Das Wichtigste in Kürze
- Air Berlin ist eine historische deutsche Airline: gegründet 1978, Insolvenzantrag am 15. August 2017, letzter eigener Linienflug am 27. Oktober 2017.
- Codes: IATA AB, ICAO BER, Rufzeichen „AIR BERLIN“ – nicht zu verwechseln mit dem IATA-Code BER des heutigen Hauptstadtflughafens.
- Die Wurzeln liegen in den USA: Nur Airlines der drei Westalliierten durften West-Berlin anfliegen, deshalb startete Air Berlin als US-Gesellschaft.
- Wachstum durch Übernahmen: dba, LTU, Belair und Beteiligungen an Niki machten Air Berlin zur zweitgrößten Airline Deutschlands.
- oneworld und Etihad prägten die letzten Jahre – die Allianz-Mitgliedschaft ab 2012, Etihad als größter Einzelaktionär ab Ende 2011.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Air Berlin im Überblick
- 2.Die Geschichte in Etappen
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Wachstum durch Übernahmen
- 5.oneworld und Etihad
- 6.Die Flotte von Air Berlin
- 7.Woran du Air Berlin erkennst
- 8.Drehkreuze und Strecken
- 9.Das Ende: Insolvenz 2017
- 10.Air Berlin im Spotter-Alltag heute
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | AB |
|---|---|
| ICAO-Code | BER |
| Rufzeichen | AIR BERLIN |
| Drehkreuze | TXL, DUS |
| Allianz | oneworld |
| Status | Historisch – Flugbetrieb unter eigenem Namen bis Ende Oktober 2017, danach nur noch Wet-Lease- und Überführungsflüge |
| Gegründet | 1978 als Air Berlin Inc. mit US-Zulassung, erster Flug am 28. April 1979 von Berlin-Tegel nach Palma de Mallorca |
| Neugründung | 1991 als deutsche Air Berlin GmbH & Co. Luftverkehrs KG durch Joachim Hunold und Kim Lundgren |
| Geschäftsmodell | Vom Ferienflieger über den Städteverkehr zur Netzwerk-Airline mit Langstrecke |
| Drehkreuze | Berlin-Tegel (TXL) und Düsseldorf (DUS); zeitweise auch Nürnberg und Palma de Mallorca |
| Allianz | oneworld, Vollmitglied ab März 2012 bis zur Einstellung des Flugbetriebs 2017 |
| Größter Einzelaktionär | Etihad Airways, ab Dezember 2011 mit 29,21 Prozent |
| Flotte im August 2017 | 132 Flugzeuge: A319, A320, A321, A330-200, Boeing 737-700 und 737-800 sowie Dash 8-400 |
| Insolvenzantrag | 15. August 2017 |
| Letzter eigener Linienflug | AB6210 von München nach Berlin-Tegel am Abend des 27. Oktober 2017 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Air Berlin?
- Ab 2007 helles Rot an Leitwerk, Triebwerken und Rumpfunterseite, darauf das weiße Air-Berlin-Logo
- Ab 2008 Markenname in einem Wort und klein geschrieben: „airberlin“
- Deutsche Kennzeichen mit D-, bei vielen Jets in der Reihe D-AB..
- Flugnummer mit AB, im Flugplan der Flugsicherung BER bzw. „AIR BERLIN“
- Ab 2012 bei vielen Maschinen zusätzlich das oneworld-Logo am Rumpf
- Propellerflugzeuge im Air-Berlin-Design waren Dash 8-400, betrieben von LGW
Wer in den 2000er-Jahren an einem deutschen Flughafen stand, kam an Air Berlin kaum vorbei: rote Leitwerke, der klein geschriebene Schriftzug „airberlin“ und Flugzeuge vom Turboprop bis zum Langstrecken-Airbus. Heute ist die Airline Geschichte – aber eine, die für Spotter spannend bleibt. Diese Seite fasst zusammen, wie aus einer kleinen US-Charterfirma in West-Berlin die zweitgrößte Airline Deutschlands wurde, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie in alten Fotos und Logbüchern sicher erkennst.
