AOM French Airlines

Historische französische Airline mit Basis in Paris-Orly. AOM entstand aus Air Outre Mer und Minerve, flog DC-10-30 in die Überseegebiete und MD-83 im Inland und ging 2001 mit Air Liberté in Air Lib auf.

Auch bekannt als: AOM · Air Outre Mer · AOM-Minerve · AOM Minerve S.A. · AOM/Air Liberté · IW

FrankreichFrankreichNetzwerk-AirlinesIATA: IWICAO: AOM13 Min. Lesezeit

IW

IATA-Code

AOM

ICAO-Code

15

DC-10-30 im Lauf der Jahre

1992–2001

Betrieb als AOM French Airlines

Das Wichtigste in Kürze

  • AOM French Airlines ist eine historische französische Airline mit Basis in Paris-Orly, aktiv unter diesem Namen von 1992 bis 2001.
  • Codes: IATA IW, ICAO AOM, Rufzeichen „FRENCH LINES“.
  • Zwei Wurzeln: Air Outre Mer aus La Réunion und die Pariser Charterairline Minerve schlossen sich 1991/92 zusammen.
  • DC-10-Airline: Rund 15 DC-10-30 flogen im Lauf der Jahre für AOM, vor allem in die Überseegebiete, ergänzt um MD-83 im Inland.
  • Ende über Swissair: 2001 mit Air Liberté verschmolzen, dann als Air Lib weitergeführt, das im Februar 2003 liquidiert wurde.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.AOM im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Zwei Wurzeln: Air Outre Mer und Minerve
  4. 4.Das Streckennetz
  5. 5.Die Flotte: DC-10 und MD-83
  6. 6.Swissair, Air Liberté und das Ende als Air Lib
  7. 7.Woran du AOM erkennst
  8. 8.Unfälle und Zwischenfälle
  9. 9.AOM heute: Spuren für Spotter
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeIW
ICAO-CodeAOM
RufzeichenFRENCH LINES
DrehkreuzeORY
StatusHistorisch – im März 2001 mit Air Liberté zusammengelegt, ab September 2001 Air Lib, Liquidation im Februar 2003
GeschäftsmodellLinienairline mit Langstrecken in die französischen Überseegebiete, Inlandsstrecken ab Orly und Charterverkehr
VorgängerAir Outre Mer (gegründet Ende der 1980er-Jahre auf La Réunion) und die Charterairline Minerve (ab 1976)
Betrieb als AOM French AirlinesAb 1. Januar 1992; Firmenname AOM-Minerve S.A.
Sitz und BasisParay-Vieille-Poste am Flughafen Paris-Orly (ORY), Flüge zunächst ab Orly-Ouest, später ab Orly-Sud
EigentümerZunächst das CDR, die Verwertungsgesellschaft für Altlasten des Crédit Lyonnais; ab 1999 knapp die Hälfte bei Swissair
Prägende TypenMcDonnell Douglas DC-10-30 auf der Langstrecke, MD-83 auf Kurz- und Mittelstrecke, zuletzt Airbus A340
VielfliegerprogrammQualiflyer (im Verbund der Swissair Group)

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich AOM French Airlines?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „AOM“ bzw. „AOM French Airlines“ am Rumpf
  • Französisches Kennzeichen mit F-, etwa F-GTDI bei einer der DC-10-30
  • Typ-Mix als Indiz: DC-10-30 auf Langstrecke, MD-83 im Inland – meist in Orly fotografiert
  • Fotos aus Réunion, den Antillen, Tahiti oder Nouméa mit Dreistrahler sind ein starker Hinweis auf AOM oder Air France
  • Heute nur noch auf historischen Fotos zu sehen

Wer alte Fotos aus Paris-Orly der 1990er-Jahre durchsieht, stößt neben Air France und Air Inter immer wieder auf eine dritte Airline: AOM French Airlines. Mit ihren DC-10-30 flog sie in die französischen Überseegebiete, mit MD-83 forderte sie Air Inter im Inland heraus, und am Ende landete sie in der Beteiligungswelt von Swissair. Hier erfährst du, woher AOM kam, was ihre Flotte ausmachte, woran du sie auf alten Bildern erkennst und wie aus ihr Air Lib wurde.

