Flugzeugfotos archivieren: Ordnerstruktur und Dateinamen nach Kennzeichen, Typ und Datum

Nach ein paar Spotting-Saisons ist das Problem selten der Speicherplatz, sondern das Wiederfinden. Mit einer Ordnerstruktur nach Datum und Dateinamen aus Datum, Kennzeichen und Typ findest du jedes Bild in Sekunden.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ordner nach Datum, nicht nach Airline: Ein Aufnahmetag ändert sich nie. Airlines fusionieren, Flugzeuge wechseln Kennzeichen und Lackierung – wer danach sortiert, sortiert irgendwann um.
  • Das Datum steht vorn, im Format JJJJ-MM-TT: So ist jede alphabetische Sortierung automatisch chronologisch, auf jedem Betriebssystem und in jedem Programm.
  • Das Kennzeichen ist der wichtigste Schlüssel: Es identifiziert das einzelne Flugzeug und verbindet Foto, Logbuch und Sichtung miteinander.
  • Feste Trennzeichen, keine Sonderzeichen: Unterstrich zwischen den Feldern, Bindestrich nur innerhalb eines Feldes, keine Leerzeichen, Umlaute oder Zeichen wie Doppelpunkt und Schrägstrich.
  • Der Dateiname ist nicht alles: Airline, Spot und Stichwörter gehören in die Metadaten der Datei – und ohne Backup ist auch das schönste Archiv nur eine Sammlung von Verlustkandidaten.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Flugzeugfotos archivieren: die kurze Antwort
  2. 2.Warum nach Datum und nicht nach Airline?
  3. 3.Die Ordnerstruktur: Jahr, Tag, Flughafen
  4. 4.Das Dateinamen-Schema: Datum, Kennzeichen, Typ
  5. 5.Erlaubte und verbotene Zeichen
  6. 6.Metadaten: was nicht in den Dateinamen passt
  7. 7.Der Ablauf nach jedem Spotting-Tag
  8. 8.Umbenennen im Stapel: so sparst du Zeit
  9. 9.Welches Schema passt zu dir?
  10. 10.Ein bestehendes Chaos nachträglich ordnen
  11. 11.Backup: ohne Kopie kein Archiv
  12. 12.Häufige Fehler beim Archivieren
  13. 13.Fazit

Drei Jahre Spotting, ein paar Dutzend Ausflüge an den Zaun, und irgendwo auf der Festplatte liegen zwanzigtausend Dateien mit Namen wie DSC_4711.NEF. Dann fragt jemand im Chat, ob du die Maschine mit der Sonderlackierung nicht vor zwei Sommern erwischt hast – und du klickst dich eine halbe Stunde durch Ordner namens „Neuer Ordner (3)“. Wer seine Flugzeugfotos archivieren will, braucht dafür keine teure Software, sondern eine durchdachte Ordnerstruktur und ein festes Schema für Dateinamen. Dieser Guide zeigt dir, wie du beides aufbaust, warum Kennzeichen, Typ und Datum die richtigen Schlüssel sind und wie du ein bestehendes Chaos nachträglich ordnest.

Sichtung und Foto gehören zusammen

In Planetrack postest du deine Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Flugzeugtyp, Airline, Flughafen und Spot – dieselben Schlüssel, nach denen du auch dein Archiv ordnest. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugfotos archivieren: die kurze Antwort

Leg deine Bilder in Ordnern nach Jahr und Spotting-Tag ab und gib jeder Datei einen Namen aus Datum, Flughafen, Kennzeichen, Typcode und Laufnummer. Alles Weitere – Airline, Spot, Livery, Flugnummer, Stichwörter – schreibst du in die Metadaten der Datei. Dazu kommt ein Backup, das du regelmäßig prüfst. Mehr braucht ein belastbares Archiv nicht.

Der Grund für diese Aufteilung: Jede Ebene löst eine andere Aufgabe. Die Ordnerstruktur sorgt für eine grobe, nie veraltende Ablage. Der Dateiname identifiziert das einzelne Bild, auch außerhalb jeder Software – im Dateimanager, im Upload-Dialog, in einer Mail. Die Metadaten machen das Archiv durchsuchbar, ohne dass der Dateiname zum Bandwurm wird.

