Iljuschin Il-86

Der erste Großraumjet der Sowjetunion: Bei der Il-86 stiegen die Passagiere über eingebaute Treppen ins Unterdeck ein und trugen ihr Gepäck selbst an Bord. So erkennst du den seltenen Vierstrahler – und hier stehen die letzten Exemplare.

Auch bekannt als: Il-86 · Ilyushin Il-86 · Camber · Il-86VKP · Il-80 · Maxdome

RusslandIljuschinHistorische FlugzeugeICAO-Typcode: IL8611 Min. Lesezeit

IL86

ICAO-Typcode

1976

Erstflug

106

gebaute Exemplare

350

Sitze maximal

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Il-86 war der erste Großraumjet der Sowjetunion: Erstflug am 22. Dezember 1976, Liniendienst bei Aeroflot ab Dezember 1980.
  • Ihr Markenzeichen ist das Einstiegskonzept: Passagiere kamen über ausklappbare Treppen ins Unterdeck, gaben dort ihr Gepäck ab und stiegen innen nach oben in die Kabine.
  • Nur 106 Exemplare wurden gebaut, einziger Exportkunde war China Xinjiang Airlines mit drei Maschinen.
  • Im Passagierdienst ist sie Geschichte: Lärmvorschriften sperrten sie ab 2002 aus der EU und den USA, seit 2011 fliegt keine Il-86 mehr im Passagierdienst.
  • Heute siehst du sie fast nur noch in Museen oder als seltene militärische Gefechtsstand-Version in Russland.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Iljuschin Il-86?
  2. 2.Einsteigen durch den Bauch: das besondere Konzept
  3. 3.Technik: breit, laut und durstig
  4. 4.Woran du die Il-86 erkennst
  5. 5.Il-86, Il-96, 747 oder A340?
  6. 6.Wer flog die Il-86?
  7. 7.Das Ende im Passagierdienst
  8. 8.Il-80 und Il-86VKP: die militärischen Ableger
  9. 9.Wo du die Il-86 heute noch siehst
  10. 10.Museumsfotos, die etwas erzählen
  11. 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  12. 12.Fazit

Steckbrief

HerstellerIljuschin (Konstruktionsbüro); Endmontage in Woronesch, Baugruppen von PZL Mielec in Polen
RolleGroßraum-Passagierflugzeug für Mittelstrecken; militärisch als fliegender Gefechtsstand
NATO-CodenameCamber (Gefechtsstand-Version: Maxdome)
ICAO-TypcodeIL86
Erstflug22. Dezember 1976 (Prototyp)
Linieneinsatzab 26. Dezember 1980 bei Aeroflot (Moskau–Taschkent)
Gebaute Exemplare106 (1976 bis 1991)
Triebwerke4 × Kusnezow NK-86, je rund 127,5 kN Schub
Längerund 60 m
Spannweite48,06 m
Höherund 15,7 m
Rumpfdurchmesserrund 6,1 m
Max. Startgewichtbis 215 t
Sitzplätze320 in drei Klassen, bis 350 in reiner Economy
Reichweiterund 5.000 km mit etwa 300 Passagieren
Reisegeschwindigkeitrund 830 bis 870 km/h
StatusIm Passagierdienst seit 2011 ausgemustert; einzelne Gefechtsstand-Versionen bei Russlands Luftstreitkräften

Erkennungsmerkmale

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  • Vier Triebwerke an Pylonen unter einem tief angesetzten, gepfeilten Flügel – ohne Winglets an den Flügelspitzen
  • Konventionelles Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt am Rumpfende, nicht oben auf der Flosse
  • Drei Einstiegsluken im Unterdeck auf der linken Rumpfseite, unterhalb der Fensterreihe – dort klappten eingebaute Treppen aus
  • Breiter, runder Rumpf mit nur einem Passagierdeck und durchgehender Fensterreihe, kein Buckel wie bei der Boeing 747
  • Drittes Hauptfahrwerksbein mittig unter dem Rumpf, zusätzlich zu den beiden Fahrwerken unter den Flügelwurzeln
  • Lange, schlanke Triebwerksgondeln der NK-86, deutlich schmaler als die der späteren Il-96

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein breiter Rumpf, vier schlanke Triebwerke unter dem Flügel, und unten an der Seite drei Luken, aus denen früher Treppen ausklappten: Das ist die Iljuschin Il-86, der erste Großraumjet der Sowjetunion. Sie war das Prestigeflugzeug von Aeroflot in den 1980er-Jahren und ist heute aus dem Passagierdienst verschwunden. Hier erfährst du, wie die Il-86 entstand, was sie so eigenwillig machte, woran du sie auf alten Fotos und im Museum sicher erkennst und wo die letzten Exemplare stehen.

