Das Wichtigste in Kürze
- Chalair Aviation ist eine französische Regionalairline mit Sitz am Flughafen Caen-Carpiquet in der Normandie, gegründet 1986.
- Codes: IATA CE, ICAO CLG.
- Die Flotte besteht aus Turboprops: ATR 42-500, ATR 72-500 und Beechcraft 1900D – laut Chalair zehn Flugzeuge mit 18 bis 70 Sitzen.
- Das Kerngeschäft sind subventionierte Linien zwischen Paris-Orly und kleineren Städten, die von öffentlichen Trägern ausgeschrieben werden.
- Keine Allianz, aber enge Partner: Codeshare mit Air France, Meilen bei Flying Blue, Anschlüsse zu Air Caraïbes und French bee.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Chalair Aviation im Überblick
- 2.Codes und Kennungen
- 3.Das Geschäftsmodell: Linien im öffentlichen Auftrag
- 4.Die Flotte: ATR und Beechcraft
- 5.ATR 42 oder ATR 72? So unterscheidest du sie
- 6.Woran du Chalair erkennst
- 7.Geschichte: vom Lufttaxi zur Linien-Airline
- 8.Chalair spotten: Orly und die Regionalflughäfen
- 9.Häufige Verwechslungen
- 10.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | CE |
|---|---|
| ICAO-Code | CLG |
| Drehkreuze | ORY |
| Geschäftsmodell | Regionalairline mit Linienflügen, oft im Auftrag öffentlicher Träger, dazu Charter- und Bedarfsflüge |
| Sitz | Flughafen Caen-Carpiquet, Normandie |
| Gegründet | 1986 von Philippe Lebaron, Ausbau des Linienverkehrs ab 1997 |
| Eigentümer | Alain Battisti, seit 2003 |
| Netz (laut Chalair, Stand Oktober 2026) | Paris-Orly mit Aurillac, Brive-Vallée de la Dordogne und Castres-Mazamet |
| Flotte (laut Chalair) | 10 Flugzeuge der Typen ATR 42-500, ATR 72-500 und Beechcraft 1900D, 18 bis 70 Sitze |
| Allianz | keine; Codeshare mit Air France und Partner von Flying Blue |
| Weitere Partner | Air Caraïbes und French bee für Anschlüsse in Orly |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Chalair Aviation?
- Fast immer ein Turboprop: ATR 42-500, ATR 72-500 oder die kleine Beechcraft 1900D
- Schriftzug „Chalair“ am Rumpf, französisches Kennzeichen mit F-
- Flugnummer beginnt mit CE, auf dem Tracker steht der ICAO-Code CLG
- In Orly mit kleinem Gerät zwischen A320-Familie und Großraumjets
- Die Beechcraft 1900D erkennst du an der hohen Kabine, T-Leitwerk und kleinen Zusatzflossen am Heck
Zwischen den Airbus-Jets von Air France, Transavia und Vueling fällt in Paris-Orly regelmäßig ein deutlich kleineres Flugzeug auf: ein Turboprop mit dem Schriftzug „Chalair“. Chalair Aviation fliegt seit Jahrzehnten in Frankreich, doch außerhalb des Landes kennt sie kaum jemand. Für Spotter macht genau das den Reiz aus – kleine Flotte, ungewöhnliche Typen und Strecken, die es so nur in Frankreich gibt. Diese Seite zeigt dir, was hinter Chalair steckt und wie du die Flugzeuge sicher zuordnest.
Seltene Turboprops sammeln
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Spot fest – und siehst in deinem Hangar, welche Chalair-Maschinen dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Chalair Aviation im Überblick
Chalair Aviation ist eine französische Regionalairline mit Sitz am Flughafen Caen-Carpiquet in der Normandie. Gegründet hat sie Philippe Lebaron im Jahr 1986, zunächst als Lufttaxi-Unternehmen. Lebaron war vorher Pilot bei Brit Air, einer der prägenden Regionalairlines Frankreichs. Ab 1997 baute Chalair den Linienverkehr aus, damals unter anderem zwischen Cherbourg und Paris-Orly.
