Das Wichtigste in Kürze
- Die A330-200F ist der Frachter ab Werk der A330-Familie und basiert auf dem kurzen Rumpf der A330-200.
- Das sicherste Erkennungsmerkmal ist die Beule unter der Nase: Das Bugfahrwerk sitzt tiefer, damit das Frachtdeck am Boden waagerecht liegt.
- Mit nur 38 gebauten Maschinen ist der Typ deutlich seltener als die umgebauten A330-P2F.
- Größter Betreiber ist Turkish Cargo; dazu kommen unter anderem DHL-Gesellschaften, MASkargo und Avianca Cargo (Stand Oktober 2026, Angaben ändern sich).
- Im Flugplan und in Tracking-Diensten erscheint der Frachter wie der Passagierjet als A332 – den Unterschied verrät der Betreiber.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Airbus A330-200F?
- 2.Die Beule unter der Nase: das Markenzeichen
- 3.Die Merkmale im Überblick
- 4.A330-200F oder Passagier-A330-200?
- 5.A330-200F, A330-P2F, A300-600F oder 767F?
- 6.Triebwerke: zwei Optionen statt drei
- 7.Betreiber: von Etihad bis Turkish Cargo
- 8.Wo du die A330-200F im deutschsprachigen Raum siehst
- 9.Fototipps für die A330-200F
- 10.Ein Frachter mit berühmtem Ableger
- 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 12.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Airbus |
|---|---|
| Basis | Passagierversion A330-200 |
| Offizielle Modellbezeichnungen | A330-223F (Pratt & Whitney) und A330-243F (Rolls-Royce) |
| ICAO-Typcode | A332 (gleich wie bei der Passagierversion) |
| Erstflug | 5. November 2009 |
| Musterzulassung (EASA) | 9. April 2010 |
| Erstkunde | Etihad Crystal Cargo (heute Etihad Cargo), Auslieferung Juli 2010 |
| Gebaute Exemplare | 38, ausgeliefert zwischen 2010 und 2017 |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney PW4170 oder Rolls-Royce Trent 772B (kein GE-Angebot) |
| Länge | 58,82 m |
| Spannweite | 60,30 m |
| Max. Startgewicht | 233 t |
| Nutzlast und Reichweite | rund 65 t über etwa 7.400 km oder rund 70 t über etwa 5.900 km |
| Frachtvolumen | rund 469 m³ |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Großraumrumpf der A330-200 mit zwei Triebwerken und klassischen, schräg gestellten Winglets
- Deutliche Beule unter der Nase: eine Verkleidung, in der das tiefer angesetzte Bugfahrwerk sitzt
- Am Boden steht der Rumpf waagerecht statt leicht nach vorn geneigt wie beim Passagier-A330
- Glatte Rumpfseite ohne Fenster und ohne Konturen verschlossener Fenster – ein Werksfrachter, kein Umbau
- Großes Hauptdeck-Frachttor vorn auf der linken Seite, hinter der vorderen Crew-Tür
- Kompakte Proportionen mit hohem Seitenleitwerk – der kurze Rumpf der -200, nicht der lange der -300
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein A330 ohne ein einziges Fenster rollt vom Frachtvorfeld, und unter der Nase sitzt eine merkwürdige Beule, als hätte jemand dem Flugzeug einen Kinnbart verpasst: Dann hast du ziemlich sicher eine Airbus A330-200F vor dir. Der Werksfrachter der A330-Familie ist selten, leicht zu übersehen und gerade deshalb ein schöner Fang fürs Logbuch. Hier erfährst du, woran du ihn erkennst, wie er sich vom Passagiermodell und von den Umbaufrachtern unterscheidet und wer ihn heute noch fliegt.
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Was ist die Airbus A330-200F?
Die A330-200F ist der Frachter ab Werk der A330-Familie. Anders als bei Umbauten, bei denen gebrauchte Passagierjets nachträglich zum Frachter werden, verlässt sie die Endmontage in Toulouse bereits als reines Frachtflugzeug: ohne Fenster, mit verstärktem Hauptdeckboden, Frachtladesystem und großem Hauptdecktor. Grundlage ist der kurze Rumpf der A330-200, also der reichweitenstarken Passagierversion.
