Das Wichtigste in Kürze
- Sabena war die historische Nationalairline Belgiens und flog von 1923 bis 2001 mit Drehkreuz Brüssel.
- Codes: IATA SN, ICAO SAB, Rufzeichen „SABENA“. Den IATA-Code SN nutzt heute Brussels Airlines.
- Afrika war das Markenzeichen: Schon in den 1920er-Jahren verband Sabena Belgien mit dem damaligen Belgisch-Kongo.
- Swissair stieg 1995 mit 49,5 Prozent ein und übernahm das Management – mit der Pleite der Swissair-Gruppe 2001 fiel auch Sabena.
- Am 7. November 2001 kam der Konkurs, eine der größten Firmenpleiten der belgischen Geschichte. Aus der Tochter DAT entstand SN Brussels Airlines.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Sabena im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Von Haren nach Léopoldville: die frühen Jahre
- 4.Sabena und der Hubschrauber-Linienverkehr
- 5.Das Jetzeitalter: von der 707 zum Airbus
- 6.A340-200 oder A340-300? So sortierst du die späten Langstreckenjets
- 7.Woran du Sabena erkennst
- 8.Air France, Swissair und der Weg in die Abhängigkeit
- 9.Der Konkurs im November 2001
- 10.Sabena-Flug 548
- 11.Töchter und Nachfolger
- 12.Sabena heute: Museum und Archiv
- 13.Häufige Verwechslungen
- 14.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | SN |
|---|---|
| ICAO-Code | SAB |
| Rufzeichen | SABENA |
| Drehkreuze | BRU |
| Status | Historisch – Konkurs am 7. November 2001, letzter Flug SN690 landete am selben Tag in Brüssel |
| Geschäftsmodell | Nationale Netzwerk-Airline mit Europa-, Nordatlantik- und Afrika-Verkehr |
| Vollständiger Name | Société Anonyme Belge d'Exploitation de la Navigation Aérienne |
| Gründung | 1923 als Nachfolgerin der SNETA (gegründet 1919), Flugbetrieb ab Mai 1923 |
| Drehkreuz | Brüssel, zuerst Flugplatz Haren, nach dem Krieg Melsbroek bzw. Zaventem (BRU) |
| Eigentümer | Lange mehrheitlich belgischer Staat; ab 1995 hielt die Swissair-Holding 49,5 Prozent |
| Töchter | Sobelair (Charter), ab 1996 Delta Air Transport (DAT, Regionalverkehr) |
| Vielfliegerprogramm | Qualiflyer |
| Prägende Typen | DC-3, DC-6, Caravelle, Boeing 707, 727, 737, 747, DC-10-30, Airbus A310, A330, A340 |
| Flotte beim Konkurs | 53 Flugzeuge, darunter A319, A320, A321, A330, A340, Boeing 737-300/-500 und zwei gemietete MD-11 |
| Nachfolge | SN Brussels Airlines aus der Tochter DAT, ab 2007 Brussels Airlines |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Sabena?
- Belgisches Kennzeichen mit OO- am Heck, viele Sabena-Jets trugen die Reihe OO-S…
- Schriftzug „Sabena“ am Rumpf, ab den 1990er-Jahren auf überwiegend weißem Rumpf
- In den letzten Jahren ein stilisiertes „S“ als Logo am Leitwerk
- Ab 1995 teils ein zusätzlicher Swissair-Partnerhinweis am Rumpf
- Ältere Bemalungen mit dunklerem Blau; mit dem A310 kam 1984 ein helleres Blau und eine modernere Schrift
- Zum Schluss typisch: A330 und A340 auf der Langstrecke, A319/A320/A321 und Boeing 737 in Europa
Wer vor 2001 in Zaventem am Zaun stand, sah vor allem eines: Sabena. Boeing 737 im Minutentakt nach ganz Europa, abends die Großraumjets nach Afrika und Nordamerika, und auf fast allen Leitwerken das Logo der belgischen Nationalairline. Sabena war eine der ältesten Airlines der Welt und für viele Belgier ein Stück nationaler Identität. Dann ging alles sehr schnell: Im Herbst 2001 riss der Zusammenbruch der Swissair-Gruppe auch Sabena mit. Diese Seite zeigt dir Geschichte, Flotte und Erkennungsmerkmale, damit du Sabena-Fotos in deinem Archiv sauber einordnest.
