Das Wichtigste in Kürze
- COMAC ist Chinas staatlicher Verkehrsflugzeughersteller, gegründet am 11. Mai 2008 in Shanghai, mit dem erklärten Ziel, gegen Airbus und Boeing anzutreten.
- Zwei Typen im Liniendienst: der Regionaljet ARJ21, seit 2024 C909, und der Schmalrumpfjet C919. Der Großraumjet C929 ist noch im Entwurf.
- Erkennungsweg: Hecktriebwerke plus T-Leitwerk heißt C909, A320-Format mit B-Kennzeichen und chinesischer Airline heißt C919 – den Rest klärt der Typcode AJ27 oder C919.
- Ohne westliche Zulieferer geht es nicht: Die C919 fliegt mit LEAP-Triebwerken von CFM International, der C909 mit GE-Triebwerken.
- In Europa siehst du COMAC-Jets nicht im Linienverkehr, eine EASA-Zulassung fehlt (Stand Oktober 2026). Die besten Chancen bieten China, Hongkong und Südostasien.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Ein Staatskonzern mit großem Auftrag
- 8.Die Muster im Überblick
- 9.ARJ21 / C909: Chinas Regionaljet
- 10.C919: Der Angriff auf A320 und 737
- 11.C929: Der Großraumjet
- 12.So erkennst du COMAC-Jets
- 13.Wo du COMAC-Jets siehst
- 14.COMAC im Vergleich zu Airbus, Boeing und Co.
- 15.Fototipps für COMAC-Jets
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rolle in der Branche | Staatlicher Verkehrsflugzeughersteller Chinas – Regionaljets, Schmalrumpfjets und ein Großraumprojekt |
|---|---|
| Voller Name | Commercial Aircraft Corporation of China, Ltd. (chinesisch kurz 中国商飞) |
| Gründung | 11. Mai 2008 in Shanghai |
| Sitz | Pudong, Shanghai, China |
| Eigentümer | Chinesischer Staat; zu den Gründungsgesellschaftern zählten die staatliche Vermögensverwaltung SASAC, der Luftfahrtkonzern AVIC, der Aluminiumkonzern Chalco, Baosteel, Sinochem und die Shanghaier Investmentgesellschaft Guosheng |
| Endmontage | Shanghai, mit Fertigungsanlagen am Flughafen Shanghai-Pudong; dort läuft seit 2020 auch eine zweite Linie für den ARJ21/C909 |
| Aktuelles Programm | C909 (ehemals ARJ21) und C919; Großraumjet C929 in Entwicklung |
| ICAO-Typcodes | AJ27 (ARJ21/C909) und C919 |
| Zulassung | Musterzulassungen der chinesischen Luftfahrtbehörde CAAC; eine EASA- oder FAA-Zulassung gibt es für keinen Typ (Stand Oktober 2026) |
| Erkennungsweg im Feld | Bauform (Hecktriebwerke mit T-Leitwerk oder Triebwerke unter dem Flügel), Kennzeichen mit B- und der ICAO-Typcode |
| Offizielle Website | english.comac.cc |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
COMAC aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für COMAC
- Einen ARJ21/C909 an T-Leitwerk, Hecktriebwerken und schlanker MD-80-artiger Nase erkannt
- Eine C919 trotz A320-Format über Kennzeichen, Betreiber und Typcode sicher bestimmt
- Den Schriftzug C909 statt ARJ21 auf einer neuer lackierten Maschine entdeckt
- Ein chinesisches B-Kennzeichen an einem COMAC-Jet abgelesen
- Einen COMAC-Jet außerhalb Chinas erwischt, etwa in Indonesien, Laos, Vietnam oder Hongkong
- Die ICAO-Typcodes AJ27 und C919 im Tracking mit der Sichtung abgeglichen
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Zwei klar verschiedene Grundformen: Hecktriebwerke beim C909, Triebwerke unter dem Flügel bei der C919
- Eindeutige ICAO-Typcodes AJ27 und C919 machen das Filtern im Tracking leicht
- Eine echte Rarität für jede Sammlung – in Europa praktisch nicht zu sehen
- Seit 2023 erste Exporte nach Südostasien, die neue Ziele eröffnen
- Der Hersteller wächst sichtbar: Jedes Jahr kommen neue Betreiber und Varianten dazu
Wo es hakt
- Kein Linienverkehr nach Europa – ohne Reise nach Asien keine Sichtung
- Die C919 sieht der A320neo aus der Distanz sehr ähnlich
- Ältere Fotos und Datenbanken sprechen vom ARJ21, neuere vom C909 – für denselben Typ
- Auslieferungszahlen und Bestellstände sind schwer überprüfbar und ändern sich laufend
- Fotografieren in China setzt Kenntnis der lokalen Regeln voraus
Stand: Oktober 2026 – Ein schlanker Regionaljet mit T-Leitwerk und zwei Triebwerken am Heck rollt in Chengdu zur Bahn, ein paar Stunden später landet in Shanghai ein Schmalrumpfjet im A320-Format mit den Farben von China Eastern. Beide tragen ein Kennzeichen mit B- und stammen vom selben Hersteller: COMAC. Der staatliche Konzern aus Shanghai ist der ehrgeizigste Neuling im Verkehrsflugzeugbau seit Jahrzehnten – und für Spotter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einer der spannendsten, weil seine Jets hier im Alltag schlicht nicht auftauchen.
