Das Wichtigste in Kürze
- Brit Air war eine historische Regionalairline aus der Bretagne mit Sitz in Morlaix, gegründet 1973.
- Codes: IATA DB, ICAO BZH, Rufzeichen „BRITAIR“. BZH ist das gängige Kürzel für die Bretagne.
- CRJ-Pionier: Brit Air war Erstkunde des CRJ700 (2001) und gemeinsam mit Air Nostrum Erstkunde des CRJ1000 (2010).
- Air-France-Partner: ab 1997 Franchise für alle Strecken, ab 2000 mehrheitlich im Besitz von Air France.
- Aus Brit Air wurde HOP!: Seit 31. März 2013 flogen Brit Air, Régional und Airlinair unter einer gemeinsamen Marke.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Brit Air im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Die Geschichte: vom Lufttaxi zum CRJ-Betreiber
- 4.Die Flotte: vom Turboprop zum reinen CRJ-Betreiber
- 5.Das Streckennetz
- 6.Aus Brit Air wird HOP!
- 7.Woran du Brit Air erkennst
- 8.Unfälle und Zwischenfälle
- 9.Brit Air heute: Spuren für Spotter
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | DB |
|---|---|
| ICAO-Code | BZH |
| Rufzeichen | BRITAIR |
| Drehkreuze | LYS, ORY, CDG |
| Status | Historisch – seit 31. März 2013 unter der Marke HOP!, danach rechtlich in die Gesellschaft HOP! überführt; Bretagne-Symbole verschwanden 2016 von den Leitwerken |
| Geschäftsmodell | Regionalairline, ab 1997 als Franchisepartner von Air France, ab 2000 mehrheitlich im Besitz von Air France |
| Gegründet | 1973 in Morlaix als Brittany Air International, zunächst Lufttaxi und Geschäftsreiseflüge |
| Sitz | Morlaix in der Bretagne (Flugplatz Morlaix-Ploujean) |
| Wichtige Basen | Lyon-Saint-Exupéry (LYS), Paris-Orly (ORY), Paris-Charles de Gaulle (CDG), dazu Brest, Nantes und Straßburg |
| Allianz | Über Air France Teil der SkyTeam-Welt, Vielfliegerprogramm Flying Blue |
| Prägende Typen | Embraer Bandeirante, Fokker F27, ATR 42 und 72, Saab 340, Fokker 100, Bombardier CRJ100, CRJ700 und CRJ1000 |
| Flotte zum Schluss | Laut französischsprachiger Wikipedia 2012: 13 CRJ700 und 14 CRJ1000 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Brit Air?
- Als Air-France-Partner oft in Air-France-Farben unterwegs, 2007 wechselte die Airline ihre Farbgebung
- Bretonische Symbole wie Triskele und Hermelin am Leitwerk – bis 2016 auch noch an HOP!-Maschinen
- Typ-Mix als Indiz: ATR 42, Saab 340 und später fast nur CRJ
- Französisches Kennzeichen mit F-, etwa F-GRJS bei einem CRJ100
- Auf alten Flugplänen und Tickets steht oft eine AF-Flugnummer statt DB
Wer in Lyon, Paris-Orly oder Brest in den 2000er-Jahren auf das Vorfeld geschaut hat, hat fast sicher einen Regionaljet von Brit Air gesehen – nur hat er es oft nicht gemerkt. Die Airline aus Morlaix im Norden der Bretagne flog die meiste Zeit unter Air-France-Flugnummern und in Air-France-Farben. Dabei hat sie ein Stück Typengeschichte geschrieben: Gleich zwei Versionen der CRJ-Familie kamen bei Brit Air zuerst in den Liniendienst. Hier erfährst du, wie aus einem bretonischen Lufttaxi eine der großen Regionalairlines Frankreichs wurde, woran du Brit Air auf alten Fotos erkennst und wie sie in HOP! aufging.
