Das Wichtigste in Kürze
- Der Superjet 100 ist ein zweistrahliger Regionaljet für knapp 90 bis gut 100 Passagiere, entwickelt von Suchoi und heute als Yakovlev SJ-100 vermarktet.
- Schnellster Erkennungsweg: kurzer Rumpf, Triebwerke unter den Flügeln, normales Leitwerk – und in der Kabine fünf Sitze pro Reihe.
- In Flugplänen und Tracking-Apps erscheint der Typ als SU95.
- In Westeuropa ist er praktisch verschwunden: Die EASA hat die Zulassung im März 2022 widerrufen, russische Airlines dürfen den EU-Luftraum nicht nutzen.
- Der größte Betreiber ist Aeroflot; fast die gesamte aktive Flotte fliegt in Russland.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Suchoi Superjet 100?
- 2.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 3.Varianten: 95B, 95LR und SJ-100
- 4.Vom Suchoi zum Yakovlev: die Namensgeschichte
- 5.Superjet, E190 oder A220?
- 6.Der Superjet in Westeuropa: CityJet und Brussels Airlines
- 7.Wo du den Superjet heute antriffst
- 8.Unfälle und Sicherheitsbilanz
- 9.Fototipps speziell für den Superjet
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Suchoi Civil Aircraft, heute Yakovlev (Teil der United Aircraft Corporation) |
|---|---|
| ICAO-Typcode | SU95 |
| Werksbezeichnung | RRJ-95 (Varianten 95B und 95LR) |
| Erstflug | 19. Mai 2008 in Komsomolsk am Amur |
| Erster Linienflug | 21. April 2011 bei Armavia (Armenien) |
| EASA-Musterzulassung | 3. Februar 2012, im März 2022 im Zuge der EU-Sanktionen widerrufen |
| Triebwerke | 2 × PowerJet SaM146 (Safran/NPO Saturn); beim SJ-100 alternativ das russische PD-8 |
| Länge | 29,94 m |
| Spannweite | 27,80 m ohne Flügelspitzen-Erweiterung |
| Höhe | 10,28 m |
| Sitzplätze | 87 (zwei Klassen) bis 108 (eine Klasse), Sitzanordnung 2+3 |
| Reichweite | rund 3.050 km (95B), bis rund 4.580 km (95LR) |
| Max. Startgewicht | 45,88 t (95B), 49,45 t (95LR) |
| Reisegeschwindigkeit | etwa Mach 0,78 bis 0,81 |
| Endmontage | Komsomolsk am Amur (Russland) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Kurzer, kompakter Rumpf von knapp 30 Metern – deutlich kürzer als eine E190
- Zwei Triebwerke unter den Flügeln, keine Hecktriebwerke und kein T-Leitwerk
- Höhenleitwerk unten am Rumpfende, klassisches Seitenleitwerk
- Für einen Regionaljet recht breiter Rumpf: innen fünf Sitze pro Reihe (2+3)
- Je nach Baujahr glatte Flügelenden oder nachgerüstete, nach oben und unten auslaufende „Saberlets“
- Kennzeichen meist mit dem russischen Präfix RA-
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kurzer Zweistrahler mit Triebwerken unter den Flügeln, normalem Leitwerk und russischem Kennzeichen: Wer so etwas heute in Mitteleuropa sieht, hat einen echten Glücksfall erwischt. Der Suchoi Superjet 100 war Russlands großer Versuch, mit einem modernen Regionaljet gegen Embraer und Bombardier anzutreten. Ein paar Jahre lang flog er sogar für westeuropäische Airlines. Diese Seite zeigt dir, woran du ihn erkennst, wie er sich von E-Jet und A220 abgrenzt und warum er für Spotter im DACH-Raum inzwischen zu den seltenen Vögeln gehört.
SU95 im Hangar abhaken
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Was ist der Suchoi Superjet 100?
