GE Aerospace

Der US-Triebwerkshersteller aus Evendale bei Cincinnati steckt hinter einigen der größten Fans, die je unter einem Flügel hingen: CF6 für 747, 767 und MD-11, GE90 für die Boeing 777, GEnx für 787 und 747-8 und GE9X für die 777X. Wer Großraumflugzeuge spottet, hat GE fast immer im Bild.

Auch bekannt als: General Electric Aerospace · GE Aviation (bis 2022) · General Electric Aircraft Engines (bis 2005) · GE

USAUSAFlugzeugherstellerseit 191711 Min. Lesezeit

1917

Beginn des Luftfahrtgeschäfts bei GE

4

Großtriebwerk-Familien: CF6, GE90, GEnx, GE9X

3,40 m

Fandurchmesser des GE9X

777X

fliegt ausschließlich mit GE9X

Das Wichtigste in Kürze

  • GE Aerospace baut Triebwerke, keine Flugzeuge – und ist seit April 2024 der eigenständige Rest des früheren Mischkonzerns General Electric.
  • Vier Großtriebwerk-Familien: CF6 (seit 1971), GE90 (seit 1995), GEnx (seit 2011) und GE9X für die Boeing 777-9.
  • Exklusiv mit GE fliegen 777-300ER, 777F, 777-200LR, 747-8 und die 777X.
  • Über CFM International steckt GE gemeinsam mit Safran auch in den Triebwerken von A320 und Boeing 737.
  • Bei Mischmustern hilft nur das Kennzeichen: Ob eine 787 oder ein A330 GE-Triebwerke trägt, klärst du sauber über die Registrierung.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Was du als Spotter wissen solltest
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Vom Turbolader zum größten Fan der Welt
  8. 8.Die vier großen Familien im Überblick
  9. 9.Woran du GE-Triebwerke beim Spotten erkennst
  10. 10.Wo du GE-Antriebe in Europa siehst
  11. 11.GE im Schmalrumpf: über CFM International
  12. 12.Regionaljets, Business-Jets und Militär
  13. 13.GE und Rolls-Royce: die ewige Konkurrenz
  14. 14.Museen, Sound und Hintergrund
  15. 15.Fazit
  16. 16.Häufige Fragen

Steckbrief

Rolle im SystemTriebwerkshersteller – baut keine Flugzeuge, sondern Antriebe für Boeing, Airbus, Embraer, Bombardier und viele Militärmuster
SitzEvendale im US-Bundesstaat Ohio, am Stadtrand von Cincinnati
RechtsformSeit April 2024 eigenständig – GE Aerospace ist das, was vom früheren Mischkonzern General Electric übrig blieb, nachdem GE HealthCare und GE Vernova abgespalten wurden; Börsenkürzel weiterhin GE
Frühere NamenGeneral Electric Aircraft Engines (bis 2005), GE Aviation (bis Juli 2022)
Großtriebwerke (zivil)CF6, GE90, GEnx und GE9X
Weitere zivile TriebwerkeCF34 für Regionaljets und Business-Jets, Passport für Bombardier-Langstrecken-Business-Jets
GemeinschaftsunternehmenCFM International mit Safran (CFM56, LEAP), Engine Alliance mit Pratt & Whitney (GP7200 für den A380), GE Honda Aero Engines (HF120)
KonzernchefH. Lawrence Culp Jr. (zugleich Verwaltungsratschef)
Umsatz 2025Rund 45,9 Mrd. US-Dollar
BeschäftigteRund 57.000 (2025)
Offizielle Websitewww.geaerospace.com

Tätigkeitsfelder

Zivile Triebwerke – Großtriebwerke für Großraumflugzeuge, CF34 für Regionaljets, Passport für Business-Jets
Gemeinschaftsunternehmen – über CFM International die Schmalrumpf-Triebwerke CFM56 und LEAP, über die Engine Alliance den GP7200
Militärische Antriebe – etwa das F110 für Kampfflugzeuge, das T700 für Hubschrauber und das F138 für die C-5M
Service und Wartung – Überholung, Ersatzteile und Langzeit-Serviceverträge für die riesige Flotte im Einsatz
Systeme und Komponenten – unter anderem über Töchter wie Avio Aero, Unison Industries und Dowty Propellers

