Das Wichtigste in Kürze
- Safran ist der große französische Triebwerks- und Ausrüstungskonzern. Er entstand 2005 aus Snecma und Sagem und hat seinen Sitz in Paris.
- Über CFM International baut Safran gemeinsam mit GE Aerospace das CFM56 und das LEAP – die Antriebe von A320-Familie, Boeing 737 und COMAC C919.
- Die 737 MAX fliegt ausschließlich mit LEAP-1B, die C919 bisher nur mit LEAP-1C; bei der A320neo konkurriert das LEAP-1A mit Pratt & Whitney.
- Safran Helicopter Engines, das frühere Turbomeca, treibt unter anderem H125, H145, H160 und H225 an.
- Fahrwerke, Bremsen, Nacellen und Sitze kommen ebenfalls aus dem Konzern – unsichtbar, aber an Bord vieler Airliner.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Von Gnome bis Safran: über hundert Jahre Motorenbau
- 8.CFM International: das Herz des Konzerns
- 9.Safran-Triebwerke im Feld erkennen
- 10.In vier Schritten zum richtigen Triebwerk
- 11.Hubschrauberturbinen: das Erbe von Turbomeca
- 12.Militär: M88, TP400 und mehr
- 13.Fahrwerke, Bremsen, Nacellen und Kabinen
- 14.Was der Typ verrät und was nicht
- 15.Wo du Safran-Technik am besten siehst
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rolle in der Branche | Zulieferer und Triebwerkshersteller – Antriebe, Fahrwerke, Bremsen, Nacellen, Elektrik, Avionik und Kabinenausstattung für Airbus, Boeing, COMAC, Dassault, Airbus Helicopters und viele weitere |
|---|---|
| Gründung | 11. Mai 2005 durch die Fusion von Snecma und Sagem |
| Wurzeln | Gnome (1905), Sagem (1925), Turbomeca (1938), Snecma (1945), dazu Messier, Hispano-Suiza und Labinal |
| Sitz | Paris, Frankreich |
| Leitung | Olivier Andriès, Generaldirektor seit 2021; Ross McInnes, Verwaltungsratsvorsitzender seit 2015 |
| Geschäftsbereiche | Antriebe (Propulsion), Ausrüstung und Verteidigung, Kabinenausstattung (Aircraft Interiors) |
| Wichtigstes Gemeinschaftsunternehmen | CFM International – 50:50 mit GE Aerospace, Hersteller von CFM56 und LEAP |
| Hubschrauberturbinen | Arriel, Arrius, Arrano, Makila, Ardiden und weitere Familien von Safran Helicopter Engines (früher Turbomeca) |
| Militärantriebe | M88 für die Dassault Rafale; Beteiligung am TP400-D6 des Airbus A400M |
| Kennzahlen 2025 (Unternehmensangabe) | Bereinigter Umsatz rund 31,3 Mrd. Euro; über 1.800 ausgelieferte LEAP-Triebwerke |
| Erkennungsweg im Feld | Triebwerksgondel, Typcode in der Flugverfolgung und Modellbezeichnung (z. B. A320-251N mit LEAP-1A) |
| Offizielle Website | www.safran-group.com |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Safran aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Safran
- Eine A320neo mit LEAP-1A von einer mit Pratt-&-Whitney-Getriebefan unterschieden – per Typcode oder Modellnummer
- Die gezackte Hinterkante (Chevrons) an der Triebwerksgondel einer Boeing 737 MAX fotografiert
- Eine Boeing 737 Classic an der unten abgeflachten CFM56-3-Gondel erkannt
- Eine A340-300 mit vier schlanken CFM56-5C im Anflug erwischt
- Einen H160 mit Arrano-Turbinen oder einen H125 mit Arriel 2D im Logbuch
- Eine Rafale mit ihren zwei M88-Triebwerken auf einer Airshow fotografiert
- Eine COMAC C919 gesehen – sie fliegt bisher ausschließlich mit LEAP-1C
- Ein CFM-Triebwerk in einer Ausstellung, etwa in Le Bourget oder Toulouse, aus der Nähe angesehen
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- LEAP- und CFM56-Triebwerke siehst du an praktisch jedem europäischen Flughafen dutzendfach am Tag
- Die 737 MAX trägt ausschließlich LEAP-1B – hier ist die Zuordnung eindeutig
- Safran-Turbinen stecken in vielen Rettungs- und Polizeihubschraubern, die du auch abseits großer Flughäfen siehst
