Das Wichtigste in Kürze
- IATA FDH, ICAO EDNY: Deutschlands südlichster Verkehrsflughafen, betrieben von der Flughafen Friedrichshafen GmbH.
- Eine Bahn 06/24 mit 2.356 Metern Länge – genug für A320-Familie und Boeing 737, Großraumjets sind selten.
- Geschichte ab 1915: erst Luftschiffhafen der Zeppelin-Zeit, dann Werksflugplatz für Dornier, heute Regionalflughafen.
- Messe, Museum, Zeppelin: Die AERO, das Dornier Museum und die Zeppelin NT liegen direkt am Platz.
- Verkehr 2025 laut Flughafen über 250.000 Passagiere – mit Ryanair, easyJet, Wizz Air, Corendon und Dash-8-Verbindungen nach Norddeutschland.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Luftschiffhafen zum Regionalflughafen
- 7.Zeppelin und Dornier: das Erbe am Platz
- 8.Eine Bahn, zwei Richtungen
- 9.Wer am Bodensee fliegt
- 10.Business Aviation und das WEF in Davos
- 11.Die AERO: wenn der Bodensee zum Fly-in wird
- 12.Spotten in Friedrichshafen: Terrasse, Museum, Bahnhalt
- 13.Strategie für einen ruhigen Flughafen
- 14.Friedrichshafen und seine Nachbarn
- 15.Fazit
- 16.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | FDH |
|---|---|
| ICAO-Code | EDNY |
| Betreiber | Flughafen Friedrichshafen GmbH – größte Gesellschafter sind die Stadt Friedrichshafen und der Bodenseekreis, daneben unter anderem das Land Baden-Württemberg und Unternehmen aus der Region |
| Lage | Am nördlichen Bodenseeufer, wenige Kilometer nordöstlich der Friedrichshafener Innenstadt; laut Betreiber rund 414 m über Normalnull |
| Start- und Landebahn | Eine Bahn 06/24, 2.356 m lang und 45 m breit, 1994 grundlegend saniert |
| Allwetterbetrieb | ILS-Anflug bis Betriebsstufe CAT IIIb – Landungen laut Flughafen bei Pistensichtweiten bis 50 m möglich, wenn Flugzeug und Crew dafür zugelassen sind |
| Gelände | Laut Flughafenportrait rund 163 Hektar |
| Terminal | Ein Passagierterminal; das neue Terminal ging am 1. September 2010 in Betrieb |
| Verkehr | 2025 laut Flughafen mehr als 250.000 Passagiere |
| Nachbarn auf dem Gelände | Messe Friedrichshafen (AERO), Zeppelin-Hangar mit Zeppelin NT, Dornier Museum |
| Bahnanschluss | Eigener Halt Friedrichshafen Flughafen an der Strecke Ulm–Friedrichshafen, seit 1997 |
| Für Spotter relevant | Besucherterrasse laut Flughafen täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet, dazu die Terrasse am Dornier Museum |
| Offizielle Website | www.bodensee-airport.eu |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Friedrichshafen aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Friedrichshafen
- Eine Dash 8-400 der Air-Uniqon-Verbindungen nach Berlin, Hamburg oder Sylt notiert
- Eine Ryanair-Boeing 737-800 am Bodensee erwischt – die Airline ist seit April 2026 zurück
- Die Zeppelin NT beim Start oder bei der Landung fotografiert
- Zur AERO im April anfliegende Messeflugzeuge der allgemeinen Luftfahrt gesehen
- Ein Geschäftsreiseflugzeug während des Weltwirtschaftsforums in Davos im Januar erwischt
- Die historischen Dornier-Typen im Freigelände des Dornier Museums gesehen
- Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert, auch bei Kleinflugzeugen
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Kompakter Flughafen: Von der Besucherterrasse hast du das Geschehen gut im Blick
- Besucherterrasse laut Flughafen täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet
