Das Wichtigste in Kürze
- IATA TLV, ICAO LLBG: Israels mit Abstand wichtigster Flughafen, 2025 mit rund 19,2 Millionen Passagieren.
- Drei Bahnen: 12/30, 08/26 mit 4.062 Metern als längste und 03/21 – seit einem Umbau von Bahnen und Rollwegen 2014 lassen sie sich flexibler kombinieren.
- Sicherheit in mehreren Schichten: Kontrolle an der Zufahrt, Befragung jedes Passagiers, Gepäckdurchleuchtung mit Röntgen und CT – und Sicherheitskräfte, die auch Fotografen ansprechen.
- Heimat von El Al: Boeing 787, 777-200ER und 737 prägen das Bild, dazu Arkia und Israir.
- Lage beachten: Seit 2023 schwankt der Verkehr stark; welche Airlines gerade fliegen, prüfst du am besten unmittelbar vor der Reise.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Flugfeld bei Lydda zum Tor Israels
- 8.Das Sicherheitskonzept: Schichten statt Schranke
- 9.El Al: die Airline mit dem Davidstern
- 10.Drei Bahnen in drei Richtungen
- 11.Terminals und Anreise
- 12.Wer sonst in TLV landet
- 13.Spotten in TLV: Was geht, was nicht
- 14.TLV im Vergleich
- 15.Fazit
- 16.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | TLV |
|---|---|
| ICAO-Code | LLBG |
| Betreiber | Israel Airports Authority (IAA), die staatliche Flughafenbehörde Israels |
| Lage | Am nördlichen Stadtrand von Lod, rund 20 km südöstlich von Tel Aviv und etwa 45 km nordwestlich von Jerusalem |
| Höhe | Rund 41 m über dem Meer |
| Start- und Landebahnen | Drei Bahnen: 12/30 (3.112 m), 08/26 (4.062 m, die längste) und 03/21 (2.772 m) |
| Passagierterminals | Terminal 3 (seit 2004, internationaler Hauptterminal) und Terminal 1 (Inlandsflüge und ein Teil des internationalen Verkehrs, vor allem Low-Cost) |
| Wichtigster Nutzer | El Al – 2025 mit rund 6,9 Mio. Passagieren und gut einem Drittel des Verkehrs |
| Weitere Heimatairlines | Arkia, Israir, Sundor sowie die Frachtairline Challenge Airlines (IL) |
| Verkehr 2025 | Rund 19,2 Mio. Passagiere, davon knapp 0,7 Mio. im Inlandsverkehr (2019 vor der Pandemie: rund 24,8 Mio.) |
| Anbindung | Bahnhof von Israel Railways unter Terminal 3 mit Zügen Richtung Tel Aviv/Haifa und Modi'in/Jerusalem, dazu Fernbusse und Autobahn 1 |
| Für Spotter relevant | Sehr hohes Sicherheitsniveau – Fotografieren rund um den Flughafen fällt auf und wird schnell hinterfragt |
| Offizielle Website | www.iaa.gov.il/en |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Tel Aviv Ben Gurion aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Tel Aviv Ben Gurion
- Eine El-Al-Boeing 787 mit dem Davidstern-Leitwerk fotografiert – das Rückgrat der Langstrecke
- Die El-Al-787-9 in der Retro-Lackierung im Stil der 1960er-Jahre erwischt
- Eine El-Al-Boeing 777-200ER gesehen, bevor sie durch die 787-10 abgelöst wird
- Einen Jet von Arkia oder Israir notiert – beide fliegen fast nur ab TLV
- Einen Frachter von Challenge Airlines gesehen, dem größten reinen Frachtbetreiber am Platz
- Am Samstag die geparkte El-Al-Flotte gezählt – am Schabbat fliegt die Airline in der Regel nicht
- Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert – israelische Flugzeuge tragen das Präfix 4X
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- El Al, Arkia und Israir in hoher Dichte – Flotten, die du in Europa nur vereinzelt siehst
- Drei Bahnen in unterschiedlichen Richtungen sorgen für abwechslungsreiche Perspektiven
