Boeing

Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.

Auch bekannt als: The Boeing Company · Boeing Commercial Airplanes · BCA · Pacific Aero Products Company

USAUSAFlugzeugherstellerseit 191610 Min. Lesezeit

1916

Gründung in Seattle

1967

Erstflug der ersten 737

14.000+

Boeing-Flugzeuge in der Weltflotte (Herstellerangabe)

3

Endmontagestandorte für Verkehrsjets

Das Wichtigste in Kürze

  • Boeing ist neben Airbus der zweite große Hersteller von Verkehrsjets. Gegründet 1916 in Seattle, heute mit Konzernsitz in Arlington, Virginia.
  • Das aktuelle Programm ist schmal: 737 MAX, 777, 787 und die 767 als Frachter; die 777X soll laut Boeing ab 2027 ausgeliefert werden.
  • Drei Werke, klare Aufgabenteilung: Renton baut die 737, Everett die Großraumjets 767 und 777, North Charleston die 787.
  • Erkennen läuft über die Technik: sechs Räder pro Hauptfahrwerk bei der 777, gepfeilte Flügelspitzen bei der 787, gezackte Triebwerkshinterkanten und ein langer Heckkonus bei der 737 MAX.
  • Die einzelnen Muster findest du in den Flugzeugtypen, etwa die Boeing 737-800 oder die Boeing 777-300ER.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Was du als Spotter wissen solltest
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Vom Wasserflugzeug-Pionier zum Jet-Hersteller
  8. 8.Die Boeing-Familien im Überblick
  9. 9.Die 737 – der Alltag am Flughafen
  10. 10.Die Großraumjets: 747, 777 und 787
  11. 11.In vier Schritten zur richtigen Boeing
  12. 12.Hersteller bestimmt, Airline nicht
  13. 13.Wo du Boeing in Europa am besten siehst
  14. 14.Fazit
  15. 15.Häufige Fragen

Steckbrief

Rolle in der BrancheHersteller von Verkehrsflugzeugen – neben Airbus einer der beiden großen Anbieter von Mittel- und Langstreckenjets
SparteBoeing Commercial Airplanes (BCA), Teil der Boeing Company; daneben Verteidigung, Raumfahrt und Services
Gründung15. Juli 1916 in Seattle durch William Boeing, zunächst als Pacific Aero Products Company
KonzernsitzArlington, Virginia (seit 2022, davor Chicago und ursprünglich Seattle)
Sitz der VerkehrsflugzeugsparteRenton, Washington
Aktuelles Programm737 MAX, 767 (als Frachter), 777, 777X, 787 Dreamliner
Eingestellte Muster707, 717, 727, 747, 757 sowie die Vorgängergenerationen der 737
EndmontageRenton (737), Everett (767, 777, 777X), North Charleston, South Carolina (787)
Erkennungsweg im FeldFahrwerk, Flügelspitzen, Heckkonus und Triebwerksgondeln – nicht die Lackierung
Offizielle Websitewww.boeing.com/commercial

Tätigkeitsfelder

Schmalrumpfjets – die 737-Familie, heute als 737 MAX in mehreren Rumpflängen
Großraumjets – 777 und 787 Dreamliner für Mittel- und Langstrecke, dazu die neue 777X
Frachtflugzeuge – 767 und 777 als Neubaufrachter sowie Umbauprogramme für ältere Passagiermaschinen
Services – Ersatzteile, Wartungsunterstützung, Schulung und Umbauten über die gesamte Lebensdauer eines Flugzeugs
Weitere Konzernsparten – Militärflugzeuge, Raumfahrt und Verteidigung; für Zivil-Spotter nur am Rand relevant

Struktur & Marken

Boeing Commercial Airplanes – die Verkehrsflugzeugsparte mit Sitz in Renton
Werk Renton – Endmontage der 737 am Südende des Lake Washington
Werk Everett – Großraumjet-Fertigung an der Paine Field, Heimat von 767, 777 und 777X
Boeing South Carolina – Endmontage der 787 in North Charleston
Boeing Field (Seattle) – Flugerprobung und Auslieferungszentrum, unter anderem für die 737
Boeing Global Services – Ersatzteile, Wartung und Umbauten für Betreiber weltweit

