Das Wichtigste in Kürze
- LTU ist eine historische deutsche Airline: gegründet 1955, ab 1960 in Düsseldorf zu Hause, unter eigenem Namen bis 2009 in der Luft.
- Codes: IATA LT, ICAO LTU, Rufzeichen „LTU“.
- LTU war Deutschlands einzige TriStar-Airline – die L-1011 flog von 1973 bis 1996 für den Ferienflieger.
- Auf der Langstrecke prägte zuletzt der Airbus A330 das Bild, nach MD-11, Boeing 767 und TriStar.
- Air Berlin übernahm LTU 2007; die Marke verschwand 2009, zum 1. April 2011 ging die Gesellschaft vollständig in Air Berlin auf.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | LT |
|---|---|
| ICAO-Code | LTU |
| Rufzeichen | LTU |
| Drehkreuze | DUS |
| Status | Historisch – Flugbetrieb unter dem Namen LTU bis 2009, 2011 vollständig in Air Berlin aufgegangen |
| Geschäftsmodell | Ferienflieger auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke, eng verbunden mit eigenen Reiseveranstaltern |
| Gründung | 20. Oktober 1955 in Frankfurt als Lufttransport-Union, ab 1956 unter dem Namen LTU |
| Erster Flug | März 1956, Frankfurt–Catania |
| Sitz und Heimatbasis | Düsseldorf (ab 1. Januar 1960), Flughafen Düsseldorf (DUS) |
| Töchter | LTU-Süd in München (ab 1983 als LTS gegründet), LTE auf Mallorca (1987) |
| Wichtige Typen | Caravelle, Fokker F28, Lockheed L-1011 TriStar, Boeing 757 und 767, MD-11, Airbus A320, A321 und A330 |
| Letzte Flotte (Februar 2011) | 24 Flugzeuge: 11 Airbus A320-200, 10 A330-200 und 3 A330-300 |
| Kennzahlen 2006/2007 | rund 5,7 Millionen Fluggäste (2006), knapp 2.800 Beschäftigte (2007) |
| Übernahme | Air Berlin, angekündigt im März 2007, vom Bundeskartellamt im August 2007 ohne Auflagen genehmigt |
| Allianz | keine |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich LTU International Airways?
- Rot-weiße Bemalung mit großem „LTU“-Schriftzug – jahrzehntelang kaum verändert und zum Markenzeichen geworden
- Ab 2007 eine modernisierte Optik: das Rot blieb, Weiß dominierte, die Linien wurden weicher
- Deutsche Kennzeichen mit D-, bei vielen Großraumjets in der Reihe D-AER.., bei späteren Airbus auch D-AL..
- Typisch für die 1970er- bis 1990er-Jahre: die dreistrahlige Lockheed L-1011 TriStar mit dem Mitteltriebwerk im Heck
- Zuletzt reine Airbus-Flotte: A330 auf der Langstrecke, A320 und A321 auf Kurz- und Mittelstrecke
- Auf alten Flugplänen und Tickets LT als Flugnummer, auf Funk und Tracker LTU
Wer in den 1980er- und 1990er-Jahren am Düsseldorfer Flughafen stand, kam an LTU nicht vorbei: rot-weiße Großraumjets, die morgens Richtung Mittelmeer, Karibik oder Thailand starteten. LTU ist heute Geschichte – die Airline ging zwischen 2007 und 2011 in Air Berlin auf. Für Spotter bleibt sie trotzdem spannend: als einzige deutsche TriStar-Airline, als frühe Airbus-A330-Betreiberin und als Paradebeispiel dafür, wie ein Ferienflieger aus dem Rheinland jahrzehntelang den deutschen Urlaubsverkehr prägte.
Historische Airline
LTU fliegt seit 2009 nicht mehr unter eigenem Namen und existiert seit 2011 nicht mehr als eigene Fluggesellschaft. Alle Angaben auf dieser Seite beschreiben die Airline in ihrer aktiven Zeit.
