Das Wichtigste in Kürze
- Die Aeroflot-Gruppe besteht aus drei Airlines: der Netzwerk-Airline Aeroflot, der zweiten Netzwerkmarke Rossiya und der Low-Cost-Tochter Pobeda.
- Aeroflot ist Mutter und Airline zugleich. Anders als bei Air France-KLM gibt es keine reine Holding darüber.
- Seit 2022 fliegt keine der drei Airlines in die EU. Sichtungen gelingen heute vor allem in der Türkei, am Golf und in Asien.
- Die Kennzeichen erzählen die Sanktionsgeschichte: Früher oft VP-B oder VQ-B aus Bermuda, heute fast durchgehend RA-.
- Superjet heißt Rossiya: Seit 2022 fliegt die Gruppe ihre Superjets ausschließlich über diese Tochter.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Sowjet-Monopol zur Airline-Gruppe
- 8.Die Airlines der Gruppe im Überblick
- 9.Aeroflot: Flaggschiff aus Moskau
- 10.Rossiya: Superjets und Shuttle
- 11.Pobeda: der zweite Low-Cost-Anlauf
- 12.Sanktionen: Was sich seit 2022 geändert hat
- 13.Wo du die Gruppe heute noch siehst
- 14.So bestimmst du den richtigen Betreiber
- 15.Lackierungen: Woran du die Marken erkennst
- 16.Die Flotte zwischen West und Ost
- 17.Fazit
- 18.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rechtsträger | PAO Aeroflot – Russian Airlines, mehrheitlich in Staatsbesitz und an der Moskauer Börse notiert |
|---|---|
| Sitz | Moskau, Russland |
| Rolle im System | Airline-Gruppe – Aeroflot ist zugleich Mutter und größte Airline des Konzerns |
| Netzwerk-Airline | Aeroflot (SU / AFL) |
| Zweite Netzwerk- und Regionalmarke | Rossiya (FV / SDM) mit Wurzeln in Sankt Petersburg |
| Low-Cost | Pobeda (DP / PBD), seit 2014 |
| Drehkreuze | Moskau-Scheremetjewo; dazu Sankt Petersburg-Pulkowo, Krasnojarsk und Sotschi; Pobeda vor allem ab Moskau-Wnukowo |
| Passagiere | Rund 55,3 Millionen im Jahr 2025 (Gruppe, nach Unternehmensangaben laut Fachpresse) |
| Allianz | Aeroflot war ab 2006 Mitglied von SkyTeam, die Mitgliedschaft ist seit April 2022 ausgesetzt |
| EU-Status | Seit Februar 2022 Luftraumsperre für russische Airlines, keine Flüge in die EU |
| Bestimmungsweg im Feld | Lackierung, Länderkennung RA- (früher oft VP-B/VQ-B), ADS-B-Rufzeichen AFL, SDM oder PBD |
| Offizielle Website | www.aeroflot.ru |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Aeroflot-Gruppe aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Aeroflot-Gruppe
- Aeroflot: weißer Rumpf, großer blauer Schriftzug, Leitwerk fast vollständig mit der russischen Flagge auf blauem Grund – das geflügelte Hammer-und-Sichel-Emblem sitzt unter den Fenstern
- Rossiya: Rot-Weiß mit einem Muster aus kleinen Symbolen, die an Turbinenschaufeln erinnern und zum Heck hin dichter werden
- Pobeda: ausschließlich Boeing 737-800 mit dem Schriftzug der Marke – eine 737 in Aeroflot-Farben ist dagegen Aeroflot selbst
- Die Länderkennung ist heute fast immer RA-; viele Leasingflugzeuge trugen bis 2022 Bermuda-Kennzeichen mit VP-B oder VQ-B
- Im ADS-B-Rufzeichen steht AFL für Aeroflot, SDM für Rossiya und PBD für Pobeda
- Ein Superjet 100 der Gruppe kommt seit 2022 praktisch immer von Rossiya, auch wenn er unter SU-Flugnummer fliegt
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Klar getrennte Marken mit eigenen ICAO-Codes: AFL, SDM, PBD