2003 übernahm Alain Battisti das Unternehmen, dem er bis heute als Eigentümer vorsteht. Unter ihm wurde aus dem kleinen Bedarfsflug-Anbieter schrittweise eine Linienairline mit eigenen Strecken. 2004 kam die erste Beechcraft 1900 in die Flotte, später folgten ATR-Turboprops für Strecken mit mehr Nachfrage.
Chalair ist kein Teil eines großen Konzerns und gehört keiner Allianz an. Trotzdem ist die Airline eng mit dem französischen Netz verflochten: Es gibt einen Codeshare mit Air France, Chalair ist Partner des Vielfliegerprogramms Flying Blue der Air France-KLM-Gruppe, und in Orly bietet die Airline Anschlüsse zu Air Caraïbes und French bee. Zudem hat Chalair die IOSA-Zertifizierung der IATA, ein internationales Audit für den sicheren Flugbetrieb.
Codes und Kennungen
- IATA-Code CE: steht in der Flugnummer – auf der Anzeigetafel in Orly, im Ticket und in Flugplänen.
- ICAO-Code CLG: taucht im Flugplan der Flugsicherung und auf ADS-B-Trackern auf.
- Kennzeichen F-: Chalair-Flugzeuge sind in Frankreich registriert und tragen das Präfix F- am Heck.
Weil Chalair Codeshare mit Air France fliegt, kann ein und derselbe Flug unter einer CE- und einer AF-Flugnummer verkauft werden. Wer tatsächlich fliegt, zeigt dir der Tracker über den ICAO-Code. Den Unterschied zwischen Flugnummer und Rufzeichen erklärt der Artikel Callsign oder Flugnummer? ausführlich.
Tracker richtig lesen
Suchst du auf einem Flugtracker nach Chalair, filtere nach dem ICAO-Code CLG. Über die AF-Codeshare-Nummer findest du den Flug zwar auch, sie verrät aber nicht, dass ein Turboprop von Chalair unterwegs ist. Mehr zum Thema im Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Das Geschäftsmodell: Linien im öffentlichen Auftrag
Chalair lebt zu einem großen Teil von Strecken, die in Frankreich als Linien unter gemeinwirtschaftlicher Verpflichtung ausgeschrieben werden. Das Prinzip: Staat, Region, Département und örtliche Träger wollen eine abgelegene Stadt per Flugzeug an Paris anbinden. Sie legen Frequenzen, Flugzeuggröße und Zeiten fest, schreiben die Strecke aus und beteiligen sich an den Kosten. Die Airline, die den Zuschlag bekommt, fliegt dann meist für vier Jahre.
Für Chalair bedeutet das planbaren Verkehr auf Strecken, auf denen große Airlines sich zurückgezogen haben. So hat Chalair im Juni 2023 die Verbindungen von Aurillac und von Castres nach Paris-Orly übernommen, nachdem Air France die Strecken abgegeben hatte. Auf Castres war bis dahin eine Embraer ERJ 145 im Auftrag von Air France unterwegs, betrieben von Amelia. Im September 2024 sprang Chalair dann zunächst übergangsweise auf der Strecke Brive–Orly ein und ist dort seit dem 27. Oktober 2024 für vier Jahre offiziell als Betreiber eingesetzt.