Historische Airline
Brit Air flog ab dem 31. März 2013 unter der Marke HOP! und wurde danach vollständig in die gemeinsame Regionalgesellschaft von Air France überführt. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die Codes DB und BZH stehen hier für Brit Air.
Brit Air im Überblick
Brit Air war eine französische Regionalairline mit Sitz in Morlaix in der Bretagne. Der vollständige Firmenname lautete Brittany Air International. Gegründet wurde die Gesellschaft 1973, ursprünglich als Lufttaxi- und Geschäftsreisedienst für den Westen der Bretagne – eine Region, die damals schlecht an Paris und das Ausland angebunden war.
Aus diesem kleinen Anfang wurde eine große Regionalairline: Laut französischsprachiger Wikipedia hatte Brit Air 2008 rund 1.300 Beschäftigte, flog etwa 300 Flüge am Tag und beförderte rund vier Millionen Fluggäste. Wichtige Stützpunkte waren Lyon-Saint-Exupéry, Paris-Orly und Paris-Charles de Gaulle, dazu Brest, Nantes und Straßburg.
Die Geschichte von Brit Air ist eng mit Air France verbunden. Erst flog die Airline im Auftrag des Staatsunternehmens, dann als Franchisepartner, schließlich als Tochtergesellschaft. Für Spotter macht genau das die Zuordnung schwierig – und spannend.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code DB: die Kennung von Brit Air in Flugplänen. In der Praxis tauchte er seltener auf, weil die meisten Flüge unter Air-France-Nummern liefen.
- ICAO-Code BZH: stand im Flugplan der Flugsicherung. BZH ist die gängige Abkürzung für „Breizh“, den bretonischen Namen der Bretagne.
- Rufzeichen BRITAIR: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Ein typisches Beispiel ist der Unglücksflug von 2003: Er ist als Air France 5672 bekannt, geflogen hat ihn aber eine Brit-Air-Crew mit einem Brit-Air-Flugzeug. Wenn du alte Flugpläne, Bordkarten oder Funkmitschnitte auswertest, achte also immer darauf, wer den Flug tatsächlich durchgeführt hat. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.
Regionaljets im Hangar sammeln
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – und baust dir eine Sammlung auf, in der CRJ, ATR und Saab ihren eigenen Platz haben. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Geschichte: vom Lufttaxi zum CRJ-Betreiber
Gründung in Morlaix
Brit Air entstand 1973 auf Initiative von Xavier Leclercq, der in der Handelskammer von Morlaix aktiv war. Zu den ersten Anteilseignern gehörten laut französischsprachiger Wikipedia landwirtschaftliche Betriebe aus der Region um Saint-Pol-de-Léon – das Gemüseanbaugebiet im Norden des Finistère brauchte schnelle Verbindungen. Der Name erinnert nicht zufällig an Brittany Ferries, die ein Jahr zuvor aus demselben Umfeld gegründet worden war.
Die ersten Flugzeuge waren zwei Piper Aztec, kleine zweimotorige Kolbenflugzeuge. Ende der 1970er-Jahre folgten Piper Cheyenne und Navajo sowie die ersten Embraer Bandeirante.
Linienverkehr nach London
1979 startete Brit Air den regelmäßigen Linienverkehr: Fünf Strecken verbanden Rennes, Morlaix, Quimper, Le Havre und Caen mit London. Die Bretagne und die Normandie bekamen damit direkte Verbindungen über den Ärmelkanal – passend zu den Fähren, die viele britische Urlauber in die Region brachten.
1983 kam die Zusammenarbeit mit Air Inter: Brit Air flog im Auftrag der Inlandsgesellschaft von Rennes und Quimper nach Paris. Dafür kamen zwei Fokker F27 in die Flotte. 1986 schloss Brit Air eine ähnliche Vereinbarung mit Air France und übernahm die ersten beiden ATR 42.
Wachstum mit ATR und Saab
Ende der 1980er-Jahre stellte Brit Air auf moderne Turboprops um. 1989 ersetzten ATR 42 die F27, dazu kamen sechs Saab 340 und eine Bestellung für die größere ATR 72. 1991 gründete die Airline in Morlaix das Ausbildungszentrum ICARE, in dem Piloten zunächst an einem Simulator für ATR 42 und 72 geschult wurden.
