McDonnell Douglas MD-11

Drei Triebwerke, Winglets und ein Triebwerk mitten im Seitenleitwerk: Die MD-11 war der letzte große Trijet und fliegt heute fast nur noch als Frachter. So erkennst du sie, so grenzt du sie von der DC-10 ab und so stehen deine Chancen nach dem Grounding 2025.

Auch bekannt als: MD-11 · MD-11F · MD-11CF · MD-11ER · MD-11C · Boeing MD-11 · Trijet

USAMcDonnell DouglasFrachtflugzeugeICAO-Typcode: MD1112 Min. Lesezeit

MD11

ICAO-Typcode

1990

Erstflug

200

gebaute Exemplare

3

Triebwerke

Das Wichtigste in Kürze

  • Die MD-11 ist die Weiterentwicklung der DC-10: drei Triebwerke, längerer Rumpf, Winglets, kleineres Höhenleitwerk und ein Glascockpit für zwei Piloten.
  • Schnellster Erkennungsweg: Triebwerk im Seitenleitwerk plus Winglets – diese Kombination hat nur die MD-11.
  • Nur 200 Exemplare: Die Fertigung endete im Oktober 2000, die letzte Maschine ging 2001 an Lufthansa Cargo.
  • Heute ein reiner Frachter: Die letzten Passagierflüge flog KLM 2014, seither ist die MD-11 im Frachtgeschäft unterwegs.
  • Grounding und Rückkehr: Nach dem Absturz eines UPS-Frachters im November 2025 galt ein weltweites Flugverbot; seit Mai 2026 fliegen FedEx und Western Global wieder, UPS hat den Typ ausgemustert.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die MD-11?
  2. 2.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  3. 3.MD-11 oder DC-10?
  4. 4.Versionen: vom Passagierjet zum Frachter
  5. 5.Die MD-11 im deutschsprachigen Raum
  6. 6.Grounding 2025 und Rückkehr 2026
  7. 7.Wo du die MD-11 heute noch siehst
  8. 8.Spotting-Tipps: so planst du die Jagd nach dem Trijet
  9. 9.Fototipps speziell für die MD-11
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerMcDonnell Douglas (seit der Fusion 1997 Teil von Boeing)
FamilieWeiterentwicklung der DC-10; Versionen MD-11, MD-11ER, MD-11C, MD-11CF, MD-11F
ICAO-TypcodeMD11
Programmstart30. Dezember 1986
Erstflug10. Januar 1990
ErstauslieferungDezember 1990 an Finnair
Triebwerke3 × General Electric CF6-80C2 oder Pratt & Whitney PW4000 (PW4460/PW4462)
Längerund 61,6 m (GE-Triebwerke) bzw. 61,2 m (P&W-Triebwerke)
Spannweiterund 52 m
Höherund 17,6 m
Sitzplätze (Passagierversion)bis 298 in drei Klassen, bis 323 in zwei Klassen, maximal 410
Max. Startgewichtje nach Version rund 273 bis 286 t
WirbelschleppenkategorieHeavy
Produktion200 Flugzeuge; Fertigungsende Oktober 2000, letzte Auslieferung Februar 2001 an Lufthansa Cargo
StatusNur noch als Frachter im Einsatz; nach weltweitem Flugverbot (November 2025 bis Mai 2026) schrittweise Rückkehr bei FedEx und Western Global, UPS hat die Flotte ausgemustert

Erkennungsmerkmale

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  • Drei Triebwerke: je eines unter jedem Flügel, das dritte mitten im Seitenleitwerk über dem Rumpfende
  • Winglets an den Flügelspitzen, die nach oben und ein kleines Stück nach unten ragen – die DC-10 hat keine
  • Auffällig kleines Höhenleitwerk im Verhältnis zum großen Rumpf
  • Langer Großraumrumpf mit rund 61 m, etwa 6 m länger als die DC-10-30
  • Mittleres Hauptfahrwerk unter dem Rumpf zusätzlich zu den beiden Flügelfahrwerken
  • Als Frachter: keine Fensterreihe, große Frachttür vorne links am Hauptdeck

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Triebwerk mitten im Seitenleitwerk, zwei weitere unter den Flügeln und an den Flügelspitzen kleine Winglets: Das ist die McDonnell Douglas MD-11, der letzte große Trijet der Luftfahrtgeschichte. Als Passagierflugzeug ist sie längst verschwunden, als Frachter fliegt sie bis heute – auch wenn ein Unfall im November 2025 und das folgende weltweite Flugverbot den Bestand weiter geschrumpft haben. Hier erfährst du, woran du die MD-11 sicher erkennst, wie du sie von der DC-10 unterscheidest und wie realistisch eine Sichtung im deutschsprachigen Raum noch ist.

