Das Wichtigste in Kürze
- Boeing ist neben Airbus der zweite große Hersteller von Verkehrsjets. Gegründet 1916 in Seattle, heute mit Konzernsitz in Arlington, Virginia.
- Das aktuelle Programm ist schmal: 737 MAX, 777, 787 und die 767 als Frachter; die 777X soll laut Boeing ab 2027 ausgeliefert werden.
- Drei Werke, klare Aufgabenteilung: Renton baut die 737, Everett die Großraumjets 767 und 777, North Charleston die 787.
- Erkennen läuft über die Technik: sechs Räder pro Hauptfahrwerk bei der 777, gepfeilte Flügelspitzen bei der 787, gezackte Triebwerkshinterkanten und ein langer Heckkonus bei der 737 MAX.
- Die einzelnen Muster findest du in den Flugzeugtypen, etwa die Boeing 737-800 oder die Boeing 777-300ER.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Wasserflugzeug-Pionier zum Jet-Hersteller
- 8.Die Boeing-Familien im Überblick
- 9.Die 737 – der Alltag am Flughafen
- 10.Die Großraumjets: 747, 777 und 787
- 11.In vier Schritten zur richtigen Boeing
- 12.Hersteller bestimmt, Airline nicht
- 13.Wo du Boeing in Europa am besten siehst
- 14.Fazit
- 15.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rolle in der Branche | Hersteller von Verkehrsflugzeugen – neben Airbus einer der beiden großen Anbieter von Mittel- und Langstreckenjets |
|---|---|
| Sparte | Boeing Commercial Airplanes (BCA), Teil der Boeing Company; daneben Verteidigung, Raumfahrt und Services |
| Gründung | 15. Juli 1916 in Seattle durch William Boeing, zunächst als Pacific Aero Products Company |
| Konzernsitz | Arlington, Virginia (seit 2022, davor Chicago und ursprünglich Seattle) |
| Sitz der Verkehrsflugzeugsparte | Renton, Washington |
| Aktuelles Programm | 737 MAX, 767 (als Frachter), 777, 777X, 787 Dreamliner |
| Eingestellte Muster | 707, 717, 727, 747, 757 sowie die Vorgängergenerationen der 737 |
| Endmontage | Renton (737), Everett (767, 777, 777X), North Charleston, South Carolina (787) |
| Erkennungsweg im Feld | Fahrwerk, Flügelspitzen, Heckkonus und Triebwerksgondeln – nicht die Lackierung |
| Offizielle Website | www.boeing.com/commercial |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Boeing aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Boeing
- Eine 777 an den sechsrädrigen Hauptfahrwerken und dem klingenartig abgeschnittenen Heckkonus erkannt
- Eine 787 an den nach hinten gezogenen Flügelspitzen ohne Winglets und den gezackten Triebwerkshinterkanten bestimmt
- Eine 737 MAX an den gezackten Triebwerkshinterkanten und dem neu geformten Heckkonus von einer 737-800 unterschieden
- Bei einer 737 die abgeflachte Unterseite der Triebwerksgondeln entdeckt
- Eine 747-8 und eine 747-400 auseinandergehalten – gepfeilte Flügelspitzen gegen hochgezogene Winglets
- Eine 767 oder 757 im Frachtverkehr erwischt
- Einen Dreamlifter fotografiert, die bauchige 747-Sonderversion für 787-Bauteile
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- 737, 777 und 787 gehören an fast jedem großen europäischen Flughafen zum Alltagsverkehr
- Klare Erkennungsmerkmale an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck – auch ohne Kennzeichen gut zu bestimmen
- Lange Bauzeiten führen dazu, dass alte und neue Generationen nebeneinander fliegen – ideal zum Vergleichen
- Große Frachterflotten mit 747, 767 und 777 bringen Abwechslung in die Nacht- und Randzeiten
- Sonderformen wie der Dreamlifter sind seltene, aber eindeutige Motive
Wo es hakt
- Innerhalb der 737-Familie unterscheiden sich viele Varianten nur an Details wie Rumpflänge, Notausgängen oder Heckkonus
- Die Werke in den USA liegen für Spotter aus Europa weit weg; Neuauslieferungen siehst du hier erst im Liniendienst
- 747 und 757 werden nicht mehr gebaut und verschwinden nach und nach aus den Passagierflotten
- Die 777X steckt noch in der Zulassung – Termine für den Liniendienst haben sich mehrfach verschoben
- Bestell- und Auslieferungszahlen ändern sich monatlich; eine feste Zahl veraltet schnell
Stand: Oktober 2026 – Steh eine Stunde an einem großen europäischen Flughafen, und du siehst mit ziemlicher Sicherheit eine 737, eine 777 und eine 787. Boeing ist neben Airbus der zweite große Hersteller von Verkehrsjets. Seine Flugzeuge sind so verbreitet, dass die eigentliche Frage beim Spotten selten lautet „Ist das eine Boeing?“, sondern „Welche Boeing ist das genau?“. Die Antwort steckt nicht in der Lackierung, sondern in ein paar technischen Details, die du nach einem Nachmittag sicher liest.
