Boeing 767-200/-200ER

Die erste 767 überhaupt: kurz, schlank, zweistrahlig. Die 767-200 und ihre Langstreckenversion -200ER haben ETOPS möglich gemacht und mit dem Gimli Glider Geschichte geschrieben. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter oder in Uniform.

Auch bekannt als: 767-200 · 767-200ER · B762 · 762 · Gimli Glider

USABoeingGroßraumflugzeugeICAO-Typcode: B76212 Min. Lesezeit

B762

ICAO-Typcode

1981

Erstflug der 767

48,51 m

Länge

249

Ausgelieferte -200 und -200ER

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 767-200 ist die Urversion der 767: erster zweistrahliger Großraumjet von Boeing, Erstflug 1981, Liniendienst ab 1982 bei United.
  • Die -200ER hat die Langstrecke mit zwei Triebwerken salonfähig gemacht: Mit ihr starteten 1985 die ersten ETOPS-Flüge über den Atlantik.
  • Der Gimli Glider war eine 767-200 von Air Canada, die 1983 ohne Treibstoff im Gleitflug sicher landete.
  • Schnellster Erkennungsweg: kurzer, schlanker Großraum-Twin mit großen Flügeln, spitzem Heck und meist ohne Winglets.
  • Heute lebt sie vor allem als Frachter und Militärflugzeug weiter – als E-767, KC-767 und als Basis des KC-46.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Boeing 767-200?
  2. 2.Die 767-200ER: mehr Treibstoff, mehr Reichweite
  3. 3.Der ETOPS-Pionier
  4. 4.Der Gimli Glider: eine 767-200 im Segelflug
  5. 5.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  6. 6.767-200, -300ER oder -400ER?
  7. 7.767-200, A310 oder A300?
  8. 8.Zweites Leben als Frachter
  9. 9.In Uniform: E-767, KC-767 und KC-46
  10. 10.Spotting-Planung: so erwischst du eine 767-200
  11. 11.Fototipps speziell für die 767-200
  12. 12.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  13. 13.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing
FamilieBoeing 767 (767-200, -300, -400ER sowie Fracht- und Militärversionen)
ICAO-TypcodeB762 (gilt für 767-200 und 767-200ER)
Erstflug 767-20026. September 1981
Indienststellung8. September 1982 bei United Airlines
Erstflug 767-200ER6. März 1984
Erstauslieferung -200ERMärz 1984 an El Al
Ausgelieferte Exemplare128 × 767-200, 121 × 767-200ER
Triebwerke2 × Pratt & Whitney JT9D bzw. PW4000 oder General Electric CF6
Länge48,51 m
Spannweite47,57 m (ohne Winglets)
Rumpfbreite außen5,03 m
Kabinezwei Gänge, in der Economy typischerweise 2-3-2
Max. Startgewichtrund 143 t (767-200) bzw. rund 179 t (767-200ER)
Reichweiterund 7.200 km (767-200) bzw. rund 12.200 km (767-200ER), jeweils Herstellerangaben je nach Ausführung

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Großraum-Twin mit auffallend kurzem Rumpf – die Flügel wirken im Verhältnis fast überdimensioniert
  • Schlanker Rumpfquerschnitt von rund 5 m, deutlich schmaler als bei A300, A310 oder A330
  • Ab Werk ohne Winglets, der Flügel endet gerade
  • Kegelförmig spitz auslaufendes Heck mit der Hilfsturbine (APU) am Ende
  • Hauptfahrwerk mit vier Rädern pro Bein, Bugfahrwerk mit zwei Rädern
  • Heute oft fensterlos: Umbaufrachter mit großem Frachttor vorn links

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Großraumjet, der irgendwie zu kurz geraten wirkt: zwei große Triebwerke, ein schlanker Rumpf, gewaltige Flügel und ein spitzes Heck. Wenn du so etwas siehst, hast du gute Chancen, eine Boeing 767-200 vor dir zu haben – die erste Version der 767 überhaupt. Mit ihr hat Boeing den zweistrahligen Großraumjet eingeführt, mit ihrer Langstreckenversion -200ER begann das Zeitalter der ETOPS-Flüge über den Ozean, und eine Air-Canada-Maschine dieses Typs ist als Gimli Glider in die Geschichte eingegangen. Heute ist die -200 vor allem als Frachter und in militärischer Uniform unterwegs. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, was sie ausmacht und wo sie dir noch begegnen kann.

