Das Wichtigste in Kürze
- Aeroflot ist die nationale Airline Russlands mit Sitz in Moskau und Drehkreuz Moskau-Scheremetjewo.
- Codes: IATA SU, ICAO AFL, Rufzeichen „AEROFLOT“.
- In der Sowjetunion war Aeroflot über Jahrzehnte die größte Airline der Welt und zugleich praktisch die gesamte zivile Luftfahrt des Landes.
- Seit 2022 fliegt Aeroflot nicht mehr in die EU: Luftraumsperre, Eintrag in die EU-Flugsicherheitsliste und ausgesetzte SkyTeam-Mitgliedschaft.
- Die heutige Flotte ist überwiegend westlich (Airbus und Boeing), steht aber unter Sanktionen; bestellt sind große Stückzahlen russischer Jets.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Aeroflot im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Von Dobroljot zur größten Airline der Welt
- 4.Neuanfang nach 1991
- 5.Die Flotte: Airbus, Boeing – und russische Hoffnungen
- 6.Sanktionen und EU-Flugverbot 2022
- 7.Woran du Aeroflot erkennst
- 8.Kennzeichen: RA-, VP-B und VQ-B
- 9.Aeroflot heute spotten
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | SU |
|---|---|
| ICAO-Code | AFL |
| Rufzeichen | AEROFLOT |
| Drehkreuze | SVO |
| Geschäftsmodell | Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Moskau und Inlands- sowie Auslandsverkehr |
| Sitz | Moskau, Russland |
| Wurzeln | 1923 (Vorläufer Dobroljot), Name „Aeroflot“ seit 1932 |
| Eigentümer | Mehrheitlich der russische Staat |
| Drehkreuz | Moskau-Scheremetjewo (SVO) |
| Konzern | Aeroflot-Gruppe, u. a. mit Rossiya und der Low-Cost-Tochter Pobeda |
| Allianz | SkyTeam seit 2006, Mitgliedschaft seit April 2022 ausgesetzt |
| Flotte (Hauptgesellschaft, Stand 2025) | Rund 170 Flugzeuge der Familien A320, A330, A350, Boeing 737 und 777 |
| EU-Status | Seit 2022 kein Flugbetrieb in der EU: Luftraumsperre und Eintrag in die EU-Flugsicherheitsliste |
| Markenzeichen | Geflügelte Hammer-und-Sichel-Emblem, Leitwerk in den russischen Landesfarben |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Aeroflot?
- Leitwerk mit einer stilisierten, wehenden russischen Flagge in Weiß, Blau und Rot
- Großer blauer Schriftzug „AEROFLOT“ in lateinischen und kyrillischen Buchstaben am hellen Rumpf
- Das geflügelte Hammer-und-Sichel-Emblem – ein Überbleibsel der sowjetischen Ära
- Flugnummer mit SU, auf dem Tracker das Rufzeichen AFL
- Kennzeichen mit RA- (Russland) oder, bei älteren Leasingflugzeugen, mit VP-B bzw. VQ-B (Bermuda)
- Westliche Flotte aus Airbus und Boeing statt sowjetischer Typen wie früher
Wer vor 2022 an einem großen deutschen Flughafen gespottet hat, kennt das Bild: ein Airbus mit der wehenden russischen Flagge am Leitwerk und dem kleinen geflügelten Hammer-und-Sichel-Emblem am Rumpf. Aeroflot gehörte zu den festen Gästen in Frankfurt, München oder Berlin. Seit Frühjahr 2022 ist dieses Motiv aus Europa verschwunden. Diese Seite erklärt, woher die Airline kommt, was ihre Flotte ausmacht, warum sie nicht mehr in der EU landet – und wie du alte und neue Aeroflot-Sichtungen sauber einordnest.
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Aeroflot im Überblick
Aeroflot ist die nationale Fluggesellschaft Russlands mit Sitz in Moskau. Ihr Drehkreuz ist der Flughafen Moskau-Scheremetjewo (SVO), von dem aus die Airline ein Netz im Inland und ins Ausland bedient. Mehrheitseigentümer ist der russische Staat. Zur Aeroflot-Gruppe gehören außerdem weitere Airlines, darunter Rossiya mit Basis in Sankt Petersburg und die Low-Cost-Tochter Pobeda.