- Auf Airshows und in Museen wie Le Bourget oder Aeroscopia kommst du Triebwerken ganz nah
- Wer Triebwerke sammelt, hat mit der CFM-Familie eine riesige, gut dokumentierte Typenvielfalt
Wo es hakt
- Safran-Technik trägt kein eigenes Logo am Rumpf – du erkennst sie nur über Typ und Triebwerk
- Bei der A320neo-Familie sehen LEAP-1A und Pratt-&-Whitney-Getriebefan von außen ähnlich aus
- Fahrwerke, Bremsen und Kabinen lassen sich von außen meist keinem Hersteller zuordnen
- Werke wie Villaroche oder Bordes sind keine Spotting-Ziele, sondern Industriegelände
- Gemeinschaftsprogramme wie CFM oder TP400 machen die Zuordnung zu einem einzelnen Hersteller unscharf
Stand: Oktober 2026 – Auf keinem Flugzeug steht „Safran“ in großen Buchstaben am Rumpf. Und trotzdem hast du den Konzern vermutlich schon tausendfach fotografiert: Jede Boeing 737 MAX fliegt mit Triebwerken, die Safran gemeinsam mit GE Aerospace baut, dazu ein großer Teil der A320neo-Familie, alle 737 Classic und NG sowie viele A320ceo. Hinzu kommen Hubschrauberturbinen, das Triebwerk der Rafale, Fahrwerke, Bremsen und Passagiersitze. Safran ist damit der vielleicht wichtigste Luftfahrtname, den viele Spotter nie bewusst wahrnehmen. Dieser Steckbrief zeigt dir, was dahintersteckt und woran du Safran-Technik im Feld erkennst.
Jede Sichtung mit Typ und Kennzeichen
Mit Planetrack postest du deine Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot und baust dir im Hangar deine eigene Sammlung auf. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Von Gnome bis Safran: über hundert Jahre Motorenbau
Der Name Safran ist jung, die Wurzeln sind es nicht. Am Anfang steht Gnome, 1905 von Louis Seguin gegründet. Ab 1909 baut die Firma den Umlaufmotor Omega in Serie, einen der prägenden Flugmotoren der Pionierzeit. Aus dem Zusammenschluss mit Le Rhône wird später Gnome et Rhône, einer der großen französischen Motorenbauer der Zwischenkriegszeit.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verstaatlicht Frankreich das Unternehmen. Daraus entsteht 1945 die Snecma, die Société nationale d’études et de construction de moteurs d’aviation. Ihr erstes eigenes Strahltriebwerk ist das Atar, später folgen Militärtriebwerke wie M53 und M88. Gemeinsam mit Rolls-Royce baut Snecma außerdem das Olympus 593 der Concorde. Über die Jahrzehnte kommen weitere Traditionsnamen dazu: Hispano-Suiza für Getriebe, Messier-Bugatti für Fahrwerke und Bremsen, Turbomeca für Hubschrauberturbinen und Labinal für Bordelektrik.
Der zweite Strang ist die Sagem, 1925 von Marcel Môme gegründet und später stark in Navigation und Elektronik. Am 11. Mai 2005 fusionieren Snecma und Sagem zur Safran-Gruppe. Den Sitz hat der Konzern in Paris. Seit 2015 leitet Ross McInnes den Verwaltungsrat, Generaldirektor ist seit 2021 Olivier Andriès.
2016 bekommen die Tochtergesellschaften durchgängig den Konzernnamen: Aus Snecma wird Safran Aircraft Engines, aus Messier-Bugatti-Dowty Safran Landing Systems. Zwei große Zukäufe verändern danach das Profil des Konzerns. 2018 übernimmt Safran die Kontrolle über Zodiac Aerospace und wird damit zu einem der größten Anbieter von Sitzen und Kabinenausstattung. Im Juli 2025 schließt Safran den Kauf des Aktuatorik- und Flugsteuerungsgeschäfts von Collins Aerospace ab, nachdem die italienische Regierung den Teil rund um Microtecnica lange blockiert hatte. Im Gegenzug trennt sich Safran von Randbereichen: Der Verkauf von Safran Passenger Innovations, zuständig für Bordunterhaltung und Konnektivität, ist seit Januar 2026 abgeschlossen.
