Convair CV-990 Coronado

Vier Triebwerke, markante „Karotten“ auf den Flügeln und ein Geschwindigkeitsrekord: Die Convair CV-990 Coronado war der schnellste Linienjet ihrer Zeit – und ein teurer Flop. So erkennst du den Swissair-Klassiker.

Auch bekannt als: Convair 990 · CV-990A · Coronado · Convair 600

USAConvairHistorische Flugzeuge11 Min. Lesezeit

1961

Erstflug

37

gebaute Maschinen

1.086 km/h

Rekordfahrt 1961

1962–1975

bei Swissair

Das Wichtigste in Kürze

  • Die CV-990 Coronado war eine verlängerte Weiterentwicklung der Convair 880, gebaut auf Wunsch von American Airlines für schnelle Mittel- und Langstrecken.
  • Geschwindigkeit war ihr Verkaufsargument: 1961 erreichte ein Vorserienflugzeug im Sinkflug rund 1.086 km/h – damals ein Rekord für Verkehrsjets.
  • Wirtschaftlich ein Fehlschlag: Nur 37 Maschinen entstanden, danach zog sich Convair aus dem Bau ziviler Verkehrsflugzeuge zurück.
  • Für den deutschsprachigen Raum wichtig: Swissair gab dem Typ den Namen „Coronado“ und flog ihn bis 1975, Modern Air setzte ihn ab Berlin-Tegel im Chartergeschäft ein.
  • Erkennen: Vier Triebwerke plus die markanten „Karotten“ auf den Flügeln – das hat keine Boeing 707 und keine DC-8.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Convair CV-990 Coronado?
  2. 2.Schnell, aber nicht schnell genug: die Technik
  3. 3.Ein Flop mit Folgen
  4. 4.Die Coronado bei Swissair
  5. 5.Zweite Karriere: Spantax, Modern Air und die NASA
  6. 6.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  7. 7.Coronado, Convair 880, Boeing 707 oder DC-8?
  8. 8.Wo du eine CV-990 heute siehst
  9. 9.Fototipps für die Coronado im Museum
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerConvair (Division von General Dynamics), San Diego
FamilieConvair 880 und 990/990A
Erstflug24. Januar 1961
Indienststellung1962 bei American Airlines und Swissair
Bauzeit1961 bis 1963
Bauzahl37 Maschinen
Triebwerke4 × General Electric CJ805-23B (Mantelstrom mit Heckfan), je rund 71,4 kN
Längerund 42,5 m (je nach Quelle 42,49 bis 42,60 m)
Spannweite36,58 m
Höhe12,04 m
Sitzplätzeje nach Bestuhlung rund 90 bis 149
Reisegeschwindigkeitrund Mach 0,84 in etwa 10.700 m Höhe
Max. Startgewicht (990A)rund 114,8 t
Reichweite (990A)rund 6.100 km

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Triebwerke in Einzelgondeln unter einem stark gepfeilten Tiefdecker-Flügel
  • Vier zigarrenförmige Verkleidungen auf der Flügeloberseite, die weit über die Hinterkante hinausragen – die sogenannten Anti-Schock-Körper
  • Triebwerksgondeln mit verdicktem hinteren Teil: Der Fan des CJ805-23 sitzt am Heck des Triebwerks, nicht vorn
  • Schlanker, langer Rumpf, rund drei Meter länger als bei der sonst sehr ähnlichen Convair 880
  • Spannweite von gut 36,5 m – deutlich kleiner als bei Boeing 707-320 und Douglas DC-8
  • Dreiteiliges Fahrwerk mit Bugrad, Rumpf am Boden waagerecht

Aktualisiert: Oktober 2026 – Vier Triebwerke, ein schlanker Rumpf und auf jedem Flügel zwei dicke, zigarrenförmige Wülste, die nach hinten über die Flügelkante ragen: Wer diese Silhouette einmal gesehen hat, vergisst sie nicht. Die Convair CV-990 Coronado war Anfang der 1960er-Jahre der schnellste Verkehrsjet der Welt – und zugleich eines der teuersten Missverständnisse der Luftfahrtgeschichte. Für Spotter im deutschsprachigen Raum ist sie ein besonderer Klassiker: Swissair gab ihr den Namen, Charterflüge ab Berlin-Tegel machten sie auch in Deutschland bekannt. Hier erfährst du, wie die Coronado entstand, woran du sie erkennst und wo du sie heute noch findest.

