Flughafen Paris-Orly

Der zweite große Pariser Flughafen: knapp 35 Millionen Passagiere, strenge Nachtruhe und ein Deckel für die Flugbewegungen, seit 2026 mit Transavia France als wichtigster Airline – und mit Air Caraïbes, French Bee und Corsair die Adresse für französische Langstrecke in die Überseegebiete.

Auch bekannt als: Paris-Orly · Aéroport de Paris-Orly · Orly · Villeneuve-Orly (historischer Name) · Orly-Sud und Orly-Ouest (frühere Terminalnamen) · Groupe ADP / Paris Aéroport (Betreiber)

FrankreichFrankreichFlughäfenORY / LFPOseit 193213 Min. Lesezeit

ORY

IATA-Code

LFPO

ICAO-Code

3

Start- und Landebahnen

23:30–6:00

Nachtruhe seit 1968

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA ORY, ICAO LFPO: zweiter großer Flughafen von Paris, 2025 mit rund 34,9 Millionen Passagieren.
  • Drei Bahnen, zwei davon im Alltag: 06/24 und 07/25 tragen den Verkehr, die Querbahn 02/20 springt nur in Ausnahmefällen ein.
  • Seit März 2026 grün: Transavia France ist die Konzern-Airline in Orly, Air France fliegt nur noch nach Korsika.
  • Langstrecke in die Überseegebiete: Air Caraïbes, French Bee und Corsair starten ihre Großraumjets ab Orly – nicht ab Charles de Gaulle.
  • Sonderlage 2026: Bis 17. Dezember ist die Piste 4 gesperrt, Starts und Landungen laufen über 07/25 und die Querbahn 02/20.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Geschichte im Zeitraffer
  4. 4.Was du als Spotter wissen solltest
  5. 5.Stärken und Schwächen
  6. 6.Vom Luftschiffhafen zum Ausflugsziel
  7. 7.Ein Flughafen mit Deckel
  8. 8.Drei Bahnen, aber nur zwei im Alltag
  9. 9.Sonderlage 2026: Piste 4 auf der Baustelle
  10. 10.Transavia France übernimmt Orly
  11. 11.Langstrecke in die Karibik und den Indischen Ozean
  12. 12.Wer sonst in Orly fliegt
  13. 13.Terminals und Anreise
  14. 14.Spotting in Orly: Was geht, was nicht
  15. 15.Licht und Tagesplanung
  16. 16.Orly im Pariser Flughafensystem
  17. 17.Fazit
  18. 18.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeORY
ICAO-CodeLFPO
BetreiberGroupe ADP, Marke Paris Aéroport – betreibt auch Paris-Charles de Gaulle und Paris-Le Bourget
LageRund 13 km südlich der Pariser Innenstadt, auf rund 1.530 Hektar in den Départements Essonne und Val-de-Marne
Start- und LandebahnenDrei Bahnen: 06/24 (Piste 4, 3.650 m), 07/25 (Piste 3, 3.320 m) und die Querbahn 02/20 (Piste 2, 2.400 m)
BahnnutzungIm Normalbetrieb laufen Starts und Landungen über die Pisten 3 und 4; die Querbahn 02/20 wird nur in Ausnahmefällen genutzt
PassagierterminalsSeit 2019 durchnummeriert: Orly 1, 2 und 3 (früher Orly-Ouest plus Verbindungsbau) sowie Orly 4 (früher Orly-Sud)
Wichtigste NutzerTransavia France (Hauptbasis), dazu Vueling, easyJet, Air Caraïbes, French Bee, Corsair und Airlines aus dem Maghreb
Verkehr 2025Rund 34,9 Mio. Passagiere und gut 216.000 Flugbewegungen
NachtruheKein Flugbetrieb zwischen 23:30 und 6:00 Uhr – festgelegt per Ministerentscheid vom 4. April 1968
KapazitätsdeckelHöchstens 250.000 vergebbare Slots pro Jahr, festgelegt per Erlass vom 6. Oktober 1994
Eröffnung1932 als Flughafen Villeneuve-Orly, Entlastung für Le Bourget; Terminal Orly-Sud 1961, Orly-Ouest 1971
Für Spotter relevantAussichtsterrasse in Orly 4 (laut Spotter-Community meist geöffnet), Fotos am Zaun laut Community nur mit Genehmigung der Behörden
Offizielle Websitewww.parisaeroport.fr