Jede Boeing-Sichtung sauber festhalten
Poste deine Fotos mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot und sammle die Funde in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Vom Wasserflugzeug-Pionier zum Jet-Hersteller
Die Firmengeschichte beginnt 1916 in Seattle, als William Boeing mit der Pacific Aero Products Company eigene Wasserflugzeuge bauen lässt. Schon ein Jahr später trägt das Unternehmen seinen Namen. In den folgenden Jahrzehnten entstehen Postflugzeuge, Bomber und Propellerverkehrsflugzeuge – für Spotter heute vor allem Museumsstücke.
Der Wendepunkt kommt in den 1950er Jahren. Boeing finanziert mit dem Prototyp 367-80, dem „Dash 80“, einen vierstrahligen Jet weitgehend auf eigenes Risiko. Er fliegt am 15. Juli 1954 zum ersten Mal und wird zur Basis zweier Linien: des Tankflugzeugs für die US-Luftwaffe und der zivilen 707, die im Oktober 1958 bei Pan Am in den Liniendienst geht. Ab da folgt ein Muster auf das andere, alle mit der Bezeichnung 7x7 – ein Namensschema, das Boeing bis heute beibehält.
Zwei Daten erklären die heutige Gestalt des Konzerns. 1997 fusioniert Boeing mit McDonnell Douglas und übernimmt damit auch die Werke in Long Beach, aus denen noch bis 2006 die 717 kommt. Und 2025 holt Boeing mit der Übernahme von Spirit AeroSystems einen großen Teil der Rumpffertigung zurück, darunter die 737-Rümpfe aus Wichita. Der Konzernsitz ist inzwischen von Seattle über Chicago nach Arlington in Virginia gewandert, die Verkehrsflugzeugsparte sitzt aber weiterhin in Renton bei Seattle.
Die Boeing-Familien im Überblick
Für dich am Zaun zählt nicht die Firmenhistorie, sondern die Frage, welche Familie gerade über dir hängt. Die folgende Tabelle ordnet die Muster, die dir in Europa tatsächlich begegnen – aktuelle und eingestellte.
| Familie | Erstflug | Status | Auffälligstes Merkmal | Wo du sie triffst |
|---|---|---|---|---|
| 737 (NG und MAX) | 1967 (erste 737) | in Produktion als 737 MAX | unten abgeflachte Triebwerksgondeln, offen liegende Haupträder | Kurz- und Mittelstrecke, Low-Cost |
| 747 | 1969 | Produktion 2023 beendet | Buckel mit Oberdeck, vier Triebwerke | Langstrecke, Fracht |
| 757 | 1982 | Produktion 2004 beendet | schlanker, langer Rumpf auf hohem Fahrwerk | heute vor allem Fracht |
| 767 | 1981 | als Frachter in Produktion | Großraumjet mit zwei Triebwerken, vierrädrige Hauptfahrwerke | Fracht, Ferienflug |
| 777 und 777X | 1994 | 777 in Produktion, 777X in Zulassung | sechsrädrige Hauptfahrwerke, Heckkonus wie eine Klinge | Langstrecke, Fracht |
| 787 Dreamliner | 2009 | in Produktion | gepfeilte Flügelspitzen ohne Winglets, gezackte Triebwerkshinterkanten | Langstrecke |
Die Faustregel für Großraumjets: Zähl die Räder. Sechs Räder pro Hauptfahrwerk bedeuten 777, vier Räder bei zwei Triebwerken 767 oder 787. Zwischen den beiden letzten entscheiden die Flügelspitzen – die 787 hat elegant nach hinten gezogene Spitzen und eine auffallend glatte Nase, die 767 eine kantigere Flügelform, bei manchen Exemplaren mit nachgerüsteten, hochgezogenen Winglets.
