Das Wichtigste in Kürze
- Das Triebwerk entscheidet fast alles: Schlanke, lange Röhren direkt unter dem Flügel bedeuten Original (-100/-200), dicke Gondeln mit abgeflachter Unterseite vor dem Flügel bedeuten Classic oder NG, gezackte Hinterkanten an der Gondel bedeuten MAX.
- Classic gegen NG: Die NG hat einen deutlich längeren, neu konstruierten Flügel, ein höheres Seitenleitwerk und meist Winglets. Eine Classic mit Winglets ist die Ausnahme.
- Der Heckkonus verrät die MAX: Bei Classic und NG endet das Heck stumpf mit der APU-Öffnung, bei der MAX läuft es länger und spitzer aus.
- Winglets allein reichen nicht: NGs mit nachgerüsteten Split-Scimitar-Winglets sehen auf den ersten Blick ähnlich aus wie eine MAX. Prüf immer zusätzlich Triebwerk und Heck.
- Notausgänge zählen hilft bei der Variante: Zusätzliche Türen hinter dem Flügel kennzeichnen etwa die 737-900ER, die MAX 9 und die 737-8-200.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die kurze Antwort
- 2.Die vier Generationen im Überblick
- 3.Merkmal 1: Die Triebwerksgondel
- 4.Merkmal 2: Flügel und Flügelspitzen
- 5.Merkmal 3: Leitwerk und Heckkonus
- 6.Merkmal 4: Cockpitfenster und Nase
- 7.Merkmal 5: Fahrwerk
- 8.Innerhalb der Generation: die Variante bestimmen
- 9.Wo du welche Generation siehst
- 10.Typische Verwechslungen
- 11.Fazit
Kurz vor dem Aufsetzen schiebt sich eine 737 ins Bild – aber welche? Kaum ein Verkehrsflugzeug ist so lange in Produktion wie Boeings Kurzstrecken-Bestseller, und kaum eines sieht über die Jahrzehnte so ähnlich aus. Rumpfquerschnitt, Nase und Grundform sind seit 1967 im Kern dieselben. Trotzdem kannst du die Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX zuverlässig unterscheiden, wenn du weißt, wohin du schauen musst. Dieser Guide zeigt dir die Merkmale, die vom Zaun aus funktionieren: Triebwerksgondel, Flügelspitze, Leitwerk, Heckkonus und Türen.
Jede 737 sauber in deinem Hangar
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Die kurze Antwort
Schau zuerst auf das Triebwerk, dann auf die Flügelspitze, zuletzt aufs Heck. Schlanke, lange Triebwerksröhren direkt unter dem Flügel gehören zur Original-Generation. Dicke Gondeln mit abgeflachter Unterseite, die vor dem Flügel sitzen, haben Classic und NG. Hat die Gondel an der Hinterkante eine gezackte Kante und läuft das Heck lang und spitz aus, ist es eine MAX. Classic und NG trennst du am Flügel: Die NG hat eine deutlich größere Spannweite, ein höheres Seitenleitwerk und meistens Winglets.
Die vier Generationen im Überblick
Bevor es an die Details geht, hilft ein Blick auf die Zeitachse. Jede Generation brachte neue Triebwerke, und genau die prägen das Erscheinungsbild am stärksten.
- Original (737-100 und -200): Die 737-100 flog am 9. April 1967 zum ersten Mal, Erstkunde war Lufthansa. Gebaut wurden nur 30 Exemplare. Die verlängerte 737-200 wurde zum eigentlichen Erfolg und blieb bis 1988 in Produktion. Angetrieben werden beide von Pratt & Whitney JT8D – schlanke Triebwerke mit niedrigem Nebenstromverhältnis.
- Classic (737-300, -400, -500): Mit der 737-300, Erstflug im Februar 1984, wechselte Boeing auf das CFM56-3. Es folgten die gestreckte 737-400 und die kurze 737-500. Die letzten Classics wurden im Jahr 2000 ausgeliefert, insgesamt knapp 2.000 Stück.
- Next Generation (737-600 bis -900ER): Die NG kam Ende der Neunziger mit neuem Flügel und CFM56-7-Triebwerken. Die 737-700 flog im Februar 1997 zuerst, die 737-800 folgte im Juli 1997 – Erstkunde der -800 war übrigens die deutsche Hapag-Lloyd. Dazu kommen die kleine 737-600, die 737-900 und die 737-900ER. Passagier-NGs wurden bis Anfang 2020 ausgeliefert.