- Viel Sonne und klare Luft in den meisten Monaten des Jahres
- Bahnhof direkt unter Terminal 3 – Anreise ohne Auto unkompliziert
- Eine bunte Mischung aus Netzwerk-, Low-Cost-, Golf- und Frachtairlines
Wo es hakt
- Hohes Sicherheitsniveau: Kameras mit Tele fallen auf, Fragen von Sicherheitskräften sind wahrscheinlich
- Keine offizielle Besucherterrasse oder ausgewiesener Spotterbereich bekannt
- Verkehr und Airline-Mix hängen stark von der Sicherheitslage ab und ändern sich kurzfristig
- Im Sommer starkes Hitzeflimmern über den Bahnen
- Lange Vorlaufzeiten am Terminal wegen der Sicherheitsbefragung
Kaum ein Flughafen der Welt wird so sehr mit dem Wort Sicherheit verbunden wie Ben Gurion. Wer schon einmal aus Tel Aviv abgeflogen ist, kennt die Fragen am Check-in, die Kontrollen an der Zufahrt und das Gefühl, dass hier niemand unbeobachtet bleibt. Für Spotter macht genau das den Flughafen bei Lod zu einem besonderen Ziel: Hier triffst du auf El Al, Arkia und Israir in ihrem Heimatrevier – aber eben auch auf ein Umfeld, in dem eine Kamera mit langem Tele sofort auffällt.
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Vom Flugfeld bei Lydda zum Tor Israels
Die Geschichte des Flughafens beginnt in den 1930er-Jahren. Unter britischer Mandatsverwaltung entstand bei Lydda, dem heutigen Lod, ein Flugfeld, das im Zweiten Weltkrieg als RAF Station Lydda diente. Im Juli 1948 übernahmen israelische Truppen den Platz, und noch im selben Jahr wurde El Al als nationale Fluggesellschaft gegründet. Lange hieß der Flughafen schlicht nach der Stadt: Flughafen Lod, international Lydda Airport.
1973 erhielt er den Namen von David Ben-Gurion, dem ersten Premierminister Israels. Im Alltag sprechen Israelis bis heute oft von „Natbag“, einer hebräischen Abkürzung. Historisch ist der Flughafen eng mit der Einwanderung nach Israel verbunden: Über ihn kamen Hunderttausende ins Land. Den bekanntesten Moment lieferte 1991 die Operation Salomon, bei der binnen weniger als 36 Stunden mehr als 14.000 äthiopische Juden ausgeflogen wurden – eine El-Al-747 landete dabei mit 1.088 Menschen an Bord, bis heute ein Rekord für ein einzelnes Flugzeug.
Auch politisch schrieb Ben Gurion Geschichte. 1977 landete hier der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat – der erste Besuch eines arabischen Staatsoberhaupts in Israel und der Auftakt zum späteren Friedensvertrag.
Das Sicherheitskonzept: Schichten statt Schranke
Dass Sicherheit in TLV einen so hohen Stellenwert hat, hat einen konkreten Hintergrund. 1972 erlebte der Flughafen zwei Anschläge kurz hintereinander: die Entführung eines Sabena-Flugs und wenige Wochen später das Massaker am Flughafen Lod, bei dem 26 Menschen starben. Seitdem gilt das Prinzip, eine Bedrohung möglichst weit vor dem Flugzeug abzufangen – lange bevor in Europa nach dem 11. September 2001 über ähnliche Ansätze diskutiert wurde.
Das Konzept arbeitet mit mehreren Schichten, die nacheinander greifen:
Kontrolle an der Zufahrt
Schon auf der Straße zum Flughafen passierst du einen Kontrollpunkt. Fahrzeuge werden in Augenschein genommen, Insassen gelegentlich angesprochen.
Präsenz im Terminal
Neben uniformiertem Personal sind Sicherheitskräfte in Zivil unterwegs. Auffälliges Verhalten wird früh registriert – auch im öffentlichen Bereich.
