Das Wichtigste in Kürze
- Sinsheim ist der einzige Ort der Welt, an dem die beiden Überschall-Verkehrsflugzeuge Concorde und Tu-144 nebeneinander stehen – auf einem Hallendach, in Startpose.
- Die Tu-144 CCCP-77112 reiste 2000 über Moskwa, Ostsee, Nordsee, Rhein und Neckar nach Sinsheim und wurde am 26. März 2001 auf das Dach gehoben.
- Die Concorde F-BVFB flog am 24. Juni 2003 ein letztes Mal nach Karlsruhe/Baden-Baden; Air France überließ sie dem Museum für einen symbolischen Euro.
- Mehrere Klassiker sind begehbar, darunter Ju 52, DC-3, Il-18 und Vickers Viscount.
- Plane einen ganzen Tag ein und kombiniere den Besuch mit dem Schwesterhaus in Speyer oder einem Spotting-Tag in Frankfurt oder Stuttgart.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Oldtimer-Museum zum Überschall-Magneten
- 7.Das Überschall-Duo auf dem Dach
- 8.Die Tu-144 CCCP-77112: das erste Überschall-Verkehrsflugzeug am Himmel
- 9.Die Concorde F-BVFB: für einen Euro nach Sinsheim
- 10.Begehbare Klassiker in den Hallen und im Freigelände
- 11.Fotografieren im Technik Museum Sinsheim
- 12.Anreise, Öffnung und Übernachten
- 13.Kombinieren: Museum, Schwesterhaus und Live-Verkehr
- 14.Fazit
- 15.Häufige Fragen
Steckbrief
| Träger | Auto & Technik Museum Sinsheim e. V. – gemeinnütziger Verein, der auch das Technik Museum Speyer betreibt |
|---|---|
| Standort | Museumsplatz 1, 74889 Sinsheim (Baden-Württemberg), direkt an der A6 |
| Eröffnung | 6. Mai 1981 |
| Größe | laut Wikipedia mehr als 50.000 m² Ausstellungsfläche, davon rund 30.000 m² in Hallen, und über 3.000 Exponate |
| Luftfahrt-Highlights | Concorde F-BVFB (früher Air France) und Tupolew Tu-144 (CCCP-77112) auf dem Hallendach, dazu Ju 52/3m, DC-3, Il-18, Il-14, Vickers Viscount, Canadair CL-215 und Tu-134 |
| Flugzeuge insgesamt | rund 60 Flugzeuge laut Wikipedia |
| Weitere Schwerpunkte | Oldtimer, Formel-1-Sammlung, Rekordfahrzeug Blue Flame, Motorräder, Traktoren, Lokomotiven, U-Boot U17, IMAX-3D-Kino |
| Öffnung | laut Museum an 365 Tagen im Jahr; Mo–Fr 9–18 Uhr, Sa, So und Feiertage 9–19 Uhr (an Weihnachten und Neujahr abweichend) |
| Anreise | Bahn bis Endhaltestelle „Museum/Arena“, dann etwa fünf Minuten zu Fuß; Auto über die A6, Ausfahrt 33b Sinsheim-Süd |
| Offizielle Website | www.technik-museum.de/de |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Technik Museum Sinsheim aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Technik Museum Sinsheim
- Zwei Deltaflügler über der Autobahn – Concorde und Tu-144 stehen in Startpose auf dem Hallendach und sind von der A6 aus zu sehen
- Die Concorde in Air-France-Farben – schlanker Rumpf, abgesenkte Nase, Kennzeichen F-BVFB
- Die Tu-144 mit CCCP-Kennzeichen – länger, mit Triebwerken dicht am Rumpf und einziehbaren Vorflügeln hinter dem Cockpit
- Klassiker im Freigelände und in den Hallen – Wellblech-Ju 52, DC-3, Propellerturbinen von Il-18 und Viscount
- Löschflugzeug CL-215 – bulliger Flugboot-Rumpf mit Stützschwimmern unter den Tragflächen, seit 2005 auf dem Gelände
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Weltweit der einzige Ort, an dem Concorde und Tu-144 gemeinsam ausgestellt sind
- Beide Überschalljets sind begehbar – durch die Kabine bis vor das Cockpit
- Viele weitere begehbare Verkehrsflugzeuge: Ju 52, DC-3, Il-18, Viscount, Il-14, CL-215
- Bahnhaltestelle direkt am Museum und Anschluss an die A6
- Lange Öffnungszeiten an 365 Tagen, privates Fotografieren ausdrücklich erlaubt
Wo es hakt
- Kein Flugplatz nebenan – Live-Verkehr gibt es erst an den Flughäfen der Umgebung
- Die Flugzeuge auf dem Dach erreichst du nur über Treppen, sie sind nicht barrierefrei
- Autos und andere Technik nehmen einen großen Teil der Ausstellung ein
- Einzelne Hallen sind zeitweise wegen Umbauten geschlossen
Es gibt Luftfahrtmuseen mit einer Concorde. Und es gibt eine Handvoll Museen mit einer Tu-144. Aber es gibt nur einen Ort auf der Welt, an dem beide nebeneinander stehen: Sinsheim im Kraichgau. Auf dem Dach einer Ausstellungshalle, direkt an der A6, recken die Air-France-Concorde F-BVFB und die sowjetische Tupolew Tu-144 ihre Nasen in Startpose in den Himmel. Du kletterst in beide hinein und läufst durch die Kabinen bis vor das Cockpit. Unten in den Hallen warten Ju 52, DC-3, Il-18 und Viscount – das Technik Museum Sinsheim ist für Planespotter ein Tagesausflug, den man nicht so schnell vergisst.
