Flughafen Nantes Atlantique

Der Flughafen, der eigentlich hätte schließen sollen: Nantes Atlantique sollte jahrzehntelang durch einen Neubau in Notre-Dame-des-Landes ersetzt werden – 2018 kippte die Regierung das Projekt. Heute wächst der Flughafen mit einer einzigen Piste weiter, mit Volotea, easyJet und Transavia, einem Airbus-Werk direkt am Zaun und dem Beluga XL als Stammgast.

Auch bekannt als: Aéroport de Nantes-Atlantique · Nantes Atlantique Airport · Aéroport International Nantes-Atlantique · Nantes-Château Bougon (früherer Name) · Aéroports du Grand Ouest (Betreibergesellschaft)

FrankreichFrankreichFlughäfenNTE / LFRSseit 192812 Min. Lesezeit

NTE

IATA-Code

LFRS

ICAO-Code

03/21

einzige Start- und Landebahn

2018

Aus für Notre-Dame-des-Landes

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA NTE, ICAO LFRS: einer der großen Regionalflughäfen Frankreichs, 2025 mit knapp 7,19 Millionen Passagieren.
  • Nur eine Bahn, 03/21: rund 2,9 Kilometer lang – Landungen auf der 21 führen über das Stadtgebiet von Nantes.
  • Notre-Dame-des-Landes ist Geschichte: Der seit den 1960er-Jahren geplante Ersatzflughafen wurde am 17. Januar 2018 aufgegeben.
  • Low-Cost prägt das Bild: Volotea, easyJet und Transavia France haben hier Flugzeuge stationiert.
  • Airbus nebenan: Das Werk in Bouguenais bekommt Besuch vom Beluga XL – das Spotter-Highlight des Platzes.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Geschichte im Zeitraffer
  4. 4.Was du als Spotter wissen solltest
  5. 5.Stärken und Schwächen
  6. 6.Vom Feldflugplatz zum Westfrankreich-Flughafen
  7. 7.Notre-Dame-des-Landes: der Flughafen, der nie gebaut wurde
  8. 8.Eine Bahn, ein Anflug über die Stadt
  9. 9.Nachtruhe und das Aus für Orly
  10. 10.Volotea, easyJet, Transavia: wer in Nantes fliegt
  11. 11.Langstrecke: Kanada und die Antillen
  12. 12.Das Airbus-Werk: Beluga XL als Stammgast
  13. 13.Spotten in Nantes: was dich erwartet
  14. 14.Ausbau ohne Ende? Der Stand der Dinge
  15. 15.Nantes im Vergleich
  16. 16.Fazit
  17. 17.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeNTE
ICAO-CodeLFRS
BetreiberAéroports du Grand Ouest (AGO) – Konzessionsgesellschaft unter Führung von Vinci Airports, beteiligt sind außerdem die Industrie- und Handelskammer (10 %) und das Bauunternehmen ETPO (5 %); Betreiber seit 1. Januar 2011
LageAuf dem Gebiet der Gemeinden Bouguenais und Saint-Aignan-Grandlieu, rund 8 km südwestlich der Innenstadt von Nantes, Département Loire-Atlantique
Start- und LandebahnEine Bahn 03/21 in Nordost-Südwest-Richtung, rund 2,9 km lang und 45 m breit, Asphaltbelag
Höhe27 m über dem Meer (90 ft)
Verkehr 2025Knapp 7,19 Mio. Passagiere – fast wieder auf dem Rekordniveau von 2019 mit rund 7,23 Mio.
Basis-AirlinesVolotea, easyJet und Transavia France haben Flugzeuge in Nantes stationiert
NachtflugSeit April 2022 Flugverbot zwischen 0 und 6 Uhr; die lautesten Muster dürfen schon ab 22 Uhr nicht mehr fliegen
Nachbar am ZaunAirbus-Werk Nantes (Bouguenais) – angeflogen vom Beluga XL und einem Werks-Shuttle mit ATR 72-600
Geplanter ErsatzNeubau in Notre-Dame-des-Landes, rund 20 km nordwestlich von Nantes – am 17. Januar 2018 endgültig aufgegeben
Offizielle Websitewww.nantes.aeroport.fr