Bis 2022 war Aeroflot eine ganz normale internationale Netzwerk-Airline: Mitglied der Allianz SkyTeam, mit Langstreckenflügen nach Asien und Amerika und mit dichten Verbindungen in viele europäische Hauptstädte. Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hat sich dieses Bild grundlegend geändert. Heute fliegt Aeroflot vor allem im Inland und in Länder, die ihren Luftraum nicht für russische Airlines gesperrt haben.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code SU: steht in der Flugnummer, also auf Anzeigetafeln, Tickets und in Flugplänen. Der Code stammt aus der Sowjetzeit und wird bis heute verwendet.
- ICAO-Code AFL: steht im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
- Rufzeichen AEROFLOT: So meldet sich die Besatzung im Funk.
Der Unterschied zwischen Flugnummer und Rufzeichen sorgt bei Einsteigern oft für Verwirrung. Wie beides zusammenhängt, erklärt der Artikel zum Unterschied zwischen Callsign und Flugnummer. Und wer sich für die Geschichte hinter Rufzeichen interessiert, findet im Beitrag über kuriose Airline-Rufzeichen weitere Beispiele.
Von Dobroljot zur größten Airline der Welt
Die Wurzeln von Aeroflot reichen bis 1923 zurück. In diesem Jahr entstand die Gesellschaft Dobroljot, eine der ersten Fluggesellschaften der jungen Sowjetunion. Im Sommer 1923 nahm sie regelmäßige Flüge zwischen Moskau und Nischni Nowgorod auf. Der 9. Februar 1923 gilt in Russland bis heute als Geburtstag der zivilen Luftfahrt. 1932 wurden die zivilen Luftfahrtaktivitäten unter dem Namen Aeroflot zusammengefasst.
In der Sowjetunion war Aeroflot keine Airline im heutigen Sinn. Unter diesem Namen lief praktisch die gesamte zivile Luftfahrt des Landes: Linienflüge, Fracht, Agrarflüge, Sanitätsflüge und vieles mehr. Gemessen an Flotte und Fluggästen war Aeroflot über Jahrzehnte die größte Airline der Welt, mit Tausenden Flugzeugen und Hubschraubern.
Für die Luftfahrtgeschichte wichtig ist das Jahr 1956: Aeroflot setzte die Tupolew Tu-104 ein und betrieb damit als eine der ersten Airlines der Welt dauerhaft einen Linienverkehr mit Strahlflugzeugen. Es folgten Typen wie die Iljuschin Il-62 für die Langstrecke, die Tupolew Tu-154 als Arbeitspferd auf Mittelstrecken, die Il-86 als erster sowjetischer Großraumjet und schließlich die Il-96. Einen Überblick über diese Generationen gibt der Beitrag zu den sowjetischen Verkehrsflugzeugen.
Historisch: die sowjetische Flotte
Die klassischen sowjetischen Typen sind bei Aeroflot selbst längst Geschichte. Die Il-86 war bis 2006 im Einsatz, die letzte Tu-154 flog Ende 2009 für Aeroflot, die Il-96 schied Mitte der 2010er-Jahre aus. Wer diese Typen heute sehen will, findet sie eher in Museen, bei Regierungs- und Militärbetreibern oder in alten Logbüchern.
Neuanfang nach 1991
Mit dem Ende der Sowjetunion zerfiel auch die alte Aeroflot. Aus ihren regionalen Verwaltungen gingen Hunderte kleinere Fluggesellschaften hervor, in der Branche oft „Babyflots“ genannt. Die Moskauer Kerngesellschaft wurde 1992 zu einer Aktiengesellschaft umgebaut und trat zeitweise als „Aeroflot – Russian International Airlines“ auf. Der Staat blieb Mehrheitsaktionär.
In den folgenden Jahren baute Aeroflot ihre Flotte schrittweise auf westliche Muster um. Zunächst kamen einzelne Airbus- und Boeing-Typen dazu, später ersetzten die Airbus A320 und A321 die sowjetischen Mittelstreckenjets. 2003 bekam die Airline ein neues Erscheinungsbild, 2006 trat sie als erste russische Airline einer globalen Allianz bei: SkyTeam. Wie die drei großen Allianzen funktionieren, erklärt der Überblick zu Star Alliance, oneworld und SkyTeam.