3Ebenen eines Archivs: Ordner, Dateiname, Metadaten
JJJJ-MM-TTDatumsformat, das sich automatisch chronologisch sortiert
260Zeichen Pfadlänge, die ältere Windows-Programme maximal verarbeiten

Warum nach Datum und nicht nach Airline?

Die naheliegende Idee ist, Ordner nach Airlines oder Flugzeugtypen anzulegen: ein Ordner für Lufthansa, einer für Condor, einer für den Airbus A320neo. Das funktioniert ein paar Monate. Dann beginnen die Probleme:

  • Flugzeuge wechseln den Betreiber. Ein Jet, den du heute bei einer Airline fotografierst, fliegt ein paar Jahre später unter anderem Namen, bei einer Tochtergesellschaft oder nach einem Leasingwechsel in einem anderen Land – mitunter mit neuem Kennzeichen.
  • Airlines verändern sich. Marken werden umbenannt, Gesellschaften fusionieren oder stellen den Betrieb ein. Dein Ordnerbaum müsste jede dieser Änderungen nachvollziehen.
  • Ein Bild passt in mehrere Schubladen. Eine Special Livery im Anflug auf Hamburg mit einem zweiten Flugzeug im Hintergrund: Gehört das in den Airline-, den Typ- oder den Livery-Ordner?

Das Aufnahmedatum hat keines dieser Probleme. Es ist eindeutig, steht ohnehin in den EXIF-Daten jeder Kamera und ändert sich nie. Wenn du alle thematischen Zugriffe – alle Bilder eines Kennzeichens, eines Typs, einer Airline – über Dateinamen und Stichwörter löst, musst du nie wieder umsortieren.

Die Ordnerstruktur: Jahr, Tag, Flughafen

Eine bewährte Struktur hat nur zwei Ebenen:

Flugzeugfotos/
  2026/
    2026-10-03_EDDM/
    2026-10-15_EDDH/
    2026-10-15_EDDH_abends/
  2025/
    2025-07-12_EDDF/

Die erste Ebene ist das Jahr, die zweite der Spotting-Tag mit Flughafen-Code. Das Datum im Ordnernamen wiederholt zwar die Jahresangabe, macht den Ordner aber auch dann eindeutig, wenn du ihn einmal herauskopierst. Den Flughafen kennzeichnest du am besten mit dem vierstelligen ICAO-Code (etwa EDDH für den Flughafen Hamburg, EDDM für den Flughafen München oder EDDF für den Flughafen Frankfurt) oder mit dem dreistelligen IATA-Code (HAM, MUC, FRA). Welchen du nimmst, ist Geschmackssache – entscheidend ist, dass du dabei bleibst. Der ICAO-Code hat den Vorteil, dass ihn auch viele kleinere Plätze ohne IATA-Code besitzen.

Warst du an einem Tag an mehreren Flughäfen, bekommt jeder Flughafen seinen eigenen Tagesordner. Für Bilder ohne Flughafenbezug, etwa Fotos aus dem Flugzeugfenster oder von einer Airshow, legst du ein festes Kürzel fest, zum Beispiel „FLUG“ oder den Namen der Veranstaltung ohne Leerzeichen.

Den Spot nicht in den Ordnernamen packen

Ob du am Affenfelsen oder auf der Besucherterrasse standest, ist eine wertvolle Information – aber an einem Tag wechselst du oft den Standort. Den Spot schreibst du deshalb in die Metadaten jedes einzelnen Bildes, nicht in den Ordnernamen.

Getrennte Ordner für RAW, Bearbeitung und Export?

