Das Wichtigste in Kürze
- IATA LYS, ICAO LFLL: fünftgrößter Flughafen Frankreichs, 2025 mit rund 10,7 Millionen Passagieren.
- Zwei parallele Nord-Süd-Bahnen: 17R/35L mit 4.000 Metern für die meisten Starts, 17L/35R mit 2.670 Metern für die meisten Landungen.
- Low-Cost prägt das Bild: easyJet, Transavia und Volotea stellen einen großen Teil des Verkehrs, Air France fliegt vor allem Inland.
- Architektur zum Mitnehmen: Der TGV-Bahnhof von Santiago Calatrava ist eines der bekanntesten Bahnhofsgebäude Frankreichs.
- Seit April 2026 nur noch Terminal 1: Terminal 2 ist laut Flughafen geschlossen – prüf vor dem Besuch die aktuelle Lage.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Von Bron nach Satolas: ein Neubau auf der grünen Wiese
- 7.Architektur: Calatravas Vogel und ein neues Terminal
- 8.Zwei Bahnen, klare Rollen
- 9.Wer in Lyon fliegt
- 10.Nordafrika, Nahost und die Langstrecke
- 11.Verkehrsentwicklung: vom Corona-Tief zum neuen Wachstum
- 12.Eigentümer und Betreiber
- 13.Spotten in Lyon: was du wissen musst
- 14.Anreise: Straßenbahn, TGV und Auto
- 15.Zwischenfälle in der Geschichte
- 16.Lyon im Vergleich
- 17.Fazit
- 18.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | LYS |
|---|---|
| ICAO-Code | LFLL |
| Betreiber | Aéroports de Lyon – seit der Privatisierung 2016 mehrheitlich im Besitz eines Konsortiums aus Vinci, Predica und der Caisse des dépôts; die Gesellschaft betreibt auch den Flughafen Lyon-Bron |
| Lage | In der Ebene östlich von Lyon, rund 20 bis 25 km vom Stadtzentrum entfernt, zum größten Teil auf dem Gebiet der Gemeinde Colombier-Saugnieu |
| Höhe | Rund 250 m über dem Meeresspiegel |
| Fläche | Rund 2.000 Hektar, davon etwa 900 Hektar Reserveflächen |
| Start- und Landebahnen | Zwei parallele Bahnen in Nord-Süd-Richtung: 17R/35L mit 4.000 × 45 m (überwiegend für Starts) und 17L/35R mit 2.670 × 45 m (überwiegend für Landungen), beide mit ILS der Kategorie III |
| Passagierterminals | Terminal 1 mit der 2017/2018 eröffneten Erweiterung und dem Satelliten (D-Gates); Terminal 2 ist laut Flughafen seit dem 1. April 2026 geschlossen, alle Flüge laufen über Terminal 1 |
| Bahnanbindung | TGV-Bahnhof Lyon-Saint-Exupéry (1994, Architekt Santiago Calatrava), Straßenbahn Rhônexpress zum Bahnhof Lyon-Part-Dieu |
| Verkehr 2025 | Rund 10,7 Mio. Passagiere – Platz fünf unter den französischen Flughäfen |
| Eröffnung | 12. April 1975 als Lyon-Satolas, Nachfolger des Flughafens Lyon-Bron |
| Für Spotter relevant | Zwei ausgewiesene Bereiche für Planespotter (Spotterfeld und Belvédère); dazu der Calatrava-Bahnhof als Architekturmotiv |
| Offizielle Website | www.lyonaeroports.com |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Lyon-Saint Exupéry aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Lyon-Saint Exupéry
- Die Betriebsrichtung vor dem Besuch geprüft – je nach Wind wird nach Norden (35) oder nach Süden (17) gestartet und gelandet
- Einen Start auf der langen Bahn 17R/35L und eine Landung auf der kürzeren 17L/35R im Logbuch – die typische Arbeitsteilung in Lyon
- Einen Jet der Airbus-A320-Familie von easyJet, Transavia oder Volotea notiert und anhand des Kennzeichens zugeordnet
- Eine Maschine einer nordafrikanischen Airline erwischt – etwa von Air Algérie, Tunisair oder Royal Air Maroc
- Ein Großraumflugzeug auf einer der wenigen Langstrecken gesehen, etwa nach Dubai oder Montréal
- Den Calatrava-Bahnhof mit seinem Vogelflügel-Dach fotografiert
- Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert, nicht nur Airline und Typ
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Zwei ausgewiesene Bereiche für Planespotter
- Großer Mix aus Low-Cost, Air France, europäischen Netzairlines und Nordafrika-Verkehr
- Klare Arbeitsteilung der beiden Bahnen erleichtert die Planung
- Sehr gute Anbindung per TGV und Rhônexpress
- Überschaubares Verkehrsaufkommen – ideal, um Kennzeichen sauber mitzuschreiben
Wo es hakt
- Wenig Langstrecke im Vergleich zu Paris-CDG
- Weitläufiges Gelände: Ohne Auto sind die Bahnenden schwer erreichbar
- Nord-Süd-Bahnen: Je nach Seite und Tageszeit fotografierst du gegen die Sonne
- Zeitkritische Lage an den Terminals: Terminal 2 ist seit April 2026 geschlossen
- In Frankreich gelten an Flughäfen strenge Sicherheitsregeln – Zäune und Sperrbereiche sind tabu
Lyon ist kein Drehkreuz im Stil von Paris oder Frankfurt – und genau das macht den Flughafen spannend. Auf zwei parallelen Nord-Süd-Bahnen landet ein Querschnitt durch den europäischen Luftverkehr: orange Jets von easyJet, grüne von Transavia, Volotea mit ihrem jungen Netz, dazu Air France auf Inlandsstrecken, Netzairlines aus ganz Europa und viele Verbindungen nach Nordafrika. Ab und zu mischt sich ein Großraumflugzeug darunter. Wer die Arbeitsteilung der beiden Bahnen kennt und das Licht im Blick hat, kommt in Lyon in ruhigem Tempo auf eine lange Liste an Kennzeichen.
Dein LYS-Logbuch beginnt hier
Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Von Bron nach Satolas: ein Neubau auf der grünen Wiese
Bis Mitte der 1970er-Jahre flog Lyon von Bron aus, einem Flugplatz am östlichen Stadtrand. Dort war kein Platz zum Wachsen, und die Bahnen waren zu kurz für Langstreckenflugzeuge. Schon ab 1965 suchte man deshalb einen neuen Standort und fand ihn in der flachen Ebene östlich der Stadt, rund um die Gemeinde Colombier-Saugnieu.
Entworfen hat den neuen Flughafen der Architekt Guillaume Gillet. Nach vier Jahren Bauzeit weihte Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing ihn am 12. April 1975 ein; eine Woche später zog der Linienverkehr in einer einzigen Nacht von Bron um. Den ersten kommerziellen Flug übernahm eine Mercure der damaligen Inlandsgesellschaft Air Inter aus Paris. Zur Eröffnung gab es eine 4.000-Meter-Bahn und eine Kapazität für rund drei Millionen Passagiere im Jahr.
Der Name des Flughafens lautete zunächst Lyon-Satolas, nach dem Nachbardorf Satolas-et-Bonce. Im Juni 2000 – zum 100. Geburtstag von Antoine de Saint-Exupéry, dem in Lyon geborenen Schriftsteller und Postflieger – bekamen Flughafen und Bahnhof ihren heutigen Namen. Bron gibt es übrigens weiterhin: Der alte Flughafen dient heute der allgemeinen Luftfahrt und wird von derselben Gesellschaft betrieben.
Architektur: Calatravas Vogel und ein neues Terminal
Das bekannteste Gebäude am Flughafen ist gar kein Terminal, sondern der TGV-Bahnhof. Der spanische Architekt und Ingenieur Santiago Calatrava hat ihn entworfen; eröffnet wurde er am 28. Juni 1994 zusammen mit einem Abschnitt der Schnellfahrstrecke Rhône-Alpes. Das Dach erinnert an einen Vogel, der gerade die Flügel ausbreitet – entsprechend weit ist es in der flachen Landschaft zu sehen. Die Station ist rund 400 Meter lang und bis zu 40 Meter hoch; sie hat fünf Gleise, von denen die beiden mittleren für durchfahrende Züge reserviert sind. Über eine rund 250 Meter lange Passerelle mit Laufband gelangst du zu den Terminals.