Airbus warb schon Anfang der 2000er-Jahre für einen solchen Frachter. Es dauerte aber, bis das Projekt in Gang kam. Der Erstflug fand am 5. November 2009 statt, danach folgte ein Zulassungsprogramm von rund vier Monaten und etwa 180 Flugstunden. Die europäische Musterzulassung kam im April 2010, im Juli 2010 übernahm Etihad als Erstkunde die erste Maschine.
Der Frachter zielte auf eine Lücke zwischen den kleineren Frachtern wie der A300-600F oder der Boeing 767-300F und den großen Langstreckenfrachtern wie der Boeing 777F. Laut den gängigen Nachschlagewerken trägt die A330-200F rund 65 Tonnen über etwa 7.400 Kilometer oder rund 70 Tonnen über etwa 5.900 Kilometer. Das maximale Startgewicht liegt bei 233 Tonnen. Airbus hebt außerdem hervor, dass der Frachter die gleiche Musterberechtigung wie die übrigen A330 nutzt – Piloten können also zwischen Passagier- und Frachtversion wechseln.
Ein Verkaufsschlager wurde der Typ nicht: Insgesamt lieferte Airbus 38 Maschinen aus, die letzten 2017. Danach übernahmen umgebaute Passagierjets, die sogenannten A330-P2F, die Rolle des mittelgroßen Airbus-Frachters. Mehr zum Hersteller findest du auf der Seite zu Airbus.
Die Beule unter der Nase: das Markenzeichen
Wer die A330-200F einmal bewusst gesehen hat, erkennt sie danach sofort. Grund ist eine Eigenheit, die keine andere A330-Version in dieser Form hat.
Ein normaler A330 steht am Boden leicht nach vorn geneigt: Die Nase sitzt tiefer als das Heck. Für Passagiere spielt das keine Rolle. Bei einem Frachter dagegen müssen Paletten und Container mit mehreren Tonnen Gewicht über Rollenbahnen durch den Rumpf geschoben werden – ein schräges Deck macht das Beladen mühsam. Airbus hat deshalb das Bugfahrwerk tiefer am Rumpf angesetzt. Das Fahrwerk selbst stammt von der Passagierversion, sitzt aber weiter unten. So hebt sich die Nase, und das Frachtdeck liegt am Boden praktisch waagerecht.
Das tiefer montierte Fahrwerk passt allerdings nicht mehr vollständig in den ursprünglichen Schacht. Es braucht eine zusätzliche, nach außen gewölbte Verkleidung – eben die Beule, die Spotter je nach Geschmack „Kinn“, „Blister“ oder „Höcker“ nennen. Sie ist im Seitenprofil gut zu sehen, am deutlichsten, wenn die Maschine quer vor dir rollt oder steht.
Praxis-Tipp für das Vorfeld
Steht ein fensterloser A330 auf dem Frachtvorfeld, schau zuerst auf die Linie zwischen Nase und Heck. Wirkt der Rumpf waagerecht und sitzt eine Beule vor dem Bugfahrwerk, ist es eine A330-200F. Neigt sich die Nase leicht nach unten, hast du eher einen Umbaufrachter vor dir.
Die Merkmale im Überblick
Neben der Beule gibt es weitere Details, die zusammen ein eindeutiges Bild ergeben.
Rumpfseite prüfen
Beim Werksfrachter ist die Seitenwand glatt. Es gibt keine Fenster und auch keine Spuren verschlossener Fenster oder Passagiertüren – bei Umbauten bleiben diese Konturen oft sichtbar.
Frachttor suchen
Das große Hauptdecktor sitzt vorn auf der linken Rumpfseite, hinter der Crew-Tür. Auf der rechten Seite siehst du es nicht – das Foto von links ist deshalb das aussagekräftigere.
Flügel und Triebwerke
Lange Flügel mit klassischen, schräg gestellten Winglets und zwei Triebwerken zeigen die A330-Familie. Die Gondeln stammen von Pratt & Whitney oder Rolls-Royce.
Proportionen
Der Rumpf ist der kurze der -200 mit dem vergleichsweise hohen Seitenleitwerk. Ein deutlich längerer A330-Frachter ist ein Umbau auf Basis der -300.