Geschichte im Zeitraffer

1916William Boeing gründet in Seattle die Pacific Aero Products Company. Ein Jahr später trägt das Unternehmen bereits seinen Namen.
1954Der Prototyp 367-80, intern „Dash 80“ genannt, fliegt am 15. Juli zum ersten Mal und wird zur Grundlage der 707.
1958Die 707 geht im Oktober bei Pan Am in den Liniendienst – der Einstieg von Boeing in das Zeitalter der Strahlverkehrsflugzeuge.
1963Erstflug der dreistrahligen 727 mit T-Leitwerk; bis 1984 entstehen 1.832 Exemplare.
1967Die erste 737 fliegt am 9. April. Aus dem kleinen Kurzstreckenjet wird die meistgebaute Verkehrsflugzeugfamilie des Herstellers.
1969Am 9. Februar startet die 747 zum Erstflug – der erste Großraumjet und bis heute die bekannteste Silhouette der Luftfahrt.
1981/82Fast gleichzeitig entstehen die Großraum-767 (Erstflug 1981) und die schmale 757 (Erstflug 1982).
1994Erstflug der 777 am 12. Juni – des ersten Boeing-Jets, der vollständig am Computer konstruiert wurde.
1997Fusion mit McDonnell Douglas. Damit kommt auch das Werk in Long Beach mit der späteren 717 in den Konzern.
2009Die 787 Dreamliner fliegt am 15. Dezember zum ersten Mal, mit einem Rumpf überwiegend aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff.
2016Erstflug der 737 MAX. Nach zwei Abstürzen bleibt die MAX ab März 2019 weltweit am Boden; die US-Luftfahrtbehörde FAA hebt das Flugverbot im November 2020 auf.
2023Am 31. Januar wird die letzte 747 ausgeliefert, ein 747-8-Frachter an Atlas Air. Nach 1.574 Exemplaren endet die Jumbo-Ära in der Fertigung.
2025Boeing übernimmt im Dezember den Zulieferer Spirit AeroSystems, der unter anderem die 737-Rümpfe baut, und holt damit Teile der Fertigung zurück ins eigene Haus.

Boeing aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Boeing

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Eine 777 an den sechsrädrigen Hauptfahrwerken und dem klingenartig abgeschnittenen Heckkonus erkannt
  • Eine 787 an den nach hinten gezogenen Flügelspitzen ohne Winglets und den gezackten Triebwerkshinterkanten bestimmt
  • Eine 737 MAX an den gezackten Triebwerkshinterkanten und dem neu geformten Heckkonus von einer 737-800 unterschieden
  • Bei einer 737 die abgeflachte Unterseite der Triebwerksgondeln entdeckt
  • Eine 747-8 und eine 747-400 auseinandergehalten – gepfeilte Flügelspitzen gegen hochgezogene Winglets
  • Eine 767 oder 757 im Frachtverkehr erwischt
  • Einen Dreamlifter fotografiert, die bauchige 747-Sonderversion für 787-Bauteile

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • 737, 777 und 787 gehören an fast jedem großen europäischen Flughafen zum Alltagsverkehr
  • Klare Erkennungsmerkmale an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck – auch ohne Kennzeichen gut zu bestimmen
  • Lange Bauzeiten führen dazu, dass alte und neue Generationen nebeneinander fliegen – ideal zum Vergleichen
  • Große Frachterflotten mit 747, 767 und 777 bringen Abwechslung in die Nacht- und Randzeiten
  • Sonderformen wie der Dreamlifter sind seltene, aber eindeutige Motive