Dein Archiv, sauber sortiert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch alte Air-Berlin-Fotos jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Air Berlin im Überblick
Air Berlin war eine deutsche Fluggesellschaft, die von 1979 bis 2017 flog. Ihr Name steht für eine der erstaunlichsten Wachstumsgeschichten der deutschen Luftfahrt – und für eine der größten Airline-Pleiten Europas. Über viele Jahre war Air Berlin nach Lufthansa die zweitgrößte Airline Deutschlands. Im Rekordjahr 2011 beförderte sie rund 35,3 Millionen Fluggäste.
Das Profil der Airline hat sich dabei mehrfach komplett gewandelt. Angefangen hat Air Berlin als reiner Ferienflieger mit Charterflügen nach Mallorca. Später kamen Städteverbindungen innerhalb Deutschlands und Europas dazu, nach der Übernahme der LTU auch Langstreckenflüge, und ab 2012 war Air Berlin Mitglied der Allianz oneworld. Die wichtigsten Drehkreuze waren Berlin-Tegel und Düsseldorf.
Am 15. August 2017 stellte Air Berlin einen Insolvenzantrag. Der letzte Linienflug unter eigenem Namen landete am späten Abend des 27. Oktober 2017 in Tegel. Wenn du die ganze Geschichte im Erzählformat lesen willst, findest du sie im Magazinbeitrag zu Air Berlin.
Die Geschichte in Etappen
Die Gründung von Air Berlin ist ohne die besondere Lage West-Berlins nicht zu verstehen. Bis zur Wiedervereinigung durften nur Fluggesellschaften aus den USA, Großbritannien und Frankreich die Stadt über die Luftkorridore anfliegen. Eine deutsche Airline hatte dort keine Chance. Der amerikanische Pilot Kim Lundgren, der zuvor bei Pan Am geflogen war, gründete deshalb 1978 die Air Berlin Inc. mit einer Zulassung der US-Luftfahrtbehörde FAA.
1978/1979
Gründung der Air Berlin Inc. als US-Charterairline. Am 28. April 1979 hebt der erste Flug mit einer Boeing 707 von Tegel nach Palma de Mallorca ab.
1981
Zwei kleinere Boeing 737 ersetzen die 707 – die 737 bleibt danach jahrzehntelang ein fester Teil der Flotte.
1991
Nach der Wiedervereinigung gründen Joachim Hunold und Kim Lundgren die deutsche Air Berlin GmbH & Co. Luftverkehrs KG, die das Geschäft der US-Gesellschaft übernimmt.
1998–2002
Air Berlin verkauft erstmals Sitze direkt an Fluggäste, startet einen täglichen Mallorca-Shuttle und 2002 den „City-Shuttle“ zwischen Städten.
2004–2007
Beteiligung an der österreichischen Niki, Börsengang 2006, Übernahme der dba im selben Jahr und 2007 der Einstieg bei der LTU.
2009–2012
Übernahme des Städtenetzes von TUIfly, Einstieg von Etihad als größter Einzelaktionär Ende 2011 und Vollmitgliedschaft bei oneworld im März 2012.
2016/2017
Sanierungsprogramm mit kleinerer Kernflotte, Wet-Lease von Flugzeugen an Eurowings und Austrian Airlines, im August 2017 schließlich der Insolvenzantrag.
Die frühen Jahre waren geprägt von Ferienflügen ab Tegel. Für Berliner war Air Berlin damit lange die Airline, mit der man in den Urlaub flog. Den Wandel zur großen Airline brachte erst die Zeit nach 2000: Air Berlin wuchs mit Städteverbindungen, die sich an Geschäftsreisende und Wochenendurlauber gleichermaßen richteten, und kaufte in wenigen Jahren mehrere Konkurrenten auf.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code AB: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln, zum Beispiel beim letzten Flug AB6210.
