Brit Air

Historische Regionalairline aus Morlaix in der Bretagne. Brit Air startete 1973 als Lufttaxi, flog ATR, Saab 340 und Fokker 100, brachte CRJ700 und CRJ1000 als Erstkunde in den Liniendienst und ging ab 2013 in HOP! auf.

Auch bekannt als: Brittany Air International · Britair · Air France Brit Air · DB

FrankreichFrankreichRegionalfluggesellschaftenIATA: DBICAO: BZH13 Min. Lesezeit

DB

IATA-Code

BZH

ICAO-Code

2001

Erste Airline mit CRJ700

1973–2013

Eigene Marke

Das Wichtigste in Kürze

  • Brit Air war eine historische Regionalairline aus der Bretagne mit Sitz in Morlaix, gegründet 1973.
  • Codes: IATA DB, ICAO BZH, Rufzeichen „BRITAIR“. BZH ist das gängige Kürzel für die Bretagne.
  • CRJ-Pionier: Brit Air war Erstkunde des CRJ700 (2001) und gemeinsam mit Air Nostrum Erstkunde des CRJ1000 (2010).
  • Air-France-Partner: ab 1997 Franchise für alle Strecken, ab 2000 mehrheitlich im Besitz von Air France.
  • Aus Brit Air wurde HOP!: Seit 31. März 2013 flogen Brit Air, Régional und Airlinair unter einer gemeinsamen Marke.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Brit Air im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Die Geschichte: vom Lufttaxi zum CRJ-Betreiber
  4. 4.Die Flotte: vom Turboprop zum reinen CRJ-Betreiber
  5. 5.Das Streckennetz
  6. 6.Aus Brit Air wird HOP!
  7. 7.Woran du Brit Air erkennst
  8. 8.Unfälle und Zwischenfälle
  9. 9.Brit Air heute: Spuren für Spotter
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeDB
ICAO-CodeBZH
RufzeichenBRITAIR
DrehkreuzeLYS, ORY, CDG
StatusHistorisch – seit 31. März 2013 unter der Marke HOP!, danach rechtlich in die Gesellschaft HOP! überführt; Bretagne-Symbole verschwanden 2016 von den Leitwerken
GeschäftsmodellRegionalairline, ab 1997 als Franchisepartner von Air France, ab 2000 mehrheitlich im Besitz von Air France
Gegründet1973 in Morlaix als Brittany Air International, zunächst Lufttaxi und Geschäftsreiseflüge
SitzMorlaix in der Bretagne (Flugplatz Morlaix-Ploujean)
Wichtige BasenLyon-Saint-Exupéry (LYS), Paris-Orly (ORY), Paris-Charles de Gaulle (CDG), dazu Brest, Nantes und Straßburg
AllianzÜber Air France Teil der SkyTeam-Welt, Vielfliegerprogramm Flying Blue
Prägende TypenEmbraer Bandeirante, Fokker F27, ATR 42 und 72, Saab 340, Fokker 100, Bombardier CRJ100, CRJ700 und CRJ1000
Flotte zum SchlussLaut französischsprachiger Wikipedia 2012: 13 CRJ700 und 14 CRJ1000

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Brit Air?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Als Air-France-Partner oft in Air-France-Farben unterwegs, 2007 wechselte die Airline ihre Farbgebung
  • Bretonische Symbole wie Triskele und Hermelin am Leitwerk – bis 2016 auch noch an HOP!-Maschinen
  • Typ-Mix als Indiz: ATR 42, Saab 340 und später fast nur CRJ
  • Französisches Kennzeichen mit F-, etwa F-GRJS bei einem CRJ100
  • Auf alten Flugplänen und Tickets steht oft eine AF-Flugnummer statt DB

Wer in Lyon, Paris-Orly oder Brest in den 2000er-Jahren auf das Vorfeld geschaut hat, hat fast sicher einen Regionaljet von Brit Air gesehen – nur hat er es oft nicht gemerkt. Die Airline aus Morlaix im Norden der Bretagne flog die meiste Zeit unter Air-France-Flugnummern und in Air-France-Farben. Dabei hat sie ein Stück Typengeschichte geschrieben: Gleich zwei Versionen der CRJ-Familie kamen bei Brit Air zuerst in den Liniendienst. Hier erfährst du, wie aus einem bretonischen Lufttaxi eine der großen Regionalairlines Frankreichs wurde, woran du Brit Air auf alten Fotos erkennst und wie sie in HOP! aufging.