- MAX (MAX 7, 8, 9, 10 und 8-200): Die MAX flog am 29. Januar 2016 erstmals und ging im Mai 2017 in den Liniendienst. Sie trägt das CFM LEAP-1B. Nach zwei Abstürzen wurde die Flotte im März 2019 weltweit gegroundet; die US-Luftfahrtbehörde FAA hob das Flugverbot im November 2020 auf, die EASA Anfang 2021. Die MAX 8 ist die mit Abstand häufigste Variante, daneben gibt es MAX 7, MAX 9, MAX 10 und die 737-8-200.
Wer tiefer in die Hintergründe des Herstellers einsteigen will, findet im Steckbrief zu Boeing die Einordnung der 737 ins gesamte Programm.
Merkmal 1: Die Triebwerksgondel
Kein Merkmal trennt die Generationen so klar wie das Triebwerk. Die 737 steht von Haus aus sehr tief über dem Boden – ursprünglich, damit Gepäck und Treppen auch an kleinen Flughäfen ohne viel Gerät funktionieren. Jede neue Triebwerksgeneration musste deshalb irgendwie unter den Flügel gequetscht werden, und genau das sieht man.
Original: Die JT8D-Triebwerke sind lange, schlanke Röhren, die fast über die gesamte Flügeltiefe reichen und direkt unter dem Flügel hängen. Von der Seite wirken sie wie Zigarren, die nach hinten über die Flügelhinterkante hinausragen. Ein Schubumkehrer am Ende der Röhre ist typisch.
Classic und NG: Die CFM56-Triebwerke haben einen viel größeren Fan. Damit sie überhaupt passen, sitzen sie vor dem Flügel statt darunter, und Boeing hat das Zubehörgetriebe von der Unterseite an die Seite verlegt. Das Ergebnis ist der berühmte abgeflachte Lufteinlauf, unter Spottern gern „Hamsterbacke“ genannt. Die Gondel der NG (CFM56-7) ist etwas länger und wirkt kräftiger als die der Classic (CFM56-3), aber im Vorbeirollen ist das ohne Übung schwer zu sehen.
MAX: Der LEAP-1B hat mit rund 1,76 Metern einen deutlich größeren Fan als das CFM56-7 der NG mit etwa 1,55 Metern. Die Gondel sitzt dafür noch weiter vorn und höher am Flügel, und Boeing hat das Bugfahrwerk um etwa 20 Zentimeter verlängert, um die Bodenfreiheit zu halten. Das sicherste Erkennungszeichen sind aber die Chevrons: Die Hinterkante der Gondel ist gezackt wie ein Sägeblatt – eine Lärmschutzmaßnahme, die du auch von der Boeing 787 kennst.
| Generation | Triebwerk | Gondelform | Position zum Flügel |
|---|---|---|---|
| Original (-100/-200) | Pratt & Whitney JT8D | lang, schlank, rund | direkt unter dem Flügel, reicht weit nach hinten |
| Classic (-300/-400/-500) | CFM56-3 | dick, unten abgeflacht | vor dem Flügel |
| NG (-600 bis -900ER) | CFM56-7 | dick, unten abgeflacht, etwas länger | vor dem Flügel |
| MAX | CFM LEAP-1B | größer, mit gezackter Hinterkante | weiter vorn und höher |
Wie du Triebwerke generell auseinanderhältst, zeigt der Guide Triebwerke erkennen. Zum Hersteller der CFM56- und LEAP-Familie findest du mehr bei CFM International.
Von hinten klappt es am besten
Die Chevrons der MAX siehst du am deutlichsten, wenn die Maschine nach dem Start von dir wegfliegt oder auf dem Rollweg an dir vorbeigezogen ist. Im Gegenlicht zeichnet sich die Zackenkante oft noch als Silhouette ab.
Merkmal 2: Flügel und Flügelspitzen
Der Flügel trennt vor allem Classic und NG. Für die Next Generation hat Boeing den Flügel neu konstruiert: Er ist rund 4,9 Meter breiter, hat etwa ein Viertel mehr Fläche und ein dünneres Profil mit größerer Flügeltiefe. Im Vergleich wirkt die Classic dadurch gedrungen und kurzflüglig, die NG dagegen gestreckt.
