Das Wichtigste in Kürze
- Die MC-21 ist Russlands großer Schmalrumpfjet: Sie zielt auf das Segment von Airbus A320neo und Boeing 737 MAX und bietet in der -300 bis zu 211 Sitze.
- MS-21 und MC-21 sind derselbe Typ: Die kyrillische Abkürzung „МС“ wird im Westen oft als „MC“ gelesen, korrekt transkribiert heißt sie MS-21.
- Die Sanktionen haben das Programm umgekrempelt: Westliche Triebwerke, Verbundwerkstoffe und viele Systeme wurden durch russische Komponenten ersetzt.
- Schnellster Erkennungsweg: glatte Flügelspitzen ohne Winglets, große Triebwerke, RA-Kennzeichen.
- Für Spotter im DACH-Raum ist die MC-21 unerreichbar: Russische Verkehrsflugzeuge dürfen seit 2022 nicht in den EU-Luftraum, eine EASA-Zulassung gibt es nicht.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die MC-21?
- 2.Entwicklung: vom Westen-Mix zum Eigenbau
- 3.Die Sanktionen und ihre Folgen
- 4.Programmstand im Oktober 2026
- 5.Varianten im Überblick
- 6.So erkennst du die MC-21
- 7.MC-21, A320neo, 737 MAX oder C919?
- 8.Russische Verkehrsflugzeuge im Vergleich
- 9.Wo kannst du die MC-21 sehen?
- 10.Fototipps für die MC-21
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Irkut, seit 2023 unter dem Namen Jakowlew (Teil der United Aircraft Corporation) |
|---|---|
| Kategorie | Zweistrahliger Schmalrumpfjet, ein Mittelgang |
| Endmontage | Flugzeugwerk Irkutsk |
| Programmstart | 2007 |
| Roll-out | 8. Juni 2016 (MC-21-300) |
| Erstflug | 28. Mai 2017 in Irkutsk (MC-21-300) |
| Erstflug mit PD-14 | 15. Dezember 2020 (MC-21-310) |
| Triebwerke | 2 × Awiadwigatel PD-14 (Serienversion -310); Prototypen der -300 mit Pratt & Whitney PW1400G |
| Länge | 42,2 m (MC-21-300) |
| Spannweite | 35,9 m |
| Höhe | 11,45 m |
| Rumpfbreite außen | 4,06 m |
| Kabinenbreite | rund 3,81 m |
| Sitzplätze (MC-21-300) | 163 in zwei Klassen, bis 211 in einer Klasse |
| Max. Startgewicht | 79,25 t (MC-21-300) |
| Status (Oktober 2026) | Flugerprobung und Zulassung der Serienversion -310, erste Auslieferungen nach Berichten 2027 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Langer, schlanker Flügel mit großer Streckung und ohne Winglets oder Sharklets – die Spitzen enden glatt
- Zwei große Triebwerke unter den Flügeln mit glatter Hinterkante der Gondel, keine gezackten Chevrons
- Etwas rundlicher wirkender Rumpf: mit 4,06 m außen breiter als A320 und Boeing 737
- Hauptfahrwerk mit je zwei Rädern pro Bein, hoch stehendes Fahrwerk ähnlich der A320-Familie
- Russisches Kennzeichen mit RA- vorn, gefolgt von einer fünfstelligen Nummer
- Häufig in der Hauslackierung des Herstellers oder mit Aeroflot-Bezug zu sehen, in Europa außerhalb Russlands praktisch nicht
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker Zweistrahler mit langen, ungewöhnlich glatt auslaufenden Flügeln, großen Triebwerken und einem Kennzeichen, das mit RA- beginnt: Wenn dir dieses Bild begegnet, hast du sehr wahrscheinlich eine MC-21 vor dir. Der russische Schmalrumpfjet ist eines der spannendsten und zugleich zähesten Programme der jüngeren Luftfahrtgeschichte. Diese Seite erklärt dir, was hinter dem Typ steckt, wie die Sanktionen ihn verändert haben, wo er Stand Oktober 2026 steht und woran du ihn erkennst – auch wenn du ihn im DACH-Raum realistisch nicht vor die Linse bekommst.
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Was ist die MC-21?
