Das Wichtigste in Kürze
- IATA ORY, ICAO LFPO: zweiter großer Flughafen von Paris, 2025 mit rund 34,9 Millionen Passagieren.
- Drei Bahnen, zwei davon im Alltag: 06/24 und 07/25 tragen den Verkehr, die Querbahn 02/20 springt nur in Ausnahmefällen ein.
- Seit März 2026 grün: Transavia France ist die Konzern-Airline in Orly, Air France fliegt nur noch nach Korsika.
- Langstrecke in die Überseegebiete: Air Caraïbes, French Bee und Corsair starten ihre Großraumjets ab Orly – nicht ab Charles de Gaulle.
- Sonderlage 2026: Bis 17. Dezember ist die Piste 4 gesperrt, Starts und Landungen laufen über 07/25 und die Querbahn 02/20.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Luftschiffhafen zum Ausflugsziel
- 7.Ein Flughafen mit Deckel
- 8.Drei Bahnen, aber nur zwei im Alltag
- 9.Sonderlage 2026: Piste 4 auf der Baustelle
- 10.Transavia France übernimmt Orly
- 11.Langstrecke in die Karibik und den Indischen Ozean
- 12.Wer sonst in Orly fliegt
- 13.Terminals und Anreise
- 14.Spotting in Orly: Was geht, was nicht
- 15.Licht und Tagesplanung
- 16.Orly im Pariser Flughafensystem
- 17.Fazit
- 18.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | ORY |
|---|---|
| ICAO-Code | LFPO |
| Betreiber | Groupe ADP, Marke Paris Aéroport – betreibt auch Paris-Charles de Gaulle und Paris-Le Bourget |
| Lage | Rund 13 km südlich der Pariser Innenstadt, auf rund 1.530 Hektar in den Départements Essonne und Val-de-Marne |
| Start- und Landebahnen | Drei Bahnen: 06/24 (Piste 4, 3.650 m), 07/25 (Piste 3, 3.320 m) und die Querbahn 02/20 (Piste 2, 2.400 m) |
| Bahnnutzung | Im Normalbetrieb laufen Starts und Landungen über die Pisten 3 und 4; die Querbahn 02/20 wird nur in Ausnahmefällen genutzt |
| Passagierterminals | Seit 2019 durchnummeriert: Orly 1, 2 und 3 (früher Orly-Ouest plus Verbindungsbau) sowie Orly 4 (früher Orly-Sud) |
| Wichtigste Nutzer | Transavia France (Hauptbasis), dazu Vueling, easyJet, Air Caraïbes, French Bee, Corsair und Airlines aus dem Maghreb |
| Verkehr 2025 | Rund 34,9 Mio. Passagiere und gut 216.000 Flugbewegungen |
| Nachtruhe | Kein Flugbetrieb zwischen 23:30 und 6:00 Uhr – festgelegt per Ministerentscheid vom 4. April 1968 |
| Kapazitätsdeckel | Höchstens 250.000 vergebbare Slots pro Jahr, festgelegt per Erlass vom 6. Oktober 1994 |
| Eröffnung | 1932 als Flughafen Villeneuve-Orly, Entlastung für Le Bourget; Terminal Orly-Sud 1961, Orly-Ouest 1971 |
| Für Spotter relevant | Aussichtsterrasse in Orly 4 (laut Spotter-Community meist geöffnet), Fotos am Zaun laut Community nur mit Genehmigung der Behörden |
| Offizielle Website | www.parisaeroport.fr |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Paris-Orly aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Paris-Orly
- Die Betriebsrichtung vor dem Besuch geprüft – bei Westwind wird auf 24 gestartet und auf 25 gelandet, bei Ostwind auf 06 gelandet und auf 07 gestartet
- Eine Boeing 737-800 und einen Airbus A320neo von Transavia France nebeneinander erwischt – Generationswechsel in Grün
- Einen Airbus A350-1000 von Air Caraïbes oder French Bee fotografiert
- Einen Airbus A330-900 von Corsair auf dem Weg in die Überseegebiete gesehen
- Einen Air-France-Jet auf einer der verbliebenen Korsika-Strecken erwischt – seit 2026 selten in Orly
- Während der Sanierung 2026 eine Landung oder einen Start auf der sonst kaum genutzten Querbahn 02/20 notiert