B762 im Hangar abhaken

Mit Planetrack hältst du jede 767-200-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot fest und setzt seltene Typen auf deine Wunschliste. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Boeing 767-200?

Ende der Siebzigerjahre suchten Airlines ein Flugzeug zwischen den Schmalrumpfjets wie der 727-200 und den Dreistrahlern wie der DC-10. Boeing antwortete mit der 767: zwei Triebwerke, zwei Gänge, aber ein deutlich schlankerer Rumpf als bei den großen Widebodies. Den Startauftrag gab United Airlines im Juli 1978. Am 26. September 1981 hob der erste Prototyp ab, im Juli 1982 folgte die Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA.

United übernahm die erste Maschine im August 1982 und setzte sie ab dem 8. September 1982 zwischen Chicago und Denver ein. Wenige Monate später ging die CF6-getriebene Version bei Delta Air Lines in Dienst. Unter den frühen Kunden waren außerdem American Airlines, TWA und Air Canada. Gebaut wurde die 767-200 parallel zur Schmalrumpf-Schwester Boeing 757-200 – beide teilen sich ein sehr ähnliches Cockpit, was Piloten den Wechsel zwischen den Typen erleichtert.

Insgesamt lieferte Boeing 128 Exemplare der 767-200 aus, die letzte 1994. Wichtiger wurde schon nach wenigen Jahren die Langstreckenversion: die 767-200ER. Mehr zum Hersteller und seinen Programmen findest du auf der Seite zu Boeing.

B762ICAO-Typcode – für 767-200 und -200ER
48,51 mLänge – die kürzeste Version der 767
249ausgelieferte Exemplare von -200 und -200ER zusammen

Die 767-200ER: mehr Treibstoff, mehr Reichweite

Die äthiopische Staatsairline Ethiopian Airlines bestellte im Dezember 1982 als Erste die 767-200ER – „ER“ steht für Extended Range. Boeing baute dafür einen zusätzlichen Tank in den Mittelrumpf ein und erhöhte das maximale Startgewicht von rund 143 auf rund 179 Tonnen. Die Reichweite stieg damit nach Herstellerangaben von etwa 7.200 auf über 12.000 Kilometer.

Der Erstflug der -200ER fand am 6. März 1984 statt. Erstbetreiber war wenige Wochen später El Al. Schon im ersten Einsatzjahr zeigte die Version, was in ihr steckt: Ethiopian flog im Mai 1984 nonstop von Washington nach Addis Abeba – ein Streckenrekord für einen zweistrahligen Verkehrsjet. 1988 stellte Air Mauritius auf dem Weg von Halifax nach Mauritius einen weiteren Distanzrekord auf. Bis 2008 lieferte Boeing 121 Exemplare der -200ER aus.

Neben den ursprünglichen Triebwerken von Pratt & Whitney (JT9D) und General Electric (CF6) wurden später stärkere Varianten wie die PW4000 und neuere CF6-Ausführungen angeboten.

Der ETOPS-Pionier

Bis Mitte der Achtzigerjahre durften Zweistrahler auf Langstrecken über Wasser nur Routen fliegen, die einen Ausweichflughafen in kurzer Flugzeit erreichbar hielten. Über den Nordatlantik bedeutete das: Langstrecke war Sache von drei- und vierstrahligen Jets wie der 747, der DC-10 oder der L-1011 TriStar.

Die 767-200ER änderte das. TWA nahm 1985 mit der 767 Flüge über den Atlantik auf, und im Mai 1985 erteilte die FAA der 767 die erste 120-Minuten-ETOPS-Zulassung – die Maschine durfte sich also bis zu zwei Flugstunden mit einem Triebwerk von einem geeigneten Ausweichflughafen entfernen. 1989 folgten 180 Minuten für die CF6-getriebenen 767. Was heute bei A350 und 787 selbstverständlich ist, wurde mit dieser Maschine erprobt. Wie die Regeln funktionieren, erklärt der Beitrag ETOPS erklärt.

Warum das für Spotter wichtig ist

Der Erfolg der 767-200ER ist der Grund, warum am Himmel heute fast nur noch Zweistrahler über den Ozean fliegen. Wer sich für die Geschichte der Vierstrahler interessiert, findet im Beitrag Das Ende der Vierstrahler die andere Seite dieser Entwicklung.

