Das Wichtigste in Kürze
- Der Stratoliner war das erste Verkehrsflugzeug mit Druckkabine im Liniendienst: Passagiere flogen ab 1940 in rund 6.000 m Höhe über dem Wetter.
- Technisch steckt viel B-17 drin: Flügel, Leitwerk, Fahrwerk und Motoren stammen vom Bomber, der Rumpf ist eine Neukonstruktion.
- Nur zehn Exemplare entstanden – für Pan Am, TWA und Howard Hughes, dazu der Prototyp.
- Der Flugingenieur zog mit dem 307 ins Cockpit ein: Er überwachte Motoren, Kraftstoff und Druckkabine.
- Einziges vollständiges Exemplar ist die „Clipper Flying Cloud“ (NC19903) im Udvar-Hazy Center am Flughafen Washington Dulles.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Boeing 307 Stratoliner?
- 2.Entstehung: Vom Bomber-Baukasten zum Höhenflugzeug
- 3.Die Versionen: S-307, SA-307B und SB-307B
- 4.Im Liniendienst: Über dem Wetter von Küste zu Küste
- 5.Der Krieg: Stratoliner als C-75 über dem Atlantik
- 6.Zweites Leben in Frankreich, Haiti und Südostasien
- 7.Die Clipper Flying Cloud: das letzte Exemplar
- 8.So erkennst du den Stratoliner
- 9.Stratoliner, B-17, DC-4 oder Stratocruiser?
- 10.Fototipps für die Clipper Flying Cloud
- 11.Warum der Stratoliner für Spotter zählt
- 12.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 13.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Boeing, Seattle (USA) |
|---|---|
| Erstflug | 31. Dezember 1938 (Prototyp NX19901, Boeing Field) |
| Indienststellung | Juli 1940 bei Pan Am und TWA |
| Stückzahl | 10 (inkl. Prototyp) |
| Status | historisch – ein vollständig erhaltenes Exemplar (NC19903) im Steven F. Udvar-Hazy Center |
| Bauart | Viermotoriger Ganzmetall-Tiefdecker mit Spornrad und Druckkabine; Flügel, Leitwerk, Fahrwerk und Motoren von der B-17 abgeleitet |
| Triebwerke (SA-307B) | 4 × Wright GR-1820 Cyclone (Neunzylinder-Sternmotoren), je rund 1.100 PS beim Start |
| Länge (SA-307B) | 22,66 m |
| Spannweite | 32,69 m |
| Höhe | 6,32 m |
| Max. Startgewicht (SA-307B) | rund 20,4 t |
| Passagiere | 33 am Tag, nachts 25 (16 Schlafkojen und 9 Liegesessel) |
| Besatzung (TWA) | 5, darunter ein Flugingenieur |
| Reisegeschwindigkeit | rund 357 km/h in etwa 5.800 m Höhe |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 400 km/h |
| Reichweite | rund 2.100 km |
| Kabinendruck | in rund 6.100 m Flughöhe etwa wie in 2.400 m Höhe |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Auffällig dicker, runder Rumpf – deutlich voluminöser als bei der schlanken B-17
- Vier Sternmotoren in runden Gondeln an einem Tiefdecker-Flügel im B-17-Stil
- Großes Einzelleitwerk mit lang nach vorn auslaufender Rückenflosse
- Spornradfahrwerk: Am Boden steht der Stratoliner mit erhobener Nase
- Rundliche, unverglaste Nase ohne MG-Türme – eindeutiger Unterschied zum Bomber
- Beim erhaltenen Exemplar: Pan-Am-Lackierung mit Namen „Clipper Flying Cloud“
Aktualisiert: Oktober 2026 – Auf den ersten Blick wirkt er wie eine B-17, die zu viel gegessen hat: dieselben Flügel, dieselben vier Sternmotoren, dasselbe hohe Leitwerk – aber davor ein runder, bauchiger Rumpf ohne Glasnase und ohne Maschinengewehre. Der Boeing 307 Stratoliner war das erste Verkehrsflugzeug, das mit einer Druckkabine im Liniendienst flog. Gebaut wurden nur zehn Stück, vollständig erhalten ist ein einziges. Hier erfährst du, woran du den Stratoliner erkennst, welche Rolle er für die Luftfahrt spielte und wo du das letzte Exemplar findest.
