Das Wichtigste in Kürze
- Ein Telefonat als Startschuss: American Airlines wollte ein Schlafwagen-Flugzeug für Nachtflüge quer durch die USA. Daraus entstand der Douglas Sleeper Transport, der am 17. Dezember 1935 erstmals flog.
- Passagiere statt Postsäcke: Die DC-3 gilt als eines der ersten Verkehrsflugzeuge, mit denen Airlines allein vom Passagiertransport leben konnten, ohne auf Postaufträge angewiesen zu sein.
- Nur gut 600 waren zivil: Von rund 16.000 gebauten Exemplaren entstand der Großteil als Militärtransporter C-47 oder in Lizenz als Li-2 und L2D.
- Rosinenbomber der ersten Stunde: C-47 und Dakotas eröffneten im Juni 1948 die Berliner Luftbrücke, bevor die größere C-54 den Großteil der Flüge übernahm.
- Neunzig Jahre und kein Ende: Einige DC-3 fliegen bis heute – bei Vereinen, Stiftungen, Fracht- und Spezialbetreibern und als Turboprop-Umbau Basler BT-67.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Warum die DC-3 die Luftfahrt verändert hat: die kurze Antwort
- 2.Die Vorgeschichte: Boeing 247, TWA und die DC-1
- 3.Das Telefonat: American Airlines will ein fliegendes Schlafwagenabteil
- 4.1936: Liniendienst und der wirtschaftliche Durchbruch
- 5.Europa steigt ein: KLM, Swissair und Co.
- 6.Krieg: aus dem Airliner wird die C-47
- 7.Rosinenbomber: die DC-3 über Berlin
- 8.Nachkriegszeit: tausende Dakotas für die Welt
- 9.Die DC-3 heute: neunzig Jahre nach dem Erstflug
- 10.Was die DC-3 für Spotter heute bedeutet
- 11.Worauf du achten solltest
- 12.Fazit
Wer heute in einen Airbus oder eine Boeing steigt, sitzt in einem Geschäftsmodell, das ein zweimotoriges Propellerflugzeug aus Kalifornien mitbegründet hat. Die Douglas DC-3 war nicht das erste Ganzmetall-Verkehrsflugzeug und nicht das schnellste ihrer Zeit. Aber sie war das erste, mit dem sich Linienflüge allein mit Passagieren rechneten. Danach zog sie als C-47 und Dakota in den Krieg, versorgte als Rosinenbomber West-Berlin und fliegt in kleiner Zahl bis heute. Hier bekommst du die Geschichte der DC-3 von der Idee bis zu den letzten fliegenden Maschinen – und erfährst, wo du ihr als Spotter heute noch begegnest.
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Warum die DC-3 die Luftfahrt verändert hat: die kurze Antwort
Die DC-3 hat die Luftfahrt verändert, weil sie Linienflüge wirtschaftlich gemacht hat. Anfang der 1930er-Jahre waren Fluggesellschaften stark von Postaufträgen abhängig, Passagiere waren oft nur ein Zubrot. Die DC-3 brachte genug Sitze, ausreichend Reichweite und niedrige Betriebskosten zusammen, sodass sich Flüge auch ohne Postsäcke trugen. Innerhalb weniger Jahre stellten Airlines in den USA und Europa auf den Typ um. Im Zweiten Weltkrieg wurde aus dem Airliner dann das Standard-Transportflugzeug der Alliierten – und nach dem Krieg verteilten sich tausende dieser Maschinen über die ganze Welt.
Die Vorgeschichte: Boeing 247, TWA und die DC-1
Die Geschichte der DC-3 beginnt mit einem Konkurrenten. Anfang der 1930er-Jahre brachte Boeing mit der Boeing 247 einen modernen zweimotorigen Ganzmetall-Airliner heraus, den zunächst vor allem United Air Lines bekam. Andere Fluggesellschaften gerieten dadurch unter Druck. Transcontinental and Western Air, die spätere TWA, wandte sich deshalb an Donald Douglas und seine Firma in Santa Monica und bat um ein konkurrenzfähiges Flugzeug.
Douglas lieferte 1933 die DC-1, ein Einzelstück, das am 1. Juli 1933 erstmals flog. Daraus entstand die etwas längere DC-2, die ab 1934 in Serie ging und in knapp 200 Exemplaren gebaut wurde. Wie leistungsfähig das Konzept war, zeigte 1934 die DC-2 „Uiver“ der KLM: Beim Luftrennen von England nach Melbourne gewann sie die Handicap-Wertung und landete in der Gesamtzeit auf Platz zwei – hinter einem reinen Rennflugzeug, aber mit Passagieren und Post an Bord.