Der Gimli Glider: eine 767-200 im Segelflug

Kein Kapitel der 767-200 ist so bekannt wie Air Canada Flug 143 vom 23. Juli 1983. Die erst wenige Monate alte 767-233 mit dem Kennzeichen C-GAUN war von Montreal über Ottawa nach Edmonton unterwegs. Weil die Tankanzeige ausgefallen war, wurde die Treibstoffmenge per Messstab ermittelt und umgerechnet – und dabei Pfund mit Kilogramm verwechselt. Die 767 war damals eines der ersten Flugzeuge bei Air Canada, das in metrischen Einheiten betankt wurde. An Bord war am Ende nur rund die Hälfte des benötigten Treibstoffs.

Über Red Lake in Ontario meldete das Cockpit in rund 41.000 Fuß die ersten Treibstoffwarnungen, kurz darauf fiel ein Triebwerk aus und im Sinkflug auch das zweite. Ohne Triebwerke fielen auch die elektronischen Instrumente aus, nur die Notinstrumente und die ausgefahrene Staudruckturbine (Ram Air Turbine) für die Hydraulik blieben. Kapitän Bob Pearson, ein erfahrener Segelflieger, und Erster Offizier Maurice Quintal steuerten den ehemaligen Militärflugplatz Gimli in Manitoba an, der inzwischen als Motorsportgelände genutzt wurde. Um Höhe abzubauen, setzte Pearson einen Slip ein – ein Manöver aus dem Segelflug, für ein Verkehrsflugzeug höchst ungewöhnlich. Das Bugfahrwerk rastete nicht ein und brach bei der Landung weg, was die Maschine zusätzlich abbremste.

Alle 69 Menschen an Bord überlebten, verletzt wurden nur wenige, überwiegend leicht beim Verlassen über die Notrutschen. C-GAUN wurde repariert und flog noch bis Januar 2008 für Air Canada. Danach wurde die Maschine im kalifornischen Mojave abgestellt und später zerlegt – Mojave ist einer der bekanntesten Flugzeugfriedhöfe. In Gimli erinnert seit 2017 eine Ausstellung an das Ereignis, seit 2025 ist dort auch das geborgene Cockpit der C-GAUN zu sehen.

23.07.1983Air Canada Flug 143 landet ohne Treibstoff in Gimli
69Menschen an Bord – alle überlebten
2008letzter Linienflug der C-GAUN

Zur Geschichte der -200 gehören auch tragische Kapitel: Bei den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden mit American Airlines Flug 11 und United Airlines Flug 175 zwei Maschinen dieser Familie entführt. Welche Folgen das für die Luftfahrt hatte, beschreibt der Beitrag Wie der 11. September Luftsicherheit und Luftfahrt veränderte.

Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Für die 767-200 brauchst du vor allem ein Gefühl für Proportionen. Vier Beobachtungen bringen dich ans Ziel.

Rumpf einschätzen

Zwei große Triebwerke, zwei Gänge, aber ein schlanker Rumpf – das ist das 767-Grundmuster. Neben einer A330 oder A300 wirkt sie schmal.

Proportionen prüfen

Der Rumpf ist kurz, die Flügel sind dieselben wie bei der längeren -300. Dadurch wirkt die -200 gedrungen, fast „stummelig“.

Flügelspitzen ansehen

Ab Werk hat die 767-200 keine Winglets. Ein gerade endender Flügel an einem kurzen 767-Rumpf ist ein starkes Indiz.

Fenster suchen

Siehst du keine Fensterreihe und ein großes Tor vorn links, ist es ein Umbaufrachter – heute die häufigste Form der -200.

Wichtig: 767-200 und 767-200ER sind von außen praktisch nicht zu unterscheiden. Beide tragen den Code B762. Die Version klärst du über das Kennzeichen in einer Flottendatenbank – wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt Flugzeugkennzeichen verstehen.

767-200, -300ER oder -400ER?

Alle 767 teilen Rumpfquerschnitt, Cockpitbauform und das Vierrad-Hauptfahrwerk. Die Unterschiede stecken in Länge und Flügelspitzen.