LTU im Überblick
LTU war ein deutscher Ferienflieger mit Sitz und Heimatbasis in Düsseldorf. Gegründet wurde die Gesellschaft am 20. Oktober 1955 in Frankfurt als Lufttransport-Union. Um Verwechslungen mit einer ähnlich benannten Firma zu vermeiden, hieß sie schon 1956 nur noch LTU. Der erste Flug führte im März 1956 von Frankfurt nach Catania auf Sizilien – ein Ziel, das gut zum späteren Profil passt: Sonne, Strand, Pauschalreise.
Ein wichtiger Name aus der Frühzeit ist Kurt Conle. Er stieg als deutscher Gesellschafter ein, damit LTU eine deutsche Betriebsgenehmigung bekommen konnte, und die Familie Conle prägte das Unternehmen über Jahrzehnte. Zum 1. Januar 1960 zog der Firmensitz nach Düsseldorf – und dort blieb LTU bis zum Schluss.
Über die Jahrzehnte wuchs um die Airline ein ganzer Touristikverbund: Ab 1964 gab es mit Transair LTU einen eigenen Reiseveranstalter, später kamen Marken wie Meier’s Weltreisen, Tjaereborg und Jahn Reisen hinzu. Dazu gründete LTU Tochtergesellschaften in München und auf Mallorca. Im Jahr 2006 beförderte LTU rund 5,7 Millionen Fluggäste, 2007 arbeiteten knapp 2.800 Menschen für die Gesellschaft.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code LT: stand in der Flugnummer, also auf Anzeigetafeln, Tickets und Bordkarten.
- ICAO-Code LTU: stand im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen LTU: so meldete sich die Besatzung im Funk.
Für Spotter, die alte Logbücher oder Dias digitalisieren, ist das hilfreich: Eine Notiz wie „LT 123“ oder „LTU 123“ verweist eindeutig auf den Düsseldorfer Ferienflieger. Wie Flugnummern, Rufzeichen und Kennzeichen zusammenhängen, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen, die deutsche D-Systematik der Artikel Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen. Und wer wissen will, welche Strecken ein bestimmtes Flugzeug früher geflogen ist, findet Tipps unter Flughistorie eines Flugzeugs abrufen.
Die Flotte im Wandel
Kaum eine deutsche Airline hat so viele unterschiedliche Typen geflogen wie LTU. Die Flottengeschichte liest sich wie ein Querschnitt durch die Verkehrsluftfahrt der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
| Epoche | Wichtige Typen | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| 1955–1960er | Vickers Viking, Douglas DC-4, Fokker F27, Bristol 170 | Kurz- und Mittelstrecke | Propellerzeit, heute nur noch auf historischen Fotos |
| ab 1965 | Sud Aviation Caravelle | erste Jets der Airline | Hecktriebwerke, dreieckige Kabinenfenster |
| ab 1969 | Fokker F28 Fellowship | Kurzstrecke | LTU gilt als Erstkunde des Typs |
| 1973–1996 | Lockheed L-1011 TriStar (inklusive L-1011-500) | Mittel- und Langstrecke | einzige TriStar-Airline Deutschlands |
| 1980er–2000er | Boeing 757-200 und 767-300ER | Mittel- und Langstrecke, auch bei den Töchtern | 757 schlank und hochbeinig, 767 als zweistrahliger Großraumjet mit zwei Gängen |
| 1990er | McDonnell Douglas MD-11 | Langstrecke | drei Triebwerke, Winglets an den Flügelspitzen |
| ab Mitte 1990er | Airbus A330-200/-300, A320, A321 | gesamtes Netz | letzte Flotte, 2011 an Air Berlin übergegangen |
Ende der 1960er-Jahre stellte LTU auf Jets um. Den Anfang machte die Sud Aviation Caravelle, danach folgte die Fokker F28 Fellowship. Der große Sprung kam 1973 mit dem ersten Großraumjet.