Tätigkeitsfelder

Passagierverkehr – Inland, Europa und Mittelmeerraum, getragen vor allem von Low-Cost- und Freizeitairlines mit Basen vor Ort
Verbindungen ins Netz der Großen – Air France nach Paris-Charles de Gaulle und Lyon, KLM nach Amsterdam als Zubringer zu den Drehkreuzen
Langstrecke – Kanada mit Air Transat und Air Canada sowie saisonale Corsair-Flüge zu den Französischen Antillen
Industrieverkehr – Beluga-XL-Umläufe und Werks-Shuttle für das benachbarte Airbus-Werk
Allgemeine Luftfahrt – Geschäftsreise- und Privatflüge

Geschichte im Zeitraffer

1928Auf rund 50 Hektar nahe dem Schloss Château Bougon entsteht ein Flugfeld mit überwiegend militärischer Ausrichtung.
1939Die Graspiste wird durch eine befestigte Bahn ersetzt.
1943Ein alliierter Luftangriff trifft Flugplatz und benachbarte Flugzeugfabrik; dabei sterben auch Zivilisten.
1951Der zivile Linienverkehr beginnt, in den Folgejahren kommen regionale Verbindungen und ein neues Terminal hinzu.
1963–1974Die staatliche Raumplanung bringt einen neuen Großflughafen für den Raum Nantes–Saint-Nazaire ins Spiel. 1968 fällt die Wahl auf Notre-Dame-des-Landes, 1974 wird dort eine Vorbehaltsfläche ausgewiesen – die „Zone d'aménagement différé“, kurz ZAD. Nach den Ölkrisen ruht das Projekt.
2008Im Februar erklärt der Staat den Neubau per Erlass für gemeinnützig (Déclaration d'utilité publique). Eröffnung war damals für 2017 vorgesehen.
2011Zum 1. Januar übernimmt Aéroports du Grand Ouest unter Führung von Vinci die Konzession – für den Neubau und bis zum Umzug auch für Nantes Atlantique.
2016Bei einer lokalen Bürgerbefragung im Département Loire-Atlantique stimmen gut 55 Prozent für den Neubau. Der Widerstand auf dem Gelände bleibt.
2018Am 17. Januar verkündet Premierminister Édouard Philippe das endgültige Aus für Notre-Dame-des-Landes. Stattdessen soll Nantes Atlantique modernisiert werden. Im April beginnt die Räumung der besetzten Zone.
2019Mit gut 7,2 Mio. Passagieren erreicht der Flughafen seinen bisherigen Rekord. easyJet eröffnet eine Basis. Die Regierung kündigt eine Verlängerung der Piste nach Süden und eine Terminalerweiterung an.
2020Am 6. November landet erstmals ein Airbus Beluga XL für das benachbarte Airbus-Werk.
2022Im April tritt das nächtliche Flugverbot zwischen 0 und 6 Uhr in Kraft.
2023Ein Erlass verbietet die Inlandsverbindung nach Paris-Orly, weil es eine schnelle Bahnalternative gibt. Im Dezember schreibt der Staat die Konzession neu aus – ohne die zuvor geplante Pistenverlängerung.
2025Mit knapp 7,19 Mio. Passagieren liegt Nantes wieder fast auf Vorkrisenniveau.

Flughafen Nantes Atlantique aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Nantes Atlantique

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Einen Volotea-Airbus erwischt – Nantes gehört zu den wichtigsten Basen der spanischen Airline
  • Den Beluga XL beim Anflug auf das Airbus-Werk gesehen
  • Den orangefarbenen easyJet-A320 und die grün-blaue Transavia-737 im selben Umlauf notiert
  • Die Air-Corsica-ATR im Airbus-Shuttle-Dienst entdeckt
  • Eine Landung auf der 21 fotografiert – der Anflug führt dann von Norden über das Stadtgebiet
  • Den transatlantischen Umlauf von Air Transat nach Montréal oder einen Corsair-Großraumjet zu den Antillen mitgenommen
  • Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert, nicht nur Airline und Typ

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Ein Airbus-Werk direkt am Platz – mit Beluga XL als Highlight im Alltagsverkehr
  • Starke Präsenz von Volotea, easyJet und Transavia: viel A320-Familie und 737-800 in kurzer Zeit
  • Nur eine Piste – du weißt immer, wo gestartet und gelandet wird
  • Übersichtlicher Regionalflughafen, nah an der Stadt
  • Spannende Geschichte: der Flughafen, der eigentlich schließen sollte