Die DC-2 war gut, hatte aber eine schmale Kabine. Für das, was als Nächstes kam, reichte sie nicht.
Das Telefonat: American Airlines will ein fliegendes Schlafwagenabteil
Den entscheidenden Anstoß gab C. R. Smith, der Chef von American Airlines. Er wollte Passagiere auf Nachtflügen quer durch die USA in Betten befördern, ähnlich wie im Schlafwagen der Eisenbahn. In einem langen Telefongespräch überredete er den anfangs zögerlichen Donald Douglas, eine verbreiterte DC-2 mit Liegeplätzen zu entwickeln. Douglas ließ sich darauf ein, nachdem American den Kauf von 20 Maschinen zusagte.
Die Konstruktion leitete Chefingenieur Arthur E. Raymond. Der Rumpf wurde deutlich breiter als bei der DC-2, die Flügel länger, das Leitwerk größer. Das Ergebnis hieß Douglas Sleeper Transport (DST) und hatte je nach Ausstattung 14 bis 16 Schlafplätze. Am 17. Dezember 1935 hob der Prototyp mit Testpilot Carl Cover ab – auf den Tag genau 32 Jahre nach dem ersten Motorflug der Brüder Wright.
Die Tagversion ohne Betten bekam den Namen DC-3. Durch den breiteren Rumpf passten drei Sitze in eine Reihe, typisch waren 21 Plätze. Einen eigenen Prototyp für diese Version gab es nicht – sie war von Anfang an dieselbe Maschine mit anderer Kabine.
1936: Liniendienst und der wirtschaftliche Durchbruch
Am 26. Juni 1936 nahm American Airlines den Liniendienst mit dem neuen Typ auf, mit gleichzeitigen Flügen ab Newark und Chicago. Ein Flug von New York nach Los Angeles dauerte mit drei Zwischenlandungen in Richtung Osten etwa 15 Stunden, nach Westen gegen den vorherrschenden Wind rund 17,5 Stunden. Für heutige Verhältnisse eine Ewigkeit, damals ein Sprung nach vorn – und erstmals mit einem Flugzeug, das sich ohne Postzuschuss rechnete.
Der Rest ging schnell. Weitere US-Airlines bestellten, Ende der 1930er-Jahre flogen Dutzende Fluggesellschaften mit dem Typ. Häufig zitiert wird die Einschätzung, dass 1939 rund 90 Prozent des weltweiten Linienverkehrs mit der DC-3 oder ihren Varianten abgewickelt wurden. Die genaue Zahl ist schwer nachzuprüfen, die Richtung aber unbestritten: Die DC-3 war der Standard, an dem sich alle anderen messen mussten.
Angetrieben wurde die DC-3 von zwei Sternmotoren, anfangs vom neunzylindrigen Wright R-1820 Cyclone, später meist vom 14-zylindrigen Pratt & Whitney R-1830 Twin Wasp. Mit rund 29 Metern Spannweite und knapp 20 Metern Länge war sie für ihre Zeit ein großes Flugzeug.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1933 | Erstflug der DC-1, Auftrag von TWA |
| 1934 | Serienstart der DC-2, „Uiver“ der KLM im Luftrennen nach Melbourne |
| 1935 | Erstflug des Douglas Sleeper Transport am 17. Dezember |
| 1936 | Liniendienst bei American Airlines ab 26. Juni, KLM erhält als erste europäische Airline eine DC-3 |
| 1937 | Swissair setzt die DC-3 ein, zunächst auf der Strecke nach London |
| 1943 | Ende der zivilen Produktion, Fokus auf Militärversionen |
| 1944 | Produktionsspitze mit fast 4.900 ausgelieferten Maschinen in einem Jahr |
| 1948 | C-47 und Dakotas eröffnen die Berliner Luftbrücke |
| 1955 | Die neue Lufthansa nimmt drei DC-3 in Betrieb |
| 2015 | Die „That’s All, Brother“ wird kurz vor dem Turboprop-Umbau wiederentdeckt |
| 2017 | Die „Breitling DC-3“ startet zu einer Weltumrundung |
Europa steigt ein: KLM, Swissair und Co.