Für Spotter, die gern auch Architektur fotografieren, ist der Bahnhof ein Pflichtmotiv. Am besten wirkt die geschwungene Silhouette von außen; im Inneren lohnt der Blick nach oben in die Rippenkonstruktion.
Auch die Terminals haben sich stark verändert. Ab 2014 wurde Terminal 1 nach Plänen des Büros Rogers Stirk Harbour + Partners um rund 70.000 Quadratmeter erweitert; die neuen Bereiche gingen ab 2017 in Etappen in Betrieb. Über einen Tunnel ist der Satellit mit den D-Gates angebunden – ursprünglich das einfache Low-Cost-Terminal 3, das 2011 eröffnet hatte. Terminal 2 wurde von 2022 bis 2024 renoviert. Laut Flughafen ist es seit dem 1. April 2026 jedoch erneut geschlossen; seitdem laufen alle Flüge über Terminal 1.
| Gebäude | Eröffnung | Was du dort findest |
|---|---|---|
| Terminal 1 mit Erweiterung | 1975, Erweiterung ab 2017 | heute zentrales Passagierterminal für alle Airlines |
| Satellit (D-Gates) | 2011 als Terminal 3 | Abfertigung vor allem von Low-Cost-Flügen |
| Terminal 2 | 1975, renoviert 2022–2024 | laut Flughafen seit April 2026 geschlossen |
| TGV-Bahnhof | 28. Juni 1994 | Calatrava-Bau, Fernzüge und Rhônexpress |
Zwei Bahnen, klare Rollen
Das Bahnsystem ist schnell erklärt. Beide Start- und Landebahnen verlaufen parallel in Nord-Süd-Richtung. Die Bahn 17R/35L ist 4.000 Meter lang und wird überwiegend für Starts genutzt. Die zweite Bahn 17L/35R kam erst 1992 dazu, misst 2.670 Meter und dient überwiegend für Landungen. Beide sind 45 Meter breit und mit einem Instrumentenlandesystem der Kategorie III ausgerüstet, das Landungen auch bei sehr schlechter Sicht erlaubt.
Aus den Bezeichnungen kannst du die Lage ablesen: Blickst du in Richtung 17, also nach Süden, liegt die rechte Bahn (R) im Westen und die linke (L) im Osten. Die lange Startbahn ist damit die westliche, die kürzere Landebahn die östliche.
Welche Richtung gerade aktiv ist, entscheidet der Wind. Weht er von Norden, wird nach Norden gestartet und gelandet – dann gilt Betriebsrichtung 35, und die Landungen kommen von Süden herein. Bei Südwind dreht sich das Bild auf 17. Prüf die aktuelle Richtung vor der Abfahrt in einer Flugverfolgung oder einer Wetterkarte; wie das geht, erklären die Beiträge Betriebsrichtung am Flughafen verstehen und Windy und andere Wetterkarten für Spotter.
Nord-Süd-Bahnen und die Sonne
Bei Bahnen in Nord-Süd-Richtung wandert die Sonne im Tagesverlauf von einer Bahnseite auf die andere. Vormittags steht sie im Osten, nachmittags im Westen. Je nachdem, auf welcher Seite der Bahn du stehst, hast du deshalb nur einen Teil des Tages gutes Licht. Mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot planst du das vorher – und Planetrack zeigt dir mit dem Sonnenstand-Planer, wann dein Standpunkt im besten Licht liegt.
Wer in Lyon fliegt
Lyon lebt vom Mix. Einen großen Anteil am Verkehr haben die Low-Cost-Airlines. easyJet bietet von hier aus ein dichtes Netz nach Großbritannien, Spanien, Italien, Portugal und in viele Urlaubsregionen. Transavia France fliegt vor allem nach Nordafrika, in den Nahen Osten und zu Ferienzielen am Mittelmeer. Volotea unterhält in Lyon eine Basis und verbindet die Stadt mit Zielen wie Athen, Porto oder Venedig. Dazu kommen Wizz Air und Vueling. Technisch dominiert dabei die Airbus-A320-Familie in allen Varianten, bei Transavia ergänzt um die Boeing 737-800.
