Boeing 747-300

Die erste 747 mit verlängertem Oberdeck: Wie die Boeing 747-300 entstand, wer sie flog, wie du sie von 747-200 und 747-400 unterscheidest und wo der seltene Jumbo heute noch steht.

Auch bekannt als: 747-300M · 747-300 Combi · 747-300SR · 747SUD · 747EUD · 747-200 SUD · Stretched Upper Deck · Jumbo · Jumbo-Jet

USABoeingHistorische FlugzeugeICAO-Typcode: B74311 Min. Lesezeit

B743

ICAO-Typcode

81

gebaute Exemplare

≈ 7 m

längeres Oberdeck

1983

Indienststellung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 747-300 ist der erste Jumbo mit verlängertem Oberdeck ab Werk: Boeing zog den Buckel um rund sieben Meter nach hinten und schuf so mehr Sitzplätze ohne längeren Rumpf.
  • Swissair war Erstkundin: Mit ihrer Bestellung im Juni 1980 startete das Programm, ab März 1983 flog der Typ im Liniendienst.
  • Nur 81 Exemplare: Schon 1985 startete die 747-400, die das lange Oberdeck übernahm und die -300 schnell ablöste.
  • Winglets fehlen: Langer Buckel ohne Winglets bedeutet 747-300 oder umgebaute Classic-747 – mit Winglets ist es eine 747-400.
  • Heute fast verschwunden: Stand Oktober 2026 ist die 747-300 aus dem Linienverkehr praktisch verschwunden; nur noch einzelne Exemplare werden vereinzelt betrieben oder stehen abgestellt.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Boeing 747-300?
  2. 2.Vom Projekt SUD zur 747-300
  3. 3.Die Versionen der 747-300
  4. 4.Woran du die 747-300 erkennst
  5. 5.Die Betreiber: von Zürich bis Sydney
  6. 6.Zweites Leben: Charter, Fracht und letzte Einsätze
  7. 7.Wo du das lange Classic-Oberdeck heute siehst
  8. 8.Tipps für dein Classic-Jumbo-Archiv
  9. 9.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing (Endmontage in Everett, Washington)
FamilieBoeing 747, letzte Version der Classic-Generation (-100, -200, -300, SP)
Versionen747-300 (Passagiere), 747-300M (Combi), 747-300SR (Kurzstrecke für Japan); dazu ältere -100 und -200 mit nachgerüstetem langem Oberdeck (SUD)
ICAO-TypcodeB743
ProgrammstartJuni 1980, Erstkunde Swissair
Erstflug5. Oktober 1982
IndienststellungMärz 1983 (Auslieferung an UTA, erster Linieneinsatz bei Swissair)
Triebwerke4 × Pratt & Whitney JT9D, General Electric CF6 oder Rolls-Royce RB211-524
Länge70,6 m
Spannweite59,6 m
Oberdeckrund 7 m länger als bei -100 und -200, gerade Treppe statt Wendeltreppe
CockpitDrei Personen: zwei Piloten und ein Flugingenieur
Sitzplätzebis rund 400 in drei Klassen, als 747-300SR deutlich über 500
Reichweitemaximal rund 12.400 km
ReisegeschwindigkeitMach 0,85
Gebaute Exemplare81 (56 × 747-300, 21 × 747-300M, 4 × 747-300SR), gebaut 1982 bis 1990
Letzte AuslieferungSeptember 1990, eine 747-300M an Sabena

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Triebwerke und ein langer Buckel, der deutlich weiter nach hinten reicht als bei 747-100 und -200
  • Keine Winglets: einfache, abgerundete Flügelenden wie bei allen Classic-747
  • Lange Fensterreihe im Oberdeck – die Silhouette entspricht damit schon der späteren 747-400
  • Glatte Triebwerksgondeln ohne gezackte Hinterkanten
  • 747-300M (Combi): zusätzlich eine große Frachttür hinten links am Hauptdeck, die Fenster bleiben erhalten
  • Achtung, Doppelgänger: Umgebaute 747-100 und -200 mit langem Oberdeck (SUD) sehen fast gleich aus – Gewissheit bringt nur das Kennzeichen

Vier Triebwerke, ein Buckel – aber der zieht sich weit nach hinten, fast bis über die Flügelwurzel, und an den Flügelenden stehen keine Winglets. Dann hast du sehr wahrscheinlich eine Boeing 747-300 vor dir, auf einem alten Dia, im Archiv eines Spotterkollegen oder mit viel Glück sogar noch draußen. Die -300 war der erste Jumbo mit dem langen Oberdeck ab Werk und damit das Bindeglied zwischen den frühen Classic-747 und der erfolgreichen 747-400. Hier erfährst du, wie sie entstand, welche Airlines sie geprägt haben, wie du sie von ihren Geschwistern unterscheidest und was aus den 81 gebauten Maschinen geworden ist.