Der Superjet 100, kurz SSJ100, ist ein zweistrahliger Regionaljet mit einem Mittelgang. Je nach Bestuhlung passen 87 Passagiere in zwei Klassen oder bis zu 108 in einer Klasse hinein. Die Werksbezeichnung lautet RRJ-95, wobei die 95 für die typische Sitzzahl der Basisversion steht. Daraus leitet sich auch der ICAO-Typcode SU95 ab, unter dem du den Typ in Tracking-Apps findest.
Entwickelt wurde das Flugzeug von Suchoi Civil Aircraft, einer Tochter des Konzerns, der sonst vor allem für Kampfflugzeuge der Su-Reihe bekannt ist. Gebaut wird er im Werk Komsomolsk am Amur im Fernen Osten Russlands, Komponenten kommen unter anderem aus Nowosibirsk. Ungewöhnlich für ein russisches Verkehrsflugzeug war die starke westliche Beteiligung: Das Triebwerk SaM146 stammt von PowerJet, einem Gemeinschaftsunternehmen von Safran und NPO Saturn. Fahrwerk, Avionik und Hilfsturbine kamen ebenfalls zu großen Teilen von westlichen Zulieferern.
Der Erstflug fand am 19. Mai 2008 in Komsomolsk am Amur statt. Erstkunde war die armenische Armavia, die ihre erste Maschine im April 2011 übernahm und am 21. April 2011 den ersten Linienflug durchführte. Im Februar 2012 folgte die Musterzulassung der europäischen Luftfahrtbehörde EASA für die Version RRJ-95B – damit stand der Weg in den Westen offen.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Im Feld stehst du beim Superjet vor allem vor einer Frage: Ist das wirklich ein SSJ oder doch eine E-Jet oder ein A220? Drei Beobachtungen helfen beim Eingrenzen.
Triebwerke und Leitwerk prüfen
Die zwei Triebwerke hängen unter den Flügeln, das Höhenleitwerk sitzt unten am Rumpfende. Damit scheiden CRJ, Fokker 100 und Avro RJ schon aus, die Hecktriebwerke oder ein T-Leitwerk haben.
Rumpflänge einschätzen
Mit knapp 30 Metern ist der Superjet spürbar kürzer als E190 oder A220-100, die beide um die 35 Meter oder mehr messen. Er wirkt kompakt und eher rundlich.
Kennzeichen lesen
Die allermeisten aktiven Superjets sind in Russland registriert und tragen das Präfix RA-. Das Kennzeichen bestätigt den Typ in jeder Datenbank.
Wie Länderpräfixe aufgebaut sind und welches Land hinter welchem Kürzel steckt, erklärt der Beitrag zu den Länderkennungen von Flugzeugen. Wenn du allgemein üben willst, Typen schneller einzuordnen, hilft dir Flugzeugtypen erkennen für Anfänger.
Praxis-Tipp für den ersten Blick
Schau auf die Proportionen von Rumpf und Flügel. Beim Superjet sind Spannweite und Rumpflänge fast gleich groß, die Maschine wirkt dadurch kurz und breit. Eine E190 sieht im Vergleich deutlich gestreckter aus.
Varianten: 95B, 95LR und SJ-100
Im Liniendienst begegnen dir praktisch nur zwei Versionen, die sich äußerlich kaum unterscheiden. Dazu kommt die modernisierte Ausführung mit russischen Systemen.
| Merkmal | SSJ100-95B | SSJ100-95LR | SJ-100 |
|---|---|---|---|
| Einordnung | Basisversion | Langstreckenversion | Version mit weitgehend russischen Bauteilen |
| Reichweite (Hersteller/Datenblatt) | rund 3.050 km | bis rund 4.580 km | rund 4.320 km |
| Max. Startgewicht | 45,88 t | 49,45 t | 49,45 t |
| Triebwerk | SaM146 | SaM146 | PD-8 (Erprobungsträger auch mit SaM146) |
| Sitzplätze | 87–108 | 87–108 | rund 103 |
Äußerlich auffälligste Neuerung der späteren Jahre sind die Saberlets: Flügelspitzen-Erweiterungen, die nach oben und unten auslaufen. Sie flogen erstmals im Dezember 2017, sind optional und lassen sich nachrüsten. Der Spareffekt beim Treibstoff wird je nach Quelle mit drei bis vier Prozent angegeben. Beim SJ-100 gehören sie zum Standard und vergrößern die Spannweite. Siehst du also glatte Flügelenden, hast du sehr wahrscheinlich eine ältere Maschine ohne Nachrüstung vor dir.