- ICAO-Code BER: verwendete die Flugsicherung im Flugplan.
- Rufzeichen AIR BERLIN: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Gerade der ICAO-Code sorgt heute für Verwirrung. BER ist inzwischen vor allem als IATA-Code des Flughafens Berlin Brandenburg bekannt. Flughafen-Codes der IATA und Airline-Codes der ICAO sind aber getrennte Systeme. Stößt du in alten Flugdaten oder Logbüchern auf „BER“ in der Spalte für den Betreiber, ist Air Berlin gemeint – steht es in der Spalte für den Ort, der Flughafen.
Alte Fotos richtig beschriften
Notiere bei Air-Berlin-Fotos immer das Kennzeichen und den genauen Typ, nicht nur die Airline. Viele Maschinen flogen später bei anderen Gesellschaften weiter – über das Kennzeichen kannst du ihren Lebenslauf nachverfolgen. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Wachstum durch Übernahmen
Kaum eine deutsche Airline ist so stark durch Zukäufe gewachsen wie Air Berlin. Jede Übernahme brachte neue Strecken, neue Flugzeugtypen und neue Basen mit – und machte die Flotte bunter, als es das einheitliche rote Design vermuten ließ.
| Gesellschaft | Zeitraum | Was sie mitbrachte |
|---|---|---|
| Niki (Österreich) | Beteiligung ab 2004, später 49,9 Prozent | Partner in Wien mit eigenem Flugbetrieb |
| dba | Übernahme 2006, Flugbetrieb 2008 eingestellt | Innerdeutsche Städteverbindungen |
| LTU | Übernahme ab 2007, voll integriert 2011 | Langstrecke mit Airbus A330 und Basis Düsseldorf |
| Belair (Schweiz) | Beteiligung ab 2007, volle Kontrolle 2009 | Ferienflüge aus der Schweiz |
| Städtenetz von TUIfly | Übernahme 2009 | Zahlreiche Städteverbindungen in Deutschland |
| LGW | Mehrheit ab 2009, Komplettkauf im Mai 2017 angekündigt | Dash-8-400-Betrieb im Regionalverkehr |
Die Übernahme der LTU war dabei der größte Schritt. Mit ihr kamen Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A330-200 und eine starke Position in Düsseldorf, das neben Tegel zum zweiten Drehkreuz wurde. Die österreichische Niki blieb dagegen eine eigenständige Airline, eng verbunden mit Air Berlin. Die Luftfahrtgesellschaft Walter flog die Turboprops im Air-Berlin-Auftritt.
oneworld und Etihad
2010 kündigte Air Berlin an, der Allianz oneworld beizutreten. Im März 2012 wurde die Mitgliedschaft vollzogen. Damit war Air Berlin Partner von Airlines wie American Airlines, British Airways, Iberia und Finnair, mit denen sie auch Codeshare-Flüge anbot. Für die Langstrecke ab Berlin und Düsseldorf in die USA war das eine wichtige Stütze. Einige Flugzeuge trugen zusätzlich das oneworld-Logo am Rumpf – welche Allianz-Motive es auf Flugzeugen gibt, zeigt der Beitrag zu Allianz-Lackierungen.
Fast zeitgleich bekam Air Berlin einen neuen Großaktionär. Im Dezember 2011 stockte Etihad Airways ihren Anteil von 2,99 auf 29,21 Prozent auf und wurde damit größter Einzelaktionär. Etihad half danach mehrfach mit Geld aus, unter anderem 2012 durch den Kauf eines Mehrheitsanteils am Vielfliegerprogramm Topbonus. Air Berlin wurde so Teil eines Netzes von Airline-Beteiligungen, mit dem Etihad in Europa Fuß fassen wollte.