Die MC-21 ist ein zweistrahliges Schmalrumpf-Verkehrsflugzeug aus Russland. Sie tritt im meistverkauften Segment der Verkehrsluftfahrt an, also dort, wo die Airbus A320neo und die Boeing 737 MAX 8 den Weltmarkt unter sich aufteilen. Gebaut wird sie im Flugzeugwerk Irkutsk in Sibirien, entwickelt hat sie der Hersteller Irkut, der zur staatlichen United Aircraft Corporation (UAC) gehört. Seit 2023 firmiert Irkut unter dem traditionsreichen Namen Jakowlew – in neueren Meldungen heißt das Flugzeug deshalb oft „Yakovlev MC-21“.
Der Name sorgt regelmäßig für Verwirrung. Auf Russisch lautet die Bezeichnung „МС-21“, eine Abkürzung für „Magistralny Samoljot 21. Jahrhunderts“ – sinngemäß ein Streckenflugzeug für das neue Jahrhundert. Weil die kyrillischen Buchstaben М und С genauso aussehen wie lateinisches M und C, hat sich international MC-21 eingebürgert. Sauber übertragen wäre es MS-21. Beide Schreibweisen meinen denselben Typ.
Das Programm startete offiziell 2007. Ziel war ein Flugzeug, das die alternden sowjetischen Mittelstreckenjets wie die Tupolew Tu-154 und die vielen gebraucht importierten Airbus- und Boeing-Schmalrumpfjets in russischen Flotten ersetzen kann. Technisch wollte man dabei nicht nur gleichziehen, sondern mit einem Flügel aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff und einem breiteren Rumpf eigene Akzente setzen.
Entwicklung: vom Westen-Mix zum Eigenbau
Ursprünglich war die MC-21 als internationales Projekt angelegt. Russland lieferte Konstruktion und Endmontage, viele Schlüsselkomponenten kamen aus dem Westen: Triebwerke von Pratt & Whitney, Kohlefasermaterial für den Flügel von Lieferanten aus den USA und Japan, dazu zahlreiche Systeme von europäischen und amerikanischen Zulieferern. Vorgesehen waren unter anderem aktive Sidesticks eines US-Zulieferers, die dem Piloten Rückmeldung über die Steuerkräfte geben – damit wäre die MC-21 das erste Verkehrsflugzeug mit dieser Technik gewesen.
Der Roll-out der ersten MC-21-300 fand am 8. Juni 2016 statt, der Erstflug folgte am 28. Mai 2017 in Irkutsk. Angetrieben wurde der Prototyp vom PW1400G, einem Getriebefan aus derselben Triebwerksfamilie, die auch in der A320neo steckt. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du auf der Seite zu Pratt & Whitney.
Parallel lief in Russland die Entwicklung des PD-14 beim Triebwerksbauer Awiadwigatel in Perm. Von Anfang an war vorgesehen, dass Kunden zwischen dem amerikanischen und dem russischen Antrieb wählen können. Die erste MC-21 mit PD-14, die Version MC-21-310, flog am 15. Dezember 2020.
Ende 2021 erteilte die russische Luftfahrtbehörde der MC-21-300 mit Pratt-&-Whitney-Triebwerken die Musterzulassung. Damit schien der Weg in den Liniendienst frei – doch wenige Monate später änderte sich die Lage grundlegend.
Die Sanktionen und ihre Folgen
Die MC-21 ist wie kaum ein anderes Flugzeug von politischen Entscheidungen geprägt. Das Programm wurde in zwei Wellen getroffen.
2018/2019: Kohlefaser fällt weg
US-Sanktionen gegen russische Rüstungs- und Luftfahrtunternehmen unterbrachen die Lieferung von Verbundwerkstoffen der Hersteller Hexcel und Toray. Ausgerechnet das Herzstück, der Kohlefaserflügel, war damit betroffen. Die UAC-Tochter AeroComposit entwickelte eigene Materialien; die erste MC-21 mit russischem Verbundflügel flog im Dezember 2021.
2022: Triebwerke und Systeme fallen weg
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine stoppten westliche Zulieferer ihre Unterstützung. Die Pratt-&-Whitney-Variante wurde aus der Planung gestrichen, die MC-21-310 mit PD-14 wurde zur einzigen Serienversion. Avionik, Hydraulik, Klimaanlage und viele weitere Systeme mussten durch russische Lösungen ersetzt werden.