Bei den Flügelspitzen gibt es vier Bilder, die du kennen solltest:
- Ohne Winglets: Typisch für Original und Classic, aber auch für die 737-600 und einige -700 und -800. Ein Flügel ohne Winglet ist also kein sicherer Hinweis auf ein altes Flugzeug.
- Blended Winglets: Große, weich aus dem Flügel nach oben gebogene Winglets. Sie sind bei der NG weit verbreitet und wurden von Aviation Partners Boeing auch für die Classic-Muster -300 und -500 als Nachrüstung angeboten. Eine Classic mit Winglets bleibt trotzdem eine Seltenheit.
- Split Scimitar: Ab 2014 für NG-Varianten angeboten. Das Blended Winglet bekommt eine scharf geschnittene Spitze und einen zusätzlichen, nach unten zeigenden Sporn.
- MAX-Winglet: Die MAX trägt ein eigenes Advanced-Technology-Winglet mit einem Teil nach oben und einem nach unten. Es ist straffer gezeichnet als die nachgerüstete Lösung der NG, ähnelt ihr aber.
Genau an diesem Punkt passieren die meisten Verwechslungen: Eine NG mit Split Scimitar und eine MAX sehen von unten auf den ersten Blick sehr ähnlich aus. Verlass dich deshalb nie allein auf die Flügelspitze. Mehr zu den Formen steht im Guide Winglets, Sharklets, Split Scimitar und Raked Wingtips.
Die seltene 737 nicht verpassen
Planetrack benachrichtigt dich, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist – auch die letzte Classic in deiner Gegend. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Merkmal 3: Leitwerk und Heckkonus
Das Heck ist das zweitbeste Merkmal nach dem Triebwerk – und es hilft genau dort, wo die Winglets in die Irre führen.
Seitenleitwerk: Bei der Classic hat Boeing das Seitenleitwerk mit einer Rückenflosse am Übergang zum Rumpf überarbeitet. Für die NG wurde es erneut umgestaltet und ist sichtbar höher. Stehen eine Classic und eine NG nebeneinander am Gate, fällt dir der Höhenunterschied sofort auf; einzeln braucht es etwas Übung.
Heckkonus: Bei Original, Classic und NG endet der Rumpf hinten relativ stumpf, mit der deutlich sichtbaren Austrittsöffnung des Hilfstriebwerks (APU). Bei der MAX hat Boeing den Heckkonus neu geformt: Er läuft länger aus und endet spitzer. Wer einmal eine NG und eine MAX hintereinander auf dem Rollweg gesehen hat, erkennt den Unterschied danach fast im Vorbeigehen.
Spricht für eine MAX
- gezackte Hinterkante an der Triebwerksgondel
- lang und spitz auslaufender Heckkonus
- größere, weiter vorn sitzende Gondel
- Winglet mit oberem und unterem Teil, straff gezeichnet
Spricht für eine NG
- glatte Hinterkante der Gondel ohne Zacken
- stumpfes Heckende mit APU-Öffnung
- Blended Winglet, ggf. mit nachgerüstetem Split Scimitar
- oft noch Augenbrauenfenster über dem Cockpit (bei älteren Exemplaren)
Merkmal 4: Cockpitfenster und Nase
Die Nase der 737 hat sich über alle Generationen kaum verändert – das macht sie zum sicheren Merkmal gegenüber Airbus, aber nicht zwischen den Generationen. Ein Detail hilft trotzdem: die sogenannten Augenbrauenfenster, kleine Zusatzfenster oberhalb der Hauptscheiben. Original und Classic haben sie in aller Regel. Bei der NG wurden sie im Laufe der Produktion weggelassen, bei vielen älteren Maschinen sind sie verblecht oder noch vorhanden. Die MAX hat sie nicht. Fehlen die Fenster, schließt das also nur Original und Classic weitgehend aus; sind sie da, spricht viel gegen eine MAX.
Wie du allgemein an Nase und Fenstern auf einen Typ schließt, erklärt der Guide Flugzeugtypen an Nase und Cockpitfenstern erkennen.
Merkmal 5: Fahrwerk
Allen 737-Generationen gemeinsam ist das Hauptfahrwerk ohne Abdeckung im eingefahrenen Zustand: Wenn eine 737 über dich hinwegfliegt, siehst du die Radnaben im Rumpfbauch. Das unterscheidet sie sofort von der A320-Familie.