- Seltene Mischung aus Linienverkehr, Zeppelin NT, Museumsflugzeugen und allgemeiner Luftfahrt
- Eigener Bahnhalt direkt am Flughafen
- AERO im April und das Flugwochenende am Dornier Museum bringen Besuchertypen, die sonst nie hier landen
Wo es hakt
- Wenig Linienverkehr – zwischen den Bewegungen liegen oft lange Pausen
- Großraumflugzeuge sind die absolute Ausnahme
- Flugplan wechselt stark mit der Saison, im Winter ist es deutlich ruhiger
- Nebel über dem Bodensee kann im Herbst und Winter die Sicht kosten
Friedrichshafen ist das Gegenteil eines Drehkreuzes. Eine einzige Bahn, ein Terminal, ein überschaubarer Flugplan – und trotzdem einer der spannendsten Flughäfen Süddeutschlands. Denn hier liegen über hundert Jahre Luftfahrtgeschichte auf einem Gelände: der frühere Luftschiffhafen der Zeppelin-Zeit, die Hallen von Dornier, ein Museum direkt an der Piste, ein moderner Zeppelin NT im Hangar nebenan und jedes Frühjahr die AERO, auf der die allgemeine Luftfahrt Europas zusammenkommt. Wer nur Großraumjets zählt, ist am Bodensee falsch. Wer Abwechslung sucht, ist genau richtig.
Dein Logbuch vom Bodensee
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Spot fest – vom Ferienjet bis zum Zeppelin. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Luftschiffhafen zum Regionalflughafen
Die Geschichte des Platzes beginnt nicht mit Flugzeugen, sondern mit Luftschiffen. 1913 suchte das Deutsche Reich in der Nähe der Zeppelin-Werke ein Gelände, auf dem es Besatzungen für seine Luftschiffe ausbilden konnte, und entschied sich für das Löwental am Stadtrand von Friedrichshafen. 1915 stand dort die erste große Luftschiffhalle, der Platz hieß nun Luftschiffhafen Löwental. Der Flughafen betrachtet dieses Jahr bis heute als seine Geburtsstunde und feierte 2015 entsprechend sein hundertjähriges Bestehen.
Nach dem Ersten Weltkrieg rückten Flugzeuge in den Vordergrund. 1924 mietete sich Dornier auf dem Gelände ein, 1928 wurde die Flughafen Friedrichshafen GmbH gegründet, und 1929 nahm die damalige Luft Hansa die ersten Linienflüge auf – zunächst nach Stuttgart. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Platz militärisch genutzt und bei Luftangriffen schwer beschädigt. Danach übernahmen französische Streitkräfte das Gelände und bauten es wieder auf; von 1973 bis 1992 war hier zudem eine französische Heeresfliegereinheit stationiert.
Zivile Linienflüge gab es zwar schon in den Jahrzehnten davor, doch erst nach dem Abzug der Franzosen stand das frühere Militärgelände ganz dem zivilen Verkehr offen. 1994 wurde die Bahn grundlegend saniert, 1997 kam der eigene Bahnhalt dazu, 1998 kaufte die Flughafengesellschaft das Gelände vom Bund. Am 1. September 2010 ging schließlich das neue Terminal in Betrieb, das bis heute die Passagiere abfertigt.
Zeppelin und Dornier: das Erbe am Platz
Kaum ein anderer deutscher Regionalflughafen ist so eng mit der Industriegeschichte seiner Stadt verbunden. Friedrichshafen ist die Stadt des Grafen Zeppelin, und die Luftschiffe prägten die Anfänge des Flugplatzes. Wie aus den ersten starren Luftschiffen eine ganze Industrie wurde, erzählt der Beitrag zur Geschichte der Zeppeline; in der Innenstadt widmet sich das Zeppelin Museum Friedrichshafen dem Thema in großem Maßstab.
