Das Wichtigste in Kürze
- Die VC-25B ist die nächste Air Force One: zwei umgebaute Boeing 747-8I, die die beiden VC-25A aus dem Jahr 1990 ablösen.
- Massiv verspätet: Ursprünglich war 2024 geplant, laut US Air Force (Stand September 2026) folgt der Erstflug 2027 und die erste Auslieferung 2028.
- Teuer für Boeing: Der Festpreisvertrag über rund 3,9 Mrd. US-Dollar hat dem Hersteller bereits Belastungen von deutlich über zwei Milliarden Dollar eingebracht.
- Übergangslösung fliegt schon: Seit Juli 2026 nutzt der Präsident eine umgebaute Ex-Katar-747-8, die „VC-25B Bridge“.
- Lackierung im Wandel: Nach mehreren Kehrtwenden seit 2019 trägt die Übergangsmaschine ein rot-weiß-blaues Design; für die VC-25B ist erneut ein rot-weiß-blaues Schema angekündigt, sichtbar wird es aber erst mit der Auslieferung.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Boeing VC-25B?
- 2.Vom Pleite-Jumbo zur Präsidentenmaschine
- 3.Warum sich alles verzögert hat
- 4.Stand Oktober 2026: Power-on, Erstflug, Auslieferung
- 5.Die Übergangslösung: VC-25B Bridge
- 6.Die Lackierung: ein politisches Pingpong
- 7.Woran du die VC-25B erkennst
- 8.Was die VC-25B leisten soll
- 9.Spotting-Perspektive: Wann siehst du die VC-25B?
- 10.Die Familie der Präsidenten- und Sonderjets
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Boeing (Basis: 747-8 Intercontinental, Umbau in San Antonio, Texas) |
|---|---|
| Programm | Presidential Airlift Recapitalization (PAR) der US Air Force |
| Anzahl | 2 Maschinen |
| Herkunft der Zellen | zwei 747-8I aus einer Bestellung der russischen Transaero, die vor der Auslieferung pleiteging |
| Vertrag | Februar 2018, Festpreis rund 3,9 Mrd. US-Dollar für den Umbau |
| Ursprünglich geplante Auslieferung | 2024 |
| Aktueller Zeitplan (Stand Oktober 2026) | Power-on bis Ende 2026, Erstflug 2027, erste Auslieferung 2028 (Angaben der US Air Force) |
| Triebwerke | 4 × General Electric GEnx-2B67 (wie die zivile 747-8) |
| Länge | 76,3 m (Basis 747-8) |
| Spannweite | 68,4 m (Basis 747-8) |
| ICAO-Typcode | B748 |
| Betreiber | Presidential Airlift Group des 89th Airlift Wing, Joint Base Andrews (Maryland) |
| Übergangslösung | VC-25B Bridge: umgebaute Ex-Katar-747-8, seit Juli 2026 als Air Force One im Einsatz |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Lange 747-8-Silhouette: rund 76 m Rumpf, deutlich gestreckter als die alte VC-25A
- Langer Buckel auf dem Oberdeck, wie bei jeder 747-8 und 747-400
- Schräg nach hinten gezogene Flügelspitzen (Raked Wingtips) statt runder Classic-Flügelenden oder Winglets
- GEnx-Triebwerke mit gezackten Hinterkanten (Chevrons) an den Gondeln
- Neues Farbschema: Die Übergangsmaschine fliegt bereits in Rot, Weiß und Dunkelblau statt im klassischen Hellblau-Weiß
- Präsidentensiegel, „United States of America“-Schriftzug und US-Flagge am Leitwerk – die Symbolik bleibt
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Jumbo mit langem Buckel, schräg nach hinten gezogenen Flügelspitzen und dem Präsidentensiegel am Bug: So sieht die nächste Generation der Air Force One aus. Die Boeing VC-25B soll die beiden alten VC-25A ablösen, die seit 1990 im Dienst sind. Doch das Programm ist eines der verzögertsten Flugzeugprojekte der jüngeren US-Geschichte, und zwischendurch ist sogar ein geschenkter Jumbo aus Katar als Übergangslösung eingesprungen. Hier bekommst du den Überblick: woher die Maschinen stammen, warum sie so spät kommen, welche Lackierung sie tragen, wie der Zeitplan im Oktober 2026 aussieht und woran du sie erkennst.