Den Stratoliner im Hangar sammeln
Mit Planetrack hältst du deinen Besuch bei der Clipper Flying Cloud mit Foto, Typ und Kennzeichen fest und setzt seltene Oldtimer wie den Boeing 307 auf deine Wunschliste. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist der Boeing 307 Stratoliner?
Der Model 307 ist ein viermotoriges Verkehrsflugzeug aus Ganzmetall, das Boeing Ende der 1930er-Jahre in Seattle entwickelte. Die Idee dahinter war für damalige Verhältnisse kühn: Statt in 3.000 Metern durch Wolken, Turbulenzen und Vereisung zu schaukeln, sollten Passagiere deutlich höher und damit ruhiger über das Wetter hinwegfliegen. Dafür brauchte es einen Rumpf, der unter Innendruck gesetzt werden kann – eine Druckkabine.
Laut Smithsonian flog der Stratoliner in rund 20.000 Fuß (etwa 6.100 m) Höhe, während in der Kabine ein Druck wie in etwa 8.000 Fuß (rund 2.400 m) herrschte. Das ist im Prinzip bis heute der Standard in Verkehrsflugzeugen. Was das für deine Ohren bedeutet, erklärt der Beitrag Kabinendruck und Druck auf den Ohren.
Um Entwicklungszeit und Kosten zu sparen, griff Boeing tief in den Baukasten des Bombers B-17 Flying Fortress: Flügel, Leitwerk, Fahrwerk und Motoren stammen von der B-17, der Rumpf dagegen ist eine Neukonstruktion mit rund 3,5 Metern größtem Durchmesser. Genau daher kommt die typische Silhouette – vertraute B-17-Teile an einem auffällig dicken Rumpf.
Entstehung: Vom Bomber-Baukasten zum Höhenflugzeug
Mitte der 1930er-Jahre suchten die großen US-Airlines nach einem größeren Flugzeug als den zweimotorigen Typen ihrer Flotten. Ein gemeinsames Projekt mit Douglas, die viermotorige DC-4E, wurde von den Airlines wieder fallen gelassen; die spätere, ganz neu konstruierte Douglas DC-4 kam erst Jahre danach. In diese Lücke stieß Boeing. Nach gängiger Darstellung kam von TWA die Anregung, die B-17 als Basis für ein Verkehrsflugzeug zu nutzen. Pan Am und TWA bestellten den Stratoliner schließlich.
Der Prototyp mit dem Kennzeichen NX19901 hob am 31. Dezember 1938 vom Boeing Field ab – dem Platz, an dem heute das Museum of Flight steht. Schon wenige Monate später kam der Rückschlag: Am 18. März 1939 stürzte der Prototyp bei einem Vorführ- und Testflug nahe Alder im US-Bundesstaat Washington ab. Bei Versuchen zum Flugverhalten geriet die Maschine ins Trudeln, beim Abfangen aus dem schnellen Sturzflug versagte die Struktur. Alle zehn Menschen an Bord kamen ums Leben.
Der Unfall verzögerte das Programm um gut ein Jahr. Die wichtigste Konsequenz ist bis heute am Flugzeug sichtbar: Boeing vergrößerte das Seitenleitwerk und ergänzte eine lange Rückenflosse, damit das Seitenruder bei starkem Schieben nicht mehr abreißt. Dieselbe Heckform floss in die B-17E ein und prägt seither das Bild der Flying Fortress.
