Boeing 757 und 767 unterscheiden: Schmalrumpf vs. Großraum, Fahrwerk, Proportionen

Gleiches Cockpit, gleiche Epoche, gleiche Nasenform: 757 und 767 sind Geschwister und werden am Zaun ständig verwechselt. Ein Gang oder zwei, Bleistift oder Zigarre, kleiner oder großer Flügel – so trennst du die beiden sicher.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rumpfdicke entscheidet: Die 757 ist ein Schmalrumpf mit rund 3,76 Metern Außenbreite und einem Gang, die 767 ein Großraumjet mit rund 5,03 Metern und zwei Gängen.
  • Proportionen statt Länge: Die 757 wirkt wie ein langer Bleistift auf Stelzen, die 767 wie eine schlanke Zigarre. Die absolute Länge hilft nicht – eine 757-300 ist fast so lang wie eine 767-300.
  • Der Flügel verrät die Größe: Die 767 spannt rund 47,6 Meter, die 757 nur rund 38 Meter. Bei der 757 wirken Flügel und Rumpf im Verhältnis zueinander klein und dünn, die Triebwerke dagegen riesig.
  • Das Fahrwerk ist eine Falle: Beide haben vier Räder pro Hauptfahrwerksbein. Typisch für die 757 ist nicht die Radzahl, sondern das auffallend hohe Fahrwerk.
  • Die Nase allein reicht nicht: Beide Typen teilen sich die Cockpitauslegung mit sechs Frontscheiben. Bei der 757 sitzt diese Nase aber auf einem viel dünneren Rumpf und wirkt deshalb wie ein nach unten gebogener Schnabel.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort
  2. 2.Etwas Geschichte: zwei Jets, ein Programm
  3. 3.Merkmal 1: Rumpfdicke und Proportionen
  4. 4.Merkmal 2: Flügel und Triebwerke
  5. 5.Merkmal 3: das Fahrwerk – Höhe statt Radzahl
  6. 6.Merkmal 4: die Nase – gleiche Fenster, anderer Eindruck
  7. 7.Die Fallen: Länge und Winglets
  8. 8.Merkmale im Vergleich
  9. 9.Nach der Familie: die genaue Variante
  10. 10.Wo du beide Typen heute siehst
  11. 11.Worauf du achten solltest
  12. 12.Fazit

Ein schlanker Boeing-Twin rollt zur Piste, die Nase kommt dir bekannt vor, die Triebwerke wirken groß – aber ist das jetzt eine 757 oder eine 767? Die beiden Typen sind echte Geschwister: Boeing hat sie Ende der 1970er-Jahre parallel entwickelt, ihnen dasselbe Cockpit gegeben und sie fast zeitgleich in den Liniendienst gebracht. Trotzdem gehören sie zu verschiedenen Klassen – die eine ist ein Schmalrumpf, die andere ein Großraumjet. Dieser Guide zeigt dir, welche Merkmale Boeing 757 und 767 sicher trennen, welche gemeinsamen Details dich in die Irre führen und wie du danach die Variante bestimmst.

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Die kurze Antwort

Du unterscheidest 757 und 767 am sichersten über die Proportionen: Die 757 ist ein Schmalrumpf mit einem Gang und wirkt extrem lang und dünn. Die 767 hat einen Großraumrumpf mit zwei Gängen und wirkt bei ähnlicher Länge deutlich voluminöser. Dazu kommen der Flügel – bei der 767 knapp zehn Meter breiter gespannt – und das Verhältnis von Triebwerk zu Rumpf: Bei der 757 scheinen die Triebwerke fast zu groß für das schmale Flugzeug. Wer diese drei Punkte zusammen betrachtet, liegt praktisch immer richtig.

Schwierig wird es, weil die beiden so viel teilen. Das Cockpit mit sechs Frontscheiben ist gleich ausgelegt, Piloten können beide Typen mit einer gemeinsamen Musterberechtigung fliegen. Beide stehen auf zwei Hauptfahrwerksbeinen mit je vier Rädern, beide haben zwei Triebwerke unter dem Flügel, beide wurden später häufig mit hochgezogenen Blended Winglets nachgerüstet. Deshalb funktionieren hier gerade die Merkmale nicht, die bei anderen Typpaaren am besten helfen.