Wo es hakt

  • Wenige Großraumflugzeuge – die Langstrecke beschränkt sich auf Kanada und saisonal die Antillen
  • Nachtflugverbot ab Mitternacht, laute Muster schon ab 22 Uhr
  • Südlich schließt ein geschütztes Naturgebiet an – nicht jeder Zaunabschnitt ist zugänglich
  • Die Zukunft des Ausbaus ist seit Jahren offen, Baustellen und Umplanungen sind möglich
  • In Frankreich gelten an Flughäfen strenge Regeln für Fotografen – Sicherheitszonen unbedingt respektieren

Eigentlich dürfte es diesen Flughafen gar nicht mehr geben. Über ein halbes Jahrhundert lang galt Nantes Atlantique als Übergangslösung – ersetzt werden sollte er durch einen modernen Großflughafen in Notre-Dame-des-Landes, nordwestlich der Stadt. Dann kam der 17. Januar 2018, und mit einer Erklärung des Premierministers war das Projekt Geschichte. Seitdem ist der alte Platz an der Loire wieder die Zukunft: eine einzige Piste, ein Airbus-Werk am Zaun, Low-Cost-Basen und ein Ausbau, über den seit Jahren gestritten wird. Für dich als Spotter ist das eine überraschend spannende Mischung.

Dein NTE-Logbuch beginnt hier

Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Vom Feldflugplatz zum Westfrankreich-Flughafen

Die Anfänge liegen im Jahr 1928. Auf rund 50 Hektar nahe dem Schloss Château Bougon entstand ein Flugfeld, das zunächst vor allem militärisch genutzt wurde – nach dem Schloss hieß der Platz lange Nantes-Château Bougon. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg bekam er eine befestigte Bahn, nebenan siedelte sich eine Flugzeugfabrik an. Im Krieg nutzte zunächst kurz die britische Royal Air Force den Platz, nach der Besetzung die deutsche Luftwaffe; ein alliierter Luftangriff im Jahr 1943 beschädigte Flugfeld und Fabrik schwer und kostete auch Zivilisten das Leben.

Nach dem Krieg wuchs die Fläche deutlich, 1951 begann der zivile Linienverkehr. In den folgenden Jahrzehnten kamen ein neues Terminal, eine längere Bahn und mehr Kapazität dazu, irgendwann auch der heutige Name Nantes Atlantique. Die Fabrik von damals ist heute ein Standort von Airbus – und der wichtigste Grund, warum Nantes auf der Liste vieler Spotter steht.

7,19 Mio.Passagiere im Jahr 2025
~2,9 kmLänge der einzigen Bahn 03/21
~8 kmbis zur Innenstadt von Nantes
17.01.2018Aus für Notre-Dame-des-Landes

Notre-Dame-des-Landes: der Flughafen, der nie gebaut wurde

Wer Nantes verstehen will, kommt an diesem Kapitel nicht vorbei. Die Idee eines neuen Großflughafens für den Raum Nantes–Saint-Nazaire stammt aus der staatlichen Raumplanung der 1960er-Jahre: 1963 brachte die Raumordnungsbehörde DATAR sie ins Spiel. 1968 fiel die Wahl auf Notre-Dame-des-Landes, eine ländliche Gemeinde rund 20 Kilometer nordwestlich der Stadt. 1974 wies die Präfektur dort eine große Vorbehaltsfläche aus – eine „Zone d’aménagement différé“, abgekürzt ZAD. Nach den Ölkrisen verschwand das Projekt in der Schublade.

Um die Jahrtausendwende holte der Staat es wieder hervor. Im Februar 2008 erklärte er den Neubau offiziell für gemeinnützig, Eröffnung damals angepeilt für 2017. Zum 1. Januar 2011 übernahm die Gesellschaft Aéroports du Grand Ouest unter Führung von Vinci Airports eine auf 55 Jahre angelegte Konzession: Sie sollte den neuen Flughafen bauen und betreiben – und bis zum Umzug auch Nantes Atlantique. Geplant waren zwei Bahnen und anfangs rund vier Millionen Passagiere pro Jahr.