Historische Airline

Brit Air flog ab dem 31. März 2013 unter der Marke HOP! und wurde danach vollständig in die gemeinsame Regionalgesellschaft von Air France überführt. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die Codes DB und BZH stehen hier für Brit Air.

Brit Air im Überblick

Brit Air war eine französische Regionalairline mit Sitz in Morlaix in der Bretagne. Der vollständige Firmenname lautete Brittany Air International. Gegründet wurde die Gesellschaft 1973, ursprünglich als Lufttaxi- und Geschäftsreisedienst für den Westen der Bretagne – eine Region, die damals schlecht an Paris und das Ausland angebunden war.

Aus diesem kleinen Anfang wurde eine große Regionalairline: Laut französischsprachiger Wikipedia hatte Brit Air 2008 rund 1.300 Beschäftigte, flog etwa 300 Flüge am Tag und beförderte rund vier Millionen Fluggäste. Wichtige Stützpunkte waren Lyon-Saint-Exupéry, Paris-Orly und Paris-Charles de Gaulle, dazu Brest, Nantes und Straßburg.

Die Geschichte von Brit Air ist eng mit Air France verbunden. Erst flog die Airline im Auftrag des Staatsunternehmens, dann als Franchisepartner, schließlich als Tochtergesellschaft. Für Spotter macht genau das die Zuordnung schwierig – und spannend.

DBIATA-Code der historischen Airline
BZHICAO-Code im Flugplan
BRITAIRRufzeichen im Funk

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code DB: die Kennung von Brit Air in Flugplänen. In der Praxis tauchte er seltener auf, weil die meisten Flüge unter Air-France-Nummern liefen.
  • ICAO-Code BZH: stand im Flugplan der Flugsicherung. BZH ist die gängige Abkürzung für „Breizh“, den bretonischen Namen der Bretagne.
  • Rufzeichen BRITAIR: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.

Ein typisches Beispiel ist der Unglücksflug von 2003: Er ist als Air France 5672 bekannt, geflogen hat ihn aber eine Brit-Air-Crew mit einem Brit-Air-Flugzeug. Wenn du alte Flugpläne, Bordkarten oder Funkmitschnitte auswertest, achte also immer darauf, wer den Flug tatsächlich durchgeführt hat. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.

Regionaljets im Hangar sammeln

Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – und baust dir eine Sammlung auf, in der CRJ, ATR und Saab ihren eigenen Platz haben. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Die Geschichte: vom Lufttaxi zum CRJ-Betreiber

Gründung in Morlaix

Brit Air entstand 1973 auf Initiative von Xavier Leclercq, der in der Handelskammer von Morlaix aktiv war. Zu den ersten Anteilseignern gehörten laut französischsprachiger Wikipedia landwirtschaftliche Betriebe aus der Region um Saint-Pol-de-Léon – das Gemüseanbaugebiet im Norden des Finistère brauchte schnelle Verbindungen. Der Name erinnert nicht zufällig an Brittany Ferries, die ein Jahr zuvor aus demselben Umfeld gegründet worden war.

Die ersten Flugzeuge waren zwei Piper Aztec, kleine zweimotorige Kolbenflugzeuge. Ende der 1970er-Jahre folgten Piper Cheyenne und Navajo sowie die ersten Embraer Bandeirante.

Linienverkehr nach London

1979 startete Brit Air den regelmäßigen Linienverkehr: Fünf Strecken verbanden Rennes, Morlaix, Quimper, Le Havre und Caen mit London. Die Bretagne und die Normandie bekamen damit direkte Verbindungen über den Ärmelkanal – passend zu den Fähren, die viele britische Urlauber in die Region brachten.

1983 kam die Zusammenarbeit mit Air Inter: Brit Air flog im Auftrag der Inlandsgesellschaft von Rennes und Quimper nach Paris. Dafür kamen zwei Fokker F27 in die Flotte. 1986 schloss Brit Air eine ähnliche Vereinbarung mit Air France und übernahm die ersten beiden ATR 42.