Gemeinsame DNA mit der B-17
Wenn du schon einmal eine B-17 fotografiert hast, kennst du die Flügel und das Leitwerk des Stratoliners. Der Trick zur Unterscheidung liegt komplett im Rumpf: dick und rund ohne Glasnase beim 307, schlank mit verglaster Bugnase und MG-Türmen bei der B-17.
Die Versionen: S-307, SA-307B und SB-307B
Bei nur zehn gebauten Maschinen ist die Typenliste kurz – trotzdem unterscheiden sich die Ausführungen je nach Kunde.
| Version | Kunde | Stückzahl | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Model 307 | Boeing (Prototyp NX19901) | 1 | 1939 bei einem Testflug verunglückt |
| S-307 | Pan American Airways | 3 | einstufige Lader, sechs Mann Besatzung; „Strato-Clipper“ |
| SA-307B | Transcontinental & Western Air (TWA) | 5 | zweistufige Lader, fünf Mann Besatzung |
| SB-307B | Howard Hughes | 1 | stark modifizierte Privatmaschine |
| SA-307B-1 / C-75 | TWA bzw. US Army Air Forces | (Umbau der 5 TWA-Maschinen) | Kriegsdienst ohne Druckkabine, danach Umbau mit B-17G-Flügeln |
Die drei Pan-Am-Maschinen trugen die Kennzeichen NC19902, NC19903 und NC19910. Die Hughes-Maschine NX19904 war für einen Flug rund um die Welt vorgesehen. Der Plan scheiterte am Kriegsbeginn in Europa im September 1939.
Im Liniendienst: Über dem Wetter von Küste zu Küste
TWA übernahm ihren ersten Stratoliner im Mai 1940 und eröffnete den Dienst am 8. Juli 1940 auf der Transkontinentalstrecke zwischen Los Angeles und New York mit Zwischenstopps. Pan Am war ein paar Tage früher dran: Ihr erster Linienflug mit dem 307 ging am 4. Juli 1940 auf einer Strecke zwischen Miami, Brownsville und Los Angeles; später flogen die Strato-Clipper vor allem in Richtung Lateinamerika.
Die Kabine bot am Tag Platz für 33 Passagiere. Für Nachtflüge ließ sie sich umbauen: 16 Schlafkojen und 9 Liegesessel, insgesamt also 25 Fluggäste. Der breite Rumpf machte diesen Komfort überhaupt erst möglich – ein Grund, warum der Stratoliner als Luxusflugzeug seiner Zeit galt.
Eine Neuerung betraf das Cockpit: Bei Pan Am und TWA flog ein Flugingenieur mit, der Motoren, Kraftstoffverteilung, Hydraulik und die Druckkabine überwachte und unterwegs auch Reparaturen übernahm. Diese Rolle blieb in Langstrecken-Cockpits bis in die Ära der klassischen Boeing 747 üblich.
Mehr über die beiden Hauptkunden erfährst du auf den Seiten zu TWA und in der Geschichte von Pan Am.
Der Krieg: Stratoliner als C-75 über dem Atlantik
Mit dem Kriegseintritt der USA endete der zivile Einsatz der TWA-Flotte nach kaum anderthalb Jahren. Die fünf SA-307B gingen an die US Army Air Forces und erhielten die Bezeichnung C-75. TWA flog sie im Auftrag weiter. Für den Militärdienst wurden die Maschinen deutlich verändert: Druckkabine, Schalldämmung und Luxuseinrichtung flogen raus, zusätzliche Tanks kamen hinein, das zulässige Gewicht stieg.
Die C-75 flogen über den Südatlantik in Richtung Afrika und Naher Osten sowie über den Nordatlantik nach Schottland. Zu ihren Passagieren gehörten Militärs, Diplomaten und Regierungsvertreter. Nach den Angaben in gängigen Nachschlagewerken kamen dabei Tausende Ozeanüberquerungen zusammen, ohne dass eine Maschine verloren ging.