Was dann folgte, wurde zu einem der bekanntesten Infrastrukturkonflikte Frankreichs. Aus der Abkürzung ZAD machten Gegner die „Zone à défendre“, eine zu verteidigende Zone: Landwirte, Anwohner und Aktivisten besetzten über Jahre das Gelände. Eine lokale Bürgerbefragung im Département Loire-Atlantique im Juni 2016 ging mit gut 55 Prozent zwar zugunsten des Neubaus aus, beendete den Streit aber nicht. 2017 setzte die Regierung Mediatoren ein, die Ende des Jahres zwei Wege beschrieben: Neubau oder Modernisierung des bestehenden Flughafens.

Am 17. Januar 2018 verkündete Premierminister Édouard Philippe die Entscheidung: kein Flughafen in Notre-Dame-des-Landes. Stattdessen sollte Nantes Atlantique ausgebaut werden. Im April 2018 begann die Räumung der besetzten Zone. Für die Betreibergesellschaft stellte sich die Frage nach einer Entschädigung, über die seither verhandelt und gestritten wird.

Warum das für Spotter zählt

Weil der Umzug jahrzehntelang als beschlossen galt, war Nantes Atlantique lange nur als Übergangslösung gedacht. Viele Diskussionen von heute – Lärm über der Stadt, die Pistenlänge, das Terminal – haben hier ihren Ursprung. Wer den Flughafen besucht, sieht einen Platz, der sich erst seit 2018 als Dauerlösung begreift.

Eine Bahn, ein Anflug über die Stadt

Das Layout ist schnell erklärt: Es gibt genau eine Start- und Landebahn, die 03/21, rund 2,9 Kilometer lang und 45 Meter breit. Sie verläuft von Nordosten nach Südwesten. Nördlich liegen Bouguenais, Rezé und das Stadtgebiet von Nantes, südlich schließt sich eine flache Landschaft an, die bis zum Lac de Grand-Lieu reicht – einem See, der als Naturraum unter strengem Schutz steht.

Genau diese Lage macht den Flughafen politisch so heikel. Landen die Flugzeuge auf der 21, kommen sie von Norden und überfliegen dabei dicht besiedeltes Gebiet. Die 2019 angekündigte Verlängerung der Bahn um 400 Meter nach Süden sollte die Anflüge etwas nach Süden verschieben und so die Anwohner im Norden entlasten. In der neuen Konzessionsausschreibung von Ende 2023 ist diese Verlängerung allerdings nicht mehr vorgesehen – übrig blieb die Sanierung der bestehenden Bahn.

Bereich Lage Was du dort typischerweise siehst
Anflug 21 von Norden über Nantes, Rezé und Bouguenais Landungen bei Wind aus Südwest
Anflug 03 von Süden aus Richtung Lac de Grand-Lieu Landungen bei Wind aus Nordost
Terminal und Vorfeld am Platz, neben der Bahn Low-Cost-Jets der Basis-Airlines, Air France, KLM
Airbus-Werk am Platz, Gemeinde Bouguenais Beluga XL, Werks-Shuttle

Welche Richtung gerade aktiv ist, hängt wie überall vom Wind ab: Flugzeuge starten und landen gegen ihn. Das Prinzip erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Bei nur einer Bahn ist die Rechnung besonders einfach – kennst du die Windrichtung, weißt du, von welcher Seite die Landungen kommen.

Nachtruhe und das Aus für Orly

Seit April 2022 gilt in Nantes ein Nachtflugverbot: Zwischen Mitternacht und 6 Uhr sind Starts und Landungen untersagt, die lautesten Flugzeugmuster dürfen bereits ab 22 Uhr nicht mehr fliegen. Für deinen Spottertag bedeutet das, dass späte Ankünfte im Sommer zwar noch in die Dämmerung fallen können, die Nacht aber ruhig bleibt.

Eine zweite Regel betrifft das Streckennetz. Frankreich hat Inlandsflüge auf Strecken verboten, für die es eine schnelle Bahnverbindung gibt. Nantes–Paris-Orly fiel 2023 per Erlass darunter. Nach Paris-Charles de Gaulle fliegt Air France dagegen weiter, weil die Verbindung vor allem Umsteiger ans Drehkreuz bringt.