Daneben gab es eine Business-Jet-Version, die unter anderem der Schweizer VIP-Betreiber Comlux bestellt hatte. Von außen gleicht sie dem Linienflugzeug, nur das Kennzeichen und der Betreiber verraten sie.
Vom Suchoi zum Yakovlev: die Namensgeschichte
Wer heute nach dem Superjet sucht, stolpert über mehrere Namen. Ende 2018 übertrug der russische Staatskonzern United Aircraft Corporation das Programm von Suchoi an Irkut, 2020 wurde die bisherige Suchoi Civil Aircraft in „Regional Aircraft“ umbenannt. Im August 2023 bekam Irkut schließlich den traditionsreichen Namen Yakovlev. Seitdem läuft das Flugzeug als SJ-100.
Hintergrund der Modernisierung sind die Sanktionen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Westliche Zulieferer stellten Teile und Support ein, deshalb arbeitet Russland an einer Version, in der Triebwerk, Fahrwerk, Avionik und viele weitere Systeme aus heimischer Produktion stammen. Das neue Triebwerk PD-8 von NPO Saturn flog am 17. März 2025 erstmals am Superjet und erhielt im Juni 2026 seine Musterzulassung. Die Zulassung des kompletten SJ-100 hat sich mehrfach verschoben; nach Angaben aus Russland peilen die Behörden inzwischen Ende 2026 bis Anfang 2027 an, erste Auslieferungen werden für die zweite Jahreshälfte 2027 genannt. Stand Oktober 2026 ist das also eine bewegliche Zielmarke.
Superjet, E190 oder A220?
Am häufigsten verwechselst du den Superjet mit anderen Regionaljets, die ebenfalls Triebwerke unter den Flügeln haben. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede.
| Merkmal | Superjet 100 | Embraer E190 | Airbus A220-100 |
|---|---|---|---|
| ICAO-Typcode | SU95 | E190 | BCS1 |
| Länge | 29,94 m | 36,25 m | 35,0 m |
| Spannweite | 27,80 m (ohne Saberlets) | rund 28,7 m | 35,1 m |
| Sitze pro Reihe | 5 (2+3) | 4 (2+2) | 5 (2+3) |
| Triebwerk | SaM146 | CF34-10E | PW1500G |
Die Embraer E190 hat einen schmaleren Rumpf mit vier Sitzen pro Reihe und ist deutlich länger. Die kleinere E175 kommt der Länge des Superjet näher, bleibt aber schlanker. Der Airbus A220-100 hat zwar ebenfalls fünf Sitze pro Reihe, aber auffallend große Getriebefan-Triebwerke und lange, schlanke Flügel mit über 35 Metern Spannweite. Die neuere E190-E2 erkennst du an den großen Triebwerken und langen Flügeln ohne klassische Winglets.
Schnellbestimmung: kleiner Zweistrahler mit Unterflügel-Triebwerken
Suchoi Superjet 100
Kurzer Rumpf, fast gleich lange Flügel und ein russisches Kennzeichen sind das typische SSJ-Bild. Prüf zur Sicherheit den Typcode SU95 im Tracking-Dienst.
Embraer E-Jet
Ein gestreckter, schlanker Rumpf mit Winglets spricht für die E-Jet-Familie. Die Länge entscheidet zwischen E175, E190 und E195.
Airbus A220
Große Triebwerke und lange, schlanke Flügel passen zum A220. Ob -100 oder -300, zeigt dir die Rumpflänge.