Befragung vor dem Check-in
Abfliegende Passagiere werden vor dem Einchecken befragt: Woher, wohin, wen hast du getroffen, wer hat gepackt? Die Antworten bestimmen, wie gründlich es weitergeht.
Gepäck mit Röntgen und CT
Aufgegebenes Gepäck läuft durch Röntgen- und CT-Anlagen. Zusätzlich kommt eine Druckkammer zum Einsatz, die Flugbedingungen simuliert.
Kontrolle an Bord
Bei El Al fliegen auf internationalen Strecken bewaffnete Sicherheitskräfte in Zivil mit, und das Cockpit ist doppelt gesichert.
Der Kern des Ansatzes ist die Befragung. Statt alle Reisenden gleich zu behandeln, schätzt das Personal im Gespräch ein, wer genauer kontrolliert wird. Das gilt international als sehr wirksam, ist aber auch umstritten: Bürgerrechtsorganisationen haben das Profiling vor dem Obersten Gericht Israels angegriffen, weil es arabische Reisende überproportional trifft. Für dich als Reisenden heißt das vor allem: Plane viel Zeit ein, antworte ruhig und ehrlich – und erzähl ruhig offen, dass du Flugzeuge fotografierst, wenn du danach gefragt wirst.
Die Kamera im Handgepäck
Fotoausrüstung mit großen Objektiven kann bei der Kontrolle zusätzliche Fragen auslösen. Rechne damit, dass du Bilder oder Ausrüstung zeigen musst. Fotos an der Sicherheitskontrolle selbst sind tabu – wie überall auf der Welt. Hintergründe liefert der Beitrag zum Fotografieren im Terminal.
El Al: die Airline mit dem Davidstern
El Al ist der Grund, warum viele Spotter überhaupt nach TLV reisen. Die Airline wurde im November 1948 als nationale Fluggesellschaft gegründet; der erste reguläre Auslandsflug führte im Juli 1949 nach Paris. Heute ist Ben Gurion Drehkreuz und Firmensitz zugleich. 2025 entfielen laut Flughafenstatistik rund 6,9 Millionen Passagiere auf El Al – gut ein Drittel des gesamten Aufkommens. Die Codes lauten LY (IATA) und ELY (ICAO), das Rufzeichen ist schlicht „ELAL“.
Die Flotte ist reine Boeing-Welt. Auf der Langstrecke fliegen die Boeing 787-8 und 787-9 sowie die älteren 777-200ER, die durch bestellte 787-10 ersetzt werden. Auf Kurz- und Mittelstrecke arbeiten 737-800 und 737-900ER; für die Zeit ab 2028 hat El Al Maschinen der 737 MAX bestellt. Die Jumbo-Ära ist vorbei – die 747 sind ausgemustert.
| Typ | Rolle bei El Al | Woran du ihn erkennst |
|---|---|---|
| Boeing 787-9 | Rückgrat der Langstrecke, u. a. Nordamerika und Asien | Gezackte Triebwerksverkleidungen, stark gebogene Flügel, längerer Rumpf als die 787-8 |
| Boeing 787-8 | Langstrecke mit kleinerer Kapazität | Wie die 787-9, aber sichtbar kürzer |
| Boeing 777-200ER | Älterer Großraumjet, wird abgelöst | Zwei große Triebwerke, Hauptfahrwerk mit je sechs Rädern, klingenförmiges Heckende |
| Boeing 737-800 / -900ER | Europa und Mittelmeer | Schmalrumpf, die -900ER deutlich länger |
Den Unterschied zwischen den Großraumjets erklärt der Beitrag Boeing 777 und 787 unterscheiden im Detail. Ein besonderer Fang ist die 787-9 in der Retro-Lackierung im Stil der 1960er-Jahre.