Concorde und Tu-144 in deinem Hangar
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen und Ort – auch Museumsmaschinen wie die F-BVFB und die CCCP-77112. Planetrack startet bald – die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Oldtimer-Museum zum Überschall-Magneten
Das Museum öffnete am 6. Mai 1981 als Auto & Technik Museum Sinsheim, damals auf rund 5.000 Quadratmetern. Hinter der Idee standen Sammler und Restauratoren rund um den Unternehmer Eberhard Layher. Getragen wird das Haus bis heute von einem gemeinnützigen Verein, der sich laut Wikipedia allein über Eintritte, Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert – ohne öffentliche Zuschüsse. Zehn Jahre nach Sinsheim eröffnete derselbe Verein das Technik Museum Speyer, rund 35 Kilometer weiter westlich. Gemeinsam treten beide Häuser als Technik Museen Sinsheim Speyer auf.
Am Anfang standen Autos im Mittelpunkt, doch die Luftfahrt kam früh dazu. 1988 holte das Museum eine Douglas DC-3, eine Iljuschin Il-14 und einen Boeing-Vertol-Hubschrauber nach Sinsheim; die Il-14 schwebte laut Wikipedia an einem Bundeswehr-Hubschrauber aufs Gelände. 1989 folgte eine Tupolew Tu-134, die zerlegt aus Manching kam. Mit der Zeit wuchs die Luftfahrtsammlung auf rund 60 Flugzeuge.
Heute gibt Wikipedia für das Museum mehr als 50.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche an, davon rund 30.000 Quadratmeter in Hallen, dazu über 3.000 Exponate und mehr als eine Million Besucher im Jahr. Damit zählt Sinsheim zu den größten privat getragenen Museen Europas.
Das Überschall-Duo auf dem Dach
Wer auf der A6 zwischen Mannheim und Heilbronn unterwegs ist, kennt das Bild: Zwei schlanke Deltaflügler stehen auf einem Hallendach, als würden sie gleich abheben. Beide stehen auf Stahlstützen in Startstellung, leicht angestellt wie beim Abheben. Was von unten wie eine Kulisse aussieht, ist begehbar. Über Treppen steigst du hinauf, betrittst die Kabinen und gehst bis vor das Cockpit.
Der Reiz liegt im direkten Vergleich. Concorde und Tu-144 entstanden parallel in den Sechzigerjahren, auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs, und lösten dieselbe Aufgabe mit ähnlichen Mitteln. Beide setzen auf einen Deltaflügel und vier Strahltriebwerke mit Nachbrenner, beide senken für Start und Landung die Nase ab, damit die Piloten genug sehen. Im Detail unterscheiden sie sich aber deutlich – und genau das kannst du in Sinsheim mit eigenen Augen nachvollziehen.
| Merkmal | Concorde | Tupolew Tu-144 |
|---|---|---|
| Hersteller | Aérospatiale / British Aircraft Corporation | Tupolew |
| Erstflug des Typs | 2. März 1969 | 31. Dezember 1968 |
| Gebaute Exemplare | 20 | 16 laut Wikipedia |
| Linienbetrieb | 1976–2003 | 1977–1978 (Passagiere) |
| Triebwerke | 4 × Rolls-Royce/SNECMA Olympus 593 | 4 Strahltriebwerke, dicht am Rumpf |
| Besonderheit | Ogival geformter Deltaflügel | Einziehbare Vorflügel hinter dem Cockpit (Serie) |
| Exemplar in Sinsheim | F-BVFB, Air France | CCCP-77112 |
Mehr zur Entwicklung beider Typen findest du auf den Seiten zur Concorde und zur Tu-144.