Hast du Triebwerke am Heck, ist es kein Superjet, sondern eher ein CRJ900 oder eine Fokker 100. Mit vier Triebwerken unter einem Schulterflügel steht ein Avro RJ85 vor dir. Und ein chinesischer Neuling wie die COMAC C919 ist mit fast 39 Metern bereits ein ausgewachsener Mittelstreckenjet.
Der Superjet in Westeuropa: CityJet und Brussels Airlines
Für Spotter in Mitteleuropa war die spannendste Phase des Superjet kurz. Die irische CityJet übernahm ihre erste Maschine im Frühsommer 2016 und wurde damit zum einzigen westeuropäischen Betreiber. Ab 2017 stellte CityJet die Flugzeuge samt Besatzung im Wet Lease für Brussels Airlines bereit, die damit vom Flughafen Brüssel aus Europastrecken bediente. Wie solche Mietverträge mit Crew funktionieren, erklärt der Beitrag Wet Lease erklärt.
Die Erfahrungen waren durchwachsen: Brussels Airlines suchte wegen Zuverlässigkeitsproblemen nach Alternativen und verlängerte nicht über 2018 hinaus. Anfang 2019 beendete CityJet den Einsatz, die Maschinen wurden abgestellt. In Nordamerika setzte die mexikanische Interjet ab 2013 gut zwanzig Superjets ein, auch hier blieben die Flugzeuge später am Boden, bevor die Airline den Betrieb einstellte.
Seltene Typen nicht verpassen
Setz den Superjet auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein SU95 in der Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du den Superjet heute antriffst
Seit Ende Februar 2022 ist der Luftraum der EU für russische Airlines gesperrt, und am 14. März 2022 hat die EASA die europäische Musterzulassung des Superjet widerrufen. An deutschen, österreichischen oder Schweizer Flughäfen kannst du einen SSJ im Linienbetrieb deshalb nicht erwarten. Der Typ taucht dort höchstens in Ausnahmefällen auf, etwa bei Sonder- oder Überführungsflügen von Betreibern außerhalb Russlands – und auch das ist selten.
Die aktive Flotte fliegt fast vollständig in Russland. Größter Betreiber ist Aeroflot, dazu kommen Airlines wie Yamal, Red Wings, Azimuth und Gazpromavia. Wie viele Maschinen aktuell tatsächlich unterwegs sind, schwankt: Durch fehlende westliche Ersatzteile stand seit 2022 immer wieder ein Teil der Flotte am Boden.
| Region | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Deutschland, Österreich, Schweiz | sehr gering | Keine EU-Zulassung, russische Airlines im EU-Luftraum gesperrt |
| Übriges EU-Ausland | sehr gering | Dieselben Einschränkungen |
| Ziele russischer Airlines außerhalb der EU | gering bis mittel | Abhängig vom aktuellen Flugplan und Flugzeugeinsatz |
| Russland | hoch | Heimatmarkt mit Aeroflot als größtem Betreiber |
Sicherheit und Rechtslage zuerst
Reisen nach Russland sind derzeit mit erheblichen Risiken verbunden, und Fotografieren an Flughäfen kann dort schnell Ärger bringen. Prüf vor jeder Reise die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts. Für die meisten Spotter bleibt der Superjet ein Typ für Fotos aus der Vergangenheit oder für zufällige Begegnungen.
Ob irgendwo ein SU95 unterwegs ist, siehst du am schnellsten in Tracking-Diensten. Wie das funktioniert und welche Daten ADS-B liefert, erfährst du im Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Welche App sich dafür eignet, vergleicht der Flugradar-Apps-Vergleich.
Unfälle und Sicherheitsbilanz
Zur Geschichte des Superjet gehören auch schwere Unglücke. Am 9. Mai 2012 prallte eine Maschine bei einem Vorführflug in Indonesien gegen den Berg Salak, alle 45 Menschen an Bord kamen ums Leben. Am 5. Mai 2019 kehrte der Aeroflot-Flug 1492 nach Blitzeinschlägen und Ausfall des Funks nach Moskau-Scheremetjewo zurück; bei der harten Landung und dem anschließenden Brand starben 41 der 78 Menschen an Bord. Im Juli 2024 stürzte zudem ein Superjet der Gazpromavia bei einem Flug ohne Passagiere nahe Kolomna ab, die drei Besatzungsmitglieder starben.
