Das Wichtigste in Kürze
- Die King Air 200 ist der Urtyp der „Super King Air“: ein zweimotoriger Turboprop mit T-Leitwerk, der 1972 erstmals flog und seit 1974 ausgeliefert wird.
- B200, B200GT, 250 und 260 sind Weiterentwicklungen derselben Zelle – alle laufen unter dem ICAO-Code BE20 und sind von außen nur an Details zu trennen.
- Schnellster Erkennungsweg: T-Leitwerk plus kurzer Rumpf. Hat sie Winglets, ist es eine 250 oder 260; fehlen sie, eher 200, B200 oder B200GT.
- Einsatz: Geschäftsreisen, Ambulanz- und Rettungsflüge, Vermessung, Kalibrierung und Militär – in den USA als C-12 Huron.
- Im DACH-Raum ein Alltagsgast an Regional- und GA-Flugplätzen, trotzdem lohnt sich die Jagd auf seltene Versionen und militärische Varianten.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die King Air 200?
- 2.Die Versionen im Überblick
- 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.King Air 200, 350, 90 oder 1900D?
- 5.Wer die King Air 200 fliegt
- 6.Spotting-Strategie: Alltagsgast mit Raritäten
- 7.Fototipps speziell für die King Air
- 8.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 9.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Beech Aircraft, später Raytheon und Hawker Beechcraft, heute Textron Aviation (Wichita, USA) |
|---|---|
| Familie | Super King Air 200 (200, B200, B200GT, 250, 260) |
| ICAO-Typcode | BE20 |
| Erstflug | 27. Oktober 1972 (Prototyp Model 200) |
| Zulassung / Indienststellung | Zulassung Dezember 1973, erste Auslieferung Februar 1974 |
| Wichtige Versionen | 200 (1974), B200 (Anfang der 1980er), B200GT (2007), 250 (2010), 260 (2021) |
| Status | in Produktion (aktuell als King Air 260) |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PT6A, je 850 WPS (200: -41, B200: -42, B200GT/250/260: -52) |
| Länge | rund 13,4 m |
| Spannweite | rund 16,6 m (200/B200), 17,65 m (250/260 mit Winglets) |
| Höhe | rund 4,5–4,6 m |
| Kabine (260) | 5,08 m lang, 1,37 m breit, 1,45 m hoch |
| Max. Startgewicht | 5.670 kg (12.500 lb) |
| Passagiere | typisch bis zu 9 (260), je nach Bestuhlung |
| Reisegeschwindigkeit (260) | bis 310 kt (rund 574 km/h) |
| Reichweite (260) | bis 1.720 nm (rund 3.185 km) |
| Dienstgipfelhöhe | 35.000 ft (rund 10.700 m) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- T-Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt oben auf der Seitenflosse – das trennt die 200er auf einen Blick von fast allen King Air 90 und 100
- Zwei PT6A-Turboprops in schlanken Gondeln weit vorne am Flügel, Auspuffstutzen seitlich an den Gondeln
- Kurzer, flacher Rumpf ohne Buckel mit einer Reihe runder bis ovaler Kabinenfenster
- Flügelspitzen: ohne Winglets bei 200, B200 und B200GT, mit Winglets bei 250 und 260
- Typische spitz zulaufende Beech-Nase und Einstiegstür mit Klapptreppe hinten links
- Kürzer als die King Air 350 und deutlich niedriger als die Beechcraft 1900D
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein zweimotoriger Turboprop mit hohem T-Leitwerk rollt vor das General-Aviation-Terminal, die Propeller laufen sirrend aus, ein paar Geschäftsreisende steigen über die Klapptreppe aus: Mit hoher Wahrscheinlichkeit hast du gerade eine Beechcraft King Air 200 oder eine ihrer Nachfolgerinnen gesehen. Kaum ein Turboprop ist so lange in Produktion und so vielseitig im Einsatz. Hier erfährst du, wie du die Familie erkennst, wie du 200, B200, 250 und 260 auseinanderhältst und wo sich die Suche nach besonderen Exemplaren lohnt.
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Was ist die King Air 200?
Die King Air 200 ist ein zweimotoriger, druckbelüfteter Turboprop für Geschäftsreisen, Zubringer- und Spezialaufgaben. Sie bildet den Kern der sogenannten Super King Air-Familie, zu der später auch die größeren Modelle 300 und 350 kamen. Im Cockpit sitzen ein oder zwei Piloten, hinten finden je nach Ausstattung eine Handvoll bis rund neun Passagiere Platz.