1995 begann mit vier Canadair Regional Jets die Jet-Ära. Im selben Jahr zeichnete das Fachmagazin Air Transport World Brit Air als Regionalairline des Jahres aus.
Franchise und Air-France-Mehrheit
1997 unterschrieb Brit Air einen Franchisevertrag mit Air France, der alle Strecken umfasste. Das Netz wuchs danach laut französischen Quellen von 22 auf 33 Strecken. 1998 ging die Airline an die Pariser Börse und beteiligte sich vorübergehend an der Regionalairline Chalair. Im Jahr 2000 übernahm Air France die Mehrheit – damit gehörte Brit Air zur Air-France-Gruppe und indirekt zur SkyTeam-Welt, Passagiere sammelten Meilen bei Flying Blue.
1973–1985: Lufttaxi und Anfänge
Gründung in Morlaix, Piper Aztec, Cheyenne und Navajo, ab 1979 Linienflüge nach London mit Bandeirante.
1986–1994: Turboprop-Zeit
Flüge für Air Inter und Air France, ATR 42 und 72, Saab 340, Ausbildungszentrum ICARE in Morlaix.
1995–2010: Jets und Air France
CRJ100 ab 1995, Franchise 1997, Air-France-Mehrheit 2000, Erstkunde des CRJ700 (2001) und CRJ1000 (2010).
2013–2016: Aufgehen in HOP!
Ab 31. März 2013 Flüge unter der Marke HOP!, danach rechtliche Zusammenführung, 2016 verschwinden die bretonischen Symbole.
Die Flotte: vom Turboprop zum reinen CRJ-Betreiber
Die Flotte von Brit Air hat sich in vier Jahrzehnten komplett gewandelt. Die folgende Übersicht basiert auf den Flottenangaben der französisch- und englischsprachigen Wikipedia; einzelne Jahreszahlen und Stückzahlen weichen je nach Quelle leicht ab.
| Typ | Anzahl (ca.) | Epoche | Einsatz und Hinweis |
|---|---|---|---|
| Piper Aztec, Cheyenne, Navajo | einzelne | 1970er- und 1980er-Jahre | Lufttaxi und Geschäftsreiseflüge |
| Embraer EMB 110 Bandeirante | bis zu 4 | ab 1978 | Ab 1979 erste Linienflüge nach London |
| Beechcraft King Air 200 | 2 | um 1989–1991 | Kleinflugzeug neben den Turboprops |
| Fokker F27 Friendship | 2 | ab 1983 | Flüge für Air Inter nach Paris |
| ATR 42 | bis zu 14 | 1986–2005 | Wichtigster Turboprop |
| ATR 72 | 2 | 1991–2003 | Gestreckte ATR-Version |
| Saab 340 | 6 | 1987–1998 | Schwedischer Regionalturboprop |
| Bombardier CRJ100 | rund 20 | ab 1995 | Erster Regionaljet der Airline |
| Fokker 100 | bis zu 7 | ab Ende der 1990er-Jahre bis 2011 | Größerer Jet für dichtere Strecken |
| Bombardier CRJ700 | 13 zum Schluss | ab 2001 | Brit Air war Erstkunde |
| Bombardier CRJ900 | 2 | 2010–2011 | Kurzzeitiger Ersatz für Fokker 100 |
| Bombardier CRJ1000 | 14 zum Schluss | ab Dezember 2010 | Erstkunde gemeinsam mit Air Nostrum |
ATR und Saab: die Turboprop-Jahre
Mit der ATR 42 – anfangs in der Version ATR 42-300 – bekam Brit Air 1986 den Turboprop, der die Flotte bis in die 2000er-Jahre prägte. Ab 1991 flogen auch zwei ATR 72-200. Hersteller ist ATR aus Toulouse. Parallel setzte Brit Air auf die Saab 340 von Saab. Die beiden Typen unterscheidest du gut am Leitwerk: Die ATR hat ein T-Leitwerk mit Höhenruder oben, die Saab 340 ein tief angesetztes Höhenleitwerk und eine kürzere, rundliche Silhouette. Mehr dazu im Artikel Turboprops unterscheiden.