Tätigkeitsfelder

Passagierverkehr – Punkt-zu-Punkt- und Low-Cost-Verkehr in Europa und in den Maghreb, Inlandsflüge, dazu Langstrecke in die französischen Überseegebiete und nach Nordamerika
Intermodaler Verkehr – Metro-Linie 14 unter Orly 3, Straßenbahn T7 an Orly 4, Orlyval zum RER-Bahnhof Antony
Infrastruktur – Betrieb von Bahnen, Vorfeldern und Terminals durch die Groupe ADP, 2026 mit der Komplettsanierung der Piste 4
Umfeld und Nachbarschaft – Lärmschutz, Nachtruhe und Slot-Deckel prägen den Betrieb stärker als an fast jedem anderen Großflughafen Europas

Geschichte im Zeitraffer

1923Der Ingenieur Eugène Freyssinet baut auf dem Gelände zwei riesige Betonhallen für Luftschiffe – lange das Wahrzeichen von Orly.
1932Eröffnung als Flughafen Villeneuve-Orly, zunächst als Ergänzung zum Hauptflughafen Le Bourget.
1944Im Zweiten Weltkrieg nutzt die deutsche Luftwaffe den Platz. Alliierte Bomben zerstören Pisten, Anlagen und die Freyssinet-Hallen.
1947Die US-Luftstreitkräfte, die Orly nach der Befreiung betrieben hatten, geben den Flughafen im März an Frankreich zurück.
1961Am 24. Februar weiht Charles de Gaulle das Terminal Orly-Sud ein. Die Besucherterrassen werden zum Ausflugsziel – 1963 kommen mehr als drei Millionen Schaulustige ohne Flugticket.
1966Die heutige Piste 4 (06/24) wird gebaut – bis heute die längste Bahn des Flughafens.
1968Ein Ministerentscheid vom 4. April führt die Nachtruhe zwischen 23:30 und 6:00 Uhr ein.
1971Am 26. Februar geht das Terminal Orly-Ouest in Betrieb, lange das Zuhause des französischen Inlandsverkehrs.
1991Die automatische Bahn Orlyval verbindet die Terminals mit dem RER-Bahnhof Antony.
1994Ein Erlass vom 6. Oktober begrenzt die Zahl der vergebbaren Slots auf 250.000 pro Jahr.
2019Im März werden die Terminals in Orly 1 bis 4 umbenannt, im April öffnet der Verbindungsbau Orly 3 zwischen den alten Terminals.
2024Am 24. Juni erreicht die Metro-Linie 14 den Flughafen; die Station liegt unter Orly 3.
2026Ende März verlegt Air France ihre Paris-Flüge bis auf Korsika nach Charles de Gaulle, Transavia France wird zur Konzern-Airline in Orly. Vom 10. August bis 17. Dezember ist die Piste 4 für eine Komplettsanierung gesperrt.

Flughafen Paris-Orly aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Paris-Orly

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Die Betriebsrichtung vor dem Besuch geprüft – bei Westwind wird auf 24 gestartet und auf 25 gelandet, bei Ostwind auf 06 gelandet und auf 07 gestartet
  • Eine Boeing 737-800 und einen Airbus A320neo von Transavia France nebeneinander erwischt – Generationswechsel in Grün
  • Einen Airbus A350-1000 von Air Caraïbes oder French Bee fotografiert
  • Einen Airbus A330-900 von Corsair auf dem Weg in die Überseegebiete gesehen
  • Einen Air-France-Jet auf einer der verbliebenen Korsika-Strecken erwischt – seit 2026 selten in Orly
  • Während der Sanierung 2026 eine Landung oder einen Start auf der sonst kaum genutzten Querbahn 02/20 notiert
  • Das Kennzeichen jeder Sichtung festgehalten, nicht nur Airline und Typ

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Die beste Adresse in Europa für Air Caraïbes, French Bee und Corsair
  • Transavia France in großer Dichte – mit 737-800 und A320neo im Wechsel
  • Viele Airlines aus Algerien, Marokko und Tunesien, die du in Deutschland selten siehst
  • Gute Anbindung mit Metro 14, Straßenbahn T7 und Orlyval
  • Aussichtsterrasse in Orly 4 für einen ersten Überblick ohne Genehmigung