- Das Kennzeichen jeder Sichtung festgehalten, nicht nur Airline und Typ
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Die beste Adresse in Europa für Air Caraïbes, French Bee und Corsair
- Transavia France in großer Dichte – mit 737-800 und A320neo im Wechsel
- Viele Airlines aus Algerien, Marokko und Tunesien, die du in Deutschland selten siehst
- Gute Anbindung mit Metro 14, Straßenbahn T7 und Orlyval
- Aussichtsterrasse in Orly 4 für einen ersten Überblick ohne Genehmigung
Wo es hakt
- Fotos am Zaun laut Spotter-Community nur mit behördlicher Genehmigung
- Viele Standorte nur mit Leiter sinnvoll, mehrere Plätze inzwischen durch hohe Zäune verbaut
- Strikte Nachtruhe ab 23:30 Uhr
- Die Terrasse in Orly 4 hat Glasscheiben und Gegenlicht – zum Fotografieren nur eingeschränkt geeignet
- Bis Mitte Dezember 2026 veränderter Betrieb wegen der Sanierung der Piste 4
Wer an Paris denkt, denkt an Charles de Gaulle. Für Spotter ist der kleinere Flughafen im Süden der Stadt aber mindestens genauso interessant: In Orly starten die Großraumjets, die Paris mit Guadeloupe, Martinique, La Réunion und Tahiti verbinden, dazu eine dichte Low-Cost-Flotte und zahlreiche Airlines aus Nordafrika. Seit 2026 hat sich das Bild noch einmal gründlich verändert – Air France ist weitgehend weg, Transavia France übernimmt, und eine der beiden Hauptbahnen liegt bis Mitte Dezember auf der Baustelle. Hier erfährst du, wie Orly funktioniert und worauf du beim Besuch achten musst.
Dein ORY-Logbuch
Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Spot festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Luftschiffhafen zum Ausflugsziel
Orly ist deutlich älter als Charles de Gaulle. Schon ab 1923 standen auf dem Gelände südlich von Paris zwei gewaltige Betonhallen, die der Ingenieur Eugène Freyssinet für Luftschiffe entworfen hatte. 1932 öffnete hier der Flughafen Villeneuve-Orly, zunächst als zweiter Platz neben dem damaligen Hauptflughafen Le Bourget. Im Zweiten Weltkrieg nutzte die deutsche Luftwaffe das Gelände, alliierte Bombenangriffe zerstörten 1944 Pisten und Gebäude – auch die Freyssinet-Hallen. Nach der Befreiung betrieben die US-Luftstreitkräfte den Platz, bevor er im März 1947 an Frankreich zurückging.
Den großen Aufschwung brachte das Terminal Orly-Sud. Charles de Gaulle weihte es am 24. Februar 1961 ein, und plötzlich war der Flughafen ein Ausflugsziel für ganz Paris. Auf den Terrassen sahen Familien am Wochenende den Jets beim Starten zu; 1963 kamen nach Angaben der französischen Fachliteratur mehr als drei Millionen Besucher ohne Flugticket. Gilbert Bécaud setzte diesen Sonntagsausflügen mit seinem Chanson „Dimanche à Orly“ ein Denkmal. Nach einem Anschlag im Jahr 1975 wurde die Terrasse von Orly-Sud für die Öffentlichkeit geschlossen.
1971 kam mit Orly-Ouest ein zweites Terminal hinzu, lange das Zuhause des französischen Inlandsverkehrs – erst der historischen Air Inter, später von Air France. Als die Kapazität in den 1960er-Jahren absehbar nicht mehr reichte, plante der Staat im Norden einen ganz neuen Großflughafen. Die Geschichte dazu steht im Steckbrief zum Flughafen Paris-Charles de Gaulle.
Ein Flughafen mit Deckel
Kaum ein großer Flughafen in Europa ist so streng reguliert wie Orly. Das hat mit seiner Lage zu tun: Das Gelände ist auf allen Seiten von dicht bebauten Vororten umgeben. Zwei Regeln prägen deshalb den Betrieb bis heute.
