Fotografieren an französischen Flughäfen: Vigipirate, Militärbasen und Spotterpraxis

Frankreich hat kein Spotting-Verbot, aber ein dichtes Netz aus Terrorabwehr, militärischen Schutzzonen und Flughafen-Polizeiverordnungen. Der Guide erklärt Vigipirate, gemischt genutzte Flughäfen, die Lage in Paris und wie du am Zaun ohne Ärger fotografierst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202611 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein generelles Verbot: Fotografieren im öffentlichen Raum ist in Frankreich grundsätzlich frei. Ein Gesetz, das Planespotting als solches untersagt, gibt es nicht.
  • Vigipirate prägt die Stimmung: Der staatliche Anti-Terror-Plan sorgt an Flughäfen für viele Streifen. Seit dem 22. Juni 2026 gilt ein neues Stufensystem, im Sommer und Herbst 2026 steht das Land auf „vigilance renforcée“.
  • Militär ist die rote Linie: Wer unerlaubt in militärische Schutzzonen eindringt, macht sich nach Artikel 413-7 des Code pénal strafbar. Mehrere zivile Flughäfen teilen sich die Piste mit einer Militärbasis.
  • Paris ist ein Sonderfall: Für Roissy-CDG, Orly und Le Bourget berichten Spotter-Quellen von einer schriftlichen Genehmigung der Préfecture de police. Das Verfahren ist schlecht dokumentiert – kläre es vor der Reise.
  • Drohnen und Luftbilder sind streng geregelt: Eine ministerielle Liste legt Zonen fest, in denen Aufnahmen aus der Luft verboten sind, und rund um Flughäfen gelten zusätzliche Drohnen-Beschränkungen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort
  2. 2.Vigipirate: was hinter dem Schild steckt
  3. 3.Wer an französischen Flughäfen zuständig ist
  4. 4.Militärbasen: die klare rote Linie
  5. 5.Luftbilder und Drohnen
  6. 6.Der Sonderfall Paris
  7. 7.Spotterpraxis außerhalb von Paris
  8. 8.Wenn die Gendarmerie vorbeikommt
  9. 9.Im Terminal und an Bord
  10. 10.Fazit

Frankreich ist für Spotter ein Land voller Gegensätze. In Toulouse rollen neue Airbusse aus den Hallen, in Paris treffen sich Langstrecken aus aller Welt, an der Côte d’Azur landen Businessjets vor Meereskulisse – und gleichzeitig erleben viele, die mit Teleobjektiv am Zaun stehen, deutlich mehr Kontrollen als in Deutschland. Der Grund sind keine Spotting-Gesetze, sondern ein Geflecht aus Terrorabwehr, militärischem Geheimschutz und lokalen Polizeiverordnungen. Dieser Guide sortiert, was Fotografieren an französischen Flughäfen rechtlich bedeutet, welche Rolle der Plan Vigipirate spielt, wo Militärbasen die Grenze ziehen und wie Spotter in der Praxis gut durchkommen.

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Die kurze Antwort

Spotten ist in Frankreich nicht verboten. Wer von einer öffentlichen Straße, einem Parkplatz oder einem frei zugänglichen Hügel aus Flugzeuge fotografiert, tut grundsätzlich nichts Illegales. Drei Dinge machen die Sache aber komplizierter als in Deutschland:

  • Vigipirate: Der nationale Anti-Terror-Plan sorgt dafür, dass Flughäfen dauerhaft unter erhöhter Beobachtung stehen. Das ist kein Fotografierverbot, führt aber zu mehr Kontrollen.
  • Militär: Militärische Schutzzonen sind streng geschützt, und mehrere zivile Flughäfen teilen sich ihre Piste mit einer Militärbasis.
  • Lokale Regeln: Jeder Flughafen hat eine eigene Polizeiverordnung der Präfektur. Für die Pariser Flughäfen berichten Spotter von einer Genehmigungspflicht, deren Verfahren kaum offiziell dokumentiert ist.

Stand dieser Übersicht ist Oktober 2026. Sicherheitsstufen und Verordnungen ändern sich, deshalb lohnt vor jeder Reise ein Blick auf die aktuellen Angaben der französischen Regierung und des jeweiligen Flughafens. Den allgemeinen Rahmen für Reisen mit Kamera findest du im Guide Spotten im Ausland: Rechtslage.