TriStar: das Markenzeichen der 1970er- bis 1990er-Jahre
Am 29. Mai 1973 übernahm LTU ihre erste Lockheed L-1011 TriStar. Damit war die Düsseldorfer Airline der einzige deutsche Betreiber dieses Typs. 1980 kamen Exemplare der verkürzten Langstreckenversion L-1011-500 hinzu. Im Mai 1996 verabschiedete LTU die TriStar endgültig.
Wer alte Fotos sortiert, erkennt die TriStar am Mitteltriebwerk, das in einem S-förmigen Einlaufkanal im Heck sitzt – der Lufteinlass liegt oben vor dem Seitenleitwerk, das Triebwerk selbst tief im Rumpfende. Bei der McDonnell Douglas MD-11, die LTU ab 1991 ebenfalls flog, sitzt das dritte Triebwerk dagegen gut sichtbar im Seitenleitwerk. Beide Typen stammen aus der Zeit der großen Dreistrahler: Lockheed ist heute Teil von Lockheed Martin, McDonnell Douglas ging in Boeing auf.
TriStar oder MD-11?
Schau aufs Heck: Bei der TriStar verschwindet das dritte Triebwerk im Rumpf, nur die Auslassdüse ist am Ende sichtbar. Bei der MD-11 hängt es als eigene Gondel im Seitenleitwerk. Dazu hat die MD-11 Winglets an den Flügelspitzen, die TriStar nicht.
Eine Episode aus dieser Zeit zeigt, wie knapp Flottenplanung sein kann: Weil sich die Auslieferung der MD-11 verzögerte, mietete LTU Anfang der 1990er-Jahre vorübergehend eine Boeing 747-200 von Evergreen. Eine 747 unter LTU-Flugnummer – das ist heute ein echtes Fundstück für Logbuch-Sammler.
Boeing 757 und 767
In den 1980er-Jahren kamen zweistrahlige Boeing-Jets in die Flotte. Die Boeing 757-200 flog bei LTU und den Töchtern auf der Mittelstrecke, die Münchner LTU-Süd setzte drei 757 mit zusammen 597 Plätzen ein. Ab 1989 ergänzte die Boeing 767-300ER die Langstrecke. Wie du die beiden äußerlich ähnlichen Typen auseinanderhältst, zeigt der Vergleich Boeing 757 und 767 unterscheiden.
Airbus: die letzte LTU-Flotte
Mitte der 1990er-Jahre begann LTU, die Flotte auf Airbus umzustellen. Auf der Langstrecke übernahm der Airbus A330 die Hauptrolle – zunächst die A330-300, um 2001 auch die kürzere A330-200 mit größerer Reichweite. Auf Kurz- und Mittelstrecke flogen A320 und A321. Im Februar 2011, kurz vor dem endgültigen Aus, bestand die Flotte aus 24 Flugzeugen: elf A320-200, zehn A330-200 und drei A330-300. Hersteller aller drei Typen ist Airbus.
Der A330 sieht dem viermotorigen A340 sehr ähnlich. Wenn du alte Fotos zuordnest, hilft dir der Guide A330 oder A340? – bei LTU ist die Antwort allerdings einfach, denn die Airline flog nur den zweistrahligen A330.
Alte Sichtungen gehören in den Hangar
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – auch Schätze aus deinem Dia-Archiv – und sammelst sie in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Woran du LTU erkennst
Die Bemalung von LTU war rot-weiß und veränderte sich über die Jahrzehnte erstaunlich wenig. Gerade diese Beständigkeit machte sie zu einem Markenzeichen im deutschen Ferienflugverkehr: Wer die Farben und den großen Schriftzug „LTU“ sah, wusste sofort, wer da startete. Die Münchner Tochter flog anfangs in einer ähnlichen Optik, allerdings mit Blau statt Rot.
2007 bekam LTU einen neuen Auftritt. Das Rot blieb, aber Weiß wurde zur dominierenden Farbe, die Formen wirkten moderner. Interessant für Livery-Sammler: Air Berlin passte die eigene Bemalung danach an dieses LTU-Design an. Nach der Übernahme gab es außerdem Übergangslösungen – vier A330-200 mit den Kennzeichen D-ALPA bis D-ALPD trugen bis Mai 2009 eine Mischbemalung, unter anderem mit „LTU.com“ an der unteren Rumpfseite. Solche Zwischenstände sind typische Fälle für den Guide zu Hybrid- und Mischlackierungen; wie Airlines alte Designs später wieder aufleben lassen, zeigt der Überblick über Retro-Lackierungen.
