Das Wichtigste in Kürze
- Systemzulieferer, kein Flugzeugbauer: Collins Aerospace liefert Cockpit, Kabine, Fahrwerk, Energie- und Datensysteme an Hersteller wie Airbus und Boeing.
- Entstanden 2018 aus Rockwell Collins und UTC Aerospace Systems – mit Wurzeln bei Collins Radio, Goodrich, Hamilton Sundstrand und B/E Aerospace.
- Teil von RTX: Schwestersparten sind das Triebwerksgeschäft Pratt & Whitney und der Rüstungsbereich Raytheon.
- FlightAware gehört seit 2021 zu Collins – der Flugverfolgungsdienst, den viele Spotter täglich nutzen.
- Spotter-Bezug: Head-up-Displays der 787, Avionik der A220, Kabinenausstattung und Bordunterhaltung begegnen dir im Flugzeug fast überall.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Ein Name, fünf Firmengeschichten
- 8.Teil von RTX
- 9.Im Cockpit: Avionik und Head-up-Displays
- 10.Fahrwerke, Räder, Bremsen und Gondeln
- 11.In der Kabine: Sitze, Galleys, Sauerstoff
- 12.Daten: ARINC und FlightAware
- 13.Flughafen-IT und der Cyberangriff 2025
- 14.Collins im Vergleich
- 15.Fazit
- 16.Häufige Fragen
Steckbrief
| Konzernmutter | RTX Corporation – neben Pratt & Whitney und Raytheon eine der drei Sparten des Konzerns |
|---|---|
| Hauptsitz | Charlotte, North Carolina (USA) |
| Entstehung | 2018 durch die Zusammenlegung von Rockwell Collins und UTC Aerospace Systems |
| Wurzeln | Collins Radio (1933), Hamilton Standard und Sundstrand, B.F. Goodrich (1870), B/E Aerospace, ARINC |
| Größe | Laut Konzernangaben für 2023 rund 26 Mrd. US-Dollar Umsatz, mehr als 80.000 Beschäftigte und über 300 Standorte |
| Rolle in der Branche | Systemzulieferer – baut keine kompletten Flugzeuge, sondern Cockpit-, Kabinen-, Fahrwerks- und Energiesysteme |
| Wichtige Kunden | Flugzeughersteller wie Airbus, Boeing, Bombardier und Embraer, dazu Airlines, Flughäfen und Streitkräfte |
| Bekannte Marken | FlightAware, ARINC, Pro Line Fusion, Airshow, HGS-Head-up-Displays |
| Standort in Deutschland | Unter anderem Heidelberg (früher Rockwell Collins Deutschland) |
| Offizielle Website | www.collinsaerospace.com |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Collins Aerospace aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Collins Aerospace
- Im Cockpit einer Boeing 787 die beiden Head-up-Displays entdeckt – die doppelte HUD-Ausstattung ist beim Dreamliner Standard
- Eine Airbus A220 gesehen: Avionik von Rockwell Collins, Triebwerksgondeln aus der Goodrich-Linie
- Auf der Moving Map im Sitz die Airshow-Karte erkannt – eine Collins-Marke
- Einen Airbus A380 fotografiert – auch am Superjumbo sind Produkte aus der Goodrich-Linie verbaut
- Einen Flug in FlightAware verfolgt – und gewusst, dass der Dienst zu Collins gehört
- Geschäftsreiseflugzeuge mit Pro-Line-Fusion-Cockpit auf dem General-Aviation-Vorfeld notiert
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Steckt in fast allen großen Airbus- und Boeing-Mustern – ein guter Schlüssel, um Flugzeugtechnik zu verstehen
- Mit FlightAware direkt im Werkzeugkasten vieler Spotter präsent
- Lange Firmengeschichte mit Apollo-Funk, Goodrich-Fahrwerken und Hamilton-Standard-Technik
- Breites Portfolio vom Cockpit bis zur Bordküche – vieles davon im Flug selbst erlebbar
Wo es hakt
- Kein eigenes Flugzeug – von außen trägt kaum ein Bauteil ein sichtbares Logo
- Viele Marken- und Namenswechsel machen die Geschichte unübersichtlich
- Welches Bauteil auf welchem Typ von Collins stammt, ist oft nur über Herstellerangaben zu klären
- Der Cyberangriff 2025 hat gezeigt, wie abhängig Flughäfen von einzelnen IT-Systemen sind
Du wirst kaum ein Flugzeug finden, auf dem „Collins“ steht – und trotzdem steckt das Unternehmen in fast jedem Verkehrsflugzeug, das du am Zaun fotografierst. Collins Aerospace liefert die Head-up-Displays im Dreamliner-Cockpit, die Avionik der A220, Fahrwerkssysteme, Triebwerksgondeln, Sitze und Bordküchen-Einbauten. Und wenn du abends in FlightAware nachschaust, welche Maschine gerade über dir war, nutzt du ebenfalls ein Collins-Produkt. Dieses Porträt sortiert die verschachtelte Firmengeschichte und zeigt dir, wo du die Technik des Zulieferers als Spotter tatsächlich wiederfindest.