- Große Bandbreite vom Superjet über A320-Familie und 737 bis zu A330, A350 und 777
- Rossiya ist der größte Superjet-Betreiber der Welt – das Muster ist außerhalb Russlands selten
- Archivfotos vor 2022 haben heute dokumentarischen Wert, etwa mit Bermuda-Kennzeichen
- Außerhalb der EU, etwa in der Türkei oder am Golf, weiter regelmäßig zu sehen
Wo es hakt
- Seit 2022 in der EU, der Schweiz und Großbritannien nicht mehr zu sehen
- Flottenstand schwer überprüfbar: Viele Flugzeuge wurden umregistriert, manche stehen abgestellt
- Rossiya fliegt teils unter SU-Flugnummern – die Flugnummer allein führt in die Irre
- In Russland selbst gelten strenge Regeln fürs Fotografieren an Flughäfen
- Zukunft der Flotte hängt an russischen Neubauten, deren Zulassung sich verzögert
Ein weißer Airbus mit riesiger russischer Flagge am Leitwerk in Antalya, ein rot-weißer Superjet auf dem Vorfeld in Sankt Petersburg, eine schlichte Boeing 737 der Billigtochter in Moskau: Alle drei gehören zur Aeroflot-Gruppe, dem größten Luftverkehrskonzern Russlands. Für Spotter in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Gruppe seit 2022 aus dem Alltag verschwunden. Umso wichtiger ist es, die Marken auseinanderzuhalten – auf Reisen, in Archivfotos und beim Blick auf den Flugtracker.
Aeroflot, Rossiya und Pobeda sauber trennen
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Kennzeichen, Betreiber, Flughafen und Spot fest – auch alte Fotos aus der Zeit vor 2022. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Vom Sowjet-Monopol zur Airline-Gruppe
Die Geschichte von Aeroflot reicht bis 1923 zurück, als die Gesellschaft Dobroljot den zivilen Luftverkehr in der jungen Sowjetunion aufnahm. 1932 wurde der Name Aeroflot für die gesamte zivile Luftflotte des Landes eingeführt. Über Jahrzehnte war Aeroflot damit keine Airline im heutigen Sinn, sondern praktisch die komplette Zivilluftfahrt: Langstreckenjets, Regionalflugzeuge, Agrarflieger und Hubschrauber liefen unter demselben Namen. Wer sich für die Muster dieser Zeit interessiert, findet im Beitrag zu den sowjetischen Verkehrsflugzeugen den passenden Überblick.
Mit dem Ende der Sowjetunion zerfiel das Monopol in Hunderte regionale Gesellschaften. Die heutige Aeroflot ging aus dem internationalen Teil hervor und wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Staat ist bis heute Mehrheitseigner. Konkurrenz kam in den Neunziger- und Nullerjahren von privaten Airlines wie Transaero, die 2015 zusammenbrach.
Aus der Airline wurde eine Gruppe, als Aeroflot ab 2011 die Kontrolle über mehrere staatliche Regionalbetriebe übernahm – allen voran Rossiya aus Sankt Petersburg. 2014 kam mit Pobeda eine eigene Low-Cost-Marke hinzu. Anders als bei Air France-KLM oder der Lufthansa Group gibt es dabei keine reine Holding: Aeroflot ist Konzernmutter und größte Airline zugleich.
Nach Angaben des Konzerns, über die die Fachpresse berichtete, beförderte die Gruppe 2025 rund 55,3 Millionen Passagiere – praktisch genauso viele wie im Vorjahr. Der größte Teil davon entfällt auf Inlandsflüge, denn das riesige Land ist auf Luftverkehr angewiesen und viele internationale Ziele sind seit 2022 weggefallen.