Die erste ist die Nachtruhe. Seit einem Ministerentscheid vom 4. April 1968 finden zwischen 23:30 und 6:00 Uhr keine planmäßigen Starts und Landungen statt. Die zweite ist der Slot-Deckel: Ein Erlass vom 6. Oktober 1994 begrenzt die Zahl der vergebbaren Slots auf 250.000 pro Jahr. Beide Regeln galten laut Groupe ADP auch während der Bahnsanierung 2026 unverändert weiter.
Für dich als Spotter heißt das: Verkehr gibt es nur am Tag, und die Wellen sind gut planbar. Der erste Schwung kommt kurz nach 6 Uhr, danach laufen die Abflüge und Ankünfte bis in den späten Abend. Nachtaufnahmen auf dem Vorfeld sind kaum möglich – wer Lichtspuren startender Jets will, muss in der Dämmerung loslegen.
Drei Bahnen, aber nur zwei im Alltag
Orly hat drei Start- und Landebahnen, die der Betreiber schlicht durchnummeriert. Die längste ist die Piste 4 (06/24) im Westen des Geländes mit 3.650 Metern, gebaut 1966. Östlich davon, etwas versetzt, liegt die Piste 3 (07/25) mit 3.320 Metern. Die dritte Bahn, Piste 2 (02/20), verläuft in Nord-Süd-Richtung, ist 2.400 Meter lang und kreuzt die Piste 3. Im Alltag bleibt sie deshalb meist ungenutzt.
| Bahn | Bezeichnung | Länge | Rolle im Normalbetrieb |
|---|---|---|---|
| Piste 4 | 06/24 | 3.650 m | Landungen bei Ostwind (06), Starts bei Westwind (24) |
| Piste 3 | 07/25 | 3.320 m | Landungen bei Westwind (25), Starts bei Ostwind (07) |
| Piste 2 | 02/20 | 2.400 m | Nur in Ausnahmefällen, etwa bei starkem Seitenwind oder gesperrten Bahnen |
Das Prinzip ist einfach, sobald du es einmal verstanden hast: Bei Westwind landen die Flugzeuge auf der 25 und starten auf der 24, bei Ostwind landen sie auf der 06 und starten auf der 07. Laut französischen Nachschlagewerken weht der Wind in Orly etwas häufiger aus Westen als aus Osten. Wie Wind und Betriebsrichtung zusammenhängen, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen; für die Vorhersage hilft dir Windy und andere Wetterkarten.
Betriebsrichtung live prüfen
Ein Blick in die Flugverfolgung zeigt dir vor dem Losfahren, auf welcher Bahn gerade gelandet wird. In Planetrack siehst du Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen direkt in der App und planst deinen Standort danach. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Sonderlage 2026: Piste 4 auf der Baustelle
Wer im Herbst 2026 nach Orly fährt, erlebt einen Ausnahmezustand. Vom 10. August bis 17. Dezember 2026 ist die Piste 4 komplett gesperrt. Die Groupe ADP erneuert die Bahn auf voller Länge bis hinunter zur Betondecke, ein Teil der Betonstruktur wird ersetzt, dazu kommen neue Befeuerung und sanierte Rollwege. Laut Betreiber braucht eine Bahn etwa alle zehn Jahre eine neue Deckschicht und rund alle 30 Jahre eine Grundsanierung – die letzte vollständige Erneuerung der Piste 4 stammt aus dem Jahr 1995.
Während der Bauzeit läuft der gesamte Verkehr über die Piste 3 und die Querbahn 02/20. Laut der Informationsbroschüre der Groupe ADP sieht das so aus:
| Wind | Landungen | Starts |
|---|---|---|
| Westwind | Piste 3 (25) | vor allem Piste 2 (20), teils Piste 3 |
| Ostwind | vor allem Piste 2 (02), teils Piste 3 | Piste 3 (07) |
Für Spotter ist das eine seltene Gelegenheit: Die Querbahn, die im Alltag fast nie genutzt wird, ist plötzlich regelmäßig im Einsatz. Gleichzeitig ist der Betrieb ausgedünnt – laut Groupe ADP sind in Spitzenzeiten im Schnitt rund 30 Bewegungen pro Stunde und Bahn möglich, mehr als 3.000 Flüge wurden gestrichen oder nach Charles de Gaulle verlegt. Viele bekannte Fotostandorte an der Piste 4 sind in dieser Zeit wertlos. Ab dem 17. Dezember gilt laut Betreiber wieder der normale Betrieb – prüf vor jedem Besuch, ob es beim Zeitplan geblieben ist.