Davor flogen EMB 110 Bandeirante, Fokker F27 Friendship und King Air 200 für die Airline – Typen, die du heute nur noch selten im Linienverkehr siehst.
CRJ100: der Einstieg in die Jet-Ära
1995 übernahm Brit Air die ersten vier Canadair Regional Jets. Der CRJ100/CRJ200 wurde schnell zum Rückgrat der Flotte; um 2001 flogen rund zwanzig Exemplare. Der Jet war schneller als die Turboprops und passte zu den längeren Strecken im Air-France-Netz, etwa von Lyon zu europäischen Zielen. Hersteller ist Bombardier aus Kanada.
Ergänzend flog Brit Air die Fokker 100 von Fokker. Der letzte kommerzielle Fokker-100-Flug der Airline ging laut französischsprachiger Wikipedia am 20. Oktober 2011 von Clermont-Ferrand nach Paris-Orly. Als Übergangslösung kamen 2010 zwei CRJ900 in die Flotte.
CRJ700 und CRJ1000: zweimal Erstkunde
Das bekannteste Kapitel der Flottengeschichte: Brit Air brachte 2001 als erste Airline den CRJ700 in den Liniendienst, die gestreckte Version mit rund 70 Sitzen. Neun Jahre später war Brit Air gemeinsam mit Air Nostrum Erstkunde des CRJ1000 mit rund 100 Sitzen – die erste Maschine kam Mitte Dezember 2010. Die allererste CRJ1000 von Brit Air trug laut französischsprachiger Wikipedia als einzige eine bretonische Sonderbemalung, die folgenden kamen in Air-France-Farben.
Wie du CRJ100, CRJ700 und CRJ1000 auseinanderhältst, zeigt der Artikel Regionaljets erkennen. Ein Tipp vorab: Zähle die Fenster hinter den Flügeln und achte auf die Länge des Rumpfs vor den Triebwerken – der CRJ1000 wirkt fast schlauchartig lang.
CRJ auf die Wunschliste
Setz Typen wie CRJ700, CRJ1000 oder Saab 340 auf deine Wunschliste und richte Sichtungs-Alarme ein: Planetrack benachrichtigt dich, wenn ein Flugzeug dieses Typs deinen Flughafen anfliegt oder dort landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Das Streckennetz
Brit Air flog vor allem Querverbindungen innerhalb Frankreichs und Zubringerflüge zu den Air-France-Drehkreuzen. Laut französischsprachiger Wikipedia umfasste das Netz 2008 rund 36 Ziele.
| Region | Ziele (Auswahl) | Hinweis |
|---|---|---|
| Bretagne und Westen | Brest, Quimper, Lorient, Rennes, Nantes, Caen | Heimatregion der Airline |
| Übriges Frankreich | Lyon, Straßburg, Bordeaux, Toulouse, Montpellier, Nizza, Pau, Rodez, Basel-Mulhouse | Viele Querverbindungen ohne Umweg über Paris |
| Paris | Orly und Charles de Gaulle | Zubringer ins Air-France-Netz |
| Europa | Amsterdam, Barcelona, Bilbao, Düsseldorf, Hamburg, Prag, Rom, Zagreb | Oft ab Lyon oder Paris |
Für deutsche Spotter interessant: Mit Düsseldorf und Hamburg standen auch deutsche Ziele im Netz. Brit-Air-CRJ in Air-France-Farben waren dort also gelegentlich zu sehen – meist ohne dass ein Spotter auf Anhieb an eine bretonische Airline dachte. Einen Überblick über ähnliche Gesellschaften gibt der Artikel Regionalairlines in Europa.
Aus Brit Air wird HOP!