Die Airlines der Gruppe im Überblick
Die drei Marken haben klar verteilte Rollen. Die Tabelle zeigt Codes, Schwerpunkt und typische Flotte.
| Airline | Rolle | IATA / ICAO | Schwerpunkt | Typische Muster |
|---|---|---|---|---|
| Aeroflot | Netzwerk, Mutter | SU / AFL | Moskau-Scheremetjewo | A320-Familie, A330, A350, 737, 777 |
| Rossiya | Netzwerk und Regional | FV / SDM | Sankt Petersburg, Moskau | Superjet 100, A319, A320, 737, 777 |
| Pobeda | Low-Cost | DP / PBD | Moskau-Wnukowo und Scheremetjewo | Boeing 737-800 |
Eine Besonderheit betrifft Rossiya: Die Airline hat eigene Codes, fliegt aber seit 2014 auch unter SU-Flugnummern der Mutter. Im Tracker siehst du dann eine SU-Nummer, das Flugzeug selbst gehört aber zu Rossiya. Wie Flugnummer und Rufzeichen zusammenhängen, erklärt der Beitrag Callsign und Flugnummer.
Mutter, Marke, Betreiber
Bei der Aeroflot-Gruppe fallen Konzernmutter und Netzwerk-Airline zusammen. Der Betreiber ist die Gesellschaft, mit deren Zulassung das Flugzeug fliegt. Ein Superjet unter SU-Flugnummer ist deshalb in deinem Logbuch ein Rossiya-Flugzeug – nicht Aeroflot.
Aeroflot: Flaggschiff aus Moskau
Aeroflot fliegt ab Moskau-Scheremetjewo, dem wichtigsten Drehkreuz der Gruppe. Weitere Schwerpunkte sind Sankt Petersburg-Pulkowo, Krasnojarsk in Sibirien und Sotschi am Schwarzen Meer. Die Hauptgesellschaft setzt nach öffentlich verfügbaren Flottenübersichten (Stand 2025) rund 170 Flugzeuge ein, verteilt auf fünf westliche Familien.
Auf der Kurz- und Mittelstrecke dominieren die A320 und die A321 sowie die Boeing 737-800. Auf der Langstrecke fliegen der A330-300, die 777-300ER und eine kleine Zahl von A350-900. Die A350 kamen erst kurz vor den Sanktionen in die Flotte und sind damit die jüngsten Großraumjets der Airline.
Für die Zukunft setzt Aeroflot auf russische Neubauten. Die MC-21 von der United Aircraft Corporation gilt als künftiges Flaggschiff der Mittelstrecke. Die Zulassung der Version mit russischen Triebwerken und Systemen hat sich verzögert; laut Fachpresse rechnet Aeroflot mit ersten Auslieferungen ab 2027. Daneben stehen weitere russische Muster wie die Tu-214 auf der Bestellliste.
Rossiya: Superjets und Shuttle
Rossiya vereint zwei Linien: das 1934 gegründete Luftfahrtunternehmen am Flughafen Pulkowo in Sankt Petersburg und die staatliche Gesellschaft Rossiya, die ab 1992 flog. 2006 verschmolzen beide, Sitz wurde Sankt Petersburg. Im November 2011 übernahm Aeroflot rund drei Viertel der Anteile. 2016 gingen die Regionalairlines Donavia aus Rostow am Don und Orenair aus Orenburg in Rossiya auf – seither ist sie die zweite große Netzwerkmarke der Gruppe.
Seit dem Neustart 2016 trägt Rossiya ein auffälliges Design: Rot und Weiß, mit einem Muster aus kleinen Symbolen, die an Turbinenschaufeln erinnern und zum Heck hin dichter werden. Davor trug die Airline ein anderes, schlichteres Design – ältere Fotos zeigen diese Variante.
