Das Wichtigste in Kürze
- Die Tu-204 ist der russische Zweistrahler in der Klasse der Boeing 757: Erstflug 1989, Liniendienst ab 1996, bis zu 210 Sitze.
- Die Tu-214 ist die schwerere Schwester aus Kasan – äußerlich kaum zu unterscheiden, im Tracking unter demselben Code T204.
- Schnellster Erkennungsweg: 757-ähnliche Silhouette plus kleine Werks-Winglets plus russischer Betreiber.
- Kommerziell blieb sie eine Nische mit rund 90 gebauten Exemplaren bis Mitte der 2010er-Jahre.
- Unter westlichen Sanktionen erlebt die Tu-214 ein kleines Comeback; Ende 2025 erhielt laut Berichten eine Version mit russischen Systemen die Zulassung.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Tu-204?
- 2.Die Varianten im Überblick
- 3.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Tu-204, Boeing 757 oder MC-21?
- 5.Triebwerke: PS-90A und Rolls-Royce
- 6.Betreiber: von Vnukovo Airlines bis Air Koryo
- 7.Unfälle und Zwischenfälle
- 8.Comeback unter Sanktionen
- 9.Wo du die Tu-204 heute siehst
- 10.Fototipps für die Tu-204
- 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 12.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Konstruktionsbüro Tupolew; Serienbau der Tu-204 bei Aviastar-SP in Uljanowsk, der Tu-214 bei KAPO in Kasan |
|---|---|
| Rolle | Zweistrahliges Schmalrumpf-Verkehrsflugzeug für Mittelstrecken, auch als Frachter und Regierungsflugzeug |
| ICAO-Typcode | T204 (gemeinsamer Code der Familie) |
| Erstflug | 2. Januar 1989 (Tu-204), 21. März 1996 (Tu-214) |
| Liniendienst | ab 1996 bei Vnukovo Airlines (Tu-204), ab 2001 bei Dalavia (Tu-214) |
| Gebaute Exemplare | rund 90 für die gesamte Familie (Stand Mitte der 2010er-Jahre), seither nur wenige zusätzliche Tu-214 |
| Triebwerke | 2 × Aviadvigatel PS-90A; Tu-204-120 mit 2 × Rolls-Royce RB211-535 |
| Länge | rund 46,1 m (Tu-204-100), rund 46,2 m (Tu-214); Tu-204-300 rund 6 m kürzer |
| Spannweite | rund 41,8 m |
| Höhe | rund 13,9 m |
| Sitzplätze | je nach Version und Bestuhlung rund 170 bis 210 (Tu-204-100, Tu-214), rund 140 bis 155 (Tu-204-300) |
| Max. Startgewicht | je nach Version rund 103 bis 108 t (Tu-204), rund 110,75 t (Tu-214) |
| Reisegeschwindigkeit | rund 810 bis 850 km/h |
| Betreiber (Auswahl) | Red Wings, Spezialflugstaffel „Rossiya“, russische Luftstreitkräfte, Cubana, Air Koryo; früher u. a. Transaero, Aeroflot, Air China Cargo |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei Triebwerke unter dem Flügel an langen Pylonen – kein Hecktriebwerk, kein T-Leitwerk wie bei Tu-134 und Tu-154
- Kleine, aufrecht stehende Winglets ab Werk an den Flügelspitzen
- Langer, schlanker Schmalrumpf von rund 46 m mit konventionellem Leitwerk: Höhenleitwerk am Rumpf, hohe Seitenflosse
- Vergleichsweise große Spannweite von rund 42 m – der Flügel wirkt im Verhältnis zum Rumpf kräftiger als bei der Boeing 757
- Hauptfahrwerk mit je vier Rädern pro Bein, das in den Rumpf einfährt – keine Fahrwerksgondeln wie bei älteren Tupolew-Jets
- Fast immer ein russisches Kennzeichen mit RA- oder ein Kennzeichen eines der wenigen Exportländer wie Kuba (CU-) oder Nordkorea (P-)
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein langer Zweistrahler mit schlanker Nase und hoher Flosse rollt zur Piste, unter den Flügeln zwei große Triebwerke, an den Flügelspitzen kleine Winglets: Auf den ersten Blick denkst du an eine Boeing 757. Steht aber RA- im Kennzeichen, hast du sehr wahrscheinlich eine Tupolew Tu-204 oder ihre schwerere Schwester Tu-214 vor dir. Der Typ war der Versuch der russischen Luftfahrtindustrie, nach der Tu-154 den Anschluss an westliche Standards zu schaffen. Hier erfährst du, wie die Familie entstand, woran du sie erkennst, wer sie fliegt und wo du sie heute überhaupt noch zu sehen bekommst.