Die zweite Linie führt zu Claude Dornier. Der Ingenieur begann 1910 bei der Luftschiffbau Zeppelin, aus seiner Abteilung wurde später ein eigenständiger Flugzeugbauer. Dornier nutzte über Jahrzehnte Hallen auf dem Flugplatz, und bis heute ist der Name allgegenwärtig: Seit 2009 steht das Dornier Museum direkt an der Piste. Dort siehst du unter anderem die Regionalflugzeuge Dornier 228 und Dornier 328 sowie Nachbauten früher Flugboote. Einen Überblick über das Unternehmen selbst bietet die Seite zum Hersteller Dornier, das berühmteste Flugboot stellt der Beitrag zur Dornier Do X vor.
Die Zeppelin-Tradition lebt ebenfalls weiter, und zwar nicht nur im Museum. Auf dem Flughafengelände neben der Messe steht der Hangar der Zeppelin NT. Die Deutsche Zeppelin-Reederei bietet von hier aus Rundfahrten über den Bodensee an, außerdem Besichtigungen der Werft im Hangar. Für Spotter ist das ein Motiv, das es sonst fast nirgends gibt: ein Luftschiff, das zwischen Ferienjets und Kleinflugzeugen startet und landet.
Zeppelin NT im Bild
Ein Luftschiff bewegt sich langsam und ist riesig. Statt der ganz langen Brennweite reicht oft ein mittleres Tele, und du hast mehr Zeit für die Bildgestaltung als bei einem Jet. Ob und wann der Zeppelin fährt, hängt von Saison und Wetter ab – bei starkem Wind bleibt er im Hangar.
Eine Bahn, zwei Richtungen
Das Layout ist schnell erklärt: Es gibt genau eine Start- und Landebahn mit der Bezeichnung 06/24. Sie ist laut Flughafen 2.356 Meter lang und 45 Meter breit und hat einen griffigen Belag. Damit können alle gängigen Schmalrumpfjets starten und landen, der Flughafen nennt ausdrücklich die A319, A320, A321 und die Boeing 737. Großraumflugzeuge sind dagegen die große Ausnahme.
Für schlechte Sicht ist der Platz gut gerüstet. Das Instrumentenlandesystem erlaubt laut Flughafen Anflüge bis Betriebsstufe CAT IIIb, also Landungen bei Pistensichtweiten bis 50 Meter, sofern Flugzeug und Besatzung dafür zugelassen sind. Das ist am Bodensee kein Luxus: Nebel über dem See ist vor allem im Herbst und Winter keine Seltenheit.
| Element | Bezeichnung | Was das für dich bedeutet |
|---|---|---|
| Start- und Landebahn | 06/24 | einzige Bahn, alle Bewegungen laufen hier |
| Betriebsrichtung 24 | Anflug von Nordosten | Landungen kommen über das Hinterland herein, Starts gehen Richtung Südwesten |
| Betriebsrichtung 06 | Anflug von Südwesten | Landungen kommen aus Richtung Stadt und See, Starts gehen Richtung Nordosten |
| Vorfeld am Terminal | – | Ferienjets, Dash 8 und Geschäftsreiseflugzeuge an den Positionen |
| Messegelände und Zeppelin-Hangar | – | AERO-Flugzeuge im April, Zeppelin NT in der Saison |
Wie an jedem Flughafen entscheidet der Wind, in welche Richtung gestartet und gelandet wird. Bei Wind aus Westen bis Südwesten wird die Bahn in Richtung 24 genutzt, bei Ostwind in Richtung 06. Wie du die Betriebsrichtung vor dem Losfahren einschätzt, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen; für die Windvorhersage hilft dir die Anleitung zu Windy und anderen Wetterkarten.
Wer am Bodensee fliegt
Der Flugplan in Friedrichshafen ändert sich von Saison zu Saison stärker als an großen Flughäfen. Ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, warum: 2015 verlor der Platz mit der Insolvenz von InterSky seinen wichtigsten Heimatcarrier, im April 2024 stellte Lufthansa die Verbindung nach Frankfurt ein. Damit fehlte zeitweise die Anbindung an ein großes Drehkreuz, und innerdeutsche Linienflüge gab es vorerst nicht mehr.
