Boeing 747-400F und 747-400ERF

Der werksneue Frachtjumbo mit hochklappbarer Nase: Woran du 747-400F und 400ERF erkennst, wie du sie von Umbaufrachtern und der 747-8F trennst und wer sie Stand Oktober 2026 noch fliegt.

Auch bekannt als: 747-400F · 747-400ERF · 747-400 Freighter · 747-400 Extended Range Freighter · Jumbo-Frachter · Frachtjumbo

USABoeingFrachtflugzeugeICAO-Typcode: B74411 Min. Lesezeit

B744

ICAO-Typcode

166

Frachter ab Werk

1993

Erstflug der 400F

2009

letzte 400ERF ausgeliefert

Das Wichtigste in Kürze

  • Werksfrachter mit eigener Optik: 747-400F und 400ERF tragen den kurzen Buckel der frühen 747 und ein hochklappbares Bugtor – Merkmale, die kein Umbaufrachter hat.
  • 166 Exemplare: Boeing baute 126 Maschinen der 400F und 40 der schwereren 400ERF; die letzte ging im Dezember 2009 an Kalitta Air.
  • Winglets plus kurzer Buckel ergibt die 747-400F. Kurzer Buckel ohne Winglets, dafür gezackte Gondeln, ist eine 747-8F.
  • Bis heute im Einsatz: Cargolux, Atlas Air, Kalitta Air und China Airlines gehören Stand Oktober 2026 zu den Betreibern, mehrere Betreiber wollen sie aber mittelfristig durch die 777-8F ersetzen.
  • Lufthansa Cargo besaß nie eigene 400F: Sie flog Classic-Frachter 747-200F und charterte bis 2008 eine 747-400F samt Crew von World Airways.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Boeing 747-400F?
  2. 2.Die 747-400ERF: mehr Gewicht, mehr Reichweite
  3. 3.Das Bugtor: Laden durch die Nase
  4. 4.Der schnellste Weg zur Bestimmung
  5. 5.Werksfrachter oder Umbau: BCF und BDSF
  6. 6.747-400F oder 747-8F?
  7. 7.Wer die 747-400F fliegt
  8. 8.Wo du die 747-400F siehst
  9. 9.Spotting-Tipps für die 747-400F
  10. 10.Fototipps
  11. 11.Ein Frachter mit Zukunft – vorerst
  12. 12.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing (Endmontage in Everett, Washington)
FamilieBoeing 747-400, Frachtversionen ab Werk
Versionen747-400F (Freighter) und 747-400ERF (Extended Range Freighter)
ICAO-TypcodeB744 (wie alle Serienversionen der 747-400)
Erstflug4. Mai 1993 (747-400F)
IndienststellungNovember 1993 bei Cargolux
747-400ERFProgrammstart April 2001, erste Auslieferung Oktober 2002 (Air France)
Triebwerke4 × Pratt & Whitney PW4000, General Electric CF6-80C2 oder Rolls-Royce RB211-524
Länge70,6 m
Spannweite64,4 m
Max. Startgewichtrund 397 t (400F), rund 413 t (400ERF)
Reichweite mit voller Nutzlastrund 8.250 bis 9.200 km (400F, je nach Triebwerk), rund 9.200 km (400ERF)
Beladunghochklappbares Bugtor im Hauptdeck, optional große Seitentür hinten links
Gebaute Exemplare166 (126 × 400F, 40 × 400ERF)
Letzte AuslieferungAugust 2008 (400F, Nippon Cargo Airlines), Dezember 2009 (400ERF, Kalitta Air)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Kurzer Buckel wie bei den frühen 747 – deutlich kürzer als beim Passagier-Jumbo
  • Keine Fenster im Hauptdeck, auch keine verschlossenen Fensterumrisse
  • Bugtor: Trennfuge rund um die Nase unterhalb des Cockpits, beim Beladen ist die ganze Nase hochgeklappt
  • Hochgezogene Winglets an den Flügelspitzen – trennt sie von der 747-8F und den Classic-Frachtern
  • Glatte Triebwerksgondeln ohne gezackte Hinterkanten
  • Umbaufrachter dagegen: langer Buckel, verschlossene Fensterreihe, kein Bugtor