Struktur & Marken

CFM International – Gemeinschaftsunternehmen mit Safran Aircraft Engines (je 50 %), Hersteller von CFM56 und LEAP
Engine Alliance – Gemeinschaftsunternehmen mit Pratt & Whitney (je 50 %), Hersteller des GP7200 für den Airbus A380
GE Honda Aero Engines – Gemeinschaftsunternehmen mit Honda für das HF120 des HondaJet
Avio Aero – italienische Tochter für Getriebe, Turbinenbauteile und Militärantriebe
Unison Industries, Dowty Propellers und Colibrium Additive – Komponenten, Propeller und 3D-Druck

Geschichte im Zeitraffer

1917General Electric steigt ins Luftfahrtgeschäft ein. Grundlage ist die Arbeit von Sanford Moss an Turboladern, der seit 1903 bei GE forscht.
1941–1942GE erhält eine Lizenz für Frank Whittles Strahltriebwerk und baut in Lynn (Massachusetts) die ersten amerikanischen Jet-Antriebe in Kleinserie.
1950erMit dem J47 und dem J79 wird GE zu einem der großen Lieferanten für Militärjets. Das J47 läuft bis 1956 rund 30.000 Mal vom Band.
1965Das TF39 gewinnt die Ausschreibung für die Lockheed C-5 Galaxy – das erste Mantelstromtriebwerk mit hohem Nebenstromverhältnis in Serie und Ausgangspunkt für das CF6.
1971Das CF6 geht auf der McDonnell Douglas DC-10 in Dienst. Später treibt es A300, A310, A330, Boeing 747, 767 und MD-11 an.
1974GE und die französische Snecma (heute Safran) gründen CFM International. Von dort kommt das CFM56, das meistgebaute Triebwerk der Zivilluftfahrt.
1979Die Zentrale des Triebwerksgeschäfts zieht von Lynn nach Evendale bei Cincinnati.
1995Im November geht das GE90 mit British Airways auf der Boeing 777 in Dienst – das erste Großtriebwerk mit Fanschaufeln aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff.
2004Die stärkere Version GE90-115B startet mit Air France auf der 777-300ER in den Liniendienst.
2011Das GEnx-2B geht mit der 747-8F in Dienst, Cargolux gehört zu den ersten Betreibern. Die Version GEnx-1B folgt auf der Boeing 787.
2020Im Januar fliegt die Boeing 777-9 zum ersten Mal, im September erhält das GE9X die Musterzulassung der US-Luftfahrtbehörde FAA.
2022Im Juli wird aus GE Aviation die GE Aerospace.
2024Mit der Abspaltung von GE Vernova ist die Aufteilung des alten GE-Konzerns abgeschlossen. GE Aerospace bleibt als eigenständiges Unternehmen übrig.

GE Aerospace aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für GE Aerospace

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Eine Boeing 777-300ER oder 777F fotografiert – beide fliegen ausschließlich mit dem GE90-115B
  • Eine Boeing 747-8 erwischt, etwa bei Lufthansa – dort hängt immer das GEnx-2B unter dem Flügel
  • Eine Boeing 787 mit GEnx-1B per Kennzeichen-Recherche von einer mit Trent 1000 unterschieden
  • Einen Klassiker mit CF6 im Logbuch: MD-11, DC-10, 747-400 oder 767
  • Einen A330ceo mit CF6-80E1 identifiziert – bei diesem Muster gibt es drei Triebwerksoptionen
  • Einen Regionaljet mit CF34 gesehen, etwa eine Embraer E190 oder einen CRJ900
  • Den Schriftzug GE, GE90 oder GEnx auf einer Triebwerksverkleidung entdeckt
  • Eine Boeing 777-9 bei einem Test- oder Vorführflug mit dem GE9X gesehen

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • 777-300ER und 777F mit GE90 landen an praktisch jedem großen Drehkreuz und Frachtflughafen
  • Bei 777-300ER, 777F, 777-200LR, 747-8 und 777X ist der Triebwerkshersteller sofort klar
  • Die riesigen Fans von GE90 und GE9X sind selbst ein Fotomotiv
  • CF6-Klassiker wie 767-Frachter und 747-400F fliegen bei Frachtairlines noch regelmäßig
  • Über CFM steckt GE indirekt auch in einem großen Teil aller A320 und Boeing 737

Wo es hakt

  • Bei 787, 767, 747-400, A330ceo und älteren 777 gibt es Konkurrenzantriebe – ohne Kennzeichen-Check bleibt die Zuordnung unsicher
  • Triebwerke werden getauscht und geleast; Schriftzüge auf der Verkleidung fehlen oft
  • Die Werke in den USA sind Betriebsgelände und kein Spotting-Ort
  • CF6-Muster werden im Passagierverkehr zunehmend ausgemustert, die MD-11 ist seit dem Flugverbot 2025/26 selten geworden