Anfang der 2010er-Jahre hatte Air France drei Regionaltöchter: Brit Air, Régional und Airlinair. Der Konzern beschloss, die drei Airlines unter einem Dach zu bündeln. Am 31. März 2013 flogen sie erstmals gemeinsam unter der neuen Marke HOP!.
Danach wurden die drei Gesellschaften auch rechtlich unter dem Namen HOP! zusammengeführt. Im Juli 2015 kündigte Air France-KLM an, die alten Marken für 2017 endgültig zu verschmelzen. 2016 verschwanden laut französischsprachiger Wikipedia Triskele und Hermelin – die bretonischen Symbole – von den Leitwerken. Damit war von Brit Air auch optisch nichts mehr übrig.
Die weitere Entwicklung von HOP! führte noch einen Schritt weiter: 2019 benannte Air France die Tochter in Air France Hop um und stellte alle Flüge auf Air-France-Flugnummern um. Die CRJ-Flotte, die Brit Air einst aufgebaut hatte, wurde in den folgenden Jahren ausgemustert. Heute fliegt Air France Hop mit Embraer-Jets wie der E190 von Embraer.
Welcher Name, welches Jahr?
Für die Zuordnung alter Fotos hilft eine grobe Regel: Saab 340 gehören in die Zeit bis 1998, Fokker 100 in die Jahre bis 2011, CRJ1000 frühestens ab Dezember 2010. Im März 2007 wechselte Brit Air ihre Farbgebung, ab dem 31. März 2013 kamen die HOP!-Farben – bis 2016 teils noch mit Bretagne-Symbolen am Leitwerk. In Übergangsphasen mischen sich die Designs – mehr dazu unter Hybrid- und Mischlackierungen erkennen.
Woran du Brit Air erkennst
Live begegnet dir Brit Air nicht mehr. Auf Fotos aus Frankreich zwischen den 1980er-Jahren und 2013 aber umso öfter. Diese Merkmale helfen beim Zuordnen:
Spricht für Brit Air
- Schriftzug „Brit Air“ am Rumpf oder als kleiner Zusatz neben Air-France-Titeln
- Bretonische Symbole wie Triskele oder Hermelin am Leitwerk
- CRJ, ATR 42 oder Saab 340 mit französischem F-Kennzeichen
- Aufnahme aus Lyon, Brest, Nantes, Straßburg oder Paris-Orly
Spricht dagegen
- Embraer-Jet in Air-France-Farben – das ist eher Régional, später HOP!
- Schriftzug „Air Littoral“ auf einem CRJ – dann ist es die Airline aus Montpellier
- CRJ1000 mit Aufnahmedatum vor Dezember 2010
Das sicherste Merkmal ist das Kennzeichen. Brit-Air-Flugzeuge waren in Frankreich registriert und tragen ein F- vor der Buchstabenfolge, etwa F-GRJS beim CRJ100 des Unglücks von 2003 oder F-HMLA bei der ersten CRJ1000. Prüf die Zuordnung im Einzelfall in einer Datenbank. Wie du den Lebenslauf einer Maschine verfolgst, erklärt Den Lebenslauf eines Flugzeugs recherchieren.
Achtung Verwechslung
Um 2000 flogen in Frankreich mehrere Regionalairlines CRJ und ATR, teils in Air-France-Farben. Neben Brit Air gilt das vor allem für Air Littoral und Régional. Achte auf Kennzeichen, kleine Schriftzüge an Rumpf und Triebwerk sowie die Bildunterschrift, bevor du ein Foto zuordnest.
Unfälle und Zwischenfälle
Der bekannteste Unfall in der Geschichte von Brit Air ereignete sich am 22. Juni 2003. Ein CRJ100 mit dem Kennzeichen F-GRJS war als Air-France-Flug 5672 von Nantes nach Brest unterwegs. Im Anflug auf Brest-Guipavas setzte die Maschine mehrere Kilometer vor der Piste auf. An Bord waren 24 Menschen. Der Kapitän kam ums Leben, alle anderen konnten das Flugzeug verlassen, bevor es ausbrannte.