| Strecke | Übernahme | Flugzeug laut Chalair bzw. Ausschreibung | Frequenz |
|---|---|---|---|
| Aurillac – Paris-Orly | 1. Juni 2023, Vertrag über vier Jahre | ATR 42-500 (48 Sitze) | laut Chalair zwei Rotationen werktags, sonntags eine |
| Castres-Mazamet – Paris-Orly | 1. Juni 2023, Vertrag über vier Jahre | ATR 42-500 | rund 11 Flüge pro Woche |
| Brive – Paris-Orly | Übergangsbetrieb ab 16. September 2024, Vertrag ab 27. Oktober 2024 über vier Jahre | ATR 72 (70 Sitze) | zwei Rotationen werktags, sonntags eine |
Die Tabelle zeigt die Ausgangslage beim Start der Verträge bzw. die Angaben auf der Chalair-Website. Welches Flugzeug an einem bestimmten Tag eingesetzt wird, kann abweichen – etwa bei Wartung oder Engpässen. Auf der Chalair-Website stehen im Herbst 2026 diese drei Linien ab Orly im Vordergrund; für Castres gibt die Airline an, dass die Flüge bis Ende Mai 2027 verlängert wurden.
Ausschreibung
Öffentliche Träger definieren Frequenzen, Mindestkapazität und Laufzeit einer Strecke.
Zuschlag
Die Airline mit dem passenden Angebot bekommt den Vertrag, typischerweise über vier Jahre.
Betrieb
Die Strecke wird mit festgelegtem Gerät und festen Tagesrandlagen geflogen – meist früh morgens und abends.
Neuvergabe
Nach Vertragsende wird neu ausgeschrieben. Die Strecke kann dann an eine andere Airline gehen.
Die Flotte: ATR und Beechcraft
Chalair fliegt ausschließlich Turboprops. Auf der eigenen Flotten-Seite nennt die Airline zehn Flugzeuge mit 18 bis 70 Sitzen und einer Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern, verteilt auf drei Typen. Wie viele Exemplare je Typ aktiv sind, gibt Chalair dort nicht an, und die Angaben in Flottenlisten weichen voneinander ab. Deshalb hier nur die Typen mit ihrer Rolle:
| Typ | Sitze (ca.) | Rolle bei Chalair | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| ATR 42-500 | 48 | Rückgrat auf Aurillac und Castres | Kurzer Rumpf, gedrungene Proportionen |
| ATR 72-500 | 70 | Größtes Muster, eingesetzt auf Brive–Orly | Deutlich längerer Rumpf, mehr Fenster |
| Beechcraft 1900D | 19 | Kleinere Strecken, Charter und Ersatz | Kleinstes Muster, hohe Kabine, T-Leitwerk |
Hersteller der ATR-Muster ist das französisch-italienische Unternehmen ATR mit Endmontage in Toulouse. Die Beechcraft 1900D stammt aus dem Programm von Beechcraft, das heute zu Textron Aviation gehört. Die neuere ATR 42-600 mit Glascockpit setzt Chalair nach den vorliegenden Angaben nicht ein – die Flotte besteht aus der Vorgängergeneration -500.
Die Beech 1900D fehlt dir noch?
Setz Typen, Airlines oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich bei Anflug oder Landung benachrichtigen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
ATR 42 oder ATR 72? So unterscheidest du sie
Bei Chalair siehst du beide ATR-Größen in ähnlicher Bemalung. Auf große Entfernung oder im Gegenlicht wirken sie ähnlich: Schulterdecker, zwei Turboprops unter dem Flügel, T-Leitwerk. Die Unterschiede liegen im Detail.
Das spricht für die ATR 72
- Deutlich längerer Rumpf, wirkt schlank und gestreckt
- Viele Kabinenfenster vor und hinter dem Flügel
- Großer Abstand zwischen Flügel und Leitwerk
- Auf Trackern als AT75 bzw. AT72 geführt
Das spricht für die ATR 42
- Kurzer, gedrungener Rumpf
- Weniger Fenster, besonders hinter dem Flügel
- Leitwerk sitzt optisch nah am Flügel
- Auf Trackern als AT45 bzw. AT43 geführt
Das sicherste Merkmal ist die Länge im Verhältnis zur Spannweite: Die ATR 72 ist lang gestreckt, die ATR 42 wirkt fast kompakt. Zählst du auf einem Foto die Fenster hinter der Flügelwurzel, hast du die Antwort meist sofort. Eine ausführliche Anleitung für alle gängigen Muster findest du im Artikel Turboprops unterscheiden.