Die Bestätigung liefert am Ende wie immer das Kennzeichen. Weil Frachter im Flugplan unter dem gleichen Typcode wie die Passagierversion laufen, ist der Blick ins Register hier besonders wichtig. Wie du ein Flugzeug gezielt über seine Registrierung findest, erklärt der Beitrag Flugzeug per Kennzeichen verfolgen.
A330-200F oder Passagier-A330-200?
Auf den ersten Blick teilen sich beide Versionen fast alles: Cockpit, Flügel, Leitwerk, Hauptfahrwerk und Rumpflänge. Die Unterschiede liegen im Detail – und in der Nutzung.
| Merkmal | A330-200F | A330-200 |
|---|---|---|
| ICAO-Typcode | A332 | A332 |
| Fenster | keine | durchgehende Fensterreihe |
| Hauptdecktor | groß, vorn links | nein |
| Bugfahrwerk | tiefer angesetzt, mit Verkleidung | Standardanordnung |
| Haltung am Boden | waagerecht | leicht nach vorn geneigt |
| Triebwerke | PW4000 oder Trent 700 | zusätzlich GE CF6-80E1 |
| Länge | 58,82 m | 58,82 m |
Ein interessantes Detail zum Tank: Laut Nachschlagewerken ist der Mitteltank beim Frachter nicht serienmäßig eingebaut, sondern nur als Option erhältlich. Der Frachter fliegt typischerweise kürzere Etappen mit viel Last, die Passagierversion dagegen lange Strecken mit weniger Gewicht. Für die Typbestimmung spielt das keine Rolle, es erklärt aber, warum die Reichweitenangaben der beiden Versionen so verschieden sind.
A330-200F, A330-P2F, A300-600F oder 767F?
Die größte Verwechslungsgefahr besteht mit anderen mittelgroßen Frachtern, die an den gleichen Flughäfen auftauchen. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: zweistrahliger Großraumfrachter
Airbus A330-200F
Beule unter der Nase, glatte Rumpfseite und A330-Flügel ergeben den Werksfrachter. Prüf zur Sicherheit Betreiber und Kennzeichen.
Airbus A330-P2F
Ohne Beule und mit sichtbaren Spuren des Passagierlebens handelt es sich um einen umgebauten A330. Ist der Rumpf lang, ist es die A330-300P2F.
Airbus A300-600F
Kurze Flügel mit kleinen Fences und ein gedrungener Rumpf zeigen die ältere A300-600F, die vor allem im Expressverkehr fliegt.
Boeing 767-300F
Schmalerer Rumpf, spitzere Nase und eine andere Cockpitverglasung deuten auf die 767 – oft als Werksfrachter oder BCF-Umbau.
Die wichtigste Abgrenzung ist die zur A330-P2F. Die Umbauten entstehen aus gebrauchten Passagierjets der Typen -200 und -300 und behalten die normale Bugfahrwerksanordnung. Sie stehen am Boden also leicht nach vorn geneigt, die Beule fehlt. Bei der kurzen -200P2F hilft dir deshalb vor allem der Blick unter die Nase, bei der langen -300P2F schon die Rumpflänge.
Die A300-600F ist kürzer, hat deutlich kürzere Flügel und kleine Wingtip-Fences statt Winglets. Die Boeing 767-300F wirkt schlanker und hat ein anderes Cockpitprofil. Und wer zwei Triebwerke mit gewaltigen Gondeln und sechs Rädern pro Hauptfahrwerksbein sieht, steht vor einer Boeing 777F. Wie du Frachtversionen allgemein auseinanderhältst, zeigt der Guide Frachtflugzeuge erkennen. Und falls dir an einem A330-ähnlichen Flügel plötzlich vier Triebwerke begegnen, hilft A330 oder A340 unterscheiden.
Triebwerke: zwei Optionen statt drei
Bei der Passagier-A330 konnten Airlines zwischen drei Triebwerksherstellern wählen. Beim Frachter reduzierte Airbus das Angebot auf zwei:
- Pratt & Whitney PW4170 – Modellbezeichnung A330-223F. Mehr zum Hersteller auf der Seite zu Pratt & Whitney.