Wirtschaftlich läuft es rund. Für 2025 meldet Safran einen bereinigten Umsatz von gut 31,3 Milliarden Euro, knapp 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Getragen wird das vor allem vom Antriebsgeschäft und vom Ersatzteil- und Wartungsgeschäft rund um CFM56 und LEAP.
CFM International: das Herz des Konzerns
Wenn Spotter über Safran sprechen, meinen sie fast immer ein Triebwerk mit CFM-Schriftzug. CFM International wurde 1974 als Gemeinschaftsunternehmen von Snecma und General Electric gegründet; heute gehört es je zur Hälfte Safran Aircraft Engines und GE Aerospace. Entwicklung und Produktion teilen sich die Partner. Beim LEAP montiert Safran die Hälfte der Triebwerke in Villaroche südöstlich von Paris, die andere Hälfte entsteht bei GE in den USA.
Das erste Erfolgsprodukt ist das CFM56. Seinen ersten Serieneinsatz hatte es 1982 in umgerüsteten DC-8 der Super-70-Reihe, danach wurde es zum Standardantrieb der Boeing 737 Classic und NG und zu einer der beiden Optionen der A320ceo-Familie. Auch die A340-300 fliegt mit vier CFM56-5C. Bis heute sind diese Triebwerke an fast jedem Flughafen alltäglich – Flotten wie die von Ryanair bestehen zum großen Teil aus 737-800 mit CFM56-7B. Zuletzt haben Ryanair und CFM einen langfristigen Servicevertrag für rund 2.000 CFM56- und LEAP-Triebwerke abgeschlossen.
Der Nachfolger heißt LEAP und kommt in drei Varianten:
| Variante | Flugzeug | Status | Im Liniendienst seit | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| LEAP-1A | Airbus A319neo, A320neo, A321neo | eine von zwei Optionen | August 2016 | Konkurrent ist der Pratt & Whitney PW1100G |
| LEAP-1B | Boeing 737 MAX | einziger Antrieb | Mai 2017 | kleinerer Fan, Chevrons an der Gondel |
| LEAP-1C | COMAC C919 | bisher einziger Antrieb | Mai 2023 | Variante speziell für die C919 |
Alle LEAP-Versionen haben einen Fan aus Verbundwerkstoff mit 18 Schaufeln und ein deutlich höheres Nebenstromverhältnis als das CFM56. Beim LEAP-1A liegt der Fandurchmesser bei rund 1,98 Metern, beim LEAP-1B wegen der geringeren Bodenfreiheit der 737 bei rund 1,76 Metern. 2025 hat CFM über 1.800 LEAP ausgeliefert, rund 28 Prozent mehr als im Vorjahr – ein Rekord.
Modellnummer als Gegenprobe
Bei der A320neo-Familie verrät die Modellbezeichnung den Antrieb: Endungen wie A320-251N oder A321-251N (allgemein -25xN) stehen für LEAP-1A, -271N und andere -27xN-Endungen für Pratt & Whitney. Diese Angabe findest du in Registerdatenbanken zum Kennzeichen. Wie du Flugzeugdaten live abfragst, erklärt der Beitrag Flugverfolgung mit ADS-B.
Safran-Triebwerke im Feld erkennen
Für Spotter ist das Triebwerk eines der besten Merkmale überhaupt. Die CFM-Familie macht es dir dabei vergleichsweise leicht, weil jede Generation ihren eigenen Look hat. Einen ausführlichen Überblick über alle Hersteller bietet der Beitrag Triebwerke erkennen.
CFM56-3 an der 737 Classic: Weil die alte 737 sehr niedrig über dem Boden steht, ist die Gondel unten abgeflacht. Diese „Hamsterbacken“-Form kennt jeder 737-Fan. CFM56-7B an der 737 NG: Die Gondel ist ebenfalls unten leicht abgeflacht, wirkt aber runder und größer. Wer eine 737-800 sieht, hat fast immer dieses Triebwerk vor sich.