Die Tu-144 CCCP-77112: das erste Überschall-Verkehrsflugzeug am Himmel
Die Tu-144 war früher in der Luft als ihr westliches Gegenstück. Ihr Erstflug fand laut Museum am 31. Dezember 1968 statt, rund zwei Monate vor der Concorde, und am 5. Juni 1969 durchbrach sie als erstes Verkehrsflugzeug die Schallmauer. Der Weg in den Liniendienst war dagegen holprig. 1973 brach eine Tu-144 bei einer Vorführung auf der Pariser Luftfahrtschau in der Luft auseinander. Ab Dezember 1975 flog der Typ Post und Fracht, im November 1977 startete der Passagierdienst zwischen Moskau und Alma-Ata, dem heutigen Almaty. Schon 1978 war damit wieder Schluss: Nach dem Absturz einer Tu-144D im Mai 1978 wurde der Liniendienst eingestellt, der Betrieb galt ohnehin als aufwendig und unwirtschaftlich.
Laut Wikipedia absolvierte die Tu-144 im Liniendienst insgesamt 102 Flüge, davon 55 mit Passagieren. Später nutzte die NASA eine umgebaute Maschine als fliegendes Labor; der letzte Flug einer Tu-144 überhaupt fand 1999 statt. Eine kompakte Einordnung liefert der Beitrag Tupolew Tu-144, und das Unternehmen dahinter stellt die Seite zu Tupolew vor.
Das Sinsheimer Exemplar trägt das Kennzeichen CCCP-77112. Laut Wikipedia flog es erstmals 1979 und zuletzt 1981, danach stand es fast zwei Jahrzehnte in Schukowski bei Moskau. Es gilt als einzige Tu-144, die außerhalb Russlands zu sehen ist.
Eine Reise über Flüsse und Meere
Wie die Maschine nach Sinsheim kam, ist eine Geschichte für sich. Laut Museum blieb eine erste Anfrage in Moskau zunächst unbeantwortet. Rund zehn Jahre später meldete sich eine Delegation des Konstruktionsbüros und bot ein Flugzeug an. Museumspräsident Hermann Layher machte ein Angebot, das den Transport bis Mannheim einschloss – und es wurde angenommen.
Moskau
Zerlegt fuhr die Tu-144 auf der Moskwa durch die russische Hauptstadt.
St. Petersburg
Dort wurde sie auf ein Küstenmotorschiff verladen.
Rotterdam und Rhein
Entlang der Küste ging es nach Rotterdam und dann rheinaufwärts nach Mannheim, wo die russische Delegation sie offiziell übergab.
Neckar und Autobahn
Per Neckarschiff erreichte sie den Schwerlastkai in Heilbronn, das letzte Stück legte sie auf Straße und Autobahn zurück.
Aufs Dach
Am 26. März 2001 wurde sie in Startposition auf drei Stahlstützen auf das Hallendach gesetzt.
Insgesamt legte das Flugzeug laut Wikipedia mehr als 4.000 Kilometer zurück. 2026 feiert das Museum ein Vierteljahrhundert Tu-144 auf dem Dach.
Auf die Vorflügel achten
Hinter dem Cockpit der Tu-144 sitzen kleine einziehbare Flügel, die bei Serienmaschinen den Langsamflug verbessern. Die Concorde hat so etwas nicht. Wer die beiden Typen auf Fotos auseinanderhalten will, hat damit ein sicheres Merkmal – mehr Tipps stehen im Beitrag Oldtimer am Himmel erkennen.
Die Concorde F-BVFB: für einen Euro nach Sinsheim
Die Concorde kam zwei Jahre nach der Tu-144. Die F-BVFB trägt die Seriennummer 207 und flog laut Wikipedia erstmals am 6. März 1976 in Toulouse. Sie gehörte zur Flotte von Air France und sammelte rund 14.770 Flugstunden.