Seit 2026 sieht das Bild wieder lebendiger aus. Ab dem 12. Januar verbindet die virtuelle Airline Air Uniqon Friedrichshafen mit Berlin, Düsseldorf und Hamburg; geflogen wird laut Flughafen Düsseldorf mit einer Dash 8-400 mit 78 Sitzen, die Avanti Air betreibt. Seit dem 2. Juli 2026 kommt zweimal pro Woche eine Verbindung über Berlin nach Sylt dazu – laut Flughafen zwischen dem südlichsten und dem nördlichsten Verkehrsflughafen Deutschlands. Die Strecke nach Düsseldorf hat Air Uniqon dagegen im Juli 2026 schon wieder eingestellt. Im April 2026 ist außerdem Ryanair an den Bodensee zurückgekehrt, der Erstflug nach Alicante lief mit einer Boeing 737-800. Mallorca bietet die Airline laut Flughafen inzwischen ganzjährig an, für den Sommer 2027 sind Bari und Porto angekündigt.
Daneben nennt der Flughafen eine ganze Reihe weiterer Airlines, vor allem im Ferienverkehr: Corendon Airlines mit Jets wie der Boeing 737 MAX 8, easyJet mit Flügen nach London-Gatwick, Wizz Air, Aegean Airlines, Smartwings, Norwegian und Freebird. Viele dieser Strecken laufen nur im Sommer oder an einzelnen Wochentagen.
| Airline | Typisches Fluggerät | Was du erwarten kannst |
|---|---|---|
| Air Uniqon (Avanti Air) | Dash 8-400 | innerdeutsche Linienflüge nach Berlin und Hamburg, über Berlin weiter nach Sylt |
| Ryanair | Boeing 737-800 | Mallorca, Alicante, ab 2027 Bari und Porto |
| Corendon Airlines | Boeing 737 | Ferienflüge, vor allem im Sommer |
| easyJet | A320-Familie | London-Gatwick, im Dezember mit Zusatzflügen |
| Weitere Ferienairlines | A320-Familie, Boeing 737 | saisonale Ziele am Mittelmeer und in Südosteuropa |
Keinen seltenen Anflug verpassen
Bei so wenigen Bewegungen zählt jede einzelne. Planetrack benachrichtigt dich mit Sichtungs-Alarmen, wenn ein Kennzeichen, Typ oder eine Airline, die dich interessiert, im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Business Aviation und das WEF in Davos
Ein Sonderfall im Kalender ist der Januar. Wenn in Davos das Weltwirtschaftsforum tagt, dient Friedrichshafen als einer der Flughäfen in erreichbarer Entfernung für Anreisende. Der Flughafen hat 2026 ausdrücklich auf das erhöhte Verkehrsaufkommen durch das WEF hingewiesen. Für Spotter heißt das: An diesen Tagen stehen deutlich mehr Geschäftsreiseflugzeuge auf dem Vorfeld als sonst.
Wenn du Businessjets bestimmen willst, helfen dir der Beitrag Businessjets spotten und die Übersicht, wie du Gulfstream, Global, Falcon, Citation und Challenger unterscheidest. Achte im Winter außerdem auf die Wetterlage: Schnee und Nebel gehören am Bodensee dazu, und die Besucherterrasse bietet laut Flughafen gerade dann ein eigenes Motiv, wenn die Räumfahrzeuge auf der Bahn unterwegs sind. Tipps für kalte Tage findest du im Beitrag Planespotting im Winter.
Die AERO: wenn der Bodensee zum Fly-in wird
Einmal im Jahr verändert sich der Flughafen komplett. Im April findet auf dem Messegelände direkt neben dem Platz die AERO statt, eine der großen Fachmessen für die allgemeine Luftfahrt in Europa. Ihre Wurzeln liegen in einer Sonderschau zum Flugsport Ende der Siebzigerjahre; inzwischen findet sie jedes Jahr statt. Für 2027 nennt der Veranstalter den 14. bis 17. April und spricht von über 860 Ausstellern aus mehr als 50 Ländern. Gezeigt werden Segelflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge, Kolbenmotorflugzeuge, Hubschrauber und Business Aviation – drinnen in den Hallen und draußen auf der Freifläche.