Merkmal 767-200/-200ER 767-300ER 767-400ER
ICAO-Typcode B762 B763 B764
Länge 48,51 m 54,94 m ca. 61,4 m
Flügelspitzen meist ohne Winglets ohne oder mit Blended Winglets schräg nach hinten gezogene Raked Wingtips
Wirkung im Bild kurz, gedrungen ausgewogen sehr lang gestreckt
Heute fast nur Frachter und Militär selten als Passagierjet, häufig als Frachter selten, vor allem US-Airlines

Die 767-300ER ist rund sechseinhalb Meter länger und trägt bei vielen Airlines hohe Blended Winglets. Die 767-400ER erkennst du an den schrägen Flügelspitzen und dem sehr langen Rumpf. Die Frachtversion 767-300F ist ebenfalls länger als jeder -200-Frachter.

767-200, A310 oder A300?

Die eigentlichen Konkurrenten der 767-200 kamen von Airbus: die A310 und die A300-600. Gerade die A310 hat ähnliche Abmessungen – Verwechslungen sind deshalb nicht selten.

Schnellbestimmung: kurzer Großraum-Twin

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Boeing 767-200/-200ER

Schlanker, kurzer Rumpf, große Flügel ohne Winglets und spitzes Heck: Das ist das klassische Bild der ersten 767. Fehlen die Fenster, ist es ein Umbaufrachter.

Wahrscheinlich

Airbus A310 oder A300

Der dickere Rumpf mit acht Sitzen pro Reihe und die kleinen Wingtip-Fences sprechen für Airbus. Die A310 ist ähnlich kurz wie die 767-200, die A300 länger.

Wahrscheinlich

Boeing 767-300ER

Gleicher schlanker Rumpf, aber länger und oft mit Blended Winglets: Das ist die gestreckte Schwester. Der Typcode B763 bestätigt es.

Faustregel: Der Airbus-Rumpf ist spürbar breiter, in der Economy sitzen dort meist acht Passagiere nebeneinander (2-4-2), bei der 767 typischerweise sieben (2-3-2). Für die Abgrenzung zur Schmalrumpf-Schwester hilft der Guide Boeing 757 und 767 unterscheiden, für die Grundlagen Airbus und Boeing unterscheiden.

Zweites Leben als Frachter

Seit 1998 bot Boeing den Umbau von 767-200 zu Frachtern an. Dabei bekommt die Maschine ein großes Frachttor auf der linken Rumpfseite vor dem Flügel, einen verstärkten Hauptdeckboden und Sicherheitsausrüstung für die Frachtbeförderung. Die Fenster werden verschlossen, oft bleibt ihre Kontur aber sichtbar. Gedacht waren die Umbauten vor allem als Ersatz für ältere Frachtflugzeuge. Seit 2005 baut auch Israel Aerospace Industries 767 zu Frachtern um.

Ein bekannter Betreiber umgebauter 767-200 ist ABX Air aus Wilmington (Ohio), die vor allem für DHL fliegt. Nach Angaben auf der Flottenübersicht hatte sie im Herbst 2026 noch einige 767-200BDSF neben deutlich mehr 767-300-Frachtern in Betrieb. Die -200-Frachter sind überwiegend in Nordamerika unterwegs; in Europa ist der Typ eine Rarität. An den Cargo-Drehkreuzen Leipzig/Halle und Köln/Bonn siehst du 767-Frachter regelmäßig – meist allerdings die längeren -300-Versionen. Wie die Expressfracht funktioniert, erklärt Express-Integratoren DHL, FedEx und UPS, wie du Frachter allgemein erkennst, steht in Frachtflugzeuge erkennen.

Flotten ändern sich schnell

Die 767-200-Frachter sind teils über 40 Jahre alt und werden nach und nach ersetzt. Verlass dich nicht auf ältere Listen, sondern prüf vor deiner Tour im Tracking, ob überhaupt eine B762 erwartet wird.

In Uniform: E-767, KC-767 und KC-46

Die -200ER ist auch beim Militär gefragt – als Plattform für Aufklärung und Luftbetankung.