Wenn du in RAW fotografierst, bleiben die Originale im Tagesordner. Bearbeitete Exporte für Social Media, Fotoplattformen oder Druck sind dagegen jederzeit neu erzeugbar und gehören in einen eigenen Bereich, etwa einen Unterordner „export“ im Tagesordner oder einen separaten Export-Baum. So vermischen sich Original und Kopie nie, und dein Backup sichert das Wichtige zuerst. Wie du Bilder für verschiedene Ziele exportierst, beschreibt der Guide zu Export-Einstellungen für Instagram, Foren und Websites.

Das Dateinamen-Schema: Datum, Kennzeichen, Typ

Der Dateiname ist das Herzstück. Ein bewährtes Schema für Flugzeugfotos sieht so aus:

2026-10-15_EDDH_D-ABCD_A20N_001.jpg
Feld Beispiel Warum es drin ist
Datum 2026-10-15 sorgt für chronologische Sortierung in jedem Programm
Flughafen EDDH ordnet das Bild ohne Ordnerkontext ein
Kennzeichen D-ABCD identifiziert das einzelne Flugzeug eindeutig
Typcode A20N erlaubt die Suche nach Flugzeugtypen
Laufnummer oder Uhrzeit 001 oder 1432 verhindert doppelte Namen bei Serienbildern

Das Kennzeichen im Beispiel ist ein Platzhalter. Ein paar Regeln zu den einzelnen Feldern:

Datum im ISO-Format

Schreib das Datum immer als Jahr-Monat-Tag mit vierstelligem Jahr und zweistelligem Monat und Tag. Nur dann entspricht die alphabetische Reihenfolge der zeitlichen. Bei „15.10.2026“ sortiert jedes Programm nach dem Tag, und Bilder aus völlig verschiedenen Jahren landen nebeneinander.

Kennzeichen originalgetreu

Das Kennzeichen ist der wichtigste Schlüssel deines Archivs, denn es identifiziert nicht nur einen Typ, sondern genau ein Flugzeug. Übernimm es so, wie es am Rumpf steht: in Großbuchstaben, mit dem Bindestrich nach dem Länderpräfix, wo es einen gibt. Wie sich Kennzeichen zusammensetzen und was Präfixe wie D-, OE- oder HB- bedeuten, erklärt der Artikel Flugzeugkennzeichen verstehen. Weil du die Felder mit Unterstrichen trennst, stört der Bindestrich im Kennzeichen nicht – ein Programm oder Skript kann den Dateinamen trotzdem sauber zerlegen.

Ist das Kennzeichen auf einem Bild nicht lesbar, setz einen festen Platzhalter wie UNBEKANNT ein. So findest du alle offenen Fälle später mit einer einzigen Suche. Wie du ein Kennzeichen über Flugnummer, Uhrzeit und Flugverfolgung trotzdem ermittelst, zeigt der Guide Unlesbares Kennzeichen ermitteln.

Typcode statt Typname

Für den Flugzeugtyp eignen sich die kurzen ICAO-Typcodes, wie sie auch in Flugplänen und Tracking-Diensten auftauchen: A20N für den A320neo, B738 für die Boeing 737-800, A359 für den A350-900. Sie sind kurz, enthalten keine Leer- oder Sonderzeichen und sind international einheitlich. Wer lieber lesbare Namen möchte, kann eigene Kürzel verwenden – aber nur, wenn sie immer gleich geschrieben werden. „A320neo“, „A320N“ und „A20N“ im selben Archiv machen jede Suche zur Lotterie.

Laufnummer oder Uhrzeit

Bei Serienbildern fotografierst du dasselbe Flugzeug oft zehnmal in wenigen Sekunden. Eine dreistellige Laufnummer pro Kennzeichen und Tag (001, 002, 003) oder die Uhrzeit aus den Aufnahmedaten verhindert doppelte Namen. Die Uhrzeit hat den Vorteil, dass du Bilder später leichter mit Flugdaten abgleichen kannst; reicht die Minute nicht aus, hängst du zusätzlich eine Zählnummer an.