Jede COMAC-Sichtung sauber festhalten
Poste deine Fotos mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot und hak C909 und C919 einzeln in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Ein Staatskonzern mit großem Auftrag
China baut seit Jahrzehnten Flugzeuge, aber lange vor allem Militärmaschinen und Lizenzbauten. Erste Versuche mit einem eigenen Strahlverkehrsflugzeug gab es schon um 1980 mit der Y-10, die über Prototypen nicht hinauskam. Wichtiger für das spätere Know-how war die Lizenzfertigung westlicher Jets: In Shanghai wurden in den 1980er- und 1990er-Jahren Maschinen der Familie MD-80 von McDonnell Douglas montiert, später auch zwei MD-90. Diese Erfahrung prägte das erste eigene Serienprojekt.
Dieses Projekt war der Regionaljet ARJ21, gestartet 2002 unter einem Konsortium der staatlichen Luftfahrtindustrie. Um die zivilen Programme zu bündeln, gründete die Regierung am 11. Mai 2008 in Shanghai die Commercial Aircraft Corporation of China – kurz COMAC. Zu den Gesellschaftern zählten die staatliche Vermögensverwaltung SASAC, der Luftfahrtkonzern AVIC, Shanghaier Investoren und große Industriekonzerne wie Baosteel und der Aluminiumhersteller Chalco. COMAC übernahm den ARJ21 und startete im selben Jahr das Programm für einen großen Schmalrumpfjet, die spätere C919.
Das Ziel war von Anfang an klar: China sollte bei Verkehrsflugzeugen nicht dauerhaft von Airbus und Boeing abhängen. Der Weg dahin dauerte deutlich länger als geplant. Zwischen dem Erstflug des ARJ21 im November 2008 und seinem ersten Linienflug lagen mehr als siebeneinhalb Jahre, bei der C919 vergingen vom Programmstart bis zum Liniendienst gut fünfzehn Jahre.
COMAC ist dabei kein klassischer Wirtschaftsbetrieb, sondern ein industriepolitisches Projekt. Das zeigt sich auch im Ausland: Die USA führen das Unternehmen seit 2021 auf Listen von Firmen mit Verbindungen zum chinesischen Militär. Gleichzeitig ist COMAC eng mit westlichen Zulieferern verflochten – ohne Triebwerke, Avionik und Systeme aus Europa und den USA würde heute keiner der beiden Jets fliegen.
Die Muster im Überblick
Für dich am Zaun ist das Programm überschaubar: zwei Typen im Liniendienst, ein Großraumjet auf dem Reißbrett. Die Unterscheidung fällt leicht, sobald du die Grundformen kennst.
| Muster | Früherer Name | ICAO-Code | Bauform | Sitze (Hersteller) | Status (Oktober 2026) |
|---|---|---|---|---|---|
| C909 | ARJ21-700 | AJ27 | Hecktriebwerke, T-Leitwerk, 5 Sitze pro Reihe | 78–97 | in Produktion und Liniendienst |
| C919 | – | C919 | Triebwerke unter dem Flügel, Winglets, 6 Sitze pro Reihe | 158–192 | in Produktion und Liniendienst |
| C929 | CR929 | – | Großraumjet mit zwei Triebwerken | rund 250–320 (geplant) | in Entwicklung |
Daneben gibt es Ableitungen. Vom C909 existieren unter anderem eine Version mit größerer Reichweite, ein umgebauter Frachter, ein Businessjet sowie Ausführungen für Katastrophenschutz und Krankentransport. Bei der C919 fliegen eine Standard- und eine ER-Version, die äußerlich gleich aussehen. In Arbeit sind eine verkürzte Variante für Hochgebirgsflughäfen, die COMAC gemeinsam mit Tibet Airlines entwickelt, und eine gestreckte Version mit China Eastern.
