Airshows in Europa: Der Guide für Planespotter

Von der Militärshow in England bis zur Luftfahrtmesse vor den Toren Berlins: welche europäischen Airshows sich für Spotter lohnen, in welchem Rhythmus sie stattfinden und wie du vor Ort die besten Bilder machst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Welten: Militär-Airshows wie RIAT oder AIRPOWER leben vom Flugprogramm, Luftfahrtmessen wie Paris oder ILA vom Neuheiten-Charakter und der statischen Ausstellung.
  • Gerade und ungerade Jahre: Paris findet in ungeraden Jahren statt, ILA Berlin und Farnborough in geraden – so gibt es jedes Jahr mindestens eine große Messe.
  • Publikumstage beachten: Bei den Messen sind die ersten Tage Fachbesuchern vorbehalten, du kommst meist nur an den Publikumstagen am Ende hinein.
  • Termine immer beim Veranstalter prüfen: Viele Shows laufen unregelmäßig, werden verschoben oder fallen aus – Wetter, Einsatzlage und Budget entscheiden mit.
  • Licht schlägt Nähe: Auf welcher Seite der Display-Linie du stehst, bestimmt die Bildqualität mehr als die erste Reihe am Zaun.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Airshows für Spotter: die kurze Antwort
  2. 2.Militär-Airshow oder Luftfahrtmesse?
  3. 3.Die großen Namen im Überblick
  4. 4.Warum in Deutschland strengere Regeln gelten
  5. 5.Die richtige Ausrüstung
  6. 6.Kamera-Einstellungen für Jets und Propeller
  7. 7.Licht und Standort: der beste Platz am Zaun
  8. 8.Static Show: der unterschätzte Teil
  9. 9.Rund um die Show: An- und Abreisetage
  10. 10.Alternativen ohne Airshow-Termin
  11. 11.Worauf du achten musst
  12. 12.Fazit

Am Zaun eines Verkehrsflughafens wartest du manchmal stundenlang auf den einen besonderen Flieger. Auf einer Airshow kommt das Besondere im Minutentakt: Kampfjets, Transporter, Kunstflugstaffeln, historische Propellermaschinen und Prototypen, die du im Linienbetrieb nie siehst. Airshows in Europa gehören deshalb für viele Planespotter zu den Höhepunkten des Jahres. Dieser Guide zeigt dir, welche Events sich lohnen, in welchem Rhythmus sie stattfinden, wie du dich vorbereitest und wie du mit sauberen Bildern nach Hause kommst. Konkrete Termine nennen wir bewusst nicht – sie ändern sich zu oft. Prüf sie immer direkt beim Veranstalter.

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Airshows für Spotter: die kurze Antwort

Für Planespotter gibt es in Europa drei Arten von Events, die sich wirklich lohnen: große Militär-Airshows mit stundenlangem Flugprogramm, Luftfahrtmessen mit Publikumstagen, auf denen Hersteller ihre neuesten Muster zeigen, und Oldtimer- und Museumsflugtage mit historischen Maschinen. Die großen Messen wechseln sich jährlich ab, Militärshows finden dagegen oft unregelmäßig statt. Wer früh plant, die Lichtseite kennt und die Publikumstage im Blick hat, holt aus jedem dieser Events das Maximum heraus.

1909erste ILA in Frankfurt am Main – eine der ältesten Luftfahrtausstellungen der Welt
535Flugzeuge beim RIAT 2003, von Guinness als Rekord anerkannt
3Publikumstage am Ende der Paris Air Show

Militär-Airshow oder Luftfahrtmesse?

Bevor du Tickets buchst, lohnt sich ein Blick auf den Charakter der Veranstaltung. Die beiden großen Formate unterscheiden sich deutlich.