LEAP-1B an der 737 MAX: Das auffälligste Merkmal ist die gezackte Hinterkante der Gondel, die sogenannten Chevrons. Sie mindern den Lärm. Dazu kommt das nach vorn gezogene, höher sitzende Triebwerk. Weil die 737 MAX 8 und ihre Schwestern ausschließlich mit LEAP-1B fliegen, ist die Zuordnung hier eindeutig. Wie sich die vier 737-Generationen insgesamt unterscheiden, zeigt der Beitrag Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX.
CFM56-5 an der A320ceo: Bei der klassischen A320-Familie hast du die Wahl zwischen CFM56-5 und IAE V2500. Die CFM-Gondel endet früher, dahinter siehst du den Abgaskegel. Die V2500-Gondel reicht dagegen fast bis ganz nach hinten.
LEAP-1A an der A320neo: Hier wird es knifflig. Sowohl das LEAP-1A als auch der Getriebefan von Pratt & Whitney sitzen in großen, runden Gondeln, die die A320neo und A321neo sofort von der ceo unterscheiden. Für die genaue Zuordnung brauchst du meist die Modellnummer oder einen Blick in die Flottendaten der Airline. Details liefert der Beitrag A320neo oder ceo?.
In vier Schritten zum richtigen Triebwerk
Flugzeugfamilie bestimmen
Ist es eine 737, eine A320-Familie, eine A340 oder eine C919? Bei 737 MAX und C919 steht der LEAP-Antrieb damit schon fest.
Generation am Flügel ablesen
Sharklets und große runde Gondeln deuten auf die neo, Chevrons an der Gondel auf die 737 MAX. Kleinere Gondeln führen dich zu CFM56 oder V2500.
Gondelende ansehen
Endet die Verkleidung früh und gibt den Abgaskegel frei, spricht das bei der A320ceo für CFM56. Eine gezackte Hinterkante bedeutet LEAP-1B.
Kennzeichen notieren
Mit dem Kennzeichen findest du die genaue Modellbezeichnung, etwa A320-251N, und damit den Antrieb auch dort, wo die Optik nicht reicht.
CFM56, LEAP oder Konkurrenz – wie sicher bist du?
Die Optik führt dich zur Triebwerksfamilie, die Modellnummer zur genauen Variante.
Hubschrauberturbinen: das Erbe von Turbomeca
Ein ganz eigener Bereich ist Safran Helicopter Engines. Das Unternehmen wurde am 29. August 1938 als Turbomeca gegründet, sitzt in Bordes bei Pau am Rand der Pyrenäen und gehört seit 2001 zur Snecma-Gruppe. Wer Rettungs-, Polizei- oder Firmenhubschrauber spottet, begegnet seinen Turbinen ständig:
- Arriel – die meistgebaute Familie, laut Nachschlagewerken über 12.000 Exemplare. Die Arriel 2D treibt den H125 und den H130 an, zwei Arriel 2E den H145. Auch AS365 Dauphin, AW109 und Sikorsky S-76 nutzen Arriel-Versionen.
- Arrius – kleinere Turbinen, unter anderem in den mit „T“ bezeichneten Versionen des H135.
- Arrano – die neueste Familie. Zwei Arrano 1A treiben den H160 an; die Turbine erhielt ihre Zulassung 2019.
- Makila – die großen Turbinen von Super Puma und H225.
- Ardiden, Aneto und RTM322 – für mittlere und schwere Hubschrauber, das RTM322 in Zusammenarbeit mit Rolls-Royce, etwa im NH90.
Optisch sind die Turbinen unter der Verkleidung meist verborgen. Hier hilft vor allem der Hubschraubertyp selbst. Wie du die Muster sicher unterscheidest, erklärt der Beitrag Hubschraubertypen erkennen. Die Mutterseite dazu ist Airbus Helicopters, der größte Abnehmer der Safran-Turbinen.