2022: Kein Weg nach Europa
Das Verfahren für eine Zulassung durch die europäische Luftfahrtbehörde EASA wurde im März 2022 beendet. Ohne EASA-Zulassung und bei gesperrtem EU-Luftraum ist der europäische Markt für die MC-21 vollständig verschlossen.
Die Konsequenz war im Kern eine zweite Entwicklung. Im April 2025 flog erstmals ein Prototyp, bei dem nach Herstellerangaben die ausländischen Systeme weitgehend durch russische ersetzt waren – inklusive Avionik, Kohlefaserflügel und PD-14-Triebwerken. Ein weiterer PD-14-Prototyp stieß im August 2025 zum Zulassungsprogramm. Russische Fachmedien berichteten zudem, dass der Umbau das Flugzeug schwerer gemacht hat, was Reichweite und Wirtschaftlichkeit belastet. Wie stark sich das im Linienbetrieb auswirkt, wird sich erst zeigen, wenn die ersten Maschinen tatsächlich bei Airlines fliegen.
Zahlen mit Vorsicht lesen
Viele ältere Leistungsangaben der MC-21 – vor allem Reichweite und Verbrauch – beziehen sich auf die ursprüngliche Version mit westlichen Komponenten. Für die importsubstituierte MC-21-310 gibt es bislang kaum unabhängig überprüfbare Werte. Behandle Datenblätter aus der Zeit vor 2022 deshalb als historische Zielwerte.
Programmstand im Oktober 2026
Die MC-21 hat einen langen Weg hinter sich, und der Starttermin im Linienbetrieb ist mehrfach gewandert. Nach dem, was bis Oktober 2026 öffentlich berichtet wurde, sieht der Stand so aus:
| Meilenstein | Stand |
|---|---|
| Zulassung MC-21-300 (P&W) in Russland | Ende 2021 erteilt, Variante nicht mehr in Produktion |
| Erstflug weitgehend „russische“ MC-21-310 | April 2025 |
| Erste Serienmaschine MC-21-310 | Erstflug im August 2026 |
| Zweite Serienmaschine | Anfang September 2026 an die Flugerprobung übergeben |
| Zulassung der MC-21-310 | in Arbeit, Abschluss nach Berichten bis Ende 2026 angepeilt |
| Erste Auslieferung an Aeroflot | nach Aussagen von Rostec 2027 |
Im September 2026 hat Aeroflot nach Berichten einen Vertrag über 90 MC-21 unterzeichnet. Aeroflot ist damit der zentrale Erstkunde; die Maschinen dürften sich innerhalb der Aeroflot-Gruppe verteilen. Welche Gesellschaft der Gruppe die ersten Flugzeuge tatsächlich einsetzt, ist offen.
Frühere Regierungspläne sahen ein deutliches Hochfahren der Produktion in Irkutsk vor, spätere Berichte nannten aber bereits niedrigere Zielraten. Gerade bei Produktionszahlen lohnt es sich, aktuelle Meldungen abzuwarten, statt auf ältere Ankündigungen zu vertrauen.
Programme wie dieses verfolgen
Erstflüge neuer Serienmaschinen, Überführungen und Testflüge sind für Typensammler spannende Ereignisse. Wie du Auslieferungs- und Überführungsflüge grundsätzlich verfolgst, steht im Guide zu Überführungsflügen. Beachte aber: Viele russische Flüge sind in westlichen Tracking-Diensten nur eingeschränkt sichtbar.
Varianten im Überblick
Die MC-21 war von Beginn an als Familie angelegt. Realisiert wurde bisher vor allem die mittlere Länge.
| Variante | Merkmal | Status |
|---|---|---|
| MC-21-300 | Grundversion, 42,2 m lang, Pratt & Whitney PW1400G | Prototypen, russisch zugelassen, nicht in Serie |
| MC-21-310 | wie -300, aber mit PD-14 und russischen Systemen | Serienversion in Zulassung |
| MC-21-200 / -210 | verkürzte Version mit rund 36,8 m Länge | Projekt, nicht gebaut |
| MC-21-400 | gestreckte Version mit mehr Sitzen | Projekt, nicht gebaut |
Wenn du also eine MC-21 siehst, ist es praktisch immer eine Maschine der mittleren Länge – entweder einer der frühen Prototypen der -300 oder eine -310. Von außen unterscheiden sich die beiden vor allem am Triebwerk, und das sicher nur mit Erfahrung oder Kennzeichen.