Wetter, Wind und Piste im Blick

Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen – so weißt du vor dem Losfahren, ob die Landungen über die Stadt oder vom See her kommen. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Volotea, easyJet, Transavia: wer in Nantes fliegt

Nantes ist kein Drehkreuz, sondern ein klassischer Flughafen für Ferien-, Städte- und Familienreisen. Entsprechend prägen Airlines mit Basen vor Ort das Bild:

  • Volotea gehört in Nantes zu den größten Anbietern. Schon 2017 war der Platz gemessen an den Sitzplätzen ihre wichtigste Basis, damals mit Airbus A319; 2022 waren es acht stationierte Flugzeuge.
  • easyJet eröffnete 2019 in Nantes eine Basis, damals mit drei A320. Das Netz reicht von französischen Zielen bis in den Mittelmeerraum.
  • Transavia France ist seit 2010 vor Ort und bedient mit der Boeing 737-800 unter anderem Nordafrika und Mittelmeerziele.

Dazu kommen die Netzwerk-Airlines: Air France fliegt nach Paris-Charles de Gaulle und Lyon, KLM verbindet Nantes mit Amsterdam. Dazu kommen Gesellschaften wie Vueling nach Barcelona, Iberia nach Madrid oder Ryanair mit Zielen auf den Britischen Inseln, in Spanien und Nordafrika. Welche Strecken gerade laufen, ändert sich mit jedem Sommer- und Winterflugplan – die Abflug- und Ankunftstafel des Flughafens ist hier die verlässlichste Quelle.

Airline Rolle in Nantes Typisches Flugzeugbild
Volotea Basis-Airline, viele Ferien- und Städteziele A319, A320
easyJet Basis seit 2019 A320-Familie
Transavia France Basis seit 2010 Boeing 737-800
Air France / KLM Zubringer zu CDG, Lyon und Amsterdam Schmalrumpf- und Regionaljets
Air Transat / Air Canada Kanada (Montréal, saisonal Québec) A321LR, teils Großraumjets
Corsair saisonal Martinique und Guadeloupe Großraumjets

Langstrecke: Kanada und die Antillen

Großraumflugzeuge sind in Nantes selten. Die wichtigste Langstrecke führt nach Montréal: Regelmäßige Flüge dorthin gibt es seit 1990, seit 2018 fliegt Air Transat die Strecke. Im Sommer setzte die Airline teils einen A330-200 ein, sonst den Langstrecken-Schmalrumpfjet A321LR – seit dem Winter 2024/25 auch ganzjährig. Saisonal kommen Québec mit Air Transat und Montréal mit Air Canada hinzu. Außerdem fliegt Corsair saisonal nach Fort-de-France (Martinique) und Pointe-à-Pitre (Guadeloupe). Andere Fernziele, etwa New York oder La Réunion, wurden früher bedient, sind aber wieder eingestellt.

Für dich heißt das: Großraumjets bleiben in Nantes die Ausnahme. Den spektakulärsten Auftritt hat meist der Beluga XL des Airbus-Werks.

Das Airbus-Werk: Beluga XL als Stammgast

Direkt am Flughafen, in der Gemeinde Bouguenais, liegt ein Werk von Airbus. Der Standort fertigt unter anderem den Mittelflügelkasten – das zentrale Bauteil, in dem die Tragflächen am Rumpf hängen – sowie Strukturbauteile aus Verbundwerkstoffen. Wie eng die Verbindung zur Stadt ist, zeigt eine Geste von Air France: Ein Airbus A350, für den in Nantes Teile entstanden, wurde im Dezember 2024 auf den Namen „Nantes“ getauft.

Lange flog der klassische Beluga Bauteile wie Mittelflügelkästen aus Nantes nach Hamburg-Finkenwerder. Nach einer Umstellung der Logistik 2017 liefen die Teile einige Jahre über Straße oder Wasser nach Saint-Nazaire und von dort weiter per Schiff. Seit dem 6. November 2020 kommt der größere Beluga XL nach Nantes – für Spotter der klare Höhepunkt des Platzes. Wer die Gegenseite der Lieferkette sehen will, findet im Beitrag Airbus Finkenwerder spotten die passende Ergänzung.

Ebenfalls zum Werksverkehr gehört ein Shuttle für Airbus-Mitarbeitende: Air Corsica betreibt dafür eine ATR 72-600, die Nantes mit Saint-Nazaire und Toulouse verbindet. Der Vertrag wurde 2024 um zehn Jahre verlängert.