Wo es hakt

  • Fotos am Zaun laut Spotter-Community nur mit behördlicher Genehmigung
  • Viele Standorte nur mit Leiter sinnvoll, mehrere Plätze inzwischen durch hohe Zäune verbaut
  • Strikte Nachtruhe ab 23:30 Uhr
  • Die Terrasse in Orly 4 hat Glasscheiben und Gegenlicht – zum Fotografieren nur eingeschränkt geeignet
  • Bis Mitte Dezember 2026 veränderter Betrieb wegen der Sanierung der Piste 4

Wer an Paris denkt, denkt an Charles de Gaulle. Für Spotter ist der kleinere Flughafen im Süden der Stadt aber mindestens genauso interessant: In Orly starten die Großraumjets, die Paris mit Guadeloupe, Martinique, La Réunion und Tahiti verbinden, dazu eine dichte Low-Cost-Flotte und zahlreiche Airlines aus Nordafrika. Seit 2026 hat sich das Bild noch einmal gründlich verändert – Air France ist weitgehend weg, Transavia France übernimmt, und eine der beiden Hauptbahnen liegt bis Mitte Dezember auf der Baustelle. Hier erfährst du, wie Orly funktioniert und worauf du beim Besuch achten musst.

Dein ORY-Logbuch

Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Spot festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Vom Luftschiffhafen zum Ausflugsziel

Orly ist deutlich älter als Charles de Gaulle. Schon ab 1923 standen auf dem Gelände südlich von Paris zwei gewaltige Betonhallen, die der Ingenieur Eugène Freyssinet für Luftschiffe entworfen hatte. 1932 öffnete hier der Flughafen Villeneuve-Orly, zunächst als zweiter Platz neben dem damaligen Hauptflughafen Le Bourget. Im Zweiten Weltkrieg nutzte die deutsche Luftwaffe das Gelände, alliierte Bombenangriffe zerstörten 1944 Pisten und Gebäude – auch die Freyssinet-Hallen. Nach der Befreiung betrieben die US-Luftstreitkräfte den Platz, bevor er im März 1947 an Frankreich zurückging.

Den großen Aufschwung brachte das Terminal Orly-Sud. Charles de Gaulle weihte es am 24. Februar 1961 ein, und plötzlich war der Flughafen ein Ausflugsziel für ganz Paris. Auf den Terrassen sahen Familien am Wochenende den Jets beim Starten zu; 1963 kamen nach Angaben der französischen Fachliteratur mehr als drei Millionen Besucher ohne Flugticket. Gilbert Bécaud setzte diesen Sonntagsausflügen mit seinem Chanson „Dimanche à Orly“ ein Denkmal. Nach einem Anschlag im Jahr 1975 wurde die Terrasse von Orly-Sud für die Öffentlichkeit geschlossen.

1971 kam mit Orly-Ouest ein zweites Terminal hinzu, lange das Zuhause des französischen Inlandsverkehrs – erst der historischen Air Inter, später von Air France. Als die Kapazität in den 1960er-Jahren absehbar nicht mehr reichte, plante der Staat im Norden einen ganz neuen Großflughafen. Die Geschichte dazu steht im Steckbrief zum Flughafen Paris-Charles de Gaulle.

34,9 Mio.Passagiere im Jahr 2025
216.000+Flugbewegungen 2025
3.650 mLänge der Piste 4 (06/24)
250.000Slots pro Jahr als Obergrenze

Ein Flughafen mit Deckel

Kaum ein großer Flughafen in Europa ist so streng reguliert wie Orly. Das hat mit seiner Lage zu tun: Das Gelände ist auf allen Seiten von dicht bebauten Vororten umgeben. Zwei Regeln prägen deshalb den Betrieb bis heute.

Die erste ist die Nachtruhe. Seit einem Ministerentscheid vom 4. April 1968 finden zwischen 23:30 und 6:00 Uhr keine planmäßigen Starts und Landungen statt. Die zweite ist der Slot-Deckel: Ein Erlass vom 6. Oktober 1994 begrenzt die Zahl der vergebbaren Slots auf 250.000 pro Jahr. Beide Regeln galten laut Groupe ADP auch während der Bahnsanierung 2026 unverändert weiter.

Für dich als Spotter heißt das: Verkehr gibt es nur am Tag, und die Wellen sind gut planbar. Der erste Schwung kommt kurz nach 6 Uhr, danach laufen die Abflüge und Ankünfte bis in den späten Abend. Nachtaufnahmen auf dem Vorfeld sind kaum möglich – wer Lichtspuren startender Jets will, muss in der Dämmerung loslegen.