Dein Sabena-Archiv im Hangar
Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – auch alte Dias und Abzüge aus Brüssel landen so geordnet in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Sabena im Überblick
Sabena war die nationale Fluggesellschaft Belgiens und flog von 1923 bis 2001. Der Name ist eine Abkürzung: Société Anonyme Belge d’Exploitation de la Navigation Aérienne, sinngemäß „Belgische Aktiengesellschaft für den Betrieb der Luftfahrt“. Gegründet wurde Sabena vom belgischen Staat als Nachfolgerin der SNETA, einer Studiengesellschaft für Luftverkehr aus dem Jahr 1919. Im Mai 1923 nahm die neue Airline den Betrieb auf.
Ihre Heimat war von Anfang an Brüssel. Geflogen wurde zunächst vom Flugplatz Haren aus, nach dem Zweiten Weltkrieg von Melsbroek und dem daraus gewachsenen heutigen Flughafen Brüssel in Zaventem. Dort stand auch der Firmensitz. Über fast acht Jahrzehnte war Sabena der mit Abstand wichtigste Kunde des Flughafens – entsprechend hart traf ihn das Ende im Jahr 2001.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code SN: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln – etwa beim letzten Flug SN690.
- ICAO-Code SAB: stand im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen SABENA: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Für dein Archiv wichtig: Der IATA-Code SN lebt weiter. Die Nachfolgerin Brussels Airlines fliegt bis heute mit SN-Flugnummern, nutzt aber den ICAO-Code BEL. Steht in einer alten Notiz nur „SN“ und eine Nummer, entscheidet erst das Datum, ob Sabena oder Brussels Airlines gemeint ist. Wie die beiden Code-Systeme zusammenhängen, erklärt der Guide zu IATA- und ICAO-Codes.
Achtung bei Logbuch-Einträgen
SN Brussels Airlines startete im Februar 2002 mit dem Code SN und einem stilisierten „S“ im Logo – optisch also nah an der späten Sabena. Notiere bei Fotos aus 2001 und 2002 immer Datum, Kennzeichen und Schriftzug.
Von Haren nach Léopoldville: die frühen Jahre
Sabena gehört zu den Airlines, deren Geschichte bis in die Pionierzeit reicht. In Europa ging es zunächst nach London, ab den 1930er-Jahren unter anderem nach Kopenhagen, Malmö und Berlin. Das eigentliche Profil der Airline entstand aber im Süden: Belgien hatte mit dem damaligen Belgisch-Kongo eine große Kolonie, und Sabena übernahm die Interessen einer dort tätigen Vorgängergesellschaft.
1925 flogen Edmond Thieffry und zwei Begleiter mit einer Handley Page W.8 von Brüssel bis nach Léopoldville, dem heutigen Kinshasa. Danach wuchs Schritt für Schritt ein Liniennetz innerhalb des Kongo und schließlich eine regelmäßige Verbindung zwischen Belgien und Zentralafrika. In den 1930er-Jahren flogen dafür Fokker F.VII, Savoia-Marchetti SM.73 und die Junkers Ju 52. Als im Mai 1940 der Krieg Belgien erreichte, wurde der Europaverkehr eingestellt – die Kongo-Strecken liefen jedoch weiter.
Nach dem Krieg ging es schnell: Im September 1945 nahm Sabena den Europaverkehr wieder auf, im Juni 1946 folgte die erste Linie nach New York. Für die Langstrecke flogen DC-4, DC-6 und später die DC-7C, in Europa DC-3 und Convair-Liner wie die CV-440 Metropolitan.