So erkennst du die MC-21
Auf den ersten Blick wirkt die MC-21 wie ein typischer moderner Schmalrumpfjet: Tiefdecker, zwei Triebwerke unter den Flügeln, konventionelles Leitwerk. Drei Details machen sie aber unverwechselbar.
Flügelspitzen prüfen
Die MC-21 hat lange, schlanke Flügel, die ohne Winglet oder Sharklet einfach enden. Fast alle aktuellen Konkurrenten tragen an dieser Stelle einen nach oben gezogenen Aufsatz – dieses „Fehlen“ ist das schnellste Indiz.
Rumpfquerschnitt ansehen
Mit 4,06 Metern Außenbreite ist der Rumpf etwas voller als bei A320 und 737. Von vorn wirkt die MC-21 dadurch gedrungener, im Profil fällt das weniger auf.
Kennzeichen lesen
MC-21 tragen russische Kennzeichen mit dem Präfix RA- und einer fünfstelligen Nummer. Das Kennzeichen bestätigt den Typ in jeder Flottendatenbank.
Das Fahrwerk hilft dagegen kaum weiter: Wie A320 und C919 hat die MC-21 zwei Räder pro Hauptfahrwerksbein. Wie du Fahrwerke grundsätzlich als Erkennungsmerkmal nutzt, erklärt der Artikel Fahrwerkskonfigurationen als Erkennungsmerkmal.
MC-21, A320neo, 737 MAX oder C919?
Die vier Typen spielen in derselben Liga. Optisch liegen sie erstaunlich nah beieinander, ein paar Merkmale trennen sie aber zuverlässig.
Schnellbestimmung: moderner Schmalrumpf-Twin
Irkut MC-21
Glatte Flügelspitzen, Triebwerke ohne Chevrons und ein RA-Kennzeichen passen zur MC-21. Gleich das Kennzeichen in einer Flottendatenbank ab.
Airbus A320neo-Familie
Sharklets und große Triebwerke ohne Chevrons sprechen für die A320neo oder ihre Schwestern. Ob es eine A321neo ist, verrät die Rumpflänge.
Boeing 737 MAX
Das geteilte Winglet und die gezackten Triebwerkshinterkanten sind typisch für die 737 MAX. Dazu kommt das niedrige Fahrwerk.
Comac C919
Winglets, B-Kennzeichen und ein chinesischer Betreiber deuten auf die C919. Sie ist in Europa ähnlich selten wie die MC-21.
| Merkmal | MC-21-300 | Airbus A320neo | Comac C919 |
|---|---|---|---|
| Länge | 42,2 m | 37,57 m | 38,90 m |
| Spannweite | 35,9 m | 35,80 m | 35,80 m |
| Rumpfbreite außen | 4,06 m | 3,95 m | 3,96 m |
| Flügelspitze | ohne Aufsatz | Sharklet | Winglet |
| Typischer Betreiberraum | Russland | weltweit | China |
Die MC-21-300 ist also spürbar länger als A320neo und C919 und liegt größenmäßig zwischen A320neo und A321neo. Mehr zum chinesischen Gegenstück liest du auf der Seite zur Comac C919, und wie du innerhalb der Airbus-Familie unterscheidest, zeigt der Beitrag A320neo oder ceo?.
Es spricht für die MC-21, wenn …
- die Flügel ohne Winglet oder Sharklet enden
- das Kennzeichen mit RA- beginnt
- du in Russland oder bei einer russischen Flugschau stehst
- die Maschine Hersteller- oder Aeroflot-Bezug zeigt
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur die Silhouette von unten siehst – dann täuschen die Flügelspitzen leicht
- ein anderer russischer Schmalrumpfjet auftaucht: Die ältere Tu-204/Tu-214 sieht ähnlich aus, trägt aber kleine Winglets
Es ist keine MC-21, wenn …
- du Sharklets oder Winglets an den Flügelspitzen siehst
- die Triebwerke gezackte Hinterkanten haben
- die Triebwerke am Heck sitzen oder du mehr als zwei zählst
- die Maschine deutlich kleiner wirkt – dann prüf den Superjet 100
Russische Verkehrsflugzeuge im Vergleich
Die MC-21 ist nicht der erste Versuch Russlands, einen eigenen Jet im großen Stil zu etablieren. Der Suchoi Superjet 100 zeigt, wie schwierig das ist: Der Regionaljet flog mit westlichen Komponenten und kam auch nach Europa, verlor nach 2022 aber seine europäische Zulassung und steckt ebenfalls in einem Umbau mit russischen Teilen. Ältere Generationen wie Tupolew Tu-154 oder Jakowlew Jak-42 prägten dagegen jahrzehntelang die sowjetischen und russischen Flugpläne und sind heute weitgehend Geschichte.