Der Flughafen ist dabei nicht nur Nachbar, sondern Teil des Ganzen. Viele Aussteller und Besucher reisen mit eigenen Maschinen an und landen direkt nebenan. Für Spotter ist die AERO deshalb die beste Gelegenheit des Jahres, um Kleinflugzeuge, Turboprops und Geschäftsreiseflugzeuge in großer Zahl zu sehen – vieles davon Typen, die du an großen Verkehrsflughäfen nie zu Gesicht bekommst. Alles zu Programm, Tickets und Anreise steht im Beitrag zur AERO Friedrichshafen.
Wer sich auf die Flugzeuge der allgemeinen Luftfahrt vorbereiten will, findet in Kleinflugzeuge erkennen und General Aviation spotten das Handwerkszeug. Klassiker wie die Cessna 172 tauchen dort garantiert auf.
Termin früh festlegen
Die AERO findet nur wenige Tage im April statt. Unterkünfte am Bodensee sind dann schnell knapp.
Anreisetage beobachten
Viele Ausstellerflugzeuge landen kurz vor Messebeginn. Die Tage davor sind für Spotter oft spannender als die Messe selbst.
Kennzeichen sammeln
Bei Dutzenden ähnlicher Kleinflugzeuge unterscheidest du die Sichtungen nur über das Kennzeichen sauber.
Weitwinkel einpacken
Auf der Freifläche stehst du nah an den Flugzeugen. Ein Standardzoom ist dort wichtiger als das lange Tele.
Spotten in Friedrichshafen: Terrasse, Museum, Bahnhalt
Der einfachste Einstieg ist die Besucherterrasse des Flughafens. Laut Flughafen ist sie montags bis sonntags von 8 bis 22 Uhr geöffnet, kurzfristige Änderungen sind möglich. Von dort blickst du auf das Vorfeld und die Bahn. Abends ist die beleuchtete Piste ein eigenes Motiv, im Winter die Kolonne der Räumfahrzeuge. Weil der Flughafen klein ist, liegen Vorfeld und Bahn vergleichsweise nah – für Bilder rollender Maschinen reicht ein mittleres Tele.
Die zweite Option ist die Terrasse am Dornier Museum. Laut Museum blickst du von dort auf das Vorfeld und auf den Bereich, in dem die Zeppelin NT startet und landet, und sie ist auch ohne Museumseintritt zugänglich. Wenn du ohnehin ins Museum willst, verbindest du so Geschichte und aktuellen Verkehr an einem Nachmittag.
Bei der Anreise punktet Friedrichshafen. Der Halt Friedrichshafen Flughafen liegt an der Bahnstrecke Ulm–Friedrichshafen, Regionalzüge halten direkt am Terminal. Mit dem Auto erreichst du den Flughafen über die B 30 aus Richtung Ulm oder die B 31 entlang des Seeufers.
Licht am Bodensee planen
Die Bahn verläuft grob von Südwest nach Nordost, die Sonne steht mittags im Süden über dem See. Je nachdem, auf welcher Seite der Bahn du stehst, hast du sie im Rücken oder fotografierst gegen das Licht. Mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack siehst du vorab, wann das Licht für deinen Standpunkt passt – Grundlagen dazu im Beitrag Sonnenstand am Fotospot planen.
Grenzen respektieren
Rund um den Flughafen gelten Absperrungen und Sicherheitsbereiche ohne Ausnahme – auch zur AERO und bei Veranstaltungen. Drohnen sind in Flughafennähe ohne Genehmigung tabu; die Regeln dazu fasst der Beitrag Drohnen am Flughafen zusammen. Was beim Fotografieren rund um Flughäfen allgemein gilt, steht unter Ist Planespotting erlaubt?.