Farben prüfen
Rot-weiß mit großem „LTU“-Schriftzug spricht für die klassische Zeit, viel Weiß mit weichen Linien für 2007 bis 2009.
Typ bestimmen
TriStar oder MD-11 verortet das Foto in den 1970er- bis 1990er-Jahren, A330 und A320 in die Spätphase.
Kennzeichen lesen
LTU-Flugzeuge waren in Deutschland zugelassen, also mit D- am Rumpf, häufig in den Reihen D-AER.. oder D-AL...
Historie abgleichen
Über das Kennzeichen findest du heraus, wann das Flugzeug für LTU flog und wohin es später ging.
Eigentümer, Krisen und das Ende
Lange lag LTU in der Hand der Familie Conle. Um 1990 stieg die Landesbank WestLB mit gut einem Drittel ein. Um die Jahrtausendwende zog sich die Familie Conle ganz zurück, und die Schweizer SAirGroup – der Mutterkonzern der Swissair – übernahm 49,9 Prozent. Ein weiterer Anteil lag bei einer Beteiligungsgesellschaft, hinter der der Handelskonzern Rewe stand.
2001 geriet LTU in schweres Fahrwasser: Die SAirGroup ging im Herbst in die Insolvenz, gleichzeitig brachen nach den Anschlägen vom 11. September die Passagierzahlen ein. Eine Landesbürgschaft, die die WestLB übernahm, half über die Krise; die Rewe-Gruppe blieb mit 40 Prozent ein wichtiger Gesellschafter, die früheren Schweizer Anteile wurden zunächst treuhänderisch verwaltet. 2006 stieg schließlich eine Investorengruppe um Hans Rudolf Wöhrl und Jürgen Marbach ein, Rewe verkaufte seine Anteile im selben Jahr.
Im März 2007 kündigte Air Berlin die Übernahme an, im August 2007 gab das Bundeskartellamt grünes Licht – ohne Auflagen. Für Air Berlin war LTU vor allem wegen der Langstrecke attraktiv: Mit den A330 und der starken Stellung am Flughafen Düsseldorf bekam die Berliner Airline auf einen Schlag ein Langstreckenprogramm. Im Oktober 2007 eröffnete LTU zudem eine Langstrecken-Basis in Berlin-Tegel.
Die Integration lief schrittweise:
- Schmalrumpfflugzeuge wurden nach und nach in Air-Berlin-Farben umlackiert, die Großraumjets flogen zunächst weiter als LTU.
- Juli 2008 kündigte Air Berlin an, die Marke LTU ganz aufzugeben.
- 16. August 2009 verließ das letzte Flugzeug in klassischer LTU-Bemalung Düsseldorf zur Umlackierung in Abu Dhabi.
- Oktober 2009 endeten die Flüge unter dem Rufzeichen LTU.
- 1. April 2011 wechselte das gesamte Personal zu Air Berlin, alle Flüge liefen unter der Air-Berlin-Betriebsgenehmigung.
Air Berlin selbst stellte den Flugbetrieb im Oktober 2017 ein. Die ganze Geschichte erzählt der Artikel zur Geschichte von Air Berlin, den größeren Zusammenhang zeigt der Überblick über große Airline-Pleiten in Europa.