Wo es hakt

  • Innerhalb der 737-Familie unterscheiden sich viele Varianten nur an Details wie Rumpflänge, Notausgängen oder Heckkonus
  • Die Werke in den USA liegen für Spotter aus Europa weit weg; Neuauslieferungen siehst du hier erst im Liniendienst
  • 747 und 757 werden nicht mehr gebaut und verschwinden nach und nach aus den Passagierflotten
  • Die 777X steckt noch in der Zulassung – Termine für den Liniendienst haben sich mehrfach verschoben
  • Bestell- und Auslieferungszahlen ändern sich monatlich; eine feste Zahl veraltet schnell

Stand: Oktober 2026 – Steh eine Stunde an einem großen europäischen Flughafen, und du siehst mit ziemlicher Sicherheit eine 737, eine 777 und eine 787. Boeing ist neben Airbus der zweite große Hersteller von Verkehrsjets. Seine Flugzeuge sind so verbreitet, dass die eigentliche Frage beim Spotten selten lautet „Ist das eine Boeing?“, sondern „Welche Boeing ist das genau?“. Die Antwort steckt nicht in der Lackierung, sondern in ein paar technischen Details, die du nach einem Nachmittag sicher liest.

Jede Boeing-Sichtung sauber festhalten

Poste deine Fotos mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot und sammle die Funde in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Vom Wasserflugzeug-Pionier zum Jet-Hersteller

Die Firmengeschichte beginnt 1916 in Seattle, als William Boeing mit der Pacific Aero Products Company eigene Wasserflugzeuge bauen lässt. Schon ein Jahr später trägt das Unternehmen seinen Namen. In den folgenden Jahrzehnten entstehen Postflugzeuge, Bomber und Propellerverkehrsflugzeuge – für Spotter heute vor allem Museumsstücke.

Der Wendepunkt kommt in den 1950er Jahren. Boeing finanziert mit dem Prototyp 367-80, dem „Dash 80“, einen vierstrahligen Jet weitgehend auf eigenes Risiko. Er fliegt am 15. Juli 1954 zum ersten Mal und wird zur Basis zweier Linien: des Tankflugzeugs für die US-Luftwaffe und der zivilen 707, die im Oktober 1958 bei Pan Am in den Liniendienst geht. Ab da folgt ein Muster auf das andere, alle mit der Bezeichnung 7x7 – ein Namensschema, das Boeing bis heute beibehält.

1916Gründung durch William Boeing in Seattle
1958Liniendienst der 707 bei Pan Am
1.574gebaute 747 bis zum Produktionsende 2023
2027angestrebte erste Auslieferung der 777-9

Zwei Daten erklären die heutige Gestalt des Konzerns. 1997 fusioniert Boeing mit McDonnell Douglas und übernimmt damit auch die Werke in Long Beach, aus denen noch bis 2006 die 717 kommt. Und 2025 holt Boeing mit der Übernahme von Spirit AeroSystems einen großen Teil der Rumpffertigung zurück, darunter die 737-Rümpfe aus Wichita. Der Konzernsitz ist inzwischen von Seattle über Chicago nach Arlington in Virginia gewandert, die Verkehrsflugzeugsparte sitzt aber weiterhin in Renton bei Seattle.

Die Boeing-Familien im Überblick

Für dich am Zaun zählt nicht die Firmenhistorie, sondern die Frage, welche Familie gerade über dir hängt. Die folgende Tabelle ordnet die Muster, die dir in Europa tatsächlich begegnen – aktuelle und eingestellte.