3Stufen im Vigipirate-System seit dem 22. Juni 2026
300+Maßnahmen umfasst der Plan Vigipirate insgesamt
4 hmaximale Dauer einer Identitätsfeststellung durch die Polizei

Vigipirate: was hinter dem Schild steckt

Wer in Frankreich reist, sieht es überall: das Vigipirate-Logo an Bahnhöfen, Schulen und Flughäfen. Der Plan ist das zentrale Instrument des Staates gegen Terrorismus und umfasst mehr als 300 Maßnahmen, verteilt auf viele Bereiche des öffentlichen Lebens – Verkehr und Luftfahrt gehören zu den wichtigsten. Ein Teil davon gilt dauerhaft, andere werden je nach Lage zugeschaltet.

Seit dem 22. Juni 2026 arbeitet Vigipirate mit drei Stufen:

Stufe Bedeutung Was du als Spotter merkst
Vigilance Grundstufe mit dauerhaften Maßnahmen normale Präsenz, Kontrollen eher selten
Vigilance renforcée erhöhte Wachsamkeit, zusätzliche gezielte Maßnahmen mehr Streifen und häufiger Kontrollen an belebten Orten
Alerte attentat höchste Stufe, zeitlich befristet auf Anordnung des Premierministers massive Präsenz, deutlich niedrigere Toleranz für ungewöhnliches Verhalten

Für Sommer und Herbst 2026 hat die Regierung das ganze Land auf vigilance renforcée gesetzt. Davor galt über lange Zeit die frühere Höchststufe „urgence attentat“. Die Stufe alerte attentat kann auf Entscheidung des Premierministers für zwölf Tage ausgerufen und verlängert werden.

Wichtig für die Einordnung: Vigipirate verbietet dir nicht das Fotografieren. Der Plan verändert aber das Umfeld. An Flughäfen patrouillieren mehr Polizisten und Gendarmen, Sicherheitsdienste achten genauer auf Menschen, die lange an einem Ort verweilen, und zurückgelassene Taschen werden sofort zum Einsatz. Für Spotter mit Rucksack, Stativ und 600-Millimeter-Objektiv bedeutet das schlicht: Du fällst auf. Wer das weiß und sich entsprechend verhält, hat kaum Probleme.

Tasche nie aus den Augen lassen

Unter Vigipirate gilt jedes unbeaufsichtigte Gepäckstück als mögliche Bedrohung. Ein Fotorucksack, der kurz am Zaun stehen bleibt, während du zum Auto gehst, kann einen Großeinsatz mit Sperrung auslösen. Behalte deine Ausrüstung immer bei dir.

Wer an französischen Flughäfen zuständig ist

An zivilen Flughäfen triffst du vor allem auf die Gendarmerie des transports aériens (GTA). Diese Spezialeinheit der Gendarmerie ist der Generaldirektion für Zivilluftfahrt (DGAC) zugeordnet und kümmert sich um die Sicherheit der Flughäfen und der Luftfahrt. Sie überwacht unter anderem die Sicherheitsfirmen, die Zugangskontrollen durchführen, und ist für den Sicherheitsbereich und sein Umfeld zuständig. In den Terminals ist zusätzlich die Police nationale unterwegs, dazu kommen private Sicherheitsdienste des Betreibers.

Rechtlich bedeutsam ist außerdem, dass für jeden Flughafen ein präfektorales Polizeiarrêté existiert. Diese Verordnung legt fest, welche Bereiche öffentlich zugänglich sind, wo du nicht parken oder halten darfst und welche Aktivitäten auf dem Flughafengelände eine Genehmigung brauchen. An manchen Flughäfen werden darin auch Foto- und Filmaufnahmen auf dem Gelände geregelt, besonders auf der Luftseite. Für dich heißt das: Was am einen Flughafen geduldet wird, kann am nächsten untersagt sein. Wie das Hausrecht des Betreibers in Deutschland funktioniert, erklärt der Artikel Hausrecht am Flughafen – in Frankreich kommt die staatliche Verordnung als zweite Ebene hinzu.

Militärbasen: die klare rote Linie

Frankreich hat eine große Luftwaffe und eine Marinefliegerei mit vielen Stützpunkten. Für Spotter ist das reizvoll – mit Dassault Rafale, Tankern und Transportern –, aber hier ist die Toleranz am geringsten.