Ein Kennzeichen, alle Sichtungen

Planetrack sammelt deine Sichtungen im Hangar, und auf der Wunschliste notierst du, welche Kennzeichen, Typen oder Liveries dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Erlaubte und verbotene Zeichen

Ein Dateiname, der auf deinem Rechner funktioniert, macht auf einem anderen System, auf einer Speicherkarte oder beim Upload nicht zwingend mit. Laut Microsoft sind unter Windows in Datei- und Ordnernamen unter anderem diese Zeichen reserviert: < > : " / \ | ? *. Außerdem sollte ein Name nicht mit einem Leerzeichen oder Punkt enden, und Namen wie CON, PRN oder NUL sind für Geräte reserviert. Groß- und Kleinschreibung unterscheidet Windows standardmäßig nicht – „D-ABCD“ und „d-abcd“ gelten dort als derselbe Name, auf anderen Systemen dagegen nicht.

Daraus ergeben sich einfache Regeln:

  • Nur Buchstaben, Ziffern, Bindestrich und Unterstrich verwenden.
  • Keine Leerzeichen. Sie sind zwar erlaubt, werden in Links und Skripten aber oft falsch behandelt.
  • Keine Umlaute und kein ß. „Muenchen“ statt „München“ – oder gleich den Flughafen-Code.
  • Immer gleiche Schreibweise. Kennzeichen und Typcodes konsequent in Großbuchstaben.
  • Kurz halten. Ältere Windows-Programme verarbeiten nur Pfade bis 260 Zeichen. Mit tief verschachtelten Ordnern und langen Dateinamen stößt du schneller an diese Grenze, als du denkst – etwa beim Kopieren auf ein Backup-Laufwerk.

Metadaten: was nicht in den Dateinamen passt

Airline, Spot, Livery, Flugnummer, Start oder Landung, Pistenrichtung – all das wäre interessant, würde den Dateinamen aber unlesbar lang machen. Diese Informationen gehören in die Metadaten der Datei. Die Kamera schreibt bereits technische EXIF-Daten wie Aufnahmezeit, Brennweite und Belichtung. Ergänzen kannst du beschreibende Felder nach den Standards IPTC und XMP: Titel, Beschreibung, Stichwörter, Ort, Urheber.

Der große Vorteil: Diese Felder sind nicht an ein Programm gebunden. Bildverwaltungen wie Lightroom, Capture One oder DxO können sie lesen und schreiben, bei RAW-Dateien meist in eine sogenannte Sidecar-Datei mit der Endung .xmp neben dem Original. Wechselst du irgendwann die Software, bleiben die Angaben erhalten. Welche Felder für Spotter sinnvoll sind, erklärt der Artikel Metadaten für Flugzeugfotos, und wie du Kennzeichen sauber als Stichwort taggst, steht in Fotos richtig beschriften.

Für Stichwörter gilt dieselbe Regel wie für Dateinamen: Einheitlichkeit schlägt Menge. Lege einmal fest, wie du Airlines, Typen und Spots schreibst, und halte dich daran. Fünf bis zehn gut gewählte Begriffe pro Bild reichen völlig.

Der Ablauf nach jedem Spotting-Tag

Mit einem festen Ablauf wird die Archivierung zur Routine, die nach jeder Tour nur wenige Minuten kostet.

1. Importieren in den Tagesordner

Kopiere die Karte vollständig in einen neuen Ordner nach dem Muster JJJJ-MM-TT_FLUGHAFEN. Formatiere die Karte erst, wenn das Backup steht.

2. Aussortieren

Wirf unscharfe, verdeckte und doppelte Bilder raus, bevor du Zeit in Benennung und Stichwörter steckst. Tipps dazu im Guide Fotos schnell aussortieren.

3. Kennzeichen zuordnen

Lies die Kennzeichen von den Bildern ab oder gleiche Uhrzeit und Flugdaten ab. Bilder ohne lesbares Kennzeichen bekommen den Platzhalter.

4. Umbenennen

Benenne die Bilder nach deinem Schema um – per Bildverwaltung, Batch-Umbenennung oder Skript, bei wenigen Bildern auch von Hand.

5. Metadaten ergänzen

Trag Airline, Spot, Livery und Stichwörter ein. Vieles lässt sich für alle Bilder eines Tages oder eines Flugzeugs auf einmal setzen.