Zwischen den Generationen fallen zwei Details auf. Die MAX steht vorn etwas höher, weil das Bugfahrwerk verlängert wurde – bei geparkten Maschinen wirkt die Nase leicht angehoben. Und die MAX 10 hat als einzige Variante ein spezielles, teleskopierbares Hauptfahrwerk, das sich beim Start verlängert, damit der lange Rumpf beim Rotieren nicht aufsetzt. Bei den Originals kannst du außerdem auf eine Spezialität achten: Manche 737-200 wurden mit einem Kit für unbefestigte Pisten ausgerüstet, erkennbar an einem Abweiser am Bugfahrwerk. Diese Maschinen flogen etwa in der kanadischen Arktis, zum Beispiel bei First Air und Canadian North, oder in Alaska. Mehr dazu im Guide Fahrwerkskonfigurationen als Erkennungsmerkmal.
1. Triebwerk ansehen
Schlanke Röhre unter dem Flügel: Original. Dicke Gondel mit flacher Unterseite: Classic, NG oder MAX. Gezackte Hinterkante: MAX.
2. Heck prüfen
Spitz und lang auslaufend: MAX. Stumpf mit APU-Öffnung: Classic oder NG.
3. Flügel und Leitwerk vergleichen
Kurzer Flügel, niedrigeres Leitwerk, meist keine Winglets: Classic. Langer Flügel, hohes Leitwerk, oft Winglets: NG.
4. Variante über Länge und Türen bestimmen
Zähl die Fenster vor und hinter dem Flügel und achte auf zusätzliche Notausgänge hinter den Overwing-Exits.
Innerhalb der Generation: die Variante bestimmen
Steht die Generation fest, geht es an die Länge. Hier hilft es, die Proportionen zu lesen: Wie lang ist der Rumpf vor dem Flügel im Vergleich zum Teil dahinter?
- Classic: Die -500 ist die kurze, etwa 31 Meter lang und damit ungefähr so lang wie die alte -200. Die -300 misst rund 33,4 Meter, die -400 ist rund drei Meter länger und hat zum Schutz gegen Heckaufsetzer einen Hecksporn.
- NG: Die -600 ist die Kürzeste und trug ab Werk keine Winglets. Die -700 ist die kompakte Standardversion, die -800 die mit Abstand häufigste NG. Die -900 und -900ER sind noch länger; die -900ER hat ein zusätzliches Paar Notausgänge hinter dem Flügel, das Airlines bei niedriger Bestuhlung allerdings deaktivieren können.
- MAX: Die MAX 7 ist knapp zwei Meter länger als die -700 und hat zwei Overwing-Exits pro Seite statt einem. Die MAX 8 entspricht der -800. Die 737-8-200 ist eine MAX 8 mit einem zusätzlichen Türpaar hinter dem Flügel. Die MAX 9 entspricht in der Länge etwa der -900ER, die MAX 10 ist die längste 737 überhaupt.
Die zusätzliche Tür hinter dem Flügel ist bei der MAX 9 übrigens ein bekanntes Thema: Viele Betreiber haben sie durch einen Türstopfen ersetzt, der von außen aber noch als Türkontur erkennbar ist. Abgeleitete Versionen wie Frachtumbauten der 737-800BCF oder der 737-300SF/-400SF erkennst du an der großen Frachttür auf der linken Rumpfseite und an den fehlenden Fenstern. Wie du Frachter allgemein zuordnest, zeigt Frachtflugzeuge erkennen.
| Merkmal | Original | Classic | NG | MAX |
|---|---|---|---|---|
| Triebwerk | JT8D, schlank | CFM56-3, flache Unterseite | CFM56-7, flache Unterseite | LEAP-1B mit Chevrons |
| Winglets | keine | selten, nachgerüstet | häufig (Blended, Split Scimitar) | immer (AT-Winglet) |
| Seitenleitwerk | niedrig | mit Rückenflosse, niedrig | deutlich höher | wie NG |
| Heckende | stumpf | stumpf | stumpf | lang und spitz |
| Augenbrauenfenster | ja | ja | anfangs ja, später entfallen | nein |
| Produktionszeit | 1967–1988 | 1984–2000 | 1997–2020 (Passagierversionen) | seit 2016 |
Wo du welche Generation siehst
In Deutschland, Österreich und der Schweiz begegnen dir vor allem NG und MAX. Ryanair fliegt eine reine 737-Flotte aus -800 und 737-8-200, viele davon siehst du etwa am Flughafen Frankfurt-Hahn. TUIfly setzt auf -800 und MAX 8, ähnlich wie SunExpress, Corendon Airlines, Smartwings oder Norwegian. Bei Transavia siehst du überwiegend noch die NG-Familie. Ihre Flottenzusammensetzung ändert sich laufend; wer welche Variante gerade einsetzt, prüfst du am besten im jeweiligen Airline-Steckbrief und auf aktuellen Flottenlisten (Stand Oktober 2026).