3,76 : 5,03 mRumpfbreite außen bei 757 und 767
1 : 2Gänge in der Kabine – Schmalrumpf gegen Großraum
38 : 47,6 mSpannweite ohne Winglets bei 757 und 767-200/-300

Etwas Geschichte: zwei Jets, ein Programm

Die 767 flog als erste: Ihr Erstflug war am 26. September 1981, im September 1982 ging sie bei United Airlines in den Liniendienst. Die 757 folgte am 19. Februar 1982 mit dem Erstflug und flog ab Januar 1983 bei Eastern Air Lines. Boeing hat die Entwicklung bewusst verzahnt: Das Zwei-Mann-Glascockpit wurde gemeinsam entwickelt, die Nase der 757 wurde sogar umgestaltet, damit dieselbe Cockpitauslegung hineinpasst.

Danach trennten sich die Wege. Die 757 blieb ein Schmalrumpf mit dem klassischen Boeing-Querschnitt, den schon 707 und 737 nutzen, und wurde bis Oktober 2004 gebaut – insgesamt 1.050 Exemplare. Die 767 ist Boeings erster zweistrahliger Großraumjet und läuft bis heute vom Band: als Frachter 767-300F, dessen Fertigung Boeing 2027 beenden will, und als Basis für den Tanker KC-46 Pegasus. Wie du Tanker allgemein bestimmst, zeigt der Guide Tankflugzeuge erkennen. Mehr zum Hersteller findest du im Steckbrief Boeing.

Merkmal 1: Rumpfdicke und Proportionen

Das wichtigste Merkmal ist nicht ein einzelnes Bauteil, sondern der Gesamteindruck. Die 757 hat einen Rumpf von rund 3,76 Metern Außenbreite und sechs Sitze pro Reihe an einem einzigen Mittelgang (3-3). Bei rund 47,3 Metern Länge der 757-200 wirkt das wie ein langer, dünner Bleistift. Spotter sprechen nicht ohne Grund vom „Bleistift auf Stelzen“.

Die 767 ist mit rund 5,03 Metern Rumpfbreite für einen Großraumjet zwar schlank – A330 oder 777 sind deutlich dicker –, neben einer 757 wirkt sie aber kräftig und rund. In der Economy sitzen typischerweise sieben Passagiere nebeneinander in der Anordnung 2-3-2. Von der Seite siehst du das an der größeren Rumpfhöhe: Zwischen Fensterband und Rumpfunterkante liegt bei der 767 mehr „Fleisch“, der Frachtraum darunter ist sichtbar höher.

Länge durch Rumpfdicke teilen

Schätz ab, wie oft der Rumpfdurchmesser in die Rumpflänge passt. Mit der Außenbreite gerechnet kommt die 757-200 auf gut zwölf, die 757-300 auf rund vierzehneinhalb. Die 767-300 liegt bei knapp elf, die 767-200 unter zehn. Je „gestreckter“ der Jet wirkt, desto eher ist es eine 757.

Dieses Merkmal funktioniert in jeder Lage – im Anflug, auf dem Vorfeld und im Reiseflug. Auch ohne Vergleichsflugzeug daneben bekommst du mit etwas Übung ein Gefühl dafür, ob ein Rumpf „dünn“ oder „dick“ ist.

Merkmal 2: Flügel und Triebwerke

Der zweite Blick gilt den Flügeln. Die 757 spannt ohne Winglets rund 38 Meter, die 767-200 und 767-300 rund 47,6 Meter. Bei der 757 wirkt der Flügel im Verhältnis zum langen Rumpf fast klein – vor allem bei der 757-300, deren Fensterreihe vor und hinter dem Flügel kaum enden will. Bei der 767 dominiert der große, stark gepfeilte Flügel die Silhouette viel mehr.

Bei den Triebwerken ist es umgekehrt: Die Gondeln der 757 sind zwar absolut kleiner als die der 767, wirken aber unter dem dünnen Rumpf und dem kurzen Flügel riesig. Bei der 767 passen die großen Triebwerke optisch zum Rumpf.