Familie Erstflug Status Auffälligstes Merkmal Wo du sie triffst
737 (NG und MAX) 1967 (erste 737) in Produktion als 737 MAX unten abgeflachte Triebwerksgondeln, offen liegende Haupträder Kurz- und Mittelstrecke, Low-Cost
747 1969 Produktion 2023 beendet Buckel mit Oberdeck, vier Triebwerke Langstrecke, Fracht
757 1982 Produktion 2004 beendet schlanker, langer Rumpf auf hohem Fahrwerk heute vor allem Fracht
767 1981 als Frachter in Produktion Großraumjet mit zwei Triebwerken, vierrädrige Hauptfahrwerke Fracht, Ferienflug
777 und 777X 1994 777 in Produktion, 777X in Zulassung sechsrädrige Hauptfahrwerke, Heckkonus wie eine Klinge Langstrecke, Fracht
787 Dreamliner 2009 in Produktion gepfeilte Flügelspitzen ohne Winglets, gezackte Triebwerkshinterkanten Langstrecke

Die Faustregel für Großraumjets: Zähl die Räder. Sechs Räder pro Hauptfahrwerk bedeuten 777, vier Räder bei zwei Triebwerken 767 oder 787. Zwischen den beiden letzten entscheiden die Flügelspitzen – die 787 hat elegant nach hinten gezogene Spitzen und eine auffallend glatte Nase, die 767 eine kantigere Flügelform, bei manchen Exemplaren mit nachgerüsteten, hochgezogenen Winglets.

Technik vor Farbe

Die Lackierung gehört der Airline, die Form dem Hersteller. Wenn du unsicher bist, sieh zuerst auf Fahrwerk, Flügelspitzen und Heckkonus – erst danach auf Logo und Farbe. Bei Langstreckenjets im Endanflug sind die Fahrwerke oft schon von Weitem zu erkennen, besonders bei seitlichem Licht. Wann die Sonne an deinem Standort richtig steht, hilft dir der Beitrag Sonnenstand planen herauszufinden.

Die 737 – der Alltag am Flughafen

Keine Boeing siehst du häufiger als die 737. Sie fliegt seit 1967 und wurde seither mehrfach neu aufgelegt: erst die Ur-Generation, dann die Classic-Serie, ab den späten 1990ern die Next Generation mit der 737-800 als Bestseller und seit 2017 die 737 MAX. Alle Generationen teilen sich ein Grundproblem, das sie zugleich unverwechselbar macht: Die 737 steht sehr tief über dem Boden. Damit die modernen, großen Triebwerke unter die Flügel passen, sind die Gondeln an der Unterseite abgeflacht. Dieses Detail siehst du auf jedem Foto von vorn.

Die Unterscheidung zwischen 737-800 und 737 MAX ist die häufigste Aufgabe beim Spotten in Europa, gerade bei Airlines wie Ryanair, die beide Generationen nebeneinander betreiben. Die MAX erkennst du an den gezackten Hinterkanten der Triebwerksgondeln und am längeren, spitz zulaufenden Heckkonus. Die gespaltenen Winglets mit einem oberen und einem unteren Teil sind dagegen kein sicheres Merkmal mehr, denn Ryanair und andere Betreiber haben viele 737-800 nachträglich damit ausgerüstet. Die Typcodes in der Flugverfolgung helfen zusätzlich: B738 steht für die 737-800, B38M für die 737 MAX 8. Wie du solche Daten richtig liest, erklärt der Beitrag Flugverfolgung mit ADS-B.

Die Großraumjets: 747, 777 und 787

Die 747 war 1969 der erste Großraumjet überhaupt und ist bis heute an ihrem Buckel zu erkennen. Gebaut wird sie nicht mehr, im Passagierverkehr ist sie in Europa vor allem bei Lufthansa zu sehen, die neben der neueren 747-8 auch noch ältere 747-400 einsetzt – Letztere allerdings nur noch für begrenzte Zeit, denn Lufthansa hat ihre Ausmusterung angekündigt. Den Unterschied machen die Flügelspitzen: hochgezogene Winglets bei der 747-400, nach hinten gepfeilte Spitzen ohne Winglets bei der 747-8.

Die 777 ist heute das Arbeitspferd der Langstrecke. Besonders verbreitet ist die 777-300ER mit ihrem langen Rumpf, etwa bei Emirates oder SWISS. Dazu kommt der 777-Frachter, der in vielen Frachtflotten die 747 ablöst. Die Nachfolgegeneration 777X hat Flügel mit klappbaren Spitzen, damit die enorme Spannweite an gewöhnliche Gates passt. Erster Betreiber der Passagierversion 777-9 soll Lufthansa werden; Boeing peilt die erste Auslieferung für 2027 an.