Seltene Jumbos sammeln

Mit Planetrack hältst du jede 747-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot fest – auch Museumsbesuche – und sammelst die Classic-Jumbos in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Boeing 747-300?

Die 747-300 ist die letzte Version der ersten Jumbo-Generation, die Spotter heute als Classic-747 zusammenfassen: 747-100, 747-200, 747SP und eben die -300. Ihr wichtigstes Merkmal ist das verlängerte Oberdeck: Statt des kurzen Buckels direkt hinter dem Cockpit reicht der Aufbau rund sieben Meter weiter nach hinten. Dort oben finden je nach Bestuhlung bis zu 69 Fluggäste Platz – deutlich mehr als im kleinen Oberdeck der Vorgänger, das anfangs oft nur als Lounge genutzt wurde.

Rumpflänge, Flügel und Fahrwerk übernahm Boeing dagegen weitgehend von der 747-200. Die Außenmaße blieben mit gut 70 Metern Länge und knapp 60 Metern Spannweite praktisch gleich. Innen tauschte Boeing die enge Wendeltreppe ins Oberdeck gegen eine gerade Treppe, die weniger Platz im Hauptdeck kostet. Die neue, strömungsgünstigere Form des Buckels erlaubte außerdem eine etwas höhere Reisegeschwindigkeit von Mach 0,85.

Im Cockpit blieb dagegen alles beim Alten: Die -300 wird von drei Personen geflogen, zwei Piloten und einem Flugingenieur, und hat klassische Rundinstrumente. Genau hier setzte wenige Jahre später die 747-400 an – mit Glascockpit, Zwei-Mann-Besatzung, längeren Flügeln und Winglets. Den Rumpf mit dem langen Oberdeck übernahm sie aber direkt von der -300.

≈ 7 mmehr Oberdeck als bei 747-100 und -200
81gebaute 747-300 aller Versionen
3Personen im Cockpit, inklusive Flugingenieur

Vom Projekt SUD zur 747-300

Ende der 1970er-Jahre suchte Boeing nach Wegen, mehr Passagiere in den Jumbo zu bekommen, ohne gleich ein neues Flugzeug zu entwickeln. Untersucht wurden unter anderem ein verlängerter Rumpf und ein Oberdeck über die volle Länge. Beides verwarf der Hersteller. Übrig blieb die einfachste Lösung: den vorhandenen Buckel nach hinten zu ziehen.

Das Projekt lief zunächst unter dem Namen 747SUD – für „Stretched Upper Deck“ –, zwischenzeitlich auch als 747-200 SUD und 747EUD („Extended Upper Deck“). Erst mit dem Programmstart bekam es die Bezeichnung 747-300. Den Anstoß gab Swissair: Im Juni 1980 bestellte die Schweizer Airline die ersten Maschinen, darunter auch Combis. 1981 folgte die französische UTA als zweite Kundin.

Am 5. Oktober 1982 hob die erste 747-300 in Everett zum Erstflug ab. Die erste Basisversion ging am 1. März 1983 an UTA, am 23. März 1983 setzte Swissair den Typ als erste Airline im Liniendienst ein. Damit war die -300 rechtzeitig für das Wachstum der Langstrecke in den 1980er-Jahren da – und doch nur eine Zwischenstation, denn bereits 1985 startete Boeing offiziell die 747-400.

Juni 1980

Swissair bestellt die ersten Maschinen, das Programm startet. 1981 folgt UTA als zweite Kundin.

5. Oktober 1982

Erstflug der 747-300 in Everett, danach Testprogramm und Zulassung.

März 1983

Erste Auslieferung an UTA, Swissair startet den Liniendienst mit dem langen Oberdeck.

September 1990

Die letzte 747-300, eine Combi für Sabena, verlässt Everett. Die 747-400 hat übernommen.