Strategie für einen ruhigen Flughafen
An einem Regionalflughafen gelten andere Regeln als in Frankfurt oder München. Du wartest nicht auf die nächste Welle, sondern planst gezielt auf einzelne Bewegungen hin. Schau vor dem Besuch in die Abflug- und Ankunftstafel des Flughafens und in eine Flugverfolgung – wie das geht, erklärt der Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B. Weil die Ferienflüge stark an Wochentage gebunden sind, lohnt sich ein Blick darauf, an welchen Tagen besonders viel los ist.
Unterschätze dabei die kleinen Bewegungen nicht. Schulflugzeuge, Rundflüge, Hubschrauber und Geschäftsreiseflugzeuge sorgen dafür, dass es auch zwischen den Linienflügen etwas zu sehen gibt. Einen ausführlichen Überblick, wie du kleine Plätze angehst, findest du im Beitrag Spotting an kleinen Regionalflughäfen und in der Übersicht Regionalflughäfen in Deutschland für Spotter. Und wenn die Dash 8 der Air-Uniqon-Verbindungen landet, hilft dir der Beitrag zu Turboprops wie ATR und Dash 8 bei der sicheren Bestimmung.
Friedrichshafen passt zu dir, wenn …
- du allgemeine Luftfahrt, Turboprops und Besonderheiten wie den Zeppelin NT magst
- du Spotten mit Museum und Luftfahrtgeschichte verbinden willst
- du zur AERO im April an den Bodensee kommst
Bedingt geeignet, wenn …
- du nur im Winter Zeit hast – dann ist der Flugplan dünn und Nebel häufig
- du gezielt Linienverkehr willst und den Flugplan nicht vorher prüfst
Eher woanders, wenn …
- du Großraumflugzeuge und Langstrecke suchst
- du viele Bewegungen pro Stunde erwartest
Friedrichshafen und seine Nachbarn
Rund um den Bodensee liegen mehrere Flughäfen, die sich gut kombinieren lassen. Der Flughafen Zürich ist das große Drehkreuz der Region mit Langstrecke und Swiss-Flotte. Der Flughafen Stuttgart ist der nächste große Flughafen in Baden-Württemberg, mit einer bequemen Besucherterrasse. Im Allgäu fliegt der Flughafen Memmingen vor allem Low-Cost-Ziele an, und mit dem Flughafen Innsbruck liegt ein spektakulärer Alpenflughafen in Reichweite.
Am Schweizer Ufer gegenüber lohnt das Fliegermuseum Altenrhein einen Abstecher. Zusammen mit dem Dornier Museum und dem Zeppelin Museum hast du rund um den See genug Luftfahrt für ein langes Wochenende. Für die erste Tour hilft dir außerdem der Beitrag Planespotting für Einsteiger.
Zeppelin, Dash 8 und AERO in einer Sammlung
Beiträge mit Flugzeugdaten, Hangar mit Wunschliste, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Der Flughafen Friedrichshafen ist klein, aber er erzählt mehr Luftfahrtgeschichte als manches Drehkreuz. Vom Luftschiffhafen der Zeppelin-Zeit über die Hallen von Dornier bis zum heutigen Bodensee-Airport mit Ferienfliegern, Dash 8 und Zeppelin NT liegt hier alles auf einem Gelände. Nach schwierigen Jahren mit Schutzschirmverfahren und dem Abschied der Lufthansa hat sich das Angebot 2026 mit innerdeutschen Strecken und der Rückkehr von Ryanair wieder belebt.
Für Spotter ist Friedrichshafen kein Ort für Masse, sondern für gezielte Besuche: zur AERO im April, am Flugwochenende des Dornier Museums oder an einem klaren Tag in der Zeppelin-Saison. Wer den Flugplan vorher prüft und die Betriebsrichtung kennt, nimmt vom Bodensee Motive mit, die es so kaum anderswo gibt.
Kurzfazit
FDH ist ein ruhiger Regionalflughafen mit einer Bahn – aber mit AERO, Zeppelin NT und Dornier Museum einer der vielseitigsten Plätze Süddeutschlands. Plane nach Flugplan, Saison und Wind, dann lohnt sich der Weg an den Bodensee.