Die 787 Dreamliner ist der jüngste Großraumjet im Programm. Ihr Rumpf besteht überwiegend aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff, außen fällt das allerdings nicht auf. Sichtbar sind dagegen die gepfeilten Flügelspitzen, die sich im Flug stark nach oben biegen, die gezackten Triebwerkshinterkanten und die sehr glatt gezeichnete Nase mit nur vier Cockpitscheiben. Im direkten Vergleich mit dem Airbus A350-900 hilft die Cockpitpartie: Der A350 trägt eine schwarz abgesetzte Fensterumrandung, die 787 nicht.

777-9 und Dreamlifter auf die Wunschliste

Setz seltene Typen und Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn sie in deiner Nähe landen. Planetrack startet bald – sichere dir jetzt einen Platz auf der Warteliste.

In vier Schritten zur richtigen Boeing

Wenn ein Jet über dich hinwegzieht, bleibt oft nur wenig Zeit. Diese Reihenfolge führt dich schnell von der groben Einordnung zum konkreten Muster.

Triebwerke zählen

Vier Triebwerke bedeuten bei Boeing heute praktisch immer eine 747. Bei zwei Triebwerken geht es mit der Rumpfbreite weiter.

Schmal oder breit?

Ein schlanker Rumpf mit tief hängenden, unten abgeflachten Triebwerken spricht für eine 737. Ein schlanker, aber sehr langer Rumpf auf hohem Fahrwerk für eine 757.

Fahrwerk prüfen

Bei Großraumjets mit zwei Triebwerken entscheiden die Räder: sechs pro Hauptfahrwerk bei der 777, vier bei 767 und 787.

Flügelspitzen und Heck lesen

Gepfeilte Spitzen ohne Winglets deuten auf 787 oder 747-8, gezackte Triebwerkshinterkanten bei einer 737 auf die MAX, ein klingenartig abgeschnittenes Heck auf die 777.

Kennzeichen notieren

Erst das Kennzeichen macht aus der Typbestimmung eine vollständige Sichtung. Es verrät Betreiber, genaue Variante und Geschichte des Flugzeugs.

737, 777 oder 787 – wie sicher bist du?

Hak ab, welche Merkmale du wirklich gesehen hast, nicht welche du vermutest.

Die Technik führt dich zur Familie, das Kennzeichen zum einzelnen Flugzeug.

Hersteller bestimmt, Airline nicht

Der Typ ist gesichert, wenn …

  • Triebwerkszahl, Fahrwerk und Flügelspitzen zusammenpassen
  • der Typcode in der Flugverfolgung zur Beobachtung passt
  • das Kennzeichen in einer Flotte mit genau diesem Muster auftaucht

Noch offen ist, …

  • welche Rumpflänge innerhalb der Familie vorliegt, etwa 737-800 oder 737-900
  • ob es sich um eine Passagier- oder eine umgebaute Frachtmaschine handelt
  • welche Triebwerksvariante eingebaut ist

Nicht aus der Form ablesbar ist …

  • welche Airline das Flugzeug an diesem Tag betreibt, etwa bei Wet-Lease
  • ob es geleast oder gekauft wurde
  • wie viele Sitze in welcher Klasse eingebaut sind

Die Trennlinie ist dieselbe wie bei jedem Hersteller: Boeing ist eine technische Angabe, die Airline eine betriebliche. Eine 777-300ER von Emirates und eine von SWISS sind dieselbe Bauart mit völlig unterschiedlicher Kabine und Geschichte. Wer Typ und Betreiber sauber getrennt notiert, hat Sichtungen, die auch nach einem Besitzerwechsel noch stimmen.