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Was ist die MD-11?

Die MD-11 ist ein dreistrahliges Großraumflugzeug für die Langstrecke und die direkte Weiterentwicklung der McDonnell Douglas DC-10. McDonnell Douglas wollte damit Mitte der 1980er-Jahre ein modernes, sparsameres Langstreckenflugzeug anbieten, ohne einen komplett neuen Jet entwickeln zu müssen. Das Ergebnis behielt die Grundauslegung der DC-10 bei – zwei Triebwerke unter den Flügeln, eines im Seitenleitwerk –, bekam aber einen längeren Rumpf, Winglets, ein kleineres Höhenleitwerk und ein Glascockpit, in dem zwei Piloten ohne Flugingenieur auskommen.

Den offiziellen Programmstart gab McDonnell Douglas am 30. Dezember 1986 bekannt. Der erste Prototyp hob am 10. Januar 1990 ab, im November 1990 folgte die Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA. Erster Kunde war Finnair: Die Finnen übernahmen im Dezember 1990 ihre erste MD-11 und setzten sie kurz vor Weihnachten erstmals im Liniendienst ein, auf einer Ferienstrecke von Helsinki nach Teneriffa.

In der Passagierversion bot die MD-11 Platz für bis zu 298 Fluggäste in drei Klassen oder 323 in zwei Klassen; in reiner Economy-Bestuhlung mit zehn Sitzen pro Reihe waren bis zu 410 möglich. Die Reichweite lag bei der Standardversion bei rund 12.450 km (6.725 nautische Meilen). Angetrieben wird sie wahlweise von General Electric CF6-80C2 oder Pratt & Whitney PW4000. Ein Rolls-Royce-Triebwerk war zeitweise im Gespräch, kam aber nie in Serie.

Der große Verkaufserfolg blieb aus. Die MD-11 verfehlte ihre versprochenen Reichweiten- und Verbrauchswerte anfangs deutlich, und gleichzeitig drängten moderne Zweistrahler wie die Airbus A330-300 und die Boeing 777 auf den Markt. Nach der Fusion von McDonnell Douglas mit Boeing im Jahr 1997 lief die Produktion aus. Im Oktober 2000 endete die Fertigung, die letzten beiden Maschinen gingen Anfang 2001 an Lufthansa Cargo. Insgesamt entstanden nur 200 MD-11.

MD11ICAO-Typcode in Flugplänen und Tracking-Diensten
200gebaute Flugzeuge, davon 53 werksneue Frachter
2014letzter planmäßiger Passagierflug (KLM)

Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Die MD-11 ist leicht zu erkennen, wenn du weißt, worauf du achten musst. Die einzige ernsthafte Verwechslungsgefahr ist ihre Vorgängerin, die DC-10.

Triebwerke zählen

Zwei Triebwerke hängen unter den Flügeln, das dritte sitzt im Seitenleitwerk direkt über dem Rumpfende. Der Rumpf läuft unter diesem Triebwerk weiter – ein Bild, das es heute fast nur noch bei MD-11 und DC-10 gibt.

Flügelspitzen ansehen

Die MD-11 hat Winglets, die nach oben ragen und mit einem kleineren Teil auch nach unten. Die DC-10 hat glatte Flügelspitzen ohne Winglets. Das ist das schnellste Unterscheidungsmerkmal.

Proportionen prüfen

Das Höhenleitwerk wirkt im Verhältnis zum langen Rumpf klein. Mit rund 61 m ist die MD-11 zudem spürbar gestreckter als die DC-10.

Unter dem Rumpf sitzt zusätzlich zu den Hauptfahrwerken unter den Flügeln ein mittleres Fahrwerk, das beim Start und bei der Landung gut zu sehen ist. Bei den heutigen Frachtern fehlt die Fensterreihe, vorne links am Hauptdeck sitzt eine große Frachttür. Am Ende bestätigt das Kennzeichen den Typ; wie du es liest, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

Praxis-Tipp für den ersten Blick

Von unten im Überflug erkennst du die MD-11 an den drei Triebwerken und den Winglets. Von der Seite verrät sie das Triebwerk im Leitwerk, das wie ein Rohr durch die Seitenflosse führt.