Allianz und Großaktionär – kein Widerspruch
Etihad selbst war nie Mitglied von oneworld. Air Berlin arbeitete deshalb gleichzeitig mit den oneworld-Partnern und mit Etihad zusammen. Für Spotter erklärt das, warum Air-Berlin-Flüge in jener Zeit mit sehr unterschiedlichen Codeshare-Nummern unterwegs waren.
Die Flotte von Air Berlin
Über die Jahre flog Air Berlin eine große Bandbreite an Typen. In den Anfangsjahren waren es Boeing 707 und frühe 737, später prägten die 737-Generationen Classic und Next Generation das Bild. Ab 2005 kam die Airbus-A320-Familie dazu, die am Ende den größten Teil der Flotte stellte. Hersteller der Jets waren Airbus und Boeing.
Im August 2017, kurz vor dem Ende, umfasste die Flotte 132 Flugzeuge:
| Typ | Anzahl (August 2017) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Airbus A319 | 11 | Kurz- und Mittelstrecke | Kürzeste Variante der Familie |
| Airbus A320 | 65 | Kurz- und Mittelstrecke | Mit Abstand häufigster Typ |
| Airbus A321 | 6 | Kurz- und Mittelstrecke | Längster Rumpf der Familie |
| Airbus A330-200 | 17 | Langstrecke | Teils von der LTU übernommen |
| Boeing 737-700 | 5 | Kurz- und Mittelstrecke | Kürzere Schwester der 737-800 |
| Boeing 737-800 | 8 | Kurz- und Mittelstrecke | Lange Zeit das Rückgrat der Flotte |
| Dash 8-400 | 20 | Regionalverkehr | Betrieben von LGW |
Zu den früher eingesetzten Typen zählten neben der Boeing 707 auch die Boeing 737-400 und weitere 737-Varianten, außerdem Fokker 100, die Air Berlin bei Germania geleast hatte. Über Belair kamen zudem Boeing 757 und 767 dazu. Seit Juli 2016 besaß Air Berlin übrigens keine eigenen Flugzeuge mehr – die gesamte Flotte war geleast.
Die vielen Typen machen alte Air-Berlin-Fotos zu einer guten Übung im Typenerkennen. Zwischen A319, A320 und A321 unterscheidest du am sichersten über die Rumpflänge und die Anordnung der Notausgänge, wie es der Guide A318, A319, A320 und A321 auseinanderhalten zeigt. Bei den Boeing-Maschinen hilft dir der Überblick zu den Generationen der Boeing 737.
Ex-Air-Berlin-Maschinen aufspüren
Setz Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn die Maschine heute im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Air Berlin erkennst
Das Erscheinungsbild von Air Berlin hat sich mehrfach verändert. Die ersten Boeing 707 und 737-200 trugen noch das Design der US-Gesellschaft. Mit der Boeing 737-300 kam 1986 eine rubinrote Bemalung, die gut zwanzig Jahre lang weitgehend gleich blieb. Ab Juni 2007 stellte Air Berlin auf ein Design nach dem Vorbild der letzten LTU-Lackierung um: Das dunkle Bordeauxrot verschwand, Leitwerk, Triebwerke und Rumpfunterseite wurden hellrot. Im Januar 2008 folgten ein neues Logo und der Slogan „Your Airline“, die Grundbemalung blieb dabei gleich.
Das Erkennungszeichen der späten Jahre ist leicht zu merken: weißes Logo auf hellrotem Leitwerk, dazu der Markenname in einem Wort und in Kleinbuchstaben – „airberlin“. Ein für 2016 vorgesehenes neues Design mit einem Bären am Leitwerk wurde wegen der Insolvenz nicht mehr umgesetzt.
Zeigt dein altes Foto wirklich Air Berlin?