Die neue Air Force One auf die Wunschliste
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Was ist die Boeing VC-25B?
Die VC-25B ist die militärische Bezeichnung für zwei Boeing 747-8 Intercontinental, die die US Air Force zu Präsidentenflugzeugen umbauen lässt. Das Programm läuft offiziell unter dem Namen Presidential Airlift Recapitalization, kurz PAR. Wie bei der Vorgängerin steht das „V“ für VIP-Transport und das „C“ für Transportflugzeug; das „B“ markiert die zweite Version der Baureihe VC-25.
Wichtig vorab: „Air Force One“ ist ein Rufzeichen, kein Flugzeugname. Es gilt für jedes Flugzeug der US Air Force, in dem der Präsident sitzt. Die VC-25B wird also nur dann zur Air Force One, wenn der Präsident an Bord ist. Wie Rufzeichen und Flugnummern zusammenhängen, erklärt der Beitrag Callsign und Flugnummer.
Hersteller ist Boeing. Die beiden Zellen wurden ursprünglich im Werk Everett gebaut, der Umbau zur Präsidentenmaschine läuft in Boeings Anlage in San Antonio, Texas. Betreiben wird die Maschinen wie bisher die Presidential Airlift Group des 89th Airlift Wing auf der Joint Base Andrews bei Washington.
Vom Pleite-Jumbo zur Präsidentenmaschine
Die Suche nach einem Nachfolger für die VC-25A begann lange vor dem heutigen Programm. 2009 fragte die US Air Force erstmals offiziell Interesse bei der Industrie ab; EADS, die Mutter von Airbus, verzichtete auf ein Angebot. Im Januar 2015 fiel die Entscheidung für die Boeing 747-8 – das einzige vierstrahlige Großraumflugzeug aus US-Produktion, das damals noch gebaut wurde.
Eine Besonderheit ist die Herkunft der Zellen. Statt zwei fabrikneue Jumbos zu bestellen, kaufte die Air Force 2017 zwei 747-8I, die die russische Fluggesellschaft Transaero 2011 bestellt hatte. Transaero ging 2015 pleite und nahm die Flugzeuge nie ab. Die beiden fertigen Jumbos standen zum Schutz vor Korrosion auf dem Southern California Logistics Airport in Victorville in der Mojave-Wüste. Für die Air Force war das ein günstiger Einstieg, für Boeing eine Gelegenheit, zwei unverkäufliche Flugzeuge loszuwerden.
Am 27. Februar 2018 verkündete das Weiße Haus die Einigung mit Boeing: rund 3,9 Milliarden US-Dollar zum Festpreis für den Umbau der zwei Maschinen. Vorausgegangen war ein öffentlicher Schlagabtausch, in dem der damals gewählte Präsident Donald Trump Ende 2016 die erwarteten Kosten kritisiert hatte. Der Festpreis sollte die Steuerzahler schützen – und wurde für Boeing zur Belastung, wie sich bald zeigen sollte.
| Jahr | Meilenstein |
|---|---|
| 2015 | Air Force wählt die Boeing 747-8 als Basis |
| 2017 | Kauf von zwei unverkauften Ex-Transaero-747-8I |
| Februar 2018 | Festpreisvertrag über rund 3,9 Mrd. US-Dollar |
| 2020 | Beginn des Umbaus in San Antonio |
| 2021 | Insolvenz des Innenausstatters GDC Technics |
| Juni 2022 | Neuer Zeitplan: erste Maschine 2026 statt 2024 |
| Juni 2024 | Erstflug auf März 2026 verschoben |
| Dezember 2025 | Air Force nennt Mitte 2028 für die erste Auslieferung |
| Juli 2026 | Übergangsmaschine VC-25B Bridge fliegt erstmals als Air Force One |
| September 2026 | Air Force: Power-on bis Ende 2026, Erstflug 2027, Auslieferung 2028 |
Warum sich alles verzögert hat
Ursprünglich sollte die erste VC-25B 2024 fertig sein. Inzwischen liegt das Programm Jahre hinter dem Plan. Die Gründe sind vielfältig und gut dokumentiert:
Lieferantenpleite
Der für die Innenausstattung zuständige Zulieferer GDC Technics ging 2021 nach einem Streit mit Boeing in die Insolvenz. Boeing musste einen neuen Ausstatter finden, was Monate kostete.