Merkmal Militär-Airshow Luftfahrtmesse
Beispiele RIAT, AIRPOWER, Tag der Bundeswehr an Fliegerhorsten Paris Air Show, ILA Berlin, Farnborough
Schwerpunkt Flugprogramm, Kunstflugstaffeln, Einsatzmuster Neuheiten der Hersteller, Fachpublikum, statische Ausstellung
Zugang für Privatbesucher meist an allen Showtagen nur an Publikumstagen, meist am Wochenende
Typische Motive Kampfjets, Transporter wie A400M und C-130, Hubschrauber neue Verkehrsflugzeuge, Businessjets, Drohnen, Militärgerät
Rhythmus jährlich oder unregelmäßig alle zwei Jahre

Für reine Fotografen sind Militärshows oft ergiebiger, weil das Flugprogramm länger ist. Messen punkten mit Exoten: Hersteller wie Airbus oder Boeing bringen dort gern Testflugzeuge oder neue Muster mit, die im Linienbetrieb noch selten sind.

Die großen Namen im Überblick

Royal International Air Tattoo (RIAT), England

Das RIAT auf der RAF Fairford in Gloucestershire gilt als größte Militär-Airshow der Welt. Es findet jährlich im Juli statt und zeigt an einem Wochenende häufig mehr als 200 Flugzeuge aus vielen Ländern. Die Show findet zugunsten des RAF Charitable Trust statt. Für Besucher gibt es verschiedene Ticketstufen, dazu kostenpflichtige Bereiche mit Tribünen oder Fotozonen in der ersten Reihe. Parken, Shuttlebusse oder Park-and-Ride solltest du früh zusammen mit dem Ticket einplanen. Für Spotter ist das RIAT eine Art Pflichttermin – rechne aber mit großen Menschenmengen und entsprechendem Planungsaufwand.

Paris Air Show, Le Bourget

Die Paris Air Show auf dem Flughafen Le Bourget nördlich von Paris ist eine der wichtigsten Luftfahrtmessen der Welt. Sie findet in ungeraden Jahren statt und dauert eine Woche: Die ersten vier Tage gehören Fachbesuchern, Freitag bis Sonntag ist das Gelände für alle geöffnet. Neben der statischen Ausstellung gibt es ein Flugprogramm, bei dem auch Verkehrsflugzeuge ihre Runden drehen. Wenn du die großen Hersteller und ihre aktuellen Muster an einem Ort sehen willst, bist du hier richtig. Bei der Anreise lohnt sich ein Blick auf den Flughafen Paris-Charles de Gaulle, der ganz in der Nähe liegt.

ILA Berlin Air Show

Die ILA findet in geraden Jahren auf dem Berlin ExpoCenter Airport statt, direkt neben dem Flughafen BER. Ihre Geschichte reicht bis 1909 zurück, als die erste Ausgabe in Frankfurt am Main stattfand; über Jahrzehnte lief sie in Hannover, seit 1992 wieder in Berlin. Auch hier sind die ersten Tage Fachbesuchern vorbehalten, danach folgen Publikumstage am Wochenende. Ein Tipp für den Anreisetag: Von der Besucherterrasse am BER kannst du parallel den Linienverkehr mitnehmen.

Farnborough International Airshow, England

Farnborough ist das englische Gegenstück zu Paris und findet ebenfalls in geraden Jahren im Juli statt. Die Veranstalter haben allerdings 2019 angekündigt, die klassischen Publikums-Flugtage am Wochenende nicht fortzuführen; seither ist Farnborough im Kern eine Fachmesse. Ob und an welchen Tagen Privatbesucher hineinkommen, musst du für jede Ausgabe neu prüfen.

AIRPOWER, Zeltweg (Österreich)

Die AIRPOWER auf dem Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg in der Steiermark wird vom Österreichischen Bundesheer gemeinsam mit dem Land Steiermark und Red Bull organisiert. Der Eintritt war zuletzt frei, die Besucherzahlen gehen in die Hunderttausende. Die Show findet nicht jährlich statt – die elfte Ausgabe lief 2024. Wann es weitergeht, gibt der Veranstalter bekannt.