- Hellrotes Leitwerk mit weißem Air-Berlin-Logo
- Schriftzug „airberlin“ in einem Wort und klein geschrieben
- Deutsches Kennzeichen mit D- am Heck
- Typ aus der A320-Familie, Boeing 737, A330-200 oder Dash 8-400
- Aufnahme aus der Zeit vor November 2017
- Ort wie Tegel, Düsseldorf, Nürnberg oder Palma de Mallorca
Ein Sonderfall sind die Dash 8-400. Sie trugen das Air-Berlin-Design, wurden aber von LGW betrieben. Auch umgekehrt gab es Mischformen: Ab Februar 2017 flogen Air-Berlin-Airbusse samt Crew im Wet-Lease für Eurowings und Austrian Airlines. Ein Air-Berlin-Flugzeug musste also nicht immer einen AB-Flug durchführen.
Drehkreuze und Strecken
Das Herz von Air Berlin schlug in Berlin-Tegel. Hier begann 1979 alles, und hier landete 2017 auch der letzte eigene Linienflug. Wie der Flughafen selbst aufgebaut war und warum er Spotter bis heute fasziniert, liest du im Eintrag zum Flughafen Berlin-Tegel und in der Geschichte von Tegel.
Das zweite große Drehkreuz war Düsseldorf, gestärkt durch die Übernahme der LTU. Von dort und von Berlin aus flog Air Berlin auch auf die Langstrecke, etwa ab 2011 von Berlin nach New York und ab 2013 nach Chicago. Zeitweise betrieb Air Berlin außerdem Drehkreuze in Nürnberg und in Palma de Mallorca; Nürnberg gab die Airline zum Winterflugplan 2013/14 auf, Palma im Sommer 2016.
Das Streckennetz reichte von Europa über Nordafrika und Israel bis nach Nordamerika und in die Karibik. Typisch für Air Berlin war die Mischung aus Urlaubszielen und Städteverbindungen – ein Erbe der Herkunft als Ferienflieger.
Das Ende: Insolvenz 2017
Trotz der Größe schrieb Air Berlin über Jahre rote Zahlen. 2011 lag der Verlust bei rund 272 Millionen Euro, 2016 bei rund 782 Millionen Euro. Mehrere Führungswechsel und Sanierungspläne brachten keine Wende. 2016 kündigte Air Berlin an, sich auf eine Kernflotte von 75 Flugzeugen und die Langstrecke zu konzentrieren und einen großen Teil der übrigen Flugzeuge an die Lufthansa-Gruppe zu verleasen.
11. August 2017
Etihad erklärt, Air Berlin nicht weiter finanziell zu unterstützen.
15. August 2017
Air Berlin stellt den Insolvenzantrag. Ein staatlich verbürgter Überbrückungskredit hält den Flugbetrieb vorerst in der Luft.
27. Oktober 2017
Mit AB6210 von [München](/luftfahrt/flughafen/flughafen-muenchen) nach Tegel endet der Linienbetrieb unter eigenem Namen.
31. Dezember 2017
Die letzten Wet-Lease-Flüge für Eurowings enden. Ab 1. November läuft bereits das eröffnete Insolvenzverfahren.
Teile des Unternehmens gingen an andere Airlines. Die Lufthansa Group einigte sich im Oktober 2017 auf den Kauf von LGW und einer Reihe von Flugzeugen; das zunächst ebenfalls geplante Geschäft mit Niki zog Lufthansa nach Bedenken der EU-Kommission zurück. easyJet übernahm einen Teil des Betriebs in Tegel mit A320. Wie Air Berlin im Vergleich zu anderen Zusammenbrüchen dasteht, ordnet der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa ein.
Spotten heute: nur noch mit Vorgeschichte
Ein Flugzeug in Air-Berlin-Farben im Linienbetrieb wirst du nicht mehr sehen. Was bleibt, sind Fotos aus den Jahren bis 2017 und frühere Air-Berlin-Maschinen, die bei anderen Airlines weiterfliegen oder schon ausgemustert sind. Fotografiere sie wie jedes andere Flugzeug nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus.