Air France eröffnete in Lyon 1997 ein regionales Umsteigedrehkreuz. Heute verbindet sie Lyon vor allem mit Paris-CDG und anderen französischen Städten wie Bordeaux, Nantes, Toulouse oder Nizza; einen Teil dieser Inlandsflüge führt traditionell die Regionaltochter HOP! durch. Die Regionalairline Twin Jet fliegt kleinere Strecken, etwa nach Straßburg, Bologna oder Mailand. Aus Korsika kommt Air Corsica.
Die großen Netzairlines bringen ihre Zubringer zu den Drehkreuzen: Lufthansa nach Frankfurt und München, KLM nach Amsterdam, Brussels Airlines nach Brüssel, British Airways nach London und Turkish Airlines nach Istanbul. Auch Aegean und Aer Lingus stehen im Flugplan.
Seltene Gäste nicht verpassen
Mit Planetrack setzt du Kennzeichen, Typen, Airlines und Special Liveries auf deine Liste und wirst benachrichtigt, wenn sie Lyon anfliegen. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Nordafrika, Nahost und die Langstrecke
Ein Markenzeichen von Lyon ist der starke Verkehr nach Nordafrika. Air Algérie fliegt von hier aus eine ganze Reihe algerischer Städte an, darunter Algier, Oran und Constantine. Tunisair und Nouvelair verbinden Lyon mit Tunesien, Royal Air Maroc mit Casablanca und Marrakesch. Für Spotter aus dem deutschsprachigen Raum ist das reizvoll: Viele dieser Airlines siehst du zu Hause selten oder gar nicht.
Echte Langstrecke ist in Lyon die Ausnahme, aber es gibt sie. Emirates fliegt nach Dubai, Air Canada und Air Transat nach Montréal. Dazu kommen Mittelstrecken in den Nahen Osten, etwa mit Royal Jordanian nach Amman. Für Juli 2026 hatte Ethiopian Airlines zudem eine Verbindung nach Addis Abeba angekündigt, kombiniert mit Genf. Weil sich Strecken, Frequenzen und eingesetzte Typen mit jedem Flugplan ändern, gilt hier ausdrücklich: Stand Herbst 2026 – vor dem Besuch die Ankunftstafel prüfen.
| Verkehrsart | Typische Airlines | Was du zu sehen bekommst |
|---|---|---|
| Low-Cost und Ferien | easyJet, Transavia, Volotea, Wizz Air, Vueling | A320-Familie, Boeing 737 |
| Inland und Korsika | Air France, HOP!, Twin Jet, Air Corsica | Schmalrumpfjets, Regionaljets und Turboprops |
| Zubringer zu Drehkreuzen | Lufthansa, KLM, Brussels Airlines, British Airways, Turkish Airlines | Schmalrumpfjets und Regionaljets der Netzairlines |
| Nordafrika und Nahost | Air Algérie, Tunisair, Nouvelair, Royal Air Maroc, Royal Jordanian | Airlines, die in Mitteleuropa seltener auftauchen |
| Langstrecke | Emirates, Air Canada, Air Transat | Großraumflugzeuge – nur wenige Bewegungen am Tag |
| Fracht | ASL Airlines France, UPS, Emirates SkyCargo | Frachter, oft in den Tagesrandzeiten |
Verkehrsentwicklung: vom Corona-Tief zum neuen Wachstum
Zwischen 2015 und 2019 wuchs Lyon kräftig – von rund 8,7 auf rund 11,7 Millionen Passagiere. Im Dezember 2017 wurde erstmals die Marke von zehn Millionen Fluggästen in einem Jahr überschritten. Die Pandemie ließ die Zahlen 2020 auf rund 3,5 Millionen einbrechen. Seither erholt sich der Verkehr stetig, liegt aber noch unter dem Rekord von 2019.