Transavia France übernimmt Orly
Die größte Veränderung im Flugplan kam im Frühjahr 2026. Ende März hat Air France ihre Paris-Flüge in Charles de Gaulle gebündelt. In Orly geblieben sind nur die Strecken nach Korsika. Den Rest – darunter die stark gefragten Inlandsstrecken nach Nizza, Marseille und Toulouse – fliegt seither Transavia France, die Low-Cost-Tochter der Air France-KLM-Gruppe.
Für dich bedeutet das: In Orly dominiert heute Grün. Transavia France steckt mitten im Flottenwechsel, die Boeing 737-800 macht Schritt für Schritt Platz für den Airbus A320neo. Beide Typen nebeneinander auf einem Bild – das gibt es nirgends so einfach wie hier. Die niederländische Schwester Transavia sieht fast gleich aus, fliegt aber mit PH-Kennzeichen; die französischen Jets tragen F-Kennzeichen.
Wer Air-France-Jets aus den Orly-Jahren im Archiv hat, besitzt inzwischen ein Stück Flughafengeschichte. Eine Sichtung auf einer der verbliebenen Korsika-Strecken ist seit 2026 eine kleine Rarität – ebenso wie Maschinen von Air Corsica, die ebenfalls von Orly aus auf die Insel fliegt.
737 oder A320neo? Beides in den Hangar
Mit Planetrack sammelst du jede Sichtung in deinem Hangar und setzt fehlende Typen und Kennzeichen auf die Wunschliste. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Langstrecke in die Karibik und den Indischen Ozean
Das eigentliche Highlight von Orly sind die Großraumflugzeuge der französischen Langstrecken-Airlines, die du in Mitteleuropa sonst kaum siehst. Sie starten ab Orly 4 und fliegen in die französischen Überseegebiete, nach Nordamerika und in die Südsee.
- Air Caraïbes verbindet Orly mit Guadeloupe, Martinique, Französisch-Guayana und weiteren Zielen in der Karibik. Auf der Langstrecke fliegt sie den Airbus A350-900, den A350-1000 und den A330-300. In Europa siehst du die Airline praktisch nur hier.
- French Bee, die Low-Cost-Schwester aus demselben Konzern, setzt ausschließlich A350 ein und fliegt unter anderem nach La Réunion, Nordamerika und Tahiti.
- Corsair hat Orly als Basis und fliegt mit dem Airbus A330-900 in die Karibik, nach Westafrika und in den Indischen Ozean.
Damit ist Orly einer der besten Orte in Europa, um A350-900 und A350-1000 direkt miteinander zu vergleichen. Wenn du die beiden Varianten oder den A350 gegen die Boeing 787 abgrenzen willst, hilft dir der Beitrag A350 oder Boeing 787?.
Langstrecke folgt festen Zeiten
Die Großraumjets nach Übersee kommen und gehen zu festen Zeiten, viele Ankünfte liegen am Morgen. Prüf Abflug- und Ankunftstafeln vorher, statt auf gut Glück am Zaun zu warten – der Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B zeigt, wie das geht.
Wer sonst in Orly fliegt
Neben Transavia France gehören zwei weitere Low-Cost-Airlines zu den großen Nutzern: Vueling und easyJet haben laut Nachschlagewerken Basen in Orly und fliegen mit Mustern der A320-Familie in viele Städte Europas. Dazu kommt Volotea mit Verbindungen in französische Regionen sowie nach Italien und Spanien.
