Volga-Dnepr Airlines

Die russische Schwerlast-Airline aus Uljanowsk war jahrzehntelang der größte Betreiber der An-124 und ein Stammgast in Leipzig. Seit 2022 ist sie aus dem westlichen Luftraum verschwunden – ihre Spuren findest du trotzdem noch.

Auch bekannt als: Volga-Dnepr · Wolga-Dnepr · Volga-Dnepr Group · VDA

RusslandRusslandFracht-AirlinesIATA: VIICAO: VDA12 Min. Lesezeit

VDA

ICAO-Code

1991

Erster kommerzieller Flug

RA-

Russisches Kennzeichen-Präfix

150 t

Nutzlast der An-124-100M-150

Das Wichtigste in Kürze

  • Volga-Dnepr Airlines ist eine russische Frachtairline aus Uljanowsk, spezialisiert auf übergroße und superschwere Ladung.
  • Codes: ICAO VDA, IATA VI, Rufzeichen „VOLGA“.
  • Die Flotte besteht aus An-124 Ruslan und Il-76TD-90VD – über Jahre war Volga-Dnepr der größte zivile Betreiber der An-124.
  • Seit Februar 2022 ist der Luftraum der EU und Kanadas gesperrt; drei An-124 stehen seither in Leipzig/Halle, eine in Toronto.
  • Kanada hat Volga-Dnepr 2023 sanktioniert und die An-124 RA-82078 in Toronto beschlagnahmt.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Volga-Dnepr Airlines im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Die Flotte: Ruslan und Il-76
  4. 4.Die Volga-Dnepr Group: AirBridgeCargo und ATRAN
  5. 5.Leipzig, SALIS und die Partnerschaft mit Antonov
  6. 6.Sanktionen: was seit 2022 passiert ist
  7. 7.Woran du Volga-Dnepr erkennst
  8. 8.Volga-Dnepr in Leipzig spotten
  9. 9.Volga-Dnepr im Kontext der russischen Luftfahrt
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeVI
ICAO-CodeVDA
RufzeichenVOLGA
DrehkreuzeULY, KJA
GeschäftsmodellCharter-Frachtairline für übergroße und superschwere Ladung (Outsize- und Heavy-Lift-Fracht)
SitzUljanowsk, Russland
Gegründet1990, erster kommerzieller Flug am 1. August 1991
GründerUnter anderem das Uljanowsker Flugzeugwerk Aviastar und das ukrainische Konstruktionsbüro Antonov
KonzernVolga-Dnepr Group, zu der auch AirBridgeCargo und ATRAN gehören
FlottentypenAntonov An-124-100 Ruslan (auch An-124-100M-150) und Iljuschin Il-76TD-90VD
Flotte (Stand 2025/2026)Laut Flottenübersichten 7 An-124 und 5 Il-76TD-90VD, ein Teil davon inaktiv bzw. im Ausland festgesetzt
Status im WestenSeit Februar 2022 kein Zugang mehr zum Luftraum der EU und Kanadas
Allianzkeine (Charter-Frachtairline)
RufzeichenVOLGA

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Volga-Dnepr Airlines?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vor allem Antonov An-124 Ruslan und Iljuschin Il-76TD-90VD – beides vierstrahlige Hochdecker
  • Großer Schriftzug „Volga-Dnepr“ am Rumpf
  • Russisches Kennzeichen mit dem Präfix RA- – Antonov-Maschinen tragen dagegen UR-
  • Auf dem Tracker mit ICAO-Code VDA, im Funk mit dem Rufzeichen „VOLGA“
  • In Europa seit 2022 nur noch abgestellt am Boden zu sehen, vor allem in Leipzig/Halle
  • Il-76 mit T-Leitwerk und verglaster Navigatorkanzel in der Nase, An-124 mit tief angesetztem Höhenleitwerk

Wer vor 2022 in Leipzig/Halle eine An-124 vor die Linse bekam, musste genau hinsehen: UR- oder RA-Kennzeichen? Hinter den russischen Maschinen stand fast immer Volga-Dnepr Airlines, über Jahre der größte zivile Betreiber der Ruslan. Heute fliegt die Airline aus Uljanowsk nicht mehr nach Europa – doch einige ihrer Flugzeuge stehen noch immer hier. Diese Seite zeigt dir, wer Volga-Dnepr ist, mit welchen Typen die Airline fliegt, was die Sanktionen verändert haben und wo du ihre Spuren als Spotter noch findest.