Die französische Untersuchungsbehörde BEA sah die Ursache vor allem darin, dass die Crew den Anflugmodus des Autopiloten nicht aktivierte, Abweichungen nicht bemerkte und einen nicht stabilisierten Anflug fortsetzte.
Brit Air heute: Spuren für Spotter
Die Airline ist verschwunden, ihre Flugzeuge sind weitergezogen oder verschrottet. Über das Kennzeichen kannst du verfolgen, wohin einzelne Maschinen nach ihrer Zeit bei Brit Air und HOP! gingen. Für Spotter bleibt Brit Air vor allem ein Thema für Archiv und Sammlung: alte Fotos, Flugpläne, Bordkarten und Modelle.
Wer heute Regionalverkehr in Frankreich sehen will, findet ihn bei Air France Hop, Chalair oder Air Corsica. Bevor du an einem französischen Flughafen fotografierst, lies den Artikel zum Fotografieren an französischen Flughäfen. Für die Einordnung älterer Typen hilft Oldtimer am Himmel erkennen.
Gute Chancen auf Brit-Air-Material, wenn …
- du Fotoarchive aus Lyon, Brest, Nantes oder Paris-Orly zwischen 1990 und 2013 durchsuchst
- du gezielt nach frühen CRJ700 oder CRJ1000 suchst
- du auf Sammlerbörsen nach Modellen, Flugplänen und Bordkarten Ausschau hältst
Keine Chance, wenn …
- du Brit Air live am Zaun erwischen willst – die Marke verschwand 2013, die letzten Symbole 2016
Häufige Verwechslungen
- Brit Air für eine britische Airline halten – der Name spielt auf die Bretagne (Brittany) an, nicht auf Großbritannien.
- Brit Air mit Air Littoral verwechseln – beide flogen CRJ und ATR, Air Littoral kam aber aus Montpellier und gehörte nie zu Air France.
- Jeden CRJ in Air-France-Farben Brit Air zuordnen – auch andere Partner flogen im Air-France-Design, das Kennzeichen entscheidet.
- AF-Flugnummer mit Air-France-Betrieb gleichsetzen – viele AF-Flüge wurden von Brit Air durchgeführt.
- HOP! für eine reine Neugründung halten – HOP! entstand aus Brit Air, Régional und Airlinair.
Archivfunde mit der Community teilen
Poste deine Fotos von CRJ, ATR oder Saab 340 mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community mit anderen Fans französischer Regionalluftfahrt aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Brit Air war die Airline der Bretagne – und eine der wichtigsten Regionalgesellschaften Frankreichs. Aus einem Lufttaxi mit zwei Piper wurde in vier Jahrzehnten ein reiner Jetbetreiber, der für Air France zwischen Brest, Lyon, Paris und halb Europa unterwegs war. Als Erstkunde von CRJ700 und CRJ1000 hat Brit Air Typengeschichte geschrieben, mit dem Aufgehen in HOP! endete die eigene Marke. Für Spotter bleibt sie ein lohnendes Kapitel, das du über F-Kennzeichen und alte Fotos gut nachverfolgen kannst.
Kurzfazit
Brit Air (IATA DB, ICAO BZH) war eine historische Regionalairline aus Morlaix, gegründet 1973 und ab 2013 Teil von HOP!. Bekannt ist sie als Erstkunde des CRJ700 und CRJ1000 und für ihre enge Bindung an Air France.
Zusammenfassung
- Brit Air begann als kleine Lufttaxi-Firma im Norden der Bretagne und wuchs zu einer der wichtigsten Regionalairlines Frankreichs.
- Die Flotte spiegelt den Weg vom Turboprop zum Regionaljet: von Bandeirante, ATR und Saab 340 bis zur reinen CRJ-Flotte.
- Als Partner und später Tochter von Air France flog Brit Air vor allem unter AF-Flugnummern und in Air-France-Farben.