Was LTU stark machte
- Starke Heimatbasis in Düsseldorf mit großem Einzugsgebiet an Rhein und Ruhr
- Eigene Reiseveranstalter, die Flüge zuverlässig füllten
- Früh ein Langstreckenangebot für Urlauber in Karibik, Florida und Asien
- Wiedererkennbare Marke mit jahrzehntelang konstanter Bemalung
Was LTU schwächte
- Häufige Eigentümerwechsel und Abhängigkeit von der SAirGroup
- Nachfrageeinbruch nach dem 11. September 2001
- Wachsender Preisdruck durch Low-Cost-Airlines auf der Kurzstrecke
Strecken und Ziele
LTU war von Anfang an auf Urlaubsziele ausgerichtet. In den 1970er-Jahren reichte das Netz bereits weit über das Mittelmeer hinaus: Los Angeles, Miami und New York, die Karibik mit Zielen wie Kuba, Jamaika und Puerto Rico, dazu Mexiko, Venezuela, Brasilien, Sri Lanka, die Malediven, Thailand und Kenia. Ab Ende der 1990er-Jahre konzentrierte sich die Langstrecke vor allem auf Florida, die Karibik, die Malediven, Sri Lanka und Thailand.
Damit war LTU ein Ferienflieger im klassischen Sinn – mit festen Abflügen für Pauschalurlauber, aber auch mit Einzelplätzen für Individualreisende. Den Unterschied zwischen beiden Modellen erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug. Heute teilen sich andere Gesellschaften diesen Markt, etwa Condor, TUIfly oder Eurowings.
LTU heute spotten – geht das noch?
In LTU-Farben ist seit 2009 kein Flugzeug mehr im Linienbetrieb unterwegs. Trotzdem gibt es für Spotter einige Wege, die Airline lebendig zu halten:
Gute Chancen auf ein Stück LTU, wenn …
- du in alten Dias, Negativen oder Logbüchern aus Düsseldorf stöberst
- du die Kennzeichen-Historie früherer LTU-Flugzeuge verfolgst, die bei Air Berlin und danach weiterflogen
- du gezielt nach Retro- oder Jubiläumsbemalungen anderer Airlines Ausschau hältst
Prüf es genau, wenn …
- ein Foto als „LTU“ beschriftet ist, aber blaue statt rote Akzente zeigt – das kann die Münchner Tochter sein
- ein A330 rot-weiß wirkt, aber Air-Berlin-Elemente trägt – dann stammt das Bild aus der Übergangszeit
Keine Chance, wenn …
- du am Flughafen auf einen aktuellen LTU-Flug wartest – die Airline fliegt nicht mehr
Düsseldorf bleibt trotzdem der Ort, an dem die LTU-Geschichte am greifbarsten ist. Wenn du dort spotten willst, hilft dir der Guide Planespotting in Düsseldorf bei der Wahl des Standorts, ein bequemer Einstieg ist die Besucherterrasse am Flughafen Düsseldorf.
Ehemalige LTU-Kennzeichen im Blick
Leg in Planetrack Sichtungs-Alarme für frühere LTU-Kennzeichen an und lass dich benachrichtigen, wenn eines davon bei dir anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Häufige Verwechslungen
- LTU für eine Lufthansa-Tochter halten – LTU war eigenständig und gehörte nie zum Lufthansa-Konzern.
- TriStar und MD-11 vermischen – bei der TriStar sitzt das dritte Triebwerk im Rumpfheck, bei der MD-11 im Seitenleitwerk.
- LTU-Süd mit LTU gleichsetzen – die Münchner Tochter flog anfangs mit blauen statt roten Akzenten.
- Neue LTU-Optik für Air Berlin halten – ab 2007 sahen sich beide Bemalungen ähnlich, weil Air Berlin das LTU-Design übernahm.
- LT für Litauen halten – der IATA-Code LT ist eine reine Airline-Kennung und hat mit dem Länderkürzel nichts zu tun.
- Das Ende auf 2007 datieren – die Übernahme fiel 2007, die Marke verschwand 2009, die Gesellschaft erst 2011.
Fazit
LTU war mehr als nur ein Ferienflieger: Die Düsseldorfer Airline brachte über Jahrzehnte Millionen Urlauber aus dem Westen Deutschlands in die Sonne, flog als einzige deutsche Gesellschaft die TriStar und gehörte zu den frühen A330-Betreibern. Nach der Übernahme durch Air Berlin verschwand sie Schritt für Schritt – aber in Fotoarchiven, Logbüchern und Kennzeichen-Historien ist sie für Spotter bis heute präsent.