Nach dem Absturz der Air-France-Concorde F-BTSC im Juli 2000 bei Paris und der späteren Wiederzulassung flogen beide Betreiber den Typ nur noch kurze Zeit. Air France beendete den kommerziellen Concorde-Betrieb Ende Mai 2003, British Airways folgte am 24. Oktober 2003. Die Hintergründe zu Aufstieg und Ende erzählt die Concorde-Geschichte.
Air France gab die F-BVFB laut Wikipedia für den symbolischen Preis von einem Euro an das Museum ab. Am 24. Juni 2003 startete sie zu ihrem allerletzten Flug – mit Ziel Karlsruhe/Baden-Baden. Dort wurden Tragflächen und Seitenleitwerk demontiert, danach ging es per Binnenschiff und auf der Straße weiter nach Sinsheim. Seit 2004 steht sie neben der Tu-144 auf dem Dach.
| Kennzahl | Concorde (laut Wikipedia) |
|---|---|
| Länge | 61,66 m |
| Spannweite | 25,60 m |
| Höhe | 12,20 m |
| Max. Startmasse | rund 186,9 t |
| Reisegeschwindigkeit | etwa Mach 2,02 |
| Sitzplätze | bei Air France zuletzt 92 |
Klassiker auf die Wunschliste
In Planetrack setzt du Typen und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars – und hakst sie ab, sobald du sie im Museum oder am Zaun fotografiert hast. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Begehbare Klassiker in den Hallen und im Freigelände
Die beiden Überschalljets sind der Magnet, aber längst nicht alles. Laut Wikipedia kannst du in Sinsheim mehrere weitere Verkehrs- und Spezialflugzeuge betreten. Was gerade wo steht, kann sich ändern – die Übersicht nennt Beispiele, keine vollständige Liste.
| Flugzeug | Was es ausmacht | Begehbar laut Wikipedia |
|---|---|---|
| Junkers Ju 52/3m | Wellblech-Dreimotorer der Dreißigerjahre | ja |
| Douglas DC-3 | Der Klassiker, der den Linienverkehr prägte; seit 1988 im Museum | ja |
| Iljuschin Il-18 | Sowjetischer Turboprop-Airliner mit vier Propellerturbinen | ja |
| Vickers Viscount | Britischer Pionier der Propellerturbine im Linienverkehr | ja |
| Iljuschin Il-14 | Sowjetisches Kurzstrecken-Kolbenflugzeug, seit 1988 im Museum | ja |
| Canadair CL-215 | Amphibisches Löschflugzeug, seit 2005 auf dem Gelände | ja |
| Tupolew Tu-134 | Sowjetischer Kurzstreckenjet, 1989 aus Manching geholt | keine Angabe |
| Boeing 747-200 | Nur die Cockpit-Sektion, hydraulisch heb- und senkbar | keine Angabe |
Die Ju 52 ist ein guter Startpunkt für eine Zeitreise: Wie aus dem Wellblech-Flugzeug ein Mythos wurde, erzählt der Beitrag Ju 52 – Tante Ju, die technischen Daten stehen auf der Seite zur Junkers Ju 52. Gleich dahinter wartet mit der DC-3 das Flugzeug, das den Linienverkehr in den Dreißiger- und Vierzigerjahren prägte – mehr dazu in der Geschichte der DC-3.
Spannend ist auch der Ost-West-Vergleich bei den Turboprops. Die Il-18 und die Vickers Viscount zeigen, wie zwei Lager in den Fünfzigerjahren die Propellerturbine in den Liniendienst brachten. Die Tu-134 wiederum steht für die nächste Generation sowjetischer Strahlverkehrsflugzeuge.
Der bullige Flugboot-Rumpf des Canadair CL-215 sticht auf dem Gelände sofort heraus. Das Löschflugboot ist der Vorgänger der heute noch eingesetzten CL-415, die du im Sommer bei Waldbränden in Südeuropa im Einsatz sehen kannst. Und die Cockpit-Sektion der 747-200 lädt zu einem Abstecher in die Welt der frühen Jumbos ein – wer die ganze Maschine erleben will, findet sie in Speyer.
Nicht nur Flugzeuge
Sinsheim ist ein Technikmuseum mit breitem Spektrum: rund 300 Oldtimer, eine große Formel-1-Ausstellung, der Raketenwagen Blue Flame, Motorräder, Traktoren, Lokomotiven und seit 2025 das begehbare U-Boot U17. Für reine Luftfahrtfans heißt das: Plane ein, dass du einen Teil der Hallen zügig durchquerst.