- Rolls-Royce Trent 772B – Modellbezeichnung A330-243F. Mehr zum Triebwerksbauer auf der Seite zu Rolls-Royce.
Beide Varianten erhielten ihre europäische Zulassung am 9. April 2010. Ein Angebot von General Electric gab es für den Frachter nicht. Die Gondeln unterscheiden sich in Form und Auslass; für die reine Typbestimmung brauchst du das nicht, aber wer Kennzeichen sammelt, kann über das Triebwerk schnell auf die Herkunft der Maschine schließen.
Betreiber: von Etihad bis Turkish Cargo
Weil nur 38 Exemplare entstanden sind, ist die Liste der Betreiber übersichtlich. Einige Erstbesitzer haben ihre Maschinen schon wieder abgegeben, sodass viele A330-200F inzwischen ihre zweite Lackierung tragen.
Etihad war der Erstkunde. Die Frachtsparte der Airline aus Abu Dhabi, damals noch Etihad Crystal Cargo, übernahm die erste Maschine im Juli 2010. Anfang 2018 kündigte Etihad Airways jedoch an, die fünf noch recht jungen A330-200F im Zuge eines Strategiewechsels abzugeben. Im August 2018 wurde bekannt, dass alle fünf Maschinen an DHL Aviation verkauft wurden.
Qatar Airways Cargo übernahm Anfang der 2010er-Jahre drei geleaste A330-Frachter, die dort die A300-600F ablösten. Nachschlagewerke führen den Typ bei Qatar Airways inzwischen als ausgemustert, mit einem Ende um 2021 – der Frachtbetrieb aus Doha setzt seither auf Boeing-Frachter.
Turkish Cargo, die Frachtmarke von Turkish Airlines, ist heute der wichtigste Betreiber. Nach Angaben gängiger Flottenübersichten fliegen dort rund zehn A330-200F neben der Boeing 777F. Basis ist das Frachtzentrum am Flughafen Istanbul.
DHL nutzt A330-200F im Netz seiner eigenen Airlines, darunter European Air Transport Leipzig, die laut gängigen Flottenübersichten einige Exemplare neben A330-300P2F-Umbauten einsetzt. Zum Teil handelt es sich um gebraucht übernommene Maschinen, unter anderem aus der früheren Etihad-Flotte. Einen Überblick über die Konzernstruktur liefert die Seite zu DHL Aviation.
MASkargo, die Frachttochter von Malaysia Airlines, bestellte 2010 insgesamt vier A330-200F. Nachschlagewerke führen dort zuletzt drei Maschinen mit Basis am Flughafen Kuala Lumpur.
Avianca Cargo aus Kolumbien setzt ebenfalls auf den Typ, nach gängigen Flottenübersichten mit rund sechs Maschinen, vor allem auf Strecken zwischen Südamerika, Miami und weiteren Zielen.
| Betreiber | Status | Hinweis |
|---|---|---|
| Turkish Cargo | aktiv | größte Flotte, rund zehn Maschinen |
| Avianca Cargo | aktiv | rund sechs Maschinen |
| MASkargo | aktiv | zuletzt drei Maschinen |
| DHL / European Air Transport | aktiv | teils ehemalige Etihad-Frachter |
| Qatar Airways Cargo | ausgemustert | etwa 2012/2013 bis 2021 |
| Etihad Cargo | ausgemustert | Erstkunde 2010, Abgabe 2018 |
Flottenzahlen ändern sich
Frachter werden häufig verleast, umregistriert oder zwischen Konzerngesellschaften verschoben. Die Angaben oben geben den Stand gängiger Nachschlagewerke bis Oktober 2026 wieder. Prüf vor deiner Tour Betreiber und Kennzeichen tagesaktuell.
Wie die großen Expressdienste ihre Flotten organisieren, erklärt der Beitrag Integratoren DHL, FedEx und UPS.