- Live spotten kannst du Brit Air nicht mehr, aber Fotos lassen sich über F-Kennzeichen, Typ und Aufnahmejahr gut zuordnen.
Häufige Fragen
Gibt es Brit Air heute noch?
Nein. Seit dem 31. März 2013 flog Brit Air zusammen mit Régional und Airlinair unter der Marke HOP!. Anschließend wurden die drei Gesellschaften rechtlich unter dem Dach von HOP! zusammengeführt, 2016 verschwanden auch die letzten bretonischen Symbole von den Leitwerken. Heute fliegt Air France Hop mit Embraer-Jets im Auftrag von Air France.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Brit Air?
Brit Air nutzte den IATA-Code DB und den ICAO-Code BZH. Im Funk meldeten sich die Crews mit „BRITAIR“. Weil die Airline ab 1997 als Air-France-Franchise flog, standen auf Tickets und Anzeigetafeln aber meist AF-Flugnummern.
Was bedeutet der ICAO-Code BZH?
BZH ist die verbreitete Abkürzung für „Breizh“, den bretonischen Namen der Bretagne. Du kennst sie vielleicht von Aufklebern an Autos. Der Code passte damit perfekt zur Herkunft der Airline aus Morlaix.
Welche Flugzeuge flog Brit Air?
Am Anfang standen Piper Aztec, später Piper Cheyenne und Navajo, Embraer Bandeirante, Beechcraft King Air 200 und Fokker F27. Ab 1986 kamen ATR 42, ab 1991 ATR 72, dazu bis 1998 Saab 340. Ab 1995 setzte Brit Air auf den CRJ100, ergänzt um Fokker 100. Zum Schluss bestand die Flotte nur noch aus CRJ700 und CRJ1000.
Was hat Brit Air mit dem CRJ700 und CRJ1000 zu tun?
Brit Air brachte den CRJ700 2001 als erste Airline in den Liniendienst. Beim CRJ1000 war Brit Air gemeinsam mit Air Nostrum Erstkunde, die erste Maschine kam im Dezember 2010. Damit stand die bretonische Airline bei gleich zwei Versionen der CRJ-Familie am Anfang.
Gehörte Brit Air zu Air France?
Zunächst nicht. Brit Air war lange eigenständig und flog ab 1983 im Auftrag von Air Inter, ab 1986 auch für Air France. 1997 folgte ein Franchisevertrag für das ganze Netz, im Jahr 2000 wurde Air France Mehrheitseigentümerin. Damit war Brit Air Teil von Air France und indirekt der SkyTeam-Welt.
Welche Unfälle gab es bei Brit Air?
Am 22. Juni 2003 verunglückte ein CRJ100 (F-GRJS) auf dem Flug von Nantes nach Brest im Anflug auf Brest-Guipavas. Die Maschine setzte vor der Piste auf und brannte aus. Der Kapitän kam ums Leben, die übrigen Insassen konnten das Flugzeug verlassen. Die französische Untersuchungsbehörde BEA sah die Ursache in einem nicht stabilisierten Anflug.
Wie erkenne ich Brit Air auf alten Fotos?
Achte auf drei Dinge: den Typ (ATR, Saab 340, später CRJ), das französische F-Kennzeichen und Details wie den Schriftzug „Brit Air“ oder bretonische Symbole am Leitwerk. Bei Maschinen in voller Air-France-Bemalung hilft fast nur das Kennzeichen, das du in einer Datenbank nachschlägst.
Brit Air im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Bombardier CRJ100/CRJ200
Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.
FlugzeugtypBombardier CRJ700
Der CRJ700 ist der Ur-Typ der gestreckten CRJ-Familie: rund 32 Meter lang, um die 70 Sitze, Triebwerke am Heck. Bei Lufthansa CityLine ist er seit 2015 Geschichte, in den USA fliegt er weiter. So trennst du ihn sicher vom längeren CRJ900.