Klassiker im Hangar sammeln

Mit Planetrack hältst du jede Museumsbegegnung mit Foto, Kennzeichen, Airline und Ort fest und hakst die Coronado in deinem Hangar ab. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Convair CV-990 Coronado?

Die CV-990 ist ein vierstrahliges Schmalrumpf-Verkehrsflugzeug des US-Herstellers Convair aus San Diego, damals eine Division des Rüstungskonzerns General Dynamics. Sie ist die direkte Weiterentwicklung der Convair CV-880, mit der Convair Ende der 1950er-Jahre in den Jetmarkt eingestiegen war – gegen die übermächtige Konkurrenz aus Boeing 707 und Douglas DC-8.

Den Anstoß gab American Airlines. Die Airline wünschte sich ein Flugzeug, das größer als die 880 und spürbar schneller als die Konkurrenz war. Convair streckte den Rumpf um rund drei Meter, ersetzte die Strahltriebwerke durch moderne Mantelstromtriebwerke und überarbeitete den Flügel. Intern lief das Projekt zunächst als Convair 600; noch im Monat des Erstflugs wurde es in 990 umbenannt. Die Zahl spielte auf die angepeilte Geschwindigkeit an.

Der Erstflug fand am 24. Januar 1961 statt. Im Liniendienst kam die 990 im Jahr 1962 an, bei American Airlines und fast zeitgleich bei Swissair. Swissair war es auch, die dem Muster bei der Einführung den Beinamen „Coronado“ gab – ein Name, der sich danach für den ganzen Typ durchsetzte.

37gebaute Maschinen zwischen 1961 und 1963
1.086 km/hRekordgeschwindigkeit eines Vorserienflugzeugs im Mai 1961
4Triebwerke vom Typ General Electric CJ805-23B mit Heckfan

Schnell, aber nicht schnell genug: die Technik

Herzstück der Coronado waren die vier General Electric CJ805-23B. Das Besondere: Der Fan, der beim Mantelstromtriebwerk den Großteil des Schubs liefert, sitzt nicht vorn wie bei heutigen Triebwerken, sondern am hinteren Ende des Kerntriebwerks. General Electric hatte dafür das Strahltriebwerk der 880 um eine Fanstufe am Heck ergänzt. Jedes Triebwerk leistete rund 71,4 Kilonewton Schub. Mehr zum Triebwerkshersteller von damals und heute findest du auf der Seite zu GE Aerospace.

Das zweite Markenzeichen sind die Anti-Schock-Körper auf der Flügeloberseite, in deutschen Quellen oft „Küchemann-Karotten“ genannt. Bei hoher Geschwindigkeit beschleunigt die Luft über dem Flügel stark und kann lokal Überschall erreichen. Die entstehenden Stoßwellen erhöhen den Widerstand massiv. Die zigarrenförmigen Körper an der Hinterkante glätten die Strömung so, dass dieser Effekt erst bei höherer Machzahl einsetzt. Ganz nebenbei dienten sie als zusätzliche Treibstofftanks.

Im Mai 1961 erreichte ein Vorserienflugzeug bei einem Sinkflug in rund 6.700 Metern Höhe eine wahre Fluggeschwindigkeit von etwa 1.086 km/h. Kein Verkehrsjet war bis dahin schneller geflogen. Im Testprogramm zeigte sich aber auch die Kehrseite: Die zunächst erreichte Höchstgeschwindigkeit von Mach 0,84 lag deutlich unter den Mach 0,89, die Convair American zugesagt hatte. Dazu kamen Probleme mit Flugeigenschaften und Vibrationen. Erst mit aerodynamischen Nachbesserungen entstand die verbesserte 990A, die den Rückstand weitgehend aufholte – im Alltag flogen die Airlines aber mit rund Mach 0,84 Reisegeschwindigkeit, also kaum schneller als die Konkurrenz.