Weitere Events mit Spotter-Potenzial

  • Sanicole Airshow (Belgien): Auf dem Flugplatz in Hechtel-Eksel gibt es im September neben der klassischen Tagesshow eine Sunset Airshow am Abend – ein Traum für Gegenlicht- und Silhouettenfans. Wenn du ohnehin in Belgien bist, lohnt sich ein Abstecher zur Spotterzone Steenokkerzeel am Flughafen Brüssel.
  • Radom Air Show (Polen): Die Show der polnischen Streitkräfte fand zuletzt meist alle zwei Jahre am letzten Augustwochenende statt. Die Ausgabe 2025 wurde nach dem tödlichen Absturz einer F-16 bei einer Probe abgesagt, und wie es mit der Show weitergeht, ist derzeit offen.
  • Tag der Bundeswehr: Seit 2015 öffnet die Bundeswehr in der Regel jährlich an einem Samstag im Juni mehrere Standorte, darunter immer wieder Fliegerhorste. Welche Standorte dabei sind, wechselt von Jahr zu Jahr.
  • Fliegerschießen Axalp (Schweiz): Die Schweizer Luftwaffe zeigt hier auf rund 2.250 Metern Höhe im Berner Oberland ihre Jets vor alpiner Kulisse. Die Vorführung fand traditionell Anfang Oktober statt, in den Jahren 2024 und 2025 aber nicht. Prüf vor jeder Planung, ob sie wieder angeboten wird.
  • Luchtmachtdagen (Niederlande): Die Tage der offenen Tür der niederländischen Luftwaffe rotierten zwischen Volkel, Leeuwarden und Gilze-Rijen. Seit 2019 haben sie nicht mehr stattgefunden.
  • Duxford (England): Das Imperial War Museum Duxford veranstaltet regelmäßig Airshows mit historischen Maschinen. Die berühmte „Flying Legends“ lief dort jährlich bis 2019.

Termine ändern sich ständig

Militärshows hängen von Einsatzlage, Budget und Flottenzustand ab, Messen verschieben gelegentlich ihren Monat. Verlass dich nie auf alte Listen oder Foren-Threads – maßgeblich ist allein die offizielle Seite des Veranstalters.

Warum in Deutschland strengere Regeln gelten

Wer Airshows in England oder Frankreich kennt, wundert sich in Deutschland manchmal über zurückhaltendere Flugprogramme. Der Grund ist das Flugtagunglück von Ramstein 1988, bei dem 70 Menschen ums Leben kamen. Unmittelbar danach wurden Kunstflugvorführungen in Deutschland verboten und erst etwa drei Jahre später unter strengen Auflagen wieder zugelassen: Mindesthöhen und Mindestabstände zum Publikum, keine Manöver über oder auf die Zuschauer zu und jede Figur mit vorheriger Genehmigung. Militärische Jet-Formationen durften lange nur auf der ILA fliegen, komplexe Formationsauflösungen waren dort bis 2012 untersagt.

Für dich als Fotograf heißt das: Die Flugzeuge bleiben auf Abstand, und du brauchst mehr Brennweite als bei manchen Shows im Ausland.

Die richtige Ausrüstung

Eine Airshow verlangt mehr Flexibilität als ein Tag am Flughafenzaun. Du wechselst ständig zwischen schnellen Jets, langsamen Propellermaschinen, Hubschraubern und der statischen Ausstellung.

  • Telezoom für das Flugprogramm: Ein Zoom im Bereich 100–400 mm oder 150–600 mm deckt das meiste ab. Mehr zur Brennweitenwahl findest du im Guide Objektiv fürs Planespotting.
  • Weitwinkel oder Standardzoom für die Static Show: Am Boden stehst du nah an großen Maschinen. Ein 24–70 mm oder ähnliches Objektiv passt besser als das Tele.
  • Ersatzakkus und große Speicherkarten: Bei Serienbildern von Formationsflügen füllt sich die Karte schneller als gedacht.
  • Gehörschutz: Kampfjets im Nachbrenner sind sehr laut – für Kinder ist ein Kapselgehörschutz Pflicht, für Erwachsene sehr empfehlenswert.
  • Sonnen- und Regenschutz: Auf Flugplätzen gibt es kaum Schatten. Hut, Sonnencreme und eine leichte Regenjacke gehören ins Gepäck.

Die komplette Packliste für den Spotting-Tag findest du in der Ausrüstungs-Checkliste.

Seltene Gäste nicht verpassen

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachteter Typ, ein Kennzeichen oder eine Special Livery im Anflug ist – praktisch bei An- und Abreisetagen rund um eine Show. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Kamera-Einstellungen für Jets und Propeller

Die wichtigste Regel auf jeder Airshow: Jets und Propellerflugzeuge brauchen unterschiedliche Verschlusszeiten.