H160 und Co. auf die Wunschliste
Setz seltene Typen auf die Wunschliste in deinem Hangar und richte Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen und Special Liveries ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie in deiner Nähe anfliegen oder landen. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Militär: M88, TP400 und mehr
Auf der militärischen Seite ist das M88 das bekannteste Safran-Produkt. Es treibt die Dassault Rafale an, je zwei Triebwerke pro Flugzeug. Erstmals flog es am 27. Februar 1990 in einem Rafale-Prototyp, seit 1996 wird die Serienversion ausgeliefert. Auf der Paris Air Show 2025 stellte Safran mit dem M88 T-REX eine stärkere Weiterentwicklung vor, die für die Rafale-Version F5 vorgesehen ist. Mehr über den Jet und seinen Hersteller liest du auf der Seite zu Dassault Aviation.
Am TP400-D6, dem Turboprop des Airbus A400M, ist Safran im Konsortium Europrop International beteiligt – zusammen mit Rolls-Royce, MTU Aero Engines und ITP Aero. Safran steuert unter anderem Brennkammer und Hochdruckturbine bei, die auf Erfahrungen mit dem M88 aufbauen. Die achtblättrigen Propeller stammen von Ratier-Figeac. Vier dieser Triebwerke machen den A400M zu einem der lautesten und eindrucksvollsten Motive jeder Airshow. Tipps für die Aufnahme liefert der Beitrag Triebwerkssound aufnehmen.
Historisch hat Snecma die Mirage-Generationen mit dem Atar und später dem M53 ausgerüstet; das Larzac entstand gemeinsam mit Turbomeca für das Alpha Jet. Viele dieser Triebwerke stehen heute in Museen.
Werksgelände ist kein Spotting-Spot
Ob Villaroche, Bordes oder Vélizy: Safran-Standorte sind Industrie- und teils Sicherheitsbereiche. Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Orten und halte dich an Fotografierverbote. Was an Flughäfen erlaubt ist, erklärt der Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.
Fahrwerke, Bremsen, Nacellen und Kabinen
Weniger sichtbar, aber nicht weniger wichtig sind die Ausrüstungssparten. Safran Landing Systems sieht sich als größten Fahrwerkshersteller der Welt. Aus Vélizy bei Paris kommen unter anderem das Haupt- und Bugfahrwerk der Boeing 787, das Hauptfahrwerk der A350 und das des A400M. Dazu liefert die Sparte Räder und Carbonbremsen für Airbus- und Boeing-Flugzeuge. Wenn du dich für Fahrwerke als Erkennungsmerkmal interessierst, lohnt der Beitrag Fahrwerkskonfigurationen als Erkennungsmerkmal.
Safran Nacelles baut Triebwerksverkleidungen und Schubumkehrer, unter anderem für die A380. Safran Electrical & Power liefert Kabelbäume und Stromversorgung, Safran Transmission Systems die Getriebe im Triebwerk. Safran Electronics & Defense steht für Navigations- und Optroniksysteme, die in zivilen wie militärischen Flugzeugen stecken.
Seit der Zodiac-Übernahme ist Safran außerdem einer der großen Ausrüster der Kabine. Safran Seats baut Passagiersitze von der Economy bis zur Business Class, Safran Cabin Bordküchen, Waschräume und Gepäckfächer. Sitzt du im Urlaubsflieger, ist die Chance gut, dass du auf einem Safran-Sitz Platz genommen hast – erkennen kannst du das von außen natürlich nicht.
Was der Typ verrät und was nicht
Safran-Technik ist sicher an Bord, wenn …
- du eine Boeing 737 MAX oder eine COMAC C919 siehst
- eine 737 Classic oder NG mit Originalmotorisierung fliegt
- die Modellnummer einer A320neo auf -25xN endet, etwa -251N
Noch offen ist, …
- ob eine A320neo LEAP oder Pratt & Whitney trägt, solange du die Modellnummer nicht kennst
- ob eine A320ceo CFM56 oder V2500 hat, wenn du das Gondelende nicht gesehen hast
- welche Turbine in einem Hubschrauber steckt, dessen Version du nicht kennst
Von außen nicht ablesbar ist …
- wer Fahrwerk, Bremsen oder Kabelsysteme geliefert hat
- von welchem Hersteller die Sitze in der Kabine stammen
- ob ein Triebwerk in Villaroche oder in den USA montiert wurde
Wo du Safran-Technik am besten siehst
Die einfache Antwort: an jedem größeren Flughafen. 737 und A320-Familie dominieren den europäischen Kurz- und Mittelstreckenverkehr, und ein großer Teil davon fliegt mit CFM-Triebwerken. Interessanter wird es dort, wo Safran zu Hause ist.