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Was ist die Tu-204?
Die Tu-204 ist ein zweistrahliges Schmalrumpf-Verkehrsflugzeug des Konstruktionsbüros Tupolew für Mittelstrecken. Sie entstand als Nachfolger der dreistrahligen Tu-154, die über Jahrzehnte das Rückgrat von Aeroflot gebildet hatte. Vom Konzept her spielt sie in derselben Liga wie die Boeing 757-200: ähnliche Länge, ähnliche Sitzzahl, zwei Triebwerke unter dem Flügel.
Die Entwicklung begann in den 1980er-Jahren. Der Prototyp hob am 2. Januar 1989 in Schukowski bei Moskau zum Erstflug ab. Damit fiel die Entwicklung genau in die Zeit, in der die Sowjetunion zerfiel – ein schwieriger Start für ein neues Verkehrsflugzeug. Die Zulassung der Tu-204-100 folgte Anfang 1995, den Liniendienst nahm im Februar 1996 Vnukovo Airlines auf.
Technisch war die Tu-204 ein großer Sprung. Sie bekam eine Fly-by-Wire-Steuerung, dazu ein Glascockpit mit Bildschirmen statt Rundinstrumenten. Der Flügel ist superkritisch profiliert und trägt ab Werk Winglets. Die alte Tupolew-Handschrift mit verglaster Navigatornase, Hecktriebwerken und Fahrwerksgondeln ist komplett verschwunden.
Gebaut wurde die Familie an zwei Standorten: die Tu-204 bei Aviastar-SP in Uljanowsk, die schwerere Tu-214 bei KAPO in Kasan, wo auch die strategischen Bomber Tu-160 entstehen. Beide Werke gehören heute zur staatlichen United Aircraft Corporation, die Russlands Flugzeugbauer seit 2006 bündelt.
Die Varianten im Überblick
Kaum ein russisches Verkehrsflugzeug hat so viele Versionen hervorgebracht wie die Tu-204 – gemessen an den kleinen Stückzahlen. Für Spotter zählen vor allem die folgenden.
| Version | Triebwerk | Besonderheit |
|---|---|---|
| Tu-204 / Tu-204-100 | PS-90A | Grundversion aus Uljanowsk, Passagier- und Frachtausführungen |
| Tu-204-120 | Rolls-Royce RB211-535 | Westliche Triebwerke und Avionik, unter anderem für Air China Cargo als Frachter |
| Tu-204C / -100C / -120C | PS-90A oder RB211 | Frachter mit großem Frachttor auf dem Hauptdeck |
| Tu-204-300 | PS-90A | Um rund 6 m verkürzt, je nach Ausführung für kurze oder sehr lange Strecken |
| Tu-204SM | PS-90A2 | Modernisierte Version mit Zwei-Personen-Cockpit, Erstflug 29. Dezember 2010, nicht in Serie gegangen |
| Tu-214 | PS-90A | Schwerere Version aus Kasan, Erstflug 21. März 1996 |
| Tu-214ON, -SR, -PU, -R | PS-90A | Beobachtungs-, Regierungs-, Kommando- und Aufklärungsversionen |
Die Tu-214 begann als Tu-204-200 mit höherem Abfluggewicht und größerem Tankvolumen. Das maximale Startgewicht liegt bei rund 110,75 Tonnen, bei der Tu-204-100 je nach Quelle bei rund 103 bis 105 Tonnen. Im Liniendienst flog die Tu-214 erstmals 2001 bei Dalavia im Fernen Osten Russlands. Rumpflänge, Spannweite und Triebwerke sind praktisch identisch mit der Tu-204, daher die enge Verwandtschaft im Typcode.
Die verkürzte Tu-204-300 fällt im Feld am ehesten auf: Mit rund sechs Metern weniger Rumpf wirkt sie gedrungener, Flügel und Leitwerk bleiben gleich groß. Gebaut wurde sie nur in sehr kleiner Stückzahl; welche Exemplare aktuell fliegen, prüfst du am besten in einer Flottendatenbank.
