Das Wichtigste in Kürze
- Transaero ist eine historische russische Airline: gegründet 1990, erster Flug 1991, Flugbetrieb Ende Oktober 2015 eingestellt.
- Codes: IATA UN, ICAO TSO, Rufzeichen „TRANSOVIET“.
- Russlands Nummer zwei: Nach Fluggästen lag Transaero zuletzt direkt hinter Aeroflot und war die größte private Airline des Landes.
- Jumbo-Pionier: 2005 flog Transaero als erste russische Passagier-Airline die Boeing 747, später kamen bis zu zwölf gebrauchte 747-400 von Japan Airlines dazu.
- Schulden statt Rettung: Ein Übernahmeangebot von Aeroflot scheiterte im Oktober 2015, kurz darauf verlor Transaero ihr Zertifikat.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Transaero im Überblick
- 2.Die Geschichte in Etappen
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Die Flotte: Boeing statt Tupolew
- 5.Russlands Jumbo-Airline
- 6.Bestellungen, die nie kamen
- 7.Transaero in Deutschland und Europa
- 8.Woran du Transaero erkennst
- 9.Das Ende: Konkurs 2015
- 10.Transaero im Spotter-Alltag heute
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | UN |
|---|---|
| ICAO-Code | TSO |
| Rufzeichen | TRANSOVIET |
| Drehkreuze | VKO, LED |
| Status | Historisch – Flugbetrieb Ende Oktober 2015 eingestellt, Luftverkehrszertifikat entzogen, danach Konkursverfahren |
| Gegründet | 28. Dezember 1990 als Aktiengesellschaft, erste private Airline mit Zulassung für Passagierflüge in der Sowjetunion |
| Erster Flug | 5. November 1991, Charterflug von Moskau nach Tel Aviv |
| Geschäftsmodell | Linien- und Charterflüge im In- und Ausland, Schwerpunkt auf Urlaubszielen und Langstrecke |
| Drehkreuze | Moskau-Wnukowo (VKO) und Sankt Petersburg-Pulkowo (LED); Firmensitz lange am Flughafen Domodedowo, zuletzt in Sankt Petersburg |
| Eigentümer | Vor allem Alexander Pleschakow und Olga Pleschakowa, die die Airline über weite Strecken als Generaldirektorin führte |
| Allianz | keine |
| Flotte im August 2015 | 60 Flugzeuge im Einsatz, darunter 9 Boeing 747-400, 10 Boeing 777, 12 Boeing 737-800, Boeing 767 und 3 Tupolew Tu-214 |
| Fluggäste | Rund 12,5 Millionen (2013) und rund 13,2 Millionen (2014) |
| Ende | Aeroflot-Angebot im September 2015, Rückzug am 1./2. Oktober, letzter Flug am 25. Oktober 2015 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Transaero?
- Schriftzug „TRANSAERO“ am Rumpf, das Logo blieb seit der Gründung praktisch unverändert
- Viele Jets mit irischem Kennzeichen EI-, zum Beispiel EI-XLN, EI-RUB oder EI-RUR – nicht mit russischem RA-
- Fast reine Boeing-Flotte: 737, 747, 767 und 777, dazu wenige Tupolew Tu-214
- Flugnummer mit UN, im Flugplan der Flugsicherung TSO bzw. Rufzeichen „TRANSOVIET“
- Zwei 747-400 mit Sonderbemalung, darunter ein Jumbo mit Tigermotiv (EI-XLN)
- Ab 2015 wenige Maschinen in einem neuen Design, etwa die 737-800 EI-RUR
Wer zwischen 2005 und 2015 in Frankfurt, München oder Tegel stand, konnte eine Airline sehen, die viele kaum auf dem Zettel hatten: Transaero, die größte private Fluggesellschaft Russlands. Ihre Boeing 747 und 777 machten sie zu einer der spannendsten Langstrecken-Airlines Osteuropas – bis sie im Oktober 2015 unter einem Schuldenberg zusammenbrach. Diese Seite zeigt dir, wie Transaero entstand, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie in alten Fotos und Logbüchern erkennst.
Dein Archiv, sauber sortiert
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Transaero im Überblick
Transaero war eine russische Fluggesellschaft, die von 1991 bis 2015 flog. Gegründet wurde sie am 28. Dezember 1990, noch in der Sowjetunion – als erste private Airline, die dort eine Zulassung für den Passagierverkehr bekam. Zuletzt lag Transaero nach Fluggästen auf Platz zwei in Russland, direkt hinter Aeroflot. 2013 beförderte sie rund 12,5 Millionen Fluggäste, 2014 rund 13,2 Millionen.