Sabena und der Hubschrauber-Linienverkehr
Ein ungewöhnliches Kapitel schrieb Sabena in den 1950er-Jahren. Ab 1950 flogen Hubschrauber Post zwischen belgischen Städten, ab 1953 auch Passagiere. Vom Heliport an der Brüsseler Allée Verte gab es Verbindungen in zahlreiche Städte, zwischen 1956 und 1964 sogar eine Linie nach Paris mit Landeplatz an den Invalides. Eingesetzt wurden zunächst Bell 47, dann Sikorsky S-55 und später S-58. Zur Weltausstellung Expo 58 brachten Hubschrauber Besucher direkt zum Heysel-Gelände. Wirtschaftlich blieb das Konzept schwierig, Mitte der 1960er-Jahre war die Ära vorbei – für Historiker ist sie trotzdem eine der spannendsten Episoden der Airline.
Das Jetzeitalter: von der 707 zum Airbus
1960 begann für Sabena die Jet-Ära. Mit der Boeing 707-320 flog sie als erste Airline vom europäischen Festland mit einem Jet über den Atlantik. Ab Februar 1961 übernahm die Sud Aviation Caravelle die wichtigsten Europastrecken. Mehr zur Geschichte des Vierstrahlers findest du im Beitrag zur Boeing 707.
Das Jahr 1960 brachte aber auch einen Einschnitt: Mit der Unabhängigkeit des Kongo endete das alte Inlandnetz dort. Sabena beteiligte sich 1961 mit 30 Prozent an der neuen Air Congo und flog Afrika fortan als internationales Ziel an. Die Afrika-Kompetenz blieb ein Markenzeichen bis zum Schluss.
In den folgenden Jahrzehnten modernisierte Sabena die Flotte regelmäßig:
| Typ | Bei Sabena (laut gängigen Flottenaufstellungen) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 707-320 / -320C | ab 1959/60, Frachter bis in die 1990er | Langstrecke, Fracht | Erster Jet über den Nordatlantik vom Festland aus |
| Sud Aviation Caravelle | 1961–1977 | Europa | Ein Exemplar steht im Brüsseler Armeemuseum |
| Boeing 727-100 | 1967–1978 | Europa | Dreistrahler, später durch die 737-200 ersetzt |
| Boeing 737-200 | ab 1973/74 bis 2001 | Europa | Lange das Arbeitspferd in Zaventem |
| Boeing 747-100 | 1970–1990 | Langstrecke | Mit seitlicher Frachttür für gemischten Betrieb |
| DC-10-30 / -30CF | 1974–1997 | Langstrecke | Dreistrahler, teils als Fracht-Passagier-Version |
| Airbus A310 | ab 1984 | Mittel- und Langstrecke | Brachte 1984 das hellere Blau ins Design |
| Boeing 747-300 | 1986–1999 | Langstrecke | Kleine Flotte mit verlängertem Oberdeck |
| BAe 146 / Avro RJ | 1990–2001 | Regionalverkehr | Vierstrahliger Regionaljet |
| Airbus A330 / A340 | ab den 1990er-Jahren | Langstrecke | Ersetzten DC-10 und 747 |
| Airbus A319 / A320 / A321 | unter Swissair-Führung | Europa | Teil einer großen, teuren Bestellung |
Welche 747-Version du auf einem alten Foto siehst, klärt der Guide zu den Varianten der Boeing 747.
Zum Schluss, im November 2001, zählte die Flotte 53 Flugzeuge: 15 Airbus A319, sechs A320, drei A321, sechs A330-200, vier A330-300, zwei A340-200, drei A340-300, je sechs Boeing 737-300 und 737-500 sowie zwei gemietete MD-11. Weitere A319 und A340 waren bestellt, wurden aber nicht mehr ausgeliefert.