Wachstum mit ATR und Saab

Ende der 1980er-Jahre stellte Brit Air auf moderne Turboprops um. 1989 ersetzten ATR 42 die F27, dazu kamen sechs Saab 340 und eine Bestellung für die größere ATR 72. 1991 gründete die Airline in Morlaix das Ausbildungszentrum ICARE, in dem Piloten zunächst an einem Simulator für ATR 42 und 72 geschult wurden.

1995 begann mit vier Canadair Regional Jets die Jet-Ära. Im selben Jahr zeichnete das Fachmagazin Air Transport World Brit Air als Regionalairline des Jahres aus.

Franchise und Air-France-Mehrheit

1997 unterschrieb Brit Air einen Franchisevertrag mit Air France, der alle Strecken umfasste. Das Netz wuchs danach laut französischen Quellen von 22 auf 33 Strecken. 1998 ging die Airline an die Pariser Börse und beteiligte sich vorübergehend an der Regionalairline Chalair. Im Jahr 2000 übernahm Air France die Mehrheit – damit gehörte Brit Air zur Air-France-Gruppe und indirekt zur SkyTeam-Welt, Passagiere sammelten Meilen bei Flying Blue.

1973–1985: Lufttaxi und Anfänge

Gründung in Morlaix, Piper Aztec, Cheyenne und Navajo, ab 1979 Linienflüge nach London mit Bandeirante.

1986–1994: Turboprop-Zeit

Flüge für Air Inter und Air France, ATR 42 und 72, Saab 340, Ausbildungszentrum ICARE in Morlaix.

1995–2010: Jets und Air France

CRJ100 ab 1995, Franchise 1997, Air-France-Mehrheit 2000, Erstkunde des CRJ700 (2001) und CRJ1000 (2010).

2013–2016: Aufgehen in HOP!

Ab 31. März 2013 Flüge unter der Marke HOP!, danach rechtliche Zusammenführung, 2016 verschwinden die bretonischen Symbole.

Die Flotte: vom Turboprop zum reinen CRJ-Betreiber

Die Flotte von Brit Air hat sich in vier Jahrzehnten komplett gewandelt. Die folgende Übersicht basiert auf den Flottenangaben der französisch- und englischsprachigen Wikipedia; einzelne Jahreszahlen und Stückzahlen weichen je nach Quelle leicht ab.

Typ Anzahl (ca.) Epoche Einsatz und Hinweis
Piper Aztec, Cheyenne, Navajo einzelne 1970er- und 1980er-Jahre Lufttaxi und Geschäftsreiseflüge
Embraer EMB 110 Bandeirante bis zu 4 ab 1978 Ab 1979 erste Linienflüge nach London
Beechcraft King Air 200 2 um 1989–1991 Kleinflugzeug neben den Turboprops
Fokker F27 Friendship 2 ab 1983 Flüge für Air Inter nach Paris
ATR 42 bis zu 14 1986–2005 Wichtigster Turboprop
ATR 72 2 1991–2003 Gestreckte ATR-Version
Saab 340 6 1987–1998 Schwedischer Regionalturboprop
Bombardier CRJ100 rund 20 ab 1995 Erster Regionaljet der Airline
Fokker 100 bis zu 7 ab Ende der 1990er-Jahre bis 2011 Größerer Jet für dichtere Strecken
Bombardier CRJ700 13 zum Schluss ab 2001 Brit Air war Erstkunde
Bombardier CRJ900 2 2010–2011 Kurzzeitiger Ersatz für Fokker 100
Bombardier CRJ1000 14 zum Schluss ab Dezember 2010 Erstkunde gemeinsam mit Air Nostrum

ATR und Saab: die Turboprop-Jahre

Mit der ATR 42 – anfangs in der Version ATR 42-300 – bekam Brit Air 1986 den Turboprop, der die Flotte bis in die 2000er-Jahre prägte. Ab 1991 flogen auch zwei ATR 72-200. Hersteller ist ATR aus Toulouse. Parallel setzte Brit Air auf die Saab 340 von Saab. Die beiden Typen unterscheidest du gut am Leitwerk: Die ATR hat ein T-Leitwerk mit Höhenruder oben, die Saab 340 ein tief angesetztes Höhenleitwerk und eine kürzere, rundliche Silhouette. Mehr dazu im Artikel Turboprops unterscheiden.

Davor flogen EMB 110 Bandeirante, Fokker F27 Friendship und King Air 200 für die Airline – Typen, die du heute nur noch selten im Linienverkehr siehst.