Motiv Verschlusszeit (Richtwert) Warum
Jets im Vorbeiflug 1/1000 s und kürzer friert schnelle Bewegung ein, kein Propeller zu beachten
Propellerflugzeuge etwa 1/125–1/250 s Propellerkreis bleibt sichtbar, Bild wirkt lebendig
Hubschrauber eher noch länger Rotorblätter drehen langsamer als Propeller
Static Show nach Bedarf, Blende für Schärfentiefe Motiv steht, Licht und Perspektive zählen

Bei langen Belichtungszeiten mit Tele wird sauberes Mitziehen entscheidend. Wie du das übst, steht im Artikel Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Die Grundeinstellungen für Autofokus und Serienbild erklärt der Guide Kamera-Einstellungen fürs Planespotting.

Für Kunstflugstaffeln mit Rauch lohnt sich ein Wechsel auf eine etwas weitere Brennweite: Die Figuren am Himmel wirken erst im Ganzen, nicht im formatfüllenden Ausschnitt.

Licht und Standort: der beste Platz am Zaun

Das Flugprogramm verläuft parallel zur sogenannten Display-Linie, das Publikum steht auf einer Seite davon. Damit ist die Lichtrichtung für den ganzen Tag weitgehend festgelegt – du kannst nur entscheiden, an welcher Stelle der Zuschauerlinie du stehst und wann du fotografierst.

  • Vorher die Ausrichtung prüfen: Schau dir auf einer Karte an, in welche Richtung du vom Publikumsbereich aus blickst. Blickst du nach Süden, wirst du mittags ins Gegenlicht fotografieren.
  • Randzeiten nutzen: Morgens und am späten Nachmittag steht die Sonne flacher und seitlicher. Viele Shows legen die Highlights allerdings in den Nachmittag – prüf das Programm.
  • Ende der Linie wählen: An den Enden der Zuschauerzone ist es oft ruhiger, und Flugzeuge drehen dort auf dich zu.

Wie du Sonnenazimut und Blickrichtung zusammenbringst, zeigt der Guide Sonnenstand planen. Und wenn die Sonne trotzdem gegen dich steht: Rauch, Wasserdampf und Silhouetten funktionieren im Gegenlicht oft besser als im Frontlicht.

1. Termin und Format prüfen

Offizielle Website lesen: Findet die Show statt, gibt es Publikumstage, wie lang ist das Flugprogramm?

2. Tickets und Anreise sichern

Tickets, Shuttle oder Parkplatz früh buchen – bei großen Shows sind Übernachtungen im Umkreis schnell knapp.

3. Lichtseite bestimmen

Ausrichtung von Piste und Publikumsbereich auf der Karte prüfen und entscheiden, wann und wo du fotografierst.

4. Teilnehmer recherchieren

Die Veranstalter veröffentlichen meist Teilnehmerlisten. Notier dir, welche Typen und Staffeln du auf keinen Fall verpassen willst.

5. Früh da sein

Wer zur Toröffnung kommt, sichert sich einen Platz in der ersten Reihe und kann die Static Show fotografieren, bevor sie voll ist.

Static Show: der unterschätzte Teil

Viele Spotter konzentrieren sich auf das Flugprogramm und vergessen die statische Ausstellung. Dabei stehen dort Maschinen, die du im Alltag nur aus großer Distanz siehst: Tankflugzeuge, Seefernaufklärer, Transporter oder Regierungsjets. Für Kennzeichen-Sammler ist die Static Show besonders wertvoll, weil Registrierungen und Seriennummern aus der Nähe lesbar sind. Wie du militärische Kennungen und zivile Registrierungen einordnest, erklärt der Artikel Flugzeugkennzeichen verstehen.

Fotografiere die Static Show am besten gleich morgens, solange noch wenige Menschen zwischen dir und dem Flugzeug stehen. Details wie Staffelwappen, Nose Art oder Triebwerke sind auch mittags gute Motive, wenn Gesamtansichten wegen der Menschenmenge kaum noch gelingen.