Seltene Frachter im Blick

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Volga-Dnepr Airlines im Überblick

Volga-Dnepr Airlines ist eine russische Frachtairline mit Sitz in Uljanowsk an der Wolga. Gegründet wurde sie 1990, noch in den letzten Monaten der Sowjetunion. Zu den Gründern gehörten das Uljanowsker Flugzeugwerk Aviastar, in dem die An-124 gebaut wurde, und das ukrainische Konstruktionsbüro Antonov, das die Ruslan entwickelt hatte. Der Name verbindet zwei Flüsse: die Wolga, an der Uljanowsk liegt, und den Dnepr, an dem Kiew liegt – passend zur russisch-ukrainischen Gründungsgeschichte.

Die Geschäftsidee war die gleiche wie bei Antonov Airlines: Mit der An-124 gab es plötzlich ein Flugzeug, das Ladung tragen konnte, für die es im Westen kaum Alternativen gab. Volga-Dnepr wollte diese Fähigkeit auf dem Weltmarkt verkaufen. Den ersten kommerziellen Flug absolvierte die Airline laut eigener Chronik am 1. August 1991 auf einer Inlandsroute ab Uljanowsk. Kurz darauf folgte ein Auftrag über 120 Tonnen Fracht von Amsterdam nach Almaty.

Für den internationalen Vertrieb arbeitete Volga-Dnepr anfangs mit dem britischen Frachtspezialisten HeavyLift zusammen. 2001 endete diese Partnerschaft, und die Airline trat eigenständig auf, mit Verkaufsbüros in Houston und am Flughafen London-Stansted. Im selben Jahr entstand die Volga-Dnepr Group als Dach für mehrere Gesellschaften. Nach eigenen Angaben betrieb Volga-Dnepr Anfang der 2000er-Jahre mit zehn Maschinen die größte An-124-Flotte und deckte einen Großteil des Weltmarkts für Sonderfracht ab. 2004 wurde die Airline IATA-Mitglied.

Das Geschäftsmodell: Charter für übergroße und superschwere Ladung. Volga-Dnepr transportierte Maschinen, Ausrüstung für die Energieindustrie, Reaktoren, Satelliten, Hubschrauber und sogar Boote. Dazu kamen humanitäre Einsätze und Flüge für UN-Missionen. Feste Linien gab es bei der Airline selbst nicht – die Linienfracht übernahm eine eigene Tochter.

VDAICAO-Code auf dem Tracker
RA-Kennzeichen-Präfix Russlands
A124Typcode der An-124 Ruslan

Codes und Rufzeichen

  • ICAO-Code VDA: steht im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern. Für Spotter der wichtigste Suchbegriff.
  • IATA-Code VI: taucht in Frachtpapieren und Buchungssystemen auf, spielt beim Spotten aber kaum eine Rolle.
  • Rufzeichen VOLGA: so meldet sich die Besatzung im Funk.

Wie du ADS-B-Daten liest und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter. Bei Volga-Dnepr gilt: Fliegende Maschinen siehst du auf westlichen Trackern heute fast nur noch in Regionen außerhalb Europas und Nordamerikas – und auch dort ist die Abdeckung je nach Gebiet lückenhaft.

Kennzeichen zuerst

An-124 und Il-76 werden von mehreren Airlines geflogen. Ob eine Maschine zu Volga-Dnepr gehört, verrät dir am schnellsten das russische RA-Kennzeichen – kombiniert mit dem Schriftzug am Rumpf. Was hinter den Präfixen steckt, liest du im Beitrag zu den Länderkennungen von Flugzeugen.