Hinter der Airline standen vor allem Alexander Pleschakow und Olga Pleschakowa, die das Unternehmen über weite Strecken als Generaldirektorin führte. Die Drehkreuze lagen in Moskau-Wnukowo und Sankt Petersburg-Pulkowo, dazu kamen Sotschi und Jekaterinburg als weitere Stützpunkte. Den Firmensitz hatte Transaero lange am Moskauer Flughafen Domodedowo, zuletzt in Sankt Petersburg.
Das Profil war eine Mischung aus Linien- und Charterairline. Transaero flog innerhalb Russlands, in viele Urlaubsländer und auf die Langstrecke bis nach Nordamerika und Asien. Einer Allianz gehörte sie nie an.
Die Geschichte in Etappen
Transaero begann klein: mit Charterflügen in gemieteten Aeroflot-Flugzeugen. Der erste Flug ging am 5. November 1991 von Moskau nach Tel Aviv. Schon im Juli 1992 übernahm die Airline ihr erstes eigenes Flugzeug, eine Iljuschin Il-86. Danach setzte Transaero konsequent auf westliche Technik – zu einer Zeit, in der die meisten russischen Airlines noch sowjetische Typen flogen.
1990/1991
Gründung als Aktiengesellschaft am 28. Dezember 1990, erster Charterflug Moskau–Tel Aviv am 5. November 1991.
1993/1994
Mit einer Boeing 737-200 kommt das erste westliche Flugzeug in die Flotte, 1994 folgt die erste Boeing 757-200.
1995–1998
1995 startet ein eigenes Vielfliegerprogramm, 1997 als erste russische Airline mit Wartungszulassung der US-Behörde FAA, ab Dezember 1998 Flüge nach London-Gatwick.
2002–2005
Boeing 767 und weitere 737 kommen dazu, 2005 fliegt Transaero als erste russische Passagier-Airline die Boeing 747.
2007–2012
Die 747-200 werden durch 747-400 ersetzt, später kommen gebrauchte Jumbos von Japan Airlines und Boeing 777 aus Singapur dazu. Bestellungen für A380, 787 und 747-8 folgen.
2015
Schulden, Rubelkrise und ein geplatzter Rettungsdeal mit Aeroflot: Ende Oktober endet der Flugbetrieb.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code UN: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln – auch beim letzten Flug UN160.
- ICAO-Code TSO: verwendete die Flugsicherung im Flugplan.
- Rufzeichen TRANSOVIET: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Der IATA-Code UN hat übrigens nichts mit den Vereinten Nationen zu tun – IATA-Codes sind reine Airline-Kennungen. Das Rufzeichen „TRANSOVIET“ dagegen erinnert bis zuletzt an die Gründungszeit, als die Sowjetunion noch existierte.
Alte Fotos richtig beschriften
Notiere bei Transaero-Fotos immer das Kennzeichen und den genauen Typ. Viele Maschinen flogen vorher oder nachher bei anderen Airlines – über das Kennzeichen kannst du ihren Lebenslauf verfolgen. Wie das geht, zeigt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?.
Die Flotte: Boeing statt Tupolew
Kaum eine russische Airline hat so früh und so vollständig auf Boeing gesetzt. Fast alle Jets waren gebraucht und geleast – das machte die Flotte schnell und günstig wachstumsfähig, band die Airline aber an Leasingraten in Devisen.
Im August 2015, kurz vor dem Ende, waren 60 Flugzeuge im Einsatz:
| Typ | Anzahl (August 2015) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 747-400 | 9 | Langstrecke und dichte Urlaubsstrecken | Teils ex Japan Airlines, die Paradetypen der Airline |
| Boeing 777-200ER | 6 (einer inaktiv) | Langstrecke | Ab 2012 auch nach Los Angeles |
| Boeing 777-300 | 4 | Langstrecke | Gebraucht von Singapore Airlines, kein ER |
| Boeing 767-300ER | 8 | Mittel- und Langstrecke | Gängiger Typ auf Urlaubsstrecken |
| Boeing 767-200ER | 2 | Mittel- und Langstrecke | Flog den allerletzten Transaero-Flug |
| Boeing 737-800 | 12 | Kurz- und Mittelstrecke | Jüngste 737 der Flotte |
| Boeing 737-300, 737-400 und 737-500 | mehrere | Kurz- und Mittelstrecke | Ältere Generation, zum Ausmustern vorgesehen |
| Tupolew Tu-214 | 3 | Kurz- und Mittelstrecke | Russischer Jettyp in der Passagierflotte |
Die genauen Zahlen für die 737 Classic unterscheiden sich je nach Quelle und Stichtag, deshalb stehen sie hier ohne feste Zahl. Insgesamt war die Flotte in ihren besten Jahren deutlich größer: 2013 betrieb Transaero 98 Flugzeuge.
