre. Weil die Flotte fast nur aus der A320-Familie bestand, kannst du den Typ meist schnell eingrenzen. Bei Langstrecken-Chartern war es ein A330-200.

Vorsicht bei Mischformen: Nach den Übernahmen und Leasing-Wechseln trugen einzelne Maschinen Übergangslackierungen, und nach 2009 flogen frühere Volare-A320 für Alitalia oder in Air-One-Farben. Wie du solche Zwischenstände einordnest, erklärt der Beitrag zu Hybrid- und Mischlackierungen.

Zeigt dein altes Foto wirklich Volare?

Hak ab, was auf dem Foto zu sehen ist – ab vier Treffern ist die Zuordnung ziemlich sicher.

  • Schriftzug „Volare“ oder „Volareweb.com“ am Rumpf
  • Airbus A320 oder A321, bei Fernflügen ein A330-200
  • Italienisches Kennzeichen mit I-
  • Aufnahme aus der Zeit zwischen 1998 und Januar 2009
  • Ort wie Mailand-Malpensa, Linate, Bergamo, Venedig oder ein Ferienflughafen
  • Flugnummer mit VE (oder in alten Unterlagen VA)

Volare im Spotter-Alltag heute

Einen Flug unter dem Rufzeichen „VOLA“ findest du heute in keinem Tracker mehr. Volare ist ein reines Archiv-Thema – aber ein dankbares. Wer zwischen 1998 und 2009 in Norditalien, auf Sardinien, Sizilien oder an Ferienflughäfen rund ums Mittelmeer fotografiert hat, hat gute Chancen auf einen Volare-A320 auf Dia, Negativ oder früher Speicherkarte. Mit Typ, Kennzeichen, Ort und Datum werden daraus saubere Einträge. Tipps für die Ablage gibt der Beitrag Flugzeugfotos archivieren.

Spannend ist die Spurensuche nach den Flugzeugen selbst. Viele A320 der Volare gingen nach dem Ende an Leasinggeber zurück oder flogen bei anderen Betreibern weiter. Über das Kennzeichen und die Seriennummer kannst du den Lebenslauf einer Maschine verfolgen – wie das geht, erklärt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?. Wenn du heute in Malpensa unterwegs bist, lohnt sich zudem ein Abstecher zum Luftfahrtmuseum Volandia am Flughafen Mailand-Malpensa.

Gute Chancen auf Volare-Spuren, wenn …

  • du dein Fotoarchiv aus der Zeit vor 2009 durchsiehst
  • du gezielt nach den Kennzeichen früherer Volare-A320 suchst

Prüf es genau, wenn …

  • ein Foto aus den Jahren 2005 bis 2008 stammt – dann flog Volareweb schon unter Verwaltung oder für Alitalia
  • du einen Widebody mit italienischem Kennzeichen siehst – das kann auch Air Europe gewesen sein

Keine Chance auf Volare, wenn …

  • du heute im Tracker nach VLE oder „VOLA“ suchst – unter eigener Marke fliegt Volare seit Januar 2009 nicht mehr

Italiens private Airlines im Vergleich

Volare steht in einer langen Reihe privater italienischer Airlines, die sich neben Alitalia versuchten und am Ende verschwanden. Air One war die größte von ihnen und ging 2009 in Alitalia auf. Meridiana aus Sardinien wurde 2018 zu Air Italy, die 2020 aufgab. Wind Jet aus Sizilien versuchte sich ebenfalls als Billigflieger und stellte 2012 den Betrieb ein, der Ferienflieger Eurofly endete 2010. Überlebt hat aus dieser Zeit unter anderem Blue Panorama. Volare unterscheidet sich von allen durch die frühe Swissair-Beteiligung und den Versuch, als eine der ersten italienischen Airlines das Low-Cost-Modell zu übernehmen.

Häufige Verwechslungen

  • Volare und Volareweb für zwei Airlines halten – Volareweb.com war die Marke, unter der Volare Airlines ab 2003 flog.
  • Die italienische mit der britischen Air Europe gleichsetzen – Volares Schwester war die italienische Air Europe, nicht die 1991 eingestellte britische Airline.
  • Air-Europe-Maschinen als Volare notieren – Air Europe hatte eigene Codes und eigene Farben, auch innerhalb der Volare Group.
  • VA als Code einer heutigen Airline lesen – in alten italienischen Unterlagen kann VA noch für Volare stehen.
  • Volare für eine Alitalia-Gründung halten – Volare war bis 2006 privat, Alitalia kam erst nach der Insolvenz.
  • Die Air-One-Farben ab 2010 als Air-One-Flotte deuten – einige dieser A320 kamen ursprünglich von Volareweb.

Geschichte im eigenen Hangar

Sammle deine Volare-Fotos im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Fazit

Volare Airlines war ein typisches Kind ihrer Zeit: gegründet im Jahr der Marktöffnung, gestützt von der Swissair, gewachsen mit dem Chartergeschäft und dann mit Volareweb.com einer der ersten Versuche, in Italien einen Billigflieger zu etablieren. Der Zusammenbruch der Swissair, hohe Schulden und die Konkurrenz durch Ryanair ließen das Projekt 2004 scheitern. Unter Alitalia lebte die Marke noch bis Januar 2009 weiter. Für Spotter bleibt eine Airbus-Airline, die du am Schriftzug erkennst und deren Flugzeuge du über das Kennzeichen bis heute verfolgen kannst.

