Boeing 747-8F

Kurzer Buckel, langer Rumpf, keine Fenster und Flügelspitzen ohne Winglets: Die 747-8F ist der modernste Jumbo-Frachter – und die allerletzte gebaute 747 war genau so eine. So erkennst du sie und findest sie an den Cargo-Drehkreuzen.

Auch bekannt als: 747-8 Freighter · 747-8F · Jumbo-Frachter · Queen of the Skies

USABoeingFrachtflugzeugeICAO-Typcode: B74812 Min. Lesezeit

B748

ICAO-Typcode

2010

Erstflug

107

gebaute Frachter

1.574

Nummer der letzten 747

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 747-8F ist die Frachtversion der letzten 747-Generation und wurde mit 107 Exemplaren mehr als doppelt so oft gebaut wie die Passagierversion.
  • Die letzte 747 überhaupt war eine 747-8F: Boeing feierte ihre Übergabe an Atlas Air am 31. Januar 2023 in Everett.
  • Schnellster Erkennungsweg: kurzer Buckel plus Flügelspitzen ohne Winglets plus Chevrons an den Triebwerken.
  • Wichtige Betreiber sind UPS, Cargolux, Cathay Cargo und Atlas Air; AirBridgeCargo fliegt seit den Russland-Sanktionen 2022 nicht mehr.
  • Im Tracking teilt sich der Frachter den Code B748 mit der 747-8I – Betreiber und Rufzeichen verraten, was gemeint ist.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Boeing 747-8F?
  2. 2.Die letzte 747: Atlas Air und N863GT
  3. 3.Der schnellste Weg zur Bestimmung
  4. 4.747-8F, 747-400F oder 747-8I?
  5. 5.Bugtür und Seitentor: So wird der Jumbo beladen
  6. 6.Wer die 747-8F fliegt
  7. 7.Wo du die 747-8F antriffst
  8. 8.Spotting-Tipps für die 747-8F
  9. 9.Fototipps für den Jumbo-Frachter
  10. 10.Die 747-8F im Frachtmarkt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing (Endmontage in Everett, Washington)
FamilieBoeing 747-8 (Passagierversion 747-8I und Frachter 747-8F)
ICAO-TypcodeB748 (gemeinsam mit der 747-8I)
Programmstart14. November 2005
Erstflug8. Februar 2010 ab Paine Field, Everett
Zulassung19. August 2011 (FAA und EASA)
Erstauslieferung12. Oktober 2011 an Cargolux
Triebwerke4 × General Electric GEnx-2B67
Länge76,3 m
Spannweite68,4 m
Max. Startgewichtrund 442 t (975.000 lb, Auslegungsgewicht)
Nutzlastrund 133 bis 140 t, je nach Quelle und Gewichtsvariante
Reichweite mit voller Nutzlastrund 7.600 bis 8.100 km, je nach Quelle
Beladunghochklappbarer Bug und seitliches Frachttor hinten links
WirbelschleppenkategorieHeavy (H)
Gebaute Exemplare107 (von insgesamt 155 Boeing 747-8)
Letzte AuslieferungAnfang 2023 an Atlas Air (Feier am 31. Januar, N863GT, letzte 747 überhaupt)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Triebwerke und ein kurzer Buckel – das Oberdeck ist so kurz wie bei der 747-400F, nicht verlängert wie bei der 747-8I
  • Keine Winglets: Die Flügelspitzen laufen flach und nach hinten gepfeilt aus (Raked Wingtips)
  • Gezackte Hinterkanten (Chevrons) an den Gondeln der GEnx-Triebwerke
  • Praktisch keine Rumpffenster – nur am Buckel hinter dem Cockpit sitzen wenige Fenster für Crew und Begleitpersonen
  • Sichtbare Trennfuge am Bug: Die Nase lässt sich zum Beladen nach oben klappen
  • Sehr langer Rumpf mit gestreckten Proportionen – rund 5,6 m länger als jeder ältere 747-Frachter

Aktualisiert: Oktober 2026 – Es ist kurz nach Sonnenuntergang, und über der Anflugschneise taucht ein Jumbo auf: vier Triebwerke, der vertraute Buckel – aber kein einziges Fenster am Rumpf, und die Flügel enden ohne Winglets. Dann steht die Chance gut, dass gerade eine Boeing 747-8F einschwebt, der modernste Frachter der 747-Familie. Diese Seite zeigt dir, woran du sie erkennst, wie du sie von 747-400F und 747-8I trennst, wer sie fliegt und wo du sie im DACH-Raum und in den Nachbarländern am besten erwischst.