Vier Triebwerke, ein kurzer Buckel, kein einziges Fenster im Hauptdeck – und an den Flügelenden zwei senkrechte Winglets. Dann steht sehr wahrscheinlich eine Boeing 747-400F oder ihre schwerere Schwester 747-400ERF vor dir. Sie sind die einzigen 747-400, die Boeing von Anfang an als Frachter gebaut hat, und unter Cargo-Spottern gelten sie als die „echten“ Frachtjumbos: mit Bugtor, durch das sich die Nase hochklappen lässt. Hier erfährst du, wie du sie sicher bestimmst, wie du sie von Umbaufrachtern und der 747-8F trennst und wo du sie Stand Oktober 2026 noch erwischst.

Jeden Frachtjumbo festhalten

Mit Planetrack postest du jede 747-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot und sammelst die Frachter in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Boeing 747-400F?

Als Boeing Ende der 1980er-Jahre die 747-400 in Dienst stellte, flogen im Frachtgeschäft noch zahlreiche Classic-Jumbos wie die 747-200F. Der logische nächste Schritt war ein Frachter auf Basis der neuen Generation: mit Glascockpit für zwei Piloten, längerem Flügel samt Winglets, moderneren Triebwerken und mehr Reichweite.

Für den Frachter griff Boeing allerdings nicht auf den Rumpf der Passagier-747-400 zurück, sondern kombinierte die neue Technik mit dem kurzen Oberdeck der frühen 747. Der Grund ist simpel: Im Frachter braucht oben niemand eine lange Kabine. Das kürzere Oberdeck spart Gewicht, und jedes eingesparte Kilo kommt der Nutzlast zugute. Oben sitzen nur das Cockpit und ein kleiner Bereich für Ruhesitze und mitreisende Begleitpersonen.

Der Erstflug der 747-400F fand am 4. Mai 1993 statt. Erstkunde war Cargolux aus Luxemburg, die den Frachter im November 1993 in den Liniendienst brachte. Danach folgten Airlines wie Korean Air, Singapore Airlines, China Airlines, Nippon Cargo Airlines und Atlas Air. Bis August 2008 baute Boeing 126 Exemplare der 400F; die letzte ging an Nippon Cargo Airlines.

126gebaute 747-400F
40gebaute 747-400ERF
0Fenster im Hauptdeck

Die 747-400ERF: mehr Gewicht, mehr Reichweite

Im April 2001 startete Boeing die 747-400ERF (Extended Range Freighter). Äußerlich unterscheidet sie sich praktisch nicht von der 400F, technisch aber durchaus: Ihr maximales Startgewicht liegt bei rund 413 statt rund 397 Tonnen. Airlines können dieses Plus wahlweise in mehr Ladung oder in mehr Reichweite umsetzen. Mit voller Nutzlast kommt die ERF spürbar weiter als die normale 400F.

Die erste 747-400ERF wurde im Oktober 2002 an Air France ausgeliefert, über den Leasinggeber ILFC. Insgesamt entstanden 40 Exemplare. Die letzte, zugleich die letzte gebaute 747-400 überhaupt, übergab Boeing im Dezember 2009 an Kalitta Air. Danach übernahm die neue 747-8F die Rolle des Frachtjumbos.

400F oder 400ERF?

Am Zaun lässt sich das nicht ablesen – beide Versionen sehen gleich aus und laufen unter dem Code B744. Die Antwort liefert das Kennzeichen: Über Flottenlisten oder die Registerdaten erfährst du, welche Version du fotografiert hast. Wie das geht, erklärt der Beitrag Ein Flugzeug per Kennzeichen finden und verfolgen.

Das Bugtor: Laden durch die Nase

Das auffälligste technische Merkmal der Werksfrachter steckt im Bug. Die gesamte Nase unterhalb des Cockpits lässt sich nach oben klappen. Weil das Cockpit beim Jumbo auf dem Oberdeck liegt, bleibt es dabei an Ort und Stelle – nur der untere Teil der Nase schwenkt hoch. Paletten und Container mit bis zu rund zwölf Metern Länge rollen dann über ein angetriebenes Rollensystem direkt in das Hauptdeck.