Die Il-86 in deinen Hangar

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Was ist die Iljuschin Il-86?

Die Il-86 ist ein vierstrahliges Großraum-Passagierflugzeug für Mittelstrecken, entwickelt vom Konstruktionsbüro Iljuschin. Ende der 1960er-Jahre brauchte Aeroflot dringend mehr Kapazität: Im Westen flogen bereits Boeing 747, DC-10 und Lockheed TriStar, und kurz darauf kam der Airbus A300. Die Sowjetunion wollte ein eigenes Großraumflugzeug, das auf den stark gefragten Inlandsstrecken Hunderte Passagiere auf einmal bewegt.

Den Auftrag erhielt das Büro Ende der 1960er-Jahre. Zunächst prüfte Iljuschin eine vergrößerte Version der Il-62, entschied sich dann aber für eine völlig neue Konstruktion. Die Leitung lag bei Genrich Nowoschilow, dem Nachfolger von Firmengründer Sergei Iljuschin. Der Prototyp flog am 22. Dezember 1976 vom Moskauer Flugplatz Chodynka aus zum ersten Mal.

Ursprünglich sollte die Il-86 schon zu den Olympischen Spielen 1980 in Moskau im Einsatz sein. Das klappte nicht ganz: Der erste Linienflug startete erst am 26. Dezember 1980 von Moskau nach Taschkent, der reguläre Betrieb lief Anfang 1981 an. Ab Juni 1981 folgten Flüge nach Osteuropa, mit dem Winterflugplan 1981 auch Ziele in größeren westeuropäischen Städten.

IL86ICAO-Typcode in Datenbanken und Tracking-Diensten
106gebaute Exemplare zwischen 1976 und 1991
CamberNATO-Codename aus dem Kalten Krieg

Einsteigen durch den Bauch: das besondere Konzept

Das auffälligste Merkmal der Il-86 siehst du nicht sofort, wenn sie fliegt – wohl aber, wenn sie am Boden steht. Statt über Fluggastbrücken oder Treppenwagen kamen die Passagiere über drei eingebaute, ausklappbare Treppen an der linken Rumpfseite ins Unterdeck. Hintergrund: Viele sowjetische Flughäfen hatten damals weder Fluggastbrücken noch genug Bodenpersonal. Die Il-86 sollte deshalb möglichst unabhängig von der Infrastruktur sein.

Im Unterdeck lagen Gepäckablagen und Garderoben. Die Idee: Du stellst deinen Koffer selbst ab, ziehst den Mantel aus und gehst über eine Innentreppe hoch in die Kabine. Nach der Landung nimmst du dein Gepäck auf dem Weg nach draußen wieder mit – Gepäckband überflüssig. Auch die Hauptbordküche war unten untergebracht; ein Aufzug brachte die Servierwagen nach oben.

In der Praxis wurde das Selbstverlade-Prinzip allerdings eher selten genutzt, und an großen Flughäfen kamen Fluggastbrücken trotzdem zum Einsatz. Für dich als Spotter bleibt das Konzept trotzdem wertvoll: Die drei Lukenöffnungen unterhalb der Fensterreihe sind eines der sichersten Erkennungsmerkmale der Il-86.

Spotter-Detail für Museumsbesuche

Steht eine Il-86 im Museum, lohnt der Blick auf die linke Rumpfseite unten. Die Konturen der drei Treppenluken sind auch bei geschlossenen Klappen gut zu sehen und machen das Foto zum eindeutigen Typnachweis.