Kurzfazit

Volare Airlines (IATA VE, ICAO VLE, Rufzeichen „VOLA“) flog ab 1998 mit der Airbus-A320-Familie, ab 2003 als Volareweb.com. Nach der Pleite 2004 übernahm Alitalia, der letzte Volareweb-Flug landete am 12. Januar 2009 in Malpensa.

Zusammenfassung

  • Volare begann 1998 als Charterairline mit Airbus A320 ab Bergamo und Mailand-Malpensa und flog ab Mai 1999 auch Linie.
  • Mit der Swissair-Gruppe als Partnerin und dem Kauf der Charterairline Air Europe wurde die Volare Group zu einem der größten Anbieter im italienischen Chartermarkt.
  • Die Low-Cost-Marke Volareweb.com startete im März 2003, doch im November 2004 stand der gesamte Konzern still und ging in die Sonderverwaltung.
  • Alitalia kaufte die Gruppe 2006 nach einem Bieterstreit mit Air One; Volareweb flog danach mit wenigen A320 ab Malpensa, bis der letzte Flug am 12. Januar 2009 landete.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Volare Airlines?

In den letzten Jahren flog Volare mit dem IATA-Code VE, dem ICAO-Code VLE und dem Rufzeichen „VOLA“. Italienische Nachschlagewerke nennen für die Zeit vor 2006 abweichend den IATA-Code VA und das Rufzeichen „REVOLA“. Wenn du alte Flugpläne oder Tickets auswertest, kann dir also beides begegnen.

Was ist der Unterschied zwischen Volare und Volareweb?

Volare Airlines war die Gesellschaft, Volareweb.com die Low-Cost-Marke, unter der sie ab dem 30. März 2003 flog. Nach kurzer Zeit liefen praktisch alle Flüge unter dieser Marke. Auch nach der Übernahme durch Alitalia blieb der Name Volareweb bis Januar 2009 erhalten.

Welche Flugzeuge flog Volare?

Das Rückgrat bildete die Airbus-A320-Familie mit A320 und einigen A321. Für Fernstrecken-Charter setzte die Gruppe in ihrer besten Zeit sechs A330-200 ein. Dazu kamen zeitweise Boeing 757-200 und geleaste MD-83. Die Gesamtzahlen schwanken je nach Quelle, weil Volare und Air Europe ihre Flugzeuge teilweise untereinander tauschten.

Welche Rolle spielte Swissair bei Volare?

Die Swissair-Muttergesellschaft SAirGroup stieg 1998 mit 34 Prozent ein. Volare passte in ihre Strategie, sich mit Minderheitsbeteiligungen an europäischen Airlines ein Netz aufzubauen. Nach dem Zusammenbruch der Swissair 2001 kaufte Gründer Gino Zoccai die Anteile für rund 50 Millionen Euro zurück – eine Last, die die Schulden weiter steigen ließ.

Warum ging Volare 2004 pleite?

Direkter Auslöser war eine Liquiditätskrise, dazu kamen Flugzeuge, die nicht mehr verfügbar waren oder beschlagnahmt wurden. Im Hintergrund standen die Schulden aus dem Rückkauf der Swissair-Anteile und der wachsende Druck durch Billigflieger. Am 19. November 2004 stellte die Volare Group den Flugbetrieb ein, am 30. November kamen Volare Group, Volare Airlines und Air Europe in die außerordentliche Verwaltung nach italienischem Recht.

Wer hat Volare übernommen?

Nach einem Bieterwettstreit setzte sich Alitalia gegen Air One durch und zahlte rund 38 Millionen Euro. Am 14. April 2006 gingen die Gesellschaften in der neuen Volare S.p.A. auf. Air One focht den Verkauf mehrfach vor Gericht an, konnte ihn aber nicht verhindern.

Wann flog Volareweb zum letzten Mal?

Der letzte Flug in Volareweb-Farben war am 12. Januar 2009 die Verbindung Brindisi–Mailand-Malpensa. Einen Tag später übernahm die neu gestartete Alitalia der Compagnia Aerea Italiana die Flugzeuge und das Luftverkehrsbetreiberzeugnis. Die Gesellschaft bestand als CAI-Second mit einem A320 noch bis Februar 2015 weiter.

Ist Volare Airlines mit Air Europe aus Großbritannien verwandt?

Nur indirekt. Die italienische Air Europe, die ab 2000 zur Volare Group gehörte, war 1989 im Umfeld der britischen Airlines-of-Europe-Gruppe entstanden und ab 1991 ganz in italienischer Hand. Die bekannte britische Air Europe, die 1991 aufgab, ist eine eigene Airline.

Volare Airlines im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Flugzeugtypen in der Flotte

Weitere Airlines

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Wo du Volare Airlines vor die Linse bekommst

Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Passende Guides aus dem Blog

PT

Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Airlines aus Italien