Wenn eine Boeing 777-300ER über dich hinwegzieht, siehst du vor allem zwei Dinge: einen langen Rumpf und zwei Triebwerke, deren Einlauf fast so groß wirkt wie der Rumpfquerschnitt eines Regionaljets. Beide stammen von GE Aerospace. Der Hersteller aus Ohio baut keine Flugzeuge, steckt aber in einem großen Teil der Großraumflotten, die du an Drehkreuzen und Frachtflughäfen siehst – und über ein Gemeinschaftsunternehmen auch in vielen A320 und Boeing 737. Wer seine Sichtungen nicht nur nach Typ, sondern auch nach Antrieb sortieren will, kommt an GE nicht vorbei.

Typ, Kennzeichen, Triebwerk – alles im Logbuch

Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest und findest sie später wieder. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Vom Turbolader zum größten Fan der Welt

Die Luftfahrtgeschichte von General Electric beginnt nicht mit Jets, sondern mit Turboladern. Schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts arbeitete der Ingenieur Sanford Moss bei GE an Ladern, die Kolbenmotoren auch in großer Höhe mit genug Luft versorgen; 1917 machte GE daraus ein eigenes Luftfahrtgeschäft. Diese Erfahrung mit schnell drehenden Turbinen war der Grund, warum die US-Regierung im Zweiten Weltkrieg ausgerechnet GE mit dem Nachbau von Frank Whittles britischem Strahltriebwerk beauftragte. Im Werk Lynn bei Boston entstanden die ersten amerikanischen Jet-Antriebe.

Nach dem Krieg wurde GE zu einem der wichtigsten Lieferanten für Militärjets. Das J47 lief in den 1950er-Jahren rund 30.000 Mal vom Band, das J79 trieb Überschalljets wie den Starfighter und die Phantom an. Der entscheidende Schritt für die zivile Luftfahrt kam 1965: Mit dem TF39 gewann GE die Ausschreibung für den Riesentransporter Lockheed C-5 Galaxy. Das TF39 war das erste Mantelstromtriebwerk mit hohem Nebenstromverhältnis, das in Serie ging – ein großer Fan vorne, der den Großteil der Luft am Kern vorbeischiebt. Genau dieses Prinzip steckt bis heute in jedem modernen Verkehrsflugzeug.

Aus dem TF39 entwickelte GE das CF6, das 1971 auf der DC-10 in den Liniendienst ging. 1979 zog die Zentrale nach Evendale bei Cincinnati, wo sie bis heute sitzt. Der Name wechselte mehrfach – General Electric Aircraft Engines, dann GE Aviation, seit Juli 2022 GE Aerospace. Seit April 2024 ist das Unternehmen eigenständig: Der alte Mischkonzern General Electric hat seine Medizintechnik und seine Energiesparte abgespalten, übrig blieb die Luftfahrt.

45,9 Mrd. $Umsatz im Jahr 2025
57.000Beschäftigte (2025)
134.300 lbfRekordschub des GE9X im Test
1971Erster Liniendienst des CF6

Die vier großen Familien im Überblick

Für Spotter zählen vor allem die vier Großtriebwerke, die unter den Flügeln von Großraumflugzeugen hängen. Sie stammen aus unterschiedlichen Jahrzehnten und sind deshalb auch an ganz unterschiedlichen Flugzeugen zu finden.

Familie Im Liniendienst seit Typische Flugzeuge Exklusiv?
CF6 1971 DC-10, MD-11, A300, A310, A330ceo, Boeing 747 (bis -400), 767 Nein – meist Konkurrenz von Pratt & Whitney und Rolls-Royce
GE90 1995 Boeing 777-200/-200ER, 777-300ER, 777-200LR, 777F Bei 777-300ER, 777-200LR und 777F ja
GEnx 2011 Boeing 787 (GEnx-1B), Boeing 747-8 (GEnx-2B) Bei der 747-8 ja, bei der 787 nein
GE9X Zugelassen 2020 Boeing 777-9 und 777-8 Ja

CF6: der Dauerbrenner

Das CF6 ist das Arbeitspferd der ersten Großraumgeneration. Auf die DC-10 folgten in mehreren Ausbaustufen der Airbus A300, der A310, die Boeing 747-400, die 767 und die MD-11 – meist mit der Version CF6-80C2. Für den A330 entstand mit dem CF6-80E1 die stärkste Variante. Bis 2018 hatte GE mehr als 8.300 CF6 ausgeliefert, dazu kommen tausende Industrieableger für Kraftwerke und Schiffe.