Mehr als nur Typ und Airline
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Ein Name, fünf Firmengeschichten
Collins Aerospace ist jung – das Unternehmen in seiner heutigen Form gibt es erst seit 2018. Seine Bausteine sind aber zum Teil älter als die Luftfahrt selbst. Wer verstehen will, warum ein einziger Zulieferer vom Funkgerät bis zur Bordküche so viel abdeckt, muss die Linien auseinanderhalten, die hier zusammengelaufen sind.
Die namensgebende Linie beginnt 1933 in Cedar Rapids, Iowa. Dort gründete Arthur A. Collins die Collins Radio Company, die zunächst Kurzwellen- und Rundfunktechnik baute. Ihre Funkgeräte begleiteten eine Antarktis-Expedition von Richard Byrd und später die bemannten Raumfahrtprogramme Mercury, Gemini und Apollo. 1973 übernahm Rockwell International das in finanzielle Schwierigkeiten geratene Unternehmen, 2001 wurde die Avioniksparte als Rockwell Collins wieder an die Börse gebracht.
Parallel wuchs bei United Technologies ein zweiter Block heran. Hamilton Sundstrand entstand 1999 aus Hamilton Standard und Sundstrand und baute Hilfsturbinen, elektrische Systeme, Brandschutz und sogar die Lebenserhaltung für NASA-Raumanzüge. 2012 kaufte United Technologies die Goodrich Corporation dazu – einst ein Reifenhersteller aus Akron, der sich nach dem Verkauf des Reifengeschäfts an Michelin zunehmend auf die Luftfahrt konzentriert hatte und unter anderem zu einem der größten Fahrwerkshersteller geworden war. Aus Hamilton Sundstrand und Goodrich formte der Konzern UTC Aerospace Systems.
Rockwell Collins kaufte in dieser Zeit selbst kräftig zu: 2013 den Kommunikationsdienstleister ARINC, 2017 den Kabinenausstatter B/E Aerospace, der Sitze, Öfen, Kaffeemaschinen, Sauerstoffsysteme und Kabinenbeleuchtung lieferte. Ende November 2018 schloss United Technologies dann die Übernahme von Rockwell Collins ab und verschmolz sie mit UTC Aerospace Systems. Der neue Name: Collins Aerospace, mit Sitz in Charlotte, North Carolina.
| Linie | Ursprung | Was sie heute zu Collins beiträgt |
|---|---|---|
| Collins Radio / Rockwell Collins | 1933, Cedar Rapids | Avionik, Funk, Cockpitdisplays, Head-up-Displays |
| Goodrich | 1870, Akron | Fahrwerke, Räder und Bremsen, Triebwerksgondeln |
| Hamilton Standard / Sundstrand | fusioniert 1999 | Bordnetze, Klimaanlagen, Hilfsturbinen, Regelungstechnik |
| B/E Aerospace | 1987 | Sitze, Bordküchen-Einbauten, Sauerstoff, Kabinenlicht |
| ARINC | übernommen 2013 | Datenfunk zwischen Flugzeug und Boden, Flughafen-IT |
Teil von RTX
2020 ging die Konsolidierung eine Stufe weiter. Die Luftfahrtsparten von United Technologies und der Rüstungskonzern Raytheon verschmolzen zu Raytheon Technologies, das sich im Juli 2023 in RTX umbenannte. Seitdem gliedert sich der Konzern in drei Sparten: den Triebwerksbauer Pratt & Whitney, das Rüstungsgeschäft Raytheon und eben Collins Aerospace.
Für dich als Spotter ist das interessant, weil sich Collins und Pratt & Whitney an manchen Flugzeugen ergänzen. An der Airbus A220 etwa stammen die Getriebefan-Triebwerke von Pratt & Whitney, die Gondeln drumherum aus der Goodrich-Linie und die Avionik aus der Rockwell-Collins-Tradition. Ein Flugzeug, an dem gleich mehrere RTX-Bausteine hängen.