Typ Triebwerksoptionen
757-200 / 757-300 Rolls-Royce RB211-535 oder Pratt & Whitney PW2000
767 (frühe Versionen) General Electric CF6, Pratt & Whitney JT9D, später PW4000, Rolls-Royce RB211
767-300ER Pratt & Whitney PW4000, GE CF6 oder Rolls-Royce RB211

Die genauen Triebwerkstypen musst du für die Familienbestimmung nicht kennen. Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du die Hersteller in den Steckbriefen Rolls-Royce und Pratt & Whitney und die Grundlagen im Guide Triebwerke erkennen.

Die letzte 757 nicht verpassen

Mit Sichtungs-Alarmen für Typen, Airlines und Kennzeichen meldet dir Planetrack, wenn eine 757 oder eine 767-400ER im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Merkmal 3: das Fahrwerk – Höhe statt Radzahl

Beim Fahrwerk musst du umdenken. Bei vielen Typpaaren zählst du einfach die Räder, hier bringt das nichts: 757 und 767 haben beide vier Räder pro Hauptfahrwerksbein und zwei Räder am Bugfahrwerk. Die Radzahl trennt die 757 zwar sicher von A321 und 737 mit nur zwei Rädern pro Bein, aber nicht von ihrer großen Schwester.

Was hilft, ist die Höhe. Boeing hat das Fahrwerk der 757 bewusst höher ausgelegt als bei den älteren Schmalrumpfjets, damit gestreckte Versionen beim Abheben genug Bodenfreiheit am Heck haben. Im Verhältnis zum dünnen Rumpf stehen die Fahrwerksbeine deshalb auffallend lang unter dem Flugzeug, die Maschine wirkt hochbeinig. Bei der 767 sitzt der dickere Rumpf optisch tiefer über den Rädern, die Beine fallen weniger auf. Eine Ausnahme ist die 767-400ER, die ein größeres, weiter auseinanderstehendes Hauptfahrwerk mit Rädern, Reifen und Bremsen der 777 bekommen hat.

Mehr zur Logik der Fahrwerksanordnungen findest du im Guide Fahrwerk als Erkennungsmerkmal.

Merkmal 4: die Nase – gleiche Fenster, anderer Eindruck

Wer bei Boeing gern auf die Cockpitfenster schaut, wird hier enttäuscht: Beide Typen haben die klassische Sechs-Scheiben-Nase, bei der die Unterkante der Seitenscheiben nach hinten ansteigt. Die Fensteranordnung trennt 757 und 767 also nicht.

Der Unterschied liegt im Verhältnis zum Rumpf. Bei der 757 sitzt die vergleichsweise große Cockpitsektion auf einem dünnen Rumpf, die Nase fällt nach vorn deutlich ab und wirkt wie ein nach unten gebogener Schnabel. Bei der 767 geht die Nase gleichmäßiger in den breiten Rumpf über und wirkt eher stumpf und rund. Das ist ein gutes Bestätigungsmerkmal bei Frontalaufnahmen und auf dem Vorfeld, aber kein Merkmal, das du allein nutzen solltest. Einen Überblick über Nasenformen gibt der Guide Flugzeugtypen an Nase und Cockpitfenstern erkennen.

Die Fallen: Länge und Winglets

Zwei Merkmale, die viele Spotter intuitiv nutzen, führen bei diesem Paar in die Irre.

Rumpflänge: Weil die 767 ein Großraumjet ist, erwartet man, dass sie immer länger ist. Das stimmt nicht. Die 757-300 ist mit rund 54,4 Metern das längste zweistrahlige Schmalrumpfflugzeug, das je gebaut wurde – und damit länger als die 767-200 und fast genauso lang wie die 767-300.

Variante Länge (rund) Spannweite ohne Winglets (rund) Typcode
757-200 47,3 m 38,1 m B752
767-200 48,5 m 47,6 m B762
757-300 54,4 m 38,1 m B753
767-300 / -300ER 54,9 m 47,6 m B763
767-400ER 61,4 m 51,9 m (Raked Wingtips) B764

Die Tabelle zeigt das Problem: 757-200 und 767-200 sind fast gleich lang, 757-300 und 767-300 ebenfalls. Was sich deutlich unterscheidet, ist die Spannweite – und natürlich die Rumpfdicke.