Die Versionen der 747-300

Mit 81 Exemplaren blieb die -300 eine kleine Serie. Boeing bot sie in drei Ausführungen an:

Version Einsatz Besonderheit Gebaut
747-300 Langstrecke, Passagiere langes Oberdeck, bis rund 400 Sitze in drei Klassen 56
747-300M Combi: Passagiere und Fracht auf dem Hauptdeck große Frachttür hinten links 21
747-300SR Kurzstrecke in Japan verstärkt für viele Starts, sehr dichte Bestuhlung 4

Die 747-300M war bei Airlines beliebt, die auf ihren Langstrecken viel Fracht mitnahmen. Der hintere Teil des Hauptdecks ließ sich dabei je nach Bedarf mit Paletten beladen, vorn saßen die Passagiere. Swissair, KLM und Sabena gehörten zu den Combi-Betreibern. Die vier 747-300SR gingen an Japan Airlines und flogen dort auf den dicht beflogenen Inlandsstrecken.

Bei den Triebwerken hatten die Airlines die Wahl zwischen drei Herstellern: Pratt & Whitney JT9D, General Electric CF6 und Rolls-Royce RB211-524. Mehr zu den Triebwerksbauern findest du auf den Seiten zu Pratt & Whitney und Rolls-Royce.

Langes Oberdeck zum Nachrüsten

Boeing bot das lange Oberdeck auch für ältere Jumbos an. Ab Werk erhielten zwei 747-100SR für Japan Airlines den Umbau, nachträglich wurden zwölf 747-200 umgerüstet – unter anderem bei KLM und UTA. Diese Maschinen tragen Bezeichnungen wie 747-200 SUD, sind aber optisch kaum von einer echten -300 zu unterscheiden.

Woran du die 747-300 erkennst

Als Jumbo erkennst du sie sofort. Die Kunst liegt darin, sie innerhalb der 747-Familie richtig einzuordnen. Drei Blicke reichen meist:

Buckel-Länge prüfen

Endet der Buckel kurz hinter dem Cockpit, ist es eine -100, -200 oder SP. Reicht er weit nach hinten, ist es eine -300, eine umgebaute Classic oder eine 747-400.

Flügelspitzen ansehen

Hochgezogene Winglets bedeuten 747-400, flach gepfeilte Spitzen die 747-8. Einfache, abgerundete Flügelenden bei langem Buckel sprechen für die -300.

Frachttür suchen

Eine große Tür hinten links am Hauptdeck bei erhaltenen Fenstern weist auf die Combi 747-300M hin.

Kennzeichen prüfen

Nur Kennzeichen und Seriennummer trennen die echte -300 von einer umgerüsteten -200 mit langem Oberdeck.

747-300 oder umgebaute 747-200?

Das ist die eigentliche Knobelaufgabe. Eine 747-200 mit nachgerüstetem Oberdeck trägt dieselbe Silhouette, dieselben Flügel und meist ähnliche Triebwerke. Sicherheit bringt nur die Produktionsliste: Über das Kennzeichen findest du den Kundencode, etwa 747-357 für Swissair oder 747-338 für Qantas – die „3“ an zweiter Stelle steht für die -300. Steht dort ein 747-2xx mit dem Zusatz SUD, ist es ein Umbau. Wie Kennzeichen aufgebaut sind und wie du sie in Datenbanken nachschlägst, erklärt der Beitrag Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

Es spricht für eine 747-300, wenn …

  • der Buckel weit nach hinten reicht
  • die Flügelenden ohne Winglets abgerundet auslaufen
  • die Produktionsliste einen Kundencode 747-3xx angibt
  • Datenbanken den Typcode B743 führen

Sieh genauer hin, wenn …

  • es um eine KLM-, UTA- oder JAL-Maschine aus den 1980er- oder 1990er-Jahren geht – das kann ein SUD-Umbau sein
  • der Jumbo als Frachter ohne Fenster unterwegs ist – dann vermutlich ein späterer Umbaufrachter

Es ist keine 747-300, wenn …

  • an den Flügelenden Winglets stehen – dann 747-400
  • der Buckel kurz ist – dann 747-100, -200 oder SP
  • die Triebwerke gezackte Hinterkanten haben – dann 747-8
  • zwei Fensterreihen über die volle Länge laufen – dann A380

Einen kompakten Überblick über alle Jumbo-Varianten gibt der Beitrag Boeing 747-100 bis 747-8 unterscheiden. Wer alte Fotos sortiert, findet zusätzliche Hilfe im Guide Oldtimer am Himmel erkennen.