Die Flotte: Ruslan und Il-76

Volga-Dnepr setzt auf zwei Typen aus sowjetischer Konstruktion. Beide sind vierstrahlige Hochdecker mit Heckrampe – aber in ganz unterschiedlichen Gewichtsklassen.

Typ Rolle Nutzlast Spotter-Hinweis
An-124-100 Ruslan Rückgrat für Schwerlast bis 120 t Hochklappbare Nase, tief angesetztes Höhenleitwerk
An-124-100M-150 aufgewertete Ruslan, seit 2019 im Einsatz bis 150 t Äußerlich kaum von der Standardversion zu unterscheiden
Il-76TD-90VD mittelgroße Fracht, seit 2022 auch Linienfracht deutlich weniger als die An-124 T-Leitwerk, PS-90-Triebwerke, verglaste Nase

Bei der Zahl der Flugzeuge musst du vorsichtig sein. Anfang 2022 nannte Volga-Dnepr selbst zwölf An-124-100 in der Flotte. Aktuelle Flottenübersichten führen dagegen sieben An-124 und fünf Il-76TD-90VD – und markieren einen Teil davon als inaktiv. Der Grund: Mehrere Ruslans sitzen seit 2022 im Ausland fest, und wie viele Maschinen in Russland tatsächlich fliegen, lässt sich von außen schwer prüfen.

Die An-124: Volga-Dneprs Aushängeschild

Die Antonov An-124 Ruslan ist der Grund, warum es Volga-Dnepr überhaupt gibt. Ihr Laderaum ist so groß, dass Fahrzeuge, Turbinen oder Teile von Industrieanlagen hineinpassen. Die Nase klappt nach oben, das Bugfahrwerk kann sich absenken, und hinten gibt es eine zweite Ladeöffnung. Eingebaute Kräne heben schwere Stücke ohne Hilfe vom Boden in den Rumpf.

2019 nahm Volga-Dnepr die An-124-100M-150 in Betrieb, eine aufgewertete Version, die bis zu 150 statt 120 Tonnen tragen kann. Äußerlich unterscheidet sie sich kaum – auch hier hilft nur das Kennzeichen.

Noch größer war nur die An-225 Mrija – sie flog aber für Antonov, nie für Volga-Dnepr, und wurde 2022 in der Ukraine zerstört.

Die Il-76TD-90VD: die modernisierte Iljuschin

Die zweite Säule ist die Iljuschin Il-76 in der Version TD-90VD. Volga-Dnepr gehörte zu den ersten Betreibern dieser Variante. Statt der alten, lauten Triebwerke hat sie moderne PS-90A-76 bekommen, die strengere Lärm- und Verbrauchsgrenzen erfüllen. Laut Volga-Dnepr ging die erste Il-76TD-90VD im Mai 2010 in den kommerziellen Dienst.

Für Spotter war die TD-90VD vor 2022 eine willkommene Abwechslung: eine Il-76, die regelmäßig westliche Flughäfen anflog und dabei deutlich leiser war als ältere Exemplare. Nach Beginn der Sanktionen hat Volga-Dnepr laut eigener Darstellung gerade die Il-76 für planmäßige Frachtflüge nach China, Indien und in die Vereinigten Arabischen Emirate eingesetzt.

Alte Ruslan-Fotos sauber archiviert

Poste deine Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Spot – auch historische Aufnahmen aus der Zeit, als Volga-Dnepr noch in Europa flog. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Die Volga-Dnepr Group: AirBridgeCargo und ATRAN

Volga-Dnepr war nie nur eine einzelne Airline. Unter dem Dach der Group arbeiteten mehrere Gesellschaften mit klar getrennten Aufgaben:

  • Volga-Dnepr Airlines: Charter für Schwerlast und Sonderfracht mit An-124 und Il-76.
  • AirBridgeCargo: 2004 gegründete Linienfracht-Tochter mit Boeing-747-Frachtern, darunter die 747-8F. Sie war vor 2022 regelmäßig an großen europäischen Frachtflughäfen zu sehen.
  • ATRAN: eine kleinere Frachtairline der Group.
  • Dazu Wartungs-, Versicherungs- und Ausbildungsgesellschaften.