Jumbo-Frachter sammeln

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Was ist die Boeing 747-8F?

Die 747-8F ist die Frachtversion der Boeing 747-8, der vierten und letzten Generation des Jumbos. Boeing startete das Programm am 14. November 2005. Von Beginn an setzte der Hersteller dabei stark auf den Frachter: Zu den ersten Bestellern gehörten Cargolux und Nippon Cargo Airlines, und der Frachter flog vor der Passagierversion.

Die Idee hinter der 747-8 war, den bewährten Jumbo mit Technik aus dem 787-Programm zu modernisieren, statt ein komplett neues Großraumflugzeug zu entwickeln. Für den Frachter heißt das konkret: Der Rumpf wurde gegenüber der 747-400 um rund 5,6 Meter gestreckt, was auf dem Hauptdeck Platz für vier zusätzliche Palettenpositionen schafft. Der Flügel ist dicker und tiefer, fasst mehr Treibstoff und endet in nach hinten gepfeilten Spitzen. Als Antrieb dienen vier General Electric GEnx-2B67, eine Variante des Triebwerks, das auch die 787 antreibt. Eine Alternative von einem anderen Triebwerkshersteller gab es nicht.

Der Erstflug fand am 8. Februar 2010 ab Paine Field in Everett statt. Die Flugerprobung führte die Testflotte unter anderem nach Moses Lake, Palmdale und für Tropentests nach Barbados. Am 19. August 2011 erteilten FAA und EASA gemeinsam die Zulassung. Die Übergabe an Erstkundin Cargolux verlief holprig: Die Luxemburger verweigerten im September 2011 zunächst die Annahme der ersten beiden Maschinen, weil vertragliche Fragen mit Boeing offen waren. Am 12. Oktober 2011 übernahm Cargolux dann in Everett den ersten 747-8-Frachter.

Boeing versprach gegenüber der 747-400F rund 16 Prozent niedrigere Betriebskosten pro Tonnenmeile bei leicht größerer Reichweite. Spätere Verbesserungspakete brachten weitere Einsparungen bei Gewicht und Verbrauch.

107gebaute 747-8F – gut zwei Drittel aller 747-8
76,3 mRumpflänge, länger als jeder ältere 747-Frachter
1.574Liniennummer der letzten 747 – eine 747-8F

Die letzte 747: Atlas Air und N863GT

Kein anderer Frachter hat so ein Stück Luftfahrtgeschichte im Gepäck. Am 31. Januar 2023 feierten Boeing und Atlas Air in Everett die Auslieferung der letzten Boeing 747 – nach mehr als einem halben Jahrhundert Produktion und 1.574 Exemplaren. Die Maschine mit dem Kennzeichen N863GT ist eine 747-8F. Sie war im Dezember 2022 aus der Halle gerollt und gehörte zu einem Auftrag über die letzten vier 747-8F, den Atlas im Januar 2021 erteilt hatte. Eingesetzt wird sie im Auftrag des Logistikunternehmens Apex Logistics.

Atlas Air ist eng mit der 747 verbunden: Die Airline begann vor über 30 Jahren mit einem einzigen umgebauten 747-200-Frachter, hat seither nahezu alle 747-Versionen betrieben – bis hin zum Dreamlifter – und gilt als größter 747-Betreiber der Welt. Zum Atlas-Konzern gehört auch Polar Air Cargo, die ebenfalls 747-8F fliegt.

Ein Kennzeichen für den Hangar

Als allerletzte gebaute 747 ist N863GT ein besonderes Kennzeichen für jede Sammlung. Setz das Kennzeichen in Planetrack auf deine Wunschliste – der Sichtungs-Alarm meldet sich, wenn die Maschine einen Flughafen in deiner Nähe anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Wie der Jumbo überhaupt entstand und warum er die Luftfahrt so geprägt hat, liest du in der Geschichte der Boeing 747.

Der schnellste Weg zur Bestimmung

Ein vierstrahliger Frachter mit Buckel ist fast immer eine 747. Die Frage ist nur: welche? Diese vier Schritte bringen dich zur 747-8F.

Fenster prüfen

Keine Fensterreihe am Hauptrumpf, nur ein paar Fenster am Buckel: Du hast einen Frachter vor dir. Sieht man durchgehende Fensterreihen, ist es eine Passagier-747.