Air Berlin im Spotter-Alltag heute
Für dein Logbuch ist Air Berlin vor allem ein Archiv-Thema. Wer zwischen den 1990er-Jahren und 2017 in Tegel, Düsseldorf oder an einem Ferienflughafen fotografiert hat, hat mit großer Wahrscheinlichkeit Air-Berlin-Maschinen auf der Speicherkarte. Diese Bilder lohnt es sich nachträglich zu sortieren: Typ, Kennzeichen, Ort und Datum machen aus einem Erinnerungsfoto einen sauberen Logbuch-Eintrag.
Spannend ist auch die Suche nach dem Verbleib. Weil Air Berlin die Flotte geleast hatte, verteilten sich die Flugzeuge nach 2017 auf neue Betreiber. Bei Eurowings, easyJet und anderen Airlines flogen ehemalige Air-Berlin-Maschinen unter neuem Kennzeichen oder neuem Design weiter. Wenn du die Herkunft eines Flugzeugs prüfen willst, hilft dir der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?, denn der Lebenslauf über die Seriennummer verrät auch frühere Betreiber.
Wer heute die Orte der Air-Berlin-Geschichte besuchen will, findet an der Besucherterrasse am Flughafen Düsseldorf und an der Besucherterrasse am Flughafen Berlin gute Standpunkte – mit dem Verkehr der Airlines, die nach Air Berlin in die Lücke gesprungen sind.
Gute Chancen auf Air-Berlin-Spuren, wenn …
- du dein Fotoarchiv aus der Zeit vor November 2017 durchsiehst
- du gezielt nach Kennzeichen früherer Air-Berlin-Flugzeuge suchst
Prüf es genau, wenn …
- ein Foto aus 2017 stammt – dann kann es auch ein Wet-Lease-Flug für Eurowings gewesen sein
- ein Flugzeug zwar das Air-Berlin-Design trägt, aber von Niki oder LGW betrieben wurde
Keine Chance auf Air Berlin, wenn …
- du heute im Flugplan nach AB-Flugnummern suchst – die Airline fliegt seit 2017 nicht mehr
Häufige Verwechslungen
- ICAO-Code BER mit dem Flughafen BER verwechseln – der eine Code gehört zur Airline, der andere seit 2020 zum Hauptstadtflughafen.
- Jedes rote Air-Berlin-Design für einen Air-Berlin-Flug halten – ab 2017 flogen viele Maschinen im Wet-Lease für Eurowings und Austrian Airlines.
- Niki und Air Berlin gleichsetzen – Niki war eine eigene österreichische Airline, eng verbunden, aber mit eigenem Flugbetrieb.
- Die Dash 8-400 als Air-Berlin-Betrieb notieren – geflogen wurden sie von LGW, nur das Design war Air Berlin.
- Air Berlin für eine reine Billigairline halten – mit oneworld, Business Class und Langstrecke war sie zuletzt eine Netzwerk-Airline.
- Die Gründung auf 1991 datieren – die deutsche Gesellschaft entstand 1991, Air Berlin selbst flog schon seit 1979.
Geschichte im eigenen Hangar
Sammle deine Air-Berlin-Fotos im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Air Berlin ist eine Airline mit zwei Gesichtern: Für viele war sie der Mallorca-Flieger aus Tegel, für andere die rote oneworld-Airline mit Langstrecke ab Düsseldorf. Dazwischen liegen fast vier Jahrzehnte, zahlreiche Übernahmen und eine Flotte aus Boeing, Airbus und Turboprops. Für Spotter lohnt der Blick zurück – auf alte Fotos, saubere Kennzeichen und die Flugzeuge, die nach 2017 unter anderem Namen weiterflogen.