Drei Bahnen, aber nur zwei im Alltag

Orly hat drei Start- und Landebahnen, die der Betreiber schlicht durchnummeriert. Die längste ist die Piste 4 (06/24) im Westen des Geländes mit 3.650 Metern, gebaut 1966. Östlich davon, etwas versetzt, liegt die Piste 3 (07/25) mit 3.320 Metern. Die dritte Bahn, Piste 2 (02/20), verläuft in Nord-Süd-Richtung, ist 2.400 Meter lang und kreuzt die Piste 3. Im Alltag bleibt sie deshalb meist ungenutzt.

Bahn Bezeichnung Länge Rolle im Normalbetrieb
Piste 4 06/24 3.650 m Landungen bei Ostwind (06), Starts bei Westwind (24)
Piste 3 07/25 3.320 m Landungen bei Westwind (25), Starts bei Ostwind (07)
Piste 2 02/20 2.400 m Nur in Ausnahmefällen, etwa bei starkem Seitenwind oder gesperrten Bahnen

Das Prinzip ist einfach, sobald du es einmal verstanden hast: Bei Westwind landen die Flugzeuge auf der 25 und starten auf der 24, bei Ostwind landen sie auf der 06 und starten auf der 07. Laut französischen Nachschlagewerken weht der Wind in Orly etwas häufiger aus Westen als aus Osten. Wie Wind und Betriebsrichtung zusammenhängen, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen; für die Vorhersage hilft dir Windy und andere Wetterkarten.

Betriebsrichtung live prüfen

Ein Blick in die Flugverfolgung zeigt dir vor dem Losfahren, auf welcher Bahn gerade gelandet wird. In Planetrack siehst du Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen direkt in der App und planst deinen Standort danach. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Sonderlage 2026: Piste 4 auf der Baustelle

Wer im Herbst 2026 nach Orly fährt, erlebt einen Ausnahmezustand. Vom 10. August bis 17. Dezember 2026 ist die Piste 4 komplett gesperrt. Die Groupe ADP erneuert die Bahn auf voller Länge bis hinunter zur Betondecke, ein Teil der Betonstruktur wird ersetzt, dazu kommen neue Befeuerung und sanierte Rollwege. Laut Betreiber braucht eine Bahn etwa alle zehn Jahre eine neue Deckschicht und rund alle 30 Jahre eine Grundsanierung – die letzte vollständige Erneuerung der Piste 4 stammt aus dem Jahr 1995.

Während der Bauzeit läuft der gesamte Verkehr über die Piste 3 und die Querbahn 02/20. Laut der Informationsbroschüre der Groupe ADP sieht das so aus:

Wind Landungen Starts
Westwind Piste 3 (25) vor allem Piste 2 (20), teils Piste 3
Ostwind vor allem Piste 2 (02), teils Piste 3 Piste 3 (07)

Für Spotter ist das eine seltene Gelegenheit: Die Querbahn, die im Alltag fast nie genutzt wird, ist plötzlich regelmäßig im Einsatz. Gleichzeitig ist der Betrieb ausgedünnt – laut Groupe ADP sind in Spitzenzeiten im Schnitt rund 30 Bewegungen pro Stunde und Bahn möglich, mehr als 3.000 Flüge wurden gestrichen oder nach Charles de Gaulle verlegt. Viele bekannte Fotostandorte an der Piste 4 sind in dieser Zeit wertlos. Ab dem 17. Dezember gilt laut Betreiber wieder der normale Betrieb – prüf vor jedem Besuch, ob es beim Zeitplan geblieben ist.

Transavia France übernimmt Orly

Die größte Veränderung im Flugplan kam im Frühjahr 2026. Ende März hat Air France ihre Paris-Flüge in Charles de Gaulle gebündelt. In Orly geblieben sind nur die Strecken nach Korsika. Den Rest – darunter die stark gefragten Inlandsstrecken nach Nizza, Marseille und Toulouse – fliegt seither Transavia France, die Low-Cost-Tochter der Air France-KLM-Gruppe.

Für dich bedeutet das: In Orly dominiert heute Grün. Transavia France steckt mitten im Flottenwechsel, die Boeing 737-800 macht Schritt für Schritt Platz für den Airbus A320neo. Beide Typen nebeneinander auf einem Bild – das gibt es nirgends so einfach wie hier. Die niederländische Schwester Transavia sieht fast gleich aus, fliegt aber mit PH-Kennzeichen; die französischen Jets tragen F-Kennzeichen.