Einen Sonderfall bildet die Tu-214ON: Russland baute sie für Beobachtungsflüge im Rahmen des Vertrags über den Offenen Himmel, aus dem das Land 2021 ausgestiegen ist. Andere Tu-214 dienen der Spezialflugstaffel „Rossiya“ als Regierungs- und Kommandoflugzeuge – mehr dazu im Guide Regierungsflugzeuge spotten.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Die Tu-204 ist eines der wenigen russischen Verkehrsflugzeuge, das nicht sofort als „russisch“ ins Auge springt. Drei Beobachtungen grenzen sie trotzdem gut ein.
Grundform prüfen
Zwei große Triebwerke unter dem Flügel, Höhenleitwerk am Rumpf, hohe Seitenflosse, ein Gang in der Kabine. Damit sind alle älteren Tupolew-Jets mit Hecktriebwerken raus.
Flügelspitzen ansehen
Die Tu-204 trägt ab Werk kleine, fast senkrecht stehende Winglets. Sie sind deutlich kompakter als die großen, gebogenen Blended Winglets, die viele Boeing 757 nachgerüstet bekommen haben.
Kennzeichen lesen
Russische Maschinen tragen RA-, kubanische CU-, nordkoreanische P-. Bei russischen Exemplaren der Familie beginnen die Kennzeichen häufig mit RA-64. Ein westliches Kennzeichen spricht fast immer für eine 757.
Die Proportionen helfen zusätzlich: Mit rund 42 Metern Spannweite hat die Tu-204 einen größeren Flügel als die 757-200 bei ähnlicher Rumpflänge. Im Überflug wirkt sie dadurch etwas „breitschultriger“. Wie du Kennzeichen grundsätzlich liest, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen, und welche Winglet-Formen es gibt, zeigt Winglets, Sharklets und Raked Wingtips erkennen.
Praxis-Tipp beim Tracking
Weil Tu-204 und Tu-214 denselben Typcode T204 tragen, lohnt sich ein Filter auf den Code – die Unterscheidung machst du danach über das Kennzeichen und eine aktuelle Flottenliste.
Tu-204, Boeing 757 oder MC-21?
Die häufigsten Verwechslungen passieren mit der Boeing 757 und mit dem neuen russischen Schmalrumpfjet MC-21. Der Finder grenzt mit drei Fragen ein.
Schnellbestimmung: langer Zweistrahler
Tupolew Tu-204 oder Tu-214
Werks-Winglets, großer Flügel und ein russisches, kubanisches oder nordkoreanisches Kennzeichen sprechen für die Tu-204-Familie. Ob Tu-204 oder Tu-214, klärt das Kennzeichen.
Boeing 757
Westliches Kennzeichen und eine 757-typische Silhouette führen zur 757-200 oder, bei auffällig langem Rumpf, zur 757-300.
Irkut MC-21
Ein moderner russischer Schmalrumpfjet ohne Winglets mit sehr schlankem Flügel deutet auf die MC-21.
Auch der Airbus A321 kommt als Verwechslungskandidat infrage, wenn du nur die Silhouette siehst. Er ist aber kürzer, hat ein anderes, rundlicheres Cockpit-Profil und trägt je nach Baujahr kleine Wingtip-Fences oder große Sharklets. Kleiner und klar als Regionaljet zu erkennen ist der Suchoi Superjet 100, der zweite russische Jet im heutigen Linienbetrieb.
Triebwerke: PS-90A und Rolls-Royce
Der Standardantrieb ist das Aviadvigatel PS-90A aus Perm, ein Zweistromtriebwerk, das auch in der Iljuschin Il-96 und im Transporter Il-76MD-90A steckt. Als modernes Zweistromtriebwerk ersetzte es die deutlich lauteren Triebwerke älterer sowjetischer Jets.
Um westliche Kunden zu gewinnen, entstand die Tu-204-120 mit zwei Rolls-Royce RB211-535 – dem Triebwerk, das auch viele 757 antreibt. Mehr zum britischen Hersteller findest du auf der Seite zu Rolls-Royce. Die RB211-Version flog vor allem als Frachter, unter anderem bei Air China Cargo und beim ägyptischen Betreiber Cairo Aviation. Wie du Triebwerke generell auseinanderhältst, erklärt der Beitrag Triebwerke erkennen.
RB211 heißt nicht automatisch Boeing
Siehst du auf einem Archivfoto einen Zweistrahler mit Rolls-Royce-Gondeln und Winglets in chinesischer Frachtlackierung, kann das eine Tu-204-120C sein. Das Triebwerk allein bestimmt also nicht den Typ.