Zusammenfassung
- Friedrichshafen ist kein Flughafen für Masse, sondern für Abwechslung: wenige Linienflüge, dafür Luftschiffe, Messeflugzeuge und Museumsstücke auf engem Raum.
- Die Wurzeln reichen bis in die Zeppelin-Zeit zurück, und mit Dornier hatte einer der bekanntesten deutschen Flugzeugbauer hier seine Hallen.
- Für Spotter lohnen sich vor allem die AERO im April, das Flugwochenende am Dornier Museum und die Zeppelin-Saison.
- Wie überall entscheidet der Wind über die Betriebsrichtung – und damit, von welcher Seite die Landungen kommen.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Friedrichshafen?
Der IATA-Code ist FDH, der ICAO-Code EDNY. FDH steht auf Bordkarten und Gepäckanhängern, EDNY nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Warum heißt der Flughafen Bodensee-Airport?
Bodensee-Airport ist der Markenname, unter dem die Flughafen Friedrichshafen GmbH auftritt. Der Flughafen liegt am nördlichen Ufer des Bodensees und bedient die ganze Region rund um den See, also auch Gäste aus Österreich und der Schweiz.
Wie lang ist die Start- und Landebahn?
Die einzige Bahn 06/24 ist laut Flughafen 2.356 Meter lang und 45 Meter breit. Das reicht für Schmalrumpfjets wie die A320-Familie oder die Boeing 737. Für Landungen bei schlechter Sicht ist ein Instrumentenlandesystem bis Betriebsstufe CAT IIIb vorhanden.
Gibt es eine Besucherterrasse?
Ja. Laut Flughafen ist die Besucherterrasse montags bis sonntags von 8 bis 22 Uhr geöffnet, kurzfristige Änderungen sind möglich. Von dort blickst du auf Vorfeld und Bahn. Eine zweite Option ist die Terrasse am Dornier Museum, die laut Museum auch ohne Eintritt zugänglich ist.
Welche Airlines fliegen nach Friedrichshafen?
Der Flughafen nennt unter anderem Ryanair, easyJet, Wizz Air, Corendon Airlines, Aegean, Smartwings, Norwegian, Freebird und Air Uniqon, deren Flüge Avanti Air durchführt. Viele Strecken sind saisonal – prüf den aktuellen Flugplan vor deinem Besuch.
Wann findet die AERO statt?
Die Fachmesse für allgemeine Luftfahrt läuft jedes Jahr im April auf dem Messegelände direkt neben dem Flughafen. Die nächste Ausgabe ist laut Veranstalter vom 14. bis 17. April 2027 angesetzt. Mehr dazu im Beitrag zur AERO Friedrichshafen.
Kann ich die Zeppelin NT am Flughafen sehen?
Ja, der Zeppelin-Hangar liegt auf dem Flughafengelände neben der Messe, und die Luftschiffe starten und landen dort. Wann sie fahren, hängt von Saison und Wetter ab. Die Deutsche Zeppelin-Reederei bietet außerdem Besichtigungen der Werft im Hangar an.
Wie komme ich ohne Auto zum Flughafen?
Mit dem Regionalzug bis zum Halt Friedrichshafen Flughafen an der Strecke Ulm–Friedrichshafen. Vom Bahnsteig aus sind es nur wenige Schritte bis zum Terminal.
Sichtungen rund um Flughafen Friedrichshafen sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Ryanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
U2 / EZYeasyJet
Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.
W6 / WZZWizz Air
Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.
XC / CAICorendon Airlines
Türkischer Ferienflieger aus Antalya mit kleiner Boeing-737-Flotte, rotem Stern am Leitwerk und zwei Schwester-Airlines in Malta und den Niederlanden – im Sommer an vielen deutschen Flughäfen zu Hause.