Historische Airline

AOM French Airlines wurde im März 2001 mit Air Liberté zusammengelegt und flog ab September 2001 als Air Lib weiter, bis diese Gesellschaft im Februar 2003 liquidiert wurde. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die Codes IW und AOM stehen hier für AOM French Airlines.

AOM im Überblick

AOM French Airlines war eine Pariser Linienairline mit Sitz in Paray-Vieille-Poste direkt am Flughafen Paris-Orly. In den 1990er-Jahren galt sie als zweitgrößte Airline Frankreichs nach Air France. Ihr Profil war ungewöhnlich: Ein großer Teil des Geschäfts bestand aus Langstrecken in die französischen Überseegebiete, also nach La Réunion, in die Karibik, nach Französisch-Guayana und in den Pazifik. Daneben flog AOM Inlandsstrecken ab Orly sowie Charter- und Ferienziele.

Der Name AOM steht für Air Outre Mer, „Air Übersee“. Juristisch hieß das Unternehmen AOM-Minerve S.A., denn die Airline ging aus zwei Gesellschaften hervor. Unter dem Namen AOM French Airlines flog sie ab dem 1. Januar 1992. Erster Chef war Marc Rochet, der das Unternehmen bis 1996 führte.

Eigentümer war lange das CDR (Consortium de Réalisation), eine staatliche Gesellschaft, die Problembeteiligungen der Bank Crédit Lyonnais verwertete. Das CDR wollte AOM verkaufen, nicht ausbauen – Investitionen blieben aus. Erst 1999 kam mit Swissair ein strategischer Partner ins Spiel.

IWIATA-Code der historischen Airline
AOMICAO-Code im Flugplan
FRENCH LINESRufzeichen im Funk

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code IW: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und Gepäckanhängern.
  • ICAO-Code AOM: diente der Flugsicherung zur Kennung der Flüge – praktischerweise identisch mit dem Markennamen.
  • Rufzeichen FRENCH LINES: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.

Der IATA-Code IW überlebte AOM übrigens: Die spätere Billigmarke Air Lib Express vermarktete ihre Inlandsflüge ab Orly unter IW. Auf alten Tickets oder Flugplänen mit IW-Flugnummer musst du deshalb aufs Datum achten. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen und warum sie oft weitergegeben werden, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.

Französische Luftfahrtgeschichte im Hangar

Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – und baust dir eine Sammlung auf, in der auch Dreistrahler wie DC-10 und MD-11 ihren Platz haben. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Zwei Wurzeln: Air Outre Mer und Minerve

Air Outre Mer aus La Réunion

Die erste Wurzel lag im Indischen Ozean. Air Outre Mer wurde Ende der 1980er-Jahre auf La Réunion gegründet – die Quellen nennen teils 1987, teils 1988. Möglich wurde das, weil Air France ihr Monopol auf den Strecken in die Überseegebiete Mitte der 1980er-Jahre verloren hatte. Am 28. Mai 1990 nahm Air Outre Mer den Flugbetrieb auf, auf der Langstrecke mit einer McDonnell Douglas DC-10-30. Damit war der Typ gesetzt, der AOM bis zum Schluss prägte.

Minerve: Charter ab Orly

Die zweite Wurzel war Minerve, eine 1976 gegründete Charterairline. Sie begann mit einer Sud Aviation Caravelle in Le Bourget, zog 1979 nach Orly um und setzte später Douglas DC-8 auf der Langstrecke ein. Ab 1986 flog Minerve ebenfalls in die Überseegebiete, 1988 setzte sie als erste französische Charterairline eine Boeing 747-200 ein.

Im Mai 1991 wagte Minerve den Angriff auf den Inlandsmarkt: Mit MD-83 eröffnete sie die Strecke Orly–Nizza und trat damit direkt gegen Air Inter an. Das Experiment brachte hohe Verluste. Noch 1991 ging die Gesellschaft über Club Méditerranée an Altus Finance, eine Tochter des Crédit Lyonnais; im Oktober 1991 wurde die Fusion mit Air Outre Mer vereinbart.

1976–1991: Minerve

Charterairline ab Le Bourget und Orly mit Caravelle, DC-8, später 747-200 und MD-83. Ab 1986 Flüge in die Überseegebiete, 1991 Einstieg in den Inlandsverkehr nach Nizza.