Entwickelt wurde sie bei Beech Aircraft in Wichita als größere und stärkere Weiterentwicklung der King Air 100. Der Prototyp hob am 27. Oktober 1972 ab, ein zweiter folgte im Dezember. Die Zulassung erteilte die US-Luftfahrtbehörde im Dezember 1973, die erste Maschine ging im Februar 1974 an einen Kunden. Fast zeitgleich bekam die US Army ihre ersten militärischen Ableger.
Seitdem ist die Linie nie aus der Produktion verschwunden. Beech gehörte ab 1980 zu Raytheon, später firmierte das Unternehmen als Hawker Beechcraft; heute ist die Marke Teil von Textron Aviation. Die aktuelle Version heißt King Air 260. Über alle Versionen hinweg ist die Super-King-Air-Familie nach gängigen Angaben mit mehreren Tausend Exemplaren einer der erfolgreichsten Geschäftsreise-Turboprops überhaupt.
Die Versionen im Überblick
Die Grundzelle ist über die Jahrzehnte gleich geblieben, verändert haben sich vor allem Triebwerke, Propeller, Flügelspitzen und Cockpit. Für Spotter ist das Fluch und Segen zugleich: Die Familie ist leicht zu erkennen, die einzelnen Versionen aber nur an Details.
| Version | Zeitraum | Triebwerk | Außenmerkmal |
|---|---|---|---|
| 200 | ab 1974 | PT6A-41 | T-Leitwerk, keine Winglets |
| B200 | ab Anfang der 1980er | PT6A-42 | wie 200, Detailänderungen |
| B200GT | ab 2007 | PT6A-52 | keine Winglets, stärkere PT6A-52 |
| 250 | ab 2010 | PT6A-52 | Winglets, Verbundpropeller |
| 260 | ab 2021 | PT6A-52 | wie 250, neues Cockpit und Autothrottle |
Alle Triebwerke stammen von Pratt & Whitney Canada und leisten jeweils 850 Wellen-PS. Der Unterschied liegt darin, wie viel davon in großer Höhe und bei Hitze noch zur Verfügung steht – die neueren Varianten halten ihre Leistung deutlich länger.
Neben den Hauptversionen gibt es zahlreiche Sonderausführungen: Varianten mit großer Frachttür (200C, B200C), Seeaufklärer mit Radar (200T, B200T), Vermessungs- und Kalibrierflugzeuge sowie eine kurzlebige Zubringerversion Model 1300 mit 13 Sitzen und Gepäckbehälter unter dem Rumpf, von der laut Literatur nur 14 Exemplare entstanden.
B200GT und 250: Leistung für heiße und hohe Plätze
Die B200GT erhielt 2007 ihre Zulassung und brachte erstmals die PT6A-52 in die 200er-Zelle. Der nächste Schritt war die King Air 250, vorgestellt 2010: Sie kombinierte die GT-Technik mit Winglets, Verbundpropellern von Hartzell und einem verbesserten Lufteinlass am Triebwerk. Ziel war bessere Startleistung auf kurzen, heißen oder hoch gelegenen Pisten. Ab hier ändert sich die Silhouette spürbar – die Spannweite wächst auf rund 17,65 Meter.
King Air 260: der aktuelle Stand
Im Dezember 2020 stellte Textron die King Air 260 vor, die Zulassung folgte im Frühjahr 2021. Von außen gleicht sie der 250. Neu sind vor allem ein Pro Line Fusion-Cockpit von Collins Aerospace mit drei großen Touchscreen-Displays, ein neues Wetterradar und eine automatische Schubregelung (Autothrottle), die Überschreitungen von Temperatur und Drehmoment verhindert. Laut Hersteller schafft die 260 bis zu 310 Knoten Reisegeschwindigkeit und bis zu 1.720 nautische Meilen Reichweite bei einem maximalen Startgewicht von 5.670 Kilogramm.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Aufs Leitwerk schauen
Das Höhenleitwerk sitzt oben auf der Seitenflosse. Von den kleineren King Air hat nur die F90 ein T-Leitwerk – fast alle anderen 90er und 100er erkennst du am tief angesetzten Höhenleitwerk.