Buckel ansehen

Kurzer Buckel, der kurz hinter den Cockpitfenstern endet: werksneuer Frachter (747-400F oder 747-8F). Ein langer Buckel ohne Fenster deutet auf einen umgebauten Passagierjet.

Flügelspitzen checken

Flach und nach hinten gepfeilt, ohne Winglet: 747-8. Senkrecht hochgezogene Winglets sprechen für eine 747-400F.

Triebwerke bestätigen

Gezackte Hinterkanten an den Gondeln sind das Markenzeichen der GEnx. Ältere 747-Frachter haben glatte Gondelränder.

Am Ende bestätigt das Kennzeichen den Typ. Bei nur 107 gebauten Maschinen ist die Liste überschaubar – wie du ein Kennzeichen liest und nachschlägst, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen.

747-8F, 747-400F oder 747-8I?

Die häufigste Verwechslung ist die mit der älteren 747-400F. Beide haben den kurzen Buckel, beide haben kaum Fenster. Die Unterschiede stecken in Flügel, Triebwerken und Länge.

Merkmal 747-8F 747-400F 747-8I
Einsatz Fracht Fracht Passagiere
Oberdeck kurz kurz verlängert, mit vielen Fenstern
Rumpffenster praktisch keine praktisch keine durchgehende Reihen
Flügelspitzen gepfeilt, ohne Winglet in der Regel Winglets gepfeilt, ohne Winglet
Triebwerksgondeln mit Chevrons glatt mit Chevrons
Bugtür ja ja nein
Rumpflänge rund 76,3 m rund 5,6 m kürzer rund 76,3 m
ICAO-Code B748 B744 B748

Eine weitere Fehlerquelle sind umgebaute Frachter auf Basis der Passagier-747-400. Sie behalten den langen Buckel der Passagierversion, ihre Fenster sind verschlossen, und sie haben keine Bugtür. Steht also ein fensterloser Jumbo mit langem Oberdeck vor dir, ist es keine 747-8F. Einen Überblick über alle Generationen bietet der Beitrag Boeing 747-100 bis 747-8 erkennen.

Schnellbestimmung: Welcher 747-Frachter?

Drei Beobachtungen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Boeing 747-8F

Kurzer Buckel, gepfeilte Flügelspitzen und Chevrons ergeben das typische Bild des modernsten Jumbo-Frachters. Prüf zur Sicherheit Betreiber und Kennzeichen.

Wahrscheinlich

Boeing 747-400F

Winglets und glatte Gondeln sprechen für die ältere Generation. Auch sie hat den kurzen Buckel und eine Bugtür, ist aber kürzer.

Wahrscheinlich

Umgebauter 747-Frachter

Ein langer Buckel ohne Fenster zeigt einen zum Frachter umgerüsteten Passagierjet, meist auf Basis der 747-400. Bugtür gibt es bei diesen Maschinen nicht.

Wahrscheinlich

Boeing 747-8I

Langes Oberdeck mit Fenstern heißt Passagierversion. In Europa siehst du sie vor allem bei Lufthansa in Frankfurt.

Bugtür und Seitentor: So wird der Jumbo beladen

Was die werksneuen 747-Frachter von fast allen anderen Frachtflugzeugen abhebt, ist die hochklappbare Nase. Weil das Cockpit beim Jumbo oben im Buckel sitzt, bleibt der Bug frei – er lässt sich nach oben schwenken, und lange oder sperrige Güter rollen gerade ins Hauptdeck. Ergänzt wird das durch ein großes seitliches Frachttor auf der linken Rumpfseite hinter dem Flügel. Im Unterdeck gibt es zusätzlich Laderaum für Container und Paletten.

Für Spotter ist die Bugtür ein Fotomotiv, das du nur am Boden bekommst: Steht eine 747-8F mit geöffneter Nase auf dem Vorfeld, ist das eines der markantesten Bilder, die die Luftfracht zu bieten hat. Von öffentlichen Aussichtspunkten mit Blick auf Cargo-Vorfelder hast du die besten Chancen. Wie du Frachtmaschinen allgemein auseinanderhältst, zeigt der Guide Frachtflugzeuge erkennen.