Wer Air-France-Jets aus den Orly-Jahren im Archiv hat, besitzt inzwischen ein Stück Flughafengeschichte. Eine Sichtung auf einer der verbliebenen Korsika-Strecken ist seit 2026 eine kleine Rarität – ebenso wie Maschinen von Air Corsica, die ebenfalls von Orly aus auf die Insel fliegt.

737 oder A320neo? Beides in den Hangar

Mit Planetrack sammelst du jede Sichtung in deinem Hangar und setzt fehlende Typen und Kennzeichen auf die Wunschliste. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Langstrecke in die Karibik und den Indischen Ozean

Das eigentliche Highlight von Orly sind die Großraumflugzeuge der französischen Langstrecken-Airlines, die du in Mitteleuropa sonst kaum siehst. Sie starten ab Orly 4 und fliegen in die französischen Überseegebiete, nach Nordamerika und in die Südsee.

  • Air Caraïbes verbindet Orly mit Guadeloupe, Martinique, Französisch-Guayana und weiteren Zielen in der Karibik. Auf der Langstrecke fliegt sie den Airbus A350-900, den A350-1000 und den A330-300. In Europa siehst du die Airline praktisch nur hier.
  • French Bee, die Low-Cost-Schwester aus demselben Konzern, setzt ausschließlich A350 ein und fliegt unter anderem nach La Réunion, Nordamerika und Tahiti.
  • Corsair hat Orly als Basis und fliegt mit dem Airbus A330-900 in die Karibik, nach Westafrika und in den Indischen Ozean.

Damit ist Orly einer der besten Orte in Europa, um A350-900 und A350-1000 direkt miteinander zu vergleichen. Wenn du die beiden Varianten oder den A350 gegen die Boeing 787 abgrenzen willst, hilft dir der Beitrag A350 oder Boeing 787?.

Langstrecke folgt festen Zeiten

Die Großraumjets nach Übersee kommen und gehen zu festen Zeiten, viele Ankünfte liegen am Morgen. Prüf Abflug- und Ankunftstafeln vorher, statt auf gut Glück am Zaun zu warten – der Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B zeigt, wie das geht.

Wer sonst in Orly fliegt

Neben Transavia France gehören zwei weitere Low-Cost-Airlines zu den großen Nutzern: Vueling und easyJet haben laut Nachschlagewerken Basen in Orly und fliegen mit Mustern der A320-Familie in viele Städte Europas. Dazu kommt Volotea mit Verbindungen in französische Regionen sowie nach Italien und Spanien.

Typisch für Orly ist außerdem der starke Verkehr nach Nordafrika. Air Algérie fliegt zahlreiche algerische Städte an, Royal Air Maroc mehrere Ziele in Marokko, Tunisair verschiedene Ziele in Tunesien. Für Spotter aus Deutschland ist das ein echter Gewinn – diese Airlines siehst du daheim nur selten.

Gruppe Beispiele Typisches Flugzeugbild
Low Cost Europa Transavia France, Vueling, easyJet, Volotea Boeing 737-800, A320neo, A320-Familie
Überseegebiete und Langstrecke Air Caraïbes, French Bee, Corsair A350-900, A350-1000, A330-300, A330-900
Maghreb Air Algérie, Royal Air Maroc, Tunisair Schmalrumpfjets, gelegentlich Großraumflugzeuge
Korsika Air France, Air Corsica Schmalrumpfjets der A320-Familie

Welche Strecken genau bedient werden, ändert sich mit jedem Flugplan – erst recht in einem Jahr wie 2026 mit Air-France-Abzug und Bahnsanierung. Nimm die Tabelle als Orientierung, nicht als Garantie.

Terminals und Anreise

Seit März 2019 tragen die Terminals Nummern statt Himmelsrichtungen. Aus Orly-Ouest wurden Orly 1 und 2, aus Orly-Sud Orly 4. Dazwischen öffnete im April 2019 der Verbindungsbau Orly 3, der beide Gebäude zu einem durchgehenden Komplex zusammenfasst. Die Langstrecken-Airlines nach Übersee findest du in Orly 4.