Der rechtliche Kern ist Artikel 413-7 des Code pénal. Er stellt das unerlaubte Eindringen in abgegrenzte, geschützte Zonen von Einrichtungen unter Strafe, die der Landesverteidigung dienen. Diese Zonen sind mit Schildern gekennzeichnet; die Verordnungen dazu verlangen, dass Grenzen und Verbote vor Ort erkennbar sind. Steht an einem Zaun ein Schild mit einem Fotografier- oder Betretungsverbot, ist das kein Vorschlag.

Heikel sind vor allem gemischt genutzte Flughäfen. Die französische Luftfahrtbehörde unterscheidet zivile, militärische und gemischte Flugplätze. Einige Beispiele, an denen zivile und militärische Nutzung zusammenkommen:

  • Am Flughafen Bordeaux-Mérignac teilt sich der zivile Verkehr die Anlage mit der Luftwaffenbasis BA 106.
  • Lorient Bretagne Sud liegt neben der Marinefliegerbasis Lann-Bihoué und wird gemeinsam genutzt.
  • Auch Toulon-Hyères ist zivil und militärisch geprägt; der Flughafen grenzt an eine Basis der Marineflieger.

An solchen Plätzen gilt: Zivile Jets im Endanflug sind meist unproblematisch, die militärische Seite mit Hallen, Abstellflächen und Luftfahrzeugen solltest du aber nicht gezielt fotografieren. Mehr Hintergründe findest du im Guide Militärflugplätze fotografieren.

Eher unkritisch

  • Zivile Verkehrsflugzeuge im Anflug von öffentlichem Grund aus
  • Militärflugzeuge bei Airshows und Tagen der offenen Tür
  • Museumsflugzeuge in Ausstellungen
  • Aufnahmen aus dem Terminal ohne Sicherheitstechnik im Bild

Riskant oder verboten

  • Betreten gekennzeichneter militärischer Schutzzonen
  • Gezielte Aufnahmen von Militärbereichen auf gemischten Flughäfen
  • Leitern oder Tritte am Sicherheitszaun
  • Drohnenflüge in Flughafennähe oder über gelisteten Zonen

Luftbilder und Drohnen

Ein Bereich, in dem Frankreich besonders deutlich regelt, sind Aufnahmen aus der Luft. Eine interministerielle Verordnung legt eine Liste von Zonen fest, in denen jede Aufnahme aus der Luft verboten ist – egal ob mit Kamera, Filmgerät oder einem anderen Sensor. Die Fassung vom Oktober 2017 umfasste 247 Zonen, darunter Militärstandorte, Kraftwerke und andere sensible Anlagen. Weil das Verbot für jedes Aufnahmegerät gilt, betrifft es auch Kameradrohnen; für Verstöße nennen Presseberichte bis zu ein Jahr Haft und 75.000 Euro Geldstrafe.

Für dich bedeutet das: Eine Drohne rund um einen Flughafen ist in Frankreich keine Grauzone, sondern ein ernstes Problem. Hinzu kommen die allgemeinen Drohnenbeschränkungen im Flughafenumfeld, und unter Vigipirate reagieren Sicherheitskräfte auf Drohnen besonders sensibel. Wie die EU-Regeln für private Drohnen im Urlaub aussehen, beschreibt Mit der Drohne in den Urlaub. Fotos aus einem Linienflug fallen dagegen nicht in diesen Bereich – zu Tipps rund um Bilder aus der Kabine siehe Den besten Fensterplatz für Fotos wählen.

Der Sonderfall Paris

Die drei großen Pariser Flughäfen – Roissy-Charles de Gaulle, Orly und Le Bourget – werden von Spottern seit Jahren als schwieriges Pflaster beschrieben. Die französischsprachige Wikipedia hält fest, dass Spotting an Roissy-CDG seit 2006 ohne schriftliche Genehmigung untersagt sei und dass für die Pariser Plätze eine dreijährige Genehmigung der Préfecture de police ausgestellt werde. Internationale Spotter-Ratgeber empfehlen ebenfalls, vor dem Besuch eine Genehmigung schriftlich zu beantragen, idealerweise auf Französisch.