Technik: breit, laut und durstig

Mit einem Rumpfdurchmesser von rund 6,1 Metern hatte die Il-86 bis zur Boeing 777 den zweitbreitesten Rumpf aller Verkehrsflugzeuge nach der 747. In der Kabine saßen bis zu neun Passagiere nebeneinander, getrennt durch zwei Gänge. Typisch waren 320 Sitze in drei Klassen oder bis zu 350 Plätze in reiner Economy-Bestuhlung. Eine Besonderheit der Kabine: In der Mitte gab es keine Gepäckfächer an der Decke.

Die größte Schwäche lag bei den Triebwerken. Ein komplett neues, sparsames Mantelstromtriebwerk gab es in der Sowjetunion damals nicht. Stattdessen entstand mit der Kusnezow NK-86 eine Weiterentwicklung des älteren NK-8, von dem die Il-86 vier Stück bekam. Die NK-86 lieferten zwar ausreichend Schub, galten aber als laut und kraftstoffhungrig. Die Folge war eine begrenzte Reichweite von rund 5.000 Kilometern mit etwa 300 Passagieren. Längere Strecken wie Moskau–Havanna erforderten Tankstopps.

Gebaut wurden die Maschinen im Werk Woronesch, die ersten beiden Exemplare entstanden noch in Moskau. Als Partner fertigte PZL Mielec in Polen unter anderem Leitwerk, Steuerflächen und Triebwerksaufhängungen. Die Produktion endete 1991 nach 106 Maschinen. Zum Vergleich: Von der Boeing 747 entstanden allein bis Anfang der 1990er-Jahre ein Vielfaches davon. Wie sich die Il-86 in die Geschichte der sowjetischen Verkehrsluftfahrt einordnet, zeigt der Beitrag Sowjetische Verkehrsflugzeuge.

Merkmal Il-86 Il-96-300 (Nachfolger)
Rolle Mittelstrecke, Großraum Langstrecke, Großraum
Triebwerke 4 × NK-86 4 × PS-90A
Flügelspitzen ohne Winglets mit Winglets
Einstieg auch über Treppen im Unterdeck konventionell über Türen im Hauptdeck
Reichweite rund 5.000 km deutlich höher

Die Il-96 entstand aus einem Langstreckenprojekt auf Basis der Il-86 und ist ihr direkter Nachfolger. Rumpfquerschnitt und Grundauslegung sind verwandt, Flügel und Triebwerke aber neu.

Woran du die Il-86 erkennst

Weil die Il-86 heute vor allem auf alten Fotos, in Datenbanken und in Museen auftaucht, lohnt ein geschulter Blick. Drei Schritte reichen meist.

Triebwerke und Flügel

Vier Triebwerke an einzelnen Pylonen unter einem tief angesetzten Flügel. Die Flügelspitzen sind glatt, ohne Winglets. Die Gondeln wirken lang und schlank.

Rumpf und Leitwerk

Ein breiter, gleichmäßig runder Rumpf mit einem einzigen Passagierdeck – kein Buckel wie bei der 747. Das Höhenleitwerk sitzt klassisch am Rumpfende.

Unterseite prüfen

Drei Luken links im Unterdeck und ein drittes Hauptfahrwerk mittig unter dem Rumpf. Diese Kombination ist eindeutig.

Das Fahrwerk besteht aus einem Bugfahrwerk mit zwei Rädern und drei Hauptfahrwerksbeinen mit je vier Rädern – eines unter jeder Flügelwurzel und eines in der Rumpfmitte. Im Anflug von unten fällt dieses Mittelbein deutlich auf. Mehr Hilfen für die Bestimmung älterer Typen findest du im Ratgeber Oldtimer am Himmel erkennen.

Il-86, Il-96, 747 oder A340?

Vierstrahlige Großraumjets mit tiefem Flügel gibt es einige. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: vierstrahliger Großraumjet

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Iljuschin Il-86

Glatte Flügelspitzen, schlanke Gondeln und die Luken im Unterdeck: klassisches Il-86-Bild. Prüf noch, ob Fenster fehlen – dann ist es eine militärische Gefechtsstand-Version.

Wahrscheinlich

Iljuschin Il-96

Winglets und dickere PS-90-Gondeln sprechen für die Il-96, den Langstrecken-Nachfolger.