Fotografieren im Technik Museum Sinsheim
Für Fotografen ist Sinsheim entspannt: Laut Museum sind Fotos und Videos für private Zwecke ohne Einschränkung erlaubt. Stative und Leuchten sind gestattet, solange du andere Besucher nicht störst. Private Bilder darfst du auf deiner Website und in sozialen Netzwerken zeigen. Für kommerzielle Nutzung brauchst du vorher eine Freigabe der Pressestelle.
Die größte fotografische Herausforderung ist das Dach. Concorde und Tu-144 stehen im Freien und weit oben – du arbeitest also mit Himmel, Sonne und Wolken wie am Flughafen, nur ohne Bewegung.
Von unten mit Himmel
Aus der Froschperspektive wirken die Jets, als würden sie gerade abheben. Ein strukturierter Himmel mit Wolken macht das Bild lebendiger als graues Einheitslicht.
Licht vorher planen
Prüfe vorab, aus welcher Richtung die Sonne zu deiner Besuchszeit auf das Dach fällt. Wie das geht, erklärt der Beitrag zur Sonnenstandsplanung.
Beide Nasen in ein Bild
Oben auf dem Dach lohnt ein Weitwinkel, um die abgesenkten Nasen von Concorde und Tu-144 gemeinsam zu zeigen – das Motiv gibt es nirgendwo sonst.
Details in der Kabine
Kleine Fenster, schmale Gänge, kyrillische und französische Beschriftungen: In den Kabinen entstehen oft die stärkeren Motive als von außen.
Bei Regen nach drinnen
Ju 52, DC-3 und viele andere Exponate stehen in Hallen. Weitere Ideen für trübe Tage liefert Planespotting bei schlechtem Wetter.
Wie viel Zeit brauchst du in Sinsheim?
Richtwert ohne Anfahrt, Wartezeiten und Pausen.
Anreise, Öffnung und Übernachten
Das Museum liegt an der Adresse Museumsplatz 1 in 74889 Sinsheim. Laut Museum ist es an 365 Tagen im Jahr geöffnet, montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 19 Uhr. Um Weihnachten und Neujahr gelten abweichende Zeiten. Eintrittspreise nennen wir bewusst nicht, weil sie sich ändern.
- Mit der Bahn: Seit 1995 hat das Museum eine eigene Haltestelle. Du fährst bis zur Endstation „Museum/Arena“ und läufst dann laut Museum etwa fünf Minuten.
- Mit dem Auto: über die A6 zwischen Mannheim und Heilbronn, Ausfahrt 33b Sinsheim-Süd. Die Parkplätze sind kostenpflichtig, laut Museum aber eine gewisse Zeit nach der Einfahrt frei. An Spieltagen der benachbarten Arena kann es voll werden.
- Mit dem Wohnmobil: Wohnmobile und Gespanne dürfen laut Museum auf dem Parkplatz P6 stehen und übernachten, allerdings ohne Strom- und Wasseranschluss.
- Hotel: Am Museum gibt es ein Hotel, praktisch für einen Zwei-Tage-Besuch mit Speyer.
Zur Barrierefreiheit: Gelände, Kassen und Restaurants sind laut Museum zugänglich, die meisten Ausstellungsbereiche über Rampen oder Aufzüge erreichbar. Begehbare Großexponate wie die Flugzeuge und manche Galerien sind dagegen nicht barrierefrei – das betrifft auch Concorde und Tu-144 auf dem Dach.
Geschlossene Hallen im Blick behalten
Das Museum weist darauf hin, dass einzelne Hallen zeitweise für Umbauten oder neue Sonderausstellungen geschlossen sind. Wenn du wegen eines bestimmten Exponats anreist, prüfe vorher die aktuellen Hinweise auf der Website.
Kombinieren: Museum, Schwesterhaus und Live-Verkehr
Einen Flugplatz direkt nebenan hat Sinsheim nicht. Für Live-Verkehr musst du ein Stück fahren – das lässt sich aber gut zu einem Wochenende verbinden.
- Technik Museum Speyer: Das Schwesterhaus zeigt einen begehbaren Lufthansa-Jumbo auf Stelzen, die Antonov An-22 und den Raumgleiter Buran. Wer beide Häuser besucht, hat Überschall, Großraum und Raumfahrt an zwei Tagen gesehen.