Ohne Auto bist du in Orly gut aufgehoben. Seit dem 24. Juni 2024 fährt die Metro-Linie 14 bis unter Orly 3, bis Châtelet–Les Halles im Zentrum brauchst du rund 25 Minuten. Die Straßenbahn T7 hält an Orly 4, und der Orlyval verbindet die Terminals seit 1991 mit dem RER-Bahnhof Antony. Für die Fotostandorte am Rand des Geländes brauchst du aber meist zusätzlich RER C, einen Bus oder einen längeren Fußweg.

Spotting in Orly: Was geht, was nicht

Eins vorweg: Frankreich ist kein Deutschland. Laut Spotter-Community brauchst du an den Pariser Flughäfen für Fotos rund um das Gelände eine Genehmigung der Behörden, die du vorab per E-Mail beantragst – mit Angaben zu Zweck, Zeitraum und Flughafen sowie einer Ausweiskopie. Die Antwort kann Wochen dauern. Wer kontrolliert wird, sollte die Genehmigung dabeihaben. Die Details und den aktuellen Stand fasst der Beitrag Fotografieren an französischen Flughäfen zusammen.

Der einfachste legale Einstieg ist die Aussichtsterrasse in Orly 4. Sie liegt landseitig, also vor der Sicherheitskontrolle, und ist laut Spotter-Community meist geöffnet. Zum Beobachten ist sie gut, zum Fotografieren nur eingeschränkt: Glasscheiben, Gegenlicht über weite Teile des Tages und große Entfernung zu den Bahnen. Was gut klappt, sind Bilder vom Rollverkehr bei bedecktem Himmel oder am späten Nachmittag.

Rund um den Zaun beschreibt die Community eine ganze Reihe von Standorten, vor allem an den Enden der Piste 4 auf der Westseite und unter dem Anflug auf die 25 in Villeneuve-le-Roi auf der Ostseite. Für viele davon brauchst du eine kleine Leiter, weil Zäune und Wälle die Sicht versperren. Mehrere bekannte Plätze sind in den letzten Jahren durch höhere Zäune oder Bauarbeiten unbrauchbar geworden. Was am Zaun mit Leiter und Stativ erlaubt ist, klärt der Beitrag Leiter, Tritt und Stativ am Flughafenzaun.

Genehmigung rechtzeitig beantragen

Wochen vor der Reise per E-Mail, mit Ausweiskopie, Zeitraum und Flughafen. Ohne Genehmigung bleib bei der Terrasse.

Bahnsituation prüfen

Bis 17. Dezember 2026 ist die Piste 4 zu. Danach gilt wieder: Westwind heißt Landung 25 und Start 24, Ostwind heißt Landung 06 und Start 07.

Licht einplanen

Die Hauptbahnen liegen etwa in Ost-West-Richtung. Je nach Seite des Zauns stehst du vormittags oder nachmittags mit der Sonne im Rücken.

Langstrecken-Ankünfte heraussuchen

Air Caraïbes, French Bee und Corsair kommen zu festen Zeiten. Ein Blick in die Ankunftstafel spart dir Stunden.

Kennzeichen notieren

Bei Dutzenden gleichen 737 und A320neo von Transavia France ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen auseinanderzuhalten.

Hitzeflimmern und Sicherheitskräfte

Auf den langen Bahnen flimmert die Luft an warmen Tagen stark – Aufnahmen über große Distanz werden schnell weich. Und: Sicherheitspersonal und Polizei dürfen dich jederzeit ansprechen. Bleib ruhig, zeig deine Genehmigung und halte dich an Absperrungen. Grundsätzliches dazu steht im Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.

Licht und Tagesplanung

Die beiden Hauptbahnen liegen ungefähr in Ost-West-Richtung, die Sonne steht mittags im Süden. Auf der Nordseite des Geländes hast du sie deshalb tagsüber eher im Rücken, auf der Südseite fotografierst du mittags gegen das Licht. Die Community empfiehlt für die Standorte an der Westseite vor allem den Vormittag bis in den frühen Nachmittag, für einige Plätze im Osten eher den Morgen oder den Sommerabend. Mit dem Beitrag Sonnenstand am Fotospot planen rechnest du das für dein Datum genau aus – in Planetrack übernimmt das der Sonnenstand-Planer.

Dank der Nachtruhe ist der Tag klar strukturiert. Ab 6 Uhr laufen die ersten Wellen, abends endet der Betrieb um 23:30 Uhr. Im Winter bleibt dir damit nur ein kurzes Lichtfenster, im Sommer reicht es bis weit in den Abend.