Die Klassiker auf der Wunschliste
Setz Typen wie A340-200 oder 737-500 auf die Wunschliste in deinem Hangar und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn einer der letzten Vertreter in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
A340-200 oder A340-300? So sortierst du die späten Langstreckenjets
Fotos aus den letzten Sabena-Jahren zeigen auf der Langstrecke fast immer einen Airbus. Weil Sabena sowohl A330 als auch beide frühen A340-Versionen flog, lohnt sich ein genauer Blick. Der erste Schritt ist einfach: Zwei Triebwerke bedeuten A330, vier Triebwerke A340. Den Unterschied erklärt auch der Guide A330 oder A340.
Das spricht für die A340-200
- Vier Triebwerke, aber sichtbar kürzerer Rumpf
- Weniger Fenster zwischen Tür und Flügel
- Bei Sabena zuletzt nur zwei Exemplare – echte Rarität im Archiv
Das spricht für die A340-300
- Vier Triebwerke und längerer Rumpf, gleich lang wie die A330-300
- Auf ihr lief der letzte Sabena-Flug SN690 (OO-SCZ)
- Im Bestand von 2001 mit drei Exemplaren etwas häufiger als die -200
Im August 1998 brach bei einer Sabena-A340-200 bei der Landung in Brüssel das rechte Hauptfahrwerk zusammen, die Maschine kam von der Piste ab; ums Leben kam niemand. Mehr Hintergrund zur kürzesten A340 findest du auf der Typseite zur A340-200.
Woran du Sabena erkennst
Das Erscheinungsbild änderte sich mehrfach. Ab 1973 trugen die Flugzeuge eine Bemalung, die 1984 mit dem Airbus A310 aufgefrischt wurde: ein helleres Blau und eine modernere Schrift am Rumpf. 1990 benannte sich die Airline in „Sabena World Airlines“ um und führte neue Farben ein. 1993 kam das dritte und letzte Logo mit dem stilisierten „S“, 1999 debütierten auf einem A340 nochmals neue Farben. Unter Swissair-Führung wiesen manche Flugzeuge zusätzlich auf die Partnerschaft mit Swissair hin.
Das wichtigste Merkmal bleibt das Kennzeichen. Belgische Flugzeuge tragen OO-, viele Sabena-Jets die Reihe OO-S…, etwa die 707 OO-SJB oder die A340 OO-SCZ. Mehr zur Gestaltung klassischer Bemalungen liest du in der Übersicht der legendären Airline-Lackierungen.
Schriftzug lesen
„Sabena“ am Rumpf – damit ist die Airline klar. Steht dort „SN Brussels Airlines“, ist das Foto aus 2002 oder später.
Leitwerk prüfen
Das stilisierte „S“ deutet auf die 1990er-Jahre, ältere Bemalungen sehen deutlich anders aus.
Kennzeichen notieren
OO-S… ist typisch für Sabena. Gemietete Flugzeuge wie die MD-11 können abweichen.
Datum ergänzen
Ein Aufnahmedatum vor dem 7. November 2001 macht die Zuordnung eindeutig.
Alte Fotos richtig beschriften
Viele Sabena-Bilder liegen als Dias oder Abzüge ohne Daten vor. Sortiere sie nach Typ, Kennzeichen und Flughafen, bevor du sie digitalisierst. Wie das geht, zeigt der Guide zum Archivieren von Flugzeugfotos.
Air France, Swissair und der Weg in die Abhängigkeit
Wirtschaftlich stand Sabena lange unter Druck. Der belgische Heimatmarkt war klein, und mit Air France und KLM saßen starke Konkurrenten direkt nebenan. Anfang der 1990er-Jahre stieg Air France mit einer großen Minderheitsbeteiligung ein, trennte sich aber nach kurzer Zeit wieder davon.