Kurzfazit
LTU (IATA LT, ICAO LTU) war der rot-weiße Ferienflieger aus Düsseldorf von 1955 bis 2011. Ihr Erkennungszeichen in der Spotter-Erinnerung: die Lockheed TriStar – und zuletzt die A330-Flotte, die an Air Berlin überging.
Zusammenfassung
- LTU war über Jahrzehnte der rot-weiße Ferienflieger vom Flughafen Düsseldorf – mit Flügen ans Mittelmeer, in die Karibik, nach Florida und nach Asien.
- Für Spotter steht LTU vor allem für die Lockheed L-1011 TriStar, die in Deutschland keine andere Airline einsetzte, und später für die A330-Flotte.
- Nach Eigentümerwechseln, der Swissair-Pleite und den Folgen des 11. Septembers übernahm Air Berlin die Gesellschaft 2007 und ließ die Marke bis 2009 auslaufen.
- Heute siehst du LTU nur noch auf historischen Fotos, in Logbüchern und über die Kennzeichen-Historie einzelner Flugzeuge, die bei anderen Betreibern weiterflogen.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte LTU?
LTU flog mit dem IATA-Code LT und dem ICAO-Code LTU; auch das Rufzeichen im Funk lautete „LTU“. Beide Codes gehören zu einer historischen Airline – wenn du sie heute in alten Flugplänen, Bordkarten oder Fotobeschreibungen findest, beziehen sie sich auf den Düsseldorfer Ferienflieger.
Wofür steht die Abkürzung LTU?
LTU geht auf den Gründungsnamen Lufttransport-Union zurück. Die Gesellschaft wurde im Oktober 1955 in Frankfurt gegründet und nannte sich schon 1956 in LTU um, um Verwechslungen mit einem ähnlich benannten Unternehmen zu vermeiden. Später trat sie als LTU International Airways auf.
Welche Flugzeuge flog LTU?
In den Anfangsjahren Propellerflugzeuge wie Vickers Viking, Douglas DC-4 und Fokker F27. Danach kamen Jets: Caravelle, Fokker F28, ab 1973 die Lockheed L-1011 TriStar, später Boeing 757 und 767 sowie die MD-11. Ab Mitte der 1990er-Jahre stellte LTU auf Airbus um. Zuletzt bestand die Flotte aus A320-200, A330-200 und A330-300.
War LTU wirklich die einzige deutsche TriStar-Airline?
Ja. Die Lockheed L-1011 TriStar wurde in Deutschland nur von LTU betrieben. Die erste Maschine kam im Mai 1973, später folgten auch Exemplare der Langstreckenversion L-1011-500. Im Mai 1996 verabschiedete LTU den Typ. Ein Exemplar ging 1991 bei Reinigungsarbeiten nach einer Wartung in Düsseldorf durch einen Brand verloren; Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.
Wann und warum hat Air Berlin LTU übernommen?
Air Berlin gab die Übernahme im März 2007 bekannt, im August 2007 genehmigte das Bundeskartellamt sie ohne Auflagen. Für Air Berlin war vor allem die Langstrecke interessant: Mit den A330 von LTU kam die Airline auf einen Schlag an eine eigene Langstreckenflotte und an die starke Position in Düsseldorf.
Wann verschwand LTU endgültig?
Air Berlin kündigte 2008 an, die Marke LTU aufzugeben. Das letzte Flugzeug in klassischer LTU-Bemalung verließ Düsseldorf im August 2009 zur Umlackierung, im Oktober 2009 endeten die Flüge unter LTU-Rufzeichen. Zum 1. April 2011 wechselten Personal und Flugzeuge vollständig zu Air Berlin, die eigene Betriebsgenehmigung von LTU lief aus.
Kann ich heute noch LTU-Flugzeuge spotten?