Sicherheit auch in der Luft
Das Sicherheitsdenken endet bei El Al nicht am Gate. Neben bewaffneten Sicherheitskräften in Zivil und doppelt gesicherten Cockpittüren rüstete die Airline Teile der Flotte mit Systemen gegen Bodenluftraketen aus – zuerst mit „Flight Guard“, später mit dem Infrarot-Abwehrsystem C-MUSIC von Elbit. Von außen sind solche Anlagen meist nur als kleine Verkleidung am Rumpf zu erkennen; für das bloße Auge am Zaun bleiben sie unauffällig.
Schabbat: der stille Samstag
Eine Eigenheit, die du bei der Planung kennen solltest: El Al fliegt am Schabbat in der Regel nicht. Ausnahmen gab es nur in Ausnahmesituationen, etwa nach Kriegsbeginn im Oktober 2023, als das Oberrabbinat Flüge zur Heimholung von Reservisten erlaubte. Für Spotter heißt das: Von Freitagabend bis Samstagabend steht ein großer Teil der El-Al-Flotte geparkt am Boden – unter der Woche bekommst du deutlich mehr Bewegungen zu sehen.
El-Al-Jets im Blick behalten
Mit Planetrack legst du Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen und Airlines an und wirst bei Anflug oder Landung benachrichtigt. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Drei Bahnen in drei Richtungen
Anders als München oder Frankfurt mit ihren Parallelbahnen hat Ben Gurion drei Bahnen, die in unterschiedliche Richtungen zeigen. Das macht den Flughafen komplex, aber auch abwechslungsreich: Je nach Wind und Verkehrslage kommen die Flugzeuge aus ganz verschiedenen Himmelsrichtungen.
| Bahn | Länge | Besonderheit |
|---|---|---|
| 12/30 | 3.112 m | Mittlere Länge der drei Bahnen |
| 08/26 | 4.062 m | Längste Bahn, ausgelegt auch für schwere Langstreckenjets |
| 03/21 | 2.772 m | Kürzeste der drei Bahnen |
Bahnen und Rollwege wurden 2014 umgebaut, damit sich die Bahnen flexibler kombinieren lassen. Welche Kombination gerade läuft, hängt vom Wind, von der Tageszeit und von Vorgaben der Flugsicherung ab. Feste Regeln, die du dir merken kannst, gibt es kaum – prüf deshalb vorher live in einer Flugverfolgung, auf welchen Bahnen gestartet und gelandet wird. Wie das geht, erklärt der Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B; die Grundlagen zu Wind und Pistennutzung findest du unter Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Licht und Hitze im Blick
Israel liegt deutlich südlicher als Mitteleuropa, die Sonne steht mittags hoch und hart. Die schönsten Bilder entstehen früh am Morgen und am späten Nachmittag. Im Sommer flimmert die Luft über dem Asphalt schon am Vormittag stark. Mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot planst du das Licht vorab.
Terminals und Anreise
Der internationale Verkehr läuft überwiegend über Terminal 3, das 2004 eröffnet wurde und mit seinen vier Gate-Bereichen rund 40 Flugsteige bietet. Entworfen hat es das Architekturbüro Skidmore, Owings & Merrill. Terminal 1, ursprünglich der Hauptterminal, wurde 2007 wiederbelebt – zunächst nur für Inlandsflüge, seit 2015 auch für Billigairlines auf internationalen Strecken. Das alte Terminal 2 existiert nicht mehr; auf seinem Gelände ist heute UPS ansässig. Ein 1999 errichtetes Terminal 4 wurde nie offiziell in Betrieb genommen.
Die Anreise ist ohne Auto bequem. Im Untergeschoss von Terminal 3 liegt ein Bahnhof von Israel Railways; von dort fahren Züge nordwestwärts Richtung Tel Aviv und Haifa sowie südostwärts Richtung Modi’in und Jerusalem. Ein kostenloser Shuttle verbindet rund um die Uhr die Terminals. Dazu kommen Fernbuslinien nach Jerusalem und Tel Aviv, Taxis und die Autobahn 1 zwischen Tel Aviv und Jerusalem, an der der Flughafen liegt.