ARJ21 oder C909? Der Code entscheidet
Seit November 2024 vermarktet COMAC den ARJ21 als C909. Ältere Datenbanken, Fotos und Abflugtafeln nennen weiter den alten Namen. Filter im Tracking-Dienst deshalb nach dem ICAO-Code AJ27 – der gilt für beide Bezeichnungen. Wie die Codes aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
ARJ21 / C909: Chinas Regionaljet
Der ARJ21 ist das erste eigene Strahlverkehrsflugzeug Chinas, das in Serie ging. Der Prototyp rollte am 21. Dezember 2007 aus und flog am 28. November 2008 in Shanghai erstmals. Die Zulassung durch die chinesische Luftfahrtbehörde CAAC folgte erst am 30. Dezember 2014. Die erste Maschine übernahm am 29. November 2015 Chengdu Airlines, der erste Linienflug führte am 28. Juni 2016 von Chengdu nach Shanghai-Hongqiao.
Technisch ist der Jet ein klassischer Regionaljet mit zwei Triebwerken vom Typ CF34-10A von GE Aerospace am Heck und einem T-Leitwerk. Westliche Analysten sehen im Rumpfquerschnitt die Gene der MD-80, die in Shanghai in Lizenz gebaut wurde; COMAC selbst spricht von einer eigenständigen Konstruktion. Den Flügel entwarf nach verbreiteten Angaben das ukrainische Konstruktionsbüro Antonov. Im Cockpit arbeitet eine Avionik von Collins Aerospace.
Lange war der ARJ21 ein reines Inlandsflugzeug. Ab 2020 nahmen auch die drei großen Staatsairlines Air China, China Eastern und China Southern den Typ in ihre Flotten. Im selben Jahr ging in Pudong eine zweite Fertigungslinie in Betrieb. Nach verfügbaren Daten waren bis Anfang 2026 gut 200 Maschinen ausgeliefert – in China ist der Jet damit längst kein Exot mehr.
Im Herbst 2024 bekam der Regionaljet seinen neuen Namen. Auf der Airshow in Zhuhai stellte COMAC im November 2024 die Bezeichnung C909 vor, passend zu C919 und C929. Neu lackierte Maschinen tragen den Schriftzug am Rumpf, viele ältere zeigen weiter „ARJ21“.
AJ27 und C919 auf die Wunschliste
Setz COMAC-Typen oder einzelne Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars – Planetrack meldet sich per Sichtungs-Alarm, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Die ersten Exporte
Der Schritt ins Ausland gelang mit dem Regionaljet. Erster ausländischer Betreiber wurde TransNusa aus Indonesien, die ihre erste Maschine 2022 übernahm und den Typ ab Juli 2023 auch zwischen Jakarta und Kuala Lumpur einsetzte. 2025 folgten Lao Airlines mit ihrer ersten eigenen C909 und VietJet, die Maschinen im Wetlease von Chengdu Airlines auf Inlandsstrecken in Vietnam fliegt. Damit kannst du den C909 inzwischen auch an Flughäfen sehen, die du als Urlaubsziel kennst.
C919: Der Angriff auf A320 und 737
Die C919 ist das Prestigeprojekt von COMAC. Sie zielt genau auf das Segment, das seit Jahrzehnten die A320neo-Familie und die Boeing 737 MAX unter sich aufteilen. Je nach Kabine bietet sie laut Hersteller 158 bis 192 Sitze, die Reichweite reicht für Inlandsstrecken und Verbindungen in die Nachbarländer.