Rund um die Show: An- und Abreisetage

Viele Teilnehmer fliegen in den Tagen vor einer Militärshow ein und danach wieder ab. Für manche Spotter sind diese Tage spannender als die Show selbst, weil die Maschinen im normalen Flugbetrieb landen und starten. Ob und wo du sie beobachten kannst, regelt der Veranstalter beziehungsweise der Flugplatzbetreiber. Auf militärischem Gelände gelten eigene Vorschriften – was erlaubt ist, fasst der Guide Militärflugplatz fotografieren: die Regeln zusammen.

Bei Messen nahe großer Verkehrsflughäfen lohnt sich ein Abstecher zu den öffentlichen Spots. Besondere Gäste wie Regierungsmaschinen tauchen rund um solche Events öfter auf; Tipps dazu stehen im Artikel Regierungsflugzeuge spotten.

Militär-Airshow, wenn …

  • du möglichst viel Flugprogramm sehen willst
  • dich Kampfjets und Kunstflugstaffeln reizen
  • du Militärtypen für deine Sammlung suchst

Luftfahrtmesse, wenn …

  • du neue Verkehrsflugzeuge und Prototypen sehen willst
  • dich die Static Show mehr interessiert als Kunstflug
  • du die Publikumstage am Wochenende einplanen kannst

Oldtimer- oder Museumsflugtag, wenn …

  • du Propellerbilder mit Bewegungsunschärfe üben willst
  • du entspanntere Besucherzahlen bevorzugst
  • dich Luftfahrtgeschichte begeistert

Alternativen ohne Airshow-Termin

Nicht jedes Jahr passt eine große Show in den Kalender. Historische Maschinen kannst du auch in Museen sehen, etwa im Technik Museum Speyer oder in der Flugwerft Schleißheim bei München. Ein Blick hinter die Kulissen eines Verkehrsflughafens gelingt bei einer Vorfeldrundfahrt. Und wer ungewöhnliche Typen im Alltag sucht, findet im Artikel Seltene Flugzeuge spotten Strategien dafür.

Bist du bereit für deine Airshow?

Hak ab, was du vor der Abfahrt erledigt hast.

  • Ich habe den Termin auf der offiziellen Website des Veranstalters geprüft.
  • Ich weiß, ob ich an diesem Tag als Privatbesucher Zutritt habe.
  • Tickets, Anreise und gegebenenfalls Shuttle sind gebucht.
  • Ich kenne die Blickrichtung vom Publikumsbereich und die Lichtsituation.
  • Tele, Weitwinkel, Ersatzakkus und Speicherkarten sind gepackt.
  • Gehörschutz, Sonnen- und Regenschutz sowie Wasser sind dabei.

Worauf du achten musst

  • Absperrungen respektieren: Display-Linie und Sicherheitszonen haben ihren Grund. Wer über Zäune klettert, riskiert den Ausschluss von der Veranstaltung.
  • Keine Drohnen: Über Airshows gilt in der Regel ein Flugverbot für private Drohnen. Was rund um Flugplätze erlaubt ist, steht im Artikel Drohnen am Flughafen.
  • Rücksicht in der ersten Reihe: Keine Leitern oder Stative mitten in der Menge aufbauen, wenn sie anderen die Sicht nehmen – viele Veranstalter regeln das in der Hausordnung.
  • Abreise einplanen: Nach dem letzten Display wollen alle gleichzeitig nach Hause. Wer etwas länger bleibt, steht weniger im Stau.

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Fazit

Europa bietet Planespottern jedes Jahr mindestens eine große Luftfahrtmesse und eine Reihe von Militär- und Oldtimer-Events. Das RIAT ist der Klassiker für Flugprogramm-Fans, Paris und die ILA sind die Adressen für neue Muster, die AIRPOWER punktete zuletzt mit freiem Eintritt. Weil sich Termine und Formate laufend ändern, gilt immer: offizielle Website prüfen, früh buchen, Lichtseite kennen. Dann wird die Airshow zum Höhepunkt deiner Spotting-Saison.

Kurzfazit

Entscheide zuerst, ob dich Flugprogramm, Neuheiten oder Geschichte reizen, und wähle danach Militärshow, Messe oder Oldtimer-Event. Prüf Termine nur beim Veranstalter, plane Licht und Brennweite vorab und sei zur Toröffnung da – die besten Bilder entstehen in den ruhigen Morgenstunden.