Auch beim Militär ist das CF6 verbreitet: Als F103 trieb es den Tanker KC-10 an, als F138 ersetzt eine abgeleitete CF6-80C2-Version die alten TF39 an der modernisierten C-5M Super Galaxy. Das Triebwerk ist also zu seinem Ursprungsflugzeug zurückgekehrt.

GE90: der Riese der 777

Das GE90 entstand ab 1990 speziell für die Boeing 777 und ging im November 1995 mit British Airways in Dienst. Technisch war es ein Sprung: Als erstes Großtriebwerk hatte es Fanschaufeln aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff – 22 Stück statt der 38 Titanschaufeln des CF6. Die ersten Versionen hatten einen Fan von rund 3,1 Metern Durchmesser und standen bei der 777-200 und -200ER in Konkurrenz zu Pratt & Whitney und Rolls-Royce.

Richtig wichtig wurde das GE90 mit der stärkeren Version GE90-115B. Ihr Fan misst rund 3,3 Meter, und sie ist das einzige Triebwerk für die 777-300ER, die 777-200LR und den Frachter 777F. Air France brachte sie 2004 in den Liniendienst. Weil die 777-300ER zum meistgeflogenen Langstreckenjet vieler großer Airlines wurde, siehst du das GE90-115B heute an praktisch jedem großen Drehkreuz.

GEnx: Nachfolger für 787 und 747-8

Das GEnx übernimmt viel Technik aus dem GE90, ist aber kleiner und sparsamer. Es hat 18 Fanschaufeln aus Verbundwerkstoff mit Vorderkanten aus Stahl und ein Fangehäuse ebenfalls aus Verbundwerkstoff. Es gibt zwei Versionen: Das GEnx-1B mit rund 2,8 Metern Fandurchmesser ist eine von zwei Optionen für die Boeing 787, die andere ist der Trent 1000. Das GEnx-2B mit rund 2,7 Metern Fan wurde für die Boeing 747-8 entwickelt und ist dort das einzige Triebwerk. Ende 2011 ging es mit dem Frachter 747-8F in den Liniendienst.

GE9X: Rekordhalter für die 777X

Das GE9X ist das jüngste und größte Mitglied der Familie. Der Fan misst 134 Zoll, also rund 3,40 Meter, die Verkleidung rund 4,40 Meter. Trotzdem kommt es mit nur 16 Fanschaufeln aus. Im Inneren setzt GE in großem Stil auf keramische Verbundwerkstoffe, die höhere Temperaturen aushalten als Metall. Im November 2017 erreichte ein GE9X im Test 134.300 Pfund Schub – ein Guinness-Weltrekord, der den alten Rekord des GE90-115B ablöste.

Das GE9X ist das einzige Triebwerk der Boeing 777-9 und der 777-8. Die FAA ließ es im September 2020 zu. Die 777X selbst hat aber eine lange Zulassungsphase hinter sich; ob und wann du sie im regulären Liniendienst siehst, hängt vom Fortschritt bei Boeing ab (Stand Oktober 2026). Bis dahin tauchen die Maschinen vor allem bei Testflügen und Luftfahrtschauen auf.

Fan-Größe als Faustregel

Je jünger das Triebwerk, desto größer der Fan im Verhältnis zum Rumpf. Wenn dir unter einer 777 ein Einlauf auffällt, der fast bis zum Boden zu reichen scheint, ist es eine GE90-115B – oder bei der 777X ein GE9X. Mehr zu den Unterschieden der Antriebe findest du im Beitrag Triebwerke erkennen.

Woran du GE-Triebwerke beim Spotten erkennst

Der einfachste Weg führt über das Flugzeugmuster. Bei 777-300ER, 777-200LR, 777F, 747-8 und 777X gibt es keine Alternative – dort hängt immer GE unter dem Flügel. Schwieriger wird es bei Mustern mit Triebwerkswahl. Bei der 787, beim A330ceo, bei der 767 und der 747-400 hat die Airline beim Kauf entschieden, und von außen sind die Unterschiede oft nur aus der Nähe zu erkennen.