1944 gab die Armee die Flugzeuge an TWA zurück. Boeing baute sie zum SA-307B-1 um: mit Flügeln und Höhenleitwerk der B-17G, stärkeren Cyclone-Motoren und elektrischen Systemen aus der B-29. Die Druckkabine wurde dabei nicht wieder eingebaut, dafür wuchs die Bestuhlung auf 38 Sitze. Ab 1945 flogen sie wieder für TWA, ab 1949 nur noch als günstige Coach-Klasse, bis zur Ausmusterung 1951. Ihre Nachfolge hatten da längst größere Typen wie die Lockheed Constellation übernommen.
Druckkabine nur in der Anfangszeit
Den Titel „erstes Verkehrsflugzeug mit Druckkabine“ verdient der Stratoliner zu Recht – bei den TWA-Maschinen wurde sie aber schon 1942 für den Kriegsdienst ausgebaut und nie wieder eingebaut. Die umgebauten TWA-Maschinen der Nachkriegszeit flogen ohne Kabinendruck.
Zweites Leben in Frankreich, Haiti und Südostasien
Nach dem Ende bei den großen US-Airlines begann für die Stratoliner eine lange, bewegte Nachkarriere. Die fünf ehemaligen TWA-Maschinen kaufte 1951 die französische Aigle Azur, die sie mit bis zu 48 Sitzen auf Strecken nach Afrika und Indochina einsetzte. Später flogen einige bei Airnautic Charter rund um das Mittelmeer und Korsika, andere gingen an die Leasinggesellschaft CITCA.
In Südostasien blieb der 307 bis in die 1970er-Jahre im Einsatz. Die Internationale Kontrollkommission nutzte geleaste Stratoliner für Verbindungsflüge zwischen Saigon, Vientiane, Phnom Penh und Hanoi, Royal Air Lao und kambodschanische Betreiber flogen sie im Linien- und Frachtverkehr. Mehrere Maschinen gingen bei Unfällen verloren. 1975 landete eine der letzten aktiven Stratoliner bei einem Frachtflug nach Vientiane im Mekong.
Die Pan-Am-Maschinen wechselten ab 1948 mehrfach den Besitzer. NC19910 ging nach Ecuador und brannte 1958 bei einem Testflug aus, NC19902 flog ab 1951 bei Aigle Azur und wurde 1961 in Indochina zerstört. Die Hughes-Maschine wanderte über mehrere Privatbesitzer nach Florida, wurde 1965 von einem Hurrikan schwer beschädigt und anschließend zu einem Hausboot umgebaut. Der Rumpf existiert noch heute und gehört nach Angaben aus jüngerer Zeit zu einer Privatsammlung in Florida.
Die Clipper Flying Cloud: das letzte Exemplar
Die Geschichte der einzigen vollständig erhaltenen Maschine ist fast so spannend wie die des Typs. NC19903 flog ab 1940 als Clipper Flying Cloud für Pan Am. 1954 kaufte sie die Luftwaffe von Haiti und richtete sie als Transportflugzeug für den Präsidenten her. Unter François Duvalier wurde sie 1957 wieder verkauft und kehrte nach mehreren Zwischenstationen in die USA zurück.
Die Maschine ging später als Schenkung an das Smithsonian, und Boeing restaurierte sie in Seattle in den Zustand ihrer Pan-Am-Zeit – laut Smithsonian im Jahr 2001. Am 28. März 2002 dann der Schreckmoment: Bei einem Testflug vom Boeing Field ging der Maschine der Kraftstoff aus, sie musste in der Elliott Bay vor Seattle notwassern. Der Stratoliner wurde geborgen und ein zweites Mal restauriert. Anschließend flog er aus eigener Kraft zu seinem endgültigen Standort.