Mit dem Krieg brach dieses Netz weitgehend zusammen: Im März 2022 stellten die Töchter ihre Flüge ein, und die 747-Frachter von AirBridgeCargo verschwanden aus dem westlichen Luftraum. Wenn du alte Fotos von AirBridgeCargo in Frankfurt oder Leipzig hast, gehören sie heute zu den historischen Stücken deines Archivs.

Leipzig, SALIS und die Partnerschaft mit Antonov

Für Spotter in Deutschland ist Leipzig/Halle der Ort, an dem Volga-Dnepr jahrelang am präsentesten war. Der Grund heißt SALIS – ein Programm, über das sich mehrere NATO- und EU-Staaten strategische Lufttransportkapazität sichern. Ab 2006 standen dafür An-124 in Leipzig bereit, anfangs über ein Gemeinschaftsunternehmen von Volga-Dnepr und Antonov. Parallel vermarkteten beide Airlines ihre Ruslans gemeinsam über Ruslan International.

Diese Zusammenarbeit war aus heutiger Sicht bemerkenswert: Eine russische und eine ukrainische Airline teilten sich Aufträge für westliche Streitkräfte. 2018 verlängerte Volga-Dnepr den SALIS-Vertrag nicht – seitdem ist Antonov alleiniger Partner. Leipzig blieb für Volga-Dnepr trotzdem ein wichtiger Standort für Betrieb und Wartung, bis zum Februar 2022.

1990/1991

Gründung in Uljanowsk, erster kommerzieller Flug im August 1991.

2001–2006

Eigenständiger Vertrieb, Gründung der Group und von AirBridgeCargo, Start von SALIS in Leipzig.

2018/2019

Ausstieg aus SALIS, Indienststellung der An-124-100M-150.

2022

Luftraumsperren im Westen, die meisten Flüge der Group werden eingestellt, Maschinen sitzen im Ausland fest.

Sanktionen: was seit 2022 passiert ist

Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 änderte sich für Volga-Dnepr alles. Am 27. Februar 2022 schlossen die EU und Kanada ihren Luftraum für russische Fluggesellschaften, die USA folgten Anfang März. Hinzu kamen Probleme mit Versicherungen und Ersatzteilen. Die meisten Flüge der Group wurden im März 2022 eingestellt.

Drei Ruslans in Leipzig

Als die Sperre kam, standen drei An-124 von Volga-Dnepr in Leipzig/Halle. Sie dürfen seitdem nicht abfliegen. Für Spotter ist das eine seltsame Situation: Ausgerechnet am Flughafen, an dem die Antonov-Ruslans heute ihre Basis haben, stehen auch ihre russischen Schwestern – nur eben ohne Bewegung. Wie es mit diesen Maschinen rechtlich weitergeht, ist Stand Oktober 2026 nicht abschließend geklärt.

Die An-124 von Toronto

Noch bekannter ist der Fall der RA-82078. Die An-124 war Ende Februar 2022 aus China über Alaska nach Kanada unterwegs und landete am 27. Februar am Flughafen Toronto Pearson – in den Tagen, in denen Kanada seinen Luftraum für russische Airlines schloss. Seitdem kam sie nicht mehr weg.

2023 setzte Kanada Volga-Dnepr auf seine Sanktionsliste und begründete das mit der Beteiligung am russischen Angriffskrieg. Im Juni 2023 bestätigte die kanadische Regierung die Beschlagnahme der Maschine und kündigte an, gemeinsam mit der Ukraine über ihre weitere Verwendung zu entscheiden. Volga-Dnepr reichte im November 2023 Klage ein und bezeichnet die Beschlagnahme als rechtswidrig. Ob und wann die Ruslan tatsächlich an die Ukraine geht, ist offen.

Gestrandet heißt nicht verschwunden

Abgestellte Flugzeuge verändern sich mit der Zeit: Triebwerke werden abgedeckt, Teile entfernt, die Bemalung verblasst. Wer die Leipziger Ruslans in regelmäßigen Abständen fotografiert, dokumentiert ein Stück Luftfahrtgeschichte. Notiere zu jedem Bild Datum und Kennzeichen.