Ein inländischer Konkurrent aus dieser Zeit war Transaero, die zweitgrößte russische Airline, die 2015 den Betrieb einstellte. Einige ihrer geleasten Flugzeuge übernahm danach die Aeroflot-Gruppe.
Die Flotte: Airbus, Boeing – und russische Hoffnungen
Nach öffentlich verfügbaren Flottenübersichten betreibt die Hauptgesellschaft Aeroflot rund 170 Flugzeuge (Stand 2025), dazu kommen die Flotten der Töchter. Die genauen Zahlen ändern sich, weil Flugzeuge zwischen den Gesellschaften der Gruppe wechseln und Ersatzteile knapp sind. Die folgende Tabelle zeigt deshalb die Typen, nicht exakte Stückzahlen.
| Typ | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Airbus A320 / A320neo | Kurz- und Mittelstrecke | Größte Gruppe der Flotte |
| Airbus A321 / A321neo | Kurz- und Mittelstrecke | Längerer Rumpf, mehr Türen |
| Airbus A330-300 | Langstrecke und dichte Strecken | Zwei Triebwerke, klassischer Großraumjet |
| Airbus A350-900 | Langstrecke | Neuester Großraumtyp der Airline |
| Boeing 737-800 | Kurz- und Mittelstrecke | Einziger Boeing-Narrowbody |
| Boeing 777-300ER | Langstrecke, Ferienziele | Größtes Flugzeug der Flotte |
Den Airbus A350-900 übernahm Aeroflot erst kurz vor den Sanktionen; ein großer Teil der bestellten Exemplare wurde später an andere Airlines umgeleitet. Die Boeing 777-300ER fliegt auf langen und stark nachgefragten Strecken, die Airbus A330-300 ergänzt die Langstrecke. Auf kürzeren Strecken begegnen dir A320-Familie und Boeing 737-800.
Einen russischen Jet hat Aeroflot selbst nicht mehr im Einsatz: Den Suchoi Superjet 100, den die Airline ab 2011 flog, hat sie an die Tochter Rossiya abgegeben. Gleichzeitig hat die Gruppe 2022 mehrere Hundert russische Flugzeuge bestellt – vor allem die Irkut MC-21, dazu weitere Superjets und die Tu-214. Die MC-21 gilt als das kommende Flaggschiff; mit Auslieferungen rechnet Aeroflot nach eigenen Angaben ab 2027. Wann die Typen tatsächlich in großer Zahl fliegen, ist offen.
Typen und Kennzeichen beobachten
Leg Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen oder Airlines an und lass dich bei Anflug oder Landung benachrichtigen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Sanktionen und EU-Flugverbot 2022
Der Bruch kam innerhalb weniger Tage. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 kündigte Großbritannien noch am selben Tag ein Landeverbot für Aeroflot an. Am 27. Februar sperrten Deutschland und Österreich ihren Luftraum für russische Fluggesellschaften, andere Staaten folgten, Ende Februar dann die gesamte EU. Anfang März zogen die USA nach. Aeroflot stellte Anfang März 2022 einen Großteil ihrer Auslandsflüge vorübergehend ein.
Luftraumsperren
Ende Februar 2022 schließen Deutschland, Österreich und dann die ganze EU ihren Luftraum für russische Airlines.
Leasingverträge gekündigt
Westliche Leasinggesellschaften beenden ihre Verträge. Viele Flugzeuge bleiben trotzdem in Russland.
EU-Flugsicherheitsliste
Am 11. April 2022 kommt Aeroflot auf die EU-Flugsicherheitsliste – ein zusätzliches Betriebsverbot in der EU.
SkyTeam ausgesetzt
Ende April 2022 wird die Mitgliedschaft in der Allianz suspendiert, Aeroflot bleibt seither außen vor.