In der Geschichte der Airline tauchen außerdem Boeing 737-200, 737-500, 737-700, 757-200 und die Boeing 747-200 auf. Die drei Tu-214 aus der Familie der Tupolew Tu-204 stammten aus einem Vertrag von 2003 über zehn Flugzeuge; Hersteller ist Tupolew. Im Juli 2015 kam noch der erste Airbus A321 in die Flotte – zu spät, um im Netz eine Rolle zu spielen.
Ex-Transaero-Jumbos aufspüren
Setz Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn die Maschine heute im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Russlands Jumbo-Airline
Die Boeing 747 war das Aushängeschild von Transaero. 2005 kam der erste Jumbo, eine geleaste 747-200 aus dem Bestand von Virgin Atlantic – damit flog erstmals eine russische Passagier-Airline die 747. Ab 2007 ersetzte Transaero die 747-200 durch gebrauchte 747-400, ab 2010 kamen bis zu zwölf ehemalige Jumbos von Japan Airlines dazu.
Die großen Jets flog Transaero nicht nur auf der Langstrecke. Typisch war ihr Einsatz auf stark nachgefragten Urlaubs- und Inlandsstrecken, wo viele Sitze pro Flug wichtiger waren als Reichweite. Ab 2014 bediente Transaero mit der 747-400 auch Miami.
Die Boeing 777 ergänzte die Jumbos. 2011 übernahm Transaero vier gebrauchte 777-300 von Singapore Airlines, dazu kamen 777-200ER. Wer alte Fotos sortiert, sollte bei der 777-300 genau hinschauen: Es ist die frühe Version ohne ER, erkennbar unter anderem an den kleineren Triebwerken und den fehlenden schrägen Flügelspitzen der 777-300ER.
Varianten sicher bestimmen
Zwischen 747-200 und 747-400 unterscheidest du am schnellsten an den Winglets, die die Passagierversion der -400 in aller Regel trägt – der 747-200 fehlen sie immer. Alle Merkmale der Jumbo-Familie erklärt der Guide Boeing 747-100 bis 747-8 erkennen.
Bestellungen, die nie kamen
Auf dem Papier plante Transaero um 2011/2012 den großen Sprung. Die Airline bestellte vier Airbus A380, vier Boeing 787 und vier Boeing 747-8, dazu Airbus-Schmalrumpfjets und den Suchoi Superjet 100. Keiner dieser Neubau-Langstreckenjets flog jemals für Transaero. Die ersten A380 sollten 2015 kommen, doch Transaero bat Airbus noch vorher, die Auslieferung zu verschieben.
Am spannendsten ist das Schicksal der 747-8. Zwei der nicht ausgelieferten Flugzeuge kaufte die US Air Force. Sie werden zu den neuen Präsidentenmaschinen Boeing VC-25B umgebaut, den Nachfolgern der VC-25A. Die Grundlage dafür ist die Boeing 747-8 – ursprünglich gebaut für eine russische Privat-Airline.
Transaero in Deutschland und Europa
Für deutsche Spotter war Transaero vor allem an den großen Flughäfen zu sehen. Im Linienverkehr flog die Airline nach Berlin-Tegel, Frankfurt und München. Im Winter kamen saisonale Flüge nach Friedrichshafen dazu, in Österreich nach Salzburg und Innsbruck.
Seit Dezember 1998 flog Transaero außerdem nach London-Gatwick. Und das Ziel des allerersten Flugs blieb bis zum Schluss im Netz: Tel Aviv gehörte zu den Strecken, die Transaero nach der Ankündigung des Aus noch bis Mitte Oktober 2015 bediente.