In LTU-Farben nicht mehr – die Airline ist Geschichte. Frühere LTU-Flugzeuge flogen nach der Umlackierung bei Air Berlin und danach teils bei anderen Betreibern weiter. Ob ein Flugzeug eine LTU-Vergangenheit hat, findest du über die Kennzeichen- und Seriennummern-Historie heraus.
Was waren LTU-Süd und LTE?
LTU-Süd war die Münchner Tochter, 1983 als LTS – Lufttransport Süd gegründet und 1987 umbenannt; sie flog unter anderem Boeing 757. LTE (LuftTransport España) wurde 1987 auf Mallorca als spanische Tochter gegründet. Beide gehörten zum LTU-Verbund, traten aber unter eigenem Namen auf.
LTU International Airways im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Lockheed L-1011 TriStar
Drei Rolls-Royce-Triebwerke, eines davon tief im Heck versteckt: Die Lockheed TriStar war der elegante, technisch ambitionierte Gegenspieler der DC-10 – und in Düsseldorf jahrzehntelang das Gesicht der LTU.
FlugzeugtypAirbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A330-300
Langer Rumpf, zwei Triebwerke, aufgesetzte Winglets: Die A330-300 ist seit über 30 Jahren ein Arbeitstier der Langstrecke. So erkennst du sie und grenzt sie von ihren Geschwistern ab.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-11
Drei Triebwerke, Winglets und ein Triebwerk mitten im Seitenleitwerk: Die MD-11 war der letzte große Trijet und fliegt heute fast nur noch als Frachter. So erkennst du sie, so grenzt du sie von der DC-10 ab und so stehen deine Chancen nach dem Grounding 2025.
FlugzeugtypBoeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
Weitere Airlines
Air Berlin
Historische Airline aus Berlin: 1978 als US-Charterfirma für Mallorca-Flüge ab Tegel gegründet, später zweitgrößte Airline Deutschlands mit oneworld-Mitgliedschaft – und 2017 insolvent.
FerienfliegerCondor
Einer der bekanntesten deutschen Ferienflieger: Condor fliegt ab Frankfurt und weiteren deutschen Flughäfen zu Urlaubszielen auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke.
FerienfliegerTUIfly
Der Ferienflieger des TUI-Konzerns aus Hannover: reine Boeing-737-Flotte, Basen an fünf deutschen Flughäfen und eine Geschichte, die 1973 als Hapag-Lloyd Flug begann.
NetzwerkSwissair
Historische Schweizer Nationalairline von 1931 bis 2002: Swissair flog mit Caravelle, DC-8, Boeing 747, MD-11 und A330 von Zürich, Genf und Basel in die Welt – bis zum Grounding im Oktober 2001.
Low-CostEurowings
Die Direktflug-Airline der Lufthansa Group: Eurowings fliegt mit Jets der A320-Familie ab Düsseldorf und weiteren deutschen Basen quer durch Europa – und bekommt ab 2027 die Boeing 737 MAX 8.
FerienfliegerThomas Cook Airlines
Historische britische Ferienairline (2003–2019) aus Manchester: hervorgegangen aus JMC Air, zuletzt mit Airbus A321 und A330-200 unterwegs – bis zur Liquidation des Thomas-Cook-Konzerns am 23. September 2019 und der größten Rückholaktion der britischen Friedensgeschichte.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Düsseldorf
Größter Flughafen Nordrhein-Westfalens und Heimat der Eurowings: zwei dicht nebeneinander liegende Bahnen im Norden der Stadt, drei Terminals unter einem Dach, strenge Kapazitätsregeln – und für Spotter eine Lage, die sich seit der Pandemie spürbar verändert hat.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerMcDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
HerstellerLockheed Martin
Lockheed Martin baut heute fast nur Militärflugzeuge, doch das Erbe reicht von der dreifach geleitwerkten Constellation über den Großraumjet TriStar bis zur Hercules und zur F-35. Wer die Formen kennt, erkennt Lockheed-Typen am Zaun eines Fliegerhorsts genauso sicher wie im Museum.
Wo du LTU International Airways vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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