Betreiber: von Vnukovo Airlines bis Air Koryo
Die kommerzielle Bilanz der Tu-204 ist ernüchternd. Bis Mitte der 2010er-Jahre entstanden für die gesamte Familie nur rund 90 Exemplare. Als Hauptgründe gelten das vergleichsweise hohe Leergewicht, der höhere Verbrauch gegenüber westlichen Konkurrenten und Probleme bei der Ersatzteilversorgung. Viele russische Airlines entschieden sich deshalb in den 2000er-Jahren für gebrauchte Airbus- und Boeing-Jets.
Zu den früheren Betreibern zählen Vnukovo Airlines, Dalavia, Kras Air, Vladivostok Avia, Transaero mit einigen Tu-214, Aeroflot und deren Tochter Rossiya. Die meisten haben die Maschinen ausgemustert oder existieren selbst nicht mehr.
Länger blieben Betreiber mit politischem Hintergrund. Die kubanische Cubana de Aviación setzt die Tu-204 in Passagier- und Frachtversion seit den 2000er-Jahren ein, auch die nordkoreanische Air Koryo führt die Tu-204 in ihrer kleinen Flotte. In Russland ist Red Wings der wichtigste kommerzielle Betreiber; dazu kommen die Spezialflugstaffel „Rossiya“, die russischen Luftstreitkräfte, die Russische Post mit Frachtern und weitere Staatsbetreiber.
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Unfälle und Zwischenfälle
Die Tu-204 hat eine vergleichsweise kleine Unfallbilanz, zwei Ereignisse prägen aber ihre Geschichte. Am 22. März 2010 stürzte eine Tu-204-100 von Aviastar-TU auf einem Überführungsflug kurz vor Moskau-Domodedowo bei Nebel in einen Wald. Nur die Besatzung war an Bord, alle überlebten, das Flugzeug war zerstört – der erste Totalverlust des Typs.
Der folgenschwerste Unfall ereignete sich am 29. Dezember 2012: Eine Tu-204-100 von Red Wings kam nach einem Leerflug bei der Landung in Moskau-Wnukowo nicht rechtzeitig zum Stehen, schoss über das Pistenende hinaus, prallte gegen eine Straßenböschung und zerbrach. Fünf der acht Besatzungsmitglieder starben – bis heute der einzige Unfall mit Todesopfern in der Geschichte des Typs.
Hinzu kommen weitere Zwischenfälle wie ein Cockpitbrand im Januar 2022 im chinesischen Hangzhou: Eine im Auftrag von Cainiao fliegende Frachtmaschine von Aviastar-TU wurde dabei am Boden zerstört, verletzt wurde niemand.
Comeback unter Sanktionen
Neuen Schwung bekam das Programm nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022. Westliche Sanktionen schnitten russische Airlines von neuen Airbus- und Boeing-Jets sowie von Ersatzteilen ab. Im April 2022 kündigte die United Aircraft Corporation an, die Produktion der Tu-214 in Kasan wieder hochzufahren.
Der Weg dahin ist steinig. Die Tu-214 enthält zahlreiche westliche Komponenten, die ersetzt werden müssen. Ende Dezember 2025 erhielt laut Berichten eine Version mit russischen statt westlichen Systemen die Zulassung der russischen Luftfahrtbehörde. Berichte aus den Jahren 2024 und 2025 zeigen gleichzeitig, dass die Auslieferungen deutlich hinter den angekündigten Stückzahlen zurückblieben. Aeroflot gab seine Tu-214-Pläne Anfang 2024 zugunsten der MC-21 auf, Red Wings setzt dagegen seit 2024 einige Tu-214 im Linienverkehr ein.
Zahlen zur Neuauflage mit Vorsicht lesen
Angekündigte Produktionsziele und tatsächliche Auslieferungen gehen bei der Tu-214 weit auseinander. Wie viele Maschinen im Herbst 2026 wirklich fliegen, lässt sich von außen nur über Flottendatenbanken und Tracking eingrenzen.
Die Tu-214 steht damit neben MC-21 und Superjet in der russischen Strategie, eigene Verkehrsflugzeuge zu bauen. Den Überblick über diese Entwicklung und die Gruppe hinter Aeroflot und Rossiya gibt die Seite zur Aeroflot-Gruppe. Die lange Vorgeschichte von Tu-104 bis Il-96 erzählt der Beitrag Sowjetische Verkehrsflugzeuge.