Ganz stabil ist das Portfolio allerdings nicht. Im Juli 2023 einigte sich RTX mit dem französischen Konkurrenten Safran auf den Verkauf des Geschäfts mit Aktuatorik und Flugsteuerung für 1,8 Milliarden US-Dollar. Die italienische Regierung blockierte den Deal zunächst per Sonderrecht wegen der italienischen Tochter Microtecnica; im Juli 2025 wurde der Verkauf schließlich abgeschlossen. Was früher Collins-Aktuatoren waren, läuft seitdem unter Safran.
Warum Zulieferer für Spotter zählen
Viele Erkennungsmerkmale eines Flugzeugtyps sind Zuliefererteile: die Form der Triebwerksgondel, die Zahl der Fahrwerksräder, die Cockpitfenster mit dem Glanz eines Head-up-Displays dahinter. Wer weiß, woher diese Teile kommen, versteht besser, warum zwei Typen sich ähneln oder eben nicht. Einen guten Einstieg bieten die Beiträge zu Fahrwerkskonfigurationen und zu Nase und Cockpitfenstern.
Im Cockpit: Avionik und Head-up-Displays
Das Kerngeschäft der Rockwell-Collins-Linie ist das Cockpit. Collins liefert Bildschirme, Flugführungssysteme, Funk- und Navigationsgeräte für Verkehrs-, Geschäfts- und Militärflugzeuge. Bei der Boeing 787 teilen sich Honeywell und Rockwell Collins Flugsteuerung, Flugführung und weitere Avioniksysteme. Zum Collins-Anteil gehören die Head-up-Displays: Beim Dreamliner ist für beide Piloten eine HUD-Glasscheibe ab Werk Standard.
Ein Head-up-Display spiegelt Fluglage, Geschwindigkeit und Landehilfen auf eine durchsichtige Scheibe direkt im Blickfeld der Piloten. Collins vermarktet diese Technik unter dem Namen HGS (Head-up Guidance System), teils kombiniert mit Infrarotkameras als Enhanced Vision System. Wenn du auf Cockpitfotos eine kleine, schräg stehende Glasscheibe über dem Steuerhorn oder Sidestick siehst, ist es meist genau so ein Gerät.
Bei der A220, die Bombardier ursprünglich als CSeries entwickelt hatte, kam die Avionik von Rockwell Collins. In der Geschäftsluftfahrt ist das Cockpitsystem Pro Line Fusion eine der bekanntesten Collins-Marken; es steckt in zahlreichen Business Jets und Turboprops. Auf dem GA-Vorfeld großer Flughäfen begegnen dir diese Muster regelmäßig – auch wenn du die Avionik natürlich nur bei offener Cockpittür erahnst.
Fotos aus dem Cockpit
Wenn du beim Boarding einen Blick ins Cockpit werfen und das HUD fotografieren willst: Frag die Crew immer vorher, und halte dich an ihre Antwort. Was erlaubt ist und was nicht, fasst der Beitrag Fotos im Cockpit zusammen.
Fahrwerke, Räder, Bremsen und Gondeln
Die Goodrich-Linie hat Collins zu einem der großen Namen bei Landesystemen gemacht. Das Unternehmen baut Haupt-, Bug- und Flügelfahrwerke sowie die dazugehörigen Systeme: Bremsen, Räder, Steuerelektronik, Aus- und Einfahrmechanik und Bugradlenkung. Goodrich-Produkte finden sich auf vielen Verkehrsflugzeugen, darunter auch der Airbus A380. Welcher Typ welches Fahrwerk von welchem Hersteller trägt, ist aber nicht pauschal zu sagen – beim Dreamliner etwa kommt das Fahrwerk vom Konkurrenten Safran, bei der A220 von Liebherr Aerospace.
Der zweite große Goodrich-Baustein sind die Triebwerksgondeln, also die Verkleidung samt Schubumkehr rund um das eigentliche Triebwerk. Goodrich hatte 1997 den Gondelspezialisten Rohr übernommen. An der A220 stammen die Gondeln aus dieser Linie. Für Spotter sind Gondeln eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale überhaupt: Ihre Form, ihre Länge und die Zacken an der Hinterkante verraten oft Typ und Triebwerksgeneration.