MD-11 oder DC-10?

Beide teilen sich die Triebwerksanordnung und viele Rumpfbauteile. Die Unterschiede liegen in Länge, Leitwerk, Flügelspitzen und Cockpit.

Merkmal DC-10-30 MD-11
Länge rund 55 m rund 61,2 bis 61,6 m
Winglets nein ja
Höhenleitwerk groß rund 30 % kleiner, mit Treibstofftank
Cockpit drei Personen inkl. Flugingenieur zwei Piloten, Glascockpit
Erstflug 1970 (DC-10-10) 1990
ICAO-Typcode DC10 MD11

Das kleinere Höhenleitwerk spart Widerstand und Treibstoff, macht die MD-11 aber anspruchsvoller zu fliegen. Sie reagiert bei Start und Landung empfindlicher auf Steuereingaben als ihre Vorgängerin, was in Pilotenkreisen immer wieder Thema war. Für dich als Spotter zählt vor allem: Winglets sehen, MD-11 notieren. Allgemeine Tipps zum Bestimmen findest du in Flugzeugtypen erkennen für Anfänger.

Versionen: vom Passagierjet zum Frachter

McDonnell Douglas bot die MD-11 in fünf Grundversionen an. Die Verteilung zeigt, warum der Typ heute fast ausschließlich mit Fracht fliegt.

Version Gebaut Kurzbeschreibung
MD-11 131 Passagierversion
MD-11F 53 Werksneuer Frachter ohne Fenster
MD-11CF 6 Umrüstbar zwischen Passagier- und Frachtbetrieb
MD-11C 5 Kombi mit Passagieren und Fracht auf dem Hauptdeck
MD-11ER 5 Größere Reichweite durch zusätzlichen Tank

Weil Passagier-Airlines die MD-11 schon in den 2000er-Jahren durch Zweistrahler ersetzten, wurden viele Maschinen zu Frachtern umgebaut. Mit ihrem großen Rumpf und der hohen Nutzlast war die MD-11 bei Frachtgesellschaften beliebt, die günstige gebrauchte Großraumflugzeuge suchten. Alle Versionen laufen unter dem Code MD11. Woran du Frachtmaschinen allgemein erkennst, steht im Guide Frachtflugzeuge erkennen.

Schnellbestimmung: Trijet mit Leitwerkstriebwerk

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

McDonnell Douglas MD-11

Winglets und ein kleines Höhenleitwerk sind das typische MD-11-Bild. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter bei FedEx oder Western Global.

Wahrscheinlich

McDonnell Douglas DC-10

Ohne Winglets und mit großem Höhenleitwerk spricht alles für die ältere DC-10. Aktive Exemplare sind extrem selten geworden.

Möglich

Ein moderner Zweistrahler

Sitzt kein Triebwerk im Leitwerk, ist es keine MD-11. Bei Frachtern kommen etwa die 777F, die 767 oder die A300-600 infrage.

Die MD-11 im deutschsprachigen Raum

In der Schweiz ist die MD-11 eng mit Swissair verbunden. Die Schweizer gehörten zu den Erstkunden und setzten den Trijet auf ihren Langstrecken ein. Traurige Bekanntheit erlangte der Typ 1998, als Swissair-Flug 111 vor der kanadischen Küste bei Halifax abstürzte; alle 229 Menschen an Bord kamen ums Leben. Auslöser war ein Feuer in der Bordelektronik. Heute fliegt auf den Langstrecken ab Zürich die Nachfolgerin SWISS mit Zweistrahlern.

In Deutschland setzte der Ferienflieger LTU fabrikneue MD-11 auf Fernstrecken in die Urlaubsziele ein. Am längsten blieb der Typ aber bei Lufthansa Cargo: Ab 1998 bildete die MD-11F über mehr als zwei Jahrzehnte das Rückgrat der Frachtflotte, die 200. und letzte gebaute MD-11 ging 2001 an die Kranich-Frachttochter. Im Oktober 2021 landete die letzte Lufthansa-Cargo-MD-11 aus New York kommend in Frankfurt und ging danach außer Dienst. Ihre Rolle übernahm die Boeing 777F. Mehrere ehemalige Lufthansa-Frachter fliegen heute bei Western Global weiter. Mehr über den Konzern liest du auf der Seite zur Lufthansa Group.