Die Meilensteine:
- 2. November 2015: Roll-out des ersten Prototyps in Shanghai
- 5. Mai 2017: Erstflug
- 29. September 2022: Musterzulassung durch die CAAC
- 9. Dezember 2022: erste Auslieferung an China Eastern Airlines
- 28. Mai 2023: erster Linienflug als MU9191 von Shanghai-Hongqiao nach Peking
- August 2024: Air China und China Southern übernehmen ihre ersten Maschinen
Wie beim Regionaljet steckt viel westliche Technik im Flugzeug. Die Triebwerke vom Typ LEAP-1C liefert CFM International, das Gemeinschaftsunternehmen von GE und Safran. Die Klimaanlage kommt von Liebherr-Aerospace, weitere Systeme stammen unter anderem von Honeywell, Collins Aerospace und Thales, oft über Gemeinschaftsfirmen mit chinesischen Partnern. Ein eigenes chinesisches Triebwerk, das CJ-1000A, ist in der Erprobung, aber noch nicht im Liniendienst.
Genau diese Abhängigkeit wurde 2025 sichtbar: Im Mai setzten die USA die Lieferung der LEAP-1C-Triebwerke nach China aus, im Juli hoben sie den Stopp wieder auf. Die Auslieferungen blieben deutlich hinter den Zielen zurück. Nach verfügbaren Daten waren bis Mitte 2026 rund 40 C919 übergeben. Dem steht ein Auftragsbuch gegenüber, das COMAC mit deutlich über tausend Bestellungen angibt – ein großer Teil davon von chinesischen Airlines und Leasinggesellschaften, viele als Absichtserklärungen.
Zahlen mit Vorsicht genießen
Bestell- und Auslieferungszahlen von COMAC sind schwer unabhängig zu prüfen, und verschiedene Quellen weichen voneinander ab. Bevor du eine Reise gezielt um die C919 herum planst, prüf den aktuellen Flottenstand in einer Flottendatenbank oder direkt im Tracking.
C929: Der Großraumjet
Mit dem dritten Programm will COMAC in die Liga der Langstreckenjets. Begonnen hat es 2017 als CR929, gemeinsam mit der russischen United Aircraft Corporation und einem eigenen Gemeinschaftsunternehmen in Shanghai. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und den folgenden Sanktionen stieg Russland 2023 aus; seitdem entwickelt COMAC das Flugzeug allein als C929.
Geplant ist ein zweistrahliger Großraumjet mit rund 250 bis 320 Sitzen in mehreren Längen. Im November 2024 wurde Air China als Erstkunde genannt. Die ursprünglichen Termine sind längst überholt; Branchenbeobachter rechnen nicht vor Ende des Jahrzehnts mit einem Prototyp. Als Spotter kannst du die C929 vorerst nur als Modell auf Luftfahrtmessen sehen. Weitere Großraum- und Konzeptstudien hat COMAC ebenfalls gezeigt, sie sind aber weit von einem Serienprogramm entfernt.
So erkennst du COMAC-Jets
Die Bestimmung ist einfacher als bei vielen westlichen Herstellern, weil es nur zwei Serienmuster gibt. Schwierig wird es eher bei der Abgrenzung zur Konkurrenz.
Wo hängen die Triebwerke?
Zwei Triebwerke am Heck und ein T-Leitwerk führen zum C909. Triebwerke unter dem Flügel und ein normales Leitwerk deuten auf die C919.
Sitzreihe abschätzen
Der C909 hat fünf Sitze pro Reihe (2+3) – mehr als eine CRJ oder ein E-Jet mit vier. Die C919 hat wie A320 und 737 sechs Sitze pro Reihe.
Kennzeichen lesen
Fast alle COMAC-Jets tragen ein chinesisches B-Kennzeichen. Ausnahmen sind die Exportmaschinen, etwa mit PK- aus Indonesien oder RDPL- aus Laos. Mehr dazu im Beitrag B-Kennzeichen erklärt.
Betreiber prüfen
Eine C919 fliegt bislang nur bei China Eastern, Air China, China Southern und einem kleinen Charterbetreiber von COMAC. Siehst du ein A320-artiges Flugzeug bei einer anderen Airline, ist es fast sicher keine C919.
Mit dem Typcode bestätigen
AJ27 für den C909, C919 für die C919 – erst Typcode und Kennzeichen machen die Sichtung vollständig.
Wie sich der C909 von CRJ, E-Jets und Superjet 100 abgrenzt, zeigt der Beitrag Regionaljets erkennen. Für die C919 hilft es, die Merkmale der A320neo im Kopf zu haben – die stehen in A320neo oder ceo?.
Schnellbestimmung: Ist das ein COMAC?