Die Beechcraft 1900D ist dagegen eine eigene Liga: ein 19-Sitzer, gerade einmal etwas länger als ein großer Geschäftsreise-Turboprop. Typisch für die D-Version ist die erhöhte Kabine, in der Passagiere aufrecht stehen können, dazu Winglets und kleine Zusatzflossen am Heck. Wer sie einmal gesehen hat, verwechselt sie höchstens noch mit der Beechcraft King Air 200 – die ist aber spürbar kürzer, hat weniger Fenster und eine niedrigere Kabine.
Woran du Chalair erkennst
Chalair-Flugzeuge tragen den Schriftzug der Airline am Rumpf. Weil die Flotte klein ist und Flugzeuge teils aus dem Leasing-Markt stammen, kann das Erscheinungsbild einzelner Maschinen voneinander abweichen. Verlass dich deshalb nicht allein auf die Bemalung, sondern mach immer auch ein Foto, auf dem das Kennzeichen lesbar ist. Das F- am Heck zeigt die französische Registrierung, die folgenden vier Buchstaben identifizieren das einzelne Flugzeug. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Ein zweites Merkmal ist die Umgebung. Kleine Turboprops stehen an großen Flughäfen häufig auf Außenpositionen, wo Passagiere per Bus und Treppe an Bord gehen. Gut möglich also, dass du Chalair in Orly zwischen Bussen und Vorfeldfahrzeugen entdeckst.
Achtung Verwechslung
In Frankreich fliegen mehrere Regionalanbieter mit Turboprops, darunter Twin Jet mit Beechcraft 1900D und Air Corsica mit ATR 72. Wer nur das Leitwerk fotografiert, ordnet später leicht falsch zu. Das Kennzeichen und der ICAO-Code auf dem Tracker schaffen Klarheit.
Geschichte: vom Lufttaxi zur Linien-Airline
Die Geschichte von Chalair ist eng mit der französischen Regionalluftfahrt verbunden. Einige Stationen im Überblick:
- 1986: Philippe Lebaron gründet Chalair als Lufttaxi- und Bedarfsflug-Unternehmen in der Normandie.
- 1997: Ausbau des Linienverkehrs, darunter Le Mans–Eindhoven und Cherbourg–Paris-Orly; das Unternehmen firmiert seitdem als Chalair Aviation.
- 1998 bis 2001: Die Regionalairline Brit Air ist zeitweise an Chalair beteiligt.
- 2003: Alain Battisti übernimmt das Unternehmen, zunächst mit Firmen-Shuttles in kleinen King Air.
- 2004: Mit der ersten Beechcraft 1900 beginnt der Ausbau zur Regional-Linienairline.
- 2011 bis 2014: Chalair fliegt im Auftrag der damaligen Regionalairline Airlinair Strecken ab Orly.
- 2016: Nach der Pleite von VLM Airlines übernimmt Chalair die Verbindung Antwerpen–Hamburg.
- 2019: Chalair übernimmt Agen–Orly von HOP!.
- 2020: Im Februar wird ein Codeshare mit Air France vereinbart, ab Mitte März ruht der Flugbetrieb pandemiebedingt bis Juni.
- 2023 und 2024: Übernahme der Linien Aurillac–Orly, Castres–Orly und Brive–Orly.
Viele frühere Strecken, etwa ab Bordeaux, Limoges, Lyon, Quimper oder Agen, gehören inzwischen nicht mehr zum Angebot. Saisonal flog Chalair zeitweise auch nach Korsika, Nizza oder ins irische Kerry. Für Spotter heißt das: Alte Spotterberichte über Chalair-Sichtungen an bestimmten Flughäfen sind oft nicht mehr aktuell.