Verkabelung
Ein Bericht des US-Rechnungshofs GAO beschreibt zahlreiche unerwartete Designfehler; im März 2022 wurde die Fertigung der Kabelbäume deshalb vorübergehend gestoppt.
Personal mit Freigabe
Für die Arbeit an einer Präsidentenmaschine brauchen Beschäftigte Sicherheitsfreigaben. Davon gab es zu wenige; zudem beanstandete die Air Force Sicherheitsmängel am Standort San Antonio.
Strukturrisse
An beiden Zellen wurden Risse an Stringern gefunden, den Längsversteifungen des Rumpfs. Laut einem Pentagon-Bericht standen im April 2026 noch 95 Reparaturen an der ersten und 142 an der zweiten Maschine aus.
Dazu kamen Lieferkettenprobleme während der Pandemie und ein Arbeitsmarkt, auf dem Fachkräfte knapp waren. 2022 berichtete das Wall Street Journal außerdem über Pannen in der Fertigung, unter anderem über leere Mini-Schnapsflaschen, die in einer der Maschinen gefunden wurden, und über Wagenheber, die nicht für das Gewicht des Flugzeugs ausgelegt waren.
Im Juni 2022 genehmigte das Pentagon einen neuen Zeitplan: erste Auslieferung im September 2026, die zweite Maschine ein Jahr später. Auch der hielt nicht. 2024 rutschte der Erstflug auf März 2026, 2025 war unter Verweis auf einen GAO-Bericht sogar von 2029 für die Auslieferung die Rede. Nachdem Präsident Trump öffentlich Druck gemacht hatte, hieß es aus der Air Force, Boeing könne 2027 liefern, wenn Anforderungen angepasst würden. Im Dezember 2025 nannte die Air Force schließlich Mitte 2028 als Ziel für die erste Maschine.
Ein teurer Festpreis für Boeing
Weil Boeing beim Festpreisvertrag Mehrkosten selbst tragen muss, wurde die VC-25B zum Verlustgeschäft. Im Juli 2022 lag die Kostenüberschreitung laut Fachpresse bei rund 1,1 Mrd. US-Dollar, bis Mitte 2024 summierten sich die Verluste auf mehr als zwei Milliarden. Im Juli 2026 verbuchte Boeing eine weitere Belastung von rund 280 Mio. Dollar, um mehr Personal und Zertifizierungsressourcen einzusetzen. Der frühere Boeing-Chef Dave Calhoun räumte 2022 ein, das Programm berge ein sehr spezielles Risiko.
Stand Oktober 2026: Power-on, Erstflug, Auslieferung
Im September 2026 gab die US Air Force einen neuen Zwischenstand: Boeing soll die erste VC-25B noch vor Ende 2026 erstmals unter Strom setzen. Dieser „Power-on“ ist der Moment, in dem die Bordsysteme zum ersten Mal gemeinsam am Boden getestet werden. Der Erstflug ist für 2027 geplant, die Auslieferung der ersten Maschine für 2028. Die Air Force spricht von deutlichen Fortschritten bei Elektrik und Strukturreparaturen; offen waren zuletzt noch Zulassungsfragen bei Ersatz-Frontscheiben und Kabinenfenstern.
Parallel hat die Air Force am Programm nachgesteuert. Im Dezember 2025 gab es einen Vertragszusatz über rund 15,5 Mio. Dollar für erweiterte Kommunikationsfähigkeiten. Außerdem kaufte die Air Force im Dezember 2025 für rund 400 Mio. Dollar zwei gebrauchte 747-8I von Lufthansa. Sie dienen nicht als Präsidentenmaschinen, sondern für die Pilotenausbildung und als Ersatzteilspender. Ein ungewöhnlicher Weg für Jumbos, die du jahrelang am Flughafen Frankfurt sehen konntest.