Classic-Maschinen sind in Europa heute vor allem als Frachter unterwegs, oft nachts. Eine 737-200 im Passagierdienst siehst du praktisch nur noch auf Reisen in entlegene Regionen, etwa in Nordkanada oder Lateinamerika. Wenn du eine solche Maschine erwischst, gehört sie ganz klar zu den Highlights – wie du die Seltenheit einordnest, erklärt Wie selten ist meine Sichtung?.
Gute Stellen, um 737s in Ruhe im Vergleich zu sehen, sind Spots mit Blick auf Rollwege, an denen die Maschinen langsam vorbeiziehen: etwa der Affenfelsen in Hamburg oder die Besucherterrasse Düsseldorf. Dort hast du genug Zeit, Triebwerk, Flügelspitze und Heck nacheinander abzuhaken.
Typische Verwechslungen
- NG mit Split Scimitar wird zur MAX: Der häufigste Fehler. Immer die Gondelhinterkante und das Heck prüfen.
- NG ohne Winglets wird zur Classic: Eine -700 oder -800 ohne Winglets wirkt älter, hat aber den langen NG-Flügel und das höhere Leitwerk.
- Classic mit Winglets wird zur NG: Selten, aber es gibt sie. Achte auf den kürzeren Flügel und das niedrigere Leitwerk.
- MAX 9 wird zur -900ER: Beide haben eine ähnliche Länge und eine zusätzliche Tür hinter dem Flügel. Hier entscheiden wieder Triebwerk und Heck.
- BBJ und Militärversionen: Geschäftsreise-Ableger wie die Boeing Business Jets oder der Seeaufklärer P-8 Poseidon basieren auf der NG und tragen teilweise abweichende Flügelspitzen. Mehr zu Aufklärern steht im Guide AWACS, Seeaufklärer und Aufklärungsflugzeuge.
Im Zweifel hilft das Kennzeichen weiter: Über die Registrierung findest du Baujahr und genaue Variante heraus. Wie das funktioniert, erklären Flugzeugkennzeichen verstehen und Wie alt ist dieses Flugzeug?.
Kannst du die 737-Generation sicher bestimmen?
- Ich erkenne schlanke JT8D-Röhren gegenüber den abgeflachten CFM56-Gondeln.
- Ich achte auf die gezackte Hinterkante der MAX-Triebwerke.
- Ich unterscheide das stumpfe Heck von Classic und NG vom spitzen MAX-Heck.
- Ich lasse mich von Winglets allein nicht in die Irre führen.
- Ich zähle Notausgänge hinter dem Flügel, um die Variante einzugrenzen.
Deine 737-Sammlung, sauber dokumentiert
Halte jede Sichtung mit Kennzeichen und Typ in deinem Hangar fest, setz fehlende Varianten auf die Wunschliste und tausch dich in der Community über knifflige Bestimmungen aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Die 737 sieht seit fast sechs Jahrzehnten vertraut aus, doch jede Generation hat ihre eigene Handschrift. Das Triebwerk sortiert grob vor: schlanke Röhren für die Originals, abgeflachte Gondeln für Classic und NG, Zackenkante für die MAX. Das Heck bestätigt die MAX, Flügel und Leitwerk trennen Classic von NG. Die Variante grenzt du am Ende über Länge und Türen ein. Wer diese Reihenfolge verinnerlicht, braucht am Zaun nur wenige Sekunden pro Maschine. Wenn du Boeing und Airbus generell noch verwechselst, starte mit Airbus oder Boeing unterscheiden und dem Einsteiger-Guide Flugzeugtypen erkennen.
Kurzfazit
Erst das Triebwerk, dann das Heck, dann Flügel und Leitwerk: Gezackte Gondel und spitzes Heck bedeuten MAX, langer Flügel und hohes Leitwerk NG, kurzer Flügel ohne Winglets Classic, schlanke Röhren unter dem Flügel Original. Winglets allein sind nie ein Beweis.