Wahrscheinlich

Boeing 747

Der Buckel mit dem Oberdeck schließt die Il-86 sofort aus. Das ist eine Boeing 747.

Wahrscheinlich

Airbus A340

Schlanker Rumpf mit kleinen Winglets deutet auf den Airbus A340 hin.

Wer flog die Il-86?

Fast die gesamte Produktion ging an Aeroflot und ihre regionalen Direktionen in der Sowjetunion. Nach deren Zerfall 1991 verteilten sich die Maschinen auf zahlreiche Nachfolgegesellschaften. Zu den Betreibern gehörten unter anderem die heutige Aeroflot, Siberia Airlines (heute S7), Pulkovo, KrasAir, Wnukowo Airlines und Atlant-Soyuz. Auch außerhalb Russlands flog der Typ, etwa bei Uzbekistan Airways, Kazakhstan Airlines und Armenian Airlines.

Der einzige echte Exportkunde war China Xinjiang Airlines, die 1990 drei neue Maschinen übernahm. Die DDR-Fluggesellschaft Interflug bereitete Berichten zufolge die Übernahme von zwei Il-86 vor, entschied sich 1988 aber für den Airbus A310. Die Hintergründe zur DDR-Airline liest du im Beitrag Interflug.

Kennzeichen geben dir auf historischen Fotos schnell Orientierung: CCCP-86xxx steht für die Sowjetzeit, später trugen russische Maschinen RA-86xxx. Die Il-86 war damit eines der Muster, bei denen das Kennzeichen direkt auf den Typ hinweist.

Das Ende im Passagierdienst

Zum Verhängnis wurde der Il-86 vor allem ihr Lärm. Ab April 2002 durften lautere Flugzeuge wie die Il-86 in der EU, in den USA und vielen weiteren Ländern nicht mehr landen. Damit fielen lukrative Charterziele weg. Dazu kamen der hohe Treibstoffverbrauch und das steigende Alter der Flotte. Aeroflot kündigte 2006 die Ausmusterung an, andere Betreiber folgten.

Zu den letzten zivilen Betreibern gehörte Atlant-Soyuz, die zuletzt als Moscow Airlines firmierte und im Januar 2011 den Flugbetrieb einstellte. Spätestens im Frühjahr 2011 war damit keine Il-86 mehr im Passagierdienst. Eine beachtliche Bilanz: Nach gängigen Darstellungen gab es bei Passagierflügen nie einen tödlichen Unfall. Tödlich endeten dagegen ein Bodenunfall 1994 in Delhi, bei dem Trümmer eines anderen Flugzeugs eine abgestellte Il-86 trafen, und der Absturz einer Pulkovo-Maschine 2002 bei einem Überführungsflug ohne Passagiere in Moskau.

Die Il-86 teilt dieses Schicksal mit vielen Vierstrahlern ihrer Generation. Warum zwei Triebwerke die vier im Linienverkehr fast überall verdrängt haben, erklärt der Beitrag Das Ende der Vierstrahler.

Il-80 und Il-86VKP: die militärischen Ableger

Ein paar Il-86-Zellen leben im Militärdienst weiter. Für die sowjetischen und später russischen Luftstreitkräfte entstanden fliegende Gefechtsstände, die je nach Quelle als Il-80, Il-82, Il-87 oder Il-86VKP bezeichnet werden. Sie sollen der Staatsführung im Krisenfall als Kommandozentrale in der Luft dienen – vergleichbar mit der amerikanischen Boeing E-4B Nightwatch.

Von außen erkennst du diese Versionen an einem Buckel über dem Cockpit für Kommunikationsanlagen und daran, dass die Passagierfenster weitgehend fehlen. Stationiert sind sie auf dem Militärflugplatz Tschkalowski bei Moskau. Schlagzeilen machte der Typ im Dezember 2020: Während Wartungsarbeiten in Taganrog stahlen Unbekannte Funkausrüstung aus einer Il-80.

Kein Ziel für Spontanbesuche

Militärflugplätze in Russland sind für Spotter tabu, und das Fotografieren von Luftfahrzeugen kann dort ernste rechtliche Folgen haben. Zudem ist der EU-Luftraum seit Februar 2022 für russische Flugzeuge gesperrt. Was du vor einer Reise wissen musst, steht im Beitrag Fotografierverbote in Russland und Belarus.