Kurzfazit
Air Berlin (IATA AB, ICAO BER) war von 1979 bis 2017 im Einsatz und zuletzt die zweitgrößte Airline Deutschlands. Rotes Leitwerk und Schriftzug „airberlin“ verraten die Airline, das Kennzeichen zeigt, wer wirklich geflogen ist und wohin das Flugzeug später ging.
Zusammenfassung
- Air Berlin begann 1979 als kleine US-Charterairline mit Mallorca-Flügen ab Tegel und wuchs bis 2011 auf rund 35 Millionen Fluggäste im Jahr.
- Übernahmen wie dba und LTU brachten Städteverbindungen und Langstrecke – und eine bunt gemischte Flotte aus Airbus, Boeing und Turboprops.
- Trotz oneworld-Mitgliedschaft und Etihad-Kapital häuften sich Verluste; nach dem Rückzug von Etihad meldete Air Berlin im August 2017 Insolvenz an.
- Für Spotter bleibt Air Berlin ein Thema für Archiv und Logbuch: Viele frühere Air-Berlin-Flugzeuge flogen danach bei anderen Airlines weiter.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Air Berlin?
Air Berlin flog mit dem IATA-Code AB in der Flugnummer und dem ICAO-Code BER. Im Funk meldete sich die Besatzung mit „AIR BERLIN“. Seit der Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg ist BER vor allem als dessen IATA-Code bekannt – das ist aber ein anderes Codesystem und hat mit der Airline nichts zu tun.
Warum wurde Air Berlin als amerikanische Airline gegründet?
Bis zur Wiedervereinigung durften West-Berlin nur Fluggesellschaften aus den USA, Großbritannien und Frankreich anfliegen. Deshalb gründete der frühere Pan-Am-Pilot Kim Lundgren 1978 die Air Berlin Inc. mit Zulassung der US-Luftfahrtbehörde FAA. Erst 1991 entstand die deutsche Gesellschaft, die das Geschäft übernahm.
Wann war der letzte Flug von Air Berlin?
Der letzte reguläre Linienflug unter eigenem Namen war AB6210 von München nach Berlin-Tegel am späten Abend des 27. Oktober 2017. Danach führte Air Berlin noch bis zum 31. Dezember 2017 Flüge im Wet-Lease für Eurowings durch, dazu kamen Überführungsflüge von Flugzeugen an neue Eigentümer.
War Air Berlin Mitglied einer Allianz?
Ja. Air Berlin kündigte den Beitritt zu oneworld im Juli 2010 an und wurde im März 2012 Vollmitglied. Damit war sie Partner unter anderem von American Airlines, British Airways, Iberia und Finnair. Mit der Insolvenz endete auch die Mitgliedschaft.
Welche Rolle spielte Etihad bei Air Berlin?
Etihad Airways stockte ihren Anteil im Dezember 2011 von 2,99 auf 29,21 Prozent auf und wurde damit größter Einzelaktionär. In den folgenden Jahren stützte Etihad die verlustreiche Airline mehrfach finanziell. Als Etihad im August 2017 erklärte, keine weitere Unterstützung zu leisten, stellte Air Berlin wenige Tage später den Insolvenzantrag.
Welche Flugzeuge flog Air Berlin?
Zum Schluss bestand die Flotte vor allem aus der Airbus-A320-Familie (A319, A320, A321), dazu Boeing 737-700 und 737-800, Airbus A330-200 für die Langstrecke und Dash 8-400 im Regionalverkehr. In den Anfangsjahren flog Air Berlin Boeing 707, später verschiedene Generationen der Boeing 737.
Was wurde aus den Flugzeugen von Air Berlin?
Teile des Geschäfts gingen an andere Airlines. Die Lufthansa-Gruppe übernahm unter anderem die Regionaltochter LGW und eine Reihe von Flugzeugen, easyJet übernahm einen Teil des Betriebs in Berlin-Tegel mit A320. Viele Flugzeuge flogen deshalb unter neuem Namen weiter – über das Kennzeichen lässt sich ihre Air-Berlin-Vergangenheit oft zurückverfolgen.