In Europa war die KLM wieder schnell: Sie erhielt 1936 als erste europäische Fluggesellschaft eine DC-3 und baute bis Kriegsbeginn eine größere Flotte auf. Ab 1937 folgte Swissair, die den Typ zunächst auf der Strecke nach London einsetzte. Weitere Airlines zogen nach. Gegenüber den damals in Europa verbreiteten Mustern – etwa der dreimotorigen Junkers Ju 52 mit ihrer Wellblechhaut – stand die DC-3 für eine neue Generation: glatte Aluminiumhaut, einziehbares Fahrwerk, zwei Motoren statt drei.
Die Ju 52 hat ihre eigene Geschichte, die der Beitrag Junkers Ju 52 – die Tante Ju erzählt. Ein Vergleich der beiden lohnt sich: Beide stammen aus derselben Zeit, aber die DC-3 setzte konstruktiv den Maßstab für die Nachkriegsjahrzehnte.
Wenn du die DC-3 bestimmen willst
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden und eine gepfeilte Flügelvorderkante – mit diesen Merkmalen erkennst du sie. Alle Details, Verwechslungspartner und flugfähige Exemplare in Europa stehen im Typenporträt Douglas DC-3 / C-47.
Krieg: aus dem Airliner wird die C-47
Mit dem Kriegseintritt der USA änderte sich alles. Die zivile Produktion endete Anfang 1943, stattdessen liefen Militärversionen in großer Zahl vom Band. Die wichtigste war die C-47 Skytrain mit verstärktem Kabinenboden und großer zweiflügeliger Ladetür hinten links. Die US Navy führte ihre Maschinen als R4D, die Royal Air Force nannte sie Dakota – der Name, unter dem der Typ in Europa bis heute am bekanntesten ist. Daneben gab es Varianten wie die C-53 Skytrooper für den Truppentransport.
Die C-47 transportierte Fracht, Soldaten und Verwundete, schleppte Lastensegler und setzte Fallschirmjäger ab. Am D-Day, dem 6. Juni 1944, waren hunderte C-47 an den Luftlandungen in der Normandie beteiligt. Eine von ihnen ist berühmt geworden: Die „That’s All, Brother“ führte die Formation an, die tausende US-Fallschirmjäger absetzte. Jahrzehnte später stand sie unerkannt auf einem Gelände in Oshkosh im US-Bundesstaat Wisconsin, wo Basler sie zur Turboprop-Maschine umbauen wollte. Ein Historiker der US Air Force, der jahrelang nach ihr geforscht hatte, identifizierte sie 2015 anhand ihrer militärischen Seriennummer, die Commemorative Air Force übernahm und restaurierte sie. 2019 flog sie zum 75. Jahrestag der Landung wieder über den Ärmelkanal.
Auch auf anderen Kriegsschauplätzen war die C-47 unverzichtbar, etwa bei der Versorgung Chinas über den Himalaya, die als „The Hump“ in die Geschichte einging. Dazu kamen Lizenzbauten auf beiden Seiten der Front: In der Sowjetunion entstand die Lisunow Li-2, in Japan die L2D.
| Version | Herkunft | Gebaute Exemplare |
|---|---|---|
| DC-3 und DST (zivil) | Douglas, USA | 607 |
| C-47, C-53 und weitere Militärversionen | Douglas, USA | gut 10.000 |
| Lisunow Li-2 | Lizenzbau, Sowjetunion | 4.937 |
| L2D | Lizenzbau, Japan | 487 |
| Gesamt | rund 16.000 |
Die Dakota auf dem Radar
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Rosinenbomber: die DC-3 über Berlin
Für Deutschland hat die C-47 eine besondere Bedeutung. Als die Sowjetunion 1948 die Land- und Wasserwege nach West-Berlin sperrte, starteten am 26. Juni 1948 die ersten US-Maschinen von Frankfurt und Wiesbaden nach Tempelhof. Zwei Tage später kamen britische Dakotas hinzu, die von Wunstorf nach Gatow flogen. Die Berliner tauften die Transporter schnell „Rosinenbomber“.
Lange blieb die C-47 aber nicht das Rückgrat der Luftbrücke. Mit maximal rund drei Tonnen Nutzlast war sie für die Versorgung einer Millionenstadt zu klein. Die viermotorige Douglas C-54 Skymaster schaffte etwa die dreifache Ladung und war schneller, deshalb übernahm sie nach und nach den Großteil der Flüge. Offiziell endete die Luftbrücke am 30. September 1949.