Zeitpläne mit Vorsicht lesen
Jede bisherige Prognose für die VC-25B hat sich verschoben. Die Angaben auf dieser Seite geben den Stand Oktober 2026 wieder. Ob der Erstflug wirklich 2027 stattfindet, prüfst du am besten in aktuellen Meldungen der US Air Force und der Fachpresse.
Die Übergangslösung: VC-25B Bridge
Weil die alten VC-25A immer wartungsintensiver werden und die VC-25B auf sich warten ließ, kam 2025 eine unkonventionelle Lösung ins Spiel. Katar überließ den USA eine Boeing 747-8, die 2012 als VIP-Jet an Qatar Amiri Flight ausgeliefert worden war. Im Mai 2025 nahm das US-Verteidigungsministerium das Flugzeug offiziell an. Das Geschenk war politisch umstritten, unter anderem wegen der Frage, ob ein Präsident ein solches Geschenk eines ausländischen Staates nutzen darf.
Den Umbau übernahm nicht Boeing, sondern L3Harris, mit Konstruktionsdaten von Boeing. Im August 2025 wurde der Jumbo unter der US-Registrierung N7478D nach Waco in Texas überführt, im September 2025 begannen die Arbeiten. Anfang Mai 2026 meldete die Air Force den Abschluss von Umbau und Flugerprobung. Am 19. Juni 2026 wurde die Maschine auf der Joint Base Andrews vorgestellt, am 1. Juli 2026 flog sie erstmals mit dem Präsidenten an Bord, ihr erster Auslandseinsatz führte wenige Tage später zum NATO-Gipfel nach Ankara.
Die Air Force bezeichnet das Flugzeug als VC-25B Bridge – eine Brücke bis zur Auslieferung der eigentlichen VC-25B. Für die Air Force hat das einen praktischen Nutzen: Besatzungen, Techniker und Logistiker sammeln jetzt schon Erfahrung mit der 747-8, statt erst 2028 bei null anzufangen.
| Merkmal | VC-25A | VC-25B Bridge | VC-25B |
|---|---|---|---|
| Basis | 747-200B | 747-8 (Ex-Katar-VIP-Jet) | 747-8I (Ex-Transaero) |
| Im Dienst | seit 1990 | seit Juli 2026 | Auslieferung für 2028 geplant |
| Umbau | Boeing | L3Harris | Boeing, San Antonio |
| Lackierung | klassisch Hellblau-Weiß | Rot, Weiß, Blau | neues Schema, Details offen |
| Ausstattung | voller Schutz- und Kommunikationsumfang | laut Berichten reduziert | voller Umfang vorgesehen |
Was der Bridge fehlt
Nach Berichten über Aussagen der Air Force und des früheren Air-Force-Ministers Frank Kendall fehlen der Übergangsmaschine einige Fähigkeiten der VC-25A, etwa Teile der Raketenabwehr und bestimmte Kommunikations- und Sicherheitsfunktionen. Die Air Force spricht von selten genutzten Einsatzprofilen, die nicht abgedeckt sind. Laut Medienberichten soll das Flugzeug vor Ende der Amtszeit an die Stiftung der Trump-Präsidentenbibliothek übergehen.
Die Lackierung: ein politisches Pingpong
Kaum ein Detail der VC-25B wurde so öffentlich diskutiert wie ihr Anstrich. Das klassische Design in Hellblau und Weiß geht auf den Industriedesigner Raymond Loewy zurück und kam 1962 mit der VC-137 aus der Kennedy-Ära in Dienst. Es prägte die Präsidentenflugzeuge über sechs Jahrzehnte.
- Juni 2019: Donald Trump präsentiert ein Design in Rot, Weiß und Dunkelblau.