  • E-767: Japan hat vier Frühwarnflugzeuge auf Basis der 767-200ER mit dem Rundsuchradar AN/APY-2 im Rotordom. Die ersten Maschinen wurden 1998 übergeben, stationiert sind sie in Hamamatsu. Mehr auf der Seite zur Boeing E-767.
  • KC-767: Der Tanker basiert ebenfalls auf der -200ER. Japan betreibt vier KC-767J, Italien vier KC-767A, die ab 2011 bei der Aeronautica Militare in Dienst gingen. Kolumbien fliegt einen von IAI umgebauten Tanker. Details auf der Seite zur Boeing KC-767.
  • KC-46 Pegasus: Der Tanker der US Air Force basiert auf der 767-2C, einem -200-Rumpf mit Flügeln der -300-Serie und modernisiertem Cockpit. Die 767-2C flog erstmals im Dezember 2014. Mehr dazu auf der Seite zum KC-46 Pegasus.

Gerade die italienischen Tanker tauchen bei NATO-Übungen und Überführungen auch nördlich der Alpen auf. Woran du Tanker erkennst, zeigt der Guide Tankflugzeuge erkennen. Bevor du an einem Militärflugplatz die Kamera zückst, lies die Regeln fürs Fotografieren an Militärflugplätzen.

Keine B762 mehr verpassen

Leg in Planetrack Sichtungs-Alarme für Typen, Kennzeichen oder Airlines an und lass dich benachrichtigen, wenn eine 767-200 an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting-Planung: so erwischst du eine 767-200

Weil die -200 so selten geworden ist, entscheidet die Vorbereitung. Filtere im Tracking nach B762 und prüf, ob es sich um einen Frachter, einen Tanker oder einen seltenen Passagiercharter handelt. Wie du einzelne Maschinen live verfolgst, erklärt Flugverfolgung mit ADS-B. Wie besonders deine Sichtung am Ende ist, kannst du mit dem Beitrag Wie selten ist meine Sichtung? einordnen.

Ort Trefferchance Warum
Leipzig/Halle, Köln/Bonn gering Viele 767-Frachter, aber meist -300; eine -200 nur gelegentlich
Frankfurt gering Höchstens Frachtcharter oder Überführungen
Militärflugplätze und Übungsräume gering bis mittel Italienische KC-767A bei Übungen und Verlegungen
Nordamerika (Cargo-Drehkreuze) mittel bis hoch Heimat der verbliebenen -200-Frachter

In Frankfurt bietet sich die Aussichtsplattform Zeppelinheim an. Ob dein Standpunkt erlaubt ist, klärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.

Bereit für die Jagd auf die B762?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe im Tracking eine erwartete B762 gefunden.
  • Ich habe per Kennzeichen geprüft, ob es ein Frachter, Tanker oder Passagierjet ist.
  • Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
  • Ich weiß, wo die Sonne zur erwarteten Ankunftszeit steht.
  • Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.

Fototipps speziell für die 767-200

Seitenprofil für die Proportionen

Das Verhältnis von kurzem Rumpf zu großem Flügel macht die -200 aus. Im reinen Profil kommt es am deutlichsten heraus.

Frachttor zeigen

Bei Umbaufrachtern erzählt das große Tor vorn links die Geschichte der Maschine. Ein Foto von der linken Seite dokumentiert den Umbau.

Licht im Rücken

Viele Frachter tragen schlichte, helle Lackierungen. Mit der Sonne im Rücken bleiben Kontur und verschlossene Fenster sichtbar. Plane das mit dem Guide Sonnenstand planen.

Belegfoto zuerst

Bei so seltenen Typen gilt: erst ein sicheres Foto mit lesbarem Kennzeichen, dann die Kür.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die 767-200, wenn …

  • ein Großraum-Twin auffallend schlank und kurz wirkt
  • die Flügel im Verhältnis zum Rumpf sehr groß erscheinen
  • die Flügelspitzen ohne Winglets gerade enden
  • im Tracking-Dienst B762 als Typ steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • du Winglets siehst – die sind bei der -200 unüblich, sieh dir die Rumpflänge genau an
  • du nur ein Tankflugzeug mit Betankungsausleger siehst – dann kann es ein KC-767 oder KC-46 sein
  • der Rumpf doch länger wirkt – dann ist es eher eine 767-300

Es ist keine 767-200, wenn …

  • der Rumpf breit ist und kleine Wingtip-Fences an den Flügeln sitzen – dann ist es eine A310 oder A300
  • du nur einen Gang in der Kabine siehst – dann ist es eine 757
  • die Flügelspitzen schräg nach hinten gezogen sind – dann bist du bei der 767-400ER
  • drei Triebwerke zu sehen sind – dann ist es eine DC-10 oder TriStar