6. Sichern und Logbuch pflegen

Starte das Backup und übertrage die Sichtungen in dein Logbuch – mit denselben Kennzeichen und demselben Datum wie im Dateinamen.

Für Schritt 6 lohnt sich ein Blick in den Artikel Sichtungen dokumentieren mit dem Logbuch. Wenn Dateiname und Logbucheintrag dieselbe Schreibweise für Kennzeichen und Datum nutzen, findest du zu jeder Sichtung das Foto und zu jedem Foto die Sichtung.

Umbenennen im Stapel: so sparst du Zeit

Hunderte Bilder von Hand umzubenennen, macht niemand lange mit. Die meisten Bildverwaltungen bieten eine Stapel-Umbenennung mit Vorlagen, in die du Aufnahmedatum, Zählnummer und eigenen Text einsetzen kannst. Im Lightroom-Workflow für Flugzeugfotos lässt sich das direkt beim Import oder nachträglich erledigen.

Wer es lieber programmunabhängig mag, nutzt das kostenlose Kommandozeilen-Werkzeug ExifTool. Es kann Dateien anhand des Aufnahmezeitpunkts aus den EXIF-Daten umbenennen und auch in Ordner nach Datum verschieben. Laut Dokumentation überschreibt es dabei keine bestehenden Dateien und kann bei Namensgleichheit eine Kopiennummer anhängen. Ein Probelauf mit der Testfunktion vor dem echten Umbenennen ist trotzdem Pflicht. Das Kennzeichen kennt ExifTool natürlich nicht – das ergänzt du anschließend, zum Beispiel über die Stapel-Umbenennung deiner Bildverwaltung für alle Bilder eines Flugzeugs.

Kamerauhr prüfen

Alles, was auf dem Aufnahmedatum aufbaut, ist nur so gut wie die Uhr in deiner Kamera. Stell sie nach jeder Zeitumstellung und nach Reisen in andere Zeitzonen neu. Sonst stimmen Uhrzeiten im Dateinamen nicht mit Ankunftszeiten und Tracking-Daten überein.

Welches Schema passt zu dir?

Nicht jeder Spotter braucht dieselbe Tiefe. Wer vor allem Kennzeichen sammelt, braucht andere Felder als jemand, der Fotos für Plattformen aufbereitet.

Volles Schema mit Kennzeichen und Typ, wenn …

  • du Registrierungen sammelst und wissen willst, welches Flugzeug du schon hast
  • du regelmäßig Fotos auf Plattformen hochlädst
  • du dein Archiv mit einem Logbuch verknüpfen willst

Schlankes Schema mit Datum und Flughafen, wenn …

  • du vor allem Stimmungsbilder und Airport-Szenen fotografierst
  • du die Details lieber komplett in die Metadaten schreibst
  • du nur gelegentlich spotten gehst

Kamera-Dateinamen lassen, wenn …

  • du nur ein paar Handyfotos pro Jahr machst
  • dir ein Ordner pro Ausflug völlig reicht
  • du nie gezielt nach einzelnen Flugzeugen suchst

Wer Registrierungen sammelt, profitiert vom vollen Schema am meisten: Eine Dateisuche nach dem Kennzeichen zeigt sofort, wann und wo du ein Flugzeug schon vor der Linse hattest.

Ein bestehendes Chaos nachträglich ordnen

Du musst nicht alles auf einmal aufräumen. Bewährt hat sich ein Vorgehen in drei Stufen:

  1. Ab heute sauber. Wende das neue Schema konsequent auf jeden neuen Spotting-Tag an. Damit wächst das Chaos nicht weiter.
  2. Altbestand nach Datum sortieren. Lass ein Werkzeug wie ExifTool oder die Importfunktion deiner Bildverwaltung die alten Bilder in Jahres- und Tagesordner verschieben. Das geht automatisch, weil das Aufnahmedatum in den Dateien steckt.
  3. Kennzeichen nach und nach ergänzen. Nimm dir die Highlights zuerst vor – seltene Typen, Special Liveries, Lieblingsbilder. Den Rest benennst du um, wenn du ihn ohnehin wieder anfasst.