Chalair spotten: Orly und die Regionalflughäfen
Der verlässlichste Ort ist der Flughafen Paris-Orly. Hier laufen alle aktuellen Chalair-Linien zusammen. Weil die öffentlich ausgeschriebenen Strecken auf Tagesrandverbindungen ausgelegt sind, damit Geschäftsreisende morgens nach Paris und abends zurück kommen, triffst du die Turboprops typischerweise in den frühen Morgenstunden und am Abend an. Mittags ist die Chance geringer.
An den Regionalflughäfen Aurillac, Brive und Castres-Mazamet ist Chalair oft der einzige Linienanbieter. Das ist entspannt: wenig Verkehr, überschaubare Wege und viel Zeit pro Bewegung. Allgemeine Tipps für solche Plätze gibt der Guide Spotting an Regionalflughäfen. Bevor du in Frankreich die Kamera auspackst, lies außerdem Fotografieren an französischen Flughäfen – die Regeln unterscheiden sich in Details von Deutschland.
Gute Chancen auf Chalair, wenn …
- du werktags früh morgens oder am Abend in Orly bist
- du an einem der Regionalflughäfen mit Chalair-Linie stehst
- der aktuelle Flugplan CE-Flüge zur passenden Uhrzeit zeigt
Prüf es vorher, wenn …
- du nach älteren Berichten planst, etwa mit Strecken ab Bordeaux oder Lyon
- ein Vertrag gerade ausläuft oder neu vergeben wird
Eher kein Chalair-Tag, wenn …
- du an einem deutschen Flughafen auf eine Sichtung hoffst – das gelingt höchstens bei Charterflügen
Für Turboprop-Fotos gilt: Eine zu kurze Belichtungszeit friert die Propeller ein und das Flugzeug wirkt wie im Segelflug. Wie du die Rotorblätter schön verwischt bekommst, steht in Propeller fotografieren. Einen Überblick über ähnliche Airlines in ganz Europa bietet der Artikel Regionalairlines in Europa.
Sicherheit und Regeln
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Absperrungen und Sicherheitszonen sind tabu, Drohnen haben in Flughafennähe nichts verloren. Was grundsätzlich gilt, erklärt Ist Planespotting erlaubt?.
Häufige Verwechslungen
- Chalair für eine Air-France-Tochter halten – Chalair ist eigenständig, der Codeshare macht die Flüge nur unter AF-Nummer buchbar.
- ATR 42 und ATR 72 verwechseln – Rumpflänge und Fensterzahl hinter dem Flügel entscheiden.
- Die Beechcraft 1900D als King Air notieren – die 1900D ist länger, hat mehr Fenster und eine höhere Kabine.
- CE-Flugnummer und CLG verwechseln – CE steht auf der Anzeigetafel, CLG ist der ICAO-Code auf dem Tracker.
- Alte Streckenlisten übernehmen – das Netz hängt an befristeten Ausschreibungen und ändert sich regelmäßig.
Chalair im Blick behalten
Beobachte Chalair oder einzelne Kennzeichen, lass dich bei Anflug oder Landung benachrichtigen und plane mit Wetter, Wind und Pistenrichtung den richtigen Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Chalair Aviation ist das Gegenteil einer Massen-Airline: wenige Turboprops, wenige Strecken, dafür ein Stück französische Regionalluftfahrt, das sonst kaum noch sichtbar ist. Wer in Orly zur richtigen Uhrzeit steht oder einen Abstecher an einen der kleinen Flughäfen im Zentralmassiv oder in Okzitanien macht, bekommt mit einer ATR oder gar einer Beechcraft 1900D ein Motiv, das in vielen Sammlungen fehlt.
Kurzfazit
Chalair Aviation (IATA CE, ICAO CLG) ist eine Regionalairline aus Caen mit reiner Turboprop-Flotte aus ATR 42-500, ATR 72-500 und Beechcraft 1900D. Die Linien ab Paris-Orly werden öffentlich ausgeschrieben – prüf vor dem Spotten den aktuellen Flugplan.
Zusammenfassung
- Chalair ist eine kleine Turboprop-Airline, die du vor allem in Paris-Orly und an Regionalflughäfen in Südwest- und Zentralfrankreich triffst.