Keine A330F mehr verpassen
Leg einen Sichtungs-Alarm für einzelne Kennzeichen oder Airlines wie Turkish Cargo an, und Planetrack meldet dir, wenn ein Frachter anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du die A330-200F im deutschsprachigen Raum siehst
Die besten Chancen hast du in Leipzig/Halle. Dort betreibt DHL sein europäisches Drehkreuz, und A330-Frachter im DHL-Gelb gehören zum gewohnten Bild – neben A300-600F, 757-Frachtern und den 777F von AeroLogic. Ein großer Teil des Betriebs läuft nachts. Von der Besucherterrasse Leipzig/Halle aus hast du das Vorfeld im Blick; Tipps zu Zeiten und Standorten findest du im Guide Planespotting in Leipzig/Halle. Mehr zum Flughafen selbst steht auf der Seite zum Flughafen Leipzig/Halle.
Ein klassisches Frachtziel in der Nachbarschaft ist Lüttich. Der belgische Flughafen ist stark auf Fracht ausgerichtet und zieht viele Großraumfrachter an. Der Spotterplatz am Flughafen Lüttich und die Seite zum Flughafen Lüttich helfen dir bei der Planung.
Auch in Frankfurt und Köln/Bonn landen regelmäßig Frachter verschiedener Betreiber. Ob gerade eine A330-200F von Turkish Cargo oder einer anderen Airline dabei ist, hängt vom aktuellen Flugplan ab. In Frankfurt ist die Aussichtsplattform Zeppelinheim ein guter Startpunkt, in Köln die Besucherterrasse Köln/Bonn.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Leipzig/Halle | gut | DHL-Drehkreuz mit A330-Frachtern, viel Nachtbetrieb |
| Lüttich | mittel | Frachtflughafen mit vielen internationalen Frachtairlines |
| Frankfurt | gelegentlich | großes Frachtaufkommen, wechselnde Betreiber |
| Köln/Bonn | gelegentlich | Express- und Frachtverkehr, Typ hängt vom Flugplan ab |
| Istanbul | sehr gut | Heimatbasis von Turkish Cargo |
Weil die A330-200F im Flugplan als A332 erscheint, filterst du in Tracking-Diensten am besten nach Betreiber oder Rufzeichen statt nach dem Typcode. Wie das geht, erklärt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B. Wer gezielt nach Istanbul reist, findet im Istanbul-Guide die passenden Spots.
Bereit für deine A330F-Session?
- Ich habe einen aktuellen Frachtflug eines A330F-Betreibers im Flugplan gefunden.
- Ich weiß, ob der Flug tagsüber oder nachts ankommt.
- Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe eine Brennweite dabei, die bis zum Frachtvorfeld reicht.
Fototipps für die A330-200F
Frachter fotografierst du oft unter schwierigeren Bedingungen als Passagierjets: Viele Bewegungen finden nachts oder in der Dämmerung statt, und die Frachtvorfelder liegen nicht immer günstig zu den Zuschauerbereichen. Mit etwas Planung bekommst du trotzdem gute Belegbilder.
Seitenprofil von links
Nur von links siehst du das Frachttor, und nur im Profil kommt die Beule unter der Nase richtig zur Geltung. Das ist das ideale Belegfoto.
Bugfahrwerk freistellen
Beim Rollen oder kurz vor dem Aufsetzen ist das Bugfahrwerk ausgefahren. Achte darauf, dass die Verkleidung nicht von Zäunen oder Schildern verdeckt wird.
Tageslicht-Rotationen nutzen
Viele Frachtflüge haben feste Umläufe. Suche gezielt nach den Ankünften und Abflügen, die ins Tageslicht fallen, statt auf Glück zu hoffen.
Licht im Rücken
Weiße und gelbe Rümpfe überstrahlen leicht. Mit der Sonne im Rücken und etwas knapperer Belichtung bleibt die Zeichnung im Rumpf erhalten.
Wann die Sonne an deinem Spot richtig steht, erklärt Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Wie selten deine Sichtung im Vergleich zu anderen Typen ist, kannst du mit dem Beitrag Seltenheit einer Sichtung einschätzen einordnen – bei nur 38 gebauten Exemplaren ist die A330-200F in Mitteleuropa durchaus ein besonderer Eintrag.
Ein Frachter mit berühmtem Ableger
Die A330-200F hat einen Nachfahren, den fast jeder Luftfahrtfan kennt: den BelugaXL. Airbus entwickelte den Großraumtransporter für Flugzeugbauteile auf Basis des Frachters, senkte das Cockpit ab und setzte einen riesigen Laderaum darauf. Optisch hat der Wal mit dem nüchternen Frachter kaum noch etwas gemeinsam – technisch steckt aber viel A330-200F in ihm.