Vor jeder größeren Umbenennung gilt: erst sichern, dann umbenennen. Ein Fehler in einer Stapelaktion betrifft sonst auf einen Schlag tausende Dateien.

Backup: ohne Kopie kein Archiv

Die schönste Ordnerstruktur nützt nichts, wenn die Festplatte stirbt. Die bekannte 3-2-1-Regel lautet: drei Kopien deiner Daten, auf zwei verschiedenen Speichermedien, davon eine an einem anderen Ort. In der Praxis heißt das zum Beispiel: Arbeitslaufwerk, externe Festplatte zu Hause und eine Kopie in der Cloud oder bei Freunden. Und mindestens ab und zu solltest du eine Wiederherstellung testen, indem du ein paar Dateien aus dem Backup öffnest. Details findest du in der Backup-Strategie für Spotting-Fotos.

Die klare Ordnerstruktur hilft dabei übrigens doppelt: Weil alte Jahresordner sich nicht mehr verändern, kannst du sie einmal vollständig sichern und musst danach nur noch das laufende Jahr im Blick behalten.

Häufige Fehler beim Archivieren

  • Das Schema mittendrin ändern. Ein mittelmäßiges Schema, das du durchziehst, ist besser als ein perfektes, das du alle sechs Monate umbaust.
  • Datum im deutschen Format. „15.10.2026“ sortiert falsch, und die zusätzlichen Punkte im Namen können manche Programme und Upload-Formulare irritieren, weil der Punkt normalerweise die Dateiendung abtrennt.
  • Zu viel in den Dateinamen. Airline, Spot, Livery und Flugnummer zusätzlich zu Datum, Kennzeichen und Typ ergeben Namen, die niemand mehr lesen kann. Dafür sind Metadaten da.
  • Stichwörter nur im Katalog. Werden Stichwörter nicht in die Dateien oder Sidecar-Dateien geschrieben, sind sie beim Programmwechsel weg.
  • Originale überschreiben. Bearbeitete Fassungen immer als neue Datei exportieren, nie das Original ersetzen.

Wie belastbar ist dein Fotoarchiv?

Hak ab, was auf dein Archiv zutrifft – am Ende siehst du, wo du stehst.

  • Meine Ordner sind nach Jahr und Spotting-Tag sortiert.
  • Das Datum steht im Format JJJJ-MM-TT am Anfang von Ordner- und Dateinamen.
  • Jede Datei enthält das Kennzeichen oder einen festen Platzhalter.
  • Ich verwende einheitliche Typcodes und Flughafen-Codes.
  • Airline, Spot und Stichwörter stehen in den Metadaten der Dateien.
  • Ich habe mindestens zwei Backups, eines davon außer Haus.
  • Ich habe mein Backup schon einmal testweise wiederhergestellt.

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Fazit

Ein Archiv für Flugzeugfotos braucht keine komplizierte Software, sondern drei klare Entscheidungen: Ordner nach Jahr und Tag, Dateinamen aus Datum, Flughafen, Kennzeichen und Typcode, und alles Weitere in die Metadaten. Das Kennzeichen ist dabei der Schlüssel, der Foto, Logbuch und Sichtung verbindet. Wer das Schema ab heute konsequent anwendet, den Altbestand Schritt für Schritt nachzieht und ein geprüftes Backup hat, findet auch nach zehn Saisons jedes Bild wieder – vom ersten Spotting-Tag am Affenfelsen in Hamburg bis zur letzten Session am Besucherhügel München.

Kurzfazit

Sortiere Ordner nach Datum, benenne Dateien nach dem Muster JJJJ-MM-TT_FLUGHAFEN_KENNZEICHEN_TYP_NUMMER und schreib alles Weitere in die Metadaten. Bleib bei einem Schema, verzichte auf Sonderzeichen und sichere dein Archiv nach der 3-2-1-Regel.