Wir müssen hier ehrlich sein: Ein offizielles, öffentlich gut beschriebenes Antragsverfahren haben wir nicht gefunden. Gleichzeitig weist das regionale Tourismusbüro rund um Roissy öffentliche Aussichtspunkte für Flugzeugfans aus, etwa im Umfeld des Concorde-Denkmals und bei Terminal 1, und betont, dass es keinen offiziellen Spotterbereich gibt. Daraus folgt eine pragmatische Linie:

1. Vorher anfragen

Schreib dem Flughafenbetreiber oder der Préfecture de police rechtzeitig, wer du bist, wann du kommst und dass du Flugzeuge von öffentlichen Orten aus fotografieren willst.

2. Antwort ausdrucken

Eine Genehmigung oder auch nur eine freundliche Antwort auf Papier hilft bei einer Kontrolle mehr als jede Diskussion.

3. Nur öffentliche Orte nutzen

Bleib auf frei zugänglichen Wegen, Parkplätzen und Plätzen. Halte nicht auf Zufahrtsstraßen oder Standstreifen.

4. Anweisungen sofort folgen

Wirst du weggeschickt, geh. Die Diskussion um die Rechtslage gewinnst du am Zaun nicht.

Konkrete Standorte und Lichtzeiten rund um den größten französischen Flughafen findest du im Guide Planespotting in Paris-Charles de Gaulle. Dort fliegt vor allem Air France in großer Zahl, ergänzt durch Gesellschaften aus allen Kontinenten.

Wissen, wann sich der Weg lohnt

Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und Pistenrichtung am Flughafen und meldet per Sichtungs-Alarm, wenn ein gesuchtes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Spotterpraxis außerhalb von Paris

Abseits der Hauptstadt ist die Lage oft entspannter, aber nie einheitlich. Ein paar Beobachtungen:

  • Toulouse-Blagnac ist das Mekka für Airbus-Fans. Rund um den Flughafen Toulouse-Blagnac und das Museum Aeroscopia bekommst du Testflugzeuge und Auslieferungen vor die Linse. Weil hier Industrieanlagen eng mit dem Flughafen verzahnt sind, bleibt Zurückhaltung trotzdem wichtig. Details im Guide Planespotting in Toulouse-Blagnac.
  • Lyon und andere Vinci-Flughäfen haben Spottern in der Vergangenheit sogar die Tür geöffnet: 2019 lud Vinci Airports zu „Spotters Days“ ein, unter anderem am Flughafen Lyon-Saint Exupéry, in Toulon-Hyères und in Rennes. Solche Aktionen sind die beste Gelegenheit für Bilder nah an der Piste – halte Ausschau nach Ankündigungen der Betreiber.
  • Nizza liegt direkt am Meer, viele Fotos entstehen von öffentlichen Uferbereichen aus. Am Flughafen Nizza Côte d’Azur gilt aber dieselbe Grundregel: keine Sicherheitsbereiche, kein Klettern, Anweisungen befolgen.
  • Basel-Mulhouse liegt auf französischem Staatsgebiet. Am EuroAirport gilt daher französisches Recht – auch wenn viele Spotter aus der Schweiz oder Deutschland anreisen.

Die entspannteste Option bleiben Veranstaltungen. Die Paris Air Show in Le Bourget findet in ungeraden Jahren statt, das Musée de l’Air et de l’Espace liegt direkt am Platz, und Basen der Luftwaffe öffnen gelegentlich für Flugtage. Eine Übersicht über Termine in Europa liefert Airshows in Europa für Planespotter.

Wenn die Gendarmerie vorbeikommt

Früher oder später wirst du in Frankreich angesprochen – das ist kein Drama, sondern Alltag. In den meisten Fällen wollen die Beamten nur wissen, wer du bist und was du tust. Ein paar Grundsätze:

  • Ausweis dabeihaben. Eine strikte Mitführpflicht gibt es nicht, aber du musst deine Identität nachweisen können. Gelingt das nicht, darf die Polizei dich zur Identitätsfeststellung festhalten, höchstens vier Stunden.
  • Freundlich und offen bleiben. Ein „Bonjour“ zu Beginn ist in Frankreich Pflicht der Höflichkeit. Erkläre kurz, dass du Flugzeuge fotografierst – „Je photographie les avions, c’est mon hobby“ reicht oft schon.
  • Bilder zeigen, wenn gefragt. Flugzeuge im Anflug vor blauem Himmel sind die beste Erklärung. Bilder von Zäunen, Toren oder Kameras dagegen nicht.
  • Nicht diskutieren. Wirst du gebeten zu gehen, geh. Wenn du aufgefordert wirst, Bilder zu löschen, und unsicher bist, bleib ruhig und kläre die Rechtslage später.