Zusammenfassung

  • Für Spotter lohnen sich in Europa vor allem drei Typen von Events: große Militär-Airshows, Luftfahrtmessen mit Publikumstagen und Oldtimer- oder Museumsflugtage.
  • Die großen Messen wechseln sich ab: Paris-Le Bourget in ungeraden, ILA Berlin und Farnborough in geraden Jahren. Militärshows folgen oft keinem festen Rhythmus.
  • Seit dem Unglück von Ramstein 1988 gelten in Deutschland strenge Regeln für Kunstflug vor Publikum – Manöver über oder auf die Zuschauer zu sind tabu.
  • Gute Airshow-Bilder entstehen durch Planung: Lichtseite kennen, Brennweite passend wählen, Verschlusszeit an Jet oder Propeller anpassen und früh vor Ort sein.

Häufige Fragen

Welche Airshow in Europa ist für Planespotter die größte?

Als größte Militär-Airshow der Welt gilt das Royal International Air Tattoo (RIAT) auf der RAF Fairford in England, das jährlich im Juli stattfindet und oft über 200 Flugzeuge zeigt. Bei den Luftfahrtmessen ist die Paris Air Show in Le Bourget die bekannteste. Welche Show für dich die beste ist, hängt davon ab, ob du eher Flugprogramm, Militärtypen oder Neuheiten der Hersteller sehen willst.

Wann findet die ILA Berlin statt?

Die ILA Berlin Air Show findet alle zwei Jahre in geraden Jahren auf dem Gelände des Berlin ExpoCenter Airport neben dem Flughafen BER statt. Die ersten Tage sind für Fachbesucher reserviert, danach folgen Publikumstage am Wochenende. Den genauen Termin der nächsten Ausgabe findest du auf der offiziellen ILA-Website.

Kann man bei der Paris Air Show als Privatperson rein?

Ja, aber nur an den Publikumstagen. Die Show in Le Bourget dauert eine Woche: Die ersten vier Tage gehören den Fachbesuchern, Freitag bis Sonntag ist das Gelände für alle geöffnet. Sie findet in ungeraden Jahren statt, abwechselnd mit Farnborough und der ILA.

Gibt es bei Farnborough noch Publikumstage?

Nur noch eingeschränkt. Die Veranstalter haben 2019 angekündigt, die klassischen Publikums-Flugtage am Wochenende nicht fortzuführen; seitdem ist Farnborough im Kern eine Fachmesse in geraden Jahren im Juli. Wie und ob Privatbesucher an einzelnen Tagen hineinkommen, regelt der Veranstalter von Ausgabe zu Ausgabe – prüf das vor der Planung.

Ist der Eintritt bei Militär-Airshows kostenlos?

Das ist unterschiedlich. Die AIRPOWER im österreichischen Zeltweg war zuletzt kostenlos, beim RIAT brauchst du dagegen ein kostenpflichtiges Ticket, zusätzliche Tribünen- oder Fotobereiche kosten extra. Auch bei kostenlosen Shows können Anreise, Shuttle oder Parken Geld kosten.

Welches Objektiv brauche ich für eine Airshow?

Für das Flugprogramm ist ein Telezoom im Bereich von etwa 100–400 mm oder 150–600 mm die erste Wahl. Für die statische Ausstellung brauchst du dagegen ein Weitwinkel- oder Standardzoom, weil du dicht an großen Flugzeugen stehst. Wer nur ein Objektiv mitnehmen kann, nimmt das Tele und fotografiert die Static Show mit Details statt Gesamtansichten.

Warum werden Airshows abgesagt?

Häufige Gründe sind Wetter, Einsatzverpflichtungen der Luftwaffen, Unfälle in der Vorbereitung, technische Probleme mit einer Flotte oder Budgetfragen. Das Fliegerschießen auf der Axalp etwa ist in seiner Geschichte mehrfach ausgefallen, und die Radom Air Show 2025 wurde nach einem tödlichen Absturz bei einer Probe abgesagt.

PT

Planetrack Redaktion

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