Besonders folgenreich war der Umgang mit den geleasten Flugzeugen. Viele Airbus- und Boeing-Jets russischer Airlines gehörten westlichen Leasinggesellschaften und waren im Ausland registriert, häufig auf den Bermudas. Nach der Kündigung der Verträge wurde ein großer Teil davon in das russische Register übertragen, obwohl die ursprüngliche Registrierung nicht sauber gelöscht war. Die EU begründete den Eintrag in die Flugsicherheitsliste unter anderem mit diesen Fragen der Lufttüchtigkeitsaufsicht. Für einzelne Flugzeuge hat Aeroflot später Einigungen mit Leasinggebern erzielt und die Maschinen gekauft. Was hinter Leasing und Offshore-Registrierungen steckt, erklären die Beiträge zum Flugzeugleasing und zu Registrierungen in Irland, Bermuda oder Malta.
Für den Betrieb heißt das: Aeroflot fliegt westliche Flugzeuge weiter, kann aber nur eingeschränkt auf Ersatzteile und Wartung der Hersteller Airbus und Boeing zurückgreifen. Die Langstrecke führt wegen der gesperrten Lufträume teils über deutlich längere Routen. Auch andere russische Airlines sind betroffen, etwa die Frachtgesellschaften AirBridgeCargo und Volga-Dnepr, die früher regelmäßig in Europa zu sehen waren. Für das Nachbarland gilt Ähnliches: Belavia darf den EU-Luftraum schon seit 2021 nicht mehr nutzen.
Stand Oktober 2026
Bei Redaktionsschluss bestanden die Sanktionen und Luftraumsperren weiterhin. Ob und wann Aeroflot wieder in die EU fliegen darf, hängt von politischen Entscheidungen ab. Verlass dich bei Aussagen zu Flugzielen deshalb immer auf aktuelle Quellen.
Woran du Aeroflot erkennst
Die Bemalung ist eine der markantesten in der Luftfahrt. Am Leitwerk weht eine stilisierte russische Flagge in Weiß, Blau und Rot. Am hellen Rumpf steht in großen blauen Buchstaben „AEROFLOT“, ergänzt um die kyrillische Schreibweise. Am Rumpf sitzt außerdem das geflügelte Hammer-und-Sichel-Emblem – ein Symbol aus der sowjetischen Zeit, das die Airline bis heute beibehalten hat. Ab 2020 kam eine überarbeitete Variante mit weißer Grundfarbe und größerem Schriftzug dazu, zuerst am A350.
Daneben gibt es Sonderbemalungen: Flugzeuge in SkyTeam-Lackierung, Retro-Designs mit Anklängen an frühere Aeroflot-Farben und Jubiläumsmotive. Wie solche Bemalungen entstehen, zeigen die Beiträge zu Retro-Liveries und zu Allianz-Lackierungen.
Typisch Aeroflot
- Wehende russische Flagge am Leitwerk
- Blauer Schriftzug „AEROFLOT“ am hellen Rumpf
- Geflügeltes Hammer-und-Sichel-Emblem
- Flugnummer SU, Tracker-Code AFL
Eher nicht Aeroflot
- Dieselbe Flagge, aber anderer Schriftzug: Rossiya oder andere Gruppentöchter
- Auffällig bunte Low-Cost-Optik: meist Pobeda
- Sowjetischer Oldtimer im Einsatz: heute bei anderen Betreibern
- Tracker zeigt anderen ICAO-Code trotz ähnlicher Bemalung
Kennzeichen: RA-, VP-B und VQ-B
Für Spotter ist das Kennzeichen bei Aeroflot besonders interessant. Russische Flugzeuge tragen das Präfix RA-. Viele geleaste Airbus- und Boeing-Jets waren jedoch vor 2022 auf den Bermudas registriert und trugen Kennzeichen mit VP-B oder VQ-B. Nach der Übertragung ins russische Register gibt es Flugzeuge, die in Unterlagen unter zwei Kennzeichen auftauchen – und Fotos, auf denen noch das alte Bermuda-Kennzeichen zu sehen ist.
Wenn du ältere Aeroflot-Fotos sortierst, lohnt sich deshalb ein genauer Blick: Notiere das Kennzeichen, das tatsächlich am Flugzeug steht, und ergänze bei Bedarf den Hinweis auf eine spätere Umregistrierung. Wie solche Wechsel ablaufen, erklärt der Beitrag zu Umregistrierungen.