Wo du Boeing in Europa am besten siehst

An großen Drehkreuzen wie dem Flughafen Frankfurt triffst du praktisch alle aktuellen Boeing-Großraumjets an einem Tag: 747 und 787 von Lufthansa, 777 von Golf-Airlines und US-Gesellschaften, dazu Frachter im Cargo-Bereich. Am Flughafen München bietet der Besucherhügel einen bequemen Blick auf Langstreckenverkehr und 737-Kurzstrecke. Auf der Besucherterrasse in Düsseldorf ist die 737 im Ferien- und Low-Cost-Verkehr ein Dauergast.

Welche Bahn gerade in Betrieb ist, entscheidet darüber, ob du die Flugzeuge im Anflug, beim Rollen oder beim Start siehst. Plane deshalb mit Wind und Betriebsrichtung – die Grundlagen dazu stehen im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Für deinen ersten Ausflug lohnt sich außerdem ein Blick in Planespotting für Einsteiger und die Ausrüstungs-Checkliste.

Werks- und Vorfeldbereiche sind tabu

Ob Boeing-Werk in den USA oder Wartungsbereich am Heimatflughafen: Betriebsflächen sind kein Spotting-Gelände. Fotografiert wird nur von öffentlich zugänglichen Orten wie Terrassen, Hügeln und ausgewiesenen Spotterpunkten. Was rechtlich gilt, erklärt der Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.

Boeing und Airbus: Was Boeing leicht macht

  • Das Sechs-Räder-Fahrwerk der 777 ist ein eindeutiges Merkmal
  • Die abgeflachten Triebwerksgondeln verraten jede 737 sofort
  • Die 747 ist mit ihrem Buckel unverwechselbar

Wo es auch bei Boeing knifflig wird

  • 737-700, -800 und -900 unterscheiden sich vor allem in der Länge
  • 787-8, -9 und -10 sind nur über die Rumpflänge auseinanderzuhalten
  • Umgebaute Frachter tragen oft noch die Fensterlinie der Passagierversion

Wer den Vergleich mit dem europäischen Konkurrenten vertiefen will, findet auf der Seite zu Airbus die passenden Merkmale der A320-, A330- und A350-Familien. Beide Hersteller zusammen machen den Großteil dessen aus, was an europäischen Flughäfen startet und landet.

Typ, Kennzeichen, Airline – alles in einem Beitrag

Mit Planetrack teilst du jede Sichtung mit allen Flugzeugdaten und findest über die Spot-Karte die besten Standorte. Planetrack startet bald – trag dich jetzt in die Warteliste ein und sei von Anfang an dabei.

Fazit

Boeing ist für Spotter vor allem eine Sammlung klarer Formmerkmale. Mit drei Fragen – wie viele Triebwerke, wie viele Räder, welche Flügelspitzen – ordnest du nahezu jede Boeing, die in Europa landet, der richtigen Familie zu. Die 737 fällt durch ihre flachen Triebwerksgondeln auf, die 777 durch ihr Sechs-Räder-Fahrwerk, die 787 durch ihre geschwungenen Flügel.

Gleichzeitig ist die Boeing-Flotte im Umbruch: Die 747 verschwindet langsam aus dem Passagierverkehr, die 777X steht vor dem Einstieg bei Lufthansa. Wer in den nächsten Jahren mit offenen Augen an den Zaun geht, erlebt also beides – das Ende einer Ikone und den Start eines neuen Langstreckenjets.

Kurzfazit

Boeing baut heute vier Familien: 737 MAX, 767 als Frachter, 777 mit 777X und die 787. Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck führen dich zur Familie, das Kennzeichen zum einzelnen Flugzeug und zur Airline – erst beides zusammen ergibt eine vollständige Sichtung.

Zusammenfassung

  • Boeing prägt den Verkehr an europäischen Flughäfen vor allem mit 737, 777 und 787 – drei Familien, die du mit wenigen Merkmalen sicher trennst.
  • Die 747 wird seit 2023 nicht mehr gebaut, fliegt aber weiter in Passagier- und vor allem in Frachtflotten.
  • Der Hersteller sagt dir, welcher Typ vor dir steht; welche Airline ihn betreibt, zeigt erst das Kennzeichen.
  • Neue Boeing-Muster wie die 777X erreichen Europa erst mit der Auslieferung an die Erstkunden – Lufthansa ist für die 777-9 als erster Betreiber vorgesehen.