Die Betreiber: von Zürich bis Sydney

Die 747-300 war ein Flugzeug für Airlines mit langen, stark nachgefragten Strecken. Einige von ihnen prägten das Bild des Typs besonders.

Swissair gab nicht nur den Startschuss, sondern setzte die -300 und die Combi -300M über viele Jahre ab Zürich auf der Langstrecke ein, bis sie um das Jahr 2000 ausschieden. Wer damals am Flughafen Zürich stand, sah den Jumbo mit Schweizerkreuz und langem Oberdeck regelmäßig.

UTA war zweite Kundin und erhielt im März 1983 die erste Basisversion überhaupt. Die französische Privatairline flog die 747-300 vor allem nach Afrika und in den Pazifik; ihre Maschinen wechselten nach der Übernahme durch Air France Anfang der 1990er-Jahre die Farben.

KLM setzte auf das lange Oberdeck gleich doppelt: mit neuen 747-300 – darunter Combis – und mit älteren 747-200, die auf SUD umgebaut wurden. Ab Amsterdam Schiphol flogen diese Jumbos bis Anfang der 2000er-Jahre, KLM gehört heute zur Gruppe Air France-KLM.

Qantas stellte ab November 1984 sechs 747-338 in Dienst. Eine von ihnen, VH-EBU, trug die berühmte Aborigine-Kunstlackierung „Nalanji Dreaming“ – mehr dazu im Beitrag über Kunst am Flugzeug. Die Maschinen flogen bis in die 2000er-Jahre.

Japan Airlines war mit 16 Maschinen einer der größten Betreiber und nutzte die -300 von 1983 bis 2009, darunter die vier Kurzstreckenjets -300SR.

Dazu kamen weitere Airlines, darunter Saudia, South African Airways, Cathay Pacific, Singapore Airlines, Korean Air, Air India und die belgische Sabena, die im September 1990 die letzte gebaute -300 übernahm. Die Cathay-Jumbos gehörten zum Bild des legendären Anflugs auf Hongkong – nachzulesen im Beitrag über Kai Tak.

Airline Typische Version Hinweis
Swissair 747-300, 747-300M Erstkundin, erster Liniendienst 1983
UTA 747-300 erste ausgelieferte Basisversion
KLM 747-300, 747-300M, 747-200 SUD neue -300 plus Umbauten
Qantas 747-300 sechs Maschinen ab 1984
Japan Airlines 747-300, 747-300SR 16 Maschinen von 1983 bis 2009
Sabena 747-300M letzte gebaute -300 (1990)

Lackierung ist kein Beweis

Viele 747-300 flogen nach ihrem Erstbetreiber noch bei anderen Airlines, oft im Leasing oder als Charter. Auf alten Fotos stimmt die Lackierung deshalb nicht immer mit dem ursprünglichen Kunden überein. Das Kennzeichen zum Aufnahmedatum ist die verlässlichere Spur.

Zweites Leben: Charter, Fracht und letzte Einsätze

Als die großen Netzwerk-Airlines in den 1990er- und 2000er-Jahren auf die 747-400 und später auf große Zweistrahler umstiegen, fanden viele -300 neue Aufgaben. Die isländische Air Atlanta Icelandic nutzte ehemalige Swissair-Maschinen im Wet Lease, etwa für Saudia oder für britische Ferienflieger wie Excel Airways. Einige Jumbos wurden zu Frachtern umgebaut und flogen bei Cargo-Airlines wie Southern Air oder kurzzeitig bei Polar Air Cargo.

Zur Geschichte des Typs gehören auch schwere Unfälle. Am 6. August 1997 verunglückte eine 747-300 von Korean Air beim Anflug auf Guam; 229 der 254 Menschen an Bord kamen ums Leben. Im März 2008 geriet eine 747-300 von Air Atlanta, die im Auftrag von Saudia flog, nach der Landung in Dhaka in Brand und wurde abgeschrieben; alle Insassen konnten das Flugzeug verlassen.