Was Volga-Dnepr heute fliegt

Ganz am Boden ist die Airline nicht. Laut eigener Darstellung hat Volga-Dnepr nach 2022 Routen nach China, Indien und in die Emirate aufgebaut. Typisch sind Charterflüge mit Industrie- und Energietechnik zwischen Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Solche Flüge zeigen: Die Ruslan fliegt weiter – nur eben auf Routen, die westlichen Luftraum meiden.

Woran du Volga-Dnepr erkennst

Das wichtigste Merkmal ist das Kennzeichen mit RA-Präfix. Dazu kommt der große „Volga-Dnepr“-Schriftzug am Rumpf. Wenn du eine An-124 siehst, hilft dir diese Gegenüberstellung:

Das spricht für Volga-Dnepr

  • Kennzeichen mit RA-Präfix
  • Volga-Dnepr-Schriftzug am Rumpf
  • ICAO-Code VDA auf dem Tracker
  • In Europa: dauerhaft abgestellt ohne Bewegungen

Das spricht für Antonov Airlines

  • Kennzeichen mit UR-Präfix
  • Weiße Bemalung mit großem ANTONOV-Schriftzug
  • ICAO-Code ADB auf dem Tracker
  • Das Flugzeug fliegt tatsächlich in Europa

Bei der Il-76 musst du anders denken. Il-76 werden von vielen Betreibern geflogen, darunter Militär und Regierungen. Die TD-90VD unterscheidet sich vor allem durch ihre moderneren PS-90-Triebwerke; im Zweifel bestätigen Kennzeichen und Tracker-Typangabe die Version. Das T-Leitwerk und die verglaste Navigatorkanzel unter dem Cockpit teilen dagegen alle Il-76. Einen Überblick über Großfrachter und ihre Silhouetten bekommst du im Guide Frachtflugzeuge erkennen.

Achtung Verwechslung

Aus der Ferne sehen An-124 und Il-76 ähnlich aus. Achte auf das Leitwerk: Die Il-76 hat ein T-Leitwerk, bei der An-124 sitzt das Höhenleitwerk tief am Rumpf. Außerdem ist die Ruslan deutlich größer und hat ein Fahrwerk mit vielen Rädern in mehreren Reihen.

Volga-Dnepr in Leipzig spotten

Fliegende Volga-Dnepr-Maschinen wirst du in Deutschland nicht mehr sehen. Die abgestellten An-124 in Leipzig/Halle sind aber ein lohnendes Ziel – vor allem, wenn du sie zusammen mit den aktiven Antonov-Ruslans fotografierst. Einen ersten Überblick über das Vorfeld bekommst du von der Besucherterrasse am Flughafen Leipzig/Halle. Wie du deinen Besuch insgesamt planst, liest du im Guide zum Planespotting in Leipzig/Halle.

Leipzig lohnt sich ohnehin: Neben den Ruslans findest du dort das DHL-Drehkreuz mit European Air Transport Leipzig und die Boeing 777F von AeroLogic. Viel Betrieb findet nachts statt; Tipps dazu gibt der Beitrag Flugzeuge nachts fotografieren.

Gute Chancen auf eine Volga-Dnepr-Sichtung, wenn …

  • du in Leipzig/Halle einen Blick auf die Abstellflächen hast
  • du Fotos mit Teleobjektiv bei gutem Licht machen kannst
  • du auf Reisen außerhalb Europas Frachtflughäfen in Asien oder im Nahen Osten besuchst

Prüf es vorher, wenn …

  • du dich auf ältere Spotterberichte verlässt – abgestellte Flugzeuge werden auch mal umgeparkt
  • du gezielt eine bestimmte RA-Ruslan suchst

Eher keine Chance, wenn …

  • du auf einen Start oder eine Landung einer Volga-Dnepr-Maschine in der EU hoffst

Wer auf Reisen im Ausland nach Volga-Dnepr Ausschau hält, sollte die Regeln vor Ort kennen. Gerade in Russland ist das Fotografieren an Flughäfen heikel – mehr dazu im Beitrag zu Fotografierverboten in Russland und Belarus. Wie du generell an seltene Gäste kommst, zeigt der Guide Seltene Flugzeuge spotten.