Wo du die Il-86 heute noch siehst

Im DACH-Raum ist eine fliegende Il-86 praktisch ausgeschlossen. Wer den Typ trotzdem in seine Sammlung aufnehmen will, muss zu den erhaltenen Exemplaren reisen.

Ort Exemplar Hinweis
Staatliches Luftfahrtmuseum, Kyjiw (Ukraine) Erster Prototyp, CCCP-86000 Zugänglichkeit wegen des Krieges vorher unbedingt prüfen
Museum der Zivilluftfahrt, Uljanowsk (Russland) RA-86062 Reise nach Russland derzeit mit erheblichen Einschränkungen verbunden
Flughafen Nowosibirsk-Tolmatschowo (Russland) RA-86097 Am Flughafen als Ausstellungsstück aufgestellt
Militärflugplatz Tschkalowski (Russland) Gefechtsstand-Versionen Für Spotter nicht zugänglich

Für Spotter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Museum in Kyjiw historisch der naheliegendste Ort. Ob ein Besuch dort aktuell möglich und sinnvoll ist, hängt von der Sicherheitslage ab. Plane solche Reisen nur mit aktuellen Reisehinweisen. Wer sich für ausgemusterte Typen begeistert, findet weitere Ideen im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.

Seltene Typen im Blick

Setz die Il-86 und ihre Verwandten auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein seltener Typ an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Museumsfotos, die etwas erzählen

Ein abgestelltes Flugzeug zu fotografieren klingt einfach, ist es aber nicht immer. Zäune, Bäume und andere Exponate stehen oft im Weg. Mit ein paar Kniffen gelingt trotzdem ein starkes Bild.

Die Seite mit den Luken wählen

Die linke Rumpfseite zeigt die drei Einstiegsluken – das Detail, das die Il-86 von jedem anderen Großraumjet unterscheidet.

Tief ansetzen

Aus niedriger Perspektive wirkt der breite Rumpf noch mächtiger, und das mittlere Hauptfahrwerk wird sichtbar.

Licht planen

Ausstellungsflugzeuge bewegen sich nicht – die Sonne schon. Prüf vorher, wann die Fotoseite im Licht liegt.

Kennzeichen dokumentieren

Ein Detailfoto des Kennzeichens sichert die Zuordnung, auch wenn die Lackierung später verändert wird.

Bereit für den Museumsbesuch?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe Öffnungszeiten und Zugänglichkeit aktuell geprüft.
  • Ich kenne die Fotoregeln vor Ort.
  • Ich weiß, auf welcher Seite die Sonne zur Besuchszeit steht.
  • Ich habe ein Weitwinkel für den ganzen Rumpf dabei.
  • Akku voll, Speicherkarte frei.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die Il-86, wenn …

  • vier Triebwerke unter einem tiefen Flügel ohne Winglets hängen
  • links unten am Rumpf drei Luken zu sehen sind
  • ein drittes Hauptfahrwerk in der Rumpfmitte sitzt
  • das Kennzeichen mit CCCP-86 oder RA-86 beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Fenster fehlen und ein Buckel über dem Cockpit sitzt – dann ist es eine Gefechtsstand-Version
  • die Triebwerksgondeln auffallend dick sind – dann eher eine Il-96

Es ist keine Il-86, wenn …

  • die Triebwerke am Heck sitzen – das ist eine Il-62 oder eine Tu-154
  • der Flügel hoch am Rumpf sitzt – dann ist es ein Transporter wie die Il-76
  • nur drei Triebwerke zu sehen sind – dann ist es eine DC-10 oder TriStar
  • ein Oberdeck-Buckel hinter dem Cockpit sitzt – dann ist es eine 747

Fazit

Die Il-86 war ein mutiger Schritt der sowjetischen Luftfahrt: der erste eigene Großraumjet, mit einem Einstiegskonzept, das es so bei keinem anderen Verkehrsflugzeug gab. Laute, durstige Triebwerke und die begrenzte Reichweite verhinderten den großen Erfolg, und 2011 endete ihre Zeit im Passagierdienst. Heute ist sie ein Museumsstück und ein Stück Zeitgeschichte – und für Spotter, die sie noch erwischen wollen, eine der anspruchsvollsten Sammelaufgaben überhaupt.