Winglets: Ab Werk hatten weder 757 noch 767-200/-300 Winglets. Für beide Typen gibt es aber nachrüstbare Blended Winglets von Aviation Partners, für die 757 zusätzlich die Scimitar-Variante. Viele Airlines haben die Nachrüstung genutzt, sodass du hohe, weich nach oben gebogene Flügelspitzen an beiden Typen siehst. Nur die 767-400ER fällt aus der Reihe: Sie trägt ab Werk schräg nach hinten gezogene Raked Wingtips. Die verschiedenen Spitzenformen erklärt der Guide Winglets, Sharklets und Raked Wingtips.

Merkmale im Vergleich

Merkmal Boeing 757 Boeing 767
Rumpfklasse Schmalrumpf, 1 Gang (3-3) Großraum, 2 Gänge (meist 2-3-2)
Rumpfbreite außen rund 3,76 m rund 5,03 m
Gesamteindruck lang, dünn, „Bleistift“ schlank, aber voluminös
Spannweite ohne Winglets rund 38 m rund 47,6 m (-400ER rund 51,9 m)
Triebwerke wirken im Verhältnis riesig passen optisch zum Rumpf
Hauptfahrwerk 4 Räder pro Bein, auffallend hoch 4 Räder pro Bein
Cockpitfenster 6 Scheiben, Nase schnabelartig abfallend 6 Scheiben, Nase runder und stumpfer
Erstflug 1982 1981
Produktion 1982 bis 2004 läuft als Frachter und Tanker weiter

1. Rumpf einschätzen

Lang und dünn wie ein Bleistift spricht für die 757, schlank, aber voluminös für die 767.

2. Flügel prüfen

Wirkt der Flügel im Verhältnis zum Rumpf klein, ist es eher eine 757. Ein großer, dominanter Flügel passt zur 767.

3. Triebwerke vergleichen

Gondeln, die fast zu groß für das Flugzeug wirken, sind typisch 757.

4. Fahrwerk und Nase bestätigen

Hochbeiniger Stand und schnabelartige Nase bestätigen die 757. Die Radzahl hilft dabei nicht.

5. Variante bestimmen

Erst jetzt Länge, Flügelspitzen und Hecksporn heranziehen – und im Zweifel Kennzeichen oder Typcode prüfen.

Nach der Familie: die genaue Variante

Ist klar, ob du eine 757 oder eine 767 vor dir hast, hilft dir die Länge bei der Variante – innerhalb einer Familie ist sie ein gutes Merkmal.

  • 757-200: die häufigste 757, schon sehr gestreckt, aber ohne Hecksporn.
  • 757-300: rund sieben Meter länger, mit einer fast endlosen Fensterreihe und einem einziehbaren Hecksporn unter dem hinteren Rumpf. Nur 55 Exemplare wurden gebaut.
  • 757-200 Frachter: kein Fensterband, großes Frachttor vorn links, ansonsten die typische hochbeinige 757-Silhouette.
  • 767-200: die kurze Ur-767, gedrungen wirkend, heute meist als Umbaufrachter unterwegs.
  • 767-300ER: die verbreitetste 767-Passagierversion, oft mit nachgerüsteten Blended Winglets.
  • 767-300F: ohne Fenster, mit Frachttor vorn links – das Arbeitspferd der Expressnetze.
  • 767-400ER: die längste 767, erkennbar an den Raked Wingtips und dem größeren Fahrwerk.

Dazu kommen militärische Ableger wie das Frühwarnflugzeug E-767 oder die C-32, eine Regierungsversion der 757. Wenn es knapp wird, löst der Typcode die Frage. Wie die Codes aufgebaut sind, erklärt der Artikel ICAO-Typcodes verstehen, und wie du ein Flugzeug über sein Kennzeichen findest, zeigt der Guide Flugzeuge per Kennzeichen verfolgen.

Wo du beide Typen heute siehst

Im Passagierverkehr werden beide Typen in Mitteleuropa Stand Oktober 2026 selten. Condor hat sich von der 757 verabschiedet, und Icelandair mustert ihre letzten 757 und 767 schrittweise aus. Am ehesten triffst du Passagier-757 und -767 noch bei nordamerikanischen Airlines wie Delta Air Lines und United Airlines auf Transatlantikstrecken, etwa am Flughafen Frankfurt. Welche Strecke an einem bestimmten Tag mit welchem Typ geflogen wird, ändert sich mit dem Flugplan – prüf das vor deinem Besuch aktuell.