Heute steht die Clipper Flying Cloud im Steven F. Udvar-Hazy Center, dem großen Hallenmuseum des National Air and Space Museum direkt am Flughafen Washington Dulles. Wie du den Besuch planst und wo du dort auch den laufenden Flugbetrieb siehst, steht auf der Spot-Seite Udvar-Hazy Center am Flughafen Dulles.
| Ort | Was du siehst | Hinweis |
|---|---|---|
| Udvar-Hazy Center, Chantilly (Virginia) | NC19903 „Clipper Flying Cloud“ in Pan-Am-Farben | einziges vollständiges Exemplar, reines Ausstellungsstück |
| Florida (Privatsammlung) | Rumpf der Hughes-Maschine NX19904 als umgebautes Hausboot | nicht regulär öffentlich zugänglich, Standort kann sich ändern |
| Boeing Field, Seattle | Geburtsort des Stratoliners, heute mit dem Museum of Flight | kein 307 ausgestellt, aber viel Boeing-Geschichte |
Museumsbesuch planen
Auf der Spot-Karte von Planetrack findest du das Udvar-Hazy Center mit Anreise, Bewertungen und Community-Fotos – und dazu die Spots an Dulles mit bestem Licht für den Flugbetrieb. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
So erkennst du den Stratoliner
Im Museum hast du in der Regel ein Schild vor dir. Spannend wird die Bestimmung auf alten Fotos, in Dokumentationen oder wenn du Oldtimer-Typen grundsätzlich sicher auseinanderhalten willst.
Motoren und Fahrwerk
Vier runde Sternmotoren an einem Tiefdecker-Flügel, dazu ein Spornrad: Damit bist du bei den viermotorigen Typen der späten 1930er- und 1940er-Jahre.
Leitwerk prüfen
Ein einzelnes, hohes Seitenleitwerk mit langer Rückenflosse – die B-17-Familie. Doppel- oder Dreifachleitwerke schließen den 307 aus.
Rumpf und Nase ansehen
Ein auffällig dicker, runder Rumpf mit geschlossener Nase ohne Glaskanzel und ohne Waffenstände – das ist der Stratoliner.
Wie Nasenformen und Cockpitfenster generell bei der Bestimmung helfen, zeigt der Guide Flugzeugtypen an Nase und Cockpitfenstern erkennen. Einen breiteren Einstieg in historische Muster liefert Oldtimer am Himmel erkennen.
Stratoliner, B-17, DC-4 oder Stratocruiser?
Schnellbestimmung: viermotoriger Propeller-Oldtimer
Boeing 307 Stratoliner
Spornrad, B-17-Leitwerk und ein dicker, runder Rumpf ohne Glasnase: Das ist der Stratoliner. Weltweit gibt es nur ein vollständiges Exemplar.
Boeing B-17 Flying Fortress
Gleiche Flügel und ähnliches Leitwerk, aber schlanker Rumpf mit Glaskanzel und MG-Türmen – der Bomber, aus dem der Stratoliner entstand.
Douglas DC-4 oder ein späterer Airliner
Bugradfahrwerk und langer, schlanker Rumpf sprechen für die DC-4 oder einen ihrer Nachfolger. Ein doppelstöckiger, sehr dicker Rumpf mit Bugrad deutet dagegen auf den Stratocruiser.
Der Boeing 377 Stratocruiser ist gewissermaßen der Nachkriegs-Erbe des Stratoliner-Gedankens: ebenfalls mit Druckkabine und großem Rumpf, aber auf Basis der B-29, mit Bugrad und Doppelstock-Querschnitt. Die Douglas DC-3 war der dominierende Airliner der Stratoliner-Zeit, hat aber nur zwei Motoren. Die Super Constellation erkennst du sofort am Dreifachleitwerk. Und Boeings eigener Vorgänger, die zweimotorige Boeing 247, zeigt, welchen Sprung der 307 nur wenige Jahre später bedeutete. Ebenfalls aus derselben Epoche stammt das große Flugboot Boeing 314 Clipper, mit dem Pan Am über die Ozeane flog.