Flugzeug GE-Option Konkurrenz Wie du es klärst
Boeing 787 GEnx-1B Rolls-Royce Trent 1000 Kennzeichen-Recherche, Schriftzug auf der Verkleidung
Airbus A330ceo CF6-80E1 Pratt & Whitney PW4000, Rolls-Royce Trent 700 Kennzeichen-Recherche
Boeing 767 CF6-80A/-80C2 Pratt & Whitney JT9D/PW4000, Rolls-Royce RB211 Kennzeichen-Recherche
Boeing 747-400 CF6-80C2 Pratt & Whitney PW4000, Rolls-Royce RB211 Kennzeichen-Recherche
Boeing 777-200/-200ER GE90 Pratt & Whitney PW4000, Rolls-Royce Trent 800 Fangröße, Kennzeichen-Recherche

Manche Airlines lassen den Schriftzug GE, GE90 oder GEnx auf der Verkleidung stehen, andere lackieren ihn über. Verlass dich deshalb nicht darauf. Am zuverlässigsten ist der Weg über die Registrierung: Flottenlisten und Flugverfolgungsdienste nennen meist die Triebwerksvariante. Wie du das Kennzeichen liest und recherchierst, erklärt der Grundlagenbeitrag; für die Unterscheidung der beiden Boeing-Großraumfamilien hilft der Beitrag Boeing 777 und 787 unterscheiden.

777-300ER und 747-8 im Blick behalten

Mit Planetrack legst du Sichtungs-Alarme für Typen, Airlines und Kennzeichen an und erfährst, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Wo du GE-Antriebe in Europa siehst

Am meisten GE bekommst du an großen Langstrecken-Drehkreuzen und Frachtflughäfen zu sehen. Am Flughafen Frankfurt fliegt Lufthansa die 747-8 – mit vier GEnx-2B einer der lautesten und eindrucksvollsten GE-Auftritte überhaupt. Dazu kommen die 777F von Lufthansa Cargo. Von der Aussichtsplattform Zeppelinheim aus siehst du beide regelmäßig.

Die 777-300ER mit GE90-115B fliegen unter anderem Emirates, Air France und viele weitere Langstrecken-Airlines, die du in Frankfurt, München, Paris oder London siehst. Am Flughafen London Heathrow kommt British Airways hinzu, die das GE90 einst in den Liniendienst brachte – ein Klassiker-Spot dort ist die Myrtle Avenue.

Für CF6-Fans sind die Frachtdrehkreuze die beste Adresse. Am Flughafen Leipzig/Halle und am Flughafen Köln/Bonn landen 767- und 747-Frachter mit CF6-Antrieb, in Köln etwa von UPS; von der Besucherterrasse in Leipzig lässt sich das gut verfolgen. In Luxemburg betreibt Cargolux eine große 747-Frachterflotte, darunter die 747-8F mit GEnx-2B. Welche Frachter du an welchen Merkmalen auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Frachtflugzeuge erkennen.

GE im Schmalrumpf: über CFM International

Auf einem A320 oder einer Boeing 737 steht in der Regel nicht GE, sondern CFM. Dahinter steckt CFM International, das 1974 gegründete Gemeinschaftsunternehmen von GE und der französischen Snecma, heute Safran. Beide Partner halten jeweils die Hälfte. CFM baut das CFM56 für die klassische A320-Familie und die Boeing 737 NG sowie dessen Nachfolger LEAP für den A320neo und die 737 MAX.

Bei der 737 NG und der 737 MAX gibt es nur CFM-Triebwerke, beim A320 konkurriert CFM mit IAE beziehungsweise Pratt & Whitney. Wie du alte und neue A320 an den Triebwerken unterscheidest, steht im Beitrag A320neo oder ceo?.

Ein zweites Gemeinschaftsunternehmen ist die Engine Alliance mit Pratt & Whitney. Sie baut den GP7200, eine der beiden Triebwerksoptionen für den Airbus A380. Der deutsche Triebwerksspezialist MTU Aero Engines ist an diesem Programm als Partner beteiligt.

Regionaljets, Business-Jets und Militär

Unterhalb der Großraumklasse ist GE vor allem mit dem CF34 vertreten. Es stammt vom Militärtriebwerk TF34 ab, das unter anderem das Erdkampfflugzeug A-10 Thunderbolt II antreibt. Zivil steckt das CF34 in den Challenger-Business-Jets, in der gesamten CRJ-Familie vom CRJ200 bis zum CRJ900 und in den Embraer-E-Jets der ersten Generation wie der E175 und der E190. An vielen europäischen Flughäfen ist das der GE-Antrieb, den du am häufigsten siehst, ohne es zu merken.