Wo du die Tu-204 heute siehst
Für Spotter im deutschsprachigen Raum ist die Tu-204 eine echte Rarität. Seit Februar 2022 dürfen russische Flugzeuge den Luftraum der EU nicht mehr nutzen, und die ausländischen Betreiber fliegen keine regulären Ziele in Deutschland, Österreich oder der Schweiz an.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Moskau-Wnukowo | hoch | Heimat der Spezialflugstaffel „Rossiya“, dazu Flüge russischer Betreiber |
| Kasan | mittel | Werk der Tu-214, Test- und Überführungsflüge |
| Havanna | niedrig bis mittel | Cubana mit sehr kleinem, schwankendem Bestand |
| Pjöngjang | niedrig | Air Koryo, Reisen nur stark eingeschränkt möglich |
| DACH-Raum | sehr niedrig | Kein Linienverkehr, höchstens Ausnahmeflüge |
Wer trotzdem nach einer Tu-204 suchen will, verfolgt den Code T204 in Tracking-Diensten und plant Reisen in Länder, die russische Flüge weiter zulassen. Tipps, wie du solche Exoten findest, stehen im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten, und wie du Flüge live verfolgst, erklärt Flugverfolgung mit ADS-B.
Fotografieren in Russland und Belarus
Viele Tu-204 und Tu-214 stehen auf Flughäfen mit strengen Regeln oder gehören staatlichen Betreibern. Was beim Fotografieren gilt, erklärt der Beitrag zu Fotografierverboten in Russland und Belarus. Prüf vor jeder Reise die aktuellen Reisehinweise des Auswärtigen Amts.
Bereit für die Suche nach einer Tu-204?
- Ich filtere im Tracking nach dem Typcode T204.
- Ich kenne die drei Merkmale: Triebwerke unter dem Flügel, kleine Werks-Winglets, russisches oder anderes Exportkennzeichen.
- Ich weiß, wie ich Tu-204 und Boeing 757 auseinanderhalte.
- Ich habe Reisehinweise und Fotoregeln am Zielort geprüft.
- Ich notiere Kennzeichen und Version, um Tu-204 und Tu-214 zu unterscheiden.
Fototipps für die Tu-204
Wenn du eine Tu-204 vor die Linse bekommst, lohnt es sich, die Details festzuhalten, die sie von der 757 unterscheiden.
Winglets ins Bild
Die kleinen Werks-Winglets sind das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Eine Dreiviertelansicht von vorn zeigt sie zusammen mit Nase und Triebwerkseinläufen.
Kennzeichen lesbar halten
Gerade bei Tu-204 und Tu-214 macht erst das Kennzeichen die Sichtung vollständig. Achte darauf, dass es auf mindestens einem Bild scharf zu lesen ist.
Proportionen zeigen
Ein Seitenprofil mit komplettem Flügel macht deutlich, wie groß die Spannweite im Verhältnis zum Rumpf ist – ein schöner Vergleich zu deinen 757-Bildern.
Wann das Licht an deinem Standpunkt passt, kannst du mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot vorab berechnen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Tu-204/Tu-214, wenn …
- zwei Triebwerke unter dem Flügel und kleine, aufrechte Winglets zu sehen sind
- das Kennzeichen mit RA-, CU- oder P- beginnt
- der Betreiber Red Wings, Rossiya-Staatsflug, Cubana oder Air Koryo heißt
- im Tracking T204 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du zwischen Tu-204 und Tu-214 unterscheiden willst – das klärt nur das Kennzeichen
- der Rumpf auffällig kurz wirkt – dann vielleicht eine Tu-204-300
- du nur ein Archivfoto ohne Kennzeichen hast
Fazit
Die Tu-204 ist das Flugzeug, mit dem Tupolew den Sprung in die moderne Zivilluftfahrt wagte: Fly-by-Wire, Glascockpit, Winglets und optional westliche Triebwerke. Kommerziell kam sie nie aus der Nische heraus, zu schwer und zu spät für einen Markt, der nach 1990 auf Airbus und Boeing setzte. Unter Sanktionen erlebt die Tu-214 nun ein kleines Comeback in Russland. Für Spotter im DACH-Raum bleibt sie damit ein Exot, den du am ehesten über Tracking und Reisen findest.
Kurzfazit
Zwei Triebwerke unter dem Flügel, kleine Werks-Winglets, 757-ähnliche Silhouette und ein Kennzeichen mit RA-, CU- oder P-: Das ist die Tu-204 oder Tu-214. Im Tracking findest du beide unter T204, die genaue Version verrät erst das Kennzeichen.