Häufige Fragen

Wo werden Boeing-Verkehrsflugzeuge gebaut?

Die Endmontage verteilt sich auf drei Standorte: Renton bei Seattle für die 737, Everett an der Paine Field für 767, 777 und 777X und North Charleston in South Carolina für die 787 Dreamliner. Die Flugerprobung und viele Auslieferungen laufen zusätzlich über Boeing Field in Seattle.

Woran unterscheide ich eine Boeing 737 von einem Airbus A320?

Am schnellsten am Fahrwerk und an den Triebwerken. Die 737 hat keine Klappen über den Haupträdern, die Räder liegen im eingefahrenen Zustand sichtbar im Rumpfbauch. Die Triebwerksgondeln sind unten abgeflacht, weil die 737 sehr tief über dem Boden steht. Dazu kommt eine spitzer zulaufende Nase. Der Airbus A320neo wirkt an der Nase runder und steht etwas höher.

Wie erkenne ich eine 737 MAX?

Am sichersten an zwei Details: den gezackten Hinterkanten an den größeren Triebwerksgondeln und dem längeren, spitz auslaufenden Heckkonus. Dazu kommen gespaltene Winglets mit einem Teil nach oben und einem nach unten. Vorsicht: Viele 737-800, etwa bei Ryanair, wurden nachträglich ebenfalls mit gespaltenen Winglets ausgerüstet. Die glatten Triebwerkshinterkanten der 737-800 bleiben deshalb das bessere Unterscheidungsmerkmal.

Wird die Boeing 747 noch gebaut?

Nein. Die letzte 747, ein 747-8-Frachter, ging am 31. Januar 2023 an Atlas Air. Insgesamt entstanden 1.574 Exemplare. Im Passagierdienst siehst du in Europa vor allem die 747-8 von Lufthansa, dazu Frachter verschiedener Gesellschaften.

Was ist die Boeing 777X?

Die neue Generation der 777 mit Flügeln aus Verbundwerkstoff, deren Spitzen sich am Boden hochklappen lassen, damit das Flugzeug an normale Gates passt. Die 777-9 ist die Passagierversion, Lufthansa soll sie als erste Airline erhalten. Boeing nennt 2027 als Ziel für die erste Auslieferung; die Zulassung durch die FAA war zuletzt noch nicht abgeschlossen.

Gehört McDonnell Douglas zu Boeing?

Ja, seit der Fusion 1997. Aus dem McDonnell-Douglas-Programm stammt die Boeing 717, die ursprünglich als MD-95 entwickelt wurde. Ihre Produktion endete 2006. Ältere MD-Typen tragen weiter ihren ursprünglichen Herstellernamen.

Was ist der Dreamlifter?

Eine stark umgebaute 747-400 mit aufgeblähtem Rumpf, die große 787-Bauteile wie Rumpfsektionen und Flügel zwischen Zulieferern und Endmontage fliegt. Es gibt vier Exemplare. Das Heck lässt sich zum Beladen komplett zur Seite schwenken. In Europa ist der Dreamlifter ein seltener Gast, entsprechend gefragt sind Sichtungen.

Welche Airlines im deutschsprachigen Raum fliegen Boeing?

Unter anderem Lufthansa mit 747 und 787 sowie SWISS und Austrian Airlines mit der 777. Condor hat ihre 767-Passagierflotte dagegen 2024 ausgemustert und durch Airbus-Großraumjets ersetzt. Dazu kommen Gäste wie Ryanair mit einer reinen 737-Flotte und Emirates mit der 777.

Sichtungen rund um Boeing sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

Typische Flugzeuge

Spotting-Spots rund um Boeing

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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