ARJ21 / C909
Hecktriebwerke, T-Leitwerk und fünf Sitze pro Reihe sind typisch für den COMAC-Regionaljet. Am Rumpf steht je nach Lackierung ARJ21 oder C909.
Comac C919
A320-Format, B-Kennzeichen und einer der drei großen chinesischen Betreiber sprechen für die C919. Der Typcode bestätigt es.
Kein COMAC-Jet
Mit europäischem Kennzeichen oder einem Airbus-, Boeing- oder Embraer-Code hast du sehr wahrscheinlich ein westliches Muster vor dir.
Wo du COMAC-Jets siehst
Ehrlich gesagt: nicht in Europa. Weder C909 noch C919 haben eine Zulassung der EASA (Stand Oktober 2026). Für die C919 laufen Gespräche, ein EASA-Vertreter nannte 2025 einen möglichen Zeitraum zwischen 2028 und 2031. Bis dahin fliegt keine Airline die Muster planmäßig nach Europa. Wer eine COMAC-Sichtung will, muss reisen – oder Glück bei einem Sonderflug haben.
| Ziel | Was du dort siehst | Hinweis |
|---|---|---|
| Shanghai-Pudong und Hongqiao | C919 von China Eastern, C909, dazu Werks- und Testflüge | Heimat von COMAC und von C919-Erstkunde China Eastern |
| Peking-Daxing und Peking-Capital | C919 und C909 von Air China und China Southern | Inlandsflüge auf Hauptrouten |
| Chengdu | C909 von Chengdu Airlines | Erstkunde mit großer Flotte |
| Hongkong | gelegentlich C919 | Ausstellung 2023, erster Charterflug 2024 |
| Indonesien, Laos, Vietnam | C909 von TransNusa, Lao Airlines und VietJet | erste Exportkunden |
| Singapur | C919 auf der Singapore Airshow | dort internationales Debüt 2024 |
Für die meisten Spotter ist Hongkong der leichteste Einstieg: Der Flughafen ist gut erreichbar, und die Stadt bietet bekannte Spots, die der Beitrag Planespotting in Hongkong vorstellt. Am meisten Verkehr findest du aber auf dem chinesischen Festland. Dort fliegen die drei großen Airlines ihre C919 vor allem auf Inlandsstrecken ab Shanghai, Peking und Guangzhou. Wer es lieber bequem mag, plant einen Besuch der Singapore Airshow, über die der Beitrag Planespotting in Singapur einen Überblick gibt.
Eine Alternative ist, einfach mitzufliegen. Eine Inlandsstrecke mit dem C909 oder der C919 ist für Typensammler ein echter Höhepunkt – Tipps dazu stehen im Beitrag Seltene Flugzeugtypen als Passagier fliegen.
Fotografieren in China
Rund um Flughäfen gelten in China teils strengere Regeln als in Europa, und militärisch mitgenutzte Plätze sind tabu. Informier dich vor Ort über die geltenden Vorschriften, bleib auf öffentlich zugänglichen Flächen und verzichte auf Drohnen. Grundsätzliches zu Rechten und Grenzen fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Bereit für deine COMAC-Jagd?
- Ich habe im Tracking-Dienst nach AJ27 und C919 gefiltert.
- Ich weiß, welche Airline den Typ an meinem Zielflughafen fliegt.
- Ich kenne die lokalen Regeln fürs Fotografieren am Flughafen.
- Ich weiß, wo die Sonne zur gewünschten Uhrzeit steht.
- Ich habe Kennzeichen und Typcode zur Bestätigung notiert.
COMAC im Vergleich zu Airbus, Boeing und Co.
Im Weltmarkt ist COMAC noch ein kleiner Spieler. Während Airbus und Boeing jedes Jahr Hunderte Schmalrumpfjets ausliefern, bewegt sich die C919 im zweistelligen Bereich. Der eigentliche Wettbewerbsvorteil liegt im Heimatmarkt: Chinas Airlines gehören überwiegend dem Staat, und der Bedarf an neuen Flugzeugen ist riesig.
Im Regionaljet-Segment trifft der C909 auf Embraer mit den E-Jets, auf die nicht mehr gebaute CRJ-Familie von Bombardier wie die CRJ900 und auf den Superjet 100 aus Russland. Die C919 konkurriert mit der A320neo-Familie und der 737 MAX, aber auch mit dem russischen MC-21, der ebenfalls die westlichen Platzhirsche herausfordern will. Wie schwer der Markteintritt ist, zeigt das Beispiel Japan: Der Mitsubishi SpaceJet wurde nach Jahren der Entwicklung eingestellt, ohne je in den Liniendienst zu gehen.