- Flughafen Frankfurt: Am größten deutschen Drehkreuz siehst du von der Aussichtsplattform Zeppelinheim den ganzen Tag Großraumjets. Tipps für den Tag stehen im Guide Planespotting am Flughafen Frankfurt.
- Flughafen Stuttgart: Die Besucherterrasse am Flughafen Stuttgart ist ein entspannter Einstieg, auch mit Kindern.
- Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden: Hier landete die Concorde 2003 zum letzten Mal – ein kleiner, aber geschichtsträchtiger Abstecher.
Wer Überschall-Geschichte weiter verfolgen will, plant eine Reise zu den anderen großen Concorde-Standorten: Aerospace Bristol zeigt die letzte jemals geflogene Concorde, das Musée de l’Air et de l’Espace in Le Bourget und Aeroscopia in Toulouse führen Frankreichs Linie fort. Eine Tu-144 außerhalb Sinsheims findest du nur in Russland, etwa im Zentralen Luftwaffenmuseum Monino.
Hinfahren, wenn du …
- Concorde und Tu-144 einmal direkt nebeneinander sehen und betreten willst
- klassische Propellerflugzeuge wie Ju 52, DC-3 und Il-18 von innen erleben möchtest
- einen Familienausflug suchst, bei dem auch Auto- und Technikfans auf ihre Kosten kommen
Vorher klären, wenn du …
- gezielt ein bestimmtes Exponat sehen willst – manche Hallen sind zeitweise geschlossen
- auf Barrierefreiheit angewiesen bist und auf das Dach möchtest
- an einem Spieltag der Arena nebenan anreist
Woanders besser, wenn du …
- vor allem aktuelle Airliner im Anflug fotografieren willst
- möglichst viele neue Kennzeichen sammeln möchtest
- ein reines Luftfahrtmuseum ohne Autos und Lokomotiven suchst
Für Familien ist Sinsheim ideal: Kinder dürfen in Flugzeuge und U-Boot klettern, und die Treppe hinauf zur Concorde ist für viele das Highlight des Tages. Weitere Ideen findest du im Beitrag Planespotting mit Kindern.
Vom Museumsdach an den Zaun
Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht, Sonnenstand-Planer und Wetter, Wind und Pisten am Flughafen: Planetrack bringt alles für den Spotting-Tag nach dem Museumsbesuch zusammen. Planetrack startet bald – sichere dir über die Warteliste frühen Zugang.
Fazit
Das Technik Museum Sinsheim hat etwas, das kein anderes Museum der Welt bieten kann: Concorde und Tu-144, die beiden einzigen Überschall-Verkehrsflugzeuge, die je im Liniendienst flogen, stehen hier Seite an Seite auf einem Hallendach – und du darfst in beide hinein. Die abenteuerliche Reise der Tu-144 über Moskwa, Ostsee und Rhein und der letzte Flug der F-BVFB nach Karlsruhe/Baden-Baden machen die Ausstellung zu mehr als einer Fotokulisse. Mit Ju 52, DC-3, Il-18 und Viscount kommen Klassiker dazu, die du sonst kaum noch von innen siehst.
Plane einen ganzen Tag ein, wirf vorher einen Blick auf Wetter und Öffnungshinweise und verbinde den Besuch am besten mit Speyer oder einem Spotting-Tag in Frankfurt.
Kurzfazit
Concorde und Tu-144 begehbar nebeneinander, dazu Ju 52, DC-3 und Il-18: Sinsheim ist ein Pflichtziel für jeden Luftfahrtfan – am besten als ganzer Tag, kombiniert mit dem Schwesterhaus in Speyer.
Zusammenfassung
- Das Technik Museum Sinsheim ist eines der größten privat getragenen Museen Europas und ein Pflichtziel für Luftfahrtfans.
- Das Alleinstellungsmerkmal ist das Überschall-Duo auf dem Dach: Concorde und Tu-144, beide innen begehbar.
- Dazu kommen rund 60 Flugzeuge, von der Ju 52 über die DC-3 bis zu sowjetischen Turboprops wie Il-18 und Il-14.
- Die Anreise ist dank eigener Bahnhaltestelle und A6-Ausfahrt einfach – prüfe vorab Öffnungszeiten und geschlossene Hallen.
Häufige Fragen
Was ist das Technik Museum Sinsheim?