Wer damals fotografiert hat, findet Transaero-Maschinen in Frankfurt etwa von der Aussichtsplattform Zeppelinheim oder in München vom Besucherhügel aus auf der Speicherkarte. Heute landen dort keine russischen Airlines mehr – seit 2022 dürfen sie wegen der Sanktionen nicht mehr in der EU landen.
Woran du Transaero erkennst
Die Bemalung von Transaero war über Jahrzehnte erstaunlich beständig: Das Logo blieb seit der Gründung praktisch unverändert, am Rumpf stand der Schriftzug „TRANSAERO“. Erst 2015 plante die Airline einen Wechsel zu einem neuen Design. Eine Boeing 737-800 mit dem Kennzeichen EI-RUR zeigte es als erstes Flugzeug, der im Juli 2015 übernommene A321 als zweites. Zu einer Umlackierung der Flotte kam es nicht mehr.
Ein wichtiges Merkmal ist das Kennzeichen. Viele Transaero-Jets waren nicht in Russland, sondern in Irland registriert und trugen deshalb ein EI- am Heck, zum Beispiel EI-XLN oder EI-RUB. Das war bei russischen Airlines mit geleasten Westjets verbreitet. Wie die Präfixe aufgebaut sind, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Zwei Boeing 747-400 trugen Sonderbemalungen. Eine davon, die EI-XLN, zeigte ein Tigermotiv und gehört zu den bekanntesten Transaero-Fotos überhaupt.
Zeigt dein altes Foto wirklich Transaero?
- Schriftzug „TRANSAERO“ am Rumpf
- Irisches Kennzeichen mit EI- am Heck
- Typ aus Boeing 737, 747, 767, 777 oder Tu-214
- Aufnahme aus der Zeit vor November 2015
- Ort wie Moskau, Sankt Petersburg, Frankfurt, München, Tegel oder ein Urlaubsflughafen
- Flugnummer mit UN oder Rufzeichen TSO in alten Trackerdaten
Das Ende: Konkurs 2015
Transaero wuchs vor allem auf Pump. Ende 2014 stand die Airline kurz vor der Zahlungsunfähigkeit, im März 2015 lagen die Schulden umgerechnet bei rund 1,1 Milliarden Euro. Der Kursverfall des Rubels machte die in Devisen fälligen Leasingraten immer teurer, gleichzeitig ging die Nachfrage nach Auslandsreisen zurück.
3. September 2015
Aeroflot bietet an, 75 Prozent plus eine Aktie für einen symbolischen Rubel zu übernehmen, und übernimmt wenig später die operative Kontrolle.
1./2. Oktober 2015
Aeroflot zieht das Angebot zurück. Transaero kündigt an, den Betrieb bis zum 15. Dezember einzustellen, und stoppt den Ticketverkauf.
Oktober 2015
Ein Einstieg von S7 Airlines scheitert. Die Behörden leiten den Entzug des Zertifikats ein und begründen ihn mit der Schuldenlage.
25./26. Oktober 2015
Flug UN160 mit einer 767-200ER landet aus Magadan in Wnukowo. Zum 26. Oktober wird das Zertifikat annulliert.
Rund 6.000 Beschäftigte wechselten zu Aeroflot, die auch 34 geleaste Flugzeuge übernahm, davon 20 Langstreckenjets. Was das für die Aeroflot-Gruppe bedeutete, liest du in deren Eintrag. Schon vor dem Aus waren zahlreiche Maschinen zur Abstellung nach Teruel in Spanien überführt worden, darunter sechs der neun 747 und fast die Hälfte der 737. Wie Transaero im Vergleich zu anderen Zusammenbrüchen dasteht, ordnet der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa ein. Eine Parallele findest du bei Air Berlin, die zwei Jahre später ebenfalls an Schulden und dem Rückzug eines Großaktionärs scheiterte.
Spotten heute: nur noch mit Vorgeschichte
Ein Flugzeug in Transaero-Farben im Linienbetrieb wirst du nicht mehr sehen. In Russland gelten zudem strenge Regeln für das Fotografieren an Flughäfen – mehr dazu im Beitrag Fotografierverbote in Russland und Belarus. Fotografiere grundsätzlich nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus.