Spannend ist das Verhältnis zu den Etablierten: COMAC kooperierte früh mit Bombardier, Ryanair zeigte 2011 Interesse an der C919, und Boeing kündigte 2015 mit COMAC ein gemeinsames Fertigstellungszentrum für 737 in Zhoushan an. Konkurrenz und Zusammenarbeit liegen hier eng beieinander.
Was COMAC für Spotter leicht macht
- Nur zwei Serienmuster mit klar verschiedenen Grundformen
- Eindeutige Typcodes AJ27 und C919
- Wenige Betreiber, die sich gut im Blick behalten lassen
Wo es knifflig wird
- Die C919 ähnelt aus der Distanz stark der A320neo
- ARJ21 und C909 sind dasselbe Flugzeug unter zwei Namen
- Ohne Reise nach Asien gibt es praktisch keine Sichtung
Fototipps für COMAC-Jets
Heck und Leitwerk zeigen
Beim C909 machen T-Leitwerk und Hecktriebwerke den Charakter aus. Eine Seitenansicht im Steig- oder Landeanflug zeigt beides am besten.
Schriftzug mitnehmen
Ob am Rumpf „ARJ21“ oder „C909“ steht, ist für die Dokumentation interessant. Ein Bild, auf dem Schriftzug und Kennzeichen lesbar sind, ist mehr wert als drei Gegenlichtaufnahmen.
Seitenlicht planen
Schlanke Rümpfe wirken mit tief stehender Sonne von der Seite am besten. Wie du das vorab planst, erklärt der Beitrag Sonnenstand am Fotospot.
Messen im Blick behalten
Neue Varianten und Vorführmaschinen zeigt COMAC vor allem auf asiatischen Luftfahrtmessen wie in Zhuhai oder Singapur. Einen Überblick über Messen in Europa gibt der Beitrag Airshows in Europa.
Es ist sicher ein COMAC, wenn …
- der Tracking-Dienst AJ27 oder C919 zeigt
- ein Regionaljet mit T-Leitwerk fünf Sitze pro Reihe hat und B-, PK- oder RDPL- trägt
- am Rumpf „C909“, „ARJ21“ oder „C919“ steht
Noch offen ist, …
- ob ein A320-förmiger Jet einer chinesischen Airline C919 oder A320neo ist
- ob ein C909 Standard- oder ER-Version ist – äußerlich kaum zu sehen
- ob eine C919 Standard oder ER ist
Es ist kein COMAC, wenn …
- der Regionaljet mit Hecktriebwerken nur vier Sitze pro Reihe hat – dann eher eine CRJ
- ein Jet mit 2+2-Kabine Triebwerke unter dem Flügel hat – dann ein Embraer E-Jet
- du ihn im Linienverkehr in Deutschland siehst – dann ist es fast sicher ein westliches Muster
Wie du solche Funde einordnest und warum sie in deiner Sammlung besonders zählen, erklärt der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.
Vom ARJ21 bis zur C919
Mit Planetrack teilst du jede COMAC-Sichtung mit allen Flugzeugdaten, findest über die Spot-Karte Standorte mit bestem Licht und tauschst dich mit der Community über seltene Funde aus. Planetrack startet bald – trag dich jetzt in die Warteliste ein und sei von Anfang an dabei.
Fazit
COMAC ist in weniger als zwei Jahrzehnten vom politischen Gründungsakt zum Hersteller mit zwei Serienmustern geworden. Der ARJ21, heute C909, ist in China ein alltäglicher Regionaljet und fliegt inzwischen auch in Südostasien. Die C919 ist im Liniendienst angekommen, wächst aber langsamer als geplant und bleibt von westlichen Zulieferern abhängig. Mit der C929 steht das nächste große Projekt an, dessen Zeitplan noch offen ist.
Für Spotter aus dem DACH-Raum sind COMAC-Jets damit echte Raritäten. Wer sie sehen will, reist nach China, Hongkong oder Südostasien – und erkennt sie dort mit wenigen Merkmalen: Hecktriebwerke und T-Leitwerk beim C909, A320-Format bei der C919, dazu B-Kennzeichen und Typcode.