Wie du dich bei Kontrollen grundsätzlich verhältst und welche Rechte du hast, beschreiben die Artikel Polizeikontrolle beim Spotten und Kamera oder Speicherkarte beschlagnahmt. Dass Missverständnisse im Ausland auch eskalieren können, zeigt Der Kalamata-Fall 2001 – Frankreich ist davon weit entfernt, die Lehre aus dem Fall gilt aber überall: Wer Hinweise ernst nimmt, bleibt auf der sicheren Seite.

Gute Wahl, wenn …

  • du von öffentlichen Wegen, Parkplätzen oder Aussichtshügeln aus fotografierst
  • du bei Airshows, Museen oder Spotter-Events unterwegs bist
  • du Fotos aus Terminal oder Kabine ohne Sicherheitstechnik machst

Vorher klären, wenn …

  • du an den Pariser Flughäfen spotten willst
  • du einen gemischt genutzten Flughafen besuchst
  • die Vigipirate-Stufe gerade angehoben wurde

Lass es, wenn …

  • Schilder Betreten oder Fotografieren verbieten
  • du dafür eine Leiter am Zaun bräuchtest
  • du eine Drohne in Flughafennähe starten willst

Im Terminal und an Bord

Im Terminal gelten die gleichen Grundregeln wie in Deutschland: Fotos durch die Fensterfront sind meist kein Problem, Sicherheitskontrollen, Personal und Überwachungstechnik gehören nicht ins Bild. Warum gerade die Kontrollstelle tabu ist, erklärt Warum Fotografieren an der Sicherheitskontrolle verboten ist, allgemeine Tipps liefert Fotografieren im Terminal. Achte zudem auf das in Frankreich starke Recht am eigenen Bild: Menschen, die erkennbar im Mittelpunkt stehen, fotografierst du nur mit Zustimmung.

Bereit für den Spottertrip nach Frankreich?

Hak ab, was du erledigt hast – am Ende siehst du, ob du gut vorbereitet bist.

  • Ich habe die aktuelle Vigipirate-Stufe geprüft.
  • Ich weiß, ob mein Zielflughafen auch militärisch genutzt wird.
  • Für Paris habe ich vorher beim Flughafen oder der Préfecture de police angefragt.
  • Ausweis oder Reisepass sind im Gepäck.
  • Meine Spots liegen auf öffentlichem Grund, ohne Leiter am Zaun.
  • Die Drohne bleibt zu Hause oder fern von Flughäfen.
  • Ich kann mein Hobby auf Französisch in einem Satz erklären.

Spots, Sichtungen und Community in einer App

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Fazit

Frankreich gehört nicht zu den Ländern mit strengen Fotografierverboten an Flughäfen, ist aber auch kein Land, in dem du einfach stundenlang unbeobachtet am Zaun stehst. Vigipirate sorgt für Wachsamkeit, Militärbasen sind konsequent geschützt, und in Paris kommt eine schlecht dokumentierte Genehmigungsfrage hinzu. Wer das kennt, sich offen gibt und auf öffentlichem Grund bleibt, kommt mit tollen Bildern nach Hause – von Air-France-Langstreckern bis zu fabrikneuen Airbussen.

Kurzfazit

Spotten ist in Frankreich erlaubt, aber unter Beobachtung. Prüf die Vigipirate-Stufe, halte dich von Militärbereichen fern, frag für Paris vorher nach, nimm deinen Ausweis mit und folge Anweisungen von Gendarmerie und Polizei ohne Diskussion.