Transaero im Spotter-Alltag heute
Für dein Logbuch ist Transaero ein Archiv-Thema. Wer zwischen 2005 und 2015 an großen deutschen Flughäfen oder an Urlaubszielen fotografiert hat, hat gute Chancen auf einen Transaero-Jumbo auf der Speicherkarte. Diese Bilder lohnen das nachträgliche Sortieren: Typ, Kennzeichen, Ort und Datum machen aus einem Erinnerungsfoto einen sauberen Logbuch-Eintrag.
Spannend ist die Suche nach dem Verbleib. Weil die meisten Jets geleast waren, verteilten sie sich nach 2015 auf neue Betreiber oder wurden abgestellt und zerlegt. Einen Eindruck davon, wo ausgemusterte Jets landen, gibt der Beitrag zu Flugzeugfriedhöfen. Und wenn du ältere 737 sortierst, hilft dir der Überblick zu den Generationen der Boeing 737.
Russischen Langstreckenverkehr mit großen Boeing-Jets gibt es auch bei Frachtairlines: AirBridgeCargo flog die 747 als Frachter, und Volga-Dnepr Airlines ist für ihre Großraumfrachter bekannt.
Gute Chancen auf Transaero-Spuren, wenn …
- du dein Fotoarchiv aus der Zeit vor November 2015 durchsiehst
- du gezielt nach Kennzeichen früherer Transaero-Flugzeuge suchst
Prüf es genau, wenn …
- ein Foto aus Herbst 2015 stammt – dann kann der Flug schon unter Aeroflot-Regie gelaufen sein
- ein Jet das neue Design von 2015 trägt, das nur wenige Maschinen bekamen
Keine Chance auf Transaero, wenn …
- du heute im Flugplan nach UN-Flugnummern suchst – die Airline fliegt seit Oktober 2015 nicht mehr
Häufige Verwechslungen
- UN für die Vereinten Nationen halten – der IATA-Code gehörte zu Transaero.
- Transaero für eine Aeroflot-Tochter halten – sie war bis zum Schluss eine private Konkurrentin, Aeroflot griff erst im September 2015 ein.
- Die 777-300 als 777-300ER notieren – Transaero flog die frühe Version ohne ER.
- Jede 747-8-Bestellung für eine Auslieferung halten – Transaero hat nie eine 747-8 betrieben.
- EI-Kennzeichen für eine irische Airline halten – viele russische Leasing-Jets waren in Irland registriert.
- Das Gründungsjahr mit dem ersten Flug verwechseln – gegründet wurde 1990, geflogen erst ab November 1991.
Geschichte im eigenen Hangar
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Fazit
Transaero war die Airline, die Russlands Luftfahrt nach dem Ende der Sowjetunion am deutlichsten verwestlicht hat: private Eigentümer, Boeing statt Tupolew und Jumbos auf Urlaubsstrecken. Ein Vierteljahrhundert lang wuchs sie, bis Schulden und Rubelkrise sie 2015 zu Fall brachten. Für Spotter bleibt sie ein lohnendes Archiv-Thema – mit irischen Kennzeichen, seltenen 777-300 und einer Spur, die bis zur Air Force One führt.
Kurzfazit
Transaero (IATA UN, ICAO TSO) flog von 1991 bis 2015 und war zuletzt die Nummer zwei in Russland. Boeing 747 und 777 prägten das Bild, das Kennzeichen – oft mit EI- – macht die Zuordnung alter Fotos eindeutig.
Zusammenfassung
- Transaero begann 1991 mit gemieteten Aeroflot-Flugzeugen und Charterflügen nach Tel Aviv und wurde zur größten Privat-Airline Russlands.
- Die Flotte setzte früh auf westliche Jets: erst Boeing 737 und 757, dann 767, 747 und 777 – oft gebraucht und mit irischem Kennzeichen.
- Hohe Schulden, Rubelverfall und Überkapazitäten brachten 2015 das Aus; Aeroflot zog ihr Angebot zurück, die Behörden entzogen das Zertifikat.
- Für Spotter ist Transaero heute ein Archiv-Thema – und eine Spur zu den 747-8, die als künftige US-Präsidentenmaschinen VC-25B umgebaut werden.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Transaero?
Transaero flog mit dem IATA-Code UN in der Flugnummer und dem ICAO-Code TSO. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit dem Rufzeichen „TRANSOVIET“ – ein Name, der noch an die Gründung in der Sowjetunion erinnert.
Wann wurde Transaero gegründet?