1987/88–1991: Air Outre Mer

Gründung auf La Réunion, Betriebsstart am 28. Mai 1990 mit einer DC-10-30 auf der Langstrecke.

1992–1998: AOM French Airlines

Gemeinsamer Betrieb ab 1. Januar 1992, Basis Orly, Eigentümer CDR. Ausbau zu Frankreichs zweitgrößter Airline mit DC-10-30 und MD-83.

1999–2001: Im Swissair-Verbund

Einstieg von Swissair, Teilnahme an Qualiflyer, Airbus A340 in der Flotte. Im März 2001 Zusammenlegung mit Air Liberté, im September 2001 Umbenennung in Air Lib.

Das Streckennetz

AOM verband Orly mit einer bunten Mischung aus Inlands-, Übersee- und Ferienzielen. Das Herzstück waren die Langstrecken in die Überseegebiete – Strecken mit vielen Familienbesuchen, Beamten und Urlaubern, auf denen ein großes Flugzeug mit hoher Sitzzahl gefragt war.

Region Ziele (Auswahl) Typischer Typ
Frankreich (Festland) Marseille, Nizza, Toulon-Hyères, Perpignan MD-83
Indischer Ozean Saint-Denis (La Réunion) DC-10-30
Karibik und Südamerika Fort-de-France, Pointe-à-Pitre, Saint-Martin, Cayenne DC-10-30
Pazifik Papeete (Tahiti), Nouméa (Neukaledonien) DC-10-30
International Colombo, Sydney, Malé, Havanna, Varadero, Punta Cana, Los Angeles, Tokio, Zürich DC-10-30, später A340

Besonders lang war der Weg nach Neukaledonien: Ab November 1995 flog AOM von Paris über Colombo und Sydney nach Nouméa, vorher führte die Route über Bangkok. Solche Mehrfach-Stopps waren für die Reichweite der DC-10 typisch. Mit der Konzernzugehörigkeit zu Swissair kam auch Zürich ins Netz.

Auf den Überseestrecken trafst du AOM neben Air France, der Charterairline Corsair und – je nach Region – Gesellschaften wie Air Austral oder Air Tahiti Nui. Wie sich Linien- und Charterverkehr unterscheiden, erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.

Kampf um Orly-Ouest

Im Inland stand AOM unter Druck. Auf Betreiben von Air France und der Flughafengesellschaft musste die Airline ihre Flüge vom Westterminal Orly-Ouest in das ältere Südterminal Orly-Sud verlegen. Für ein Inlandsgeschäft, das auf Umsteiger und Geschäftsreisende angewiesen war, war das ein spürbarer Nachteil. AOM protestierte öffentlich – zeitweise sogar mit dem Schriftzug „Je veux rester à Orly Ouest!“ („Ich will in Orly-Ouest bleiben!“) auf den eigenen Flugzeugen.

Die Flotte: DC-10 und MD-83

AOM war eine typische McDonnell-Douglas-Airline der 1990er-Jahre. Zwei Muster trugen fast das gesamte Programm, dazu kamen zahlreiche Kurzzeit- und Mietflugzeuge. Die Übersicht basiert auf den verfügbaren Flottenlisten:

Typ Anzahl Zeitraum Einsatz und Hinweis
McDonnell Douglas DC-10-30 15 1990–2001 Rückgrat der Langstrecke in die Überseegebiete
McDonnell Douglas MD-83 14 1992–2001 Inland und Mittelstrecke ab Orly
Airbus A340-200 3 1999–2001 Langstrecke in der Swissair-Zeit
Airbus A340-300 2 2000–2001 Langstrecke in der Swissair-Zeit
Boeing 737-500 3 1998–2000 Von LOT gemietet
Boeing 747-200B 1 1992–1993 Erbe aus der Minerve-Zeit
Douglas DC-8-62CF/-73 je 1 1992 Aus der Minerve-Zeit
MD-82, MD-87, Fokker 100, 737-200, A300B4 je 1 kurzzeitig Mietflugzeuge zur Überbrückung

DC-10-30: der Dreistrahler für Übersee

Die DC-10-30 war das Flugzeug, mit dem AOM am stärksten verbunden ist. Der Dreistrahler mit dem dritten Triebwerk im Seitenleitwerk bot genug Reichweite und Kapazität für Strecken wie Paris–Réunion oder Paris–Antillen. Die Langstreckenversion -30 erkennst du am zusätzlichen Mittelfahrwerk unter dem Rumpf. Hersteller war McDonnell Douglas.