Typisch für Orly ist außerdem der starke Verkehr nach Nordafrika. Air Algérie fliegt zahlreiche algerische Städte an, Royal Air Maroc mehrere Ziele in Marokko, Tunisair verschiedene Ziele in Tunesien. Für Spotter aus Deutschland ist das ein echter Gewinn – diese Airlines siehst du daheim nur selten.
| Gruppe | Beispiele | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| Low Cost Europa | Transavia France, Vueling, easyJet, Volotea | Boeing 737-800, A320neo, A320-Familie |
| Überseegebiete und Langstrecke | Air Caraïbes, French Bee, Corsair | A350-900, A350-1000, A330-300, A330-900 |
| Maghreb | Air Algérie, Royal Air Maroc, Tunisair | Schmalrumpfjets, gelegentlich Großraumflugzeuge |
| Korsika | Air France, Air Corsica | Schmalrumpfjets der A320-Familie |
Welche Strecken genau bedient werden, ändert sich mit jedem Flugplan – erst recht in einem Jahr wie 2026 mit Air-France-Abzug und Bahnsanierung. Nimm die Tabelle als Orientierung, nicht als Garantie.
Terminals und Anreise
Seit März 2019 tragen die Terminals Nummern statt Himmelsrichtungen. Aus Orly-Ouest wurden Orly 1 und 2, aus Orly-Sud Orly 4. Dazwischen öffnete im April 2019 der Verbindungsbau Orly 3, der beide Gebäude zu einem durchgehenden Komplex zusammenfasst. Die Langstrecken-Airlines nach Übersee findest du in Orly 4.
Ohne Auto bist du in Orly gut aufgehoben. Seit dem 24. Juni 2024 fährt die Metro-Linie 14 bis unter Orly 3, bis Châtelet–Les Halles im Zentrum brauchst du rund 25 Minuten. Die Straßenbahn T7 hält an Orly 4, und der Orlyval verbindet die Terminals seit 1991 mit dem RER-Bahnhof Antony. Für die Fotostandorte am Rand des Geländes brauchst du aber meist zusätzlich RER C, einen Bus oder einen längeren Fußweg.
Spotting in Orly: Was geht, was nicht
Eins vorweg: Frankreich ist kein Deutschland. Laut Spotter-Community brauchst du an den Pariser Flughäfen für Fotos rund um das Gelände eine Genehmigung der Behörden, die du vorab per E-Mail beantragst – mit Angaben zu Zweck, Zeitraum und Flughafen sowie einer Ausweiskopie. Die Antwort kann Wochen dauern. Wer kontrolliert wird, sollte die Genehmigung dabeihaben. Die Details und den aktuellen Stand fasst der Beitrag Fotografieren an französischen Flughäfen zusammen.
Der einfachste legale Einstieg ist die Aussichtsterrasse in Orly 4. Sie liegt landseitig, also vor der Sicherheitskontrolle, und ist laut Spotter-Community meist geöffnet. Zum Beobachten ist sie gut, zum Fotografieren nur eingeschränkt: Glasscheiben, Gegenlicht über weite Teile des Tages und große Entfernung zu den Bahnen. Was gut klappt, sind Bilder vom Rollverkehr bei bedecktem Himmel oder am späten Nachmittag.
Rund um den Zaun beschreibt die Community eine ganze Reihe von Standorten, vor allem an den Enden der Piste 4 auf der Westseite und unter dem Anflug auf die 25 in Villeneuve-le-Roi auf der Ostseite. Für viele davon brauchst du eine kleine Leiter, weil Zäune und Wälle die Sicht versperren. Mehrere bekannte Plätze sind in den letzten Jahren durch höhere Zäune oder Bauarbeiten unbrauchbar geworden. Was am Zaun mit Leiter und Stativ erlaubt ist, klärt der Beitrag Leiter, Tritt und Stativ am Flughafenzaun.
Genehmigung rechtzeitig beantragen
Wochen vor der Reise per E-Mail, mit Ausweiskopie, Zeitraum und Flughafen. Ohne Genehmigung bleib bei der Terrasse.
Bahnsituation prüfen
Bis 17. Dezember 2026 ist die Piste 4 zu. Danach gilt wieder: Westwind heißt Landung 25 und Start 24, Ostwind heißt Landung 06 und Start 07.
Licht einplanen
Die Hauptbahnen liegen etwa in Ost-West-Richtung. Je nach Seite des Zauns stehst du vormittags oder nachmittags mit der Sonne im Rücken.
Langstrecken-Ankünfte heraussuchen
Air Caraïbes, French Bee und Corsair kommen zu festen Zeiten. Ein Blick in die Ankunftstafel spart dir Stunden.