Auch in den Niederlanden war die MD-11 lange präsent. KLM war der letzte Betreiber im Passagierverkehr und flog ihre letzte planmäßige Verbindung im Oktober 2014 von Montréal nach Amsterdam, gefolgt von Abschiedsflügen im November. Die Frachttochter Martinair nutzte die MD-11 ebenfalls, unter anderem in der umrüstbaren Version MD-11CF. Finnair als Erstkunde bleibt zudem ein Teil der europäischen MD-11-Geschichte.

Grounding 2025 und Rückkehr 2026

Am 4. November 2025 verunglückte ein MD-11-Frachter von UPS kurz nach dem Abflug in Louisville (USA). Nach den vorläufigen Erkenntnissen löste sich beim Abheben das linke Triebwerk samt Aufhängung, im linken Flügel brach ein Feuer aus. Drei Besatzungsmitglieder und zwölf Menschen am Boden kamen ums Leben. Wenige Tage später erließ die FAA eine Notfall-Lufttüchtigkeitsanweisung, die alle MD-11 weltweit am Boden hielt.

Die Folgen für den Typ waren erheblich. UPS zog im Januar 2026 die Konsequenz und musterte ihre gesamte MD-11-Flotte endgültig aus. Boeing entwickelte ein neues Bauteil für die Triebwerksaufhängungen, bei dem unter anderem ein kritisches Lager getauscht wird. Im Mai 2026 hob die FAA das Flugverbot auf. FedEx Express nahm erste Maschinen im Mai wieder in Betrieb und arbeitet die übrige Flotte schrittweise ab; einzelne Frachter wurden dabei auch ausgemustert. FedEx hatte schon vor dem Unfall angekündigt, die MD-11 bis in die frühen 2030er-Jahre fliegen zu wollen. Western Global Airlines hat ebenfalls Maschinen reaktiviert, die unter anderem Charterflüge für das US-Militär fliegen.

Bestände ändern sich gerade schnell

Wie viele MD-11 Stand Oktober 2026 tatsächlich fliegen, schwankt von Woche zu Woche, weil Maschinen nach und nach aus der Werft zurückkehren oder ausgemustert werden. Verlass dich nicht auf ältere Flottenlisten, sondern filtere in Tracking-Diensten nach dem Code MD11.

Wo du die MD-11 heute noch siehst

Die ehrliche Antwort: selten, aber nicht unmöglich. Vor dem Grounding waren MD-11 von UPS und FedEx regelmäßige Gäste an europäischen Frachtdrehkreuzen. Mit dem Rückzug von UPS ist ein großer Teil dieser Verkehre weggefallen. FedEx setzte die ersten zurückgekehrten Maschinen zunächst auf Inlandsstrecken in den USA ein; ob und wie oft sie wieder nach Europa kommen, hängt von der Flottenplanung ab.

Ort Trefferchance Warum
Frachtflughäfen in den USA, etwa Memphis mittel bis hoch Heimat der FedEx-Flotte
Flughafen Frankfurt niedrig Großes Frachtdrehkreuz, gelegentliche Charter- und Militärfrachtflüge
Flughafen Köln/Bonn niedrig Wichtiger Frachtflughafen mit viel Nachtverkehr
Flughafen Leipzig/Halle niedrig Frachtdrehkreuz, wo auch Charterfrachter auftauchen
Übrige Flughäfen in DACH sehr niedrig Höchstens Ausweichlandungen oder Sonderflüge

Wenn eine MD-11 nach Deutschland kommt, dann am ehesten an ein Frachtdrehkreuz. In Frankfurt hast du von der Aussichtsplattform Zeppelinheim einen guten Blick auf Landungen, in Köln/Bonn bietet sich die Besucherterrasse an, in Leipzig die Besucherterrasse am Flughafen Leipzig/Halle. Viele Frachtbewegungen finden nachts statt; welche Regeln dabei an deutschen Flughäfen gelten, erklärt der Beitrag Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen.

Keine MD-11 mehr verpassen

Setz die MD-11 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine des Typs an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting-Tipps: so planst du die Jagd nach dem Trijet

Weil die MD-11 im deutschsprachigen Raum keine festen Umläufe hat, ist sie eher ein Glücksfund. Mit etwas Vorbereitung steigen deine Chancen trotzdem.