Rumpflänge einschätzen
Die 200er wirkt kompakt: rund 13,4 Meter Länge bei einer Spannweite, die deutlich größer ist. Eine King Air 350 ist spürbar länger und hat mehr Kabinenfenster.
Flügelspitzen prüfen
Gerade Flügelspitzen sprechen für 200, B200 oder B200GT. Winglets deuten auf 250 oder 260 – oder auf eine nachgerüstete ältere Maschine, also immer per Kennzeichen gegenchecken.
Die letzte Sicherheit liefert wie immer das Kennzeichen. Weil BE20 für alle Varianten gilt, hilft der Typcode im Tracking-Dienst nur bei der Familie weiter. Wie du Register liest und eine Maschine eindeutig zuordnest, steht im Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen; wie alt ein bestimmtes Exemplar ist, findest du mit Flugzeugalter herausfinden.
Achtung bei Nachrüstungen
Viele ältere 200 und B200 haben über Jahrzehnte Umbauten bekommen – neue Propeller, Winglets, modernisierte Cockpits oder Triebwerks-Upgrades von Drittanbietern. Ein Merkmal allein reicht deshalb nicht für die Versionsbestimmung. Erst das Register zeigt, was wirklich vor dir steht.
King Air 200, 350, 90 oder 1900D?
Die King-Air-Familie ist groß, und die Modelle sehen sich ähnlich. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Beechcraft-Turboprop
King Air 200 / B200 / 250 / 260
T-Leitwerk und kompakter, flacher Rumpf sind das typische Bild der 200er-Familie. Winglets sprechen für 250 oder 260.
King Air 350
Gleiches Grundlayout, aber gestreckter Rumpf, stärkere Triebwerke und Winglets ab Werk – die große Schwester der 200.
King Air 90 oder 100
Tief angesetztes Höhenleitwerk und kurzer Rumpf sprechen für die kleineren King Air. Ausnahme: Die F90 hat ebenfalls ein T-Leitwerk, ist aber kürzer als die 200.
Beechcraft 1900D
Der lange Zubringer-Rumpf mit Buckel hinter dem Cockpit und die Flossen-Sammlung am Heck gehören zur 1900D, einem engen King-Air-Verwandten.
Mehr zu den Verwandten findest du auf den Seiten zur King Air 350 und zur Beechcraft 1900D, die direkt aus der Super King Air entwickelt wurde. Außerhalb der Beechcraft-Welt konkurriert die King Air vor allem mit der einmotorigen Pilatus PC-12 – Hochdecker-Verwechslungen sind damit ausgeschlossen, aber beide teilen sich oft dieselben Vorfelder. Die Piaggio P.180 Avanti mit Druckpropellern und Entenflügel ist schnell aussortiert, ebenso die einmotorige Daher TBM. Die kolbengetriebene Beechcraft Baron ist deutlich kleiner und ohne Druckkabine. Einen breiteren Überblick gibt der Beitrag Turboprops unterscheiden.
Wer die King Air 200 fliegt
Die Stärke der King Air ist ihre Vielseitigkeit. Sie startet von relativ kurzen Pisten, trägt eine Druckkabine und ist robust genug für unbefestigte Plätze. Entsprechend breit ist das Einsatzspektrum.
- Geschäftsreisen und Charter: Unternehmen, Bedarfsflug-Anbieter und Eigentümer nutzen die King Air für Strecken, auf denen ein Jet zu teuer oder die Piste zu kurz wäre.
- Ambulanz- und Rettungsflüge: Ein bekanntes Beispiel ist der Royal Flying Doctor Service in Australien, der laut eigener Flottenübersicht zahlreiche King Air B200 und B200C betreibt, neben größeren King Air und Pilatus-Maschinen.
- Vermessung, Kalibrierung und Forschung: Mit Kameras, Sensoren oder Messgeräten fliegen 200er Luftbild- und Navigationshilfen-Vermessung oder atmosphärische Forschung.
- Schulung: Airline-Flugschulen setzten die King Air lange für die Mehrmotorenausbildung ein, etwa Lufthansa Flight Training bis Ende der 1990er-Jahre.
- Militär und Behörden: Zahlreiche Luftstreitkräfte nutzen 200er als Transport-, Verbindungs- und Aufklärungsflugzeuge.