CRJ100: der Einstieg in die Jet-Ära

1995 übernahm Brit Air die ersten vier Canadair Regional Jets. Der CRJ100/CRJ200 wurde schnell zum Rückgrat der Flotte; um 2001 flogen rund zwanzig Exemplare. Der Jet war schneller als die Turboprops und passte zu den längeren Strecken im Air-France-Netz, etwa von Lyon zu europäischen Zielen. Hersteller ist Bombardier aus Kanada.

Ergänzend flog Brit Air die Fokker 100 von Fokker. Der letzte kommerzielle Fokker-100-Flug der Airline ging laut französischsprachiger Wikipedia am 20. Oktober 2011 von Clermont-Ferrand nach Paris-Orly. Als Übergangslösung kamen 2010 zwei CRJ900 in die Flotte.

CRJ700 und CRJ1000: zweimal Erstkunde

Das bekannteste Kapitel der Flottengeschichte: Brit Air brachte 2001 als erste Airline den CRJ700 in den Liniendienst, die gestreckte Version mit rund 70 Sitzen. Neun Jahre später war Brit Air gemeinsam mit Air Nostrum Erstkunde des CRJ1000 mit rund 100 Sitzen – die erste Maschine kam Mitte Dezember 2010. Die allererste CRJ1000 von Brit Air trug laut französischsprachiger Wikipedia als einzige eine bretonische Sonderbemalung, die folgenden kamen in Air-France-Farben.

Wie du CRJ100, CRJ700 und CRJ1000 auseinanderhältst, zeigt der Artikel Regionaljets erkennen. Ein Tipp vorab: Zähle die Fenster hinter den Flügeln und achte auf die Länge des Rumpfs vor den Triebwerken – der CRJ1000 wirkt fast schlauchartig lang.

CRJ auf die Wunschliste

Setz Typen wie CRJ700, CRJ1000 oder Saab 340 auf deine Wunschliste und richte Sichtungs-Alarme ein: Planetrack benachrichtigt dich, wenn ein Flugzeug dieses Typs deinen Flughafen anfliegt oder dort landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Das Streckennetz

Brit Air flog vor allem Querverbindungen innerhalb Frankreichs und Zubringerflüge zu den Air-France-Drehkreuzen. Laut französischsprachiger Wikipedia umfasste das Netz 2008 rund 36 Ziele.

Region Ziele (Auswahl) Hinweis
Bretagne und Westen Brest, Quimper, Lorient, Rennes, Nantes, Caen Heimatregion der Airline
Übriges Frankreich Lyon, Straßburg, Bordeaux, Toulouse, Montpellier, Nizza, Pau, Rodez, Basel-Mulhouse Viele Querverbindungen ohne Umweg über Paris
Paris Orly und Charles de Gaulle Zubringer ins Air-France-Netz
Europa Amsterdam, Barcelona, Bilbao, Düsseldorf, Hamburg, Prag, Rom, Zagreb Oft ab Lyon oder Paris

Für deutsche Spotter interessant: Mit Düsseldorf und Hamburg standen auch deutsche Ziele im Netz. Brit-Air-CRJ in Air-France-Farben waren dort also gelegentlich zu sehen – meist ohne dass ein Spotter auf Anhieb an eine bretonische Airline dachte. Einen Überblick über ähnliche Gesellschaften gibt der Artikel Regionalairlines in Europa.

Aus Brit Air wird HOP!

Anfang der 2010er-Jahre hatte Air France drei Regionaltöchter: Brit Air, Régional und Airlinair. Der Konzern beschloss, die drei Airlines unter einem Dach zu bündeln. Am 31. März 2013 flogen sie erstmals gemeinsam unter der neuen Marke HOP!.

Danach wurden die drei Gesellschaften auch rechtlich unter dem Namen HOP! zusammengeführt. Im Juli 2015 kündigte Air France-KLM an, die alten Marken für 2017 endgültig zu verschmelzen. 2016 verschwanden laut französischsprachiger Wikipedia Triskele und Hermelin – die bretonischen Symbole – von den Leitwerken. Damit war von Brit Air auch optisch nichts mehr übrig.

Die weitere Entwicklung von HOP! führte noch einen Schritt weiter: 2019 benannte Air France die Tochter in Air France Hop um und stellte alle Flüge auf Air-France-Flugnummern um. Die CRJ-Flotte, die Brit Air einst aufgebaut hatte, wurde in den folgenden Jahren ausgemustert. Heute fliegt Air France Hop mit Embraer-Jets wie der E190 von Embraer.