Das ist der große Vorteil gegenüber fast allen anderen Frachtern: Lange Güter wie Rohre, Maschinenteile, Flugzeugtriebwerke oder Sonderfracht müssen nicht um die Ecke durch eine Seitentür bugsiert werden. Optional gab es zusätzlich eine große Seitentür hinten links, durch die höhere Ladeeinheiten passen. Ins Unterdeck geht es wie bei Passagierjets über eigene Frachttüren.

Für Spotter bedeutet das: Wenn du an einem Cargo-Vorfeld einen Jumbo mit hochgeklappter Nase siehst, ist es fast sicher ein Werksfrachter – eine 747-400F/ERF, eine 747-8F oder ein Classic-Frachter. Umbaufrachter haben dieses Tor nicht.

Der schnellste Weg zur Bestimmung

Jumbo-Silhouette prüfen

Vier Triebwerke unter den Flügeln und ein Buckel hinter dem Cockpit: Es ist eine 747. Zwei durchgehende Decks sprächen für eine A380 – die gibt es aber nicht als Frachter.

Buckel-Länge lesen

Kurzer Buckel: Werksfrachter. Langer Buckel ohne Fenster im Hauptdeck: Umbaufrachter. Langer Buckel mit Fenstern: Passagierflugzeug.

Flügelspitzen ansehen

Winglets: 747-400-Generation. Gepfeilte Spitzen ohne Winglet: 747-8F. Einfache, runde Flügelenden: Classic-Frachter.

Gondeln checken

Glatte Hinterkanten passen zur 747-400F. Gezackte Chevrons gehören zur 747-8F mit GEnx-Triebwerken.

Werksfrachter oder Umbau: BCF und BDSF

Neben den 166 Werksfrachtern fliegen zahlreiche 747-400, die erst als Passagierflugzeug unterwegs waren und später zum Frachter umgebaut wurden. Das ist die häufigste Verwechslung am Zaun.

Boeing bot ab 2004 den 747-400BCF (Boeing Converted Freighter, anfangs 747-400SF genannt) an. Die Umbauten erledigten Partnerwerften in Asien; der erste BCF ging 2005 an Cathay Pacific. Parallel entwickelte Israel Aerospace Industries den 747-400BDSF (Bedek Special Freighter), dessen erstes Exemplar 2006 an Air China Cargo ging. Zusammen entstanden auf diesem Weg knapp 80 Frachter. Weil die Nachfrage ab den 2010er-Jahren einbrach, beendete Boeing sein Umbauprogramm 2016.

Merkmal 747-400F / 400ERF 747-400BCF / BDSF
Herkunft ab Werk als Frachter gebaut umgebautes Passagierflugzeug
Buckel kurz lang, wie beim Passagier-Jumbo
Oberdeck-Fenster keine lange Fensterreihe (kurzer Buckel) lange Fensterreihe bleibt meist erhalten
Hauptdeck-Fenster keine verschlossen, Umrisse oft sichtbar
Bugtor ja nein
Große Seitentür optional ja, hinten links
ICAO-Code B744 B744

Es spricht für die 747-400F, wenn …

  • der Buckel kurz ist und Winglets nach oben stehen
  • die Rumpfseite komplett glatt und fensterlos ist
  • du unterhalb des Cockpits eine umlaufende Trennfuge siehst
  • die Nase am Vorfeld hochgeklappt ist und Winglets dran sind

Sieh genauer hin, wenn …

  • du die Maschine nur frontal oder von unten siehst – Buckel-Länge und Winglets sind dann schwer zu beurteilen
  • das Foto bei Gegenlicht entstanden ist und die verschlossenen Fenster nicht erkennbar sind
  • Tracking-Dienste nur B744 anzeigen

Es ist keine 747-400F, wenn …

  • der Buckel lang ist – dann Umbaufrachter oder Passagierflugzeug
  • die Flügelspitzen flach auslaufen und die Gondeln gezackt sind – dann 747-8F
  • runde Flügelenden ohne Winglets zu sehen sind – dann Classic-Frachter
  • der Rumpf hinter dem Flügel stark aufgebläht ist – dann Dreamlifter

Eine Sonderrolle spielt die 747-400M Combi: Sie trägt Passagiere und Fracht zugleich, hat die große Seitentür, aber den langen Buckel und Fenster. Einige Combis wurden später ebenfalls vollständig zu Frachtern umgerüstet. Einen Überblick über alle Generationen gibt der Beitrag Boeing 747-100 bis 747-8 erkennen.