Kurzfazit
COMAC aus Shanghai baut den Regionaljet C909 (ehemals ARJ21) und den Schmalrumpfjet C919, der Großraumjet C929 ist in Entwicklung. In Europa fliegen die Jets nicht im Linienverkehr – Typcodes AJ27 und C919 sowie eine Reise nach Asien führen zur Sichtung.
Zusammenfassung
- COMAC entstand 2008 aus der Bündelung der chinesischen Zivilflugzeugprojekte und hat seitdem zwei Muster zur Serienreife gebracht.
- Der ARJ21/C909 fliegt seit 2016 und ist mit über 200 Maschinen in China längst Alltag, die C919 ist seit Mai 2023 im Liniendienst und wächst langsamer als geplant.
- Für Spotter zählen Bauform, B-Kennzeichen und Typcode; die Umbenennung des ARJ21 in C909 ändert am Flugzeug und am Code nichts.
- Wer COMAC-Jets sehen will, plant eine Reise nach China, Hongkong oder Südostasien oder achtet auf asiatische Luftfahrtmessen.
Häufige Fragen
Wofür steht COMAC?
COMAC ist die Abkürzung von Commercial Aircraft Corporation of China, auf Deutsch etwa „Verkehrsflugzeuggesellschaft Chinas“. Das Unternehmen wurde am 11. Mai 2008 in Shanghai gegründet und gehört dem chinesischen Staat.
Ist der C909 ein neues Flugzeug?
Nein. C909 ist der neue Name des ARJ21, den COMAC im November 2024 auf der Airshow in Zhuhai vorgestellt hat. Damit passt der Regionaljet ins Namensschema neben C919 und C929. Technik und ICAO-Typcode AJ27 bleiben gleich. Mehr dazu auf der Seite zum ARJ21 / C909.
Welche ICAO-Typcodes haben COMAC-Flugzeuge?
Der ARJ21/C909 läuft unter AJ27, die C919 unter C919. Nach diesen Codes filterst du in Tracking-Diensten. Wie die Codes allgemein aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
Kann ich COMAC-Flugzeuge in Deutschland sehen?
Im Linienverkehr praktisch nicht. Weder C909 noch C919 haben eine Zulassung der europäischen Luftfahrtbehörde EASA (Stand Oktober 2026), deshalb fliegt keine Airline damit nach Europa. Realistische Ziele sind China, Hongkong und Südostasien, wo erste Exportkunden den C909 einsetzen.
Wie unterscheide ich die C919 von einer A320neo?
Aus der Distanz ist das schwer, weil beide ähnlich groß sind und LEAP-Triebwerke ohne gezackte Hinterkanten tragen. Die C919 ist etwas länger. Sicher wird es über Kennzeichen, Betreiber und Typcode: B- vorn, eine chinesische Airline und C919 im Tracking. Details stehen auf der Seite zur Comac C919.
Welche Airlines fliegen COMAC-Jets?
Die C919 fliegen China Eastern, Air China und China Southern. Den C909 setzen neben diesen dreien vor allem Chengdu Airlines und weitere chinesische Gesellschaften ein; im Ausland fliegen ihn TransNusa in Indonesien, Lao Airlines und VietJet. Der Stand ändert sich laufend.
Was ist aus dem CR929 geworden?
Der Großraumjet startete 2017 als Gemeinschaftsprojekt mit der russischen United Aircraft Corporation. 2023 stieg Russland aus, COMAC entwickelt das Flugzeug seitdem allein als C929. Ein Prototyp ist nach Einschätzung von Branchenbeobachtern nicht vor Ende des Jahrzehnts zu erwarten.
Ist COMAC von US-Sanktionen betroffen?
Teilweise. Die USA führen COMAC seit 2021 auf Listen von Unternehmen mit Verbindungen zum chinesischen Militär, was US-Investitionen einschränkt. 2025 setzte Washington zudem die Lieferung der LEAP-1C-Triebwerke für die C919 zeitweise aus, hob den Stopp aber nach wenigen Wochen wieder auf. Das bremste die Auslieferungen spürbar.
Sichtungen rund um COMAC sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
China Eastern Airlines
Die Großairline aus Shanghai ist SkyTeam-Mitglied, fliegt eine gemischte Airbus- und Boeing-Flotte und war 2022 der erste Kunde, der die chinesische COMAC C919 übernommen hat.