Zusammenfassung

  • Ein Flugzeugfoto-Archiv besteht aus drei Ebenen: Ordnerstruktur für die grobe Ablage, Dateiname für die Identifikation, Metadaten für die Suche.
  • Bewährt hat sich ein Ordnerbaum aus Jahr und Spotting-Tag mit Flughafen-Code, etwa 2026/2026-10-15_EDDH.
  • Ein guter Dateiname enthält Datum, Uhrzeit oder Laufnummer, Kennzeichen und Typcode – zum Beispiel 2026-10-15_EDDH_D-ABCD_A20N_001.jpg.
  • Umbenennen per Hand ist nur für wenige Bilder sinnvoll. Für ganze Tage helfen Bildverwaltungen oder Werkzeuge wie ExifTool, die Datum und Uhrzeit aus den Aufnahmedaten übernehmen.

Häufige Fragen

Wie benenne ich Flugzeugfotos am besten?

Bewährt hat sich ein Schema aus Datum, Flughafen, Kennzeichen, Typcode und Laufnummer, etwa 2026-10-15_EDDH_D-ABCD_A20N_001.jpg. Das Datum steht vorn, damit die Sortierung chronologisch ist. Die Felder trennst du mit Unterstrichen, Leerzeichen und Umlaute lässt du weg. Wichtig ist weniger das exakte Schema als die Konsequenz, mit der du es durchziehst.

Sortiere ich besser nach Airline, Flugzeugtyp oder Datum?

Nach Datum. Ein Aufnahmetag ist eindeutig und ändert sich nie, während Airlines umbenannt werden, fusionieren oder verschwinden und einzelne Flugzeuge den Betreiber wechseln. Den Zugriff nach Airline, Typ oder Kennzeichen löst du über Dateinamen und Stichwörter – dafür sind sie da.

Warum gehört das Datum im Format JJJJ-MM-TT an den Anfang?

Weil Dateien und Ordner alphabetisch sortiert werden. Steht das Jahr vorn, gefolgt von zweistelligem Monat und Tag, entspricht die alphabetische Reihenfolge exakt der zeitlichen. Bei Formaten wie 15.10.2026 landet dagegen der 1. Januar direkt neben dem 1. Dezember.

Wie schreibe ich das Kennzeichen in den Dateinamen?

So, wie es am Flugzeug steht, in Großbuchstaben und mit dem Bindestrich nach dem Länderpräfix, also etwa D-ABCD oder G-ABCD. Kennzeichen ohne Bindestrich, wie die US-amerikanischen N-Registrierungen, übernimmst du ebenfalls originalgetreu. Weil du die Felder mit Unterstrichen trennst, stört der Bindestrich im Kennzeichen nicht.

Welche Zeichen sind in Dateinamen tabu?

Unter Windows sind unter anderem Schrägstrich, Backslash, Doppelpunkt, Sternchen, Fragezeichen, Anführungszeichen, spitze Klammern und der senkrechte Strich in Datei- und Ordnernamen nicht erlaubt. Leerzeichen und Umlaute sind zwar zulässig, machen aber beim Wechsel zwischen Systemen, in Skripten und bei Uploads gern Ärger. Am sichersten fährst du mit Buchstaben, Ziffern, Bindestrich und Unterstrich.

Was mache ich mit Bildern, auf denen ich das Kennzeichen nicht lesen kann?

Benenne sie trotzdem einheitlich und setze einen festen Platzhalter wie UNBEKANNT an die Stelle des Kennzeichens. So findest du alle offenen Fälle später mit einer einzigen Suche. Oft lässt sich das Kennzeichen nachträglich über Flugnummer, Uhrzeit und Flugverfolgung ermitteln.

Brauche ich bei gutem Dateinamen noch Metadaten?

Ja. Der Dateiname sollte kurz bleiben und nur die wichtigsten Schlüssel enthalten. Airline, Spot, Livery, Flugnummer und Stichwörter gehören in die IPTC- und XMP-Felder der Datei. Diese Angaben sind unabhängig von einem bestimmten Programm lesbar und machen das Archiv durchsuchbar.

PT

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