Die Aktiengesellschaft entstand am 28. Dezember 1990, noch zu Zeiten der Sowjetunion. Sie war die erste private Fluggesellschaft, die dort Passagiere im Linienverkehr befördern durfte. Der erste Flug, ein Charter von Moskau nach Tel Aviv, folgte am 5. November 1991.
Warum ging Transaero pleite?
Transaero hatte über Jahre hohe Schulden aufgebaut, vor allem durch geleaste Flugzeuge, die in Devisen bezahlt wurden. Der Kursverfall des Rubels und die schwächere Nachfrage ab 2014 verschärften die Lage. Im September 2015 sollte Aeroflot 75 Prozent der Anteile für einen symbolischen Rubel übernehmen, zog das Angebot aber Anfang Oktober zurück. Ende Oktober 2015 entzog die russische Luftfahrtbehörde das Zertifikat.
Wann war der letzte Flug von Transaero?
Der letzte Flug war Flug 160 mit einer Boeing 767-200ER von Magadan nach Moskau-Wnukowo am 25. Oktober 2015. Das Luftverkehrszertifikat wurde zum 26. Oktober 2015 annulliert. Fluggäste mit Tickets bis Mitte Dezember 2015 wurden von anderen Airlines befördert.
Welche Flugzeuge flog Transaero?
Anfangs eine Iljuschin Il-86 und gemietete Aeroflot-Maschinen, ab 1993 westliche Jets: Boeing 737 in vielen Versionen, 757-200, 767-200 und 767-300, ab 2005 die Boeing 747 und ab 2008 die Boeing 777. Dazu kamen wenige Tupolew Tu-214. Bestellt waren außerdem Airbus A380, Boeing 787 und 747-8, die Transaero nie im Einsatz hatte.
Was haben die Präsidentenflugzeuge der USA mit Transaero zu tun?
Transaero hatte 2011 vier Boeing 747-8 bestellt. Zwei dieser Flugzeuge wurden nach dem Ende der Airline nicht mehr ausgeliefert und gingen an die US Air Force, die sie zu den neuen Präsidentenmaschinen VC-25B umbauen lässt.
Flog Transaero nach Deutschland?
Ja. Im Linienverkehr flog Transaero nach Berlin-Tegel, Frankfurt und München, im Winter kamen saisonale Flüge nach Friedrichshafen dazu. In Österreich waren im Winter Salzburg und Innsbruck im Programm.
Was wurde aus den Flugzeugen von Transaero?
Schon vor dem Ende wurden zahlreiche Maschinen zur Abstellung nach Teruel in Spanien überführt, darunter mehrere 747 und ein großer Teil der 737. Aeroflot übernahm 34 geleaste Flugzeuge, davon 20 Langstreckenjets. Weil die meisten Jets geleast waren, flogen viele danach bei anderen Airlines weiter.
Transaero im Blick behalten
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Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 747-400
Der meistgebaute Jumbo: Woran du die Boeing 747-400 und ihre Frachter erkennst, wie du sie von 747-8 und älteren 747 abgrenzt und wo du sie Stand Oktober 2026 noch erwischst.
FlugzeugtypBoeing 747-200
Mehr Schub, mehr Startgewicht, mehr Reichweite: Die Boeing 747-200 machte den Jumbo ab 1971 zum Langstrecken-Arbeitstier – als Passagierjet, Combi und Frachter. So erkennst du sie und hier begegnet sie dir heute noch.
FlugzeugtypBoeing 747-8
Der letzte Jumbo: Die 747-8 ist die längste und modernste Version der Boeing 747. So erkennst du Passagierversion und Frachter und grenzt sie von der 747-400 ab.
FlugzeugtypBoeing 777-200ER
Die 777-200ER ist die Langstrecken-777 der ersten Generation: kürzer als die 300ER, ohne schräge Flügelspitzen und mit drei möglichen Triebwerken. So erkennst du sie sicher – auch in Wien.
FlugzeugtypBoeing 777-300
Die 777-300 ist die erste gestreckte Triple Seven: 1998 bei Cathay Pacific in Dienst gestellt, nur 60-mal gebaut und heute vor allem in Asien unterwegs. So trennst du sie sicher von der 777-300ER.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypBoeing 767-200/-200ER
Die erste 767 überhaupt: kurz, schlank, zweistrahlig. Die 767-200 und ihre Langstreckenversion -200ER haben ETOPS möglich gemacht und mit dem Gimli Glider Geschichte geschrieben. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter oder in Uniform.
FlugzeugtypBoeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737-500
Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 737-400
Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.
FlugzeugtypTupolew Tu-204/Tu-214
Zwei Triebwerke unter dem Flügel, kleine Winglets, ein langer schlanker Rumpf: Die Tu-204 sieht aus der Ferne aus wie eine Boeing 757. Hier erfährst du, wie du sie sicher bestimmst und warum die Tu-214 unter Sanktionen ein Comeback erlebt.
FlugzeugtypIljuschin Il-86
Der erste Großraumjet der Sowjetunion: Bei der Il-86 stiegen die Passagiere über eingebaute Treppen ins Unterdeck ein und trugen ihr Gepäck selbst an Bord. So erkennst du den seltenen Vierstrahler – und hier stehen die letzten Exemplare.
FlugzeugtypBoeing VC-25B
Zwei ehemals für Russland gebaute Jumbos, ein Festpreisvertrag über 3,9 Milliarden Dollar und Jahre an Verzug: Die Boeing VC-25B soll die alte Air Force One ablösen. Hier liest du, wo das Programm im Oktober 2026 steht, welche Lackierung kommt und woran du die neue Präsidentenmaschine erkennst.
Weitere Airlines
Aeroflot
Russlands nationale Airline mit Drehkreuz Moskau-Scheremetjewo: einst die größte Fluggesellschaft der Welt, heute mit Airbus- und Boeing-Flotte unter Sanktionen und seit 2022 aus dem EU-Luftraum verbannt.
FrachtAirBridgeCargo
Russlands größte Frachtairline flog bis 2022 mit Boeing-747-Frachtern zwischen Asien, Russland, Europa und den USA – mit Stationen wie Frankfurt, Amsterdam und Leipzig. Seit März 2022 ruht der Flugbetrieb.
FrachtVolga-Dnepr Airlines
Die russische Schwerlast-Airline aus Uljanowsk war jahrzehntelang der größte Betreiber der An-124 und ein Stammgast in Leipzig. Seit 2022 ist sie aus dem westlichen Luftraum verschwunden – ihre Spuren findest du trotzdem noch.
NetzwerkAir Berlin
Historische Airline aus Berlin: 1978 als US-Charterfirma für Mallorca-Flüge ab Tegel gegründet, später zweitgrößte Airline Deutschlands mit oneworld-Mitgliedschaft – und 2017 insolvent.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Aeroflot-Gruppe
Drei Airlines, ein Staatskonzern: Aeroflot, Rossiya und Pobeda bilden die größte Airline-Gruppe Russlands. Seit 2022 fliegt keine von ihnen mehr in die EU – wer sie sehen will, muss in die Türkei, an den Golf oder ins Fotoarchiv.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerTupolew
Kein Name steht so sehr für die sowjetische Zivilluftfahrt wie Tupolew: Vom ersten Strahlverkehrsflugzeug Tu-104 über den Dreistrahler Tu-154 bis zum Überschalljet Tu-144 prägte das Moskauer Konstruktionsbüro jahrzehntelang den Himmel über Osteuropa. Hier erfährst du, wie die wichtigsten Muster entstanden, woran du sie erkennst und wo du sie heute noch vor die Linse bekommst – meist im Museum, manchmal noch in der Luft.
FlughafenFlughafen Frankfurt
Deutschlands größter Flughafen und Heimatdrehkreuz der Lufthansa: vier Start- und Landebahnen, zwei Passagierterminals und ein Verkehrsmix vom Regionaljet bis zum Großraumfrachter.
Wo du Transaero vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Aussichtsplattform Zeppelinheim am Flughafen Frankfurt
Der Klassiker unter den Frankfurter Spotterpunkten: Von der Plattform an der Autobahnbrücke bei Zeppelinheim schwebt bei Westwind der Großteil der Landungen auf die Südbahn ein – kostenlos, öffentlich und mit der S-Bahn schnell vom Frankfurter Hauptbahnhof erreichbar.
SpotterhügelBesucherhügel am Flughafen München
Der bekannteste Aussichtspunkt am Lufthansa-Drehkreuz München: Vom Besucherhügel im Besucherpark blickst du erhöht über das Flughafengelände – mit eigener S-Bahn-Haltestelle direkt nebenan.
Passende Guides aus dem Blog
- Große Airline-Pleiten in Europa: Von Swissair bis Alitalia
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