Merkmal Convair 880 Convair 990A
Erstflug 27. Januar 1959 24. Januar 1961
Länge 39,42 m rund 42,5 m
Spannweite 36,58 m 36,58 m
Triebwerke 4 × CJ805-3 (Strahltriebwerk) 4 × CJ805-23B (Heckfan)
Anti-Schock-Körper nein ja, vier Stück
Gebaute Exemplare 65 37

Ein Flop mit Folgen

Wirtschaftlich wurde die Coronado zum Desaster. Weil die zugesagten Werte bei Nutzlast, Reichweite und Geschwindigkeit nicht ohne übermäßigen Treibstoffverbrauch zu erreichen waren, reduzierte American Airlines ihre Bestellung. SAS stornierte ihre Bestellung und flog den Typ nur über Leasing von Swissair, Varig reduzierte auf drei Maschinen.

Nach nur 37 Exemplaren schloss Convair 1963 die Produktionslinie. Zusammen mit der 880 kam General Dynamics auf gerade einmal 102 zivile Jets. Für die 880 allein werden Verluste von rund 185 Millionen US-Dollar genannt, manche Schätzungen liegen deutlich höher. Das Gesamtprogramm gilt als eines der verlustreichsten Verkehrsflugzeug-Projekte seiner Zeit. Convair zog sich danach aus dem Bau ganzer Verkehrsflugzeuge zurück. Den Markt teilten fortan Boeing und Douglas unter sich auf, später kamen europäische Hersteller hinzu.

Warum die Konkurrenz gewann

Boeing bot mit der Boeing 720 ein ähnlich großes Flugzeug an, das auf der 707 aufbaute und von deren Stückzahlen profitierte. Gegen diese Familie hatte ein Nischenmodell mit 37 Exemplaren bei Ersatzteilen, Schulung und Wartung kaum eine Chance.

Die Coronado bei Swissair

Für die Schweiz ist die CV-990 ein Stück Nationalgeschichte. Swissair übernahm ab 1962 acht Maschinen der Version 990A und setzte sie vor allem auf Mittel- und Langstrecken ab Zürich ein, etwa in den Nahen Osten und nach Fernost. Die Flugzeuge trugen Schweizer Kennzeichen aus der Serie HB-IC.; welche Kantonsnamen sie im Einzelnen führten, kannst du in Kennzeichenregistern nachschlagen. Wie die Schweizer Registrierungen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu Schweizer HB-Kennzeichen.

Zur Swissair-Geschichte mit dem Typ gehört auch ihr dunkelster Tag: Am 21. Februar 1970 explodierte an Bord der HB-ICD „Baselland“ auf dem Flug 330 von Zürich über Tel Aviv nach Hongkong kurz nach dem Start eine Bombe im Frachtraum. Die Maschine stürzte in einem Waldstück bei Würenlingen im Kanton Aargau ab, alle 47 Menschen an Bord kamen ums Leben. Verurteilt wurde für den Anschlag nie jemand.

1975 trennte sich Swissair von ihrer Coronado-Flotte. Eine Maschine blieb der Schweiz erhalten: die HB-ICC, die heute im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern ausgestellt ist. Wer vom Flughafen Zürich aus einen Ausflug plant, verbindet so moderne Spotting-Action mit einem Blick in die Swissair-Vergangenheit. Wie aus der alten Swissair die heutige Swiss wurde, erzählen die Airline-Seiten.

Zweite Karriere: Spantax, Modern Air und die NASA

Schon ab 1967 gab American Airlines ihre 990A wieder ab. Für Charterairlines waren die gebrauchten, schnellen Jets dagegen attraktiv, zumal sie sich dicht bestuhlen ließen – bis zu 149 Sitze waren möglich.

Modern Air ab Berlin-Tegel

Die US-Charterairline Modern Air Transport stationierte ab März 1968 Coronados in Berlin-Tegel und flog damit vor allem Pauschalreisen für West-Berliner Reiseveranstalter. Zeitweise stand die gesamte Flotte in Tegel, im Oktober 1974 schloss die Berliner Basis.

Spantax auf die Kanaren und Balearen

Die spanische Spantax baute eine große 990-Flotte auf und brachte damit Urlauber aus ganz Europa nach Spanien. Sie gehörte zu den letzten Passagier-Betreibern des Typs und flog ihre Coronados bis in die zweite Hälfte der 1980er-Jahre.

NASA als fliegendes Labor

Die US-Raumfahrtbehörde nutzte mehrere 990 als Forschungsflugzeuge. Bei der NASA endete die Geschichte des Typs erst in den 1990er-Jahren.