Kurzfazit

Vier Triebwerke, keine Winglets, drei Luken im Unterdeck und ein Mittelfahrwerk: Das ist die Il-86. Fliegen siehst du sie praktisch nicht mehr – deine besten Chancen sind erhaltene Exemplare in Museen, für die du Reise und Zugänglichkeit sorgfältig planen musst.

Zusammenfassung

  • Die Il-86 flog erstmals am 22. Dezember 1976 und ging am 26. Dezember 1980 bei Aeroflot in Dienst; insgesamt entstanden 106 Maschinen.
  • Vier NK-86-Triebwerke, ein tief angesetzter Flügel, ein drittes Hauptfahrwerk und die Einstiegsluken im Unterdeck sind ihre Erkennungszeichen.
  • Die Triebwerke galten als laut und durstig, die Reichweite blieb auf rund 5.000 Kilometer begrenzt – die Il-96 wurde als Langstrecken-Nachfolger aus ihr entwickelt.
  • Erhaltene Exemplare stehen unter anderem in Kyjiw, Uljanowsk und Nowosibirsk; einige Gefechtsstand-Versionen fliegen noch für die russischen Luftstreitkräfte.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die Il-86?

Die Il-86 läuft unter IL86. Weil kein Passagierexemplar mehr fliegt, taucht der Code in Tracking-Diensten nur noch extrem selten auf – am ehesten bei den militärischen Gefechtsstand-Versionen, die aber oft gar nicht sichtbar sind.

Warum stiegen die Passagiere durch den Bauch ein?

Die Il-86 sollte auch an Flughäfen ohne Fluggastbrücken und mit wenig Bodenpersonal funktionieren. Deshalb bekam sie drei ausklappbare Treppen im Unterdeck. Dort konnten die Passagiere ihr Gepäck selbst abstellen und über Innentreppen in die Kabine steigen. In der Praxis wurde dieses Gepäckkonzept allerdings selten genutzt.

Was bedeutet „Camber“?

Camber ist der NATO-Codename der Il-86. Sowjetische Transport- und Passagierflugzeuge erhielten bei der NATO Namen mit dem Anfangsbuchstaben C. Die militärische Gefechtsstand-Version wird unter dem Namen Maxdome geführt.

Wie unterscheide ich Il-86 und Il-96?

Beide sind vierstrahlige Großraumjets mit drittem Hauptfahrwerk. Die Il-96 hat Winglets an den Flügelspitzen und dickere, rundere Triebwerksgondeln der PS-90-Familie. Die Il-86 hat glatte Flügelspitzen, schlanke NK-86-Gondeln und die Einstiegsluken im Unterdeck.

Ist die Il-86 jemals in Deutschland geflogen?

Aeroflot setzte die Il-86 ab dem Winterflugplan 1981 auch auf Strecken in größere westeuropäische Städte ein. Seit 2002 durfte sie wegen strengerer Lärmvorschriften nicht mehr in der EU landen. Die DDR-Airline Interflug plante Berichten zufolge zwei Il-86, entschied sich 1988 aber für den Airbus A310.

Was ist die Il-80?

Die Il-80 ist ein fliegender Gefechtsstand auf Basis der Il-86, im Westen oft „Doomsday Plane“ genannt. Sie hat kaum Fenster, einen Buckel über dem Cockpit für Kommunikationsanlagen und ist bei den russischen Luftstreitkräften stationiert. Bekannt wurde sie 2020, als aus einer Maschine in Taganrog während Wartungsarbeiten Funkausrüstung gestohlen wurde.

Wo kann ich eine Il-86 heute noch sehen?

Am realistischsten in Museen und als Denkmal: Der erste Prototyp steht im Staatlichen Luftfahrtmuseum in Kyjiw, weitere Exemplare in Uljanowsk und am Flughafen Nowosibirsk. Ob und wie diese Orte aktuell zugänglich sind, solltest du vor einer Reise unbedingt prüfen.

Iljuschin Il-86 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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