Technik vor Farbe
Die Lackierung gehört der Airline, die Form dem Hersteller. Wenn du unsicher bist, sieh zuerst auf Fahrwerk, Flügelspitzen und Heckkonus – erst danach auf Logo und Farbe. Bei Langstreckenjets im Endanflug sind die Fahrwerke oft schon von Weitem zu erkennen, besonders bei seitlichem Licht. Wann die Sonne an deinem Standort richtig steht, hilft dir der Beitrag Sonnenstand planen herauszufinden.
Die 737 – der Alltag am Flughafen
Keine Boeing siehst du häufiger als die 737. Sie fliegt seit 1967 und wurde seither mehrfach neu aufgelegt: erst die Ur-Generation, dann die Classic-Serie, ab den späten 1990ern die Next Generation mit der 737-800 als Bestseller und seit 2017 die 737 MAX. Alle Generationen teilen sich ein Grundproblem, das sie zugleich unverwechselbar macht: Die 737 steht sehr tief über dem Boden. Damit die modernen, großen Triebwerke unter die Flügel passen, sind die Gondeln an der Unterseite abgeflacht. Dieses Detail siehst du auf jedem Foto von vorn.
Die Unterscheidung zwischen 737-800 und 737 MAX ist die häufigste Aufgabe beim Spotten in Europa, gerade bei Airlines wie Ryanair, die beide Generationen nebeneinander betreiben. Die MAX erkennst du an den gezackten Hinterkanten der Triebwerksgondeln und am längeren, spitz zulaufenden Heckkonus. Die gespaltenen Winglets mit einem oberen und einem unteren Teil sind dagegen kein sicheres Merkmal mehr, denn Ryanair und andere Betreiber haben viele 737-800 nachträglich damit ausgerüstet. Die Typcodes in der Flugverfolgung helfen zusätzlich: B738 steht für die 737-800, B38M für die 737 MAX 8. Wie du solche Daten richtig liest, erklärt der Beitrag Flugverfolgung mit ADS-B.
Die Großraumjets: 747, 777 und 787
Die 747 war 1969 der erste Großraumjet überhaupt und ist bis heute an ihrem Buckel zu erkennen. Gebaut wird sie nicht mehr, im Passagierverkehr ist sie in Europa vor allem bei Lufthansa zu sehen, die neben der neueren 747-8 auch noch ältere 747-400 einsetzt – Letztere allerdings nur noch für begrenzte Zeit, denn Lufthansa hat ihre Ausmusterung angekündigt. Den Unterschied machen die Flügelspitzen: hochgezogene Winglets bei der 747-400, nach hinten gepfeilte Spitzen ohne Winglets bei der 747-8.
Die 777 ist heute das Arbeitspferd der Langstrecke. Besonders verbreitet ist die 777-300ER mit ihrem langen Rumpf, etwa bei Emirates oder SWISS. Dazu kommt der 777-Frachter, der in vielen Frachtflotten die 747 ablöst. Die Nachfolgegeneration 777X hat Flügel mit klappbaren Spitzen, damit die enorme Spannweite an gewöhnliche Gates passt. Erster Betreiber der Passagierversion 777-9 soll Lufthansa werden; Boeing peilt die erste Auslieferung für 2027 an.
Die 787 Dreamliner ist der jüngste Großraumjet im Programm. Ihr Rumpf besteht überwiegend aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff, außen fällt das allerdings nicht auf. Sichtbar sind dagegen die gepfeilten Flügelspitzen, die sich im Flug stark nach oben biegen, die gezackten Triebwerkshinterkanten und die sehr glatt gezeichnete Nase mit nur vier Cockpitscheiben. Im direkten Vergleich mit dem Airbus A350-900 hilft die Cockpitpartie: Der A350 trägt eine schwarz abgesetzte Fensterumrandung, die 787 nicht.
777-9 und Dreamlifter auf die Wunschliste
Setz seltene Typen und Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn sie in deiner Nähe landen. Planetrack startet bald – sichere dir jetzt einen Platz auf der Warteliste.
In vier Schritten zur richtigen Boeing
Wenn ein Jet über dich hinwegzieht, bleibt oft nur wenig Zeit. Diese Reihenfolge führt dich schnell von der groben Einordnung zum konkreten Muster.
Triebwerke zählen
Vier Triebwerke bedeuten bei Boeing heute praktisch immer eine 747. Bei zwei Triebwerken geht es mit der Rumpfbreite weiter.