Orly passt zu dir, wenn …

  • du Air Caraïbes, French Bee oder Corsair in Europa sehen willst
  • du A350-900 und A350-1000 direkt vergleichen möchtest
  • du Airlines aus dem Maghreb sammelst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du ohne Genehmigung nur die Terrasse nutzen kannst
  • du im Herbst 2026 während der Bahnsanierung anreist

Eher woanders, wenn …

  • du nachts fotografieren willst
  • du A380, Boeing 777 und große Fracht suchst – dafür ist Charles de Gaulle die bessere Wahl

Orly im Pariser Flughafensystem

Paris hat mehrere Flughäfen, und jeder hat sein eigenes Profil. Charles de Gaulle im Norden ist das Drehkreuz von Air France und SkyTeam mit viel Langstrecke und Fracht. Orly im Süden ist der Flughafen für Direktflüge, Low Cost und Übersee. Le Bourget dient heute der Geschäftsluftfahrt und ist Schauplatz der Luftfahrtmesse, über die du im Beitrag zur Paris Air Show mehr erfährst. Weit draußen im Norden liegt außerdem der Low-Cost-Flughafen Paris-Beauvais.

Wenn du ein ganzes Wochenende in Paris verbringst, lohnt sich die Kombination: ein Tag Orly für Übersee und Transavia, ein Tag Charles de Gaulle – dazu der Guide Planespotting in Paris-Charles de Gaulle – und ein Abstecher ins Musée de l’Air et de l’Espace in Le Bourget.

Jeder A350 in Orly zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Sichtungs-Alarme für Airlines und Kennzeichen, Spot-Karte und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Orly ist der Pariser Flughafen für alle, die das Besondere suchen: Langstreckenjets in die Karibik und den Indischen Ozean, Airlines aus Nordafrika und eine Low-Cost-Flotte im Generationswechsel. Strenge Nachtruhe und ein fester Slot-Deckel machen den Betrieb gut planbar, die strengen französischen Regeln am Zaun dagegen verlangen Vorbereitung.

2026 ist ein Jahr des Umbruchs. Air France ist bis auf Korsika weg, Transavia France prägt das Bild, und bis Mitte Dezember läuft der Verkehr über die sonst kaum genutzte Querbahn. Wer jetzt kommt, sieht Orly in einer Konfiguration, die so schnell nicht wiederkehrt.

Kurzfazit

ORY ist die europäische Heimat von Air Caraïbes, French Bee und Corsair und seit 2026 die Basis von Transavia France. Plane nach Betriebsrichtung, Bahnsanierung und Genehmigung – dann lohnt sich der Abstecher in den Pariser Süden.

Zusammenfassung

  • Orly ist kleiner als Charles de Gaulle, aber nicht weniger spannend: Hier landen die Airlines, die Paris mit der Karibik, dem Indischen Ozean und dem Maghreb verbinden.
  • Nachtruhe und Slot-Deckel sorgen für einen klaren Tagesrhythmus – Verkehr gibt es nur zwischen 6:00 und 23:30 Uhr.
  • Seit dem Rückzug von Air France prägt Transavia France das Bild, ergänzt durch Vueling, easyJet und Airlines aus Nordafrika.
  • Für Fotos am Zaun brauchst du laut Spotter-Community eine Genehmigung; die Terrasse in Orly 4 ist ein legaler, aber eingeschränkter Einstieg.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Paris-Orly?

Der IATA-Code ist ORY, der ICAO-Code LFPO. ORY steht auf Tickets und Gepäckanhängern, LFPO nutzen Flugsicherung, Wetterdienste und Flugverfolgungsportale.

Wie viele Start- und Landebahnen hat Orly?

Drei: die 06/24 (Piste 4, 3.650 Meter), die 07/25 (Piste 3, 3.320 Meter) und die Querbahn 02/20 (Piste 2, 2.400 Meter). Im Normalbetrieb nutzt Orly die Pisten 3 und 4. Die Querbahn kreuzt die 07/25 und kommt laut Groupe ADP nur bei besonderen Wetterlagen oder bei gesperrten Bahnen zum Einsatz.

Warum ist 2026 eine Bahn in Orly gesperrt?