- Typisch sind Strecken unter gemeinwirtschaftlicher Verpflichtung: Chalair übernimmt Linien, die ohne öffentliche Ausschreibung kaum ein Anbieter fliegen würde.
- Zwischen ATR 42 und ATR 72 unterscheidest du über Länge und Fensterzahl, die Beechcraft 1900D fällt durch ihre geringe Größe sofort auf.
- Weil sich Netz und Einsatzmuster mit jeder Ausschreibung ändern können, solltest du vor dem Spotten den aktuellen Flugplan prüfen.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hat Chalair Aviation?
Der IATA-Code von Chalair ist CE, der ICAO-Code CLG. Die CE-Flugnummer siehst du auf der Anzeigetafel in Orly, den ICAO-Code auf Flugtrackern. Bei Codeshare-Flügen kann derselbe Flug zusätzlich mit einer Air-France-Flugnummer verkauft werden.
Welche Flugzeuge fliegt Chalair?
Ausschließlich Turboprops: ATR 42-500 mit rund 48 Sitzen, ATR 72-500 mit rund 70 Sitzen und die kleine Beechcraft 1900D mit 19 Sitzen. Chalair selbst nennt auf seiner Website zehn Flugzeuge mit 18 bis 70 Sitzen (Stand Oktober 2026). Wie viele Exemplare je Typ aktiv sind, schwankt; Flottenlisten unterscheiden sich hier teils deutlich.
Wohin fliegt Chalair?
Laut der eigenen Website verbindet Chalair im Herbst 2026 Paris-Orly mit Aurillac, Brive-Vallée de la Dordogne und Castres-Mazamet. Früher gehörten auch Strecken ab Bordeaux, Limoges, Lyon, Quimper oder Agen sowie saisonale Ziele wie Korsika zum Netz. Das Streckennetz ändert sich mit den Ausschreibungen, prüf deshalb immer den aktuellen Flugplan.
Gehört Chalair zu Air France oder zu einer Allianz?
Nein. Chalair ist eine eigenständige Airline und kein Mitglied von SkyTeam oder einer anderen Allianz. Es gibt aber einen Codeshare mit Air France, Chalair ist Partner des Vielfliegerprogramms Flying Blue und bietet Anschlüsse in Orly mit Air Caraïbes und French bee an.
Was bedeutet „Strecke unter Service-public-Auflage“?
In Frankreich können Staat, Regionen und Départements Flugverbindungen zu abgelegenen Städten ausschreiben und mitfinanzieren. Die Airline verpflichtet sich dann für einige Jahre auf Frequenzen, Flugzeuggröße und Preise. Chalair hat so unter anderem Aurillac–Orly ab Juni 2023 und Brive–Orly ab Oktober 2024 jeweils für vier Jahre übernommen.
Wo kann ich Chalair spotten?
Am verlässlichsten in Paris-Orly, wo alle aktuellen Linien zusammenlaufen. Dazu kommen die Regionalflughäfen Aurillac, Brive und Castres-Mazamet. Charterflüge können Chalair-Maschinen auch an andere Flughäfen bringen – in Deutschland ist das aber eher ein Glückstreffer.
War Chalair schon in Deutschland unterwegs?
Ja, zeitweise. 2016 übernahm Chalair nach der Pleite von VLM Airlines die Verbindung Antwerpen–Hamburg, und es gab vorher eine Strecke Lyon–Köln. Diese Verbindungen sind inzwischen Geschichte; regelmäßige Deutschlandflüge gehören derzeit nicht zum Netz.
Chalair Aviation im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
ATR 42-500
Mit der ATR 42-500 bekam der kleine ATR-Turboprop Mitte der Neunziger Sechsblatt-Propeller, stärkere Triebwerke und eine neue Kabine. So erkennst du sie und trennst sie von älteren und jüngeren ATR 42.
FlugzeugtypATR 72-500
Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.