Weitere Betreiber waren Garuda Indonesia, die peruanische Aerolíneas Peruanas, Alaska Airlines und – mit einer einzigen geleasten Maschine 1967 – Air France. Gerade die Berliner Episode macht die Coronado für deutsche Spotter interessant: Wer in alten Tegel-Fotos stöbert, stößt immer wieder auf die markante Silhouette mit den Flügel-Karotten. Mehr über den Flughafen in dieser Zeit liest du in der Geschichte des Flughafens Tegel.

Raritäten dokumentieren

Poste deine Museumsfotos in Planetrack mit Typ, Kennzeichen und historischer Airline – und tausch dich mit anderen Klassiker-Fans in Kommentaren und Chats aus. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Im Museum oder auf alten Fotos stehst du oft vor der Frage: 707, DC-8, Convair 880 oder 990? Mit drei Blicken grenzt du die Coronado sicher ein.

Auf die Flügeloberseite schauen

Vier dicke, zigarrenförmige Körper, die über die Hinterkante hinausragen: Das ist das eindeutigste Merkmal der 990. Weder 707 noch DC-8 noch die Convair 880 haben sie.

Triebwerke von der Seite ansehen

Beim CJ805-23 sitzt der Fan am Heck. Die Gondel wirkt dadurch hinten kräftiger als vorn – bei Boeing und Douglas sitzt ein Fan, falls vorhanden, vorn.

Proportionen prüfen

Die Coronado ist schlank und relativ kurz mit kleiner Spannweite. Neben einer 707-320 oder DC-8 wirkt sie fast zierlich.

Die letzte Gewissheit liefert wie immer das Kennzeichen. Bei Museumsflugzeugen lohnt der Abgleich mit dem Lebenslauf der Zelle, denn manche Maschinen tragen eine Lackierung, die nicht zu ihrem letzten Betreiber passt. Wie Kennzeichen funktionieren, steht im Beitrag Flugzeugkennzeichen verstehen.

Coronado, Convair 880, Boeing 707 oder DC-8?

Die frühen Vierstrahler sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: früher Vierstrahler

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Convair CV-990 Coronado

Anti-Schock-Körper und Heckfan-Triebwerke sind das klare Coronado-Bild. Prüf jetzt das Kennzeichen und den Lebenslauf der Zelle.

Wahrscheinlich

Convair CV-880

Ohne Anti-Schock-Körper, mit reinen Strahltriebwerken und kürzerem Rumpf spricht vieles für die ältere Schwester der Coronado.

Wahrscheinlich

Boeing 707 oder Douglas DC-8

Größere Abmessungen und glatte Flügel deuten auf die erfolgreiche Konkurrenz. Welche der beiden es ist, klärst du über das Kennzeichen.

Weitere Klassiker derselben Epoche sind die britische Vickers VC10 mit vier Triebwerken am Heck und die französische Sud Aviation Caravelle mit zwei Hecktriebwerken – beide sind auf den ersten Blick von der Coronado zu unterscheiden. Die De Havilland Comet trägt ihre Triebwerke in den Flügelwurzeln. Einen guten Überblick über solche Unterscheidungen gibt der Guide Oldtimer am Himmel erkennen, die Entwicklung der großen Konkurrenz schildert der Beitrag zur Geschichte der Boeing 707.

Wo du eine CV-990 heute siehst

Fliegen wirst du keine Coronado mehr sehen. Erhalten sind nur wenige Zellen, und nicht alle sind öffentlich zugänglich.

Ort Maschine Hinweis
Verkehrshaus Luzern HB-ICC, ex Swissair bekannteste erhaltene Coronado, öffentlich ausgestellt
Mojave Air and Space Port, Kalifornien N810NA, ex American, Modern Air und NASA als „Gate Guardian“ aufgestellt
Mojave Air and Space Port, Kalifornien N990AB, ex Aerolíneas Peruanas seit 1980 eingelagert
Flughafen Palma de Mallorca EC-BZO, ex Spantax seit 1987 abgestellt, Zustand unklar
Flughafen Sabadell bei Barcelona Vorderrumpf der EC-BZP, ex Spantax Trainingsgerät für Kabinenpersonal

Für Spotter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Luzern die naheliegende Adresse. Das Verkehrshaus zeigt neben der Coronado weitere historische Swissair-Flugzeuge, sodass du dort ein ganzes Kapitel Schweizer Luftfahrt auf einmal siehst.