Für Spotter sind diese Ereignisse vor allem als Hintergrund wichtig: Sie erklären, warum der Typ in der westlichen Luftfahrt einen schweren Stand hatte, schon bevor die Sanktionen ihn aus Europa verdrängten.
Fototipps speziell für den Superjet
Weil du den Superjet so selten vor die Linse bekommst, lohnt es sich, die Chance gut zu nutzen.
Kompakte Form betonen
Die kurze, rundliche Silhouette kommt in der Seitenansicht am besten zur Geltung. Ein Profilbild beim Rollen zeigt Proportionen und Triebwerke gleichzeitig.
Flügelenden mitnehmen
Ob Saberlets dran sind oder nicht, verrät viel über die Maschine. Wähle den Ausschnitt so, dass beide Flügelspitzen sichtbar bleiben.
Kennzeichen lesbar halten
Bei seltenen Typen ist das Kennzeichen Gold wert. Eine Aufnahme, auf der es klar lesbar ist, macht die Sichtung später eindeutig nachvollziehbar.
Licht vorher prüfen
Ein Regionaljet ist klein im Bild. Mit der Sonne im Rücken bleiben Lackierung und Details erhalten, Gegenlicht macht ihn schnell zur Silhouette.
Wann die Sonne an deinem Standpunkt günstig steht, kannst du vorab berechnen; wie das geht, steht in Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Weitere Raritäten und wie du sie aufspürst, sammelt der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten. Und wenn du gerade erst einsteigst, bringt dich Planespotting für Einsteiger schnell auf Kurs.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Superjet 100, wenn …
- der Rumpf mit knapp 30 Metern kurz und gedrungen wirkt
- zwei Triebwerke unter den Flügeln hängen und das Leitwerk klassisch aufgebaut ist
- das Kennzeichen mit RA- beginnt
- im Tracking-Dienst SU95 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Maschine nur von weitem oder von unten siehst
- eine unbekannte Lackierung ohne Airline-Bezug auftaucht
- die Länge schwer einzuschätzen ist – dann könnte es auch eine E175 sein
Es ist kein Superjet, wenn …
- die Triebwerke am Heck sitzen
- ein T-Leitwerk obendrauf thront
- die Flügel sichtbar länger als der Rumpf wirken und die Triebwerke riesig sind – dann eher ein A220
- du vier Triebwerke zählst
Fazit
Der Superjet 100 ist ein Flugzeug mit bewegter Geschichte: technisch modern, mit starker westlicher Beteiligung gebaut, kurz in Westeuropa unterwegs und seit 2022 aus der EU verschwunden. Erkennen kannst du ihn an kurzem Rumpf, Unterflügel-Triebwerken und klassischem Leitwerk, bestätigen am Typcode SU95 und am Kennzeichen. Gerade weil er hier so selten ist, gehört er zu den Typen, die in einer Sammlung auffallen.
Kurzfazit
Kurzer, gedrungener Regionaljet mit Triebwerken unter den Flügeln, 2+3-Kabine und meist RA-Kennzeichen: Das ist der Superjet 100. Im DACH-Raum ist er seit 2022 praktisch nicht mehr zu sehen – wer ihn hat, hat eine echte Rarität.
Zusammenfassung
- Der Superjet 100 flog erstmals 2008 und ging 2011 bei der armenischen Armavia in den Liniendienst.
- Mit CityJet und Brussels Airlines war er zwischen 2016 und Anfang 2019 auch in Westeuropa im Einsatz.
- Seit 2022 ist er in der EU nicht mehr zugelassen; Russland arbeitet an einer Version mit eigenen Triebwerken und Systemen, dem SJ-100.
- Für Spotter im DACH-Raum ist der Typ heute eine Rarität – gute Chancen gibt es nur außerhalb der EU.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat der Superjet 100?