Welcher Name, welches Jahr?

Für die Zuordnung alter Fotos hilft eine grobe Regel: Saab 340 gehören in die Zeit bis 1998, Fokker 100 in die Jahre bis 2011, CRJ1000 frühestens ab Dezember 2010. Im März 2007 wechselte Brit Air ihre Farbgebung, ab dem 31. März 2013 kamen die HOP!-Farben – bis 2016 teils noch mit Bretagne-Symbolen am Leitwerk. In Übergangsphasen mischen sich die Designs – mehr dazu unter Hybrid- und Mischlackierungen erkennen.

Woran du Brit Air erkennst

Live begegnet dir Brit Air nicht mehr. Auf Fotos aus Frankreich zwischen den 1980er-Jahren und 2013 aber umso öfter. Diese Merkmale helfen beim Zuordnen:

Spricht für Brit Air

  • Schriftzug „Brit Air“ am Rumpf oder als kleiner Zusatz neben Air-France-Titeln
  • Bretonische Symbole wie Triskele oder Hermelin am Leitwerk
  • CRJ, ATR 42 oder Saab 340 mit französischem F-Kennzeichen
  • Aufnahme aus Lyon, Brest, Nantes, Straßburg oder Paris-Orly

Spricht dagegen

  • Embraer-Jet in Air-France-Farben – das ist eher Régional, später HOP!
  • Schriftzug „Air Littoral“ auf einem CRJ – dann ist es die Airline aus Montpellier
  • CRJ1000 mit Aufnahmedatum vor Dezember 2010

Das sicherste Merkmal ist das Kennzeichen. Brit-Air-Flugzeuge waren in Frankreich registriert und tragen ein F- vor der Buchstabenfolge, etwa F-GRJS beim CRJ100 des Unglücks von 2003 oder F-HMLA bei der ersten CRJ1000. Prüf die Zuordnung im Einzelfall in einer Datenbank. Wie du den Lebenslauf einer Maschine verfolgst, erklärt Den Lebenslauf eines Flugzeugs recherchieren.

Achtung Verwechslung

Um 2000 flogen in Frankreich mehrere Regionalairlines CRJ und ATR, teils in Air-France-Farben. Neben Brit Air gilt das vor allem für Air Littoral und Régional. Achte auf Kennzeichen, kleine Schriftzüge an Rumpf und Triebwerk sowie die Bildunterschrift, bevor du ein Foto zuordnest.

Unfälle und Zwischenfälle

Der bekannteste Unfall in der Geschichte von Brit Air ereignete sich am 22. Juni 2003. Ein CRJ100 mit dem Kennzeichen F-GRJS war als Air-France-Flug 5672 von Nantes nach Brest unterwegs. Im Anflug auf Brest-Guipavas setzte die Maschine mehrere Kilometer vor der Piste auf. An Bord waren 24 Menschen. Der Kapitän kam ums Leben, alle anderen konnten das Flugzeug verlassen, bevor es ausbrannte.

Die französische Untersuchungsbehörde BEA sah die Ursache vor allem darin, dass die Crew den Anflugmodus des Autopiloten nicht aktivierte, Abweichungen nicht bemerkte und einen nicht stabilisierten Anflug fortsetzte.

Brit Air heute: Spuren für Spotter

Die Airline ist verschwunden, ihre Flugzeuge sind weitergezogen oder verschrottet. Über das Kennzeichen kannst du verfolgen, wohin einzelne Maschinen nach ihrer Zeit bei Brit Air und HOP! gingen. Für Spotter bleibt Brit Air vor allem ein Thema für Archiv und Sammlung: alte Fotos, Flugpläne, Bordkarten und Modelle.

Wer heute Regionalverkehr in Frankreich sehen will, findet ihn bei Air France Hop, Chalair oder Air Corsica. Bevor du an einem französischen Flughafen fotografierst, lies den Artikel zum Fotografieren an französischen Flughäfen. Für die Einordnung älterer Typen hilft Oldtimer am Himmel erkennen.