| Baugruppe | Collins-Linie | Wo du es siehst |
|---|---|---|
| Fahrwerk und Bremsen | Goodrich | Am Boden, beim Rollen und bei der Landung |
| Triebwerksgondeln | Goodrich / Rohr | An jeder Seitenansicht – z. B. an der A220 |
| Head-up-Display | Rockwell Collins | Durch die Cockpitfenster, etwa bei der 787 |
| Bordnetz und Klimaanlage | Hamilton Sundstrand | Indirekt, z. B. über die Kabinenluft |
| Sitze und Bordküchen | B/E Aerospace | In der Kabine, als Passagier |
Deine Wunschtypen im Blick
Setz die A220, die 787 oder den A380 auf die Wunschliste deines Hangars – Planetrack meldet sich, wenn ein passendes Flugzeug anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
In der Kabine: Sitze, Galleys, Sauerstoff
Mit B/E Aerospace hat Collins einen der großen Kabinenausstatter übernommen. Zum Sortiment gehören Passagiersitze für alle Klassen, Öfen, Kaffeemaschinen und Einbauten für Bordküchen, Toiletten, Sauerstoffmasken und Kabinenbeleuchtung. Die Interior-Structures-Sparte im britischen Leighton Buzzard fertigte beispielsweise Galley-Module für den Airbus A350. 2024 kündigte Collins außerdem an, mehr als 16 Millionen Pfund in sein Werk im nordirischen Kilkeel zu investieren, wo Passagiersitze gefertigt werden.
Auch die Moving Map auf deinem Seatback-Bildschirm kann von Collins stammen: Die Marke Airshow gehört zum Portfolio. Und die Luft, die du an Bord atmest, wird bei vielen Mustern von Klimaanlagen aus der Hamilton-Sundstrand-Linie aufbereitet – beim Dreamliner etwa liefert sie Klimapacks und Stromverteilung. Wie das System funktioniert, erklärt der Beitrag zur Kabinenluft.
Für Spotter ist die Kabine zwar nicht das Hauptmotiv, aber ein guter Grund, beim nächsten Flug genauer hinzusehen. Herstellerschilder an Sitzen und Galleys verraten oft mehr über eine Maschine als die Lackierung.
Daten: ARINC und FlightAware
Weniger sichtbar, aber für den Flugbetrieb zentral ist das Datengeschäft. ARINC wurde ursprünglich von Airlines gegründet, um die Kommunikation zwischen Flugzeug und Boden zu organisieren. Unter Collins betreibt die Marke Datenfunknetze, über die Cockpits und Leitstellen der Airlines Nachrichten austauschen, sowie IT-Dienste für Flughäfen.
Der Zukauf mit dem größten Spotter-Bezug ist FlightAware. Der 2005 gegründete Flugverfolgungsdienst aus Houston gehört seit November 2021 zu Collins und läuft weiter unter eigenem Namen. FlightAware stützt sich auf ein weltweites Netz aus zehntausenden ADS-B-Bodenstationen, viele davon betrieben von Privatleuten. Wer selbst einen Empfänger aufstellt, kann seine Daten über die Software PiAware einspeisen – wie das geht, steht im Beitrag PiAware installieren und einrichten.
Flug in der Flugverfolgung finden
Such in FlightAware oder einem anderen Dienst nach Kennzeichen oder Flugnummer. Die FlightAware-Anleitung zeigt die wichtigsten Funktionen.
Typ und Kennzeichen prüfen
Gleiche das Kennzeichen mit deinem Foto ab. Der Beitrag Kennzeichen verstehen erklärt, wie du die Buchstabenfolgen liest.
Dienste vergleichen
FlightAware und Flightradar24 decken nicht immer dieselben Flüge ab. Der direkte Vergleich hilft bei der Wahl.
Selbst Daten liefern
Mit einem eigenen ADS-B-Empfänger verbesserst du die Abdeckung in deiner Region. Einen Überblick gibt der Feeder-Vergleich.
Flughafen-IT und der Cyberangriff 2025
Zum ARINC-Erbe gehört auch Software, die an Flughäfen läuft – etwa das System MUSE, über das sich mehrere Airlines Check-in-Schalter und Boarding-Gates teilen. Wie abhängig der Betrieb davon ist, zeigte sich im September 2025: Ein Cyberangriff auf diese Collins-Software störte die Abfertigung an mehreren europäischen Flughäfen, darunter Berlin Brandenburg, Brüssel, Dublin und London-Heathrow. Passagiere wurden zeitweise wieder per Hand eingecheckt, es kam zu Verspätungen und Annullierungen.