Wer sonst in TLV landet
Neben El Al prägen zwei weitere israelische Airlines den Platz. Israir und Arkia lagen 2025 nach El Al auf den Plätzen zwei und drei der Passagierstatistik; beide fliegen sowohl ins Ausland als auch im Inland, vor allem in den Süden zum Flughafen Ramon bei Eilat. Hinzu kommt Sundor, eine Tochter von El Al, die Charter- und Ferienflüge mit Flugzeugen der Mutter durchführt.
Unter den ausländischen Airlines stand 2025 Wizz Air ganz vorn. Weitere wichtige Gäste waren unter anderem Aegean Airlines, flydubai, Etihad Airways und Lufthansa. Aus Nordamerika kommen Großraumjets von United Airlines und Delta Air Lines, deren Verbindungen in den vergangenen Jahren mehrfach ausgesetzt und wieder aufgenommen wurden.
Im Frachtbereich ist Challenge Airlines der größte Betreiber reiner Frachter, gefolgt von DHL. Auch UPS Airlines fliegt TLV an. Auf Platz drei folgte 2025 El Al Cargo; dazu kommt Beiladefracht im Bauch der Passagierjets.
| Gruppe | Beispiele | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| Israelische Airlines | El Al, Israir, Arkia, Sundor | Boeing 787, 777, 737; Schmalrumpfjets und Regionalflugzeuge |
| Europäische Airlines | Wizz Air, Aegean, Lufthansa | A320-Familie, Boeing 737 |
| Golf-Airlines | Etihad, flydubai | Schmalrumpf- und Großraumjets |
| Nordamerika | United, Delta | Boeing-Großraumjets |
| Fracht | Challenge Airlines, DHL, UPS | Großraumfrachter |
Flugplan mit Vorbehalt
Seit Oktober 2023 schwankt der Verkehr in TLV stark. Kurz nach Kriegsbeginn flogen zeitweise nur noch sieben Airlines, im Juni 2025 war der Flughafen während der Auseinandersetzung mit dem Iran elf Tage geschlossen, und auch 2026 gab es Einschränkungen nach Raketenangriffen. Viele Gesellschaften kehren seither schrittweise zurück, andere setzen Strecken weiter aus. Stand Oktober 2026 gilt: Prüf unmittelbar vor deiner Reise, wer tatsächlich fliegt – und beachte die Reisehinweise des Auswärtigen Amts.
Spotten in TLV: Was geht, was nicht
Hier kommt der wichtigste Teil für dich als Spotter. Ben Gurion hat nach unserem Kenntnisstand keine offizielle Besucherterrasse und keinen ausgewiesenen Spotterbereich, wie du ihn aus München oder Hamburg kennst. Gleichzeitig ist der Flughafen eine der am stärksten gesicherten zivilen Anlagen der Welt, und das Gelände wird zeitweise auch von Militärflugzeugen genutzt. Eine Kamera mit großem Teleobjektiv am Zaun fällt dort schneller auf als an jedem europäischen Flughafen.
Das heißt nicht, dass Fotografieren grundsätzlich unmöglich ist. Es heißt aber, dass du mit Kontrollen rechnen und dich entsprechend verhalten musst. Die wichtigsten Grundsätze:
- Keine Sicherheitsanlagen fotografieren: Kontrollpunkte, Sicherheitspersonal, Zäune mit Technik und militärische Flugzeuge oder Einrichtungen bleiben außen vor. Warum das überall heikel ist, erklärt der Beitrag zur kritischen Infrastruktur.
- Offen bleiben, wenn du angesprochen wirst: Erkläre ruhig, was du tust, zeig auf Nachfrage deine Bilder und folge Anweisungen. Tipps für solche Situationen gibt Wenn der Sicherheitsdienst kommt.
- Ausweis dabei haben: Du wirst womöglich nach deinem Pass gefragt – führ ihn mit.