Mehrere DC-10 übernahm AOM gebraucht, unter anderem eine Maschine aus dem Bestand von Air Afrique. Nach dem Ende von AOM blieben die DC-10 im Konzern: Air Lib hatte Anfang 2003 noch elf DC-10-30 in der Flotte. Verwechsle die DC-10 nicht mit der äußerlich ähnlichen, aber längeren MD-11 mit Winglets – die flog AOM nicht.

MD-83: das Inlandspferd

Auf Kurz- und Mittelstrecke setzte AOM auf die MD-83, eine Version der MD-80-Familie mit zusätzlichem Treibstoff für mehr Reichweite. Die schlanken Jets mit den beiden Hecktriebwerken und dem T-Leitwerk waren in Orly allgegenwärtig. Kurzzeitig ergänzten eine MD-82 von Meridiana und eine MD-87 von Transwede die Flotte. Die MD-87 erkennst du am deutlich kürzeren Rumpf.

Eine MD-83 von AOM bekam eine besonders bekannte Sonderbemalung: Das Motiv geht auf einen Entwurf der späteren Sängerin Alizée zurück, die als Kind einen Zeichenwettbewerb der Airline gewonnen hatte. Solche Motive gehören heute zu den gesuchten Fotos alter Sonderlackierungen.

A340: der späte Airbus

In der Swissair-Zeit kamen ab 1999 Airbus A340-200 und ab 2000 A340-300 hinzu. Sie lösten auf einzelnen Langstrecken die DC-10 ab und gingen später an Air Lib über, die Anfang 2003 vier A340 betrieb. Die -200 ist der kürzere der beiden Typen; wie du A340 und die zweistrahlige A330 auseinanderhältst, zeigt A330 oder A340?. Hersteller ist Airbus.

Letzte Dreistrahler auf der Wunschliste

Leg Sichtungs-Alarme für Typen wie DC-10 oder MD-80 an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn ein solches Flugzeug anfliegt oder landet. Fehlende Typen merkst du dir auf der Wunschliste im Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Swissair, Air Liberté und das Ende als Air Lib

Teil der „Hunter-Strategie“

Ende der 1990er-Jahre kaufte sich Swissair bei zahlreichen europäischen Airlines ein, um ohne große Allianz ein eigenes Netz aufzubauen – bekannt als „Hunter-Strategie“. Anfang 1999 stieg Swissair mit knapp der Hälfte der Anteile bei AOM ein. AOM wurde Teil der Swissair Group und nahm am Vielfliegerprogramm Qualiflyer teil, das Swissair mit Partnern wie Sabena und Crossair betrieb.

Die wirtschaftliche Lage besserte sich trotzdem nicht. Hohe Schulden, eine uneinheitliche Flotte und Überkapazitäten lasteten auf der Airline. Swissair hatte inzwischen auch Air Liberté und Air Littoral gekauft und versuchte, die französischen Beteiligungen zusammenzuführen.

Von AOM/Air Liberté zu Air Lib

Ende März 2001 legte die Swissair Group den Flugbetrieb von AOM und Air Liberté zusammen; das Unternehmen trat ab April als AOM/Air Liberté auf. Schon im Mai folgte ein Sanierungsplan mit dem Abbau von rund einem Drittel der Stellen, im Juni 2001 das Insolvenzverfahren. Im Juli 2001 übernahm der Air-France-Pilot Jean-Charles Corbet mit seiner Holding Holco die Gesellschaft für einen symbolischen Euro. Swissair verpflichtete sich, die Restrukturierung mit 1,3 Milliarden Franc zu finanzieren; 1.405 Arbeitsplätze fielen weg.