Windrichtung prüfen

Südwestwind heißt Landungen auf der 21 über die Stadt, Nordostwind Landungen auf der 03 vom See her. Danach richtest du deinen Standort aus.

Beluga im Auge behalten

Feste öffentliche Flugzeiten gibt es nicht. Eine Flugverfolgung mit Alarm auf den Typ ist der beste Weg, den Beluga XL nicht zu verpassen.

Wellen der Basis-Airlines nutzen

Morgens starten die stationierten Flugzeuge, im Tagesverlauf kehren sie zurück. Die Abflugtafel zeigt dir die dichtesten Zeitfenster.

Nachtruhe einplanen

Ab Mitternacht ist Schluss, laute Muster dürfen schon ab 22 Uhr nicht mehr fliegen. Die Abendstunden sind entsprechend ruhiger.

Kennzeichen notieren

Bei vielen gleichen A320 und 737 ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später sauber auseinanderzuhalten.

Beluga XL nicht verpassen

Mit Planetrack setzt du Typen und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars und bekommst einen Sichtungs-Alarm, sobald der Beluga XL anfliegt. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Spotten in Nantes: was dich erwartet

Einen offiziellen Spotterhügel oder eine ausgewiesene Besucherterrasse wie an großen deutschen Flughäfen solltest du in Nantes nicht erwarten. Spotter arbeiten hier vor allem von öffentlich zugänglichen Flächen rund um den Platz – je nach Betriebsrichtung an der Anflugseite. Bei Landungen auf der 21 kommen die Flugzeuge über bebautes Gebiet herein, bei der 03 aus der offenen Landschaft im Süden. Dort grenzt geschützte Natur an, nicht jeder Weg ist für dich frei.

Wichtig ist der rechtliche Rahmen. Französische Flughäfen haben strenge Sicherheitsregeln, und Polizei oder Gendarmerie sprechen Fotografen am Zaun auch mal an. Bleib ruhig, erklär, was du machst, und halte dich an Absperrungen. Was in Frankreich gilt, fasst der Beitrag Fotografieren an französischen Flughäfen zusammen; allgemeine Grundlagen findest du unter Ist Planespotting erlaubt?.

Zaun bleibt Zaun

Leitern, lange Stative oder gar Drohnen am Flughafenzaun sind in Frankreich ein schneller Weg zu Ärger. Sicherheitsbereiche, Sperrschilder und Anweisungen des Personals gelten ohne Ausnahme – auch dann, wenn der Beluga gerade anrollt.

Beim Licht hilft die Ausrichtung der Bahn. Sie verläuft von Nordosten nach Südwesten, die Sonne wandert im Tagesverlauf von Osten über Süden nach Westen. Je nachdem, auf welcher Seite der Bahn du stehst, hast du sie vormittags oder nachmittags im Rücken. Wie du das vorher durchspielst, zeigt der Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot. Und wer bei vielen ähnlichen Schmalrumpfjets den Überblick behalten will, findet in A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten die wichtigsten Erkennungsmerkmale.

Nantes passt zu dir, wenn …

  • du den Beluga XL im Alltagsbetrieb sehen willst
  • du Volotea, easyJet und Transavia in hoher Dichte suchst
  • du einen übersichtlichen Flughafen mit nur einer Bahn bevorzugst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du einen fest ausgebauten Besucherbereich erwartest
  • du nur an einem einzigen Tag Zeit hast und auf den Beluga angewiesen bist

Eher woanders, wenn …

  • du vor allem Großraumflugzeuge und Langstrecke suchst
  • du nachts Verkehr fotografieren willst

Ausbau ohne Ende? Der Stand der Dinge

Nach dem Aus für Notre-Dame-des-Landes kündigte die Regierung im Oktober 2019 ein Paket für Nantes Atlantique an: Pistenverlängerung nach Süden, größeres Terminal, Nachtflugverbot und bessere Anbindung an die Stadt. Statt einer Verlängerung der Straßenbahn bis zum Flughafen setzte die Politik ab 2021 auf einen Bahnhalt mit Anschluss an den Hauptbahnhof.