Wie die Versorgung organisiert war und was die „Candy Bomber“ damit zu tun haben, erklärt der Beitrag Die Berliner Luftbrücke 1948/49. Die Geschichte des wichtigsten Landeplatzes erzählt Flughafen Tempelhof. Heute erinnern gleich mehrere Orte an die Rosinenbomber: Am Luftbrückendenkmal auf dem Gelände des Flughafens Frankfurt stehen eine C-47 und eine C-54, am Deutschen Technikmuseum Berlin hängt eine C-47 weithin sichtbar am Gebäude, und im Militärhistorischen Museum Berlin-Gatow steht eine C-47 vor dem historischen Tower.
Nachkriegszeit: tausende Dakotas für die Welt
Nach dem Krieg waren tausende C-47 übrig. Sie wurden günstig verkauft und von Fluggesellschaften in aller Welt zu Passagier- und Frachtflugzeugen umgebaut. Für viele junge Airlines war die Dakota das erste eigene Flugzeug. Ein schönes Beispiel ist die „Betsy“, mit der Cathay Pacific 1946 den Betrieb aufnahm und die heute im Hong Kong Science Museum ausgestellt ist. Bis heute fliegt deshalb oft eine „DC-3“, die eigentlich als C-47 vom Band lief.
Auch in Deutschland spielte der Typ eine Rolle: Die neu gegründete Lufthansa setzte ab Oktober 1955 drei DC-3 ein, zunächst im innerdeutschen Zubringerverkehr und später als Frachter. Auf der Langstrecke flog Lufthansa damals bereits viermotorige Muster wie die Lockheed Super Constellation – die DC-3 war da schon ein Flugzeug der vorigen Generation.
Douglas versuchte 1949, den Klassiker mit der Super DC-3 neu aufzulegen: längerer Rumpf, neu geformte Flügel, größeres Leitwerk, stärkere Motoren. Zivil wurden aber nur wenige gebaut; den Markt hatten längst modernere Nachkriegsmuster wie die Convair CV-240/340/440 übernommen. Größere Bedeutung bekam die Super DC-3 nur bei der US Navy, die rund 100 Maschinen umrüsten ließ.
Langlebiger war eine andere Idee: Ab 1990 baute Basler in Oshkosh alte DC-3-Zellen mit Turboprop-Triebwerken zur Basler BT-67 um. Verlängerter Rumpf, verstärkte Struktur, moderne Pratt-&-Whitney-Canada-Triebwerke – so fliegt die Konstruktion aus den 1930er-Jahren in Polargebieten, bei Luftwaffen und Spezialbetreibern weiter. Das Alfred-Wegener-Institut nutzt zwei solcher Maschinen mit Ski-Rad-Fahrwerk für Forschungsflüge.
Die Firma Douglas selbst ging 1967 in McDonnell Douglas auf, das 1997 mit Boeing fusionierte. Die Geschichte des Nachfolgekonzerns findest du unter McDonnell Douglas.
Die DC-3 heute: neunzig Jahre nach dem Erstflug
Neunzig Jahre nach dem Erstflug ist die DC-3 noch nicht ganz vom Himmel verschwunden – aber sie wird seltener. Nach verbreiteten Schätzungen waren 2013 noch rund 2.000 Maschinen der Familie im Einsatz, 2023 nur noch etwa 150. Die Gründe sind bekannt: Ersatzteile, Wartungsaufwand, Versicherung und der Flugkraftstoff Avgas werden teurer, und viele Betreiber arbeiten mit Ehrenamtlichen und kleinen Budgets.
Wo du heute noch fliegende Exemplare findest:
- Vereine und Stiftungen: In Europa betreuen Vereine in Skandinavien, Großbritannien und Frankreich einzelne flugfähige Maschinen, dazu kommt die Dakota der Battle of Britain Memorial Flight der Royal Air Force. Eine Übersicht mit Kennzeichen und Heimatbasen steht im Typenporträt Douglas DC-3 / C-47.
- Linien- und Spezialdienste: In Südamerika halten sich DC-3 vor allem dort, wo Pisten kurz und unbefestigt sind. Als letzte Airline mit DC-3 im planmäßigen Passagierverkehr gilt nach Stand 2026 Aerolíneas del Llano in Kolumbien.
- Historische Einzelstücke: Die ehemalige „Flagship Detroit“ von American Airlines gilt als älteste noch fliegende DC-3. Die „Breitling DC-3“ umrundete ab 2017 die Welt und galt dabei als ältestes Flugzeug, das diese Reise geschafft hat.