Die besten Chancen hast du an den Fracht-Drehkreuzen. Express-Integratoren wie UPS, FedEx und DHL setzen sowohl 757- als auch 767-Frachter ein, oft direkt nebeneinander. Am Flughafen Leipzig/Halle und am Flughafen Köln/Bonn kannst du das Unterscheiden deshalb ideal üben – gerade weil die fensterlosen Frachter dir die Kabinenfenster als Hilfe nehmen und du dich ganz auf Proportionen, Flügel und Fahrwerk verlassen musst. Mehr zu den Netzen der Paketflieger steht im Artikel Express-Integratoren DHL, FedEx und UPS.

Als Standorte bieten sich die Besucherterrasse Leipzig/Halle und die Besucherterrasse Köln/Bonn an. Tipps zu Zeiten und Licht findest du in den Guides Planespotting in Leipzig/Halle und Planespotting in Köln/Bonn.

Sicher eine 757, wenn …

  • der Rumpf extrem lang und dünn wirkt
  • der Flügel im Verhältnis klein, die Triebwerke riesig erscheinen
  • die Maschine hochbeinig auf vier Rädern pro Bein steht

Noch offen, wenn …

  • du nur die Länge abschätzen kannst
  • du nur Winglets oder Cockpitfenster siehst
  • du nur die Radzahl am Fahrwerk erkennst

Sicher eine 767, wenn …

  • der Rumpf trotz schlanker Linie sichtbar dick und rund ist
  • ein großer, dominanter Flügel die Silhouette prägt
  • du Raked Wingtips an einem sehr langen Rumpf siehst (767-400ER)

Worauf du achten solltest

  • Nie nur ein Merkmal. Kombiniere Rumpfdicke mit mindestens einem weiteren Punkt, etwa Flügelgröße oder Fahrwerkshöhe.
  • Den Blickwinkel nutzen. Von der Seite siehst du die Proportionen am besten, von unten im Anflug die Spannweite im Verhältnis zur Länge.
  • Nicht von der Airline auf den Typ schließen. Viele Betreiber fliegen beide Familien parallel – gerade bei Frachtairlines verrät die Lackierung nichts.
  • Vorsicht bei Teleaufnahmen. Lange Brennweiten stauchen die Perspektive, ein Rumpf kann dadurch dicker wirken, als er ist. Vergleiche lieber mit Flugzeugen in der Nähe.

Wer gerade erst mit dem Typenbestimmen anfängt, findet die Grundlagen im Guide Flugzeugtypen erkennen für Anfänger. Wie du Frachter allgemein bestimmst, zeigt der Artikel Frachtflugzeuge erkennen, und das nächste Boeing-Paar erklärt der Guide Boeing 777 und 787 unterscheiden.

Kannst du 757 und 767 sicher trennen?

Hak ab, was du am Zaun schon sicher erkennst – am Ende siehst du, wo du stehst.

  • Ich schätze die Rumpfdicke im Verhältnis zur Länge ein.
  • Ich erkenne, ob der Flügel im Verhältnis klein oder groß wirkt.
  • Ich weiß, dass beide Typen vier Räder pro Hauptfahrwerksbein haben.
  • Ich erkenne den hochbeinigen Stand der 757.
  • Ich weiß, dass Länge, Winglets und Cockpitfenster allein nicht reichen.
  • Ich kann nach der Familie die Variante eingrenzen.

Typen bestimmen, sammeln und teilen

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Fazit

Boeing 757 und 767 teilen sich Cockpit, Entstehungszeit und viele Details – aber nicht die Größenklasse. Die 757 erkennst du am langen, dünnen Schmalrumpf, am vergleichsweise kleinen Flügel, an Triebwerken, die fast zu groß wirken, und am hochbeinigen Stand. Die 767 zeigt sich mit einem schlanken, aber deutlich voluminöseren Großraumrumpf und einem großen, dominanten Flügel. Radzahl, Cockpitfenster, Winglets und absolute Länge helfen bei diesem Paar nicht, sondern erst danach bei der Variante.