Am Flughafen Toulouse-Blagnac rollen neue A320neo mit LEAP-1A frisch aus der Endmontage, oft noch ohne Kunde oder mit Testkennzeichen. Das Museum Aeroscopia direkt am Platz zeigt dazu Airbus-Geschichte; vom Spot am Aeroscopia siehst du auch das Geschehen auf der Piste. Mehr Tipps stehen im Beitrag Planespotting in Toulouse-Blagnac.
Im Großraum Paris liegt das Herz des Konzerns. Am Flughafen Paris-Charles de Gaulle landen Flotten von Air France mit A320-Familie und weiteren CFM-Mustern. Alle zwei Jahre wird der Flughafen Le Bourget zur Bühne der Paris Air Show, auf der Safran regelmäßig neue Triebwerke und Technologien zeigt. Der Beitrag Paris Air Show in Le Bourget erklärt, wie du den Besuch planst. Im Musée de l’Air et de l’Espace kommst du historischen französischen Flugzeugen und ihren Antrieben nahe – vom Museumsgelände aus hast du zudem den Flugbetrieb am Platz im Blick.
Für Hubschrauberturbinen musst du nicht nach Frankreich fahren: H125, H135 und H145 fliegen bei Luftrettung und Polizei in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Rafale mit M88 siehst du vor allem auf Airshows und bei Übungen.
Was Safran-Technik leicht macht
- 737 MAX und C919 fliegen nur mit LEAP
- Die Chevrons des LEAP-1B sind unverwechselbar
- CFM-Triebwerke siehst du an jedem großen Flughafen
Wo es knifflig wird
- LEAP-1A und PW1100G an der A320neo sehen sich ähnlich
- Hubschrauberturbinen stecken unter der Verkleidung
- Fahrwerke und Kabinen tragen kein sichtbares Herstellerlogo
Wer Safran mit den anderen großen Antriebsherstellern vergleichen will, findet eigene Seiten zu Rolls-Royce, MTU Aero Engines und Pratt & Whitney. Die Flugzeugseite der Gleichung decken Airbus, Boeing und COMAC ab.
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Fazit
Safran ist der stille Riese der europäischen Luftfahrt. Der Konzern baut keine eigenen Flugzeuge, liefert aber über CFM International die Triebwerke für die meistgeflogenen Kurz- und Mittelstreckenjets der Welt, treibt mit Arriel, Arrano und Makila unzählige Hubschrauber an und steckt mit dem M88 in der Rafale. Dazu kommen Fahrwerke, Bremsen, Nacellen und Kabinen, die du zwar nicht erkennst, aber in fast jedem Airliner mitfliegst.
Für deine Sichtungen heißt das: Ein Blick auf Gondel, Flügelspitze und Modellnummer reicht oft, um Safran-Technik sicher zuzuordnen. Bei der 737 MAX ist die Sache sofort klar, bei der A320neo hilft das Kennzeichen weiter. Und wer irgendwann ein offenes RISE-Triebwerk im Flugtest erwischt, hat ein Motiv, das nicht viele Spotter besitzen.
Kurzfazit
Safran ist der französische Triebwerks- und Ausrüstungskonzern hinter CFM56 und LEAP, den Hubschrauberturbinen von Turbomeca und dem M88 der Rafale. Die 737 MAX fliegt immer mit Safran-GE-Technik, bei der A320neo verrät eine Modellnummer wie -251N den LEAP-Antrieb.
Zusammenfassung
- Safran ist für Spotter der Name hinter dem Triebwerk: Wer eine 737 MAX, eine A320neo mit LEAP oder eine ältere 737 mit CFM56 fotografiert, hat Safran-Technik im Bild.
- Die Konzerngeschichte reicht über Snecma und Gnome bis 1905 zurück, als Safran firmiert der Konzern seit 2005.
- Neben den Airliner-Triebwerken liefert Safran Hubschrauberturbinen, das M88 der Rafale, Fahrwerke, Bremsen und Kabinenausstattung.