Gute Chancen auf Brit-Air-Material, wenn …

  • du Fotoarchive aus Lyon, Brest, Nantes oder Paris-Orly zwischen 1990 und 2013 durchsuchst
  • du gezielt nach frühen CRJ700 oder CRJ1000 suchst
  • du auf Sammlerbörsen nach Modellen, Flugplänen und Bordkarten Ausschau hältst

Keine Chance, wenn …

  • du Brit Air live am Zaun erwischen willst – die Marke verschwand 2013, die letzten Symbole 2016

Häufige Verwechslungen

  • Brit Air für eine britische Airline halten – der Name spielt auf die Bretagne (Brittany) an, nicht auf Großbritannien.
  • Brit Air mit Air Littoral verwechseln – beide flogen CRJ und ATR, Air Littoral kam aber aus Montpellier und gehörte nie zu Air France.
  • Jeden CRJ in Air-France-Farben Brit Air zuordnen – auch andere Partner flogen im Air-France-Design, das Kennzeichen entscheidet.
  • AF-Flugnummer mit Air-France-Betrieb gleichsetzen – viele AF-Flüge wurden von Brit Air durchgeführt.
  • HOP! für eine reine Neugründung halten – HOP! entstand aus Brit Air, Régional und Airlinair.

Archivfunde mit der Community teilen

Poste deine Fotos von CRJ, ATR oder Saab 340 mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community mit anderen Fans französischer Regionalluftfahrt aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Fazit

Brit Air war die Airline der Bretagne – und eine der wichtigsten Regionalgesellschaften Frankreichs. Aus einem Lufttaxi mit zwei Piper wurde in vier Jahrzehnten ein reiner Jetbetreiber, der für Air France zwischen Brest, Lyon, Paris und halb Europa unterwegs war. Als Erstkunde von CRJ700 und CRJ1000 hat Brit Air Typengeschichte geschrieben, mit dem Aufgehen in HOP! endete die eigene Marke. Für Spotter bleibt sie ein lohnendes Kapitel, das du über F-Kennzeichen und alte Fotos gut nachverfolgen kannst.

Kurzfazit

Brit Air (IATA DB, ICAO BZH) war eine historische Regionalairline aus Morlaix, gegründet 1973 und ab 2013 Teil von HOP!. Bekannt ist sie als Erstkunde des CRJ700 und CRJ1000 und für ihre enge Bindung an Air France.

Zusammenfassung

  • Brit Air begann als kleine Lufttaxi-Firma im Norden der Bretagne und wuchs zu einer der wichtigsten Regionalairlines Frankreichs.
  • Die Flotte spiegelt den Weg vom Turboprop zum Regionaljet: von Bandeirante, ATR und Saab 340 bis zur reinen CRJ-Flotte.
  • Als Partner und später Tochter von Air France flog Brit Air vor allem unter AF-Flugnummern und in Air-France-Farben.
  • Live spotten kannst du Brit Air nicht mehr, aber Fotos lassen sich über F-Kennzeichen, Typ und Aufnahmejahr gut zuordnen.

Häufige Fragen

Gibt es Brit Air heute noch?

Nein. Seit dem 31. März 2013 flog Brit Air zusammen mit Régional und Airlinair unter der Marke HOP!. Anschließend wurden die drei Gesellschaften rechtlich unter dem Dach von HOP! zusammengeführt, 2016 verschwanden auch die letzten bretonischen Symbole von den Leitwerken. Heute fliegt Air France Hop mit Embraer-Jets im Auftrag von Air France.

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Brit Air?

Brit Air nutzte den IATA-Code DB und den ICAO-Code BZH. Im Funk meldeten sich die Crews mit „BRITAIR“. Weil die Airline ab 1997 als Air-France-Franchise flog, standen auf Tickets und Anzeigetafeln aber meist AF-Flugnummern.

Was bedeutet der ICAO-Code BZH?

BZH ist die verbreitete Abkürzung für „Breizh“, den bretonischen Namen der Bretagne. Du kennst sie vielleicht von Aufklebern an Autos. Der Code passte damit perfekt zur Herkunft der Airline aus Morlaix.

Welche Flugzeuge flog Brit Air?

Am Anfang standen Piper Aztec, später Piper Cheyenne und Navajo, Embraer Bandeirante, Beechcraft King Air 200 und Fokker F27. Ab 1986 kamen ATR 42, ab 1991 ATR 72, dazu bis 1998 Saab 340. Ab 1995 setzte Brit Air auf den CRJ100, ergänzt um Fokker 100. Zum Schluss bestand die Flotte nur noch aus CRJ700 und CRJ1000.