Kurzfazit

Erst Rumpfdicke und Proportionen, dann Flügelgröße und Triebwerke: Lang, dünn, kleiner Flügel und hohes Fahrwerk bedeuten 757 – dicker Rumpf und großer Flügel bedeuten 767. Vier Räder pro Bein, sechs Cockpitscheiben und Winglets haben beide.

Zusammenfassung

  • 757 und 767 entstanden Ende der 1970er-Jahre parallel bei Boeing, teilen sich das Zwei-Mann-Cockpit und eine gemeinsame Musterberechtigung, gehören aber zu verschiedenen Größenklassen.
  • Das sicherste Merkmal ist die Rumpfdicke im Verhältnis zur Länge. Danach helfen Flügelgröße, das Größenverhältnis von Triebwerk zu Rumpf und die Höhe des Fahrwerks.
  • Radzahl, Cockpitfenster und absolute Länge taugen nicht zur Unterscheidung, weil sie sich bei beiden Familien gleichen oder überschneiden.
  • Die 757 wird seit 2004 nicht mehr gebaut. Die 767 läuft als Frachter – laut Boeing noch bis 2027 – und als Tanker KC-46 weiter vom Band, deshalb begegnen dir beide heute vor allem an Fracht-Drehkreuzen.

Häufige Fragen

Was ist der schnellste Weg, eine 757 von einer 767 zu unterscheiden?

Schau auf die Rumpfdicke im Verhältnis zur Länge. Die 757 ist ein Schmalrumpf und wirkt extrem lang und dünn, fast wie ein Bleistift. Die 767 ist ein Großraumjet mit gut fünf Metern Rumpfbreite und wirkt deutlich voluminöser, auch wenn sie für einen Großraumjet schlank ist.

Haben 757 und 767 unterschiedlich viele Räder?

Nein. Beide stehen auf zwei Hauptfahrwerksbeinen mit je vier Rädern und einem Bugfahrwerk mit zwei Rädern. Die Radzahl trennt die 757 zwar von A321 und 737, aber nicht von der 767. Hilfreicher ist die Höhe: Die 757 steht im Verhältnis zu ihrem dünnen Rumpf auf auffallend langen Fahrwerksbeinen.

Warum sehen die Cockpits von 757 und 767 gleich aus?

Boeing hat beide Typen parallel entwickelt und ihnen ein gemeinsames Zwei-Mann-Glascockpit gegeben. Die Nase der 757 wurde dafür an die Cockpitauslegung der 767 angepasst. Piloten können deshalb eine gemeinsame Musterberechtigung für beide Typen erwerben. Für Spotter heißt das: Die Fensteranordnung trennt die beiden nicht.

Ist die 767 immer länger als die 757?

Nein. Die 757-300 ist mit rund 54,4 Metern länger als die 767-200 mit rund 48,5 Metern und fast genauso lang wie die 767-300 mit rund 54,9 Metern. Nur die 767-400ER mit rund 61,4 Metern ist eindeutig länger als jede 757. Die Länge ist deshalb kein Hauptmerkmal.

Wie unterscheide ich 757- und 767-Frachter?

Wie bei den Passagierversionen über die Rumpfdicke. Beide Frachter haben kein Fensterband und ein großes Frachttor vorn links. Der 757-Frachter ist lang, dünn und hochbeinig, der 767-Frachter hat einen sichtbar dickeren Rumpf und deutlich größere Flügel.

Welche Typcodes stehen in Flugverfolgungsdiensten?

Die 757-200 läuft als B752, die 757-300 als B753. Bei der 767 sind es B762 für die 767-200, B763 für die 767-300 einschließlich -300ER und Frachter sowie B764 für die 767-400ER. Frachtversionen teilen sich den Code mit der jeweiligen Passagierversion.

Haben 757 und 767 Winglets?

Ab Werk nicht. Viele Airlines haben aber bei beiden Typen nachträglich hochgezogene Blended Winglets von Aviation Partners montiert. Die Winglets helfen also nicht bei der Unterscheidung zwischen 757 und 767. Einzige Ausnahme ist die 767-400ER, die ab Werk schräg nach hinten gezogene Raked Wingtips trägt.

PT

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