747-400F oder 747-8F?

Die zweite typische Frage: alter oder neuer Frachtjumbo? Beide haben den kurzen Buckel und das Bugtor. Die Unterschiede liegen an Flügel, Triebwerken und Länge.

Merkmal Boeing 747-400F Boeing 747-8F
Flügelspitzen hochgezogene Winglets gepfeilt, ohne Winglet
Triebwerksgondeln glatt mit gezackten Chevrons
Länge 70,6 m rund 76 m
Rumpf vor dem Flügel kompakter sichtbar gestreckt
ICAO-Code B744 B748

Im Seitenprofil wirkt die 747-8F gestreckter, der Abstand zwischen Buckel-Ende und Flügelvorderkante ist größer. Wer sich in die Feinheiten einlesen will, findet im Beitrag Frachtflugzeuge erkennen auch die Abgrenzung zu 777F und MD-11F.

Merksatz für den Zaun

Kurzer Buckel plus Winglets: 747-400F. Kurzer Buckel ohne Winglets, aber mit Zacken an den Gondeln: 747-8F. Langer Buckel ohne Fenster: Umbaufrachter.

Wer die 747-400F fliegt

Frachtflotten ändern sich schneller als Passagierflotten: Maschinen werden verleast, zwischen Airlines verschoben oder kurzfristig abgestellt. Die folgenden Angaben beschreiben den Stand Oktober 2026 und sind als Orientierung gedacht.

Cargolux

Der Erstkunde ist bis heute einer der wichtigsten Betreiber. Cargolux setzt neben der größeren 747-8F weiterhin eine Gruppe von 747-400F und 400ERF ein, zusammen etwa ein Dutzend Maschinen. Als Nachfolger hat die Airline die 777-8F bestellt. Heimat der Flotte ist der Flughafen Luxemburg-Findel – für Jumbo-Fans eine der besten Adressen in Europa.

Atlas Air und Kalitta Air

In den USA betreibt Atlas Air die größte Flotte an 747-400-Frachtern, Werksfrachter und Umbauten zusammengenommen. Die Airline fliegt im Auftrag zahlreicher Kunden, auch für die Konzernschwester Polar Air Cargo, und ist deshalb weltweit an vielen Frachtdrehkreuzen zu sehen. Kalitta Air aus Michigan setzt ebenfalls rund zwei Dutzend 747-400-Frachter ein, darunter Werksfrachter und BCF-Umbauten; an Kalitta ging 2009 auch die letzte gebaute 747-400.

Weitere Betreiber

In Asien gehört China Airlines zu den größeren Betreibern; sie will ihre 747-400F mittelfristig durch die 777-8F ersetzen. Daneben fliegen 747-400-Frachter bei kleineren ACMI- und Charterfirmen wie National Airlines. Viele frühere Erstbetreiber wie Air France, Korean Air oder Singapore Airlines haben ihre Werksfrachter dagegen abgegeben – die Maschinen leben oft bei anderen Airlines weiter.

Lufthansa Cargo: eine Fußnote

Wer die Kranich-Fracht mit dem Jumbo verbindet, denkt meist an die Classic-Generation. Lufthansa Cargo betrieb bis 2005 Frachter vom Typ 747-200F, eine eigene Flotte von 747-400F baute die Airline dagegen nie auf. Bis Mitte 2008 charterte sie aber eine 747-400F inklusive Crew von der US-Airline World Airways; der Vertrag endete, als die Frachtraten fielen. Heute setzt Lufthansa Cargo auf die Boeing 777F.

Wo du die 747-400F siehst

In Deutschland und den Nachbarländern gibt es einige Frachtstandorte, an denen 747-Frachter regelmäßig auftauchen:

Wer weiter reist: Am Flughafen Anchorage machen viele Frachter zwischen Asien und Nordamerika einen Tankstopp. Vom Aussichtspunkt Point Woronzof aus siehst du dort an manchen Tagen mehr Frachtjumbos als anderswo in einer Woche – mehr dazu im Beitrag Planespotting in Anchorage.