Was hat Brit Air mit dem CRJ700 und CRJ1000 zu tun?

Brit Air brachte den CRJ700 2001 als erste Airline in den Liniendienst. Beim CRJ1000 war Brit Air gemeinsam mit Air Nostrum Erstkunde, die erste Maschine kam im Dezember 2010. Damit stand die bretonische Airline bei gleich zwei Versionen der CRJ-Familie am Anfang.

Gehörte Brit Air zu Air France?

Zunächst nicht. Brit Air war lange eigenständig und flog ab 1983 im Auftrag von Air Inter, ab 1986 auch für Air France. 1997 folgte ein Franchisevertrag für das ganze Netz, im Jahr 2000 wurde Air France Mehrheitseigentümerin. Damit war Brit Air Teil von Air France und indirekt der SkyTeam-Welt.

Welche Unfälle gab es bei Brit Air?

Am 22. Juni 2003 verunglückte ein CRJ100 (F-GRJS) auf dem Flug von Nantes nach Brest im Anflug auf Brest-Guipavas. Die Maschine setzte vor der Piste auf und brannte aus. Der Kapitän kam ums Leben, die übrigen Insassen konnten das Flugzeug verlassen. Die französische Untersuchungsbehörde BEA sah die Ursache in einem nicht stabilisierten Anflug.

Wie erkenne ich Brit Air auf alten Fotos?

Achte auf drei Dinge: den Typ (ATR, Saab 340, später CRJ), das französische F-Kennzeichen und Details wie den Schriftzug „Brit Air“ oder bretonische Symbole am Leitwerk. Bei Maschinen in voller Air-France-Bemalung hilft fast nur das Kennzeichen, das du in einer Datenbank nachschlägst.

Brit Air im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Bombardier CRJ100/CRJ200

Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.

Flugzeugtyp

Bombardier CRJ700

Der CRJ700 ist der Ur-Typ der gestreckten CRJ-Familie: rund 32 Meter lang, um die 70 Sitze, Triebwerke am Heck. Bei Lufthansa CityLine ist er seit 2015 Geschichte, in den USA fliegt er weiter. So trennst du ihn sicher vom längeren CRJ900.

Flugzeugtyp

Bombardier CRJ900

Schlanker Rumpf, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk obendrauf: Der CRJ900 war jahrelang das Arbeitspferd im Lufthansa-Zubringerverkehr. Seit dem Aus der CityLine ist er in Deutschland selten geworden – so erkennst du ihn trotzdem sicher.

Flugzeugtyp

Bombardier CRJ1000

Der CRJ1000 ist das Maximum dessen, was aus dem schlanken Canadair-Rumpf herauszuholen war: rund 39 Meter lang, bis zu 104 Sitze, Triebwerke am Heck. Heute fliegt der größte CRJ fast nur noch in Spanien – so erkennst du ihn und so findest du ihn.

Flugzeugtyp

ATR 42-300/320

Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 42-300 und -320 sind die erste Generation des ATR-Turboprops. Heute triffst du sie vor allem als Frachter. So erkennst du sie.

Flugzeugtyp

ATR 72-200/210

Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 72-200 und -210 sind die erste Generation der großen ATR. Viele fliegen heute fensterlos als Frachter. So erkennst du sie und so findest du sie.

Flugzeugtyp

Saab 340

Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.

Flugzeugtyp

Fokker 100

Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.

Flugzeugtyp

Fokker F27 Friendship

Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.

Flugzeugtyp

Embraer EMB 110 Bandeirante

Tiefdecker, zwei PT6-Turboprops, rund 15 bis 21 Sitze: Mit dem Bandeirante begann 1968 die Geschichte von Embraer. So erkennst du den brasilianischen Zubringer-Klassiker und findest die letzten Exemplare.

Flugzeugtyp

Beechcraft King Air 200/B200/250

Seit 1974 im Dienst und noch immer in Produktion: Die King Air 200 und ihre Nachfolger B200, 250 und 260 sind der Turboprop-Klassiker für Geschäftsreisen, Ambulanzflüge und Militär. So erkennst du sie.

Flugzeugtyp

Embraer E190

Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.

Weitere Airlines

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Passende Guides aus dem Blog

PT

Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Airlines aus Frankreich