Am 22. September 2001 erhielt die Airline den neuen Namen Air Lib. Kurz darauf brach Swissair selbst zusammen und konnte ihre Zusagen nicht vollständig erfüllen; der französische Staat sprang mit einem Darlehen ein. Air Lib startete noch die Billigmarke Air Lib Express auf Inlandsstrecken ab Orly, doch am 13. Februar 2003 stellte die Gesellschaft die Zahlungen ein, am 17. Februar 2003 ordnete das Handelsgericht in Créteil die Liquidation an. Rund 3.200 Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz. Corbet wurde 2007 in Paris verurteilt, weil er Gelder von Swissair nicht vollständig an Air Lib weitergeleitet hatte.

Mehr zu solchen Zusammenbrüchen liest du im Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.

Welcher Name, welches Jahr?

Für die Zuordnung alter Fotos hilft eine grobe Regel: bis 1991 Minerve oder Air Outre Mer, 1992 bis März 2001 AOM French Airlines, danach AOM/Air Liberté und ab September 2001 Air Lib. In Übergangsphasen tragen Flugzeuge oft Elemente mehrerer Marken – mehr dazu unter Hybrid- und Mischlackierungen erkennen.

Woran du AOM erkennst

Live begegnet dir AOM nicht mehr, auf Fotos aus den 1990er-Jahren aber durchaus. Diese Merkmale helfen beim Zuordnen:

Spricht für AOM

  • Schriftzug „AOM“ oder „AOM French Airlines“ am Rumpf
  • DC-10-30 oder MD-83 mit französischem F-Kennzeichen
  • Aufnahme aus Orly, La Réunion, den Antillen, Tahiti oder Nouméa
  • Datum zwischen 1992 und 2001

Spricht dagegen

  • Schriftzug „Air Lib“ – dann ist es die Nachfolgegesellschaft
  • MD-11 mit Winglets – die flog AOM nicht
  • Schriftzug „Air Liberté“ auf einer MD-80 – dann ist es die spätere Fusionspartnerin

Ein guter Weg zur sicheren Zuordnung ist das Kennzeichen. AOM-Flugzeuge waren in Frankreich registriert und tragen deshalb ein F- vor der Buchstabenfolge, bei den DC-10 etwa F-GTDI. Mit dem Kennzeichen kannst du die Geschichte einer Maschine in Datenbanken weiterverfolgen und siehst, wo sie vorher und nachher flog. Tipps für den Blick auf alte Typen findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen, zum Wechsel von Airline-Designs im Artikel Wenn Airlines ihr Design wechseln.

Achtung Verwechslung

DC-10 in Frankreich flogen um 1990 nicht nur bei AOM. Auch die bis 1992 eigenständige UTA setzte den Dreistrahler ein. Achte auf Schriftzug und Kennzeichen, bevor du ein Foto zuordnest.

Unfälle und Zwischenfälle

Ein schwerer Unfall ist mit einem AOM-Flugzeug verbunden, ereignete sich aber nicht im eigenen Flugbetrieb. Die DC-10-30 F-GTDI war an Cubana de Aviación vermietet, als sie am 21. Dezember 1999 als Cubana-Flug 1216 in Guatemala-Stadt landete. Die Maschine setzte auf der nassen Piste zu weit hinten auf, bremste zu wenig ab und schoss über das Bahnende hinaus in ein Wohngebiet. 16 Menschen an Bord und zwei am Boden kamen ums Leben. Die Untersuchung fand Unstimmigkeiten bei der Stellung der Spoiler, deren Ursache nicht abschließend geklärt wurde.

AOM heute: Spuren für Spotter

Die Airline ist verschwunden, ihre Flugzeuge sind längst weitergezogen oder verschrottet. Für Spotter bleibt AOM ein Thema für Archiv und Sammlung: alte Dias, Flugpläne, Bordkarten, Modelle. Wer in Frankreich unterwegs ist, kann in Orly immer noch die Terminals sehen, um die AOM einst kämpfte. Bevor du dort oder an anderen französischen Flughäfen fotografierst, lies den Artikel zum Fotografieren an französischen Flughäfen.

Die Überseestrecken, die AOM einst bediente, fliegen heute andere: Air France, Corsair, Air Caraïbes und regionale Gesellschaften. Den Typ DC-10 im Passagierdienst siehst du praktisch nicht mehr – umso wertvoller sind alte Aufnahmen aus der AOM-Zeit.