FlugzeugtypBombardier CRJ900
Schlanker Rumpf, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk obendrauf: Der CRJ900 war jahrelang das Arbeitspferd im Lufthansa-Zubringerverkehr. Seit dem Aus der CityLine ist er in Deutschland selten geworden – so erkennst du ihn trotzdem sicher.
FlugzeugtypBombardier CRJ1000
Der CRJ1000 ist das Maximum dessen, was aus dem schlanken Canadair-Rumpf herauszuholen war: rund 39 Meter lang, bis zu 104 Sitze, Triebwerke am Heck. Heute fliegt der größte CRJ fast nur noch in Spanien – so erkennst du ihn und so findest du ihn.
FlugzeugtypATR 42-300/320
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 42-300 und -320 sind die erste Generation des ATR-Turboprops. Heute triffst du sie vor allem als Frachter. So erkennst du sie.
FlugzeugtypATR 72-200/210
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 72-200 und -210 sind die erste Generation der großen ATR. Viele fliegen heute fensterlos als Frachter. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
FlugzeugtypFokker 100
Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.
FlugzeugtypFokker F27 Friendship
Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.
FlugzeugtypEmbraer EMB 110 Bandeirante
Tiefdecker, zwei PT6-Turboprops, rund 15 bis 21 Sitze: Mit dem Bandeirante begann 1968 die Geschichte von Embraer. So erkennst du den brasilianischen Zubringer-Klassiker und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypBeechcraft King Air 200/B200/250
Seit 1974 im Dienst und noch immer in Produktion: Die King Air 200 und ihre Nachfolger B200, 250 und 260 sind der Turboprop-Klassiker für Geschäftsreisen, Ambulanzflüge und Militär. So erkennst du sie.
FlugzeugtypEmbraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
Weitere Airlines
Air France Hop
Die Regionaltochter der Air France entstand 2013 aus Brit Air, Régional und Airlinair. Aus einem bunten Mix aus ATR, CRJ und Embraer ist inzwischen eine reine E170/E190-Flotte geworden, die unter Air-France-Flugnummern ab Paris-CDG und Lyon fliegt.
NetzwerkAir France
Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.
NetzwerkAir Inter
Historische französische Inlandsairline (1954–1997) mit Basis in Paris-Orly. Air Inter flog Caravelle, war einziger Betreiber der Dassault Mercure, setzte früh auf A300 und A320 und ging 1997 vollständig in Air France auf.
RegionalAir Littoral
Historische französische Regionalairline aus Montpellier. Air Littoral begann 1972 mit einer Islander, brachte die ATR 42 als Erstkunde in den Liniendienst, flog zuletzt CRJ100 und ATR 42-500 und wurde im Februar 2004 eingestellt.
RegionalChalair Aviation
Kleine französische Regionalairline aus Caen: Turboprops von ATR und Beechcraft, subventionierte Linien zwischen Paris-Orly und Städten wie Aurillac, Brive und Castres – ein Motiv, das du nicht an jedem Flughafen bekommst.
RegionalAir Nostrum
Spaniens große Regionalairline aus Valencia fliegt seit 1997 als Iberia Regional: CRJ1000-Jets und ATR-72-600-Turboprops in Iberia-Farben, verkauft unter IB-Flugnummern, durchgeführt unter dem ICAO-Code ANE.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Bombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
HerstellerATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
HerstellerSaab
Saab aus Schweden hat zwei Gesichter: Für Airline-Spotter steht der Name für die Turboprops Saab 340 und Saab 2000, die bis heute bei Regionalairlines fliegen. Auf Airshows und Militärflugplätzen ist es der Gripen – und mit dem GlobalEye baut Saab ein fliegendes Radar auf Basis eines Businessjets.
HerstellerFokker
Fokker war über Jahrzehnte der große Name der niederländischen Luftfahrt: erst Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg, dann die F.VII, später F27, F28, Fokker 50, 70 und 100. 1996 ging der Hersteller pleite. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was vom Unternehmen geblieben ist und wo du Fokker-Typen heute noch vor die Linse bekommst.
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