Kennzeichen notieren
Bei Dutzenden gleichen 737 und A320neo von Transavia France ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen auseinanderzuhalten.
Hitzeflimmern und Sicherheitskräfte
Auf den langen Bahnen flimmert die Luft an warmen Tagen stark – Aufnahmen über große Distanz werden schnell weich. Und: Sicherheitspersonal und Polizei dürfen dich jederzeit ansprechen. Bleib ruhig, zeig deine Genehmigung und halte dich an Absperrungen. Grundsätzliches dazu steht im Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.
Licht und Tagesplanung
Die beiden Hauptbahnen liegen ungefähr in Ost-West-Richtung, die Sonne steht mittags im Süden. Auf der Nordseite des Geländes hast du sie deshalb tagsüber eher im Rücken, auf der Südseite fotografierst du mittags gegen das Licht. Die Community empfiehlt für die Standorte an der Westseite vor allem den Vormittag bis in den frühen Nachmittag, für einige Plätze im Osten eher den Morgen oder den Sommerabend. Mit dem Beitrag Sonnenstand am Fotospot planen rechnest du das für dein Datum genau aus – in Planetrack übernimmt das der Sonnenstand-Planer.
Dank der Nachtruhe ist der Tag klar strukturiert. Ab 6 Uhr laufen die ersten Wellen, abends endet der Betrieb um 23:30 Uhr. Im Winter bleibt dir damit nur ein kurzes Lichtfenster, im Sommer reicht es bis weit in den Abend.
Orly passt zu dir, wenn …
- du Air Caraïbes, French Bee oder Corsair in Europa sehen willst
- du A350-900 und A350-1000 direkt vergleichen möchtest
- du Airlines aus dem Maghreb sammelst
Bedingt geeignet, wenn …
- du ohne Genehmigung nur die Terrasse nutzen kannst
- du im Herbst 2026 während der Bahnsanierung anreist
Eher woanders, wenn …
- du nachts fotografieren willst
- du A380, Boeing 777 und große Fracht suchst – dafür ist Charles de Gaulle die bessere Wahl
Orly im Pariser Flughafensystem
Paris hat mehrere Flughäfen, und jeder hat sein eigenes Profil. Charles de Gaulle im Norden ist das Drehkreuz von Air France und SkyTeam mit viel Langstrecke und Fracht. Orly im Süden ist der Flughafen für Direktflüge, Low Cost und Übersee. Le Bourget dient heute der Geschäftsluftfahrt und ist Schauplatz der Luftfahrtmesse, über die du im Beitrag zur Paris Air Show mehr erfährst. Weit draußen im Norden liegt außerdem der Low-Cost-Flughafen Paris-Beauvais.
Wenn du ein ganzes Wochenende in Paris verbringst, lohnt sich die Kombination: ein Tag Orly für Übersee und Transavia, ein Tag Charles de Gaulle – dazu der Guide Planespotting in Paris-Charles de Gaulle – und ein Abstecher ins Musée de l’Air et de l’Espace in Le Bourget.
Jeder A350 in Orly zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Sichtungs-Alarme für Airlines und Kennzeichen, Spot-Karte und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Orly ist der Pariser Flughafen für alle, die das Besondere suchen: Langstreckenjets in die Karibik und den Indischen Ozean, Airlines aus Nordafrika und eine Low-Cost-Flotte im Generationswechsel. Strenge Nachtruhe und ein fester Slot-Deckel machen den Betrieb gut planbar, die strengen französischen Regeln am Zaun dagegen verlangen Vorbereitung.
2026 ist ein Jahr des Umbruchs. Air France ist bis auf Korsika weg, Transavia France prägt das Bild, und bis Mitte Dezember läuft der Verkehr über die sonst kaum genutzte Querbahn. Wer jetzt kommt, sieht Orly in einer Konfiguration, die so schnell nicht wiederkehrt.
Kurzfazit
ORY ist die europäische Heimat von Air Caraïbes, French Bee und Corsair und seit 2026 die Basis von Transavia France. Plane nach Betriebsrichtung, Bahnsanierung und Genehmigung – dann lohnt sich der Abstecher in den Pariser Süden.
Zusammenfassung
- Orly ist kleiner als Charles de Gaulle, aber nicht weniger spannend: Hier landen die Airlines, die Paris mit der Karibik, dem Indischen Ozean und dem Maghreb verbinden.