Bestände ändern sich

Museumsflugzeuge werden restauriert, umgestellt oder vorübergehend gesperrt, eingelagerte Zellen auch einmal verschrottet. Prüf vor deiner Tour auf der Website des Museums oder Flughafens, ob das gesuchte Exemplar zugänglich ist.

Wie besonders so eine Begegnung ist, kannst du mit dem Beitrag Seltene Flugzeuge spotten einordnen. Und wer sich für die Farben von damals interessiert, findet im Artikel zu legendären Airline-Lackierungen weitere Klassiker.

Fototipps für die Coronado im Museum

Ein Museumsflugzeug läuft dir nicht davon – trotzdem brauchst du für gute Bilder etwas Planung.

Flügel von oben zeigen

Die Anti-Schock-Körper sind das Erkennungszeichen. Such dir eine erhöhte Position, etwa eine Treppe oder Galerie, damit sie auf dem Bild sichtbar werden.

Triebwerk im Detail

Ein Nahbild der Gondel mit dem Heckfan erzählt die Technikgeschichte der 990 besser als jede Totale.

Weitwinkel einpacken

Mit gut 36 Metern Spannweite und über 42 Metern Länge brauchst du für das ganze Flugzeug viel Abstand oder ein Weitwinkel.

Licht beobachten

Bei Ausstellungsstücken im Freien entscheidet der Sonnenstand über Spiegelungen auf dem blanken Rumpf. Flaches Licht von der Seite bringt Nieten und Paneele zur Geltung.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für eine CV-990, wenn …

  • vier zigarrenförmige Körper über die Flügelhinterkante ragen
  • die Triebwerksgondeln hinten dicker sind als vorn
  • das Kennzeichen zu einer bekannten Coronado-Zelle passt
  • eine Swissair-, Spantax- oder Modern-Air-Lackierung zu sehen ist

Sieh genauer hin, wenn …

  • du nur einen Rumpfabschnitt ohne Flügel siehst
  • ein altes Foto die Flügeloberseite nicht zeigt
  • die Maschine Swissair-Farben trägt – Swissair flog auch die Convair 880

Es ist keine CV-990, wenn …

  • die Flügeloberseite glatt ist – dann eher CV-880, 707 oder DC-8
  • die Triebwerke am Heck sitzen
  • du Propeller siehst – dann bist du beim Convair-Liner oder der CV-580
  • der Rumpf deutlich länger wirkt, wie bei der Boeing 707-320

Fazit

Die Convair CV-990 Coronado war ein Flugzeug, das zu viel wollte: schneller als alle anderen, gebaut für einen einzigen großen Kunden und am Ende zu teuer im Betrieb. Gerade deshalb ist sie heute so spannend. Ihre Anti-Schock-Körper machen sie unverwechselbar, ihre Geschichte verbindet Zürich, Berlin-Tegel und die spanischen Urlaubsinseln. Wer sie sehen will, fährt am besten nach Luzern.

Kurzfazit

Vier Triebwerke mit Heckfan und vier „Karotten“ auf den Flügeln: Das ist die Coronado. Nur 37 Maschinen wurden gebaut, die bekannteste erhaltene steht als Swissair-Klassiker HB-ICC im Verkehrshaus Luzern.

Zusammenfassung

  • Die CV-990 flog erstmals am 24. Januar 1961 und ging 1962 bei American Airlines und Swissair in Dienst.
  • Die zugesagten Leistungen erreichte sie zunächst nicht; erst aerodynamische Nachbesserungen machten aus der 990 die 990A.
  • Nach den Erstkunden flogen Charter-Airlines wie Spantax und Modern Air den Typ, die NASA nutzte ihn als Forschungsflugzeug.
  • Heute gibt es nur noch wenige erhaltene Zellen – die bekannteste ist die Swissair-Maschine HB-ICC im Verkehrshaus Luzern.

Häufige Fragen

Warum heißt die CV-990 „Coronado“?

Den Namen gab ihr Swissair bei der Einführung. Er setzte sich danach allgemein als Beiname des Typs durch.

War die CV-990 wirklich der schnellste Airliner?