| Jahr | Passagiere (gerundet) |
|---|---|
| 2015 | 8,7 Mio. |
| 2017 | 10,3 Mio. |
| 2019 | 11,7 Mio. |
| 2020 | 3,5 Mio. |
| 2022 | 8,6 Mio. |
| 2023 | 10,0 Mio. |
| 2024 | 10,5 Mio. |
| 2025 | 10,7 Mio. |
Bei der Luftfracht bewegt sich Lyon seit Jahren – abgesehen vom Pandemiejahr 2020 – in einer Größenordnung von rund 50.000 bis knapp 58.000 Tonnen pro Jahr. Neben der Beiladefracht in Passagierflugzeugen fliegen Frachtgesellschaften wie ASL Airlines France, UPS und Emirates SkyCargo den Flughafen an.
Eigentümer und Betreiber
Seit Ende 2006 kümmert sich die Gesellschaft Aéroports de Lyon um Saint-Exupéry und Bron; die Konzession läuft bis 2047. Ursprünglich hielt der französische Staat 60 Prozent, die Industrie- und Handelskammer Lyon 25 Prozent und drei Gebietskörperschaften je fünf Prozent. 2016 verkaufte der Staat seinen Anteil für 535 Millionen Euro an ein Konsortium aus dem Baukonzern Vinci, dem Versicherer Predica und der staatlichen Förderbank Caisse des dépôts. Seitdem gehört Lyon zum Netz von Vinci Airports.
Für dich als Spotter spielt die Eigentümerstruktur kaum eine Rolle – mit einer Ausnahme: Investitionen wie die Terminal-Erweiterung oder die Schließung von Terminal 2 verändern, wo Flugzeuge parken und welche Bereiche zugänglich sind.
Spotten in Lyon: was du wissen musst
Der Flughafen weist zwei Bereiche für Planespotter aus: ein Spotterfeld und einen Aussichtspunkt (Belvédère). Welcher davon gerade der bessere ist, hängt von Betriebsrichtung und Tageszeit ab. Da sich Zugänge und Regeln an französischen Flughäfen ändern können, informier dich vorab auf der Website des Flughafens oder in aktuellen Spotterforen über die genaue Lage und die Öffnung.
Für Landungen ist die östliche Bahn 17L/35R entscheidend, für Starts die westliche 17R/35L. Steht der Wind auf Nord, kommen die Landungen von Süden; bei Südwind von Norden. Für formatfüllende Aufnahmen von Schmalrumpfjets brauchst du ein Teleobjektiv im Bereich um 300 bis 400 Millimeter; welche Brennweite wofür passt, erklärt der Beitrag zur Objektivwahl beim Planespotting.
Betriebsrichtung prüfen
Nordwind heißt Richtung 35, Südwind Richtung 17. Daraus ergibt sich, von welcher Seite die Landungen kommen.
Licht und Bahnseite abstimmen
Vormittags steht die Sonne im Osten, nachmittags im Westen. Wähl den Standpunkt so, dass du sie im Rücken hast.
Highlights heraussuchen
Langstrecke und seltene Airlines kommen nur wenige Male am Tag. Ein Blick in die Ankunftstafel spart Wartezeit.
Anreise planen
Rhônexpress oder TGV bringen dich zum Terminal. Für die Bahnenden bist du mit Auto oder Fahrrad flexibler.
Kennzeichen notieren
Bei vielen gleichen A320-Jets ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später sauber zu unterscheiden.
Frankreich nimmt Sicherheit ernst
An französischen Flughäfen kontrollieren Gendarmerie und Sicherheitsdienst häufig. Sperrzonen, Zäune und Hinweisschilder gelten ohne Ausnahme, Drohnen sind in Flughafennähe tabu. Halte einen Ausweis bereit und erkläre ruhig, was du tust. Was erlaubt ist, fassen die Beiträge Fotografieren an französischen Flughäfen und Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Anreise: Straßenbahn, TGV und Auto
Kaum ein französischer Regionalflughafen ist so gut auf der Schiene angebunden. Die Straßenbahn Rhônexpress fährt seit August 2010 vom Bahnhof Lyon-Part-Dieu über Vaulx-en-Velin – La Soie und Meyzieu zum Flughafen und braucht dafür rund 30 Minuten; tagsüber fährt sie im Viertelstundentakt. Am Calatrava-Bahnhof halten TGV- und Ouigo-Züge, unter anderem aus Paris und in Richtung Mittelmeer. Zusätzlich binden Buslinien der Lyoner Verkehrsbetriebe und Fernbusse in die Alpen den Flughafen an.