Für große Business-Jets hat GE das Passport entwickelt, das die Bombardier Global 7500 antreibt. Über das Gemeinschaftsunternehmen mit Honda entstand das kleine HF120 für den HondaJet. Im Militärbereich sind unter anderem das F110 für Kampfflugzeuge wie die F-16 und das T700 für Hubschrauber wichtige Programme.

Muster bestimmen

Erst den Flugzeugtyp sicher erkennen. Bei 777-300ER, 777F, 747-8 und 777X ist der Antrieb damit schon klar.

Triebwerkswahl prüfen

Gibt es beim Muster mehrere Optionen, etwa bei 787 oder A330ceo, reicht der Typ allein nicht.

Kennzeichen notieren

Die Registrierung ist dein Schlüssel. Über sie findest du in Flottenlisten die genaue Triebwerksvariante.

Verkleidung fotografieren

Ein scharfes Bild der Nacelle zeigt oft Schriftzüge oder Formdetails, die du später zur Kontrolle nutzt.

Sichtung sauber ablegen

Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen zusammen speichern – dann weißt du auch Jahre später noch, was du gesehen hast.

GE und Rolls-Royce: die ewige Konkurrenz

Bei den Großraumflugzeugen teilen sich GE Aerospace und Rolls-Royce heute weitgehend den Markt, Pratt & Whitney spielt bei neuen Großraum-Programmen kaum noch eine Rolle. Interessant ist die Aufteilung: Bei Boeing ist GE besonders stark – die 777-300ER, die 747-8 und die 777X fliegen nur mit GE. Bei Airbus dagegen ist Rolls-Royce beim A350 und beim A330neo allein gesetzt. Nur bei der 787 konkurrieren beide direkt.

Für deine Sichtungen heißt das: Wenn du an einem Drehkreuz einen Nachmittag lang die Langstrecke fotografierst, kannst du allein anhand der Muster grob abschätzen, wie viele GE- und wie viele Rolls-Royce-Triebwerke du gesehen hast. Bei 787 und älteren A330 gehört die Kennzeichen-Recherche dazu.

GE ist für dich spannend, wenn …

  • du Boeing-Großraumflugzeuge wie 777 und 747-8 magst
  • du gern an Frachtflughäfen 767F und 747-400F fotografierst
  • du deine Sichtungen auch nach Triebwerk sortieren willst

Bedingt relevant, wenn …

  • du vor allem Schmalrumpf-Verkehr siehst – dort steht CFM drauf
  • du überwiegend Airbus-Langstrecke fotografierst

Eher nebensächlich, wenn …

  • du dich auf Turboprops und Kleinflugzeuge konzentrierst
  • dich der Antrieb grundsätzlich nicht interessiert

Museen, Sound und Hintergrund

Wer die Geschichte der GE-Triebwerke in echt sehen will, findet in großen Luftfahrtmuseen viele Muster mit GE-Antrieb, vom J47 bis zum CF6. Das National Museum of the US Air Force in Dayton liegt nur rund eine Autostunde von Evendale entfernt und zeigt zahlreiche Militärflugzeuge mit GE-Triebwerken; im Museum of Flight in Seattle stehen Boeing-Klassiker. Die Entwicklung der 747 vom ersten Jumbo bis zur 747-8 mit GEnx fasst der Beitrag zur Geschichte der Boeing 747 zusammen, die Varianten selbst zeigt Boeing 747-100 bis 747-8.

Und weil Triebwerke nicht nur gesehen, sondern auch gehört werden: Das tiefe Grollen eines GE90 beim Start einer 777-300ER klingt deutlich anders als das Pfeifen eines CF34 an einem Regionaljet. Wie du solche Unterschiede sauber aufnimmst, erklärt der Beitrag Triebwerkssound aufnehmen.

Dein Hangar voller Großraumjets

Beiträge mit Flugzeugdaten, Hangar mit Wunschliste, Spot-Karte und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

GE Aerospace ist für Spotter ein Hersteller, den man selten direkt sieht und trotzdem ständig fotografiert. Vom CF6 an 767- und 747-400-Frachtern über das GE90-115B an jeder 777-300ER bis zum GEnx an der 747-8 prägt GE seit Jahrzehnten das Bild der Großraumflotten. Mit dem GE9X für die 777X steht die nächste Generation bereit, über CFM steckt GE zudem in einem großen Teil des Kurz- und Mittelstreckenverkehrs.