Militärisch: die C-12 Huron
In den USA tragen die militärischen King Air die Bezeichnung C-12 Huron. Die ersten C-12A kamen 1974 zur US Army, ursprünglich noch als U-25A bezeichnet. Die frühen Versionen basieren auf der King Air 200, spätere auf der 350 oder der Beechcraft 1900. Die US Navy flog unter anderem die UC-12B als Transporter mit großer Frachttür sowie die TC-12B zur Ausbildung. Besonders auffällig sind die RC-12 der US Army, Signalaufklärer mit zahlreichen Antennen an Rumpf und Flügeln. Wie du solche Maschinen online findest, erklärt Militärflugzeuge verfolgen; zu den Seriennummern hilft der Beitrag US-Militärkennzeichen.
Auch die US Navy setzt die Familie weiter ein: Die King Air 260 dient dort als Ausbildungsflugzeug T-54A Marlin II, in Kanada fliegt sie als CT-145E.
| Einsatz | Typische Merkmale am Flugzeug | Trefferchance im DACH-Raum |
|---|---|---|
| Geschäftsreise/Charter | dezente Bemalung, Privat- oder Firmenkennzeichen | hoch |
| Ambulanz | Rettungsdienst-Bemalung, große Frachttür bei C-Versionen | mittel |
| Vermessung/Forschung | Kamerafenster im Rumpfboden, Sensorbehälter, Zusatzantennen | niedrig |
| Militär (C-12, RC-12) | Tarn- oder Grauanstrich, Antennenwald | niedrig, eher bei Übungen und Überführungen |
Keine seltene King Air mehr verpassen
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Spotting-Strategie: Alltagsgast mit Raritäten
Im deutschsprachigen Raum gehört die King Air 200 zu den häufigeren Turboprops in der allgemeinen Luftfahrt. Du findest sie an Verkehrsflughäfen meist auf dem GA-Vorfeld, an Regionalflughäfen und Verkehrslandeplätzen oft mitten im Geschehen. Wie du dort vorgehst, steht in den Beiträgen Spotting an Regionalflughäfen und General Aviation spotten. Eine Fundgrube für Turboprops aller Art ist die Messe AERO am Flughafen Friedrichshafen – Tipps dazu im Beitrag AERO Friedrichshafen.
Weil die Familie so verbreitet ist, lohnt sich die Jagd auf Besonderheiten: eine originale 200 aus den 1970ern, eine Model-1300-Zubringerversion, eine King Air mit Messausrüstung oder eine militärische C-12. Wie selten deine Sichtung wirklich ist, kannst du mit dem Guide Seltenheit einer Sichtung einschätzen einordnen. Gezielt einzelne Maschinen findest du über Flugzeuge per Kennzeichen verfolgen.
Bereit für deine King-Air-Session?
- Ich habe BE20-Bewegungen im Tracking-Dienst oder Flugplan gecheckt.
- Ich weiß, wo am Flughafen das GA-Vorfeld liegt.
- Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Meine Kamera steht auf einer Verschlusszeit, die die Propeller nicht einfriert.
Fototipps speziell für die King Air
Die King Air ist klein, und ihre Unterscheidungsmerkmale sitzen an Flügelspitzen, Propellern und Leitwerk. Ein paar Punkte machen den Unterschied.
Propeller drehen lassen
Bei zu kurzer Belichtungszeit stehen die Propeller still und das Bild wirkt wie ein Modell. Längere Zeiten mit sauberem Mitziehen zeigen eine schöne Propellerscheibe – mehr dazu im Guide Propeller fotografieren.
Flügelspitzen ins Bild
Ob Winglets dran sind, ist dein wichtigstes Versionsmerkmal. Eine Dreiviertelansicht von vorn zeigt Spitzen, Propeller und Leitwerk zugleich.
Mehr Brennweite einplanen
Mit rund 13 Metern Länge ist die King Air deutlich kleiner als ein Regionaljet. Am selben Spot brauchst du für ein formatfüllendes Bild spürbar mehr Brennweite.
Vorfeld-Momente nutzen
Gerade bei Geschäftsreisemaschinen sind Ein- und Aussteigen, Betanken oder das Anlassen der Triebwerke oft spannender als der Start selbst.