War Air Berlin wirklich die zweitgrößte deutsche Airline?
Ja, gemessen an den Fluggästen lag Air Berlin über Jahre hinter Lufthansa auf Platz zwei in Deutschland. Den Höchststand erreichte die Airline 2011 mit rund 35,3 Millionen Passagieren.
Air Berlin im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737-700
Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
Weitere Airlines
Niki
Historische Airline aus Wien: 2003 von Niki Lauda aus Aero Lloyd Austria gegründet, eng mit Air Berlin verbunden, mit Airbus-A320-Familie unterwegs – und im Dezember 2017 insolvent.
RegionalLuftfahrtgesellschaft Walter
Historische Regionalairline aus Dortmund: 1980 aus einer Flugschule entstanden, später Turboprop-Partner von Air Berlin, Wet-Lease-Betreiber für Eurowings und 2020 nach dem Corona-Einbruch insolvent.
NetzwerkEtihad Airways
Die Airline aus Abu Dhabi: Etihad fliegt mit 787, A350-1000 und einer kleinen A380-Flotte über das Drehkreuz Zayed International und ist in Frankfurt, München und Düsseldorf regelmäßig zu sehen.
Low-CostEurowings
Die Direktflug-Airline der Lufthansa Group: Eurowings fliegt mit Jets der A320-Familie ab Düsseldorf und weiteren deutschen Basen quer durch Europa – und bekommt ab 2027 die Boeing 737 MAX 8.
NetzwerkLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
FerienfliegerGermania
Historische Berliner Charter- und Ferienairline (1986–2019): hervorgegangen aus der Kölner SAT von 1978, zuletzt mit gut 30 Airbus A319, A321 und Boeing 737-700 an vielen Regionalflughäfen unterwegs – bis zur Insolvenz im Februar 2019.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
oneworld
Die kleinste der drei großen Allianzen mit den größten Namen: British Airways, American, Qatar Airways, Cathay Pacific, Qantas und Co. – und Flugzeugen im oneworld-Design, die Spotter gezielt jagen.
FlughafenFlughafen Berlin-Tegel
Historischer Flughafen im Norden Berlins: 1948 während der Luftbrücke gebaut, ab 1974 mit dem berühmten Sechseck-Terminal, jahrzehntelang Tor der Alliierten nach West-Berlin und Heimat von Air Berlin – bis zum letzten Linienflug am 8. November 2020.
FlughafenFlughafen Düsseldorf
Größter Flughafen Nordrhein-Westfalens und Heimat der Eurowings: zwei dicht nebeneinander liegende Bahnen im Norden der Stadt, drei Terminals unter einem Dach, strenge Kapazitätsregeln – und für Spotter eine Lage, die sich seit der Pandemie spürbar verändert hat.
Airline-GruppeLufthansa Group
Die Lufthansa Group ist keine Airline, sondern ein Konzern mit einem Dutzend Flugbetrieben – von Lufthansa über SWISS und Austrian bis Eurowings und ITA Airways. Wer am Zaun nur den Kranich sucht, übersieht die halbe Gruppe.
Wo du Air Berlin vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse Flughafen Düsseldorf
Der bequemste Einstieg ins Planespotting an Rhein und Ruhr: Von der Besucherterrasse blickst du über das Vorfeld auf die beiden parallelen Pisten des größten Flughafens in Nordrhein-Westfalen.
BesucherterrasseBesucherterrasse am Flughafen Berlin Brandenburg
Der einzige offizielle Aussichtspunkt am Hauptstadtflughafen: Die Besucherterrasse auf Terminal 1 liegt außerhalb des Sicherheitsbereichs, ist täglich geöffnet und mit der Bahn direkt erreichbar. Was du dort siehst, wann das Licht passt und wo ihre Grenzen liegen.
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