FlugzeugtypBeechcraft 1900D
19 Sitze, zwei PT6A, ein Buckel über der Kabine und kleine Flossen überall am Heck: Die Beechcraft 1900D ist der Zubringer-Turboprop, der Kanada, die USA und viele Inselnetze geprägt hat. So erkennst du sie.
FlugzeugtypATR 42-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Sechsblatt-Propeller und ein kurzer, kompakter Rumpf: Die ATR 42-600 ist der kleinste Turboprop von ATR. So erkennst du sie und trennst sie von der größeren ATR 72.
FlugzeugtypEmbraer ERJ 145
Lange Nase, Hecktriebwerke, T-Leitwerk und drei Sitze pro Reihe: Die ERJ 145 ist das 50-sitzige Grundmodell der ERJ-Familie und Embraers Durchbruch bei den Jets – mit über 1.200 gebauten Familienmitgliedern.
Weitere Airlines
Air France
Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.
RegionalAir France Hop
Die Regionaltochter der Air France entstand 2013 aus Brit Air, Régional und Airlinair. Aus einem bunten Mix aus ATR, CRJ und Embraer ist inzwischen eine reine E170/E190-Flotte geworden, die unter Air-France-Flugnummern ab Paris-CDG und Lyon fliegt.
NetzwerkAir Caraïbes
Die Airline der französischen Antillen: Sitz auf Guadeloupe, Langstrecke ab Paris-Orly mit Airbus A350 und A330, ein ATR-Netz zwischen den Inseln – und French Bee als Schwester im selben Konzern.
Low-CostFrench bee
Die französische Low-Cost-Airline für die Langstrecke: 2016 als French Blue gestartet, heute mit einer kleinen, reinen Airbus-A350-Flotte ab Paris-Orly nach La Réunion, Nordamerika und Tahiti unterwegs.
RegionalTwin Jet
Französische Regionalairline aus Aix-en-Provence: seit 2001 in der Luft, mit einer reinen Flotte aus kleinen Beechcraft 1900D auf kleinen Strecken in Frankreich und nach Italien.
CharterAmelia
Die Markenfamilie der französischen Regourd Aviation: kleine Flotte aus Embraer-Regionaljets und Airbus A319, viel ACMI für andere Airlines, Charter für Sportteams und Firmen – und mit Pau–Paris-Orly auch eine eigene Linie.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
ATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
HerstellerTextron Aviation
Skyhawk auf dem Flugplatz, Citation am Businessjet-Terminal, King Air beim Rettungsdienst, Caravan im Frachtnetz von FedEx: Hinter all diesen Mustern steht Textron Aviation aus Wichita. Hier erfährst du, wie Cessna, Beechcraft und Hawker unter ein Dach kamen, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
FlughafenFlughafen Paris-Orly
Der zweite große Pariser Flughafen: knapp 35 Millionen Passagiere, strenge Nachtruhe und ein Deckel für die Flugbewegungen, seit 2026 mit Transavia France als wichtigster Airline – und mit Air Caraïbes, French Bee und Corsair die Adresse für französische Langstrecke in die Überseegebiete.
Airline-GruppeAir France-KLM
Air France-KLM ist ein französisch-niederländischer Konzern mit zwei Netzwerk-Airlines, zwei Transavia-Betrieben und eigenen Regionaltöchtern. Wer am Zaun nur auf Blau-Weiß-Rot oder KLM-Blau achtet, verpasst die halbe Gruppe.
Passende Guides aus dem Blog
- ATR oder Dash 8? Turboprops sicher unterscheiden und erkennen
- Regionalairlines in Europa: Zubringer, Lohnflüge und Inselverkehre
- Fotografieren an französischen Flughäfen: Vigipirate, Militärbasen und Spotterpraxis
- Propellerflugzeuge fotografieren: Verschlusszeit und Mitzieher richtig wählen
- Callsign vs. Flugnummer: Was ist der Unterschied?
- Spotting an Regionalflughäfen: Warum kleine Airports oft die besseren Spots sind