Wann das Licht an deinem Spot passt, kannst du vorab berechnen; wie das geht, steht im Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Weitere Kleinflugzeuge sicher zu bestimmen, lernst du im Beitrag Kleinflugzeuge erkennen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für eine King Air 200er, wenn …
- ein T-Leitwerk auf einem kompakten Rumpf sitzt
- zwei PT6A-Gondeln weit vorn am Tiefdecker-Flügel hängen
- der Rumpfrücken flach und ohne Buckel verläuft
- im Tracking-Dienst BE20 steht
Sieh genauer hin, wenn …
- Winglets dran sind – das kann eine 250/260 oder eine nachgerüstete ältere Maschine sein
- der Rumpf auffällig lang wirkt – dann eher King Air 350
- du nur ein T-Leitwerk und einen sehr kurzen Rumpf siehst – das kann auch eine F90 sein
Es ist keine King Air 200, wenn …
- das Höhenleitwerk tief am Rumpf sitzt – dann King Air 90/100 oder ein anderer Typ
- der Rumpfrücken hinter dem Cockpit buckelartig ansteigt – dann Beechcraft 1900D
- nur ein Propeller in der Nase sitzt – dann eher PC-12 oder TBM
- der Flügel oben auf dem Rumpf sitzt, wie bei Do 228 oder Caravan
Zum Vergleich mit den Hochdeckern lohnen sich die Seiten zur Dornier Do 228 und zur Cessna 208 Caravan.
Fazit
Die Beechcraft King Air 200 ist so etwas wie der Standard-Turboprop der Geschäftsluftfahrt: T-Leitwerk, zwei PT6A, kompakter Rumpf und eine Produktionsgeschichte, die seit Anfang der 1970er-Jahre nicht abgerissen ist. Von der ursprünglichen 200 über die weit verbreitete B200 bis zur modernen 260 hat sich vor allem unter der Haut viel getan, die Silhouette blieb nahezu gleich. Für Spotter heißt das: Die Familie bestimmst du in Sekunden, die Version oft erst mit Blick ins Register.
Kurzfazit
T-Leitwerk, kompakter Rumpf, zwei PT6A: Das ist die King Air 200er-Familie. Winglets deuten auf 250 oder 260, gerade Spitzen auf 200, B200 oder B200GT. Weil BE20 für alle gilt, klärst du die Details über das Kennzeichen – und die wahren Raritäten findest du bei Ambulanz-, Mess- und Militärmaschinen.
Zusammenfassung
- Die King Air 200 entstand Anfang der 1970er-Jahre als größere, stärkere Weiterentwicklung der King Air 100 und erhielt dabei das charakteristische T-Leitwerk.
- Mit der B200 kamen das PT6A-42-Triebwerk und zahlreiche Detailverbesserungen; sie ist heute die am häufigsten anzutreffende Version der Familie.
- B200GT, 250 und 260 brachten die PT6A-52, Winglets, Verbundpropeller, moderne Glascockpits und bei der 260 eine automatische Schubregelung.
- Spotter finden die Familie an fast jedem Regionalflughafen; spannend wird es bei Ambulanzmaschinen, Messflugzeugen und militärischen C-12.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die King Air 200?
Die King Air 200 und ihre direkten Ableger laufen unter BE20. Dazu zählen auch B200 und die militärischen C-12-Versionen auf 200er-Basis. Der Code trennt die Versionen nicht – die genaue Variante klärst du über Kennzeichen, Register oder Werknummer.
Was ist der Unterschied zwischen King Air 200 und B200?
Die B200 ist eine überarbeitete 200 mit dem Triebwerk PT6A-42 statt PT6A-41, bei gleicher Nennleistung von 850 WPS, aber besserer Leistung in größerer Höhe. Dazu kamen Verbesserungen an Kabine und Systemen. Von außen sind beide kaum zu unterscheiden.
Woran erkenne ich eine King Air 250 oder 260?
Am einfachsten an den Winglets an den Flügelspitzen und den sichelförmigen Verbundpropellern. Ältere 200 und B200 haben gerade Flügelspitzen ohne Winglets. Die 260 unterscheidet sich von der 250 vor allem im Cockpit und in der Avionik, außen kaum.
Wie unterscheidet sich die King Air 200 von der King Air 350?