Für Spotter war das ein seltener Moment, in dem der Name Collins plötzlich in den Nachrichten stand. Ein Zulieferer, der sonst unsichtbar bleibt, hatte für ein paar Tage sichtbaren Einfluss darauf, wie viel am Spotterhügel zu sehen war.
Zuordnung immer prüfen
Weil Collins aus so vielen Firmen entstanden ist, kursieren im Netz viele ungenaue Angaben – etwa, dass ein bestimmtes Fahrwerk „von Collins“ sei, obwohl es von Safran oder Liebherr kommt. Verlass dich bei Bauteil-Zuordnungen auf Hersteller- und Typangaben, nicht auf Forenposts.
Collins im Vergleich
Collins steht in einer kleinen Liga großer Luftfahrtzulieferer, die sich viele Programme teilen. Der wichtigste Wettbewerber im Cockpit ist Honeywell Aerospace – bei der 787 arbeiten beide sogar Seite an Seite. Bei Fahrwerken, Bremsen, Gondeln und Kabinen ist Safran der große europäische Gegenspieler, der seit 2025 zudem die frühere Collins-Aktuatorik besitzt. Im Bereich Avionik und Kabinenelektronik konkurriert Collins außerdem mit Thales, bei Fahrwerken und Klimasystemen auch mit Liebherr Aerospace.
| Zulieferer | Schwerpunkte | Berührungspunkte mit Collins |
|---|---|---|
| Honeywell Aerospace | Avionik, Hilfsturbinen, Bordsysteme | Teilt sich die Avionik der 787 |
| Safran | Fahrwerke, Bremsen, Gondeln, Kabine, Triebwerke | Hat 2025 die Collins-Aktuatorik übernommen |
| Thales | Avionik, Bordunterhaltung | Konkurrent im Cockpit und in der Kabine |
| Liebherr Aerospace | Fahrwerke, Klimasysteme | Fahrwerk der A220 |
| Pratt & Whitney | Triebwerke | Schwestersparte im RTX-Konzern |
Anders als Triebwerkshersteller wie GE Aerospace oder Pratt & Whitney, deren Produkte du an der Form der Fans erkennst, bleibt Collins von außen meist unsichtbar. Gerade das macht das Unternehmen spannend: Es ist der Teil der Luftfahrt, der zwischen den großen Namen verschwindet – und ohne den kaum ein Airbus oder Boeing fliegen würde.
Spotten, sammeln, teilen
Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte mit bestem Licht, Sonnenstand-Planer und eine Community mit Foto der Woche – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Collins Aerospace ist das Paradebeispiel für einen Luftfahrtkonzern, den Passagiere nie bewusst wahrnehmen. Aus Collins Radio, Goodrich, Hamilton Sundstrand, B/E Aerospace und ARINC ist ein Zulieferer entstanden, der vom Head-up-Display über das Fahrwerk bis zur Kaffeemaschine in der Galley fast alles liefert, was ein Verkehrsflugzeug zum Fliegen und zum Bewirten braucht.
Für dich als Spotter lohnt sich der Blick hinter die Kulissen, weil er erklärt, warum Typen so aussehen, wie sie aussehen. Und spätestens wenn du nach einem Spottertag in FlightAware nachschaust, welche Maschine dir vor die Linse gekommen ist, bist du selbst Collins-Kunde geworden.
Kurzfazit
Collins Aerospace ist die Zulieferer-Sparte von RTX und bündelt Avionik, Kabine, Fahrwerk, Energie und Daten. Sichtbar wird das Unternehmen selten – aber in 787, A220, A380 und vielen anderen Mustern steckt seine Technik, und mit FlightAware gehört es fest zum Spotter-Alltag.
Zusammenfassung
- Collins Aerospace ist einer der größten Zulieferer der Luftfahrt und bündelt die Geschichte mehrerer traditionsreicher US-Firmen.
- Das Spektrum reicht von Avionik und Head-up-Displays über Fahrwerke, Gondeln und Bordnetze bis zu Sitzen und Bordküchen.
- Mit ARINC und FlightAware ist Collins auch im Datengeschäft stark – von der Cockpitnachricht bis zur Flugverfolgungs-App.
- Für Spotter ist Collins ein unsichtbarer Begleiter: selten zu sehen, aber in fast jedem Verkehrsflugzeug verbaut.
Häufige Fragen
Baut Collins Aerospace eigene Flugzeuge?
Nein. Collins ist ein Systemzulieferer. Das Unternehmen liefert Komponenten und ganze Systeme an Flugzeughersteller – etwa Avionik, Fahrwerke, Triebwerksgondeln, Bordnetze, Sitze und Bordküchen-Einbauten. Die Flugzeuge selbst bauen Firmen wie Airbus, Boeing oder Embraer.