Keinen Frachtjumbo verpassen

Richte einen Sichtungs-Alarm für den Typ B744, eine Airline wie Cargolux oder ein bestimmtes Kennzeichen ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn die Maschine anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting-Tipps für die 747-400F

  • Live-Tracking statt Flugplan. Frachtflüge werden kurzfristig verschoben, umgeleitet oder gestrichen. Wie du Tracking-Daten liest, erklärt der Guide zur Flugverfolgung per ADS-B.
  • Kennzeichen notieren. Weil der Code B744 Werksfrachter, Umbau und Passagierjet zusammenfasst, ist die Registrierung dein wichtigstes Werkzeug. Grundlagen liefert der Beitrag Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
  • Nachts unterwegs. Viele Frachter landen in den Abend- und Nachtstunden. Mit den Tipps zum Fotografieren bei Nacht bekommst du trotzdem brauchbare Bilder.
  • Licht vorausplanen. Tagsüber entscheidet der Sonnenstand, ob dein Standort im Gegenlicht liegt. Der Guide zum Sonnenstand am Fotospot zeigt dir, wie du das vorher prüfst.
  • Betriebsrichtung prüfen. Ob ein Jumbo über deinem Standort landet, hängt vom Wind ab. Mehr im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

Wirbelschleppen und Sicherheit

Ein schwer beladener Frachtjumbo erzeugt kräftige Wirbelschleppen. Unter der Anflugschneise kann es nach dem Überflug böig werden – sichere Stativ und lose Gegenstände. Bleib auf öffentlichen Wegen und betritt keine abgesperrten Flächen. Was erlaubt ist, steht im Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.

Fototipps

  • Seitenprofil ist Pflicht. Nur von der Seite erkennst du Buckel-Länge, glatte Rumpfseite und Seitentür auf einen Blick – genau das trennt Werksfrachter und Umbau.
  • Winglets ins Bild. Sie unterscheiden die 747-400F von der 747-8F. Bei engen Ausschnitten fallen die Flügelspitzen schnell weg.
  • Bugtor am Vorfeld. Ein Jumbo mit hochgeklappter Nase ist eines der spektakulärsten Motive der Frachtfliegerei. Von Besucherterrassen mit Blick auf Cargo-Vorfelder hast du dafür die besten Chancen.
  • Dreiviertelansicht von vorn. Etwa 30 bis 45 Grad zur Flugrichtung zeigen Buckel, Flügel und alle vier Triebwerke.

Hangar-Gedanke

Werksfrachter, Umbaufrachter, 747-8F: Wer Frachtjumbos sammelt, hat schnell eine lange Liste. In Planetrack postest du jede Sichtung mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot und setzt Maschinen, die dir noch fehlen, auf die Wunschliste in deinem Hangar.

Ein Frachter mit Zukunft – vorerst

Im Passagierverkehr ist die 747-400 fast verschwunden, im Frachtgeschäft hält sie sich hartnäckig. Das hat Gründe: Das Bugtor, das große Volumen und die hohe Nutzlast machen den Werksfrachter für sperrige Ladung schwer ersetzbar, und viele Maschinen haben noch Lebensdauer übrig. Gleichzeitig sind vier Triebwerke im Betrieb teurer als zwei, und neue Lärm- und Emissionsregeln setzen ältere Jets unter Druck.

Die Nachfolger stehen bereit: die 777F, umgebaute 777-300ERSF und die neue 777-8F. Mehrere große Betreiber haben angekündigt, ihre 747-400F mit dem Zulauf dieser Typen abzugeben. Bis dahin bleibt der Frachtjumbo mit Winglets ein fester Bestandteil des Cargo-Alltags – aber jede Saison ein Stück seltener. Wer die Geschichte des Jumbos von Anfang an nachlesen will, findet sie im Beitrag Die Geschichte der Boeing 747.

Kurioses Detail

Eine 747-400F diente der US Air Force als Basis für den Versuchsträger YAL-1 „Airborne Laser“. In der Nase des Jumbos saß statt des Bugtors ein großer Drehturm für das Lasersystem. Das Programm wurde eingestellt, die Maschine ist längst verschrottet.