Für Spotter am interessantesten ist die Superjet-Flotte. Im Sommer 2022 übernahm Rossiya sämtliche Superjet 100 von Aeroflot und gilt seitdem als größter Betreiber des Musters weltweit. Daneben fliegt Rossiya den A319, den A320, die 737-800 sowie auf der Langstrecke die 777-300ER und die ältere 777-300. Dazu kommen einige 737-900ER und eine kleine Zahl Boeing 747-400; wie viele davon regelmäßig fliegen, lässt sich von außen nur schwer prüfen.
Inzwischen bedient Rossiya auch die Shuttle-Verbindung zwischen Moskau und Sankt Petersburg, die zuvor Aeroflot flog. Auch das zeigt, dass die Grenzen zwischen beiden Netzwerkmarken fließend sind – die Kennzeichnung am Flugzeug ist es nicht.
Pobeda: der zweite Low-Cost-Anlauf
Pobeda – auf Deutsch „Sieg“ – ist bereits der zweite Versuch der Gruppe mit einer Billigairline. Die erste Tochter, Dobrolet, wurde 2013 gegründet, nahm 2014 den Flugbetrieb auf, flog nach der Annexion der Krim auch dorthin und landete deshalb auf der Sanktionsliste der EU. Im August 2014 stellte sie den Betrieb ein. Nur wenige Wochen später gründete Aeroflot eine neue Gesellschaft, die am 1. Dezember 2014 ab Moskau-Wnukowo den Flugbetrieb aufnahm.
Das Geschäftsmodell ist klassisch: eine Einheitsflotte und schlanke Abläufe. Pobeda fliegt ausschließlich die Boeing 737-800; Flottenübersichten nannten 2025 rund 42 Maschinen. Neben Wnukowo nutzt die Airline auch Scheremetjewo, wichtige weitere Ziele sind Sankt Petersburg und Sotschi.
Nach 2022 versuchten Leasinggeber auch bei Pobeda, ihre Flugzeuge zurückzuholen. Wie bei den Schwestern wurden die meisten Maschinen in Russland umregistriert und fliegen weiter – jetzt mit RA-Kennzeichen.
Superjet und MC-21 auf die Wunschliste
Setz seltene Muster wie den Superjet 100 auf die Wunschliste in deinem Hangar und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn einer an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Sanktionen: Was sich seit 2022 geändert hat
Kein anderer Luftverkehrskonzern wurde in den vergangenen Jahren so stark von politischen Entscheidungen geprägt. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 folgten die Einschnitte Schlag auf Schlag.
Luftraum: Ende Februar 2022 sperrte die EU ihren Luftraum für russische Airlines, die Schweiz und Großbritannien zogen nach. Seitdem landet weder Aeroflot noch Rossiya oder Pobeda in Frankfurt, Wien oder Zürich. Umgekehrt hat Russland seinen Luftraum für Airlines aus diesen Ländern gesperrt.
Allianz: Ende April 2022 setzte SkyTeam die Mitgliedschaft von Aeroflot aus. Wie die Allianzen funktionieren, erklärt der Beitrag Star Alliance, Oneworld und SkyTeam.
Leasing und Kennzeichen: Ein großer Teil der westlichen Flotte war geleast und im Ausland registriert, häufig in Bermuda. Im März 2022 setzte die Luftfahrtbehörde von Bermuda die Lufttüchtigkeitszeugnisse der von russischen Airlines betriebenen Flugzeuge aus. Russland reagierte mit einer Gesetzesänderung, die die Umregistrierung ins eigene Register erlaubte. So wurden aus VP-B- und VQ-B-Kennzeichen massenhaft RA-Kennzeichen. Warum so viele Flugzeuge überhaupt im Ausland registriert sind, zeigen die Beiträge Offshore-Registrierungen und Leasing und Flugzeugleasing erklärt.
Technik: Die US-Regierung untersagte Unternehmen 2022, Boeing-Flugzeuge von Aeroflot zu warten oder mit Teilen zu versorgen; ähnliche Beschränkungen trafen Rossiya. Aeroflot stellte auf ein russisches Buchungssystem um und beschafft Ersatzteile seitdem über Umwege. Mit einzelnen Leasinggebern einigte sich die Airline später: Im September 2023 kaufte sie dem Leasinggeber AerCap 17 Flugzeuge und fünf Ersatztriebwerke ab.