Sicherheit und Regeln

Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Abgestellte Flugzeuge stehen oft auf gesicherten Flächen – Zäune und Absperrungen sind tabu, und bei Hinweisen von Flughafenpersonal oder Polizei gilt: Folge ihnen. Drohnen haben in Flughafennähe nichts verloren.

Volga-Dnepr im Kontext der russischen Luftfahrt

Volga-Dnepr gilt als erste russische Fluggesellschaft, die nicht zu Aeroflot gehörte. Während Aeroflot als staatlicher Platzhirsch den Passagierverkehr prägte, baute Volga-Dnepr in den 1990er-Jahren eine Nische auf, in der Russland weltweit führend war: Schwerlastfracht mit sowjetisch konstruierten Großraumflugzeugen. Wie es zu diesen Typen kam, erzählt der Beitrag zu sowjetischen Verkehrsflugzeugen.

Seit 2022 ist dieser internationale Erfolg Geschichte. Außerhalb Russlands fliegt die An-124 heute vor allem für Antonov Airlines; früher setzte etwa auch Maximus Air Cargo aus Abu Dhabi eine Ruslan ein. Für westliche Kunden ist das Angebot an Ruslan-Kapazität damit deutlich kleiner geworden.

Häufige Verwechslungen

  • Jede An-124 in Leipzig für Antonov halten – die abgestellten Ruslans mit RA-Kennzeichen gehören Volga-Dnepr.
  • Volga-Dnepr und AirBridgeCargo gleichsetzen – AirBridgeCargo war die Linienfracht-Tochter mit Boeing 747, Volga-Dnepr selbst fliegt Charter mit An-124 und Il-76.
  • Jede Il-76 für Volga-Dnepr halten – die Il-76 fliegt bei vielen Betreibern, auch militärisch. Kennzeichen und Schriftzug entscheiden.
  • Den Namen als rein russisch lesen – Wolga und Dnepr erinnern an die russisch-ukrainischen Wurzeln aus der Gründungszeit.
  • Die An-124-100M-150 optisch erkennen wollen – die aufgewertete Version unterscheidet sich vor allem bei der Nutzlast, nicht im Aussehen.
  • Davon ausgehen, dass die Airline aufgelöst ist – Volga-Dnepr fliegt weiter, nur nicht mehr im westlichen Luftraum.

Kein seltener Frachter mehr verpasst

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Fazit

Volga-Dnepr Airlines hat die An-124 Ruslan zu einem weltweiten Geschäft gemacht und war über drei Jahrzehnte ein Stammgast an Frachtflughäfen in Europa und Nordamerika. Seit 2022 ist die Airline aus dem Westen verschwunden – geblieben sind abgestellte Ruslans in Leipzig und Toronto. Für Spotter ist Volga-Dnepr damit zu einem Stück Zeitgeschichte geworden: Alte Fotos fliegender RA-Ruslans sind heute kaum zu wiederholen, und die gestrandeten Maschinen erzählen ihre eigene Geschichte.

Kurzfazit

Volga-Dnepr Airlines (ICAO VDA) ist eine russische Schwerlast-Frachtairline aus Uljanowsk mit An-124 Ruslan und Il-76TD-90VD. Seit den Sanktionen 2022 fliegt sie nicht mehr in den Westen – in Europa siehst du ihre RA-Ruslans nur noch abgestellt in Leipzig/Halle.

Zusammenfassung

  • Volga-Dnepr war lange der zweite große Name neben Antonov, wenn es um die An-124 ging – mit russischen RA-Kennzeichen statt ukrainischen UR-Kennzeichen.
  • Leipzig/Halle war für die Airline jahrelang Stützpunkt und Wartungsstandort, unter anderem durch das Programm SALIS bis 2018.
  • Seit Kriegsbeginn 2022 fliegt Volga-Dnepr nicht mehr nach Europa oder Nordamerika. Die Ruslans, die damals im Westen standen, sitzen fest.
  • Fliegende Volga-Dnepr-Maschinen siehst du heute nur noch außerhalb des Westens, etwa auf Charterflügen in Asien, Afrika oder im Nahen Osten.