Wer die 747-8F fliegt

Die Betreiberliste der 747-8F ist kurz, aber prominent. Weil Frachter häufig verleast, weitergegeben oder zwischen Konzerngesellschaften verschoben werden, solltest du konkrete Flottenzahlen vor einer gezielten Tour aktuell prüfen. Nach öffentlich verfügbaren Flottenübersichten (Stand 2026) gilt grob:

  • UPS Airlines: der größte Betreiber des Typs. UPS fliegt rund 30 Maschinen, darunter auch zwei ehemalige Flugzeuge von AirBridgeCargo. Das Europadrehkreuz von UPS liegt in Köln/Bonn.
  • Cargolux: Erstkundin und Aushängeschild des Typs, mit rund 14 Maschinen neben älteren 747-400F und 747-400ERF. Eine 747-8F trug zum 45-jährigen Jubiläum eine Sonderlackierung im „Cutaway“-Stil, die den Blick ins Innere des Frachters andeutete. Für die Zukunft hat Cargolux zudem die Boeing 777-8F bestellt.
  • Cathay Pacific (Cathay Cargo): betreibt 747-8F neben 747-400ERF vom Drehkreuz Hongkong aus. Die 747-8F mit dem Kennzeichen B-LJN war 2023 das erste Flugzeug mit der neuen Cathay-Cargo-Lackierung.
  • Atlas Air und Polar Air Cargo: fliegen 747-8F im eigenen Netz und im Auftrag von Kunden, darunter die allerletzte 747.
  • Weitere Betreiber: unter anderem Nippon Cargo Airlines, Korean Air und Silk Way West aus Aserbaidschan.

Eine Sonderrolle spielt AirBridgeCargo. Die russische Fracht-Airline aus dem Volga-Dnepr-Konzern war einst einer der größten 747-8F-Betreiber und flog unter anderem Frankfurt und Leipzig an. Nach den Sanktionen gegen Russland stellte sie im März 2022 den Betrieb ein und kündigte später an, geleaste Flugzeuge an die Leasinggeber zurückzugeben; ein Teil der Flotte blieb jedoch in Russland abgestellt. Einige ehemalige ABC-Frachter fliegen heute bei anderen Airlines – ein schönes Beispiel dafür, warum sich bei Frachtern das Sammeln von Kennzeichen lohnt.

Wo du die 747-8F antriffst

Die 747-8F ist ein Langstrecken-Arbeitstier und landet dort, wo Luftfracht gebündelt wird. Im deutschsprachigen Raum und den Nachbarländern sind das vor allem diese Standorte:

Ort Trefferchance Warum
Luxemburg-Findel hoch Heimatbasis von Cargolux und ihrer 747-8F-Flotte
Köln/Bonn hoch Europadrehkreuz von UPS, regelmäßig Interkontinentalfracht
Frankfurt mittel bis hoch Größter deutscher Frachtflughafen mit vielen ausländischen Cargo-Airlines
Leipzig/Halle mittel Großes Fracht-Drehkreuz mit Nachtverkehr und Charterfrachtern
Lüttich mittel Frachtflughafen mit vielen Langstrecken-Frachtern
Kleinere Regionalflughäfen niedrig Höchstens Charter, Sonderflüge oder Ausweichlandungen

Weltweit gehören Anchorage als Tankstopp zwischen Asien und Nordamerika und Hongkong mit Cathay Cargo zu den Orten, an denen du 747-8F fast garantiert siehst. In Anchorage ist Point Woronzof ein bekannter Spot für Jumbo-Frachter.

Frachter halten sich an keinen Passagierflugplan

Cargo-Flüge werden oft kurzfristig verschoben, umgeleitet oder gestrichen. Verlass dich nicht auf ältere Listen, sondern prüf am Spottingtag in einem Tracking-Dienst, welche B748 mit Fracht-Rufzeichen tatsächlich unterwegs sind.

Wie du solche Flüge live verfolgst, erklärt der Guide zur Flugverfolgung per ADS-B. Und wer verstehen will, warum UPS und andere Integratoren ihre Netze so aufbauen, wie sie es tun, liest den Beitrag über DHL, FedEx und UPS.

Spotting-Tipps für die 747-8F

In Köln/Bonn ist die Besucherterrasse ein guter Ausgangspunkt, um die UPS-Jumbos auf dem Vorfeld und bei Rollbewegungen zu beobachten. In Leipzig bietet sich die Besucherterrasse am Flughafen Leipzig/Halle an, in Frankfurt die Aussichtsplattform Zeppelinheim. Wer nach Belgien fährt, findet am Spotterplatz Lüttich einen der besten Orte für Frachter in Europa.