- Keine Drohnen, keine Leitern: Alles, was nach Überwachung aussieht, verschärft jede Kontrolle.
- Lokale Regeln vorab klären: Erkundige dich bei lokalen Spottern oder in Foren nach dem aktuellen Stand, bevor du dich an einen Zaun stellst.
Welche Rechte Sicherheitskräfte bei Fotos haben und wann du Bilder löschen musst, ist von Land zu Land verschieden. Einen Überblick gibt der Beitrag Muss ich Fotos löschen?; die Länder mit besonders strengen Regeln fasst Länder mit strengen Fotografierverboten an Flughäfen zusammen. Allgemeine Grundsätze findest du unter Ist Planespotting erlaubt?.
TLV passt zu dir, wenn …
- du El Al, Arkia und Israir in ihrer Heimat sehen willst
- du ohnehin nach Israel reist und Sichtungen vom Terminal oder Fensterplatz sammelst
- du mit Kontrollen gelassen umgehen kannst
Bedingt geeignet, wenn …
- du einen festen, offiziellen Spotterplatz erwartest
- du im Hochsommer fotografieren willst und Hitzeflimmern scheust
Eher woanders, wenn …
- du entspannt stundenlang mit Tele am Zaun stehen möchtest
- du eine Reise langfristig nach einem stabilen Flugplan planen musst
TLV im Vergleich
Wer im östlichen Mittelmeer spotten will, findet in der Nachbarschaft entspanntere Alternativen. Der Flughafen Larnaka auf Zypern liegt nur eine kurze Flugstrecke entfernt und bietet mit dem Mackenzie Beach einen bekannten Strandspot direkt unter dem Anflug – israelische Airlines sind dort regelmäßig zu sehen. Auch der Flughafen Athen und der Flughafen Istanbul sind große Drehkreuze der Region. Der Flughafen Kairo zeigt dagegen, dass es auch noch strenger geht – dort ist Fotografieren rund um den Flughafen besonders heikel.
Jede Sichtung in Israel zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Wetter und Pisten am Flughafen und eine Community, die deine Fänge feiert – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Ben Gurion ist kein gewöhnlicher Spotterflughafen. Drei Bahnen in drei Richtungen, eine Boeing-Flotte mit Davidstern am Leitwerk und Heimatairlines, die du anderswo kaum siehst, machen ihn für Luftfahrtfans spannend. Gleichzeitig prägt ein Sicherheitskonzept den Alltag, das aus bitterer Erfahrung entstanden ist und jede Kamera mit wachem Blick betrachtet.
Wer nach TLV reist, sollte daher anders planen als in Europa: Flugplan kurzfristig prüfen, Sicherheitslage im Blick behalten, Kontrollen gelassen nehmen und Sicherheitsanlagen konsequent aus dem Bild lassen. Dann wird der Besuch zu einem Erlebnis, das in keinem Logbuch fehlen sollte.
Kurzfazit
TLV ist die Heimat von El Al, Arkia und Israir und einer der am strengsten gesicherten Flughäfen der Welt. Spotten ist reizvoll, aber nur mit Zurückhaltung, Transparenz und aktuellem Blick auf die Lage – einen offiziellen Spotterbereich gibt es nicht.
Zusammenfassung
- Ben Gurion ist Israels Tor zur Welt – fast jeder internationale Flug des Landes startet oder landet hier.
- Das Sicherheitskonzept gilt international als besonders streng und setzt stark auf Befragung statt nur auf Technik.
- El Al dominiert mit Boeing-Großraumjets und 737; Arkia, Israir und Frachtairlines ergänzen das Bild.
- Für Spotter ist TLV reizvoll, aber kein Ort für spontane Zaunfotos: Zurückhaltung und Transparenz gegenüber Sicherheitskräften sind Pflicht.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Tel Aviv Ben Gurion?
Der IATA-Code ist TLV, der ICAO-Code LLBG. TLV steht auf Tickets und Gepäckanhängern, LLBG nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste. In Israel selbst hörst du oft die hebräische Abkürzung „Natbag“.