Fazit

Die 767-200 ist der Ursprung einer Familie, die über vier Jahrzehnte gebaut wurde. Sie hat Boeing in den Großraum-Twin-Markt gebracht, als -200ER die ETOPS-Langstrecke möglich gemacht und mit dem Gimli Glider eine der bekanntesten Geschichten der Luftfahrt geschrieben. Als Passagierjet ist sie verschwunden, doch als Frachter und in militärischen Versionen fliegt sie weiter. Für Spotter in Europa ist jede B762 eine echte Trophäe.

Kurzfazit

Kurzer, schlanker Rumpf, große Flügel ohne Winglets, spitzes Heck: Das ist die 767-200. Wer sie erwischen will, filtert nach B762, prüft das Kennzeichen und hält bei Frachtern und Tankern die Augen offen.

Zusammenfassung

  • Die 767-200 flog im September 1981 erstmals, die Langstreckenversion -200ER im März 1984. Zusammen lieferte Boeing 249 Exemplare aus.
  • Mit der 767-200ER begann 1985 die Ära der ETOPS-Langstrecke mit nur zwei Triebwerken.
  • Kurzer Rumpf, große Flügel und das fehlende Winglet trennen sie von der 767-300ER und der 767-400ER.
  • Passagier-767-200 sind fast vollständig verschwunden, Umbaufrachter und Militärversionen fliegen weiter.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen 767-200 und 767-200ER?

Von außen praktisch keiner. Die -200ER (Extended Range) hat einen zusätzlichen Tank im Mittelrumpf und ein deutlich höheres Startgewicht – rund 179 statt rund 143 Tonnen. Damit verlängert sich die Reichweite von etwa 7.200 auf über 12.000 Kilometer. Welche Version vor dir steht, klärst du über das Kennzeichen.

Welchen ICAO-Typcode hat die 767-200?

Beide Versionen laufen unter B762. Die gestreckte 767-300 und ihre Ableger tragen B763, die 767-400ER B764. Auch Frachtumbauten der -200 erscheinen im Tracking als B762.

Was war der Gimli Glider?

So nennt man die 767-200 C-GAUN von Air Canada, der am 23. Juli 1983 auf Flug 143 von Montreal nach Edmonton der Treibstoff ausging. Wegen eines Umrechnungsfehlers zwischen Pfund und Kilogramm war nur etwa die Hälfte der nötigen Menge getankt worden. Die Crew segelte die Maschine auf den ehemaligen Militärflugplatz Gimli in Manitoba. Alle 69 Menschen an Bord überlebten.

Warum ist die 767-200ER so wichtig für die Luftfahrtgeschichte?

Weil sie zu den ersten Zweistrahlern gehörte, die Langstrecken über Wasser fliegen durften. TWA nahm 1985 ETOPS-Flüge über den Nordatlantik auf, die FAA erteilte im selben Jahr die erste 120-Minuten-Zulassung für die 767. Das ebnete den Weg für heutige Langstrecken-Twins wie A350 und 787.

Fliegt die 767-200 heute noch?

Ja, aber fast nur noch als Frachter und in militärischen Versionen. Umgebaute 767-200 fliegen etwa bei ABX Air im Netz von DHL in Nordamerika. Japan nutzt die E-767 und den KC-767J, Italien den KC-767A. Passagierversionen sind im Liniendienst praktisch verschwunden.

Wie unterscheide ich die 767-200 von der 767-300ER?

Über die Länge: Die -200 ist mit 48,51 Metern rund sechseinhalb Meter kürzer als die -300ER. Sie wirkt dadurch gedrungen, die Flügel scheinen im Verhältnis riesig. Dazu fehlen bei der -200 meist die hohen Blended Winglets, die viele -300ER nachgerüstet bekommen haben.

Wo sehe ich in Europa eine 767-200?

Selten. Am ehesten bei Militärflugzeugen auf Übungen oder Überführungen, etwa einem italienischen KC-767A, und gelegentlich bei Frachtcharter. Im Tracking filterst du nach B762 – jede Sichtung lohnt sich, denn der Typ ist in Europa eine echte Rarität.

Boeing 767-200/-200ER sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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