Fotografieren in Russland
Wer die Gruppe vor Ort in Russland fotografieren will, sollte die Lage sehr genau kennen. Rund um Flughäfen gelten dort strenge Regeln, und Kameras am Zaun werden schnell als Sicherheitsproblem gewertet. Die Hintergründe fasst der Beitrag Fotografierverbote in Russland und Belarus zusammen.
Wo du die Gruppe heute noch siehst
Für Spotter aus dem deutschsprachigen Raum heißt die Aeroflot-Gruppe heute vor allem: Reisen. Die Airlines fliegen weiter in Länder, die ihren Luftraum nicht gesperrt haben. Dazu gehören vor allem die Türkei, die Golfstaaten, Teile Asiens und mehrere Nachbarländer Russlands.
In der Türkei ist die Gruppe besonders präsent. In Antalya landen in der Urlaubssaison regelmäßig Flüge aus Russland, und auch der Flughafen Istanbul wird angeflogen. Wer dort unterwegs ist, findet im Guide zum Planespotting in Istanbul praktische Hinweise. Am Golf gehört Dubai zu den Zielen; Tipps liefert der Beitrag Planespotting in Dubai.
Welche Strecken gerade bedient werden, ändert sich mit jedem Flugplan. Am zuverlässigsten prüfst du das kurz vor der Reise im Flugtracker – gesucht wird nach den Rufzeichen AFL, SDM und PBD. Wie das geht, zeigt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B.
Rufzeichen statt Zufall
Planetrack benachrichtigt dich per Sichtungs-Alarm, wenn eine Airline wie Aeroflot oder Rossiya an deinem Urlaubsflughafen anfliegt – inklusive Wetter, Wind und aktiver Piste. Die App startet bald – sichere dir deinen Platz auf der Warteliste.
So bestimmst du den richtigen Betreiber
Bei der Aeroflot-Gruppe führt die Flugnummer leicht auf die falsche Fährte, weil Rossiya teils unter SU-Nummern fliegt. Mit diesen Schritten kommst du zur belastbaren Sichtung.
Lackierung einordnen
Weißer Rumpf mit großer Flagge am Leitwerk heißt Aeroflot, Rot-Weiß mit Symbolmuster heißt Rossiya. Eine 737 ohne Aeroflot-Flagge und mit eigenem Schriftzug ist Pobeda.
Muster prüfen
Ein Superjet 100 der Gruppe gehört seit 2022 zu Rossiya. Pobeda fliegt nur die 737-800, Aeroflot keine Superjets mehr.
Rufzeichen lesen
Im ADS-B-Signal steht AFL für Aeroflot, SDM für Rossiya und PBD für Pobeda. Wie du Fotos nachträglich mit Tracking-Daten abgleichst, steht im Beitrag Sichtungen mit ADS-B abgleichen.
Kennzeichen notieren
Heute fast immer RA-, in Fotos vor 2022 oft VP-B oder VQ-B. Mehr zu den Präfixen erklärt der Beitrag Länderkennungen von Flugzeugen.
Sicher ein Gruppen-Flugzeug, wenn …
- Lackierung, Rufzeichen und Muster zur selben Marke passen
- ein rot-weißer Superjet mit RA-Kennzeichen rollt
- eine 737-800 mit Pobeda-Schriftzug und Rufzeichen PBD fliegt
Genauer hinsehen, wenn …
- eine SU-Flugnummer mit einem Superjet oder rot-weißen Jet auftaucht
- ein Foto vor 2022 ein Bermuda-Kennzeichen zeigt
- ein Flugzeug in einer Sonder- oder Übergangslackierung fliegt
Nicht zur Gruppe gehört, wenn …
- die Airline Transaero heißt – sie war Konkurrent und ist seit 2015 Geschichte
- Aurora fliegt – die Gruppe hat sie 2020 abgegeben
- ein Frachter einer anderen russischen Airline landet
Ein hilfreicher Begleiter für Archivfotos ist der Beitrag Hybrid-Lackierungen erkennen – bei Flugzeugen, die nach 2022 zurückgegeben oder umgeflaggt wurden, tauchen solche Mischformen immer wieder auf.