Bereit für die MD-11-Suche?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe in einem Tracking-Dienst nach dem Typcode MD11 gefiltert.
  • Ich weiß, welche Betreiber die MD-11 aktuell noch fliegen.
  • Ich habe die Betriebsrichtung am Zielflughafen geprüft.
  • Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
  • Ich bin auf Dämmerung und Nachtlicht vorbereitet – Frachter kommen oft zu Randzeiten.

Wie du Flüge live verfolgst und seltene Typen rechtzeitig entdeckst, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Welche Landerichtung gerade aktiv ist, verrät dir Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Weitere Ideen für die Jagd nach Raritäten findest du in Seltene Flugzeuge spotten, und ob dein Standort rechtlich unproblematisch ist, klärt Ist Planespotting erlaubt?.

Fototipps speziell für die MD-11

Die MD-11 lebt von ihrem Heck und ihren Proportionen. Ein paar Punkte helfen, das Besondere ins Bild zu holen.

Seitenansicht im Anflug

Von der Seite siehst du das Triebwerk im Leitwerk, den langen Rumpf und das kleine Höhenleitwerk zugleich. Eine Position seitlich der Anfluglinie zeigt die Silhouette am besten.

Winglets im Gegenlicht vermeiden

Die Winglets sind das wichtigste Bestimmungsmerkmal. Mit der Sonne im Rücken zeichnen sie sich klar ab und belegen auf dem Foto, dass es keine DC-10 ist.

Nachts mit Langzeitbelichtung

Kommt die MD-11 erst nach Sonnenuntergang, lohnen sich Lichtspuren beim Rollen oder Abheben. Ein Stativ und eine ruhige Hand machen den Unterschied.

Wann das Licht an deinem Standort passt, kannst du vorab berechnen; wie das geht, steht im Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Für Frachter zu Randzeiten hilft der Beitrag Flugzeuge nachts fotografieren, und welche Brennweite du brauchst, erklärt Objektiv und Brennweite fürs Planespotting.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die MD-11, wenn …

  • ein Triebwerk im Seitenleitwerk und je eines unter den Flügeln sitzt
  • an den Flügelspitzen Winglets nach oben und unten ragen
  • das Höhenleitwerk im Verhältnis zum Rumpf klein wirkt
  • im Tracking-Dienst MD11 steht und die Maschine für FedEx oder Western Global fliegt

Sieh genauer hin, wenn …

  • du die Flügelspitzen nicht sicher erkennst – dann könnte es auch eine DC-10 sein
  • noch Fenster am Rumpf zu sehen sind – dann ist es ein umgebauter Passagierjet, aber trotzdem eine MD-11
  • das Kennzeichen nicht passt – dann klärt eine Datenbankabfrage den Typ

Es ist keine MD-11, wenn …

  • keine Winglets zu sehen sind und das Höhenleitwerk groß ist – dann ist es eine DC-10
  • alle drei Triebwerke am Heck sitzen – dann bist du bei der 727
  • vier Triebwerke unter den Flügeln hängen – dann ist es etwa eine 747-8 oder 747-400
  • nur zwei Triebwerke unter den Flügeln hängen – dann ist es ein Zweistrahler wie die 777F

Wer sich grundsätzlich mit den großen Herstellern beschäftigt, findet in Airbus und Boeing unterscheiden die passenden Grundlagen. Ausgemusterte MD-11 stehen übrigens häufig auf Abstellflächen in Wüstengebieten; mehr dazu liest du in Flugzeugfriedhöfe und Boneyards.

Fazit

Die MD-11 ist der letzte große Trijet: drei Triebwerke, Winglets, ein kleines Höhenleitwerk und ein langer Großraumrumpf. Als Passagierflugzeug blieb sie hinter den Erwartungen zurück und wurde schnell von Zweistrahlern verdrängt, als Frachter fand sie dagegen ein langes zweites Leben – im deutschsprachigen Raum vor allem bei Lufthansa Cargo, davor bei Swissair und LTU. Nach dem Grounding 2025 und dem Ausstieg von UPS ist die Flotte klein geworden. Für Spotter ist sie damit ein Typ für die Wunschliste: in den USA noch regelmäßig, in Europa ein echter Glücksfund.