Schmal oder breit?
Ein schlanker Rumpf mit tief hängenden, unten abgeflachten Triebwerken spricht für eine 737. Ein schlanker, aber sehr langer Rumpf auf hohem Fahrwerk für eine 757.
Fahrwerk prüfen
Bei Großraumjets mit zwei Triebwerken entscheiden die Räder: sechs pro Hauptfahrwerk bei der 777, vier bei 767 und 787.
Flügelspitzen und Heck lesen
Gepfeilte Spitzen ohne Winglets deuten auf 787 oder 747-8, gezackte Triebwerkshinterkanten bei einer 737 auf die MAX, ein klingenartig abgeschnittenes Heck auf die 777.
Kennzeichen notieren
Erst das Kennzeichen macht aus der Typbestimmung eine vollständige Sichtung. Es verrät Betreiber, genaue Variante und Geschichte des Flugzeugs.
737, 777 oder 787 – wie sicher bist du?
Die Technik führt dich zur Familie, das Kennzeichen zum einzelnen Flugzeug.
Hersteller bestimmt, Airline nicht
Der Typ ist gesichert, wenn …
- Triebwerkszahl, Fahrwerk und Flügelspitzen zusammenpassen
- der Typcode in der Flugverfolgung zur Beobachtung passt
- das Kennzeichen in einer Flotte mit genau diesem Muster auftaucht
Noch offen ist, …
- welche Rumpflänge innerhalb der Familie vorliegt, etwa 737-800 oder 737-900
- ob es sich um eine Passagier- oder eine umgebaute Frachtmaschine handelt
- welche Triebwerksvariante eingebaut ist
Nicht aus der Form ablesbar ist …
- welche Airline das Flugzeug an diesem Tag betreibt, etwa bei Wet-Lease
- ob es geleast oder gekauft wurde
- wie viele Sitze in welcher Klasse eingebaut sind
Die Trennlinie ist dieselbe wie bei jedem Hersteller: Boeing ist eine technische Angabe, die Airline eine betriebliche. Eine 777-300ER von Emirates und eine von SWISS sind dieselbe Bauart mit völlig unterschiedlicher Kabine und Geschichte. Wer Typ und Betreiber sauber getrennt notiert, hat Sichtungen, die auch nach einem Besitzerwechsel noch stimmen.
Wo du Boeing in Europa am besten siehst
An großen Drehkreuzen wie dem Flughafen Frankfurt triffst du praktisch alle aktuellen Boeing-Großraumjets an einem Tag: 747 und 787 von Lufthansa, 777 von Golf-Airlines und US-Gesellschaften, dazu Frachter im Cargo-Bereich. Am Flughafen München bietet der Besucherhügel einen bequemen Blick auf Langstreckenverkehr und 737-Kurzstrecke. Auf der Besucherterrasse in Düsseldorf ist die 737 im Ferien- und Low-Cost-Verkehr ein Dauergast.
Welche Bahn gerade in Betrieb ist, entscheidet darüber, ob du die Flugzeuge im Anflug, beim Rollen oder beim Start siehst. Plane deshalb mit Wind und Betriebsrichtung – die Grundlagen dazu stehen im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Für deinen ersten Ausflug lohnt sich außerdem ein Blick in Planespotting für Einsteiger und die Ausrüstungs-Checkliste.
Werks- und Vorfeldbereiche sind tabu
Ob Boeing-Werk in den USA oder Wartungsbereich am Heimatflughafen: Betriebsflächen sind kein Spotting-Gelände. Fotografiert wird nur von öffentlich zugänglichen Orten wie Terrassen, Hügeln und ausgewiesenen Spotterpunkten. Was rechtlich gilt, erklärt der Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.
Boeing und Airbus: Was Boeing leicht macht
- Das Sechs-Räder-Fahrwerk der 777 ist ein eindeutiges Merkmal
- Die abgeflachten Triebwerksgondeln verraten jede 737 sofort
- Die 747 ist mit ihrem Buckel unverwechselbar
Wo es auch bei Boeing knifflig wird
- 737-700, -800 und -900 unterscheiden sich vor allem in der Länge
- 787-8, -9 und -10 sind nur über die Rumpflänge auseinanderzuhalten
- Umgebaute Frachter tragen oft noch die Fensterlinie der Passagierversion
Wer den Vergleich mit dem europäischen Konkurrenten vertiefen will, findet auf der Seite zu Airbus die passenden Merkmale der A320-, A330- und A350-Familien. Beide Hersteller zusammen machen den Großteil dessen aus, was an europäischen Flughäfen startet und landet.