Fototipps für die Clipper Flying Cloud
Ein Flugzeug in einer großen Museumshalle stellt andere Anforderungen als ein Überflug auf der Airshow. Ein paar Punkte helfen dir bei sauberen Bildern.
Weitwinkel einpacken
In der Halle stehst du oft nah am Flugzeug. Ein Weitwinkel bringt Rumpf und Spannweite aufs Bild, ein leichtes Tele holt Details wie Clipper-Schriftzug und Motoren heraus.
Hohe ISO statt Blitz
Hallenlicht ist schwach und gemischt. Arbeite mit offener Blende und höherer ISO, stelle den Weißabgleich manuell ein und verzichte auf den Blitz.
Von erhöhten Punkten schauen
Wenn das Museum Galerien oder Treppen bietet, lohnt sich der Blick von oben: Dann kommt der dicke Rumpf im Vergleich zu den schlanken B-17-Flügeln besonders gut heraus.
Kennzeichen mit ins Bild
Ein Foto mit lesbarem NC19903 dokumentiert deine Sichtung eindeutig – praktisch für deinen Hangar.
Bereit für deinen Stratoliner-Besuch?
- Ich habe Öffnungszeiten und Parkregelung des Udvar-Hazy Centers aktuell geprüft.
- Ich habe kontrolliert, ob der Stratoliner gerade ausgestellt ist und nicht wegen Umbauten verstellt wurde.
- Ich habe ein Weitwinkel und genug Akku für die Halle dabei.
- Ich habe einen Spot an Dulles für den Flugbetrieb nach dem Museum eingeplant.
- Ich weiß, welche weiteren Boeing-Klassiker ich in der Halle suchen will.
Warum der Stratoliner für Spotter zählt
Auf den ersten Blick ist der 307 ein Nischenflugzeug: zehn Exemplare, eine kurze Liniendienstzeit, heute ein einziges Museumsstück. Gerade deshalb ist er eine echte Trophäe in jeder Sammlung. Viel wichtiger aber ist sein Erbe. Fast jedes Verkehrsflugzeug, das du heute an der Piste fotografierst, fliegt mit Druckkabine in großer Höhe – und der Stratoliner hat dieses Prinzip in den Linienverkehr gebracht. Mit ihm kam auch der Flugingenieur ins Cockpit, und sein Heck beeinflusste die B-17.
Wer sich für die Restaurierung solcher Raritäten interessiert, findet im Beitrag Ehrenamt in Luftfahrtmuseen und Restaurierungsprojekten Einstiegsmöglichkeiten. Und wenn du Howard Hughes und seine ungewöhnlichen Flugzeuge spannend findest, lohnt der Blick auf die Hughes H-4 Hercules (Spruce Goose).
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für einen Stratoliner, wenn …
- vier Sternmotoren an B-17-ähnlichen Flügeln hängen
- der Rumpf auffällig dick und rund ist
- die Nase geschlossen ist und keine Waffenstände zu sehen sind
- die Maschine auf einem Spornrad steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du ein altes Foto aus Asien oder Frankreich vor dir hast – dort flogen Stratoliner bis in die 1970er-Jahre unter anderen Kennzeichen
- die Aufnahme aus dem Krieg stammt – dann trägt der Stratoliner eventuell Militärfarben als C-75
Es ist kein Stratoliner, wenn …
- eine verglaste Bugkanzel oder MG-Türme zu sehen sind – dann B-17
- die Maschine waagerecht auf einem Bugrad steht – dann eher DC-4, Stratocruiser oder Constellation
- drei Seitenflossen am Heck sitzen – dann eine Constellation
- nur zwei Motoren dran sind – dann eher DC-3 oder Boeing 247
Fazit
Der Boeing 307 Stratoliner ist das Bindeglied zwischen Bomber-Technik und moderner Verkehrsluftfahrt: B-17-Flügel, ein neuer, dicker Druckrumpf und ab 1940 Passagiere über dem Wetter. Der Zweite Weltkrieg bremste ihn aus, Nachfolger wie Constellation und DC-4 überholten ihn schnell, und doch prägt sein Grundprinzip jeden Airliner bis heute. Wer ihn sehen will, fährt nach Washington Dulles – dort steht mit der Clipper Flying Cloud das letzte vollständige Exemplar.