Mit dem Auto erreichst du den Flughafen über das Autobahnnetz östlich von Lyon. Für die Spotterbereiche an den Bahnen ist ein eigenes Fahrzeug oder ein Fahrrad praktisch, weil die Wege auf dem weitläufigen Gelände lang sind. Parkgebühren und Zufahrten können sich ändern – prüf sie vorher.
Zwischenfälle in der Geschichte
Wie jeder große Flughafen hat auch Lyon einige Zwischenfälle erlebt. Besonders bekannt wurde der Absturz eines Learjet 35A im Mai 2000, in dem der Formel-1-Fahrer David Coulthard unterwegs war: Nach einem Triebwerksausfall kam es bei der Notlandung zum Unfall, beide Piloten kamen ums Leben, Coulthard überlebte leicht verletzt. Im März 2013 rollte ein Airbus A321 der Air Méditerranée bei der Landung über das Bahnende hinaus und blieb im weichen Boden stecken; verletzt wurde niemand.
Lyon passt zu dir, wenn …
- du einen bunten Mix aus Low-Cost, Netzairlines und Nordafrika-Verkehr suchst
- du Airlines wie Air Algérie oder Tunisair ins Logbuch bekommen willst
- du Spotten mit Architektur verbinden möchtest
Bedingt geeignet, wenn …
- du ohne Auto die Bahnenden erreichen willst
- du vor allem Großraumflugzeuge sehen möchtest
Eher woanders, wenn …
- du A380, 777 und Langstrecke im Minutentakt erwartest – dafür ist Paris-CDG die bessere Wahl
Lyon im Vergleich
Innerhalb Frankreichs lag Lyon 2025 nach Passagierzahlen auf Platz fünf. Wer Langstrecke und das Drehkreuz von Air France sehen will, fährt zum Flughafen Paris-Charles de Gaulle – einige TGV- und Ouigo-Züge ab Saint-Exupéry fahren über Roissy-CDG. Ähnlich groß und mit ähnlichem Low-Cost-Profil sind der Flughafen Nizza und der Flughafen Marseille Provence.
Nicht weit entfernt, jenseits der Schweizer Grenze, liegt der Flughafen Genf mit noch mehr easyJet und internationalem Verkehr. Wer Airbus-Produktion sehen will, fährt weiter nach Südwesten: Der Flughafen Toulouse-Blagnac ist das Zuhause von Airbus, Tipps dazu stehen im Beitrag Planespotting in Toulouse-Blagnac.
Damit du in Lyon die vielen A320-Jets auseinanderhältst, hilft der Beitrag A318, A319, A320 und A321 sicher unterscheiden. Warum Billigflieger den Flugplan hier so prägen, erklärt Wie Billigflieger funktionieren. Und wenn du die Reise nach Lyon mit weiteren Flughäfen kombinierst, hilft die Checkliste Spotting-Trip planen.
Jede Sichtung in Lyon zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer, Wetter und Pisten am Flughafen sowie eine Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Lyon-Saint Exupéry ist ein Flughafen für Spotter, die Vielfalt mögen. Statt einer dominanten Airline gibt es einen breiten Mix aus Low-Cost, Air France, europäischen Netzairlines und einem ausgeprägten Nordafrika-Verkehr. Die zwei Nord-Süd-Bahnen mit klarer Rollenverteilung machen die Planung einfach, der Calatrava-Bahnhof liefert ein Motiv, das es an keinem anderen Flughafen gibt.
Den Unterschied machen wie überall Betriebsrichtung, Licht und der Blick in die Ankunftstafel. Wer das vorher klärt und die Sicherheitsregeln in Frankreich respektiert, verbringt in Lyon einen entspannten und abwechslungsreichen Spottertag.