- 2022: Die Biden-Regierung verwirft den Entwurf und verweist auf zusätzlichen Engineering-, Zeit- und Kostenaufwand.
- März 2023: Vorgestellt wird eine modernisierte Variante des klassischen Hellblau-Weiß.
- September 2025: Im Oval Office ist ein Modell der Übergangsmaschine in Rot-Weiß-Blau zu sehen.
- Februar 2026: Die zweite Trump-Regierung kündigt ein neues Schema an, das an den Entwurf von 2019 erinnert.
Die Übergangsmaschine VC-25B Bridge fliegt seit Sommer 2026 bereits in den rot-weiß-blauen Farben. Wie die beiden eigentlichen VC-25B bei ihrer Auslieferung aussehen, entscheidet sich endgültig erst in der Lackierhalle – und hängt womöglich davon ab, wer dann im Weißen Haus sitzt. Wie solche Designs aufgebaut sind, erklärt der Beitrag Livery-Design erklärt.
Woran du die VC-25B erkennst
Gegenüber der alten VC-25A ist die neue Generation auf den ersten Blick ein anderes Flugzeug. Die Basis ist die 747-8, die längste Version der Jumbo-Familie. Wie sich alle 747-Generationen unterscheiden, zeigt der Beitrag Boeing 747-100 bis 747-8.
Länge und Buckel
Rund 76 Meter Rumpf und ein langer Oberdeck-Buckel. Die VC-25A ist mit etwa 70,7 Metern deutlich kürzer und hat den kurzen Buckel der Classic-747.
Flügelspitzen
Schräg nach hinten gezogene Spitzen ohne Winglet. Die VC-25A hat runde Flügelenden, die zivile 747-400 aufrecht stehende Winglets.
Triebwerke
Vier GEnx-2B67 mit gezackten Hinterkanten an den Gondeln – ein typisches Merkmal der 747-8, das du auch bei der Boeing 787 siehst.
Farben und Kennung
Präsidentensiegel, „United States of America“ und US-Flagge am Leitwerk. Ist die Lackierung rot-weiß-blau, siehst du heute mit großer Wahrscheinlichkeit die Übergangsmaschine.
VC-25B oder Bridge, wenn …
- du eine lange 747 mit gepfeilten Flügelspitzen siehst
- die Lackierung die Präsidentensymbolik trägt
- im Tracking der Typcode B748 erscheint
Genauer hinsehen, wenn …
- du nur den Umriss gegen den Himmel siehst – eine zivile 747-8 sieht gleich aus
- eine weiß-blaue 747 mit Regierungsschriftzug auftaucht – andere Staaten fliegen ebenfalls VIP-Jumbos
Keine VC-25B, wenn …
- der Buckel kurz ist und die Flügel rund enden – dann ist es die VC-25A
- ein großer Höcker hinter dem Buckel sitzt – das deutet auf die E-4B Nightwatch
- nur zwei Triebwerke unter den Flügeln hängen – dann eher eine C-32
Was die VC-25B leisten soll
Details zur Ausstattung hält die US Air Force naturgemäß zurück. Klar ist: Die VC-25B soll den Präsidenten wie ihre Vorgängerin als fliegendes Regierungsbüro tragen, mit Arbeits- und Konferenzräumen, medizinischer Versorgung, eigener Kommunikationstechnik für sichere Verbindungen und Selbstschutzsystemen. Der Vertragszusatz von Dezember 2025 zeigt, dass die Kommunikationsausstattung über die ursprüngliche Planung hinaus erweitert wird, weil sich die Anforderungen seit Programmstart verändert haben.
Mehr Platz und modernere Triebwerke bringt schon die Basis mit: Die 747-8 ist länger als jede frühere Jumbo-Version und deutlich sparsamer als die 747-200 der VC-25A. Eine Luftbetankung, wie sie die VC-25A besitzt, ist für die VC-25B nach verbreiteten Berichten nicht vorgesehen; offizielle Detailangaben dazu gibt es kaum.
Spotting-Perspektive: Wann siehst du die VC-25B?