Wem gehört Collins Aerospace?
Collins ist eine Sparte des US-Konzerns RTX Corporation, die bis 2023 Raytheon Technologies hieß. Zu RTX gehören außerdem der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney und das Rüstungsgeschäft Raytheon.
Was ist der Unterschied zwischen Rockwell Collins und Collins Aerospace?
Rockwell Collins war bis 2018 ein eigenständiger Avionikhersteller aus Cedar Rapids. Nach der Übernahme durch United Technologies wurde er mit UTC Aerospace Systems zusammengelegt – daraus entstand Collins Aerospace. Der Name Collins geht auf Arthur A. Collins zurück, der 1933 die Collins Radio Company gründete.
Gehört FlightAware wirklich zu Collins Aerospace?
Ja. Collins hat die Übernahme im August 2021 angekündigt und im November 2021 abgeschlossen. FlightAware läuft weiter unter eigenem Namen. Wie du den Dienst als Spotter nutzt, steht im Beitrag FlightAware nutzen.
Welche Collins-Technik steckt in der Boeing 787?
Laut gängigen Typbeschreibungen liefert Rockwell Collins – heute Collins Aerospace – gemeinsam mit Honeywell Teile der Flugführung und Avionik, darunter die standardmäßig doppelt verbauten Head-up-Displays. Aus der Hamilton-Sundstrand-Linie kommen Stromverteilung und Klimaanlagen. Das Fahrwerk der 787 stammt dagegen nicht von Collins.
Was hatte Collins mit den Störungen an Flughäfen 2025 zu tun?
Im September 2025 traf ein Cyberangriff die Check-in- und Boarding-Software MUSE von Collins. Betroffen waren unter anderem die Flughäfen Berlin Brandenburg, Brüssel, Dublin und London-Heathrow, die zeitweise auf manuelle Abfertigung umstellen mussten.
Ist Collins auch in Deutschland vertreten?
Ja, unter anderem in Heidelberg, wo früher die Rockwell Collins Deutschland GmbH saß. Die genauen Standorte und Tätigkeiten ändern sich mit Umstrukturierungen – aktuelle Angaben findest du auf der deutschsprachigen Website des Unternehmens.
Sichtungen rund um Collins Aerospace sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Typische Flugzeuge
Boeing 787-9 Dreamliner
Gezackte Triebwerksenden, schräg auslaufende Flügel und eine glatte, runde Nase: Die 787-9 ist die meistgeflogene Dreamliner-Version. So erkennst du sie und trennst sie von 787-8 und 787-10.
FlugzeugtypAirbus A220-300
Schlanker Rumpf, riesige Getriebefan-Triebwerke, große Fenster: Die A220-300 begann als Bombardier CS300 und ist heute bei Swiss, airBaltic und Air France Alltag. So erkennst du sie.
FlugzeugtypAirbus A380-800
Zwei durchgehende Passagierdecks, vier Triebwerke, fast 80 Meter Spannweite: Der A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. Die Produktion ist beendet, sehen kannst du ihn trotzdem noch regelmäßig.
FlugzeugtypAirbus A350-900
Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
Weitere Einträge
Pratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
HerstellerHoneywell Aerospace
Der Zulieferer aus Phoenix baut keine Flugzeuge, steckt aber in fast jedem: Hilfsturbinen im Heck von 737 und A320, Glascockpits in Business-Jets, Warnsysteme gegen Bodenberührung und Triebwerke wie TFE731 und HTF7000. Seit Juni 2026 ist Honeywell Aerospace ein eigenständiges Unternehmen.
HerstellerSafran
Safran baut keine Flugzeuge – und steckt trotzdem in einem großen Teil der Airliner, die du am Zaun siehst. Der französische Konzern liefert über CFM International die Triebwerke für A320neo und Boeing 737 MAX, treibt Hubschrauber und die Rafale an und baut Fahrwerke, Bremsen und Kabinen. Hier erfährst du, woran du Safran-Technik im Feld erkennst.
HerstellerThales
Thales baut keine Flugzeuge, steckt aber in sehr vielen: Avionik in Airbus- und ATR-Cockpits, Flugsicherungssysteme, die laut Thales rund 40 Prozent des weltweiten Luftraums überwachen, Radare und Navigationsanlagen an Flughäfen, Bordunterhaltung in der Kabine und Sensoren im Rafale.
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