Unter den Unterschall-Verkehrsflugzeugen ihrer Zeit ja: Im Mai 1961 erreichte ein Vorserienflugzeug im Sinkflug in rund 6.700 m Höhe etwa 1.086 km/h wahre Fluggeschwindigkeit – mehr als jeder andere Verkehrsjet bis dahin. Im Liniendienst flog sie mit rund Mach 0,84 aber kaum schneller als Boeing 707 oder DC-8.

Was ist der Unterschied zwischen Convair 880 und 990?

Die 990 ist rund drei Meter länger, hat statt reiner Strahltriebwerke Mantelstromtriebwerke mit Fan am Heck und trägt die markanten Anti-Schock-Körper auf den Flügeln. Die 880 flog bereits 1959 erstmals, von ihr entstanden 65 Exemplare.

Welche Airlines flogen die CV-990?

Zu den ersten Betreibern gehörten American Airlines, Swissair, Varig und Garuda; SAS flog Maschinen, die sie von Swissair gemietet hatte. Später kamen unter anderem Aerolíneas Peruanas, Spantax, Modern Air Transport, Alaska Airlines und kurzzeitig Air France hinzu. Die NASA nutzte mehrere Maschinen als fliegende Labore.

Wann flog die letzte CV-990 im Passagierdienst?

Die spanische Spantax betrieb eine größere Coronado-Flotte bis in die zweite Hälfte der 1980er-Jahre; eine ihrer letzten Maschinen steht seit 1987 in Palma de Mallorca abgestellt. Bei der NASA flog der Typ noch bis in die 1990er-Jahre.

Wo kann ich heute eine CV-990 sehen?

Die bekannteste erhaltene Maschine ist die ehemalige Swissair-Coronado HB-ICC im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. Weitere Zellen stehen in Mojave (Kalifornien), eine ehemalige Spantax-Maschine ist in Palma de Mallorca abgestellt. Prüf vor einem Besuch, ob das Exemplar zugänglich ist.

Hat die CV-990 einen aktuellen ICAO-Typcode?

In Flugplänen und Tracking-Diensten spielt der Typ keine Rolle mehr, weil keine CV-990 mehr fliegt. Für die Bestimmung im Museum brauchst du ohnehin Kennzeichen und Bauform, nicht den Typcode.

Convair CV-990 Coronado sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Verwandte Flugzeugtypen

Historisch

Convair CV-880

Schlank, schnell und kommerziell ein Fiasko: Die Convair CV-880 wollte Anfang der 1960er schneller sein als Boeing 707 und DC-8. Nur 65 Maschinen entstanden. So erkennst du den Vierstrahler und wo du ihm heute noch begegnest.

Historisch

Convair CV-240/340/440 Metropolitan

Zwei dicke Sternmotoren, Bugrad statt Spornrad und eine Druckkabine: Die Convair-Liner CV-240, CV-340 und CV-440 waren die modernen Zubringer der 1950er – auch bei Lufthansa und Swissair.

Turboprop

Convair CV-580

Aus einem Kolbenmotor-Airliner der 1950er wurde mit Allison-Turboprops ein zäher Dauerläufer: Die CV-580 flog Passagiere, Fracht, Löschmittel und Messgeräte. So erkennst und findest du sie.

Historisch

Boeing 707-120

Vier Triebwerke an schlanken Pylonen, ein stark gepfeilter Flügel und ein kurzes, frühes Seitenleitwerk: Die 707-120 war die erste Serienversion der Boeing 707 und brachte ab 1958 den Düsenjet in den Alltag. So erkennst du sie und grenzt sie von der 707-320 ab.

Historisch

Boeing 707-320 Intercontinental

Vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln, ein spitzer Antennendorn auf der Seitenflosse und Platz für den Nordatlantik: Die 707-320 Intercontinental war die erste echte Langstrecken-707. Als Airliner ist sie Geschichte – als AWACS, Tanker und Museumsstück lebt sie weiter.

Historisch

Boeing 720

Etwas kürzer, leichter und mit überarbeitetem Flügel: Die Boeing 720 war die Mittelstrecken-Ableitung der 707. United, Western und auch Lufthansa flogen sie, Pratt & Whitney Canada testete damit bis 2010 Triebwerke. So erkennst du den seltenen Vierstrahler und erfährst, wo er heute steht.

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Passende Guides aus dem Blog

TT

Planetrack Redaktion

Die Flugzeugtypen-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung an Flughäfen, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Flugzeugtypen von Convair