Der Superjet 100 läuft unter SU95. Die Ziffern spielen auf die Werksbezeichnung RRJ-95 an, die Basisversion mit rund 95 Sitzen. Mit dem Code findest du die Maschinen in Tracking-Diensten und Flugplänen.
Ist der Superjet jetzt ein Suchoi oder ein Yakovlev?
Beides, je nach Zeitpunkt. Entwickelt hat ihn Suchoi Civil Aircraft. Ende 2018 wanderte das Programm zu Irkut, 2020 wurde die Firma in „Regional Aircraft“ umbenannt, und seit 2023 tritt Irkut unter dem Namen Yakovlev auf. Die modernisierte Version heißt seitdem SJ-100. Unter Spottern ist „Superjet“ oder „SSJ“ weiter der gängige Name.
Wie unterscheide ich den Superjet von der Embraer E190?
Beide haben Triebwerke unter den Flügeln und ein klassisches Leitwerk. Der Superjet ist aber mit knapp 30 Metern rund sechs Meter kürzer und wirkt gedrungener, während die E190 lang und schlank aussieht. Innen sitzt du im Superjet zu fünft in einer Reihe, in der E190 zu viert. Letzte Sicherheit gibt das Kennzeichen.
Warum sieht man den Superjet in Deutschland nicht mehr?
Seit Februar 2022 dürfen russische Airlines den Luftraum der EU nicht mehr nutzen, und im März 2022 hat die EASA die europäische Musterzulassung des Superjet widerrufen. Westeuropäische Betreiber gab es schon vorher nicht mehr: CityJet und Brussels Airlines hatten den Typ bereits Anfang 2019 aufgegeben.
Welche Triebwerke hat der Superjet 100?
Die bisher gebauten Maschinen fliegen mit dem SaM146 von PowerJet, einem Gemeinschaftsunternehmen von Safran und dem russischen Hersteller NPO Saturn. Für das SJ-100 ohne westliche Zulieferteile hat Russland das PD-8 entwickelt, das im März 2025 erstmals am Superjet flog.
Ist Brussels Airlines wirklich Superjet geflogen?
Ja, allerdings nicht mit eigenen Maschinen. Die irische CityJet stellte ab 2017 Superjets samt Crew im Wet Lease für Brussels Airlines bereit. Die Belgier verlängerten das nicht über 2018 hinaus, Anfang 2019 war das Kapitel beendet.
Wie viele Superjets wurden gebaut?
Je nach Quelle liegt die Zahl bei gut 230 Maschinen. Wie viele davon heute tatsächlich fliegen, ist schwer zu beziffern, weil Ersatzteil-Engpässe seit 2022 einen Teil der Flotte am Boden halten.
Suchoi Superjet 100 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Embraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
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Kurz, bullig, mit überraschend großen Triebwerken: Die A220-100 begann als Bombardier CS100 und wird seltener. So erkennst du die kleine Schwester der A220-Familie sicher.
RegionaljetEmbraer E175
Der kleine E-Jet mit der großen US-Karriere: Die E175 fliegt mit rund 76 bis 88 Sitzen in 2+2-Kabine, ist Embraers Bestseller und in Europa vor allem bei KLM Cityhopper und LOT zu sehen.
RegionaljetBombardier CRJ900
Schlanker Rumpf, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk obendrauf: Der CRJ900 war jahrelang das Arbeitspferd im Lufthansa-Zubringerverkehr. Seit dem Aus der CityLine ist er in Deutschland selten geworden – so erkennst du ihn trotzdem sicher.
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Gleicher Rumpf, ganz neuer Flügel: Die E190-E2 ist die zweite Generation des mittleren E-Jets. Lange, schräg auslaufende Flügelspitzen und große Getriebefan-Triebwerke verraten sie – wenn du weißt, worauf du achten musst.
SchmalrumpfAirbus A220-300
Schlanker Rumpf, riesige Getriebefan-Triebwerke, große Fenster: Die A220-300 begann als Bombardier CS300 und ist heute bei Swiss, airBaltic und Air France Alltag. So erkennst du sie.
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