Die 350 ist eine verlängerte Weiterentwicklung mit stärkeren PT6A-60A-Triebwerken, mehr Kabinenfenstern und Winglets. Steht ein T-Leitwerk-King-Air mit auffällig langem Rumpf vor dir, ist es eher eine 350; wirkt der Rumpf kompakt, eine 200er.
Was ist eine C-12 Huron?
So heißen die militärischen King Air in den USA. Die frühen C-12 basieren auf der King Air 200 und wurden ab 1974 an die US Army geliefert. Spätere Versionen stammen von der 350 oder der Beechcraft 1900 ab. Eingesetzt werden sie für Transport, Verbindungsflüge und Aufklärung.
Wird die King Air 200 noch gebaut?
Die Familie ja: Textron Aviation baut die aktuelle Version als King Air 260, angekündigt im Dezember 2020. Damit ist die 200er-Linie seit den 1970er-Jahren ununterbrochen in Produktion – eine der längsten Produktionsgeschichten unter den zivilen Turboprops.
Wie viele Passagiere passen in eine King Air 200?
Das hängt von der Bestuhlung ab. Textron nennt für die King Air 260 bis zu neun Passagiere. Viele Maschinen fliegen mit großzügiger Business-Bestuhlung oder als Ambulanz mit Tragen und medizinischer Ausrüstung, dann deutlich weniger Sitze.
Beechcraft King Air 200/B200/250 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Beechcraft King Air 350
Die größte King Air ist Geschäftsreiseflugzeug, Vermessungsplattform und militärisches Aufklärungsflugzeug in einem. So erkennst du die King Air 350 und ihre Varianten – und unterscheidest sie von der kleineren King Air 200.
TurbopropBeechcraft 1900D
19 Sitze, zwei PT6A, ein Buckel über der Kabine und kleine Flossen überall am Heck: Die Beechcraft 1900D ist der Zubringer-Turboprop, der Kanada, die USA und viele Inselnetze geprägt hat. So erkennst du sie.
TurbopropPilatus PC-12
Ein einziger Turboprop vorn, ein hohes T-Leitwerk und eine riesige Frachttür hinten links: Die Pilatus PC-12 aus der Schweiz ist Geschäftsflugzeug, Ambulanz und Arbeitstier in einem. So erkennst du sie.
TurbopropPiaggio P.180 Avanti
Vorn ein kleiner Flügel, hinten zwei Druckpropeller, oben ein T-Leitwerk: Die Piaggio P.180 Avanti sieht aus wie kein anderes Geschäftsreiseflugzeug. So erkennst du sie und weißt, wo du sie findest.
GABeechcraft Baron
Seit 1961 gebaut, mit Bonanza-Rumpf und zwei Sechszylindern in den Flügeln: Die Beechcraft Baron ist der Klassiker unter den Kolben-Zweimots. So unterscheidest du Baron 55 und 58 sicher.
TurbopropDaher TBM 700 bis TBM 960
Ein Propeller, eine schlanke Druckkabine für bis zu sechs Personen und Reisetempo wie ein kleiner Jet: Die TBM aus Tarbes ist einer der schnellsten einmotorigen Turboprops. So erkennst du TBM 700 bis TBM 960.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Textron Aviation
Skyhawk auf dem Flugplatz, Citation am Businessjet-Terminal, King Air beim Rettungsdienst, Caravan im Frachtnetz von FedEx: Hinter all diesen Mustern steht Textron Aviation aus Wichita. Hier erfährst du, wie Cessna, Beechcraft und Hawker unter ein Dach kamen, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
HerstellerCollins Aerospace
Kein eigenes Flugzeug, aber in fast jedem steckt etwas von ihm: Collins Aerospace liefert Avionik, Head-up-Displays, Fahrwerke, Sitze, Bordküchen und Datenfunk – und gehört über die Tochter FlightAware sogar zu den Werkzeugen, mit denen Spotter Flüge verfolgen.
FlughafenFlughafen Friedrichshafen
Deutschlands südlichster Verkehrsflughafen ist klein, aber geschichtsträchtig: Hier begann der Platz als Luftschiffhafen der Zeppelin-Zeit, hier baute Dornier, und jeden April verwandelt die AERO den Bodensee-Airport in einen Treffpunkt der allgemeinen Luftfahrt. Dazu Ferienflieger, Dash 8 nach Berlin und Hamburg und ein Zeppelin NT vor der Tür.
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