Kurzfazit
LYS ist Frankreichs fünftgrößter Flughafen mit zwei Nord-Süd-Bahnen, viel Low-Cost und starkem Nordafrika-Verkehr. Plane nach Betriebsrichtung und Sonnenstand – und nimm dir Zeit für den Calatrava-Bahnhof.
Zusammenfassung
- Lyon-Saint Exupéry ist einer der wichtigsten Flughäfen im Südosten Frankreichs – kein großes Drehkreuz, aber mit einem bunten Mix aus Low-Cost, Netzairlines und Nordafrika-Verkehr.
- Die beiden Nord-Süd-Bahnen sind klar aufgeteilt: Gestartet wird meist auf der langen, gelandet auf der kurzen Bahn.
- Mit TGV-Bahnhof und Rhônexpress ist der Flughafen ohne Auto gut erreichbar, für die Bahnenden brauchst du aber eigene Mobilität.
- Der Calatrava-Bahnhof macht Lyon auch für Architekturfans zu einem lohnenden Ziel.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Lyon?
Der IATA-Code ist LYS, der ICAO-Code LFLL. LYS steht auf Bordkarten und Gepäckanhängern, LFLL nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Wie viele Start- und Landebahnen hat der Flughafen Lyon?
Zwei parallele Bahnen in Nord-Süd-Richtung: 17R/35L mit 4.000 Metern und 17L/35R mit 2.670 Metern, beide 45 Meter breit. Die lange Bahn wird überwiegend für Starts genutzt, die kürzere überwiegend für Landungen.
Warum heißt der Flughafen Saint-Exupéry?
Bis 2000 hieß er nach dem nahen Dorf Satolas-et-Bonce Lyon-Satolas. Zum 100. Geburtstag von Antoine de Saint-Exupéry, dem in Lyon geborenen Autor des „Kleinen Prinzen“ und Postflieger, wurden Flughafen und TGV-Bahnhof im Juni 2000 nach ihm benannt.
Wer betreibt den Flughafen Lyon?
Die Gesellschaft Aéroports de Lyon, die auch den Flughafen Lyon-Bron führt. 2016 hat der französische Staat seinen Anteil von 60 Prozent an ein Konsortium aus Vinci, Predica und der Caisse des dépôts verkauft.
Wie komme ich ohne Auto zum Flughafen Lyon?
Mit der Straßenbahn Rhônexpress fährst du in etwa einer halben Stunde vom Bahnhof Lyon-Part-Dieu zum Flughafen. Dazu halten am TGV-Bahnhof Lyon-Saint-Exupéry Fernzüge, unter anderem aus Paris. Für die Spotterbereiche an den Bahnen brauchst du ab dem Terminal allerdings eigene Mobilität – plane den letzten Abschnitt vorher.
Welche Terminals sind in Betrieb?
Laut Flughafen ist Terminal 2 seit dem 1. April 2026 geschlossen; seitdem laufen alle Flüge über Terminal 1 mit seiner großen Erweiterung und dem Satelliten. Weil sich das ändern kann, lohnt vor dem Besuch ein Blick auf die Website des Flughafens.
Gibt es in Lyon Langstreckenflüge?
Einige wenige. Im Flugplan stehen zuletzt unter anderem Verbindungen nach Dubai mit Emirates und nach Montréal mit Air Canada und Air Transat. Strecken und Frequenzen ändern sich mit jedem Flugplan, teils auch saisonal.
Darf ich am Flughafen Lyon fotografieren?
Ja, von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Lyon weist sogar zwei Bereiche für Planespotter aus. Sperrbereiche, Zäune und Anweisungen von Polizei und Sicherheitsdienst gelten aber ohne Ausnahme. Was in Frankreich zu beachten ist, steht im Beitrag Fotografieren an französischen Flughäfen.
Sichtungen rund um Flughafen Lyon-Saint Exupéry sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
easyJet
Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.
AF / AFRAir France
Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.
TO / TVFTransavia France
Die französische Low-Cost-Airline der Air France-KLM-Gruppe: Hauptbasis Paris-Orly, Regionalbasen von Lyon bis Bordeaux, eine Flotte im Wechsel von der Boeing 737-800 zum Airbus A320neo – und dieselben grünen Farben wie die niederländische Schwester.