Kurzfazit

Triebwerk im Leitwerk plus Winglets: Das ist die MD-11. Wer sie sehen will, behält in Tracking-Diensten den Code MD11 im Blick und achtet auf die Frachtdrehkreuze Frankfurt, Köln/Bonn und Leipzig – jede MD-11 in Mitteleuropa ist heute ein besonderer Moment.

Zusammenfassung

  • McDonnell Douglas startete das MD-11-Programm Ende 1986, der Erstflug folgte am 10. Januar 1990, Finnair übernahm im Dezember 1990 die erste Maschine.
  • Bis zum Fertigungsende im Oktober 2000 entstanden nur 200 Flugzeuge, davon 53 als werksneue Frachter MD-11F; viele Passagiermaschinen wurden später zu Frachtern umgebaut.
  • Im deutschsprachigen Raum flogen unter anderem Swissair, LTU und Lufthansa Cargo die MD-11; Lufthansa Cargo musterte ihre letzte MD-11F im Oktober 2021 aus.
  • Nach dem Unfall von UPS-Flug 2976 im November 2025 wurde die MD-11 weltweit gegroundet. Die FAA hob das Verbot im Mai 2026 auf, seitdem kehren Maschinen bei FedEx und Western Global schrittweise zurück.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die MD-11?

Die MD-11 läuft unter MD11 – unabhängig davon, ob es sich um eine Passagiermaschine, einen Kombi oder einen Frachter handelt. Die DC-10 hat eigene Codes (DC10). Wenn du in einem Tracking-Dienst nach MD11 filterst, siehst du die gerade fliegenden Maschinen auf einen Blick.

Wie unterscheide ich die MD-11 von der DC-10?

Am schnellsten über die Winglets: Die MD-11 hat sie, die DC-10 nicht. Dazu ist die MD-11 mit rund 61 m deutlich länger, und ihr Höhenleitwerk wirkt im Verhältnis zum Rumpf klein. Die Triebwerksanordnung mit zwei Triebwerken unter den Flügeln und einem im Seitenleitwerk ist bei beiden gleich.

Fliegt die MD-11 noch?

Ja, aber nur als Frachter. Nach dem Absturz eines UPS-Frachters im November 2025 erließ die US-Luftfahrtbehörde FAA ein Flugverbot. Im Mai 2026 wurde es nach einer Inspektion und Änderung an den Triebwerksaufhängungen aufgehoben. Seitdem bringen FedEx und Western Global ihre Maschinen schrittweise zurück. UPS hat ihre MD-11-Flotte dagegen im Januar 2026 endgültig ausgemustert. Stand Oktober 2026 ist die Zahl aktiver Maschinen deutlich kleiner als vor dem Grounding.

Gibt es noch Passagierflüge mit der MD-11?

Nein. Der letzte Betreiber im Linien-Passagierverkehr war KLM, die ihren letzten planmäßigen MD-11-Flug im Oktober 2014 von Montréal nach Amsterdam durchführte. Im November 2014 folgten noch einige Abschiedsflüge. Seitdem fliegen MD-11 ausschließlich mit Fracht.

Wie viele MD-11 wurden gebaut?

Genau 200. Davon waren 131 Passagiermaschinen, 53 werksneue Frachter MD-11F, sechs umrüstbare MD-11CF, fünf Kombi-Versionen MD-11C und fünf MD-11ER mit größerer Reichweite. McDonnell Douglas hatte ursprünglich mit deutlich mehr Verkäufen gerechnet.

Warum hat die MD-11 so ein kleines Höhenleitwerk?

Um Widerstand und damit Treibstoff zu sparen. Das Höhenleitwerk ist rund 30 Prozent kleiner als bei der DC-10 und enthält einen Treibstofftank, mit dem sich der Schwerpunkt verschieben lässt. Der Nachteil: Die MD-11 gilt als anspruchsvoll bei Start und Landung, weil sie empfindlicher auf Steuereingaben reagiert.

Welche Airlines aus dem deutschsprachigen Raum flogen die MD-11?

Unter anderem Swissair, LTU und Lufthansa Cargo. Lufthansa Cargo setzte die MD-11F ab 1998 ein und flog die letzte Maschine im Oktober 2021 nach Frankfurt. Mehrere frühere Lufthansa-Frachter fliegen heute bei Western Global weiter.

McDonnell Douglas MD-11 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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TT

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