Wer die exklusiven Kombinationen kennt, bestimmt einen Teil seiner Sichtungen sofort. Für den Rest hilft das, was beim Spotten immer hilft: ein sauber notiertes Kennzeichen und ein gutes Foto.

Kurzfazit

GE Aerospace baut die Triebwerke hinter 777, 747-8 und vielen Frachtern. 777-300ER, 777F, 747-8 und 777X fliegen nur mit GE – bei 787, A330ceo und 767 klärt erst das Kennzeichen, welcher Antrieb unter dem Flügel hängt.

Zusammenfassung

  • GE Aerospace ist neben Rolls-Royce und Pratt & Whitney einer der drei großen westlichen Triebwerkshersteller – mit besonders starker Stellung bei Boeing-Großraumflugzeugen.
  • Für Spotter ist der Hersteller ein zweiter Bestimmungsweg: Wer weiß, welche Muster es nur mit GE gibt, ordnet einen Teil der Sichtungen sofort richtig zu.
  • Das CF6 prägt seit über fünfzig Jahren die Großraumflotten, GE90 und GE9X setzen mit ihren Fans Maßstäbe bei Größe und Schub.
  • Gemeinsam mit Safran (CFM) und Pratt & Whitney (Engine Alliance) reicht der Einfluss von GE bis in die Schmalrumpf-Flotten und zum A380.

Häufige Fragen

Ist GE Aerospace dasselbe wie General Electric?

Im Grunde ja. Der frühere Mischkonzern General Electric hat sich zwischen 2021 und 2024 aufgespalten: Die Medizintechnik ging als GE HealthCare, die Energiesparte als GE Vernova an die Börse. Übrig blieb das Luftfahrtgeschäft, das seit April 2024 als GE Aerospace eigenständig ist und weiter unter dem Kürzel GE gehandelt wird.

Welche Flugzeuge fliegen nur mit GE-Triebwerken?

Die Boeing 777-300ER, die 777-200LR und der Frachter 777F (alle GE90-115B), die Boeing 747-8 und 747-8F (GEnx-2B) sowie die 777X mit 777-9 und 777-8 (GE9X). Bei Business-Jets gilt das etwa für die Bombardier Global 7500 mit dem Passport.

Wie erkenne ich, ob eine Boeing 787 GE-Triebwerke hat?

Die 787 gibt es mit dem GEnx-1B oder dem Trent 1000 von Rolls-Royce. Beide haben gezackte Hinterkanten an der Verkleidung und sehen sich aus der Distanz sehr ähnlich. Zuverlässig ist nur die Recherche über das Kennzeichen: Flottenlisten und Flugverfolgungsdienste nennen meist die Triebwerksvariante. Innerhalb einer Airline ist die Wahl in der Regel einheitlich.

Wie groß ist das GE9X?

Der Fan des GE9X hat einen Durchmesser von 134 Zoll, also rund 3,40 Metern – die Verkleidung drumherum misst rund 4,40 Meter. Damit ist es das größte Triebwerk, das je für ein Verkehrsflugzeug gebaut wurde. Trotzdem braucht es nur 16 Fanschaufeln aus Verbundwerkstoff; beim GE90 sind es 22, beim GEnx 18.

Welches Triebwerk hält den Schubrekord?

Das GE9X erreichte im November 2017 bei einem Test 134.300 Pfund Schub, rund 597 Kilonewton – ein Guinness-Weltrekord. Den alten Rekord hielt ebenfalls GE: Ein Entwicklungstriebwerk des GE90-115B hatte rund 127.900 Pfund geschafft. Im Liniendienst sind beide Triebwerke niedriger eingestuft.

Was hat GE mit dem A320 und der Boeing 737 zu tun?

Über CFM International, das Gemeinschaftsunternehmen mit Safran. CFM baut das CFM56 für die klassische A320-Familie und die Boeing 737 NG sowie das LEAP für den A320neo und die 737 MAX. Auf dem Triebwerk steht dann CFM, nicht GE.

Welche Triebwerke hat der Airbus A380?

Entweder den Trent 900 von Rolls-Royce oder den GP7200 der Engine Alliance, eines Gemeinschaftsunternehmens von GE Aerospace und Pratt & Whitney. Ein reines GE-Triebwerk gibt es für den A380 nicht.