Für den Linienfrachtverkehr hat Airbus inzwischen einen neuen Weg eingeschlagen: Mittelgroße Fracht übernehmen heute vor allem die A330-P2F-Umbauten, für das große Segment hat der Hersteller die A350F im Programm. Die A330-200F bleibt damit eine überschaubare Episode der Airbus-Geschichte – und gerade deshalb ein lohnendes Ziel für Sammler.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die A330-200F, wenn …
- unter der Nase eine deutliche Beule vor dem Bugfahrwerk sitzt
- der Rumpf am Boden waagerecht steht
- die Rumpfseite glatt ist, ganz ohne Fensterkonturen
- A330-Flügel mit klassischen Winglets und zwei Triebwerke zu sehen sind
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Maschine nur von rechts siehst – dann fehlt dir das Frachttor als Merkmal
- das Bugfahrwerk eingefahren ist – im Steigflug ist die Beule weniger auffällig
- der Tracking-Dienst A332 meldet – das kann auch ein Passagierjet sein
Es ist keine A330-200F, wenn …
- die Nase am Boden leicht nach unten zeigt und keine Beule zu sehen ist – dann ist es ein Umbau
- der Rumpf sehr lang wirkt – dann ist es eine A330-300P2F
- an den Flügelspitzen kleine Fences sitzen – dann ist es eine A300-600F
- sechs Räder pro Hauptfahrwerksbein zu sehen sind – dann ist es eine 777F
Fazit
Die A330-200F ist der seltene Werksfrachter der A330-Familie: nur 38 Exemplare, ausgeliefert zwischen 2010 und 2017, und dank der Beule unter der Nase trotzdem einer der am leichtesten erkennbaren Frachter am Himmel. Turkish Cargo, DHL, MASkargo und Avianca Cargo halten den Typ heute am Leben. In Mitteleuropa ist Leipzig/Halle die beste Adresse, an anderen Frachtflughäfen hilft ein Blick in den aktuellen Flugplan.
Kurzfazit
Fensterloser A330 mit kurzem Rumpf, Frachttor vorn links und einer Beule unter der Nase: Das ist die A330-200F. Filtere im Tracking nach Betreiber statt nach A332 und plane Leipzig/Halle oder Lüttich ein, wenn du den seltenen Werksfrachter ins Logbuch bringen willst.
Zusammenfassung
- Airbus bot einen Frachter auf Basis der A330-200 schon Anfang der 2000er-Jahre an; der Erstflug folgte am 5. November 2009, die Zulassung im April 2010.
- Erstkunde war Etihad, das die erste Maschine im Juli 2010 übernahm. Insgesamt lieferte Airbus bis 2017 nur 38 Exemplare aus.
- Von der Passagierversion unterscheidet sich der Frachter durch fehlende Fenster, das Frachttor vorn links und vor allem die Verkleidung unter der Nase.
- Heute prägen Turkish Cargo, DHL-Gesellschaften, MASkargo und Avianca Cargo das Bild; Etihad und Qatar Airways haben ihre A330-200F wieder abgegeben.
Häufige Fragen
Warum hat die A330-200F eine Beule unter der Nase?
Der normale A330 steht am Boden leicht nach vorn geneigt. Für einen Frachter ist das ungünstig, weil Paletten und Container auf einem schrägen Deck schwer zu bewegen sind. Airbus hat das Bugfahrwerk deshalb weiter unten am Rumpf angesetzt. Dadurch hebt sich die Nase, das Deck liegt waagerecht – und das tiefer sitzende Fahrwerk braucht eine eigene Verkleidung. Das ist die Beule, die du von außen siehst.
Welchen ICAO-Typcode hat die A330-200F?
Den gleichen wie die Passagierversion: A332. In Tracking-Diensten erkennst du den Frachter deshalb am Betreiber, am Rufzeichen oder am Kennzeichen – nicht am Typcode.
Wie unterscheide ich die A330-200F von einer umgebauten A330-P2F?