Ein großes Technikmuseum in Sinsheim (Baden-Württemberg), das am 6. Mai 1981 eröffnet wurde. Getragen wird es vom gemeinnützigen Verein Auto & Technik Museum Sinsheim, der auch das Technik Museum Speyer betreibt. Neben Autos, Lokomotiven und Militärtechnik zeigt es rund 60 Flugzeuge – allen voran Concorde und Tu-144.
Stehen in Sinsheim wirklich Concorde und Tu-144 nebeneinander?
Ja. Sinsheim ist der einzige Ort, an dem die beiden Überschall-Verkehrsflugzeuge gemeinsam ausgestellt sind. Die Tu-144 steht seit 2001 auf dem Dach einer Museumshalle, die Concorde kam 2003 dazu. Seit 2004 sind beide Seite an Seite zu sehen.
Kann man in die Concorde und die Tu-144 hineingehen?
Ja, beide sind begehbar. Du steigst über Treppen zu den Flugzeugen auf dem Dach und läufst durch die Kabine bis vor das Cockpit. Barrierefrei sind die Flugzeuge laut Museum nicht.
Welche Concorde steht in Sinsheim?
Es ist die F-BVFB mit der Seriennummer 207, die 1976 erstmals flog und bei Air France im Einsatz war. Am 24. Juni 2003 flog sie ein letztes Mal zum Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Danach wurden Tragflächen und Seitenleitwerk abgenommen und das Flugzeug per Binnenschiff und Straße nach Sinsheim gebracht.
Welche Tu-144 steht in Sinsheim?
Die Maschine trägt das Kennzeichen CCCP-77112. Laut Wikipedia flog sie erstmals 1979 und zuletzt 1981, danach stand sie bis 2000 in Schukowski bei Moskau. Sie gilt als einzige Tu-144, die außerhalb Russlands zu sehen ist.
Wie kam die Tu-144 nach Sinsheim?
Auf einer langen Reise: Laut Museum ging es auf der Moskwa durch Moskau, von St. Petersburg per Küstenmotorschiff nach Rotterdam, den Rhein hinauf nach Mannheim, per Neckarschiff bis Heilbronn und zuletzt über Straße und Autobahn nach Sinsheim. Am 26. März 2001 wurde sie auf drei Stahlstützen auf das Dach gesetzt.
Wann hat das Technik Museum Sinsheim geöffnet?
Laut Museum an 365 Tagen im Jahr: montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 19 Uhr. An Weihnachten und Neujahr gelten abweichende Zeiten. Eintrittspreise nennen wir bewusst nicht, weil sie sich ändern – schau vor dem Besuch auf die Website des Museums.
Darf ich im Museum fotografieren?
Ja. Fotos und Videos für private Zwecke sind laut Museum ohne Einschränkung erlaubt, auch mit Stativ und Licht, solange du niemanden störst. Private Bilder darfst du online und in sozialen Netzwerken zeigen. Für kommerzielle Nutzung brauchst du vorher eine Freigabe der Pressestelle.
Wie komme ich ohne Auto zum Museum?
Mit der Bahn bis zur Endhaltestelle „Museum/Arena“, von dort sind es laut Museum etwa fünf Minuten zu Fuß. Mit dem Auto nimmst du die A6 zwischen Mannheim und Heilbronn, Ausfahrt 33b Sinsheim-Süd.
Sichtungen rund um Technik Museum Sinsheim sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Air France
Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.
BA / BAWBritish Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
SU / AFLAeroflot
Russlands nationale Airline mit Drehkreuz Moskau-Scheremetjewo: einst die größte Fluggesellschaft der Welt, heute mit Airbus- und Boeing-Flotte unter Sanktionen und seit 2022 aus dem EU-Luftraum verbannt.
Typische Flugzeuge
Aérospatiale/BAC Concorde
Deltaflügel, absenkbare Nase, vier Olympus-Triebwerke mit Nachbrenner: Die Concorde ist ein historischer Typ mit nur 20 gebauten Flugzeugen. Hier findest du Technik, Varianten, jede Registrierung und den Standort jedes erhaltenen Exemplars.
FlugzeugtypTupolew Tu-144
Doppeldelta, ausklappbare Canards hinter dem Cockpit, vier Triebwerke nah an der Rumpfmitte: Die Tu-144 war das sowjetische Überschall-Verkehrsflugzeug und flog noch vor der Concorde. Hier findest du Technik, Varianten, jedes Exemplar und die Museumsstandorte.