V7 / VOEVolotea
Die spanische Low-Cost-Airline der Vueling-Gründer: Direktflüge zwischen mittelgroßen Städten in Frankreich, Italien und Spanien, eine reine Flotte aus Airbus A319 und A320 – und der Werksshuttle für Airbus.
A5 / HOPAir France Hop
Die Regionaltochter der Air France entstand 2013 aus Brit Air, Régional und Airlinair. Aus einem bunten Mix aus ATR, CRJ und Embraer ist inzwischen eine reine E170/E190-Flotte geworden, die unter Air-France-Flugnummern ab Paris-CDG und Lyon fliegt.
AH / DAHAir Algérie
Der staatliche Flag Carrier Algeriens: Drehkreuz Algier, eine Mischflotte aus Airbus A330, Boeing 737 und ATR 72 und ein dichtes Netz nach Frankreich und in den Rest Europas.
EK / UAEEmirates
Die Langstrecken-Airline aus Dubai: Emirates betreibt die größte A380-Flotte der Welt, fliegt fast ausschließlich Großraumjets und ist an vier deutschen Flughäfen ein fester Bestandteil des Spotteralltags.
TU / TARTunisair
Tunesiens staatlicher Flag Carrier seit 1948: kleine Airbus-Flotte aus A319, A320, A320neo und A330-200, Drehkreuz Tunis-Karthago und viele Strecken nach Deutschland, Frankreich und in die Schweiz.
AT / RAMRoyal Air Maroc
Marokkos staatliche Airline mit dem geflügelten Stern: Drehkreuz Casablanca, seit 2020 bei oneworld, eine Flotte aus Boeing 737 und 787 – und regelmäßig in Deutschland zu sehen.
T7 / TJTTwin Jet
Französische Regionalairline aus Aix-en-Provence: seit 2001 in der Luft, mit einer reinen Flotte aus kleinen Beechcraft 1900D auf kleinen Strecken in Frankreich und nach Italien.
Typische Flugzeuge
Airbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypEmbraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
Weitere Einträge
Air France-KLM
Air France-KLM ist ein französisch-niederländischer Konzern mit zwei Netzwerk-Airlines, zwei Transavia-Betrieben und eigenen Regionaltöchtern. Wer am Zaun nur auf Blau-Weiß-Rot oder KLM-Blau achtet, verpasst die halbe Gruppe.
AllianzSkyTeam
Die jüngste der drei großen Airline-Allianzen: im Jahr 2000 von Delta, Air France, Aeroméxico und Korean Air gegründet, heute mit Schwerpunkt in Amsterdam und Paris – und mit einer silbernen Sonderlackierung, die Spotter gezielt suchen.
FlughafenFlughafen Paris-Charles de Gaulle
Größter Flughafen der EU und Heimat von Air France: vier Ost-West-Bahnen in zwei Paaren, ein riesiges Terminal 2, das FedEx-Drehkreuz für Europa – und ein Spotter-Umfeld, das ohne Genehmigung, Auto und gute Vorbereitung schnell frustriert.
FlughafenFlughafen Genf
Zweitgrößter Flughafen der Schweiz mit nur einer Piste – dafür der längsten des Landes. Genf lebt von easyJet, SWISS und einer der stärksten Business-Aviation-Szenen Europas. Mit der kostenlosen Terrasse Panorama und dem Bahnhof direkt am Terminal ist er außerdem eines der bequemsten Spotting-Ziele der Schweiz.
Passende Guides aus dem Blog
- Fotografieren an französischen Flughäfen: Vigipirate, Militärbasen und Spotterpraxis
- Betriebsrichtung am Flughafen verstehen: Wind, Pisten und was das für deinen Spot bedeutet
- Sonnenstand planen: So stehst du am Flughafen nie im Gegenlicht
- A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten
- Wie Billigflieger funktionieren: Kosten, Einheitsflotte und Zusatzerlöse
- Planespotting für Einsteiger: Ausrüstung, Spots und erste Schritte