Die P2F-Umbauten tragen die normale Bugfahrwerksanordnung und stehen daher am Boden mit leicht gesenkter Nase da – die Beule fehlt. Außerdem siehst du bei Umbauten oft noch die Konturen der verschlossenen Fenster und Türen. Die A330-300P2F ist zudem rund fünf Meter länger.
Welche Triebwerke hat die A330-200F?
Airbus bot den Frachter mit dem Pratt & Whitney PW4170 (Modell A330-223F) und dem Rolls-Royce Trent 772B (Modell A330-243F) an. Eine General-Electric-Variante gab es beim Frachter nicht.
Wer fliegt die A330-200F heute?
Der größte Betreiber ist Turkish Cargo mit rund zehn Maschinen. Dazu kommen DHL-Gesellschaften wie European Air Transport Leipzig, MASkargo aus Malaysia und Avianca Cargo aus Kolumbien. Etihad (bis 2018) und Qatar Airways (bis etwa 2021) haben ihre A330-200F abgegeben. Stückzahlen ändern sich laufend – prüf den aktuellen Stand vor deiner Tour.
Wo sehe ich die A330-200F in Deutschland?
Die besten Chancen hast du in Leipzig/Halle, wo DHL sein europäisches Drehkreuz betreibt und A330-Frachter im DHL-Gelb regelmäßig auftauchen. An anderen Frachtflughäfen wie Frankfurt, Köln/Bonn oder Lüttich kommen gelegentlich Maschinen von Turkish Cargo oder anderen Betreibern vorbei – welche Strecken gerade bedient werden, verrät der aktuelle Flugplan.
Ist der BelugaXL eine A330-200F?
Im Kern ja: Airbus hat den BelugaXL auf Basis der A330-200F entwickelt und um einen riesigen Laderaum oberhalb des abgesenkten Cockpits erweitert. Mit dem normalen Frachter hat er optisch aber kaum noch etwas gemeinsam.
Airbus A330-200F sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Airbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FrachterAirbus A330-200P2F und A330-300P2F
Großraum-Airbus ohne Fenster, aber auch ohne Beule unter der Nase: Das ist die A330P2F, der Umbaufrachter der Elbe Flugzeugwerke aus Dresden. So erkennst du beide Versionen und findest sie an Europas Frachtdrehkreuzen.
FrachterAirbus A300-600F/-600RF
Fensterloser Rumpf, großes Tor vorn links, kleine Fences an den Flügelspitzen: Die A300-600F ist das Arbeitspferd der Paketnacht. So erkennst du Neubau und Umbau und findest sie in Europa.
FrachterBoeing 767-300F und 767-300BCF
Fensterloser, schlanker Großraumrumpf, großes Frachttor vorn links: Die 767-300F ist das Arbeitspferd der Express-Netze. So erkennst du Neubau-Frachter und Umbauten und findest sie an den Cargo-Drehkreuzen.
FrachterBoeing 777F
Ein 777-Rumpf ganz ohne Fensterreihe, ein riesiges Tor hinter dem Flügel und zwei GE90 unter den Tragflächen: Die 777F ist der wichtigste Langstrecken-Frachter unserer Zeit. So erkennst du sie und findest sie in Frankfurt und Leipzig.
FrachterAirbus BelugaXL (A330-743L)
Ein Buckel wie ein Wal, ein aufgemaltes Grinsen und ein Laderaum, in den zwei A350-Flügel passen: Der BelugaXL ist Airbus’ fliegender Teiletransporter – und einer der Lieblinge jedes Spotters.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Airbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
HerstellerRolls-Royce
Britischer Triebwerkshersteller mit über hundert Jahren Luftfahrtgeschichte: Die Trent-Familie treibt A330, A350, A380 und Boeing 787 an, die Business-Jet-Triebwerke kommen aus Dahlewitz bei Berlin. Für Spotter ist Rolls-Royce die Frage hinter der Frage – welcher Antrieb hängt eigentlich unter dem Flügel?
Airline-GruppeDHL Aviation
Gelb mit rotem Schriftzug – und trotzdem steckt hinter jedem DHL-Frachter eine andere Airline. DHL Aviation ist das Geflecht aus eigenen Fluggesellschaften, Beteiligungen und Vertragspartnern, das die Expresssendungen der DHL Group durch die Nacht fliegt.
Wo du die Airbus A330-200F siehst
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