Liegt der Flughafen in Tel Aviv?
Nein. Er liegt bei der Stadt Lod, rund 20 Kilometer südöstlich von Tel Aviv und etwa auf halbem Weg nach Jerusalem. Bis 1973 hieß er deshalb auch Flughafen Lod, international Lydda.
Wie viele Start- und Landebahnen hat Ben Gurion?
Drei: 12/30 mit 3.112 Metern, 08/26 mit 4.062 Metern und 03/21 mit 2.772 Metern. Seit einer Umgestaltung von Bahnen und Rollwegen im Jahr 2014 lassen sich die Bahnen flexibler kombinieren; welche gerade in Betrieb sind, hängt vor allem vom Wind ab.
Warum dauert die Abfertigung in TLV so lange?
Weil das Sicherheitskonzept mehrere Stufen hat: Schon an der Zufahrt gibt es Kontrollen, vor dem Check-in befragt Sicherheitspersonal die Reisenden, und Gepäck wird mit Röntgen und Computertomografie durchleuchtet. Plane deutlich mehr Zeit ein als an einem europäischen Flughafen und richte dich nach den Empfehlungen deiner Airline.
Darf ich am Flughafen Ben Gurion Flugzeuge fotografieren?
Eine offizielle Besucherterrasse oder einen ausgewiesenen Spotterbereich gibt es nach unserem Kenntnisstand nicht. Fotos aus dem öffentlichen Bereich und vom Sitzplatz im Flugzeug sind meist unproblematisch, an Zäunen und Zufahrten wirst du aber schnell angesprochen. Sicherheitsbereiche, Kontrollen und Militäranlagen fotografierst du grundsätzlich nicht. Mehr dazu im Beitrag Länder mit strengen Fotografierverboten an Flughäfen.
Fliegt El Al am Samstag?
In der Regel nicht – El Al stellt den Flugbetrieb am Schabbat grundsätzlich ein. Ausnahmen gab es in Kriegszeiten, etwa nach Oktober 2023, als Reservisten nach Hause geholt wurden. Für Spotter heißt das: Samstags steht ein großer Teil der Flotte am Boden, unter der Woche ist mehr Bewegung.
Wie komme ich zum Flughafen Ben Gurion?
Am einfachsten mit Israel Railways: Der Bahnhof liegt im Untergeschoss von Terminal 3, Züge fahren Richtung Tel Aviv und Haifa sowie Richtung Modi'in und Jerusalem. Ein kostenloser Shuttle verbindet die Terminals. Dazu kommen Fernbusse, Taxis und die Autobahn 1.
Welche Flugzeugtypen sehe ich in TLV am häufigsten?
Bei El Al vor allem Boeing 787-9 und 787-8, die 777-200ER sowie 737-800 und 737-900ER. Ausländische Airlines bringen vor allem Schmalrumpfjets der A320- und 737-Familie, dazu einzelne Großraumflugzeuge aus Nordamerika und vom Golf.
Sichtungen rund um Flughafen Tel Aviv Ben Gurion sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
El Al
Israels Nationalairline aus Tel Aviv: reine Boeing-Flotte mit 787 Dreamliner, 777-200ER und 737, keine Allianz – und an europäischen Flughäfen mit besonders strengen Sicherheitsverfahren unterwegs.
IZ / AIZArkia Israeli Airlines
Israels älteste Inlandsairline fliegt ab Tel Aviv nach Eilat und zu Zielen in Europa – mit einer kleinen Flotte aus A320, A321LR und Embraer 195 und vielen Wetlease-Maschinen in der Hochsaison.
6H / ISRIsrair
Israels zweitgrößte Airline fliegt ab Tel Aviv Linie und Charter nach Europa, im Inland nach Eilat und neu mit zwei A330 auf der Langstrecke – unterstützt von vielen Wetlease-Maschinen.