  • Tageslicht-Fenster nutzen. Viele Frachtflüge kommen am Abend und in der Nacht. Im Sommer fallen manche Ankünfte noch in die Abendsonne, im Winter liegt fast alles im Dunkeln. Plane deine Tour deshalb mit Blick auf die Jahreszeit.
  • Nachtregeln kennen. An manchen Flughäfen gelten Nachtflugbeschränkungen, an Fracht-Drehkreuzen dagegen ist nachts Hochbetrieb. Was wo gilt, erklärt der Beitrag zu Nachtflugverboten an deutschen Flughäfen.
  • Betriebsrichtung prüfen. Sie entscheidet, ob der Jumbo über deinem Standort landet oder auf der anderen Seite des Platzes. Wie du sie einschätzt, steht im Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
  • Startlauf einplanen. Ein voll beladener 747-Frachter braucht eine lange Strecke, bevor er abhebt, und steigt flach. Für Abflüge brauchst du deshalb oft mehr Brennweite als bei leichteren Jets.

Bereit für deine Frachter-Session?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe im Tracking eine B748 mit Fracht-Rufzeichen gefunden.
  • Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
  • Ich weiß, ob die Ankunft noch ins Tageslicht fällt.
  • Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
  • Akku voll, warme Kleidung dabei, Brennweite passt zur Entfernung.

Ob dein Standpunkt rechtlich unproblematisch ist, klärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.

Fototipps für den Jumbo-Frachter

Profil für die Bestimmung

Ein Seitenbild zeigt kurzen Buckel, fensterlosen Rumpf und Flügelspitzen auf einmal. Damit ist die Version auch später noch eindeutig belegbar.

Dreiviertelansicht im Anflug

Schräg von vorn kommen alle vier Triebwerke, der Buckel und die Bugpartie zur Geltung. Frontal wirkt der Jumbo gedrungen.

Dunkle Lackierungen beachten

Die braunen UPS-Jumbos schlucken viel Licht. Belichte im Zweifel etwas heller, damit Details am Rumpf erhalten bleiben.

Nachts mit Langzeitbelichtung

Fällt die Ankunft in die Dunkelheit, wird aus dem Frachter ein Lichterspiel. Wie das gelingt, zeigt der Guide Flugzeuge nachts fotografieren.

Wann das Licht an deinem Spot passt, kannst du vorab berechnen – der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot zeigt, wie. Was in die Tasche gehört, steht in der Planespotting-Ausrüstung-Checkliste.

Wirbelschleppen und Abstand

Ein schwerer Vierstrahler erzeugt kräftige Wirbelschleppen. Unter der Anflugschneise kann es kurz nach dem Überflug heftig rauschen und böig werden. Sichere Stativ und lose Gegenstände und bleib auf zugelassenen Wegen.

Die 747-8F im Frachtmarkt

Während die Passagierversion der 747-8 nur an wenige Airlines ging, fand der Frachter seinen Platz. Der Grund liegt in seinen Fähigkeiten: Unter den heute gebauten oder jüngst gebauten Zivilfrachtern kombiniert kaum ein anderes Muster so viel Nutzlast mit einer Bugtür für lange Güter. Selbst moderne Zweistrahler wie die Boeing 777F tragen weniger. Noch größere Lasten bewegen nur Spezialisten wie die Antonov An-124, die eher im Charter- und Schwerlastgeschäft zu Hause ist.

Mit dem Ende der 747-Produktion gibt es keine direkte Nachfolge mit vier Triebwerken. Boeing setzt bei großen Frachtern auf die 777-8F, Airbus bringt mit der A350F einen eigenen Großraumfrachter in den Markt. Die vorhandenen 747-8F sind aber vergleichsweise jung und dürften noch viele Jahre fliegen – Atlas Air etwa kündigte bei der Übergabe der letzten 747 an, die Maschine über Jahrzehnte einsetzen zu wollen.