Alte Fotos als Zeitdokument
Aeroflot-Bilder aus Frankfurt, München oder Berlin sind heute kleine Zeitdokumente. Lade sie mit Datum, Kennzeichen und Flughafen in Planetrack hoch, damit die Sichtung in deiner Sammlung eindeutig bleibt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Aeroflot heute spotten
In der EU kannst du Aeroflot seit 2022 nicht mehr sehen. Vor den Sanktionen flog die Airline in Deutschland unter anderem Berlin, Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart, Hannover und Dresden an, in Österreich Wien und saisonal Salzburg und Innsbruck, in der Schweiz Zürich und Genf. Wer Aeroflot heute fotografieren will, muss in Länder reisen, die ihren Luftraum für russische Airlines offen halten – etwa in die Türkei, an den Persischen Golf oder nach Asien. Dort teilt sich Aeroflot das Vorfeld mit Airlines wie Turkish Airlines oder Air China.
Gute Chancen auf Aeroflot, wenn …
- du an einem Flughafen außerhalb der EU bist, der aktuell Flüge aus Moskau bekommt
- im Flugplan SU-Flugnummern auftauchen
- Ferienzeit ist und russische Urlauber in Richtung Süden reisen
Prüf es vorher, wenn …
- du nach Spotterberichten oder Flugplänen von vor 2022 planst
- sich politische Rahmenbedingungen gerade ändern
Kein Aeroflot-Tag, wenn …
- du an einem Flughafen in der EU, in der Schweiz oder in Großbritannien stehst
Auf Reisen gilt wie überall: Informiere dich vorher, wo das Fotografieren am Flughafen erlaubt ist. In manchen Ländern sind die Regeln deutlich strenger als in Deutschland. Was hierzulande gilt, fasst der Artikel Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Häufige Verwechslungen
- SU für einen Ländercode halten – SU ist ein reiner Airline-Code von Aeroflot, auch wenn er an die Sowjetunion erinnert.
- Jede Flagge am Leitwerk für Aeroflot halten – Rossiya und andere russische Airlines nutzen ähnliche Motive. Schriftzug und ICAO-Code entscheiden.
- Aeroflot für ein SkyTeam-Mitglied halten – die Mitgliedschaft ist seit April 2022 ausgesetzt.
- Sowjetische Typen bei Aeroflot suchen – Tu-154, Il-86 und Il-96 sind bei der Airline längst ausgemustert.
- Bermuda-Kennzeichen für einen Fehler halten – viele Aeroflot-Jets waren vor 2022 mit VP-B oder VQ-B registriert.
- Transaero mit Aeroflot verwechseln – Transaero war ein eigenständiger Konkurrent und ist seit 2015 Geschichte.
Seltene Airlines im Blick
Beobachte Airlines, Typen oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Aeroflot ist eine Airline mit zwei Geschichten. Die eine erzählt von der größten Fluggesellschaft der Welt, von der Tu-104 als frühem Jet-Pionier und von Generationen sowjetischer Verkehrsflugzeuge. Die andere beginnt 2022: Luftraumsperren, Leasingstreit, ausgesetzte Allianz und eine westliche Flotte unter Sanktionen. Für Spotter in Mitteleuropa ist Aeroflot damit von einer alltäglichen Sichtung zu einem Motiv geworden, das es nur noch auf Reisen oder im eigenen Archiv gibt.
Kurzfazit
Aeroflot (IATA SU, ICAO AFL) ist Russlands nationale Airline mit Drehkreuz Moskau-Scheremetjewo. Erkennbar an Flagge am Leitwerk und Hammer-und-Sichel-Emblem – in der EU seit 2022 aber nicht mehr zu sehen.
Zusammenfassung
- Aeroflot erkennst du an der wehenden russischen Flagge am Leitwerk, dem blauen Schriftzug und dem geflügelten Hammer-und-Sichel-Emblem.
- In Deutschland, Österreich und der EU kannst du Aeroflot seit 2022 nicht mehr spotten – Sichtungen sind heute nur noch außerhalb der EU möglich, etwa in der Türkei, am Golf oder in Asien.
- Spannend ist die Geschichte: Von der Tu-104 bis zur Il-96 hat Aeroflot fast alle großen sowjetischen Verkehrsflugzeuge geflogen.