5C / ICLChallenge Airlines IL
Die israelische Stammairline der Challenge Group: 1976 als CAL gegründet, heute mit Boeing-747-400-Frachtern und einer 767 unterwegs – zwischen Tel Aviv und dem Frachtdrehkreuz Lüttich.
W6 / WZZWizz Air
Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.
A3 / AEEAegean Airlines
Griechenlands größte Airline mit Drehkreuz Athen: Star-Alliance-Mitglied seit 2010, reine Airbus-A320-Familie im Jetverkehr und mit Olympic Air eine Tochter, die mit ATR-Turboprops die Inseln anfliegt.
EY / ETDEtihad Airways
Die Airline aus Abu Dhabi: Etihad fliegt mit 787, A350-1000 und einer kleinen A380-Flotte über das Drehkreuz Zayed International und ist in Frankfurt, München und Düsseldorf regelmäßig zu sehen.
UA / UALUnited Airlines
Die US-Netzwerk-Airline mit dem Globus am Leitwerk: Wurzeln bis 1926, Sitz in Chicago, Gründungsmitglied der Star Alliance und in Europa vor allem mit 767, 777 und 787 unterwegs.
DL / DALDelta Air Lines
Die US-Netzwerk-Airline aus Atlanta: 1925 als Schädlingsbekämpfer gestartet, Gründungsmitglied von SkyTeam und mit rund 1.000 Flugzeugen eine der größten Airlines der Welt – in Deutschland vor allem in Frankfurt und München zu sehen.
Typische Flugzeuge
Boeing 787-9 Dreamliner
Gezackte Triebwerksenden, schräg auslaufende Flügel und eine glatte, runde Nase: Die 787-9 ist die meistgeflogene Dreamliner-Version. So erkennst du sie und trennst sie von 787-8 und 787-10.
FlugzeugtypBoeing 787-8 Dreamliner
Glatte Nase mit nur vier Cockpitfenstern, gezackte Triebwerkshinterkanten und Flügel, die sich im Flug weit nach oben biegen: Die 787-8 ist der kürzeste Dreamliner. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing 787-10 Dreamliner
Die längste Dreamliner-Version: Die 787-10 streckt die 787-9 um gut fünf Meter, wird nur in South Carolina gebaut und fliegt vor allem auf mittleren Langstrecken. So erkennst du die B78X sicher.
FlugzeugtypBoeing 777-200ER
Die 777-200ER ist die Langstrecken-777 der ersten Generation: kürzer als die 300ER, ohne schräge Flügelspitzen und mit drei möglichen Triebwerken. So erkennst du sie sicher – auch in Wien.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737-900ER
Die längste 737 der Next Generation: Die 737-900ER hat ein zusätzliches Notausgangspaar hinter dem Flügel und prägt vor allem den US-Inlandsverkehr. In Europa ist sie ein seltener Fang – so erkennst du sie.
Spotting-Spots rund um Flughafen Tel Aviv Ben Gurion
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Weitere Einträge
Boeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
FlughafenFlughafen Larnaka
Zyperns wichtigstes Tor zur Welt: eine knapp 3.000 Meter lange Bahn zwischen Salzsee und Mittelmeer, rund um die Uhr geöffnet, mit einem bunten Mix aus Low-Cost-Jets, Ferienfliegern, Airlines aus Nahost und der neu gegründeten Cyprus Airways.
FlughafenFlughafen Athen Eleftherios Venizelos
Griechenlands größter Flughafen liegt seit 2001 in der Mesogeia-Ebene bei Spata: zwei Parallelbahnen, Drehkreuz von Aegean und Olympic Air, viel Turboprop-Verkehr zu den Inseln – und Nachfolger des legendären Stadtflughafens Hellinikon.
FlughafenFlughafen Istanbul
Einer der größten Flughäfen Europas, gebaut in Rekordzeit am Schwarzen Meer: Seit April 2019 schlägt hier das Herz von Turkish Airlines – mit sechs Bahnen, einem Terminal unter einem Dach und der ersten offiziellen Spotterzone der Türkei.
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