Lackierungen: Woran du die Marken erkennst
Aeroflot hat ihr Erscheinungsbild mehrfach verändert. Nach der Jahrtausendwende flogen die Jets mit silbernem Rumpf, blauer Unterseite und einer stilisierten Flagge am Leitwerk. Anfang 2020 stellte die Airline eine überarbeitete Version vor: Das Silber wich einem weißen Rumpf, die Flagge auf blauem Grund bedeckt seitdem fast das ganze Leitwerk, und die Winglets tragen ebenfalls die Landesfarben. Geblieben ist das geflügelte Hammer-und-Sichel-Emblem – ein Erbe der Sowjetzeit, das unter den Fenstern sitzt. Für dein Archiv ist das ein praktisches Datierungsmerkmal: Silber heißt ältere Lackierung, Weiß die neuere.
Rossiya erkennst du schon von Weitem am Rot-Weiß mit dem Symbolmuster. Pobeda setzt auf einen schlichten Auftritt mit dem eigenen Schriftzug.
Alte Fotos sauber beschriften
Aufnahmen der Gruppe aus europäischen Flughäfen vor 2022 sind heute Zeitdokumente. Notiere Kennzeichen, Typ, Datum und Ort vollständig – auch das damalige Bermuda-Kennzeichen. Wie selten eine Sichtung inzwischen ist, hilft dir der Beitrag Seltenheit einer Sichtung einschätzen einzuordnen.
Die Flotte zwischen West und Ost
Aeroflot hat ihre Flotte in den Zweitausenderjahren radikal auf westliche Jets umgestellt. Muster wie die Tu-154 und die Il-96, die das Bild über Jahrzehnte prägten, verschwanden nach und nach aus dem Liniendienst der Hauptgesellschaft. Wer diese Klassiker sehen will, findet sie heute eher im Museum, etwa im Zentralen Luftwaffenmuseum Monino. Zur Geschichte der Konstrukteure passt der Eintrag zu Tupolew.
Seit den Sanktionen verläuft die Entwicklung in die Gegenrichtung. Die westlichen Jets von Airbus und Boeing bleiben zwar das Rückgrat, Nachschub kommt aber keiner mehr. Langfristig setzt die Gruppe deshalb auf Superjet, MC-21 und Tu-214 aus russischer Fertigung. Wie schnell dieser Umbau gelingt, hängt an der Zulassung der Neubauten mit russischen Triebwerken und Systemen – Stand Oktober 2026 liegen die Programme hinter den ursprünglichen Plänen.
Fazit
Die Aeroflot-Gruppe ist ein Staatskonzern mit drei klar unterscheidbaren Marken: Aeroflot als Flaggschiff ab Moskau, Rossiya mit Superjets und Petersburger Wurzeln, Pobeda als Billigairline mit 737-800. Seit 2022 sind alle drei aus dem europäischen Luftraum verschwunden, aus SkyTeam ausgeschieden und auf russische Kennzeichen umgestellt. Für Spotter heißt das: Sichtungen gelingen auf Reisen in die Türkei, an den Golf oder nach Asien – und das Archiv aus der Zeit davor gewinnt an Wert.
Kurzfazit
Die Aeroflot-Gruppe vereint Aeroflot, Rossiya und Pobeda. Den richtigen Betreiber verraten dir Lackierung, Muster und Rufzeichen – nicht die SU-Flugnummer.