Die Umsetzung erwies sich als zäh. Eine erste Ausschreibung der neuen Konzession ab Oktober 2019 brach der Staat ab, weil nur Vinci übrig geblieben war und kein Angebot die finanziellen und ökologischen Anforderungen erfüllte. Im Dezember 2023 folgte eine neue Ausschreibung für Nantes Atlantique und den Flugplatz Saint-Nazaire Montoir – mit Sanierung der Piste, aber ohne die 400-Meter-Verlängerung. Bis zur Übergabe an einen neuen Konzessionär bleibt Aéroports du Grand Ouest Betreiber. Wer die Konzession erhält und wie der Terminalumbau konkret aussieht, verfolgst du am besten über aktuelle Meldungen des Flughafens und der zuständigen Ministerien.

Für Spotter ist die wichtigste Erkenntnis aus dieser Geschichte simpel: Nantes bleibt auf absehbare Zeit ein Flughafen mit einer Bahn, enger Nachtruhe und viel Low-Cost-Verkehr – ergänzt um das Werk, das ihm seinen besonderen Reiz gibt.

Nantes im Vergleich

Im Westen und Südwesten Frankreichs ist Nantes einer von mehreren großen Regionalflughäfen. Der Flughafen Bordeaux-Mérignac hat eine ähnliche Mischung aus Low-Cost- und Inlandsverkehr. Wer noch mehr Airbus will, fährt nach Toulouse-Blagnac: Dort sitzt die Endmontage, und mit dem Aeroscopia-Museum gibt es einen eigenen Anlaufpunkt für Luftfahrtgeschichte. Toulouse ist zugleich Sitz von ATR, dem Hersteller der Shuttle-Maschine aus Nantes.

Und wer sich für gescheiterte oder verspätete Flughafenprojekte interessiert, findet mit dem Flughafen Berlin Brandenburg das deutsche Gegenstück – mit dem Unterschied, dass der Neubau dort am Ende eröffnet wurde. Für die erste Tour helfen dir außerdem der Beitrag Planespotting für Einsteiger und die Anleitung zum Einrichten von Flug-Alarmen.

Jeder Besuch an der Loire zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Nantes Atlantique ist der Flughafen, der überlebt hat. Jahrzehntelang auf Abruf, seit 2018 wieder Dauerlösung – und trotz einer einzigen Bahn und strenger Nachtruhe fast wieder auf Rekordkurs. Im Alltag bestimmen Volotea, easyJet und Transavia das Bild, Air France und KLM bringen Umsteiger zu den Drehkreuzen, Air Transat und Air Canada halten die Verbindung nach Kanada.

Den Unterschied zu anderen Regionalflughäfen macht das Airbus-Werk am Zaun. Wer den Beluga XL im Anflug erwischt, hat einen Tag in Nantes gewonnen. Mit Blick auf Wind, Licht und die französischen Spielregeln steht dem nichts im Weg.

Kurzfazit

NTE ist einer der großen Regionalflughäfen Frankreichs und das Erbe des gescheiterten Projekts Notre-Dame-des-Landes. Eine Bahn, viel Low-Cost und das Airbus-Werk mit Beluga XL – plane nach Windrichtung und halte dich an die Regeln am Zaun.

Zusammenfassung

  • Nantes Atlantique ist ein Flughafen mit ungewöhnlicher Biografie: Jahrzehntelang war seine Schließung beschlossene Sache, bis der Staat 2018 den Ersatzbau in Notre-Dame-des-Landes stoppte.
  • Seitdem wächst der Platz mit einer einzigen Piste, einem engen Nachtflugverbot und einer offenen Ausbaufrage.
  • Im Alltag dominieren Volotea, easyJet und Transavia, dazu Air France und KLM als Zubringer zu den Drehkreuzen.
  • Für Spotter ist das benachbarte Airbus-Werk der Trumpf: Der Beluga XL und der Werks-Shuttle machen Nantes interessanter, als die Passagierzahlen vermuten lassen.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Nantes?

Der IATA-Code ist NTE, der ICAO-Code LFRS. NTE siehst du auf Bordkarten und Gepäckanhängern, LFRS nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.

Was war das Projekt Notre-Dame-des-Landes?

Ein neuer Großflughafen rund 20 Kilometer nordwestlich von Nantes, der Nantes Atlantique ersetzen sollte. Die Idee stammt aus den 1960er-Jahren, 2008 erklärte der Staat das Projekt für gemeinnützig, ab 2011 hielt eine Vinci-Gesellschaft die Konzession. Wegen massiven Widerstands – inklusive einer jahrelangen Besetzung des Geländes – gab die Regierung den Neubau am 17. Januar 2018 endgültig auf.