- Nachtruhe und Slot-Deckel sorgen für einen klaren Tagesrhythmus – Verkehr gibt es nur zwischen 6:00 und 23:30 Uhr.
- Seit dem Rückzug von Air France prägt Transavia France das Bild, ergänzt durch Vueling, easyJet und Airlines aus Nordafrika.
- Für Fotos am Zaun brauchst du laut Spotter-Community eine Genehmigung; die Terrasse in Orly 4 ist ein legaler, aber eingeschränkter Einstieg.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Paris-Orly?
Der IATA-Code ist ORY, der ICAO-Code LFPO. ORY steht auf Tickets und Gepäckanhängern, LFPO nutzen Flugsicherung, Wetterdienste und Flugverfolgungsportale.
Wie viele Start- und Landebahnen hat Orly?
Drei: die 06/24 (Piste 4, 3.650 Meter), die 07/25 (Piste 3, 3.320 Meter) und die Querbahn 02/20 (Piste 2, 2.400 Meter). Im Normalbetrieb nutzt Orly die Pisten 3 und 4. Die Querbahn kreuzt die 07/25 und kommt laut Groupe ADP nur bei besonderen Wetterlagen oder bei gesperrten Bahnen zum Einsatz.
Warum ist 2026 eine Bahn in Orly gesperrt?
Die Groupe ADP saniert die Piste 4 (06/24) vom 10. August bis 17. Dezember 2026 komplett, bis hinunter zur Betondecke. Die Bahn stammt von 1966, die letzte vollständige Erneuerung liegt Jahrzehnte zurück. In dieser Zeit laufen Starts und Landungen über die 07/25 und die Querbahn 02/20. Laut Betreiber wurden mehr als 3.000 Flüge gestrichen oder nach Charles de Gaulle verlegt.
Gibt es in Orly eine Aussichtsterrasse?
Laut Spotter-Community gibt es eine Aussichtsterrasse im Terminal Orly 4, landseitig vor der Sicherheitskontrolle. Sie ist meist geöffnet, eine Garantie gibt es aber nicht. Zum Fotografieren taugt sie nur eingeschränkt: Glasscheiben und Gegenlicht stören, gut sichtbar ist vor allem der Rollverkehr. Die große Freiterrasse von Orly-Sud aus den 1960er-Jahren ist seit einem Anschlag 1975 nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.
Darf ich in Orly am Zaun fotografieren?
In Frankreich gelten strengere Regeln als in Deutschland. Laut Spotter-Community brauchst du an den Pariser Flughäfen für Fotos rund um das Flughafengelände eine Genehmigung der Behörden, die du vorab per E-Mail beantragst. Prüf die aktuellen Bedingungen vor der Reise – einen Überblick gibt der Beitrag zum Fotografieren an französischen Flughäfen.
Fliegt Air France noch ab Orly?
Nur noch eingeschränkt. Ende März 2026 hat Air France ihre Paris-Flüge in Charles de Gaulle gebündelt. In Orly bleiben die Korsika-Verbindungen; die übrigen Inlandsstrecken wie nach Nizza, Marseille und Toulouse fliegt seither Transavia France.
Wie komme ich ohne Auto nach Orly?
Mit der Metro-Linie 14, die seit Juni 2024 bis unter Orly 3 fährt, mit der Straßenbahn T7 bis Orly 4 oder mit dem Orlyval vom RER-Bahnhof Antony. Für viele Fotostandorte am Rand des Geländes brauchst du zusätzlich Bus, RER C oder einen längeren Fußweg.
Wann ist in Orly Nachtruhe?
Von 23:30 bis 6:00 Uhr finden keine planmäßigen Starts und Landungen statt. Die Regel gilt seit einem Ministerentscheid vom 4. April 1968 und blieb auch während der Bahnsanierung 2026 unverändert.
Sichtungen rund um Flughafen Paris-Orly sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Transavia France
Die französische Low-Cost-Airline der Air France-KLM-Gruppe: Hauptbasis Paris-Orly, Regionalbasen von Lyon bis Bordeaux, eine Flotte im Wechsel von der Boeing 737-800 zum Airbus A320neo – und dieselben grünen Farben wie die niederländische Schwester.