Im Mai 1995 fand Belgien einen neuen Partner: Die Swissair-Holding, später SAirGroup, übernahm 49,5 Prozent der Anteile und auch die Führung. Für Swissair war Sabena der erste große Baustein der sogenannten Hunter-Strategie, mit der die Schweizer ein eigenes Netz aus Beteiligungen aufbauen wollten. Sabena flog im Qualiflyer-Verbund mit, nutzte dessen Vielfliegerprogramm und trug den Swissair-Hinweis am Rumpf.
Unter Swissair-Führung bestellte Sabena unter anderem 34 Flugzeuge der A320-Familie – eine Last, die die Bilanz stark drückte. Die Verluste wuchsen, und die Beziehung zwischen Brüssel und Zürich wurde zunehmend angespannt. Im Juli 2001 einigten sich beide Seiten im sogenannten „Hotel-Abkommen“ auf eine Kapitalspritze der Schweizer über 258 Millionen Euro. Gezahlt wurde sie nie.
Der Konkurs im November 2001
Anfang Oktober 2001 brach die Swissair-Gruppe zusammen, am 2. Oktober stand die Swissair-Flotte am Boden. Einen Tag später, am 3. Oktober, beantragte Sabena Gläubigerschutz. Neues Geld fand sich nicht. Am 7. November 2001 erklärte das Brüsseler Handelsgericht den Konkurs. Betroffen waren gut 8.000 Beschäftigte der Sabena selbst und mehr als 13.000 in der gesamten Gruppe – eine der größten Firmenpleiten der belgischen Geschichte.
Am selben Tag landete der letzte Sabena-Flug: SN690 aus Abidjan über Cotonou, geflogen mit dem A340-300 OO-SCZ, mit 266 Passagieren und elf Besatzungsmitgliedern an Bord. Dass ausgerechnet ein Afrika-Flug den Schlusspunkt setzte, passte zur Geschichte der Airline. Weitere Zusammenbrüche dieser Zeit findest du im Überblick zu großen Airline-Pleiten in Europa.
Sabena-Foto, wenn …
- „Sabena“ am Rumpf steht
- das Aufnahmedatum vor dem 7. November 2001 liegt
- das Kennzeichen in der Reihe OO-S… liegt
Genau prüfen, wenn …
- nur das Leitwerk mit dem „S“ zu sehen ist
- das Foto aus Ende 2001 oder Anfang 2002 stammt
Eher kein Sabena, wenn …
- „SN Brussels Airlines“ oder „Brussels Airlines“ am Rumpf steht
- „Sobelair“, „DAT“ oder „Virgin Express“ zu lesen ist
Sabena-Flug 548
Der schwerste Unfall der Sabena-Geschichte geschah am 15. Februar 1961. Die Boeing 707 OO-SJB war auf dem Weg von New York nach Brüssel, als sie kurz vor der Landung bei Kampenhout abstürzte. Alle 72 Menschen an Bord und eine Person am Boden starben. Unter den Opfern war das gesamte Eiskunstlauf-Team der USA, das zur Weltmeisterschaft nach Prag reisen wollte; die Meisterschaft wurde abgesagt. Der Unfall bewegt die Eiskunstlauf-Welt bis heute.
Respekt vor der Geschichte
Flug 548 und der Konkurs haben viele Menschen persönlich getroffen. Wenn du Fotos der OO-SJB oder aus den letzten Sabena-Tagen teilst, beschrifte sie sachlich und verzichte auf reißerische Titel.
Töchter und Nachfolger
Sabena war mehr als eine Airline. Seit 1949 hielt sie die Mehrheit an der Chartergesellschaft Sobelair, die Urlauber ans Mittelmeer flog. 1996 kam die Regionalairline Delta Air Transport (DAT) dazu. Die Technik-Sparte lebt als Sabena technics weiter, heute mit Standorten in Frankreich.