Wie viele Start- und Landebahnen hat Nantes Atlantique?

Eine einzige: die Bahn 03/21 in Nordost-Südwest-Richtung, rund 2,9 Kilometer lang und 45 Meter breit. Eine 2019 angekündigte Verlängerung um 400 Meter nach Süden ist in der Neuausschreibung der Konzession von Ende 2023 nicht mehr enthalten; vorgesehen ist dort die Sanierung der bestehenden Bahn.

Welche Airlines haben in Nantes eine Basis?

Volotea, easyJet (seit 2019) und Transavia France (seit 2010) haben Flugzeuge in Nantes stationiert. Wie viele es gerade sind, ändert sich je nach Flugplanperiode.

Fliegt der Beluga XL nach Nantes?

Ja. Seit November 2020 bedient der Beluga XL den Flughafen, um Bauteile aus dem benachbarten Airbus-Werk abzuholen. Feste, öffentliche Flugzeiten gibt es nicht – eine Flugverfolgung und ein Alarm auf den Typ helfen dir am meisten.

Gibt es in Nantes ein Nachtflugverbot?

Ja. Seit April 2022 sind Starts und Landungen zwischen Mitternacht und 6 Uhr untersagt. Besonders laute Flugzeuge dürfen schon ab 22 Uhr nicht mehr fliegen.

Gibt es noch Flüge von Nantes nach Paris-Orly?

Nein. Die Verbindung nach Orly wurde 2023 per Erlass untersagt, weil es mit dem TGV eine schnelle Bahnalternative gibt. Nach Paris-Charles de Gaulle fliegt Air France weiterhin – vor allem als Zubringer zum Drehkreuz.

Darf ich am Flughafen Nantes fotografieren?

Von öffentlich zugänglichen Flächen aus grundsätzlich ja, aber Sicherheitsbereiche, Absperrungen und Anweisungen von Polizei und Flughafenpersonal gelten immer. Was du in Frankreich beachten solltest, steht im Beitrag zu den Spotting-Regeln in Frankreich.

Sichtungen rund um Flughafen Nantes Atlantique sammeln

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

V7 / VOE

Volotea

Die spanische Low-Cost-Airline der Vueling-Gründer: Direktflüge zwischen mittelgroßen Städten in Frankreich, Italien und Spanien, eine reine Flotte aus Airbus A319 und A320 – und der Werksshuttle für Airbus.

U2 / EZY

easyJet

Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.

TO / TVF

Transavia France

Die französische Low-Cost-Airline der Air France-KLM-Gruppe: Hauptbasis Paris-Orly, Regionalbasen von Lyon bis Bordeaux, eine Flotte im Wechsel von der Boeing 737-800 zum Airbus A320neo – und dieselben grünen Farben wie die niederländische Schwester.

AF / AFR

Air France

Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.

KL / KLM

KLM Royal Dutch Airlines

Die niederländische Netzwerk-Airline mit dem hellblauen Rumpf: 1919 gegründet, Drehkreuz Amsterdam-Schiphol, Teil von Air France-KLM und Mitglied von SkyTeam – mitten im Umbau von Boeing zu Airbus.

TS / TSC

Air Transat

Kanadas Ferienflieger aus Montréal: Air Transat fliegt mit Airbus A321LR und A330 im Sommer nach Europa und im Winter in die Sonne – und ist mit Berlin auch für deutsche Spotter erreichbar.

XK / CCM

Air Corsica

Die Regionalairline der Insel Korsika: Sitz in Ajaccio, mehrheitlich im Besitz der Collectivité de Corse, mit ATR 72-600 und Airbus A320neo auf den Verbindungen nach Marseille, Nizza und Paris-Orly.

AC / ACA

Air Canada

Kanadas größte Airline und Gründungsmitglied der Star Alliance: Drehkreuze in Toronto, Montréal und Vancouver, eine gemischte Airbus-Boeing-Flotte und ein auffälliges schwarzes Leitwerk mit rotem Ahornblatt.

SS / CRL

Corsair

Französische Langstrecken-Airline mit Basis Paris-Orly: Corsair fliegt mit einer einheitlichen Airbus-A330neo-Flotte in die Antillen, in den Indischen Ozean und nach Westafrika.

Typische Flugzeuge

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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