Die Groupe ADP saniert die Piste 4 (06/24) vom 10. August bis 17. Dezember 2026 komplett, bis hinunter zur Betondecke. Die Bahn stammt von 1966, die letzte vollständige Erneuerung liegt Jahrzehnte zurück. In dieser Zeit laufen Starts und Landungen über die 07/25 und die Querbahn 02/20. Laut Betreiber wurden mehr als 3.000 Flüge gestrichen oder nach Charles de Gaulle verlegt.

Gibt es in Orly eine Aussichtsterrasse?

Laut Spotter-Community gibt es eine Aussichtsterrasse im Terminal Orly 4, landseitig vor der Sicherheitskontrolle. Sie ist meist geöffnet, eine Garantie gibt es aber nicht. Zum Fotografieren taugt sie nur eingeschränkt: Glasscheiben und Gegenlicht stören, gut sichtbar ist vor allem der Rollverkehr. Die große Freiterrasse von Orly-Sud aus den 1960er-Jahren ist seit einem Anschlag 1975 nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Darf ich in Orly am Zaun fotografieren?

In Frankreich gelten strengere Regeln als in Deutschland. Laut Spotter-Community brauchst du an den Pariser Flughäfen für Fotos rund um das Flughafengelände eine Genehmigung der Behörden, die du vorab per E-Mail beantragst. Prüf die aktuellen Bedingungen vor der Reise – einen Überblick gibt der Beitrag zum Fotografieren an französischen Flughäfen.

Fliegt Air France noch ab Orly?

Nur noch eingeschränkt. Ende März 2026 hat Air France ihre Paris-Flüge in Charles de Gaulle gebündelt. In Orly bleiben die Korsika-Verbindungen; die übrigen Inlandsstrecken wie nach Nizza, Marseille und Toulouse fliegt seither Transavia France.

Wie komme ich ohne Auto nach Orly?

Mit der Metro-Linie 14, die seit Juni 2024 bis unter Orly 3 fährt, mit der Straßenbahn T7 bis Orly 4 oder mit dem Orlyval vom RER-Bahnhof Antony. Für viele Fotostandorte am Rand des Geländes brauchst du zusätzlich Bus, RER C oder einen längeren Fußweg.

Wann ist in Orly Nachtruhe?

Von 23:30 bis 6:00 Uhr finden keine planmäßigen Starts und Landungen statt. Die Regel gilt seit einem Ministerentscheid vom 4. April 1968 und blieb auch während der Bahnsanierung 2026 unverändert.

Sichtungen rund um Flughafen Paris-Orly sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

TO / TVF

Transavia France

Die französische Low-Cost-Airline der Air France-KLM-Gruppe: Hauptbasis Paris-Orly, Regionalbasen von Lyon bis Bordeaux, eine Flotte im Wechsel von der Boeing 737-800 zum Airbus A320neo – und dieselben grünen Farben wie die niederländische Schwester.

TX / FWI

Air Caraïbes

Die Airline der französischen Antillen: Sitz auf Guadeloupe, Langstrecke ab Paris-Orly mit Airbus A350 und A330, ein ATR-Netz zwischen den Inseln – und French Bee als Schwester im selben Konzern.

BF / FBU

French bee

Die französische Low-Cost-Airline für die Langstrecke: 2016 als French Blue gestartet, heute mit einer kleinen, reinen Airbus-A350-Flotte ab Paris-Orly nach La Réunion, Nordamerika und Tahiti unterwegs.

SS / CRL

Corsair

Französische Langstrecken-Airline mit Basis Paris-Orly: Corsair fliegt mit einer einheitlichen Airbus-A330neo-Flotte in die Antillen, in den Indischen Ozean und nach Westafrika.

AF / AFR

Air France

Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.

VY / VLG

Vueling

Die Low-Cost-Airline aus Barcelona gehört zur IAG: eine Flotte aus der kompletten Airbus-A320-Familie, ein zweites Drehkreuz in Rom und eine Boeing-Bestellung, die das einheitliche Bild aufbricht.

U2 / EZY

easyJet

Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.

V7 / VOE

Volotea

Die spanische Low-Cost-Airline der Vueling-Gründer: Direktflüge zwischen mittelgroßen Städten in Frankreich, Italien und Spanien, eine reine Flotte aus Airbus A319 und A320 – und der Werksshuttle für Airbus.

Typische Flugzeuge

Spotting-Spots rund um Flughafen Paris-Orly

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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