Je älter die Flotten wurden, desto deutlicher zeigte sich der Nachteil des Classic-Cockpits: Drei Personen vorn und vier Triebwerke älterer Bauart waren gegenüber modernen Zweistrahlern kaum noch wirtschaftlich. Warum Vierstrahler insgesamt vom Himmel verschwinden, erklärt der Beitrag Das Ende der Vierstrahler.

Anfang der 2020er-Jahre waren laut Flottenübersichten nur noch einzelne Exemplare aktiv, darunter eines bei Mahan Air im Iran und eines im Dienst der saudischen Regierung. Ob diese Maschinen Stand Oktober 2026 noch regelmäßig fliegen, lässt sich nicht verlässlich sagen. Wenn du in einem Tracking-Dienst den Code B743 entdeckst, ist das eine echte Rarität.

B743 nicht verpassen

Setz die 747-300 in Planetrack auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein Classic-Jumbo bei deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Wo du das lange Classic-Oberdeck heute siehst

Erhaltene echte 747-300 sind rar. Bekannt sind unter anderem eine ehemalige Maschine im Gelände einer Universität in Ubon Ratchathani in Thailand sowie eine frühere Jumbo der Pakistan International Airlines, die am Flughafen Karachi zu einem Restaurant umgebaut wurde. Mindestens ein weiteres Exemplar steht in den USA abgestellt. Öffentlich gut zugänglich ist davon in Europa keines.

Für Spotter aus dem deutschsprachigen Raum gibt es trotzdem eine sehr gute Adresse: Im Aviodrome Lelystad steht die ehemalige KLM-Maschine PH-BUK „Louis Blériot“. Sie wurde 1978 als 747-206B gebaut und rund neun Jahre später auf das lange Oberdeck umgerüstet. Ihren letzten Flug absolvierte sie im November 2003, seit 2004 gehört sie dem Museum. Von außen zeigt sie also genau das 747-300-Profil, und du kannst sogar hineingehen. Infos zum Besuch und zu den Fotomöglichkeiten findest du beim Spot Aviodrome am Flughafen Lelystad.

Ort Was du siehst Bemerkung
Aviodrome Lelystad (NL) KLM 747-206B mit SUD-Umbau, PH-BUK begehbar, Silhouette wie 747-300
Technik Museum Speyer (DE) Lufthansa 747-230 kurzer Buckel, guter Vergleich zur -300
Ubon Ratchathani (TH) echte 747-300 Ausstellungsstück an einer Universität

Wer den direkten Vergleich sucht, kombiniert Lelystad mit dem Technik Museum Speyer: Dort steht ein Lufthansa-Jumbo der Version 747-230 mit kurzem Oberdeck. Nebeneinander im Kopf behalten, verstehst du den Unterschied für immer. Weitere Museen im Inland stellt der Überblick Luftfahrtmuseen in Deutschland vor.

Bereit für deine Jumbo-Museumstour?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe Öffnungszeiten und Eintritt des Museums aktuell geprüft.
  • Ich weiß, ob die 747 von innen besichtigt werden kann.
  • Ich habe ein Weitwinkel für den Rumpf und eine Normalbrennweite für Details dabei.
  • Ich notiere Kennzeichen und Version für mein Archiv.

Tipps für dein Classic-Jumbo-Archiv

Die meisten Spotter begegnen der 747-300 heute auf Archivfotos, Dias oder in Fotobörsen. Damit deine Sammlung sauber bleibt, helfen ein paar Grundregeln:

  • Kennzeichen notieren: Nur so trennst du echte -300, SUD-Umbauten und spätere Frachter sicher.
  • Aufnahmedatum festhalten: Viele Maschinen wechselten Betreiber und Lackierung, das Datum ordnet das Foto richtig ein.
  • Kundencode nachschlagen: Die Ziffernfolge 747-3xx bestätigt die Version, die beiden letzten Zeichen nennen den Erstkunden.
  • Lackierungen dokumentieren: Swissair-Kleinbuchstaben, UTA-Farben oder Sonderlackierungen wie bei Qantas sind heute begehrte Motive. Einige davon zeigt der Beitrag Legendäre Airline-Lackierungen der Geschichte.

Für die ganz große Geschichte des Jumbos – vom Erstflug 1969 bis zur letzten Auslieferung 2023 – lohnt der Beitrag Die Geschichte der Boeing 747. Und wer Jumbo und Superjumbo vergleichen will, schaut in den Guide A380 und Boeing 747 unterscheiden.