- Mit Rekordauslieferungen beim LEAP und dem Technologieprogramm RISE bleibt Safran einer der wichtigsten Antriebshersteller der zivilen Luftfahrt.
Häufige Fragen
Was stellt Safran her?
Safran baut keine kompletten Flugzeuge, sondern deren wichtigste Systeme: Triebwerke für Verkehrsflugzeuge, Militärjets und Hubschrauber, dazu Fahrwerke, Räder und Carbonbremsen, Triebwerksverkleidungen, Kabelsysteme, Navigations- und Optroniksysteme sowie Passagiersitze und Kabinenausstattung. Die bekanntesten Produkte sind die Triebwerke CFM56 und LEAP, die Safran gemeinsam mit GE Aerospace über CFM International baut.
Was ist der Unterschied zwischen Safran und CFM International?
CFM International ist ein Gemeinschaftsunternehmen, das je zur Hälfte Safran Aircraft Engines und GE Aerospace gehört. Unter dem CFM-Namen laufen CFM56 und LEAP. Entwicklung und Fertigung teilen sich beide Partner; die Endmontage des LEAP findet sowohl bei Safran in Villaroche als auch bei GE in den USA statt.
Welche Flugzeuge fliegen mit Safran-Triebwerken?
Über CFM die A320neo-Familie mit LEAP-1A (alternativ Pratt & Whitney), die Boeing 737 MAX ausschließlich mit LEAP-1B und die COMAC C919 mit LEAP-1C. Das ältere CFM56 steckt in Boeing 737 Classic und NG, in vielen A320ceo und in der A340-200/-300. Dazu kommen die Rafale mit M88 und zahlreiche Hubschrauber.
Wie erkenne ich ein LEAP-Triebwerk an der A320neo?
Von außen ist das schwierig, denn das LEAP-1A und der Pratt-&-Whitney-PW1100G haben beide große, runde Gondeln. Am sichersten ist die Modellbezeichnung: Bei der A320neo stehen Endungen wie -251N (allgemein -25xN) für LEAP-1A, -271N bzw. -27xN für Pratt & Whitney. Diese Angabe findest du in Registerdatenbanken oder in der Flugverfolgung. Mehr Erkennungstipps liefert der Beitrag A320neo oder ceo?.
Gehört Turbomeca zu Safran?
Ja. Turbomeca wurde 1938 gegründet, kam 2001 zur Snecma-Gruppe und heißt heute Safran Helicopter Engines. Der Sitz liegt in Bordes bei Pau. Turbinen wie Arriel, Arrius, Arrano und Makila treiben viele Hubschrauber von Airbus Helicopters und anderen Herstellern an.
Was ist das RISE-Programm?
RISE ist ein Technologieprogramm von CFM, das Safran und GE im Juni 2021 vorgestellt haben. Es erprobt unter anderem einen offenen Rotor ohne Gondel um den Fan, um den Treibstoffverbrauch künftiger Kurz- und Mittelstreckenjets deutlich zu senken. Ein Serientriebwerk daraus ist erst etwa für die Mitte der 2030er-Jahre im Gespräch.
Hat Safran etwas mit Rolls-Royce oder MTU zu tun?
Bei einzelnen Programmen ja. Am TP400-D6 des A400M arbeiten Safran, Rolls-Royce, MTU Aero Engines und ITP Aero im Konsortium Europrop International zusammen. Das RTM322 entstand gemeinsam mit Rolls-Royce. Ansonsten sind die Unternehmen Konkurrenten.
Sichtungen rund um Safran sammeln
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Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Ryanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
AF / AFRAir France
Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.
Typische Flugzeuge
Airbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypComac C919
Zwei LEAP-Triebwerke, A320-Format, Kennzeichen mit B-: Die Comac C919 ist Chinas erster großer Schmalrumpfjet. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und warum sie in Europa ein echter Seltenheitsfund ist.
FlugzeugtypAirbus A340-300
Vier schlanke Triebwerke, ein drittes Fahrwerksbein unter dem Rumpf und der Rumpf einer A330: Die A340-300 ist Airbus’ klassischer Langstrecken-Vierstrahler – und verschwindet gerade aus Europas Flotten. So erkennst du sie, solange es noch geht.