DAT wurde nach dem Konkurs zur Keimzelle des Neuanfangs: Im Februar 2002 startete SN Brussels Airlines mit dem alten Code SN, dem stilisierten „S“ und einem Teil des Netzes, vor allem nach Afrika. Durch die Fusion mit Virgin Express entstand 2007 die heutige Brussels Airlines, die inzwischen vollständig zur Lufthansa Group gehört.
Sabena heute: Museum und Archiv
Fliegende Sabena-Maschinen gibt es nicht mehr. Wer die Airline live erleben will, geht ins Königliche Armeemuseum in Brüssel. In der Luftfahrthalle im Jubelpark steht eine Caravelle VI-N, die von 1961 bis 1974 für Sabena flog, dazu zeigt ein Sabena-Bereich die Cockpitsektion einer Boeing 707.
Am besten verbindest du den Museumsbesuch mit einem Tag am Flughafen: An der Spotterzone Steenokkerzeel siehst du die SN-Flüge von heute, und Tipps rund um die Stadt gibt der Planespotting-Guide für Brüssel. Wer alte Typen auf Archivbildern sicher bestimmen will, findet Hilfe im Artikel Oldtimer am Himmel erkennen.
Häufige Verwechslungen
- Brussels Airlines für Sabena halten – die Nachfolgerin fliegt seit 2002 mit SN, aber mit ICAO-Code BEL und eigenem Design.
- SN im Logbuch automatisch Sabena zuordnen – der IATA-Code gehört seit 2002 zu Brussels Airlines.
- Sabena für eine Swissair-Tochter halten – Swissair hielt 49,5 Prozent und führte das Management, Sabena blieb eine eigene belgische Gesellschaft.
- Sobelair-Charter als Sabena notieren – die Tochter flog mit eigenem Namen und eigenen Codes.
- A330 und A340 verwechseln – zähl die Triebwerke: zwei oder vier.
- Gemietete MD-11 übersehen – die beiden Dreistrahler stammten von einer anderen belgischen Airline und tauchten nur kurz auf.
Klassiker sammeln, Geschichte teilen
Poste deine Sabena-Fotos mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community mit anderen Sammlern aus und vervollständige deinen Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Sabena war fast acht Jahrzehnte lang Belgiens Tor zur Welt – mit einem Afrika-Netz, das kaum eine andere europäische Airline so dicht bot, mit früher Jet-Technik und einer Flotte, die von der DC-6 bis zum A340 reichte. Die Beteiligung der Swissair-Gruppe brachte zunächst Hoffnung, am Ende aber den gemeinsamen Absturz. Für Spotter lebt Sabena heute in Museen, Archiven und im Code SN weiter.
Kurzfazit
Sabena (IATA SN, ICAO SAB) war von 1923 bis 2001 die belgische Nationalairline. Am Schriftzug „Sabena“, dem OO-S-Kennzeichen und einem Datum vor November 2001 unterscheidest du sie von Nachfolgerin Brussels Airlines.
Zusammenfassung
- Sabena gehörte zu den ältesten Airlines der Welt und war über Jahrzehnte das Bindeglied zwischen Belgien und Zentralafrika.
- Technisch war Sabena früh dran: Boeing 707 ab 1960 auf dem Nordatlantik, Caravelle in Europa, später 747, DC-10, A310, A330 und A340.
- Die Beteiligung der Swissair-Gruppe ab 1995 brachte Kapital, aber auch Abhängigkeit – als Swissair 2001 zusammenbrach, war Sabena nicht mehr zu halten.
- Für Spotter ist Sabena heute ein Archiv- und Museumsthema, mit einer Caravelle im Brüsseler Armeemuseum und dem Code SN, der bei Brussels Airlines weiterlebt.
Häufige Fragen
Wann gab es Sabena?
Sabena wurde 1923 als Nachfolgerin der 1919 gegründeten SNETA gegründet und nahm im Mai 1923 den Betrieb auf. Am 3. Oktober 2001 beantragte die Airline Gläubigerschutz, am 7. November 2001 erklärte das Brüsseler Handelsgericht den Konkurs. Am selben Tag landete mit SN690 aus Abidjan und Cotonou der letzte Sabena-Flug in Brüssel.