Häufige Fragen

Welchen ICAO- und IATA-Code hat Volga-Dnepr Airlines?

Der ICAO-Code lautet VDA, der IATA-Code VI. Im Funk meldet sich die Besatzung mit dem Rufzeichen „VOLGA“. Weil die Airline Charter fliegt, ist für Spotter vor allem der ICAO-Code auf Flugtrackern wichtig.

Welche Flugzeuge fliegt Volga-Dnepr?

Die Airline setzt zwei Typen ein: die Antonov An-124-100 Ruslan für besonders große und schwere Ladung und die Iljuschin Il-76TD-90VD, eine modernisierte Il-76 mit PS-90-Triebwerken. Seit 2019 fliegt Volga-Dnepr auch die aufgewertete An-124-100M-150 mit bis zu 150 Tonnen Nutzlast. Die genaue Flottenzahl ist schwer zu bestimmen, weil mehrere Maschinen im Ausland festsitzen oder inaktiv sind.

Fliegt Volga-Dnepr noch nach Deutschland?

Nein. Seit Februar 2022 ist der Luftraum der EU für russische Fluggesellschaften und in Russland registrierte Flugzeuge gesperrt. Volga-Dnepr kann deshalb weder Leipzig noch einen anderen deutschen Flughafen anfliegen. Stand Oktober 2026 hat sich daran nichts geändert.

Warum stehen Volga-Dnepr-Flugzeuge in Leipzig?

Leipzig/Halle war jahrelang ein wichtiger Standort der Airline, unter anderem für Wartung und für das Lufttransportprogramm SALIS. Als im Februar 2022 der EU-Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt wurde, standen drei An-124 in Leipzig. Sie dürfen seitdem nicht mehr abfliegen und sind dort abgestellt.

Was ist mit der An-124 in Toronto passiert?

Die An-124 mit dem Kennzeichen RA-82078 landete am 27. Februar 2022 in Toronto, kurz bevor bzw. als Kanada seinen Luftraum für russische Airlines schloss. Seitdem steht sie dort. 2023 verhängte Kanada Sanktionen gegen Volga-Dnepr und beschlagnahmte die Maschine; die Regierung kündigte an, mit der Ukraine über ihre weitere Verwendung zu beraten. Volga-Dnepr klagt dagegen. Wo die Maschine am Ende landet, ist offen.

Was ist der Unterschied zwischen Volga-Dnepr und Antonov Airlines?

Beide fliegen die An-124, aber Volga-Dnepr ist eine russische Airline mit RA-Kennzeichen, Antonov Airlines die Frachtsparte des ukrainischen Herstellers mit UR-Kennzeichen. Früher arbeiteten beide über das Gemeinschaftsunternehmen Ruslan International zusammen. Seit 2022 stehen sie auf entgegengesetzten Seiten, und nur noch Antonov fliegt in Europa.

Gehört AirBridgeCargo zu Volga-Dnepr?

Ja. AirBridgeCargo wurde 2004 als Linienfracht-Tochter der Volga-Dnepr Group gegründet und flog Boeing 747-Frachter, unter anderem nach Europa. Seit 2022 ist auch AirBridgeCargo aus dem westlichen Luftraum ausgeschlossen.

Wo kann ich Volga-Dnepr heute noch sehen?

In Europa nur noch am Boden: Die drei abgestellten An-124 stehen in Leipzig/Halle; ob du sie von öffentlichen Bereichen aus siehst, hängt vom jeweiligen Abstellplatz ab. Fliegende Maschinen begegnen dir nur noch außerhalb des Westens, etwa auf Charterflügen zwischen Russland, China, dem Nahen Osten und Afrika.

Volga-Dnepr Airlines im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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