Wo fliegt das CF6 heute noch?

Vor allem in der Fracht: 767-300F und 747-400F mit CF6-80C2 sind bei Frachtairlines verbreitet. Die MD-11 ist dagegen selten geworden: Nach dem Absturz einer UPS-Maschine im November 2025 galt ein Flugverbot, und UPS hat seine MD-11-Flotte ausgemustert. Dazu kommen A330ceo mit CF6-80E1 im Passagierverkehr sowie Militär- und Regierungsflugzeuge wie die C-5M Super Galaxy, deren F138 auf dem CF6-80C2 basiert.

Sichtungen rund um GE Aerospace sammeln

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

LH / DLH

Lufthansa

Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.

LH / GEC

Lufthansa Cargo

Die Frachttochter der Lufthansa Group: Boeing-777F-Flotte mit Basis Frankfurt, ICAO-Code GEC aus German-Cargo-Zeiten, dazu Beiladefracht in den Passagierjets des Konzerns und die Beteiligung an AeroLogic.

AF / AFR

Air France

Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.

BA / BAW

British Airways

Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.

EK / UAE

Emirates

Die Langstrecken-Airline aus Dubai: Emirates betreibt die größte A380-Flotte der Welt, fliegt fast ausschließlich Großraumjets und ist an vier deutschen Flughäfen ein fester Bestandteil des Spotteralltags.

CV / CLX

Cargolux

Europas große Nurfracht-Airline aus Luxemburg: eine reine Flotte aus Boeing 747-400F und 747-8F, Erstkunde der 747-8F, Basis am Flughafen Luxemburg und eine Tochter in Mailand.

5X / UPS

UPS Airlines

Die Frachtairline des Paketdienstes UPS: Drehkreuz Worldport in Louisville, Europa-Drehkreuz Köln/Bonn, größter Betreiber der Boeing 747-8F und seit dem Aus der MD-11 eine Flotte aus vier Typenfamilien.

FX / FDX

FedEx Express

Die größte Frachtairline der Welt aus Memphis: eine bunte Flotte aus MD-11, Boeing 777F, 767, 757 und A300, dazu Zubringer-Turboprops – und in Europa Drehkreuze in Paris und Köln/Bonn.

Typische Flugzeuge

Flugzeugtyp

Boeing 777-300ER

Der meistverkaufte 777-Ableger: Die 777-300ER ist länger als eine A380, fliegt nur mit GE90-Triebwerken und prägt seit 2004 die Langstrecke. So erkennst du die 77W sicher.

Flugzeugtyp

Boeing 777F

Ein 777-Rumpf ganz ohne Fensterreihe, ein riesiges Tor hinter dem Flügel und zwei GE90 unter den Tragflächen: Die 777F ist der wichtigste Langstrecken-Frachter unserer Zeit. So erkennst du sie und findest sie in Frankfurt und Leipzig.

Flugzeugtyp

Boeing 777-9 (777X)

Klappbare Flügelspitzen, das größte Triebwerk der Welt und der längste Passagierjet überhaupt: Die 777-9 ist Boeings neuer Langstrecken-Riese. So erkennst du sie – und so stehen Zulassung und Erstauslieferung.

Flugzeugtyp

Boeing 747-8

Der letzte Jumbo: Die 747-8 ist die längste und modernste Version der Boeing 747. So erkennst du Passagierversion und Frachter und grenzt sie von der 747-400 ab.

Flugzeugtyp

Boeing 787-9 Dreamliner

Gezackte Triebwerksenden, schräg auslaufende Flügel und eine glatte, runde Nase: Die 787-9 ist die meistgeflogene Dreamliner-Version. So erkennst du sie und trennst sie von 787-8 und 787-10.

Flugzeugtyp

Boeing 767-300ER

Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-11

Drei Triebwerke, Winglets und ein Triebwerk mitten im Seitenleitwerk: Die MD-11 war der letzte große Trijet und fliegt heute fast nur noch als Frachter. So erkennst du sie, so grenzt du sie von der DC-10 ab und so stehen deine Chancen nach dem Grounding 2025.

Flugzeugtyp

Airbus A330-300

Langer Rumpf, zwei Triebwerke, aufgesetzte Winglets: Die A330-300 ist seit über 30 Jahren ein Arbeitstier der Langstrecke. So erkennst du sie und grenzt sie von ihren Geschwistern ab.

Spotting-Spots rund um GE Aerospace

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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