- Fotos von Aeroflot aus der Zeit vor 2022 sind heute Zeitdokumente – beschrifte sie sauber mit Kennzeichen, Typ und Datum.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hat Aeroflot?
Der IATA-Code von Aeroflot ist SU, der ICAO-Code AFL. Im Funk meldet sich die Airline mit dem Rufzeichen „AEROFLOT“. Der Code SU wird oft als Anspielung auf die Sowjetunion gelesen – die Airline hat ihn aus dieser Zeit behalten.
Warum fliegt Aeroflot nicht mehr nach Deutschland?
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 sperrten Deutschland, Österreich und weitere Staaten ihren Luftraum für russische Airlines, kurz darauf folgte eine EU-weite Sperre. Im April 2022 kam Aeroflot zusätzlich auf die EU-Flugsicherheitsliste, die den Betrieb in der EU untersagt. Seitdem gibt es keine Aeroflot-Flüge mehr nach Deutschland.
Ist Aeroflot noch Mitglied von SkyTeam?
Aeroflot war seit 2006 Mitglied von SkyTeam. Ende April 2022 wurde die Mitgliedschaft ausgesetzt. Seitdem kannst du Aeroflot-Flüge nicht mehr über die Allianz mit Partnern wie Air France oder KLM kombinieren.
Welche Flugzeuge fliegt Aeroflot heute?
Die Hauptgesellschaft betreibt nach öffentlich verfügbaren Flottenübersichten (Stand 2025) rund 170 Flugzeuge, überwiegend aus den Familien Airbus A320, A330 und A350 sowie Boeing 737 und 777. Den Superjet 100 hat Aeroflot an die Tochter Rossiya abgegeben. Bestellt sind große Stückzahlen russischer Jets wie MC-21, Superjet und Tu-214.
War Aeroflot wirklich die größte Airline der Welt?
Ja, zu Sowjetzeiten. Aeroflot war damals keine Airline im heutigen Sinn, sondern umfasste fast die gesamte zivile Luftfahrt der Sowjetunion – von Langstreckenjets über Agrarflugzeuge bis zu Hubschraubern. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde diese Struktur in zahlreiche regionale Airlines aufgeteilt.
Was bedeutet das Hammer-und-Sichel-Emblem auf Aeroflot-Flugzeugen?
Das geflügelte Hammer-und-Sichel-Emblem stammt aus der sowjetischen Zeit. Aeroflot hat es auch nach 1991 beibehalten, und es ist auch in der Bemalung am A350 noch zu sehen. Für viele Spotter ist es das typische Erkennungszeichen der Airline.
Wo kann ich Aeroflot heute noch spotten?
Nur außerhalb der EU. Aeroflot fliegt weiterhin in Länder, die ihren Luftraum nicht gesperrt haben – etwa in die Türkei, an den Persischen Golf oder nach Asien. Welche Ziele aktuell bedient werden, ändert sich; prüf vor einer Reise immer den aktuellen Flugplan.
Was ist mit den geleasten Flugzeugen passiert?
Viele westliche Leasinggesellschaften kündigten 2022 ihre Verträge. Ein großer Teil der Flugzeuge blieb trotzdem in Russland und wurde ins russische Register übertragen. Für einen Teil hat Aeroflot später Einigungen mit den Leasinggebern erzielt und die Maschinen gekauft. Manche Flugzeuge sind dadurch doppelt registriert, was die Zuordnung per Kennzeichen erschwert.
Aeroflot im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A350-900
Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing 777-300ER
Der meistverkaufte 777-Ableger: Die 777-300ER ist länger als eine A380, fliegt nur mit GE90-Triebwerken und prägt seit 2004 die Langstrecke. So erkennst du die 77W sicher.
FlugzeugtypAirbus A330-300
Langer Rumpf, zwei Triebwerke, aufgesetzte Winglets: Die A330-300 ist seit über 30 Jahren ein Arbeitstier der Langstrecke. So erkennst du sie und grenzt sie von ihren Geschwistern ab.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypSuchoi Superjet 100
Russlands Regionaljet mit französisch-russischen Triebwerken: Der Superjet 100 war kurz auch in Westeuropa unterwegs und ist heute dort eine echte Rarität. So erkennst du ihn und ordnest seine Geschichte ein.