Typ, Kennzeichen, Airline – alles in einem Beitrag
Mit Planetrack teilst du jede Sichtung mit allen Flugzeugdaten und findest über die Spot-Karte die besten Standorte. Planetrack startet bald – trag dich jetzt in die Warteliste ein und sei von Anfang an dabei.
Fazit
Boeing ist für Spotter vor allem eine Sammlung klarer Formmerkmale. Mit drei Fragen – wie viele Triebwerke, wie viele Räder, welche Flügelspitzen – ordnest du nahezu jede Boeing, die in Europa landet, der richtigen Familie zu. Die 737 fällt durch ihre flachen Triebwerksgondeln auf, die 777 durch ihr Sechs-Räder-Fahrwerk, die 787 durch ihre geschwungenen Flügel.
Gleichzeitig ist die Boeing-Flotte im Umbruch: Die 747 verschwindet langsam aus dem Passagierverkehr, die 777X steht vor dem Einstieg bei Lufthansa. Wer in den nächsten Jahren mit offenen Augen an den Zaun geht, erlebt also beides – das Ende einer Ikone und den Start eines neuen Langstreckenjets.
Kurzfazit
Boeing baut heute vier Familien: 737 MAX, 767 als Frachter, 777 mit 777X und die 787. Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck führen dich zur Familie, das Kennzeichen zum einzelnen Flugzeug und zur Airline – erst beides zusammen ergibt eine vollständige Sichtung.
Zusammenfassung
- Boeing prägt den Verkehr an europäischen Flughäfen vor allem mit 737, 777 und 787 – drei Familien, die du mit wenigen Merkmalen sicher trennst.
- Die 747 wird seit 2023 nicht mehr gebaut, fliegt aber weiter in Passagier- und vor allem in Frachtflotten.
- Der Hersteller sagt dir, welcher Typ vor dir steht; welche Airline ihn betreibt, zeigt erst das Kennzeichen.
- Neue Boeing-Muster wie die 777X erreichen Europa erst mit der Auslieferung an die Erstkunden – Lufthansa ist für die 777-9 als erster Betreiber vorgesehen.
Häufige Fragen
Wo werden Boeing-Verkehrsflugzeuge gebaut?
Die Endmontage verteilt sich auf drei Standorte: Renton bei Seattle für die 737, Everett an der Paine Field für 767, 777 und 777X und North Charleston in South Carolina für die 787 Dreamliner. Die Flugerprobung und viele Auslieferungen laufen zusätzlich über Boeing Field in Seattle.
Woran unterscheide ich eine Boeing 737 von einem Airbus A320?
Am schnellsten am Fahrwerk und an den Triebwerken. Die 737 hat keine Klappen über den Haupträdern, die Räder liegen im eingefahrenen Zustand sichtbar im Rumpfbauch. Die Triebwerksgondeln sind unten abgeflacht, weil die 737 sehr tief über dem Boden steht. Dazu kommt eine spitzer zulaufende Nase. Der Airbus A320neo wirkt an der Nase runder und steht etwas höher.
Wie erkenne ich eine 737 MAX?
Am sichersten an zwei Details: den gezackten Hinterkanten an den größeren Triebwerksgondeln und dem längeren, spitz auslaufenden Heckkonus. Dazu kommen gespaltene Winglets mit einem Teil nach oben und einem nach unten. Vorsicht: Viele 737-800, etwa bei Ryanair, wurden nachträglich ebenfalls mit gespaltenen Winglets ausgerüstet. Die glatten Triebwerkshinterkanten der 737-800 bleiben deshalb das bessere Unterscheidungsmerkmal.
Wird die Boeing 747 noch gebaut?
Nein. Die letzte 747, ein 747-8-Frachter, ging am 31. Januar 2023 an Atlas Air. Insgesamt entstanden 1.574 Exemplare. Im Passagierdienst siehst du in Europa vor allem die 747-8 von Lufthansa, dazu Frachter verschiedener Gesellschaften.
Was ist die Boeing 777X?
Die neue Generation der 777 mit Flügeln aus Verbundwerkstoff, deren Spitzen sich am Boden hochklappen lassen, damit das Flugzeug an normale Gates passt. Die 777-9 ist die Passagierversion, Lufthansa soll sie als erste Airline erhalten. Boeing nennt 2027 als Ziel für die erste Auslieferung; die Zulassung durch die FAA war zuletzt noch nicht abgeschlossen.