Es spricht für die 747-8F, wenn …

  • der Rumpf fensterlos ist und der Buckel kurz bleibt
  • die Flügelspitzen flach nach hinten auslaufen
  • die Triebwerksgondeln gezackte Hinterkanten haben
  • im Tracking B748 mit einem Fracht-Rufzeichen steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • du die Maschine nur von unten oder im Gegenlicht siehst
  • eine Cargo-Airline sowohl 747-400F als auch 747-8F betreibt, etwa Cargolux oder UPS
  • dein Belegbild die Flügelspitzen nicht zeigt

Es ist keine 747-8F, wenn …

  • senkrechte Winglets an den Flügelenden stehen – dann eher eine 747-400F
  • der Buckel lang ist – dann 747-8I oder ein umgebauter Frachter
  • nur zwei Triebwerke unter den Flügeln hängen – dann zum Beispiel eine 777F

Fazit

Die 747-8F ist der letzte und modernste Jumbo-Frachter – und mit N863GT stammt sogar die allerletzte gebaute 747 aus dieser Reihe. Für die Bestimmung reichen drei Blicke: kurzer Buckel ohne Rumpffenster, Flügelspitzen ohne Winglet und Chevrons an den Triebwerken. Im DACH-Raum und gleich nebenan stehen deine Chancen in Luxemburg, Köln/Bonn, Frankfurt, Leipzig/Halle und Lüttich am besten, oft zu später Stunde.

Kurzfazit

Vier Triebwerke, kurzer Buckel, kein Fenster am Rumpf, gepfeilte Flügelspitzen und gezackte Gondeln: Das ist die Boeing 747-8F. Im Tracking suchst du nach B748 mit Fracht-Rufzeichen – und mit etwas Glück erwischst du sogar die letzte 747 von Atlas Air.

Zusammenfassung

  • Die 747-8F flog am 8. Februar 2010 zum ersten Mal und ging im Oktober 2011 an Erstkundin Cargolux.
  • Gegenüber der 747-400F hat sie einen längeren Rumpf, einen neuen Flügel ohne Winglets und GEnx-Triebwerke mit Chevrons.
  • Mit der 1.574. Maschine, einer 747-8F für Atlas Air, endete im Januar 2023 die Produktion der Boeing 747.
  • In Europa begegnest du ihr am ehesten in Luxemburg, Köln/Bonn, Frankfurt, Leipzig/Halle und Lüttich – oft abends und nachts.

Häufige Fragen

Was unterscheidet die 747-8F von der 747-400F?

Die 747-8F ist rund 5,6 Meter länger, trägt einen neu konstruierten Flügel mit nach hinten gepfeilten Spitzen statt Winglets und fliegt mit GEnx-Triebwerken, deren Gondeln gezackte Hinterkanten haben. Die 747-400F hat glatte Gondeln und – je nach Ausführung – hochgezogene Winglets. Beide Frachter teilen sich den kurzen Buckel.

Welchen ICAO-Typcode hat die 747-8F?

Die 747-8F läuft wie die Passagierversion unter B748. Ob ein Frachter unterwegs ist, erkennst du im Tracking deshalb am Betreiber und am Rufzeichen, etwa bei Cargolux, UPS oder Atlas Air.

Wie viele 747-8F wurden gebaut?

Insgesamt entstanden 107 Frachter. Von den 155 gebauten 747-8 ist damit gut zwei Drittel die Frachtversion. Neue Maschinen werden nicht mehr gebaut.

Welche 747 war die letzte?

Die letzte 747 trägt die Liniennummer 1.574 und das Kennzeichen N863GT. Es ist eine 747-8F für Atlas Air, deren Übergabe Boeing am 31. Januar 2023 mit einer Feier in Everett beging. Atlas hatte sie im Januar 2021 als Teil eines Auftrags über die letzten vier 747-8F bestellt und setzt sie für Apex Logistics ein.

Wer fliegt die 747-8F?

Der größte Betreiber ist UPS. Dazu kommen unter anderem Cargolux als Erstkundin, Cathay Cargo, Atlas Air und Polar Air Cargo sowie weitere Fracht-Airlines aus Asien, dem Nahen Osten und dem Kaukasus. Flottenzahlen ändern sich durch Leasing und Weitergaben, prüf sie daher bei Bedarf aktuell.

Kann die 747-8F wirklich von vorn beladen werden?

Ja. Wie die werksneuen Frachter der 747-400 hat die 747-8F eine Bugtür: Die Nase klappt nach oben, und lange Güter lassen sich gerade ins Hauptdeck schieben. Zusätzlich gibt es ein großes seitliches Frachttor hinten links. Umgebaute Passagierflugzeuge haben dagegen nur das Seitentor.

Wo sehe ich in Deutschland eine 747-8F?

Am ehesten an den großen Fracht-Standorten: Köln/Bonn mit dem UPS-Europadrehkreuz, Frankfurt und Leipzig/Halle. Viele Bewegungen liegen am Abend oder in der Nacht, deshalb lohnt der Blick in einen Tracking-Dienst am selben Tag.

Boeing 747-8F sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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