Am Boden ist der Typ dagegen gut vertreten. Neben den Rosinenbomber-Standorten in Frankfurt und Berlin zeigen Museen weltweit DC-3 und C-47, etwa das Imperial War Museum Duxford, das Pima Air & Space Museum in Tucson oder das Aviodrome Lelystad. Einen Überblick über Ausstellungsorte hierzulande gibt der Beitrag Luftfahrtmuseen in Deutschland.
Flugbetrieb ändert sich jede Saison
Ob eine bestimmte DC-3 in diesem Jahr fliegt, entscheiden Wartung, Kosten und Genehmigungen oft kurzfristig. Prüf vor jeder Anreise das aktuelle Programm des Betreibers oder der Airshow.
Was die DC-3 für Spotter heute bedeutet
Für Planespotter ist eine fliegende DC-3 längst eine Seltenheit, und genau das macht sie so begehrt. Es gibt keinen Flugplan, keine festen Umläufe und oft nur wenige Auftritte pro Saison. Deine besten Chancen sind Airshows und Oldtimer-Treffen. Welche Veranstaltungen sich lohnen, zeigen der Überblick Airshows in Europa für Planespotter, der Beitrag zu den Airshows in Duxford und der Guide zum Oldtimer-Fliegertreffen Hahnweide.
Fotografisch ist die DC-3 ein dankbares Motiv: blankes Metall, runde Formen, das schräge Profil am Boden. Achte darauf, die Propeller nicht einzufrieren – wie lang deine Verschlusszeit sein darf, erklärt der Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Und wenn du unsicher bist, ob vor dir wirklich eine DC-3 steht oder ein ähnlicher Klassiker, hilft der Leitfaden Oldtimer am Himmel erkennen.
Bereit, DC-3-Geschichte live zu erleben?
- Ich weiß, welche Vereine oder Airshows in dieser Saison eine DC-3 angekündigt haben.
- Ich habe das Kennzeichen der Maschine notiert, um sie im Tracking wiederzufinden.
- Ich kenne ein Museum in meiner Nähe, das eine DC-3 oder C-47 ausstellt.
- Meine Kamera ist auf längere Verschlusszeiten für Propellerkreise eingestellt.
- Ich habe die Lichtrichtung zur Display-Zeit geprüft.
Worauf du achten solltest
- DC-3 ist nicht gleich DC-3. Viele fliegende „DC-3“ sind ehemalige C-47. Die große Ladetür hinten links verrät die militärische Herkunft, auch unter einer Airline-Lackierung.
- Zahlen mit Vorsicht lesen. Produktions- und Bestandszahlen unterscheiden sich je nach Quelle, weil Varianten, Umbauten und Lizenzbauten unterschiedlich gezählt werden. „Rund 16.000“ ist die gängige Gesamtzahl.
- Turboprop-Umbauten mitdenken. Eine Basler BT-67 hat Rumpf und Flügel einer DC-3, aber schlanke Turboprop-Gondeln. In Typenverzeichnissen läuft sie gesondert.
- Museen sind die sichere Bank. Wer garantiert eine DC-3 sehen will, plant einen Museumsbesuch. Fliegende Auftritte sind ein Bonus.
- Nicht jede Maschine sendet sichtbar. Manche Oldtimer tauchen in Tracking-Diensten nur eingeschränkt oder gar nicht auf. Fehlt die Maschine auf der Karte, heißt das nicht, dass sie am Boden bleibt.
Deine Oldtimer-Sammlung an einem Ort
Halte jede DC-3, Ju 52 und jeden anderen Klassiker mit Foto und Kennzeichen in deinem Hangar fest, teile deine Bilder mit der Community und finde auf der Spot-Karte die besten Standorte an Museumsflugplätzen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Die DC-3 begann als Sonderwunsch einer Airline, die ihren Passagieren Betten über den Wolken anbieten wollte. Daraus wurde das Flugzeug, das den Linienverkehr wirtschaftlich machte, im Zweiten Weltkrieg als C-47 und Dakota die Logistik der Alliierten trug und 1948 die ersten Rosinenbomber über Berlin stellte. Nach dem Krieg verteilte sie sich in tausenden Exemplaren über die Welt und wurde für viele Airlines zum ersten Flugzeug überhaupt. Neunzig Jahre nach dem Erstflug fliegen nur noch wenige Maschinen – wer eine erleben will, findet sie bei Vereinen, auf Airshows und in Museen.