CA / CCAAir China
Chinas Flag Carrier aus Peking: Star-Alliance-Mitglied, roter Phönix am Leitwerk und eine gemischte Flotte von der Boeing 747-8 über die A350 bis zur heimischen Comac C919.
CZ / CSNChina Southern Airlines
Gemessen an der Flotte die größte Airline Chinas: Drehkreuz in Guangzhou, rund 700 Flugzeuge, auf Langstrecke A350, Boeing 787-9 und 777-300ER – und mit China Southern Cargo eine eigene 777-Frachtsparte, die auch Europa anfliegt.
EU / UEAChengdu Airlines
Die Airline aus Chengdu, die Chinas ersten eigenen Regionaljet in den Liniendienst brachte: Erstkunde des Comac ARJ21 (heute C909), dazu eine Flotte aus Airbus A319, A320 und A321neo – und ein Rufzeichen aus der Zeit als United Eagle Airlines.
TV / TBATibet Airlines
Die Hochland-Airline aus Lhasa: seit 2026 international als Xizang Airlines unterwegs, mit einer Flotte rund um den Airbus A319 für Flughäfen auf über 4.000 Metern und Comac-Bestellungen speziell für das Plateau.
HU / CHHHainan Airlines
Chinas größte nicht-staatliche Netzwerk-Airline aus Haikou: Skytrax-Fünf-Sterne-Bewertung, keine Allianz, Boeing 787 und Airbus A330 auf der Langstrecke und Strecken nach Europa – darunter Berlin.
Typische Flugzeuge
Comac C919
Zwei LEAP-Triebwerke, A320-Format, Kennzeichen mit B-: Die Comac C919 ist Chinas erster großer Schmalrumpfjet. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und warum sie in Europa ein echter Seltenheitsfund ist.
FlugzeugtypComac ARJ21 / C909
T-Leitwerk, Hecktriebwerke, rund 90 Sitze und ein Rumpfquerschnitt mit MD-80-Genen: Der Comac ARJ21, seit 2024 als C909 vermarktet, ist Chinas erster eigener Regionaljet. Hier erfährst du, wie du ihn erkennst und wo er inzwischen auch im Ausland fliegt.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
FlugzeugtypAirbus A220-300
Schlanker Rumpf, riesige Getriebefan-Triebwerke, große Fenster: Die A220-300 begann als Bombardier CS300 und ist heute bei Swiss, airBaltic und Air France Alltag. So erkennst du sie.
FlugzeugtypBombardier CRJ900
Schlanker Rumpf, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk obendrauf: Der CRJ900 war jahrelang das Arbeitspferd im Lufthansa-Zubringerverkehr. Seit dem Aus der CityLine ist er in Deutschland selten geworden – so erkennst du ihn trotzdem sicher.
FlugzeugtypSuchoi Superjet 100
Russlands Regionaljet mit französisch-russischen Triebwerken: Der Superjet 100 war kurz auch in Westeuropa unterwegs und ist heute dort eine echte Rarität. So erkennst du ihn und ordnest seine Geschichte ein.
FlugzeugtypIrkut MC-21 (Jakowlew MS-21)
Schlanke Flügel ohne Winglets, große PD-14-Triebwerke, russisches RA-Kennzeichen: Die MC-21 ist Russlands Antwort auf A320neo und 737 MAX. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wie die Sanktionen das Programm umgebaut haben.
FlugzeugtypMitsubishi SpaceJet (MRJ)
Japans erster eigener Passagierjet seit Jahrzehnten flog 2015 zum ersten Mal, sammelte Hunderte Bestellungen und wurde 2023 trotzdem eingestellt. Hier liest du, was den SpaceJet ausmachte und warum er nie in den Liniendienst kam.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-90
Der Rumpf einer MD-80, aber hinten zwei dicke, runde Triebwerke: Die MD-90 brachte die DC-9-Familie in die Ära der modernen Mantelstromtriebwerke. Hier erfährst du, wie du sie sicher erkennst, wer sie flog und warum sie heute so gut wie verschwunden ist.
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Airbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerEmbraer
Vom Zubringer-Turboprop Bandeirante zum E195-E2 mit 146 Sitzen: Embraer aus São José dos Campos gilt nach Airbus und Boeing als dritte große Kraft im Verkehrsflugzeugbau – und baut nebenbei Businessjets, den Militärtransporter C-390 und den Super Tucano. Hier erfährst du, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerBombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
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