Kurzfazit
Vier Sternmotoren, B-17-Leitwerk, Spornrad und ein auffällig dicker Rumpf ohne Glasnase: Das ist der Stratoliner. Von zehn gebauten Maschinen ist nur NC19903 vollständig erhalten – zu sehen im Udvar-Hazy Center am Flughafen Washington Dulles.
Zusammenfassung
- Boeing entwickelte den Model 307 Ende der 1930er-Jahre aus Komponenten der B-17 und einem neuen, druckfesten Rumpf; Erstflug war am 31. Dezember 1938.
- Pan Am und TWA setzten den Stratoliner ab Juli 1940 ein, der Zweite Weltkrieg beendete den Liniendienst nach kurzer Zeit.
- Nach Militärdienst als C-75 und einem Umbau flog der Typ bei TWA bis 1951 und danach bei kleineren Betreibern in Frankreich, Haiti und Südostasien.
- Erhalten ist vollständig nur die Pan-Am-Maschine NC19903, die nach Restaurierung und einer Notwasserung 2002 heute im Smithsonian steht.
Häufige Fragen
Warum gilt der Boeing 307 als Meilenstein?
Er war das erste Verkehrsflugzeug mit Druckkabine, das in Serie gebaut und im Linienverkehr eingesetzt wurde. Der Innendruck entsprach in rund 6.100 m Flughöhe etwa dem in 2.400 m Höhe. So konnte der Stratoliner über viele Wetterlagen hinwegfliegen, ohne dass die Passagiere Sauerstoff brauchten.
Wie viele Boeing 307 wurden gebaut?
Insgesamt zehn: der Prototyp, drei S-307 für Pan Am, fünf SA-307B für TWA und eine SB-307B für Howard Hughes. Der Prototyp stürzte im März 1939 bei einem Testflug ab.
Was hat der Stratoliner mit der B-17 zu tun?
Boeing nutzte Flügel, Leitwerk, Fahrwerk und Motoren der B-17 Flying Fortress und setzte darauf einen neuen, deutlich dickeren Rumpf mit Druckkabine. Nach dem Absturz des Prototyps bekam der 307 ein vergrößertes Seitenleitwerk mit Rückenflosse – diese Form übernahm dann auch die B-17E.
Wo kann ich einen Boeing 307 sehen?
Das einzige vollständig erhaltene Exemplar, die Pan-Am-Maschine NC19903 „Clipper Flying Cloud“, steht im Steven F. Udvar-Hazy Center bei Washington. Vom Hughes-Stratoliner existiert nur noch der zu einem Hausboot umgebaute Rumpf.
Fliegt heute noch ein Stratoliner?
Nein. Die Clipper Flying Cloud wurde zwar flugfähig restauriert und flog ins Museum, ist dort aber ein Ausstellungsstück. Einen fliegenden 307 gibt es nicht.
Was ist eine C-75?
Die militärische Bezeichnung der fünf TWA-Stratoliner, die im Zweiten Weltkrieg für die US Army Air Forces flogen. TWA betrieb sie im Auftrag weiter, vor allem über Nord- und Südatlantik. Druckkabine und Luxuseinrichtung wurden dafür ausgebaut.
Was geschah mit der Clipper Flying Cloud im Jahr 2002?
Nach der Restaurierung durch Boeing musste die Maschine am 28. März 2002 bei einem Testflug in Seattle wegen Kraftstoffmangels in der Elliott Bay notwassern. Sie wurde geborgen, erneut restauriert und anschließend ins Smithsonian überführt.
Boeing 307 Stratoliner sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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