A3 / AEEAegean Airlines
Griechenlands größte Airline mit Drehkreuz Athen: Star-Alliance-Mitglied seit 2010, reine Airbus-A320-Familie im Jetverkehr und mit Olympic Air eine Tochter, die mit ATR-Turboprops die Inseln anfliegt.
QS / TVSSmartwings
Tschechiens größte Airline aus Prag: früher Travel Service, heute Charter- und Linienflieger mit Boeing-737-Flotte, A220 in Czech-Airlines-Farben und seit Oktober 2026 Teil der Pegasus-Gruppe.
DY / NOZNorwegian Air Shuttle
Die skandinavische Low-Cost-Airline aus Fornebu bei Oslo: reine Boeing-737-Flotte, rote Nase, Porträts berühmter Persönlichkeiten am Leitwerk – und seit 2024 mit Widerøe unter einem Dach.
LH / DLHLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
Typische Flugzeuge
De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypDornier 228
Langer, kantiger Rumpf, schlanker Hochdeckerflügel mit schräg abgeschnittenen Spitzen: Die Dornier 228 fliegt seit 1981 Inselstrecken, Küstenwache und Forschung. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypCessna 172 Skyhawk
Hochdecker, eine Strebe pro Flügel, starres Fahrwerk und ein Zweiblattpropeller: Die Cessna 172 ist das meistgebaute Flugzeug der Welt. So erkennst du sie und ihre Varianten sicher.
Spotting-Spots rund um Flughafen Friedrichshafen
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Fliegermuseum Altenrhein am Flugplatz St. Gallen-Altenrhein
Am Südufer des Bodensees hält ein Verein Schweizer Fluggeschichte in der Luft: PC-7, P-3, Stearman und Do 27 fliegen hier noch. Was du heute siehst, was aus den Hunter-Jets wurde und wie du den Besuch am Flugplatz Altenrhein planst.
BesucherterrasseBesucherterrasse Flughafen Stuttgart
Kostenlos, mitten im Terminal und mit Blick auf das Vorfeld und das westliche Ende der einzigen Piste: Die Besucherterrasse auf dem Dach von Terminal 3 ist der einfachste Einstieg ins Planespotting auf den Fildern – am besten an Sommerabenden.
Weitere Einträge
Dornier Museum Friedrichshafen
Das Dornier Museum in Friedrichshafen erzählt die Geschichte eines der wichtigsten deutschen Flugzeugbauer – in einem Hangar direkt am Bodensee-Airport. Originale wie die Do 31, die Dornier 228 und die 328 stehen neben Nachbauten von Wal und Merkur, dazu Satelliten und Raumfahrttechnik. Von der Terrasse schaust du aufs Vorfeld.
MuseumZeppelin Museum Friedrichshafen
Das Zeppelin Museum Friedrichshafen zeigt im ehemaligen Hafenbahnhof direkt am Bodensee die Geschichte der Starrluftschiffe – mit einer begehbaren Teilrekonstruktion der LZ 129 Hindenburg als Herzstück. Dazu kommen Industriegeschichte, eine Kunstsammlung und ein Zeppelin NT, der in der Saison über dem See unterwegs ist.
HerstellerDornier
Vom Bodensee in die Welt: Dornier baute Metallflugboote wie Wal und Do X, nach dem Krieg Kurzstarter wie die Do 27 und später die Regionalflugzeuge 228 und 328. Den Hersteller gibt es nicht mehr – seine Flugzeuge fliegen trotzdem weiter, und zwei davon werden bis heute weiterentwickelt.
FlughafenFlughafen Memmingen
Vom Jagdbomber-Fliegerhorst zum nach eigenen Angaben bedeutendsten Low-Cost-Flughafen Süddeutschlands: Wo bis 2002 Starfighter und Tornados der Luftwaffe starteten, rollen heute Boeing 737 von Ryanair und Airbus-Jets von Wizz Air. FMM liegt direkt am Autobahnkreuz A7/A96, gehört Unternehmern aus der Region – und zählte 2025 rund 3,7 Millionen Passagiere.
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