Für Typensammler ist die MC-21 damit ein besonders ehrgeiziges Ziel. Wer seine Liste systematisch führen will, findet Tipps im Beitrag Alle Flugzeugtypen sammeln. Und falls du dich fragst, unter welchem Kürzel neue Typen in Flugplänen und Tracking-Diensten auftauchen, hilft die Erklärung zu ICAO-Typcodes.
Raritäten nicht verpassen
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Wo kannst du die MC-21 sehen?
Ehrlich gesagt: im deutschsprachigen Raum gar nicht. Seit Februar 2022 dürfen russische Fluggesellschaften und in Russland registrierte Flugzeuge nicht mehr in den Luftraum der EU einfliegen, die Schweiz hat sich dem angeschlossen. Eine EASA-Zulassung für die MC-21 gibt es nicht. Selbst Überführungs- oder Messeflüge nach Mitteleuropa sind damit ausgeschlossen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| DACH-Raum | praktisch null | Luftraumsperre für russische Flugzeuge, keine EASA-Zulassung |
| Irkutsk | vorhanden | Endmontage und Erprobung im Werk |
| Großraum Moskau | vorhanden | Testflüge, Flugschauen, später Aeroflot-Betrieb |
| Flugschauen außerhalb der EU | gering | nur bei gezielten Auftritten des Herstellers |
Selbst eine Reise nach Russland ist für Spotter keine einfache Option. Fotografieren an russischen Flughäfen und in der Nähe militärischer oder sicherheitsrelevanter Anlagen kann dort schnell zu ernsten rechtlichen Problemen führen, und die politische Lage macht Reisen ohnehin heikel. Lies dazu unbedingt den Beitrag über Fotografierverbote in Russland und Belarus, bevor du überhaupt darüber nachdenkst. Für die meisten Spotter bleibt die MC-21 deshalb ein Typ, den man über Fotos anderer und Fachmeldungen verfolgt.
Die MC-21 im Blick behalten – ohne Risiko
- Ich kenne die Merkmale: glatte Flügelspitzen, große Triebwerke, RA-Kennzeichen.
- Ich verfolge Fachmeldungen zu Zulassung und Auslieferungen.
- Ich habe die MC-21 auf meiner Wunschliste vermerkt.
- Ich kenne die rechtliche Lage beim Fotografieren in Russland.
Fototipps für die MC-21
Falls du Fotos der MC-21 auswertest oder sie bei einer Flugschau außerhalb der EU erwischst, achte auf diese Punkte:
Flügel komplett ins Bild
Die glatt auslaufenden Flügelspitzen sind das wichtigste Merkmal. Wähle den Ausschnitt so, dass sie vollständig zu sehen sind.
Dreiviertelansicht von vorn
Schräg von vorn zeigt die MC-21 gleichzeitig Nase, Triebwerkseinläufe und den vollen Rumpfquerschnitt.
Kennzeichen dokumentieren
Bei einem Typ mit so wenigen Exemplaren ist jedes Kennzeichen wertvoll. Achte darauf, dass es lesbar ist, und beschrifte dein Foto direkt.
Fazit
Die MC-21 ist das Flugzeug, an dem sich zeigt, wie eng moderne Luftfahrt international verflochten ist. Gestartet als Mix aus russischer Konstruktion und westlicher Technik, musste der Jet nach den Sanktionen in großen Teilen neu aufgebaut werden. Stand Oktober 2026 fliegen erste Serienmaschinen der MC-21-310, Aeroflot hat einen Großauftrag unterschrieben, und der Liniendienst ist nach Berichten für 2027 angepeilt. Für Spotter im DACH-Raum bleibt sie dennoch ein Phantom: erkennbar an glatten Flügelspitzen und RA-Kennzeichen, aber außer Reichweite.