Fazit

Die Boeing 747-400F und 400ERF sind die Frachtjumbos, die Boeing von Grund auf als Frachter gebaut hat. Kurzer Buckel, fensterloser Rumpf, Bugtor und Winglets machen sie unverwechselbar, solange du genau hinsiehst: Umbaufrachter tragen den langen Buckel, die 747-8F verzichtet auf Winglets. Stand Oktober 2026 fliegen sie noch bei Cargolux, Atlas Air, Kalitta Air und anderen. In Europa ist Luxemburg die erste Adresse, an Cargo-Standorten wie Frankfurt, Leipzig/Halle oder Lüttich lohnt sich der Blick auf das Live-Tracking.

Kurzfazit

Kurzer Buckel, keine Fenster, Winglets, hochklappbare Nase: Das ist die Boeing 747-400F oder 400ERF. Langer Buckel ohne Fenster heißt Umbaufrachter (BCF/BDSF), kurzer Buckel ohne Winglets heißt 747-8F – und alle 747-400-Versionen laufen unter dem ICAO-Code B744.

Zusammenfassung

  • Die 747-400F ist die ab Werk gebaute Frachtversion der 747-400, die 747-400ERF ihre Variante mit höherem Startgewicht und mehr Reichweite.
  • Typisch sind der kurze Buckel, der fensterlose Rumpf, das Bugtor und die Winglets der 747-400.
  • Umbaufrachter (BCF und BDSF) behalten das lange Oberdeck des Passagierflugzeugs und haben kein Bugtor.
  • In Europa siehst du die Werksfrachter am verlässlichsten in Luxemburg sowie an Cargo-Standorten wie Frankfurt, Leipzig/Halle, Köln/Bonn und Lüttich.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine Boeing 747-400F?

Achte auf drei Dinge: einen kurzen Buckel hinter dem Cockpit, ein Hauptdeck ganz ohne Fenster und Winglets an den Flügelspitzen. Aus der Nähe siehst du außerdem die umlaufende Trennfuge des Bugtors unterhalb des Cockpits.

Was ist der Unterschied zwischen 747-400F und 747-400ERF?

Äußerlich kaum einer. Die 400ERF darf mit rund 413 statt 397 Tonnen starten und kommt mit voller Nutzlast spürbar weiter. Am Zaun unterscheidest du die beiden nur über Kennzeichen und Flottenlisten.

Wie unterscheide ich einen Werksfrachter von einem 747-400BCF?

Ein BCF (oder BDSF) war zuerst ein Passagierflugzeug. Er hat das lange Oberdeck mit Fensterreihe, im Hauptdeck sieht man oft noch die verschlossenen Fensteröffnungen, und es gibt kein Bugtor. Werksfrachter haben den kurzen Buckel und eine glatte Rumpfseite.

Welchen ICAO-Code hat die 747-400F?

Sie läuft wie alle Serienversionen der 747-400 unter B744. Ob es ein Werksfrachter, Umbaufrachter oder Passagierjet ist, verrät der Code also nicht – dafür brauchst du Kennzeichen, Airline oder ein Foto.

Hatte Lufthansa Cargo die Boeing 747-400F?

Nicht als eigene Flotte. Lufthansa Cargo setzte bis 2005 Frachter vom Typ 747-200F ein und mietete danach bis Mitte 2008 eine 747-400F inklusive Besatzung von World Airways. Heute fliegt die Airline Boeing 777F.

Wer fliegt die 747-400F heute noch?

Stand Oktober 2026 unter anderem Cargolux, Atlas Air, Kalitta Air und China Airlines. Flotten im Frachtgeschäft ändern sich schnell; prüf vor einer Tour Live-Tracking und aktuelle Flottenlisten.

Ist die Dreamlifter eine 747-400F?

Nein. Die vier Dreamlifter entstanden aus gebrauchten Passagier-747-400 und haben einen stark aufgeweiteten Rumpf mit schwenkbarem Heck. Sie führen den eigenen ICAO-Code BLCF.

Boeing 747-400F und 747-400ERF sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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