Welche Codes hatte Sabena?
Sabena flog mit dem IATA-Code SN und dem ICAO-Code SAB, im Funk meldete sie sich als „SABENA“. Den IATA-Code SN übernahm 2002 die Nachfolgerin SN Brussels Airlines, heute Brussels Airlines. Diese nutzt aber den ICAO-Code BEL. Eine alte Notiz mit „SN“ musst du deshalb immer zeitlich einordnen.
Welche Flugzeuge flog Sabena?
In den Anfangsjahren unter anderem Handley Page W.8, Fokker F.VII, Savoia-Marchetti SM.73 und Junkers Ju 52. Nach dem Krieg folgten DC-3, DC-4, DC-6, DC-7C und Convair-Liner. Ab 1960 kamen die Jets: Boeing 707, Caravelle, 727, 737, 747, DC-10-30 und Airbus A310. Zum Schluss bestand die Flotte aus A319, A320, A321, A330, A340, Boeing 737-300 und -500 sowie zwei gemieteten MD-11.
Wie viel von Sabena gehörte Swissair?
Im Mai 1995 verkaufte der belgische Staat 49,5 Prozent der Anteile an die Swissair-Holding, die später SAirGroup hieß. Swissair übernahm damit auch die Führung. Manche Quellen runden auf 49 Prozent. Die Mehrheit blieb formal beim belgischen Staat.
Warum ging Sabena pleite?
Sabena schrieb schon vor der Swissair-Beteiligung oft Verluste. Unter Swissair-Führung kamen teure Entscheidungen dazu, etwa eine große Bestellung von Airbus-Flugzeugen der A320-Familie. Im Juli 2001 sagte Swissair in einer Vereinbarung frische Mittel von 258 Millionen Euro zu, die aber nie flossen. Als die Swissair-Gruppe Anfang Oktober 2001 selbst zusammenbrach, stand Sabena ohne Rückhalt da.
Was war Sabena-Flug 548?
Am 15. Februar 1961 stürzte die Boeing 707 OO-SJB auf dem Flug von New York nach Brüssel kurz vor der Landung bei Kampenhout ab. Alle 72 Menschen an Bord und eine Person am Boden starben. Unter den Opfern war die komplette Eiskunstlauf-Nationalmannschaft der USA auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Prag, die daraufhin abgesagt wurde. Es war der schwerste Unfall der Sabena-Geschichte.
Ist Brussels Airlines die Nachfolgerin der Sabena?
Nicht rechtlich, aber praktisch. Aus der Sabena-Tochter Delta Air Transport (DAT) entstand SN Brussels Airlines, die im Februar 2002 startete. Sie übernahm den IATA-Code SN, das stilisierte „S“ als Logo und einen Teil des Netzes, vor allem nach Afrika. 2007 ging daraus durch die Fusion mit Virgin Express die heutige Brussels Airlines hervor.
Wo kann ich heute noch Sabena-Flugzeuge sehen?
In der Luftfahrthalle des Königlichen Armeemuseums im Brüsseler Jubelpark steht eine Caravelle VI-N, die von 1961 bis 1974 für Sabena flog. Dazu gibt es einen Sabena-Bereich mit der Cockpitsektion einer Boeing 707. Fliegende Sabena-Maschinen gibt es nicht mehr.
Sabena im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 707-320 Intercontinental
Vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln, ein spitzer Antennendorn auf der Seitenflosse und Platz für den Nordatlantik: Die 707-320 Intercontinental war die erste echte Langstrecken-707. Als Airliner ist sie Geschichte – als AWACS, Tanker und Museumsstück lebt sie weiter.