Kurzfazit
Die DC-3 hat die Luftfahrt verändert, weil sie als eines der ersten Verkehrsflugzeuge allein mit Passagieren profitabel flog. Als C-47 und Dakota wurde sie zum Standardtransporter des Krieges und zum Rosinenbomber – heute ist sie ein seltener, aber erreichbarer Klassiker für Spotter.
Zusammenfassung
- Die DC-3 entstand aus der DC-2 und dem Wunsch von American Airlines nach einem Flugzeug mit Schlafplätzen; die Tagversion mit typisch 21 Sitzen wurde zum Standard-Airliner der späten 1930er-Jahre.
- Im Zweiten Weltkrieg wurde die Militärversion C-47 zum wichtigsten Transportflugzeug der Alliierten, von D-Day bis zur Versorgung über den Himalaya.
- Nach dem Krieg landeten tausende ehemalige Militärmaschinen bei Airlines in aller Welt, auch die neu gegründete Lufthansa setzte ab 1955 drei DC-3 ein.
- Heute erinnern Museen, Denkmäler und eine schrumpfende Zahl flugfähiger Maschinen an den Typ – für Spotter eine der letzten Gelegenheiten, ein Stück Gründerzeit der Linienluftfahrt live zu erleben.
Häufige Fragen
Wann flog die Douglas DC-3 zum ersten Mal?
Der Prototyp, der Douglas Sleeper Transport (DST), hob am 17. Dezember 1935 in Santa Monica in Kalifornien ab – genau 32 Jahre nach dem ersten Motorflug der Brüder Wright. Eine eigene Prototyp-Maschine für die Tagversion DC-3 gab es nicht; sie war von Anfang an eine Variante desselben Grundmusters.
Warum war die DC-3 so wichtig für die Luftfahrt?
Weil sie eine der ersten Verkehrsmaschinen war, mit denen Airlines nur mit Passagieren Geld verdienen konnten. Bis dahin hingen viele Fluggesellschaften an Postaufträgen. Die DC-3 kombinierte eine für ihre Zeit große Kabine, Ganzmetallbauweise und zuverlässige Sternmotoren mit niedrigen Betriebskosten. Ende der 1930er-Jahre wurde ein Großteil des weltweiten Linienverkehrs mit ihr geflogen.
Was bedeutet DC bei der DC-3?
DC steht für Douglas Commercial, also ein ziviles Verkehrsflugzeug der Douglas Aircraft Company. Die Zählung beginnt mit der DC-1 von 1933 und reicht über die DC-4, DC-6 und DC-8 bis zur DC-10 aus der Zeit von McDonnell Douglas.
Wie viele DC-3 wurden gebaut?
Zusammen mit den Militärversionen und den Lizenzbauten kommt man auf rund 16.000 Flugzeuge. Davon waren nur 607 ursprünglich zivile DC-3. Gut 10.000 entstanden als Militärtransporter in den USA, knapp 5.000 als Lisunow Li-2 in der Sowjetunion und 487 als L2D in Japan.
Was hat die DC-3 mit der Berliner Luftbrücke zu tun?
Als die Luftbrücke am 26. Juni 1948 begann, flogen die US-Amerikaner zunächst mit C-47 von Frankfurt und Wiesbaden nach Tempelhof, die Briten ab dem 28. Juni mit Dakotas nach Gatow. Mit rund drei Tonnen Nutzlast war die C-47 aber zu klein, deshalb übernahm die viermotorige C-54 nach und nach den Großteil der Flüge. Als Symbol der Rosinenbomber ist die C-47 trotzdem bis heute präsent, etwa am Luftbrückendenkmal am Frankfurter Flughafen.
Fliegen heute noch DC-3?
Ja, aber nur noch wenige. Nach verbreiteten Schätzungen waren 2023 noch etwa 150 Maschinen flugfähig. Sie fliegen bei Vereinen und Stiftungen, bei Fracht- und Spezialbetreibern und in abgelegenen Regionen etwa in Südamerika. Dazu kommen Umbauten mit Turboprop-Triebwerken wie die Basler BT-67, die unter anderem in der Polarforschung eingesetzt werden.
Welche DC-3 ist die älteste noch fliegende?
Als ältestes fliegendes Exemplar gilt die ehemalige Flagship Detroit von American Airlines, die heute eine Stiftung in den USA betreibt. Sie stammt aus der ersten Auslieferungszeit der späten 1930er-Jahre.
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