Gehört McDonnell Douglas zu Boeing?
Ja, seit der Fusion 1997. Aus dem McDonnell-Douglas-Programm stammt die Boeing 717, die ursprünglich als MD-95 entwickelt wurde. Ihre Produktion endete 2006. Ältere MD-Typen tragen weiter ihren ursprünglichen Herstellernamen.
Was ist der Dreamlifter?
Eine stark umgebaute 747-400 mit aufgeblähtem Rumpf, die große 787-Bauteile wie Rumpfsektionen und Flügel zwischen Zulieferern und Endmontage fliegt. Es gibt vier Exemplare. Das Heck lässt sich zum Beladen komplett zur Seite schwenken. In Europa ist der Dreamlifter ein seltener Gast, entsprechend gefragt sind Sichtungen.
Welche Airlines im deutschsprachigen Raum fliegen Boeing?
Unter anderem Lufthansa mit 747 und 787 sowie SWISS und Austrian Airlines mit der 777. Condor hat ihre 767-Passagierflotte dagegen 2024 ausgemustert und durch Airbus-Großraumjets ersetzt. Dazu kommen Gäste wie Ryanair mit einer reinen 737-Flotte und Emirates mit der 777.
Sichtungen rund um Boeing sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Lufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
FR / RYRRyanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
EK / UAEEmirates
Die Langstrecken-Airline aus Dubai: Emirates betreibt die größte A380-Flotte der Welt, fliegt fast ausschließlich Großraumjets und ist an vier deutschen Flughäfen ein fester Bestandteil des Spotteralltags.
LX / SWRSwiss International Air Lines
Die Schweizer Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 2002 aus Crossair und dem Erbe der Swissair entstanden, heute Teil der Lufthansa Group und Mitglied der Star Alliance.
OS / AUAAustrian Airlines
Österreichs Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Wien: seit 2009 Teil der Lufthansa Group, seit 2000 in der Star Alliance – und mitten im größten Flottenumbau seit Jahren.
DE / CFGCondor
Einer der bekanntesten deutschen Ferienflieger: Condor fliegt ab Frankfurt und weiteren deutschen Flughäfen zu Urlaubszielen auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke.
Typische Flugzeuge
Boeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 777-300ER
Der meistverkaufte 777-Ableger: Die 777-300ER ist länger als eine A380, fliegt nur mit GE90-Triebwerken und prägt seit 2004 die Langstrecke. So erkennst du die 77W sicher.
FlugzeugtypBoeing 747-8
Der letzte Jumbo: Die 747-8 ist die längste und modernste Version der Boeing 747. So erkennst du Passagierversion und Frachter und grenzt sie von der 747-400 ab.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A350-900
Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.
Spotting-Spots rund um Boeing
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse Flughafen Düsseldorf
Der bequemste Einstieg ins Planespotting an Rhein und Ruhr: Von der Besucherterrasse blickst du über das Vorfeld auf die beiden parallelen Pisten des größten Flughafens in Nordrhein-Westfalen.
SpotterhügelBesucherhügel am Flughafen München
Der bekannteste Aussichtspunkt am Lufthansa-Drehkreuz München: Vom Besucherhügel im Besucherpark blickst du erhöht über das Flughafengelände – mit eigener S-Bahn-Haltestelle direkt nebenan.
Weitere Einträge
Airbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
Airline-GruppeLufthansa Group
Die Lufthansa Group ist keine Airline, sondern ein Konzern mit einem Dutzend Flugbetrieben – von Lufthansa über SWISS und Austrian bis Eurowings und ITA Airways. Wer am Zaun nur den Kranich sucht, übersieht die halbe Gruppe.
FlughafenFlughafen Frankfurt
Deutschlands größter Flughafen und Heimatdrehkreuz der Lufthansa: vier Start- und Landebahnen, zwei Passagierterminals und ein Verkehrsmix vom Regionaljet bis zum Großraumfrachter.
FlughafenFlughafen München
Zweitgrößter Flughafen Deutschlands und zweites Drehkreuz der Lufthansa: zwei parallele 4.000-Meter-Bahnen im Erdinger Moos, ein Terminal 2 nur für Lufthansa und Star Alliance – und mit dem Besucherpark einer der bequemsten Spotterplätze des Landes.
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