Zusammenfassung
- Die 737 gibt es seit 1967 in vier Generationen: Original (-100/-200), Classic (-300/-400/-500), Next Generation (-600 bis -900ER) und MAX (MAX 7, 8, 9, 10 und 8-200).
- Die Triebwerksgondel ist das schnellste Unterscheidungsmerkmal, danach folgen Flügelspitze, Seitenleitwerk und Heckkonus.
- Innerhalb einer Generation bestimmst du die Variante über Rumpflänge, Fensterzahl vor und hinter dem Flügel sowie die Anordnung der Notausgänge.
- In Europa begegnen dir heute vor allem NG und MAX; Classic-Maschinen fliegen überwiegend noch als Frachter, Originals sind nur noch vereinzelt unterwegs.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich eine Boeing 737 MAX am schnellsten?
An den Triebwerken: Die LEAP-1B-Gondeln der MAX haben an der Hinterkante eine gezackte Kante, die sogenannten Chevrons, und sitzen größer und weiter vorn am Flügel. Dazu kommt der verlängerte, spitz zulaufende Heckkonus. Wer beides sieht, hat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine MAX vor sich.
Was ist der Unterschied zwischen 737 Classic und 737 NG?
Die Next Generation hat einen komplett neu konstruierten Flügel mit rund 4,9 Metern mehr Spannweite und etwa 25 Prozent mehr Fläche, ein höheres Seitenleitwerk und CFM56-7-Triebwerke. Die Classic wirkt dagegen gedrungener, hat einen kürzeren Flügel und fliegt meist ohne Winglets. Beide Generationen haben die typische abgeflachte Triebwerksunterseite.
Haben alle 737 NG Winglets?
Nein. Viele NGs fliegen mit Blended Winglets oder den später angebotenen Split-Scimitar-Winglets, aber nicht alle. Die kleine 737-600 wurde ohne Winglets ausgeliefert, und auch bei -700 und -800 gibt es Exemplare ohne. Winglets sind deshalb ein Hinweis, aber kein Beweis für eine bestimmte Generation.
Warum ist die Unterseite der 737-Triebwerke flach?
Weil die 737 von Anfang an sehr tief über dem Boden steht. Als Boeing für die Classic größere Mantelstromtriebwerke einbaute, wurde das Zubehörgetriebe von der Unterseite an die Seite verlegt und der Einlauf unten abgeflacht, damit die Gondel genug Bodenfreiheit behält. Spotter nennen diese Form gern Hamsterbacke.
Was ist eine Boeing 737-8-200?
Eine Variante der MAX 8 mit zusätzlichem Paar Notausgängen hinter dem Flügel, die dadurch mehr Sitze zulässt. Bekanntester Betreiber in Europa ist Ryanair, die die Maschinen unter dem Namen Gamechanger vermarktet. Von außen erkennst du sie an der zusätzlichen Tür hinter den Overwing-Exits.
Fliegen noch 737-200 im Linienverkehr?
Nur noch sehr vereinzelt, etwa bei kleinen Airlines in abgelegenen Regionen oder als Frachter. In Mitteleuropa ist eine 737-200 eine echte Seltenheit. Die meisten verbliebenen Exemplare findest du in Nordamerika, Afrika und Lateinamerika – teils mit Schotterpisten-Ausrüstung.
Kann ich eine 737 von einem Airbus A320 unterscheiden?
Ja, recht einfach: Die 737 hat eine spitzere Nase, freiliegende Hauptfahrwerksräder ohne Abdeckung im eingefahrenen Zustand und bei Classic, NG und MAX die abgeflachte Triebwerksunterseite. Der A320 hat runde Gondeln, eine stumpfere Nase und vollständig verkleidete Fahrwerksschächte.
Nachschlagen statt raten
In der Flugzeugtypen-Datenbank findest du zu jedem Flugzeugtyp eine eigene Seite mit Steckbrief, Erkennungsmerkmalen und Spotting-Hinweisen – nach Herstellern sortiert.
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Flughäfen & Hersteller dazu
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Boeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerCFM International
Das Gemeinschaftsunternehmen von GE Aerospace und Safran baut die Triebwerke, die du beim Spotten am häufigsten siehst: das CFM56 für die klassische A320-Familie, die 737 Classic und NG sowie das LEAP für A320neo, 737 MAX und C919. Jede Boeing 737 seit der -300 fliegt mit CFM.
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