Fazit

Die Boeing 747-300 war nie ein Bestseller, aber sie hat dem Jumbo sein späteres Gesicht gegeben: Der lange Buckel, den Millionen Menschen mit der 747-400 verbinden, flog zuerst mit Swissair und UTA. Mit nur 81 gebauten Maschinen, drei Personen im Cockpit und einem Einsatz, der meist in den 2000er-Jahren endete, ist sie heute eine echte Rarität – auf Fotos genauso wie im Museum.

Kurzfazit

Langer Buckel, keine Winglets, vier Triebwerke: Das ist die 747-300 oder eine umgebaute Classic mit SUD. Den Rest klärt das Kennzeichen. Live ist sie kaum noch zu sehen, das lange Classic-Oberdeck erlebst du am besten im Aviodrome Lelystad.

Zusammenfassung

  • Die Boeing 747-300 ist die letzte Version der Classic-747 und die erste mit dem langen Oberdeck, das später zum Markenzeichen des Jumbos wurde.
  • Erstflug war am 5. Oktober 1982, zwischen 1983 und 1990 lieferte Boeing 81 Maschinen in drei Versionen aus.
  • Bekannte Betreiber waren unter anderem Swissair, UTA, KLM, Qantas, Japan Airlines, Saudia, South African Airways und Sabena.
  • Erkennbar ist sie am langen Buckel ohne Winglets; von umgebauten 747-200 mit langem Oberdeck trennt sie nur das Kennzeichen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Boeing 747-200 und 747-300?

Der sichtbare Unterschied ist das Oberdeck: Bei der 747-300 ist es rund sieben Meter länger, der Buckel reicht deutlich weiter nach hinten. Rumpflänge, Flügel und Spannweite blieben gleich. Innen ersetzte eine gerade Treppe die Wendeltreppe der älteren Versionen. Achtung: Einige 747-200 wurden nachträglich mit dem langen Oberdeck umgebaut und sehen der -300 zum Verwechseln ähnlich.

Wie unterscheide ich 747-300 und 747-400?

Am einfachsten an den Flügelspitzen: Die 747-400 trägt hochgezogene Winglets, die 747-300 hat einfache, abgerundete Flügelenden. Den langen Buckel haben beide. Im Tracking siehst du den Unterschied am Code: B743 gegenüber B744.

Wer war Erstkunde der Boeing 747-300?

Swissair. Die Schweizer Airline bestellte im Juni 1980 die ersten Maschinen und setzte den Typ ab März 1983 als erste Airline im Liniendienst ein. Die erste ausgelieferte Basisversion ging im selben Monat an die französische UTA.

Wie viele Boeing 747-300 wurden gebaut?

Insgesamt 81 Exemplare: 56 reine Passagierflugzeuge, 21 Combis (747-300M) und 4 Kurzstreckenmaschinen (747-300SR) für Japan Airlines. Die letzte Maschine, eine 747-300M, ging im September 1990 an Sabena.

Was bedeutet SUD bei der Boeing 747?

SUD steht für „Stretched Upper Deck“, also verlängertes Oberdeck. So hieß das Projekt, bevor es die Bezeichnung 747-300 bekam. Später nutzten Airlines das Kürzel für ältere 747-100 und -200, die das lange Oberdeck nachträglich erhielten – etwa bei KLM und UTA.

Fliegt heute noch eine Boeing 747-300?

Im regulären Linienverkehr praktisch nicht mehr. Anfang der 2020er-Jahre waren laut Flottenübersichten weltweit nur noch einzelne Maschinen aktiv, unter anderem bei Mahan Air im Iran und im Dienst der saudischen Regierung. Ob diese Stand Oktober 2026 noch fliegen, ist unsicher – prüfe im Zweifel Tracking-Dienste nach dem Code B743.

Wo kann ich in Europa einen Jumbo mit langem Oberdeck ansehen?

Im Aviodrome Lelystad in den Niederlanden steht die ehemalige KLM-Maschine PH-BUK. Sie wurde als 747-200 gebaut und später auf das lange Oberdeck umgerüstet – optisch also genau das 747-300-Profil. Du kannst sie auch von innen besichtigen.

Boeing 747-300 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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TT

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