Zusammenfassung
- Die Aeroflot-Gruppe ist Russlands größter Luftverkehrskonzern und mehrheitlich in Staatsbesitz.
- Aeroflot, Rossiya und Pobeda haben eigene Codes, Lackierungen und Flotten – am Zaun trennst du sie über Design, Rufzeichen und Muster.
- Die Sanktionen seit 2022 haben Allianz, Leasing und Ersatzteilversorgung der Gruppe grundlegend verändert.
- Für Spotter in der EU ist die Gruppe heute ein Ziel für Reisen und fürs Archiv – gute Beschriftung alter Fotos lohnt sich.
Häufige Fragen
Welche Airlines gehören zur Aeroflot-Gruppe?
Zur Gruppe gehören Aeroflot selbst, die Airline Rossiya mit Wurzeln in Sankt Petersburg und die Low-Cost-Tochter Pobeda. Frühere Töchter wie Dobrolet, Donavia, Orenair und Aurora gibt es in der Gruppe nicht mehr – sie wurden eingestellt, in Rossiya integriert oder verkauft.
Warum fliegen Aeroflot, Rossiya und Pobeda nicht mehr nach Deutschland?
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hat die EU ihren Luftraum für russische Airlines gesperrt. Die Schweiz und Großbritannien zogen ebenfalls nach. Seitdem gibt es keine Flüge der Gruppe nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz.
Ist Aeroflot noch Mitglied von SkyTeam?
Nein. Aeroflot war seit 2006 Mitglied von SkyTeam, Ende April 2022 wurde die Mitgliedschaft ausgesetzt. Seitdem gibt es keine Allianz-Vorteile mehr mit Partnern wie Air France oder KLM.
Was ist der Unterschied zwischen Aeroflot und Rossiya?
Beide sind Netzwerk-Airlines der Gruppe, aber eigenständige Betreiber. Aeroflot fliegt mit dem Code SU und dem Rufzeichen AFL, Rossiya hat die Codes FV und SDM, nutzt aber auch SU-Flugnummern. Rossiya trägt ein rot-weißes Design und betreibt die Superjets der Gruppe, Aeroflot setzt auf Airbus und Boeing.
Welche Flugzeuge fliegt Pobeda?
Pobeda setzt ausschließlich auf die Boeing 737-800. Öffentlich verfügbare Flottenübersichten nannten 2025 rund 42 Maschinen. Eine Einheitsflotte ist typisch für Low-Cost-Airlines, weil sie Wartung und Schulung vereinfacht.
Warum hatten Aeroflot-Flugzeuge früher Bermuda-Kennzeichen?
Viele geleaste Flugzeuge russischer Airlines waren in Bermuda registriert, etwa mit VP-B oder VQ-B. Im März 2022 setzte die Luftfahrtbehörde von Bermuda die Lufttüchtigkeitszeugnisse dieser Flugzeuge aus, Russland registrierte sie daraufhin im eigenen Register mit RA-. Hintergründe stehen im Beitrag Offshore-Registrierungen und Leasing.
Wo kann ich die Aeroflot-Gruppe heute noch spotten?
Außerhalb der EU an Flughäfen, die weiter aus Russland angeflogen werden – etwa in der Türkei wie Antalya und Istanbul, am Golf wie in Dubai sowie in Teilen Asiens. Welche Strecken gerade bedient werden, ändert sich mit jedem Flugplan.
Fliegt die Aeroflot-Gruppe noch russische Flugzeuge?
Ja, vor allem den Superjet 100 bei Rossiya. Aeroflot selbst fliegt heute Airbus und Boeing. Die MC-21 gilt als künftiges Flaggschiff der Hauptgesellschaft; Aeroflot rechnet nach Berichten aus der Fachpresse mit ersten Auslieferungen ab 2027.
Sichtungen rund um Aeroflot-Gruppe sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Aeroflot
Russlands nationale Airline mit Drehkreuz Moskau-Scheremetjewo: einst die größte Fluggesellschaft der Welt, heute mit Airbus- und Boeing-Flotte unter Sanktionen und seit 2022 aus dem EU-Luftraum verbannt.