Zusammenfassung
- Die Tu-204 entstand ab den 1980er-Jahren als Nachfolger der dreistrahligen Tu-154 und brachte Fly-by-Wire und Glascockpit in die sowjetische Zivilluftfahrt.
- Gebaut wurden die Tu-204 in Uljanowsk und die schwerere Tu-214 in Kasan; dazu kamen eine Version mit Rolls-Royce-Triebwerken, Frachter, eine verkürzte Tu-204-300 und viele Sonderversionen für Staat und Militär.
- Russische Airlines stiegen trotzdem überwiegend auf Airbus und Boeing um; Betreiber blieben vor allem Red Wings, Staatsflieger, Cubana und Air Koryo.
- In Europa siehst du den Typ seit 2022 praktisch nicht mehr, weil russische Flugzeuge den EU-Luftraum nicht nutzen dürfen – Tracking und Reisen außerhalb der EU sind die realistischen Wege zur Sichtung.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Tu-204?
Die Familie läuft unter T204 – das gilt nach gängigen Typcode-Listen auch für die Tu-214. Willst du gezielt eine Tu-214 finden, brauchst du deshalb Kennzeichen und Flottenliste. Wie die Codes aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
Was unterscheidet die Tu-204 von der Tu-214?
Die Tu-214 ist eine schwerere Ausführung mit höherem Abfluggewicht von rund 110,75 t statt rund 103 bis 105 t bei der Tu-204-100 und -120, mehr Tankvolumen und eigener Fertigung in Kasan. Die Tu-204 kam aus Uljanowsk. Rumpf, Flügel und Triebwerke sind praktisch gleich, deshalb trennst du beide im Feld fast nur über das Kennzeichen.
Wie unterscheide ich Tu-204 und Boeing 757?
Beide sind lange Zweistrahler mit vier Rädern pro Hauptfahrwerksbein. Die Tu-204 hat ab Werk kleine, aufrechte Winglets und eine im Verhältnis zum Rumpf größere Spannweite. Viele 757 tragen zwar nachgerüstete Winglets, das sind aber große, weich gebogene Blended Winglets. Am sichersten sind Kennzeichen und Betreiber – eine 757 bei Red Wings oder Air Koryo gibt es nicht. Mehr zur 757 steht im Beitrag Boeing 757 und 767 unterscheiden.
Welche Triebwerke hat die Tu-204?
Standard ist das russische Aviadvigatel PS-90A. Die Version Tu-204-120 und ihre Frachtausführung erhielten dagegen das Rolls-Royce RB211-535 – das Triebwerk, das auch viele Boeing 757 antreibt.
Kann ich eine Tu-204 in Deutschland sehen?
Im Linienverkehr praktisch nicht. Seit 2022 dürfen russische Flugzeuge den Luftraum der EU nicht nutzen, und die übrigen Betreiber wie Cubana oder Air Koryo fliegen keine regulären Ziele im deutschsprachigen Raum an. Realistisch sind Sichtungen in Russland, Kuba, Nordkorea oder vereinzelt in Ländern, die russische Flüge weiter zulassen.
Gab es schwere Unfälle mit der Tu-204?
Der folgenschwerste Unfall ereignete sich am 29. Dezember 2012: Eine Tu-204-100 von Red Wings schoss bei der Landung in Moskau-Wnukowo über das Pistenende hinaus und zerbrach. Fünf der acht Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, Passagiere waren nicht an Bord. Bereits 2010 war eine Tu-204-Frachtmaschine von Aviastar-TU beim Anflug auf Moskau-Domodedowo zerstört worden, alle Insassen überlebten.
Wird die Tu-214 heute wieder gebaut?
Ja, in kleinen Stückzahlen. Nach den westlichen Sanktionen 2022 kündigte die United Aircraft Corporation eine Neuauflage in Kasan an. Ende 2025 erhielt laut Berichten eine Version mit russischen statt westlichen Systemen die Zulassung. Wie viele Maschinen tatsächlich an Airlines gehen, ist von außen schwer zu überblicken (Stand Oktober 2026).
Tupolew Tu-204/Tu-214 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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SchmalrumpfBoeing 757-300
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HistorischTupolew Tu-154
Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und lange Gondeln hinter dem Flügel: Die Tu-154 war das Arbeitspferd von Aeroflot und dem Ostblock. Heute ist sie fast nur noch im Museum zu sehen.
HistorischTupolew Tu-134
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