Zusammenfassung

  • Frankreich behandelt Fotografieren im öffentlichen Raum liberal, schützt aber militärische Anlagen, Sicherheitsbereiche und bestimmte Zonen aus der Luft sehr konsequent.
  • Der Plan Vigipirate ist kein Fotografierverbot, erhöht aber die Präsenz von Polizei, Gendarmerie und Sicherheitsdiensten. Für Spotter heißt das: häufiger Kontrollen, kürzere Geduld.
  • An zivilen Flughäfen ist die Gendarmerie des transports aériens (GTA) zuständig. Jeder Flughafen hat eine eigene präfektorale Polizeiverordnung, die auch Aufnahmen auf dem Gelände regeln kann.
  • Flughäfen wie Bordeaux-Mérignac oder Lorient werden zivil und militärisch genutzt. Dort gehört die Militärseite konsequent nicht ins Bild.
  • Mit Zurückhaltung, Ausweis, öffentlichen Standorten und Respekt vor Hinweisschildern spottest du in Frankreich in der Regel problemlos – Airshows und Spotter-Events sind die entspannte Alternative.

Häufige Fragen

Ist Planespotting in Frankreich erlaubt?

Grundsätzlich ja. Fotografieren von öffentlich zugänglichen Orten aus ist in Frankreich nicht verboten, und ein spezielles Spotting-Verbot gibt es nicht. Einschränkungen ergeben sich aus militärischen Schutzzonen, den Polizeiverordnungen der einzelnen Flughäfen und der allgemeinen Sicherheitslage unter dem Plan Vigipirate. Für die Pariser Flughäfen berichten Spotter-Quellen zusätzlich von einer Genehmigungspflicht.

Was ist Vigipirate?

Vigipirate ist der nationale Plan Frankreichs zur Vorbeugung und Abwehr von Terroranschlägen. Er bündelt mehr als 300 Maßnahmen für verschiedene Lebensbereiche, darunter Verkehr und Flughäfen. Seit dem 22. Juni 2026 kennt er drei Stufen: vigilance, vigilance renforcée und alerte attentat. Für Sommer und Herbst 2026 hat die Regierung die Stufe vigilance renforcée festgelegt. Prüfe den aktuellen Stand vor deiner Reise.

Verbietet Vigipirate das Fotografieren an Flughäfen?

Nein, der Plan selbst enthält kein allgemeines Fotografierverbot. Er führt aber zu mehr Streifen und erhöhter Aufmerksamkeit. Wer mit langem Teleobjektiv lange an einem Zaun steht, wird eher angesprochen und kontrolliert als in Zeiten niedriger Wachsamkeit.

Darf ich Militärflugzeuge in Frankreich fotografieren?

Von öffentlichem Grund aus ist das nicht pauschal verboten, aber du bewegst dich in einem sensiblen Bereich. Unerlaubtes Betreten militärischer Schutzzonen ist nach Artikel 413-7 des Code pénal strafbar, und Hinweisschilder an Stützpunkten sind ernst zu nehmen. Am entspanntesten fotografierst du Militärflugzeuge bei Airshows und offiziellen Veranstaltungen.

Brauche ich in Paris eine Genehmigung zum Spotten?

Für Roissy-Charles de Gaulle, Orly und Le Bourget berichten Spotter-Ratgeber und Nachschlagewerke von einer schriftlichen Genehmigung der Préfecture de police, die laut französischer Wikipedia für drei Jahre gilt. Ein offizielles, öffentlich gut beschriebenes Verfahren haben wir nicht gefunden. Erkundige dich vor der Reise beim Flughafen oder der Préfecture de police und nimm die Antwort schriftlich mit.

Muss ich in Frankreich einen Ausweis dabeihaben?

Eine strikte Mitführpflicht gibt es nicht, du musst deine Identität bei einer Kontrolle aber nachweisen können. Kannst du das nicht, darf die Polizei dich zur Identitätsfeststellung festhalten, höchstens vier Stunden lang. Nimm deshalb Personalausweis oder Reisepass mit zum Spot.

Darf ich am Flughafen in Frankreich eine Drohne fliegen lassen?

Davon solltest du absehen. Rund um Flughäfen und Militärbasen ist der Luftraum für Drohnen stark eingeschränkt, und eine ministerielle Liste legt rund 250 Zonen fest, in denen jede Aufnahme aus der Luft verboten ist. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen.

Was mache ich, wenn mich die Gendarmerie anspricht?

Ruhig bleiben, freundlich grüßen, Ausweis zeigen und erklären, dass du Flugzeuge fotografierst. Zeig auf Wunsch deine Bilder und folge Anweisungen, auch wenn du sie für übertrieben hältst. Ein paar Worte Französisch und Bilder ohne Sicherheitstechnik im Ausschnitt helfen enorm.

PT

Planetrack Redaktion

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