FlugzeugtypTupolew Tu-134
Verglaste Nase, zwei Triebwerke am Heck, hohes T-Leitwerk und Fahrwerksgondeln hinter dem Flügel: Die Tu-134 war der Kurzstreckenjet des Ostblocks und bei der Interflug der erste Jet. Heute begegnest du ihr fast nur noch im Museum.
FlugzeugtypJunkers Ju 52/3m (Tante Ju)
Wellblech, drei Sternmotoren und ein unverwechselbares Brummen: Die Junkers Ju 52 war das Rückgrat der frühen Lufthansa und flog bis 2018 noch Passagiere. So erkennst du die Tante Ju – und wo du sie heute noch findest.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypIljuschin Il-18
Vier Propellerturbinen unter einem langen, geraden Flügel, ein schlanker Rumpf und ein tiefes, sonores Brummen: Die Il-18 war der erste große Turboprop-Airliner der Sowjetunion und in den 1960er-Jahren das Rückgrat der Interflug. So erkennst du den Klassiker.
FlugzeugtypVickers Viscount
Riesige ovale Fenster, vier pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turbinen und ein Platz in den Geschichtsbüchern: Die Vickers Viscount brachte 1953 als erstes Turboprop-Flugzeug den Linienverkehr in Schwung. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du die letzten Exemplare findest.
FlugzeugtypCanadair CL-415 (und CL-215)
Bootsrumpf, hoch angesetzter Flügel, Schwimmer unter den Flügelenden: Der Canadair ist das Löschflugzeug Südeuropas schlechthin. So erkennst du CL-415, CL-215 und CL-215T und weißt, wo du sie im Sommer erwischst.
Spotting-Spots rund um Technik Museum Sinsheim
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Aussichtsplattform Zeppelinheim am Flughafen Frankfurt
Der Klassiker unter den Frankfurter Spotterpunkten: Von der Plattform an der Autobahnbrücke bei Zeppelinheim schwebt bei Westwind der Großteil der Landungen auf die Südbahn ein – kostenlos, öffentlich und mit der S-Bahn schnell vom Frankfurter Hauptbahnhof erreichbar.
BesucherterrasseBesucherterrasse Flughafen Stuttgart
Kostenlos, mitten im Terminal und mit Blick auf das Vorfeld und das westliche Ende der einzigen Piste: Die Besucherterrasse auf dem Dach von Terminal 3 ist der einfachste Einstieg ins Planespotting auf den Fildern – am besten an Sommerabenden.
Weitere Einträge
Technik Museum Speyer
Das Technik Museum Speyer ist eines der großen Ziele für Luftfahrtfans in Deutschland: Hier kletterst du in einen ehemaligen Lufthansa-Jumbo, der rund 20 Meter über dem Boden aufgebockt ist, stehst unter der riesigen Antonov An-22 und schaust in der Raumfahrthalle ins Innere des Buran-Prototyps OK-GLI. Dazu kommt die Liller Halle von 1913, in der einst die Pfalz-Flugzeugwerke arbeiteten.
MuseumAerospace Bristol
In Filton bei Bristol steht die Concorde, mit der 2003 das Überschallzeitalter endete. Aerospace Bristol zeigt Alpha Foxtrot in einer eigenen Halle, dazu ein Jahrhundert Flugzeugbau vom Boxkite über Brabazon und Britannia bis zum Airbus-Flügel – der Guide für Luftfahrtfans.
MuseumMusée de l'Air et de l'Espace
Eines der ältesten Luftfahrtmuseen der Welt, untergebracht im Art-déco-Terminal des ersten Pariser Flughafens: Vom Blériot-Eindecker über zwei Concorde bis zur A380 erzählt das Musée de l'Air et de l'Espace hundert Jahre Luft- und Raumfahrt – und nebenan starten die Businessjets.
MuseumAeroscopia Toulouse
Gegenüber der Airbus-Endmontage in Blagnac stehen zwei Concordes, der zweite A380 überhaupt, die erste A320, ein Super Guppy und seit Juni 2026 der weltweit erste BelugaST im Museum. Aeroscopia ist das Pflichtziel für alle, die Airbus-Geschichte zum Anfassen suchen – und der Startpunkt der Werkstouren.
Passende Guides aus dem Blog
- Die Geschichte der Concorde: Aufstieg und Abschied einer Legende
- Tupolew Tu-144: Die sowjetische Überschall-Ikone und der Absturz in Le Bourget
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