TX / FWIAir Caraïbes
Die Airline der französischen Antillen: Sitz auf Guadeloupe, Langstrecke ab Paris-Orly mit Airbus A350 und A330, ein ATR-Netz zwischen den Inseln – und French Bee als Schwester im selben Konzern.
BF / FBUFrench bee
Die französische Low-Cost-Airline für die Langstrecke: 2016 als French Blue gestartet, heute mit einer kleinen, reinen Airbus-A350-Flotte ab Paris-Orly nach La Réunion, Nordamerika und Tahiti unterwegs.
SS / CRLCorsair
Französische Langstrecken-Airline mit Basis Paris-Orly: Corsair fliegt mit einer einheitlichen Airbus-A330neo-Flotte in die Antillen, in den Indischen Ozean und nach Westafrika.
AF / AFRAir France
Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.
VY / VLGVueling
Die Low-Cost-Airline aus Barcelona gehört zur IAG: eine Flotte aus der kompletten Airbus-A320-Familie, ein zweites Drehkreuz in Rom und eine Boeing-Bestellung, die das einheitliche Bild aufbricht.
U2 / EZYeasyJet
Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.
V7 / VOEVolotea
Die spanische Low-Cost-Airline der Vueling-Gründer: Direktflüge zwischen mittelgroßen Städten in Frankreich, Italien und Spanien, eine reine Flotte aus Airbus A319 und A320 – und der Werksshuttle für Airbus.
Typische Flugzeuge
Boeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A350-900
Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A350-1000
Schwarze Cockpit-Maske, gebogene Flügelspitzen und ein Rumpf von fast 74 Metern auf sechsrädrigen Fahrwerken: Die A350-1000 ist die große A350. So erkennst du sie und trennst sie sicher von A350-900 und Boeing 777.
FlugzeugtypAirbus A330-900neo
Klassischer A330-Rumpf, aber mit Sharklets, schwarzer Cockpit-Maske und deutlich größeren Triebwerken: Die A330-900neo ist die Neuauflage eines Langstrecken-Klassikers. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A330-300
Langer Rumpf, zwei Triebwerke, aufgesetzte Winglets: Die A330-300 ist seit über 30 Jahren ein Arbeitstier der Langstrecke. So erkennst du sie und grenzt sie von ihren Geschwistern ab.
Spotting-Spots rund um Flughafen Paris-Orly
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Weitere Einträge
Flughafen Paris-Charles de Gaulle
Größter Flughafen der EU und Heimat von Air France: vier Ost-West-Bahnen in zwei Paaren, ein riesiges Terminal 2, das FedEx-Drehkreuz für Europa – und ein Spotter-Umfeld, das ohne Genehmigung, Auto und gute Vorbereitung schnell frustriert.
FlughafenFlughafen Paris-Le Bourget
Hier landete Lindbergh 1927, hier steht das Art-déco-Terminal von 1937, und alle zwei Jahre zeigt die Luftfahrtindustrie hier auf der Paris Air Show ihre Neuheiten. Linienflüge gibt es in Le Bourget längst nicht mehr – dafür Falcon, Gulfstream und Global in einer Dichte, die in Europa kaum ein anderer Flughafen erreicht.
FlughafenFlughafen Paris-Beauvais
Rund 69 Kilometer nördlich von Paris liegt in Tillé bei Beauvais der Low-Cost-Flughafen der Hauptstadtregion: eine Hauptpiste, zwei Terminals, ein Flugplan fast nur aus Ryanair und Wizz Air – und eine Geschichte, die bis in die 1930er-Jahre zurückreicht.
Airline-GruppeAir France-KLM
Air France-KLM ist ein französisch-niederländischer Konzern mit zwei Netzwerk-Airlines, zwei Transavia-Betrieben und eigenen Regionaltöchtern. Wer am Zaun nur auf Blau-Weiß-Rot oder KLM-Blau achtet, verpasst die halbe Gruppe.
Passende Guides aus dem Blog
- Fotografieren an französischen Flughäfen: Vigipirate, Militärbasen und Spotterpraxis
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- Sonnenstand planen: So stehst du am Flughafen nie im Gegenlicht
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