Ehrlich gesagt: Die beiden eigentlichen VC-25B wirst du so schnell nicht vor die Linse bekommen. Sie stehen im Umbau in San Antonio, der Erstflug ist für 2027 geplant. Danach folgen Testflüge in den USA, und erst nach der Indienststellung kommen Auslandsreisen in Frage. Für Spotter in Europa ist die VC-25B damit ein klassischer Wunschlisten-Typ.
Realistischer ist heute die Übergangsmaschine. Sie begleitet den Präsidenten seit Juli 2026 auch auf Auslandsreisen. Kommt es zu Staatsbesuchen oder Gipfeln in Deutschland, sind die Muster dieselben wie bei der alten Air Force One: In der Vergangenheit landete die VC-25A etwa am Flughafen Hamburg, am Flughafen München und am BER. Ankünfte fallen oft auf den Abend, Vorfelder sind abgeriegelt, Besucherflächen werden mitunter geschlossen.
Bereit für einen Präsidentenbesuch?
- Ich kenne Termin und Flughafen des Besuchs aus offiziellen Ankündigungen.
- Ich habe eine Alternative, falls Besucherhügel oder Terrasse gesperrt werden.
- Ich weiß, welche Betriebsrichtung bei der erwarteten Windlage gilt.
- Meine Ausrüstung kommt mit wenig Licht am Abend zurecht.
- Ich halte mich an Absperrungen und Anweisungen der Polizei.
Klassische Standorte wie der Besucherhügel in München oder die Besucherterrasse am BER können bei solchen Anlässen gesperrt sein. Was du rund um Staatsbesuche sonst noch beachten solltest und welche anderen Regierungsjets du dabei siehst, steht im Beitrag Regierungsflugzeuge spotten. Wer US-Militärflüge online beobachten will, findet Hinweise im Guide Militärflugzeuge online verfolgen; wie die Kennungen der US Air Force aufgebaut sind, erklärt US-Militärkennzeichen.
Alarm, wenn der Präsidentenjumbo kommt
Mit Planetrack legst du Sichtungs-Alarme für Typen und Kennzeichen an und wirst benachrichtigt, wenn eine passende Maschine deinen Flughafen anfliegt. Wetter, Wind und Pisten am Platz siehst du gleich mit. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Die Familie der Präsidenten- und Sonderjets
Die VC-25B steht in einer langen Reihe. Vor den Jumbos flogen die US-Präsidenten in Maschinen auf Basis der Boeing 707, allen voran der VC-137. Ein Exemplar dieser Generation kannst du im National Museum of the US Air Force in Dayton besichtigen. Die direkte Vorgängerin ist die VC-25A auf Basis der Boeing 747-200, die nach den Planungen des Pentagons in den Haushaltsjahren 2028 und 2029 ausgemustert werden soll.
Für kleinere Reisen nutzt die Air Force die C-32 auf Basis der Boeing 757, für Fahrzeuge und Ausrüstung bei Präsidentenreisen die C-17 Globemaster III. Wie sich die Jumbo-Familie von 1969 bis zur 747-8 entwickelt hat, liest du in der Geschichte der Boeing 747. Und wer gezielt Raritäten jagt, findet Ideen im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.
Fazit
Die Boeing VC-25B ist das Flugzeug, auf das die Präsidentenflotte der USA seit Jahren wartet. Zwei einst für Russland gebaute Jumbos, ein Festpreisvertrag, der Boeing Milliarden gekostet hat, und eine Lackierung, die zum Politikum wurde: Das Programm hat mehr Schlagzeilen produziert als Flugstunden. Nach dem Stand von Oktober 2026 soll die erste Maschine 2027 fliegen und 2028 übergeben werden. Bis dahin halten die alten VC-25A und die Übergangsmaschine aus Katar die Stellung.
Kurzfazit
Lange 747-8, gepfeilte Flügelspitzen, Präsidentensymbolik: Das ist die neue Air Force One. Die echten VC-25B fliegen frühestens 2027, die rot-weiß-blaue 747-8 am Himmel ist heute die Übergangsmaschine. Setz den Typ auf deine Wunschliste – und behalte die nächsten Staatsbesuche im Blick.