Kurzfazit
Schlanke Flügel ohne Winglets, große PD-14-Triebwerke, breiter Rumpf und RA-Kennzeichen: Das ist die MC-21. Russlands Schmalrumpfjet ist ein Programm im Umbau – spannend zu verfolgen, im DACH-Raum aber nicht zu sehen.
Zusammenfassung
- Die MC-21-300 flog erstmals im Mai 2017 mit Pratt-&-Whitney-Triebwerken und erhielt Ende 2021 die russische Musterzulassung.
- Nach den Sanktionen konzentriert sich das Programm auf die MC-21-310 mit PD-14-Triebwerken, russischen Verbundflügeln und russischer Avionik.
- Der Linienbetrieb hat sich mehrfach verschoben; nach Berichten aus dem Jahr 2026 sind erste Auslieferungen an Aeroflot für 2027 vorgesehen (Stand Oktober 2026).
- Sehen kannst du die MC-21 realistisch nur in Russland – mit allen rechtlichen Risiken, die Fotografieren an russischen Flughäfen mit sich bringt.
Häufige Fragen
Heißt das Flugzeug MC-21 oder MS-21?
Beides meint dasselbe Flugzeug. Die russische Bezeichnung lautet „МС-21“, was für „Magistralny Samoljot 21. Jahrhunderts“ steht, also etwa „Streckenflugzeug des 21. Jahrhunderts“. Die kyrillischen Buchstaben М und С sehen aus wie lateinisches M und C, deshalb hat sich im Westen die Schreibweise MC-21 durchgesetzt. Korrekt transkribiert wäre MS-21.
Warum wird die MC-21 heute als Jakowlew bezeichnet?
Der Hersteller Irkut, Teil der staatlichen United Aircraft Corporation, wurde 2023 in Jakowlew umbenannt. Deshalb liest du in neueren Meldungen häufig „Yakovlev MC-21“. Flugzeug und Werk in Irkutsk sind dieselben geblieben.
Welche Triebwerke hat die MC-21?
Die ersten Prototypen der MC-21-300 flogen mit dem Pratt & Whitney PW1400G, einem Getriebefan aus derselben Familie wie bei der A320neo. Wegen der Sanktionen setzt das Programm inzwischen ausschließlich auf das russische PD-14 von Awiadwigatel; diese Version heißt MC-21-310 und flog erstmals im Dezember 2020.
Welche Rolle spielen die Sanktionen?
Schon 2018/2019 unterbrachen US-Sanktionen die Lieferung von Kohlefaser-Materialien für den Verbundflügel, Russland entwickelte daraufhin eigene Werkstoffe. Nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 fielen auch westliche Triebwerke und viele Bordsysteme weg. Die Folge war eine weitgehende Neuentwicklung mit russischen Komponenten und mehrere Jahre Verzögerung.
Ist die MC-21 schon im Liniendienst?
Stand Oktober 2026 nein. Die Serienversion -310 befindet sich in Erprobung und Zulassung, erste Serienmaschinen fliegen seit Sommer 2026. Erste Auslieferungen an Aeroflot sind nach Berichten für 2027 vorgesehen. Den aktuellen Stand prüfst du am besten in aktuellen Fachmeldungen.
Kann ich eine MC-21 in Deutschland, Österreich oder der Schweiz sehen?
Praktisch nicht. Russische Verkehrsflugzeuge haben seit Februar 2022 keine Einflugerlaubnis in den EU-Luftraum, und das EASA-Zulassungsverfahren für die MC-21 wurde 2022 beendet. Auch die Schweiz hat ihren Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt. Chancen bestehen nur in Russland oder bei Flugschauen in Ländern, die russischen Herstellern offenstehen.
Wie unterscheide ich die MC-21 von der A320neo?
Das schnellste Merkmal sind die Flügelspitzen: Die A320neo trägt markante, nach oben gezogene Sharklets, die MC-21 hat glatte Flügelenden ohne Aufsatz. Dazu kommen der etwas breitere Rumpf der MC-21 und das russische RA-Kennzeichen.
Irkut MC-21 (Jakowlew MS-21) sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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