FlugzeugtypAirbus A400M Atlas
Vier Turboprops mit sichelförmigen Achtblatt-Propellern, hoch angesetzter Flügel, T-Leitwerk und eine große Heckrampe: Der A400M ist Europas Militärtransporter. So erkennst du ihn sicher und weißt, wo du ihn siehst.
FlugzeugtypDassault Rafale
Canards dicht vor dem Deltaflügel, zwei seitliche Lufteinlässe, ein fest eingebauter Tankstutzen neben dem Cockpit: Die Rafale ist Frankreichs Allzweck-Kampfjet. So erkennst du sie und ihre Versionen B, C und M.
FlugzeugtypAirbus Helicopters H125
Ein Triebwerk, drei Rotorblätter, offener Heckrotor: Der H125 – bekannt als AS350 Écureuil oder AStar – ist das Arbeitspferd der Alpen und landete 2005 auf dem Mount Everest. So erkennst du ihn.
FlugzeugtypAirbus Helicopters H145
Ummantelter Heckrotor, hoch angesetzter Leitwerksträger, große Klapptüren am Heck: Der H145 ist Europas Rettungs- und Polizeihubschrauber schlechthin. So erkennst du ihn und seine Varianten.
FlugzeugtypAirbus Helicopters H160
Geschwungene Rotorblätter, ein schräg gestellter Fenestron und ein doppeltes Höhenleitwerk: Der H160 ist der modernste Zweimot-Hubschrauber aus Marignane. So erkennst du ihn, seine Betreiber und den militärischen H160M Guépard.
Spotting-Spots rund um Safran
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Aeroscopia am Flughafen Toulouse-Blagnac
Direkt neben der Airbus-Endmontage in Blagnac stehen zwei Concordes, der zweite A380 überhaupt und das erste A320-Testflugzeug. Aeroscopia ist der perfekte Startpunkt für einen Spottertag in Toulouse – mit Werkstour, Testflugzeugen und dem Beluga-Verkehr nur wenige Kilometer entfernt.
MuseumMusée de l'Air et de l'Espace am Flughafen Paris-Le Bourget
Im alten Pariser Flughafenterminal von 1937 steht eines der größten Luftfahrtmuseen der Welt: zwei Concorde, eine begehbare Air-France-747, die A380 Nummer vier und von den Terrassen der Blick auf Europas wichtigsten Businessjet-Flughafen. So holst du als Spotter das Meiste aus dem Besuch heraus.
Weitere Einträge
CFM International
Das Gemeinschaftsunternehmen von GE Aerospace und Safran baut die Triebwerke, die du beim Spotten am häufigsten siehst: das CFM56 für die klassische A320-Familie, die 737 Classic und NG sowie das LEAP für A320neo, 737 MAX und C919. Jede Boeing 737 seit der -300 fliegt mit CFM.
HerstellerGE Aerospace
Der US-Triebwerkshersteller aus Evendale bei Cincinnati steckt hinter einigen der größten Fans, die je unter einem Flügel hingen: CF6 für 747, 767 und MD-11, GE90 für die Boeing 777, GEnx für 787 und 747-8 und GE9X für die 777X. Wer Großraumflugzeuge spottet, hat GE fast immer im Bild.
HerstellerRolls-Royce
Britischer Triebwerkshersteller mit über hundert Jahren Luftfahrtgeschichte: Die Trent-Familie treibt A330, A350, A380 und Boeing 787 an, die Business-Jet-Triebwerke kommen aus Dahlewitz bei Berlin. Für Spotter ist Rolls-Royce die Frage hinter der Frage – welcher Antrieb hängt eigentlich unter dem Flügel?
HerstellerMTU Aero Engines
MTU Aero Engines baut keine Flugzeuge, steckt aber in sehr vielen: Der Münchner Triebwerkshersteller liefert Turbinen und Verdichter für den Getriebefan des A320neo, für 747-8, 787, A380 und Eurofighter und überholt jedes Jahr rund 1.500 Triebwerke und Industriegasturbinen. Für Spotter ist MTU der Schlüssel zu der Frage, was eigentlich unter dem Flügel hängt.
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