UN / TSOTransaero
Historische russische Airline: 1990 als erste private Fluggesellschaft der Sowjetunion gegründet, später die Nummer zwei hinter Aeroflot mit Boeing 747 und 777 – und im Oktober 2015 am Ende.
TK / THYTurkish Airlines
Die türkische Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 1933 gegründet, seit 2008 in der Star Alliance und mit dem Drehkreuz Istanbul eine der Airlines, die die meisten Länder der Welt anfliegt.
Typische Flugzeuge
Suchoi Superjet 100
Russlands Regionaljet mit französisch-russischen Triebwerken: Der Superjet 100 war kurz auch in Westeuropa unterwegs und ist heute dort eine echte Rarität. So erkennst du ihn und ordnest seine Geschichte ein.
FlugzeugtypIrkut MC-21 (Jakowlew MS-21)
Schlanke Flügel ohne Winglets, große PD-14-Triebwerke, russisches RA-Kennzeichen: Die MC-21 ist Russlands Antwort auf A320neo und 737 MAX. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wie die Sanktionen das Programm umgebaut haben.
FlugzeugtypAirbus A350-900
Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A330-300
Langer Rumpf, zwei Triebwerke, aufgesetzte Winglets: Die A330-300 ist seit über 30 Jahren ein Arbeitstier der Langstrecke. So erkennst du sie und grenzt sie von ihren Geschwistern ab.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 777-300ER
Der meistverkaufte 777-Ableger: Die 777-300ER ist länger als eine A380, fliegt nur mit GE90-Triebwerken und prägt seit 2004 die Langstrecke. So erkennst du die 77W sicher.
FlugzeugtypTupolew Tu-154
Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und lange Gondeln hinter dem Flügel: Die Tu-154 war das Arbeitspferd von Aeroflot und dem Ostblock. Heute ist sie fast nur noch im Museum zu sehen.
FlugzeugtypIljuschin Il-96
Vier Triebwerke, Winglets und ein Fahrwerksbein mitten unter dem Rumpf: Die Il-96 ist Russlands einziger Langstrecken-Großraumjet aus eigener Produktion und fliegt heute vor allem den Präsidenten. So erkennst du sie und so ordnest du die seltenen Sichtungen ein.
Weitere Einträge
SkyTeam
Die jüngste der drei großen Airline-Allianzen: im Jahr 2000 von Delta, Air France, Aeroméxico und Korean Air gegründet, heute mit Schwerpunkt in Amsterdam und Paris – und mit einer silbernen Sonderlackierung, die Spotter gezielt suchen.
HerstellerUnited Aircraft Corporation
Superjet, MC-21, Tu-214, Il-114-300 und dazu Kampfjets von Suchoi und MiG: Fast alles, was in Russland heute an Flugzeugen gebaut wird, kommt aus einem einzigen Staatskonzern. Hier erfährst du, wie die United Aircraft Corporation 2006 entstanden ist, welche traditionsreichen Konstruktionsbüros zu ihr gehören, wo die aktuellen Programme stehen und warum du ihre Jets in Europa inzwischen fast nur noch im Museum siehst.
Airline-GruppeAir France-KLM
Air France-KLM ist ein französisch-niederländischer Konzern mit zwei Netzwerk-Airlines, zwei Transavia-Betrieben und eigenen Regionaltöchtern. Wer am Zaun nur auf Blau-Weiß-Rot oder KLM-Blau achtet, verpasst die halbe Gruppe.
Airline-GruppeLufthansa Group
Die Lufthansa Group ist keine Airline, sondern ein Konzern mit einem Dutzend Flugbetrieben – von Lufthansa über SWISS und Austrian bis Eurowings und ITA Airways. Wer am Zaun nur den Kranich sucht, übersieht die halbe Gruppe.
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