Gute Chancen auf AOM-Material, wenn …

  • du Fotoarchive aus Orly der 1990er-Jahre durchsuchst
  • du Urlaubsfotos aus La Réunion oder den Antillen jener Zeit hast
  • du auf Sammlerbörsen nach Modellen und Flugplänen suchst

Keine Chance, wenn …

  • du AOM live am Zaun erwischen willst – der Flugbetrieb endete spätestens 2003 mit Air Lib

Häufige Verwechslungen

  • AOM mit Air Inter gleichsetzen – beide flogen ab Orly, waren aber Konkurrenten; Air Inter gehörte ab 1990 zur Air-France-Gruppe.
  • AOM mit Air Lib gleichsetzen – Air Lib war die Nachfolgegesellschaft nach der Fusion mit Air Liberté, mit eigenem Namen und Auftritt.
  • Den IATA-Code IW nur AOM zuordnen – auch Air Lib Express nutzte IW.
  • DC-10 und MD-11 verwechseln – AOM flog nur die DC-10, erkennbar an fehlenden Winglets und dem kürzeren Rumpf.
  • Cubana-Flug 1216 als AOM-Unfall werten – die Maschine gehörte zur AOM-Flotte, der Flug wurde aber von Cubana durchgeführt.

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Fazit

AOM French Airlines war in den 1990er-Jahren der wichtigste private Herausforderer von Air France und Air Inter ab Orly. Aus Air Outre Mer und Minerve entstanden, setzte sie auf DC-10-30 für die Überseegebiete und MD-83 im Inland – eine Flotte, die heute selbst Geschichte ist. Ohne investierende Eigentümer, aus dem Westterminal verdrängt und am Ende an die Swissair-Strategie gebunden, ging AOM 2001 in Air Liberté auf und lebte als Air Lib nur noch bis 2003 weiter. Für Spotter bleibt sie ein spannendes Kapitel französischer Luftfahrt, das du über Kennzeichen und alte Fotos gut nachverfolgen kannst.

Kurzfazit

AOM French Airlines (IATA IW, ICAO AOM) war eine historische französische Airline mit Basis in Paris-Orly, aktiv unter diesem Namen von 1992 bis 2001. Bekannt ist sie für ihre DC-10-30 in die Überseegebiete und MD-83 im Inland. 2001 ging sie mit Air Liberté in Air Lib auf.

Zusammenfassung

  • AOM war über weite Strecken der 1990er-Jahre die zweitgrößte Airline Frankreichs und der wichtigste Herausforderer von Air France und Air Inter ab Orly.
  • Die Flotte bestand im Kern aus DC-10-30 und MD-83, dazu kamen kurzzeitig 747-200, DC-8, 737 und am Ende Airbus A340.
  • Mit dem Einstieg von Swissair 1999 wurde AOM Teil der Qualiflyer-Welt; der Zusammenbruch der Swissair-Strategie besiegelte auch das Ende von AOM.
  • Live spotten kannst du AOM nicht mehr – aber alte Orly-Fotos mit DC-10 und MD-83 lassen sich mit Codes und Kennzeichen gut zuordnen.

Häufige Fragen

Gibt es AOM French Airlines heute noch?

Nein. Auf Betreiben der Swissair Group wurde AOM Ende März 2001 mit Air Liberté zusammengelegt. Nach der Insolvenz im Juni 2001 übernahm Jean-Charles Corbet das Unternehmen, im September 2001 hieß es Air Lib. Air Lib stellte im Februar 2003 die Zahlungen ein und wurde liquidiert.

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte AOM?

AOM French Airlines nutzte den IATA-Code IW und den ICAO-Code AOM. Im Funk meldeten sich die Crews mit „FRENCH LINES“. Den Code IW führte später auch die Billigmarke Air Lib Express weiter.

Was bedeutet AOM?

AOM steht für Air Outre Mer, also „Air Übersee“. Der Name stammt von der Gesellschaft aus La Réunion, die 1990 mit einer DC-10-30 den Verkehr zwischen Paris und den Überseegebieten aufnahm und dann mit Minerve fusionierte.

Welche Flugzeuge flog AOM?