Zusammenfassung
- Die Boeing VC-25B basiert auf zwei 747-8I, die einst für die russische Transaero gebaut wurden und nach deren Pleite in der Wüste Kaliforniens geparkt standen.
- Boeing baut die Maschinen seit 2020 in San Antonio um; Lieferantenpleite, Verkabelungsprobleme, fehlende Sicherheitsfreigaben und Strukturrisse haben das Programm um Jahre verzögert.
- Bis zur Auslieferung, die die US Air Force für 2028 erwartet, fliegen die alten VC-25A und seit Juli 2026 die Übergangsmaschine VC-25B Bridge.
- Für Spotter ist die VC-25B ein Typ für die Wunschliste: In Europa wirst du sie frühestens nach der Indienststellung bei Staatsbesuchen sehen.
Häufige Fragen
Was ist die Boeing VC-25B?
Die VC-25B ist die künftige Präsidentenmaschine der USA. Es handelt sich um zwei umgebaute Boeing 747-8 Intercontinental, die die beiden VC-25A auf Basis der 747-200 ersetzen. Mit dem Präsidenten an Bord tragen sie wie ihre Vorgänger das Rufzeichen „Air Force One“.
Wann wird die neue Air Force One ausgeliefert?
Nach Angaben der US Air Force vom September 2026 soll Boeing die erste VC-25B bis Ende 2026 erstmals unter Strom setzen („Power-on“), der Erstflug ist für 2027 und die erste Auslieferung für 2028 vorgesehen. Ursprünglich war 2024 geplant. Weil sich der Zeitplan schon mehrfach verschoben hat, lohnt ein Blick auf aktuelle Meldungen.
Warum ist die VC-25B so stark verspätet?
Mehrere Gründe kamen zusammen: Der ursprüngliche Innenausstatter GDC Technics ging 2021 nach einem Streit mit Boeing in die Insolvenz, Fehler im Verkabelungsdesign stoppten 2022 zeitweise die Kabelfertigung, es fehlten Fachkräfte mit Sicherheitsfreigabe, und an beiden Zellen wurden Risse an Längsversteifungen (Stringern) gefunden. Hinzu kamen Lieferkettenprobleme in der Pandemie.
Was ist die VC-25B Bridge?
Eine Übergangsmaschine: eine 2012 an Qatar Amiri Flight ausgelieferte Boeing 747-8, die Katar den USA 2025 überlassen hat. L3Harris hat sie für den Präsidentendienst umgebaut. Sie wurde im Juni 2026 auf der Joint Base Andrews vorgestellt und flog am 1. Juli 2026 erstmals als Air Force One. Laut Berichten fehlen ihr einige Schutz- und Kommunikationssysteme der VC-25A.
Welche Lackierung bekommt die VC-25B?
Das ist seit Jahren ein Politikum. 2019 stellte Donald Trump ein rot-weiß-blaues Design vor, die Biden-Regierung verwarf es 2022 und präsentierte 2023 eine modernisierte Version des klassischen Hellblau-Weiß. Im Februar 2026 kündigte die zweite Trump-Regierung erneut ein Schema an, das an den Entwurf von 2019 erinnert. Die Übergangsmaschine fliegt bereits in Rot, Weiß und Blau.
Wie viel kostet die VC-25B?
Der Umbauvertrag von Februar 2018 hat einen Festpreis von rund 3,9 Mrd. US-Dollar. Weil Boeing Mehrkosten selbst tragen muss, hat der Konzern bereits Belastungen von deutlich über zwei Milliarden Dollar verbucht, zuletzt eine weitere Belastung von rund 280 Mio. Dollar im Juli 2026.
Kann ich die VC-25B schon spotten?
Die beiden eigentlichen VC-25B stehen noch im Umbau in San Antonio und fliegen frühestens 2027. Was du heute als 747-8 mit Präsidentenlackierung siehst, ist die Übergangsmaschine VC-25B Bridge. Daneben fliegen weiterhin die alten VC-25A mit den Kennungen 28000 und 29000.
Boeing VC-25B sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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