FlugzeugtypSud Aviation Caravelle
Zwei Triebwerke am Heck, dreieckige Kabinenfenster und eine Nase von der Comet: Die Caravelle war Frankreichs erster Jetliner und machte die Hecktriebwerks-Bauweise salonfähig. So erkennst du sie – und hier siehst du sie heute noch.
FlugzeugtypBoeing 747-100
Mit ihr begann das Zeitalter der Großraumjets: Die Boeing 747-100 flog 1969 zum ersten Mal und ging 1970 bei Pan Am in Dienst. So erkennst du den Ur-Jumbo und hier findest du die erhaltenen Exemplare.
FlugzeugtypBoeing 747-300
Die erste 747 mit verlängertem Oberdeck: Wie die Boeing 747-300 entstand, wer sie flog, wie du sie von 747-200 und 747-400 unterscheidest und wo der seltene Jumbo heute noch steht.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
FlugzeugtypAirbus A310
Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypAirbus A340-200
Vier Triebwerke, ein Mittelfahrwerk und ein Rumpf, der kürzer ist als die eigene Spannweite: Die A340-200 ist die kleinste und seltenste A340. Nur 28 Exemplare entstanden – heute begegnen dir die letzten fast nur noch als Regierungs- und VIP-Jets.
FlugzeugtypAirbus A340-300
Vier schlanke Triebwerke, ein drittes Fahrwerksbein unter dem Rumpf und der Rumpf einer A330: Die A340-300 ist Airbus’ klassischer Langstrecken-Vierstrahler – und verschwindet gerade aus Europas Flotten. So erkennst du sie, solange es noch geht.
FlugzeugtypAirbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypDouglas DC-6
Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.
Weitere Airlines
Brussels Airlines
Belgiens Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Brüssel: entstanden aus dem Erbe der Sabena, seit 2009 in der Star Alliance, seit 2017 vollständig Teil der Lufthansa Group – und der Konzernspezialist für Afrika.
NetzwerkSwissair
Historische Schweizer Nationalairline von 1931 bis 2002: Swissair flog mit Caravelle, DC-8, Boeing 747, MD-11 und A330 von Zürich, Genf und Basel in die Welt – bis zum Grounding im Oktober 2001.
FerienfliegerSobelair
Historische belgische Charterairline (1946–2004) mit Basis Brüssel: Vom Kongo-Verkehr mit DC-3 und DC-4 über Sabena-Caravelles bis zu Boeing 737 und 767 für Ferienflüge ans Mittelmeer und in die Karibik. Nach dem Ende der Mutter Sabena hielt sie sich noch gut zwei Jahre, im Januar 2004 kam das Aus.
Low-CostVirgin Express
Historische Low-Cost-Airline aus Brüssel: 1996 aus der EuroBelgian Airlines entstanden, mit Boeing 737-300 und -400 vor allem in den Süden Europas unterwegs und 2006/2007 in Brussels Airlines aufgegangen.
RegionalCrossair
Historische Regionalairline aus Basel: 1975 von Moritz Suter als Taxiflug-Firma gegründet, Erstkundin von Saab 340 und Saab 2000 und 2002 das Fundament von Swiss International Air Lines.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Brüssel-Zaventem
Belgiens größter Flughafen liegt in Zaventem vor den Toren Brüssels: drei Pisten, Heimat von Brussels Airlines und TUI fly Belgium, ein großes Frachtzentrum, Militär auf der Melsbroek-Seite – und zwei offizielle Spotting-Plattformen.
MuseumKönigliches Armeemuseum Brüssel
Unter dem Glasdach einer Ausstellungshalle von 1880 stehen im Brüsseler Jubelpark über 100 Flugzeuge – von Doppeldeckern des Ersten Weltkriegs über Spitfire und Starfighter bis zur Sabena-Caravelle und der F-16. Der Guide zur Luftfahrthalle des Königlichen Armeemuseums für Spotter und Luftfahrtfans.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
Wo du Sabena vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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