Das Rückgrat waren die McDonnell Douglas DC-10-30 – im Lauf der Jahre 15 Stück – und die MD-83 mit 14 Exemplaren. Dazu kamen zeitweise eine Boeing 747-200B, DC-8, Boeing 737-200 und 737-500, eine Fokker 100, MD-82 und MD-87 sowie ein A300B4. Ab 1999 flog AOM auch Airbus A340-200 und A340-300.

Wohin flog AOM?

Wichtig waren die Langstrecken von Orly in die französischen Überseegebiete: La Réunion, Martinique, Guadeloupe, Saint-Martin, Französisch-Guayana, Tahiti und Neukaledonien. Im Inland flog AOM unter anderem nach Marseille, Nizza, Toulon und Perpignan. Dazu kamen internationale Ziele wie Colombo, Sydney, Malé, Havanna, Punta Cana oder Los Angeles.

Was hatte Swissair mit AOM zu tun?

Im Rahmen ihrer Beteiligungsstrategie stieg Swissair 1999 bei AOM ein und übernahm knapp die Hälfte der Anteile. AOM wurde Teil der Swissair Group und nahm am Vielfliegerprogramm Qualiflyer teil. Swissair trieb 2001 auch die Zusammenlegung mit Air Liberté an.

Welcher Unfall ist mit einer AOM-DC-10 verbunden?

Die DC-10-30 F-GTDI war an Cubana de Aviación vermietet, als sie am 21. Dezember 1999 in Guatemala-Stadt bei der Landung auf nasser Piste über das Bahnende hinausschoss und in Wohnhäuser stürzte. 18 Menschen kamen ums Leben. Der Flug wurde von Cubana durchgeführt, nicht von AOM selbst.

AOM French Airlines im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas DC-10

Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-83

Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-80

Lang wie eine Zigarre, zwei kräftige Triebwerke am Heck: Die MD-80-Familie war von 1980 bis in die 2010er-Jahre ein Standardjet in Europa und den USA. So unterscheidest du MD-81, -82, -83, -87 und -88 und findest heute noch einen „Mad Dog“.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-87

Kürzer, moderner im Cockpit und mit einer markanten Flossenspitze: Die MD-87 war die kompakte Version der MD-80-Familie. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, warum Iberia und SAS sie prägten und weshalb sie heute vor allem als Löschflugzeug unterwegs ist.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-82

Mehr als jede andere Version prägte die MD-82 das Bild der MD-80-Familie: Hunderte „Super 80“ bei American Airlines, 90 Maschinen bei Alitalia, Lizenzmontage in Shanghai. So erkennst du sie und so findest du heute noch eine.

Flugzeugtyp

Airbus A340-200

Vier Triebwerke, ein Mittelfahrwerk und ein Rumpf, der kürzer ist als die eigene Spannweite: Die A340-200 ist die kleinste und seltenste A340. Nur 28 Exemplare entstanden – heute begegnen dir die letzten fast nur noch als Regierungs- und VIP-Jets.

Flugzeugtyp

Airbus A340-300

Vier schlanke Triebwerke, ein drittes Fahrwerksbein unter dem Rumpf und der Rumpf einer A330: Die A340-300 ist Airbus’ klassischer Langstrecken-Vierstrahler – und verschwindet gerade aus Europas Flotten. So erkennst du sie, solange es noch geht.

Flugzeugtyp

Boeing 747-200

Mehr Schub, mehr Startgewicht, mehr Reichweite: Die Boeing 747-200 machte den Jumbo ab 1971 zum Langstrecken-Arbeitstier – als Passagierjet, Combi und Frachter. So erkennst du sie und hier begegnet sie dir heute noch.

Flugzeugtyp

Boeing 737-500

Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.

Flugzeugtyp

Douglas DC-8

Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.

Flugzeugtyp

Sud Aviation Caravelle

Zwei Triebwerke am Heck, dreieckige Kabinenfenster und eine Nase von der Comet: Die Caravelle war Frankreichs erster Jetliner und machte die Hecktriebwerks-Bauweise salonfähig. So erkennst du sie – und hier siehst du sie heute noch.

Flugzeugtyp

Airbus A300B4

Die A300B4 war die Version, mit der Airbus wirklich ins Geschäft kam: mehr Treibstoff, mehr Reichweite, und 1978 der Durchbruch in den USA. Heute ist sie eine Rarität, die fast nur noch als Frachter unterwegs ist.

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Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

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