FlugzeugtypIrkut MC-21 (Jakowlew MS-21)
Schlanke Flügel ohne Winglets, große PD-14-Triebwerke, russisches RA-Kennzeichen: Die MC-21 ist Russlands Antwort auf A320neo und 737 MAX. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wie die Sanktionen das Programm umgebaut haben.
FlugzeugtypTupolew Tu-154
Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und lange Gondeln hinter dem Flügel: Die Tu-154 war das Arbeitspferd von Aeroflot und dem Ostblock. Heute ist sie fast nur noch im Museum zu sehen.
FlugzeugtypIljuschin Il-96
Vier Triebwerke, Winglets und ein Fahrwerksbein mitten unter dem Rumpf: Die Il-96 ist Russlands einziger Langstrecken-Großraumjet aus eigener Produktion und fliegt heute vor allem den Präsidenten. So erkennst du sie und so ordnest du die seltenen Sichtungen ein.
FlugzeugtypIljuschin Il-62
Vier Triebwerke paarweise am Heck, ein hohes T-Leitwerk und eine ausfahrbare Stütze unter dem Rumpfende: Die Il-62 war der erste sowjetische Langstreckenjet, Flaggschiff der Interflug und Regierungsflieger vieler Staaten. So erkennst du den Klassiker.
FlugzeugtypTupolew Tu-104
Verglaste Bomber-Nase, zwei Triebwerke tief in der Flügelwurzel, Fahrwerksgondeln hinter dem Flügel: Die Tu-104 war 1956 der erste Jetliner der Sowjetunion. Heute triffst du sie nur noch im Museum.
Weitere Airlines
Transaero
Historische russische Airline: 1990 als erste private Fluggesellschaft der Sowjetunion gegründet, später die Nummer zwei hinter Aeroflot mit Boeing 747 und 777 – und im Oktober 2015 am Ende.
FrachtAirBridgeCargo
Russlands größte Frachtairline flog bis 2022 mit Boeing-747-Frachtern zwischen Asien, Russland, Europa und den USA – mit Stationen wie Frankfurt, Amsterdam und Leipzig. Seit März 2022 ruht der Flugbetrieb.
FrachtVolga-Dnepr Airlines
Die russische Schwerlast-Airline aus Uljanowsk war jahrzehntelang der größte Betreiber der An-124 und ein Stammgast in Leipzig. Seit 2022 ist sie aus dem westlichen Luftraum verschwunden – ihre Spuren findest du trotzdem noch.
NetzwerkBelavia
Die staatliche Airline von Belarus aus Minsk: früher regelmäßig an deutschen Flughäfen, seit der erzwungenen Landung von Ryanair-Flug 4978 im Mai 2021 aus dem EU-Luftraum verbannt und heute nach Osten und Süden ausgerichtet.
NetzwerkTurkish Airlines
Die türkische Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 1933 gegründet, seit 2008 in der Star Alliance und mit dem Drehkreuz Istanbul eine der Airlines, die die meisten Länder der Welt anfliegt.
NetzwerkAir China
Chinas Flag Carrier aus Peking: Star-Alliance-Mitglied, roter Phönix am Leitwerk und eine gemischte Flotte von der Boeing 747-8 über die A350 bis zur heimischen Comac C919.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
SkyTeam
Die jüngste der drei großen Airline-Allianzen: im Jahr 2000 von Delta, Air France, Aeroméxico und Korean Air gegründet, heute mit Schwerpunkt in Amsterdam und Paris – und mit einer silbernen Sonderlackierung, die Spotter gezielt suchen.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerTupolew
Kein Name steht so sehr für die sowjetische Zivilluftfahrt wie Tupolew: Vom ersten Strahlverkehrsflugzeug Tu-104 über den Dreistrahler Tu-154 bis zum Überschalljet Tu-144 prägte das Moskauer Konstruktionsbüro jahrzehntelang den Himmel über Osteuropa. Hier erfährst du, wie die wichtigsten Muster entstanden, woran du sie erkennst und wo du sie heute noch vor die Linse bekommst – meist im Museum, manchmal noch in der Luft.
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